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*8. Jahrgang

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Samstag, den 13. Januar.

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Morgen-J&usgsgke.

Der Krieg in Südafrika.

vb Paris, 12. Januar. DerMatin" veröffentlicht ein aus Pretoria vom 8. d. M. datirtes Telegramm, wonach es den Buren gelungen fei, sich einer Ladysmith und das englische Lager beherrschenden Anhöhe des Hochplateaus nach hartem Kampfe zu bemächtigen.

London, 12. Januar. DasRcutersche Büreau" meldet aus Maseru vom 8. d. M.: Es macht sich ein starkes Wiederaufleben des kriegerischen Geistes unter den Freistaat-Buren bemerkbar, deren Begeisterung anscheinend erlahmt war. Dieselben machen nun eine letzte Anstrengung und senden alle tauglichen Leute »ach der Front, einschließlich der llitlandcr, welche sich nur bereit erklärte», die Grenze gegen das Basutoland zu schützen. Viele der Uitlanders sind nach dem Basutoland geflohen.

I. Krüssel, 9. Januar. (Von unserem Korrcspoudeten.) Nach einer Privatmittheilunq aus Pretoria sandte die südafrikanische Regierung Anfang November folgendes Telegramm an Lord Salisbury (nicht an Chamberlain):Da wir so viele englische Soldaten (fast 2600) als Kriegsgefangene haben, werden wir gc-

S n sein, fall« Sie weiterhin die Einfuhr von Lebensmitteln ern, denselben nur gekochten Mais zu essen geben." Daraufhin kam nach 14 Tagen (datirt vom 16. November) die Antwort aus London von Chamberlain:Drei Tage vor Empfang Ihrer Depesche hat die Regierung Ihrer Majestät Anweisungen iegeben, daß alle Rcstriktionsmaßreaclu der englischen Behörden in Südafrika gegen den Import von Alimentationsmitteln sofort auf­gehoben werden sollen."

-K-Kaaß, 8. Januar. (Von unfern Korrespondenten.) Obwohl Sie Sympathie-Kundgebungen für die Buren in den Niederlande» einen geradezu großartigen Charakter angenommen haben, kann man doch bemerken, daß der Enthusiasmus kein ganz allgemeiner ist. Im Gegensatz zu den niederen und mittleren Bevölkerungs- klasscn, wo sich ein außergewöhnliches Interesse für die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz geltend macht, bewahrt man in den aristokratischen Kreisen der Residenz eine gewisse Indifferenz. Das zeigte sich z. B. auch darin, daß die reiche Stadt Haag den relativ kleinsten Beitrag zu dem Licbeswerk für die südafrikanischen Stammesbrüder' gestiftet hat. In der offiziellen Welt handelt man nach dem bekannten Wort:Loulenient pas trov äs Zele! und die offiziöse Presse läßt deutlich die Sorge durchblicken, jede Reibung mit der britischen Großmacht zu vermeiden. Das Volk dagegen giebt seiner Freude über die Niederlagen der englischen Truppen lauten Ausdruck. Augen­blicklich steht übrigens die transnrarine Kabelfrage im Vorder­grund. Allgemein ist man der Ansicht, daß es dringend noth- wendig sei, dem englischen Monopol ein Ende zu machen. Gleich­zeitig wird darauf hiugearbcitet, die nothwendiäcn Kapitalien zur Eröffnung einer neuen niederländischen Packetfahrtlinic von Aden nach der Delagoabai zusammenzubringen. Aden soll Anschlußstatiou der neuen Dampfer werden, au die, welche zwischen Amsterdam, Rotter­dam und Batavia verkehren. Neben diesen Verkehisangelegenhcitcn be­schäftigt man sich ernstlich mit der Ansiedlung in Transvaal und Oranjesreistaat, die den holländischen Bauern lvcit mehr Chancen bietet, als die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten. Die Schwierigkeiten der Sprache fallen weg, und außerdem finden die Emigranten in den südafrikanischen Republiken eine gute Ausnahme, weil sie zur Verstärkung des holländischen Elements beitragen. Und, was die Hauptsache ist: der Preis des überaus fruchtbaren Bodens ist ein sehr niedriger, sodaß es unter all diesen Umständen keine Schwierigkeiten machen sollte, nach Beendigung des Kriegs ein starkes AnsiedlcrkontingentzumZug nach dem Süden zu bewegen. Was »as Ministerium Pierson anlangt, so hat dieses seine Richtung nicht ge­rudert. Beseelt von dem Wunsch, den beiden Schwesterrepn blike» nützlrch zu sein, bewahrt cs eine außerordentliche Zurückhaltung und spiegelt in dieser Beziehung die Gefühle des Landes nicht wieder. Auf ser andern Seite befestigte sich seine Stellung, weil es durch die Umstände begünstigt wird. Man tadelte seine Haltung in der Frage der Ausschließung Transvaals von der Friedenskonferenz, und der Minister des Acußern, Herr v. Beaufort, mußte sich von einem Mitglied der zweiten Kammer, dem Abbö Dr. Schaepman, die bos­hafte Anspielung gefallen lassen: Der Manuesmuth sei einbsuu kort". Nichtsdestoweniger wurde das beantragte Mißtrauensvotum mit großer Mazorität abgclehnt, weil man auf alle Fälle eine Kabinettskrists vermeiden will.

* * *

Ein Kranz auf das Grab des geschiedenen Jahrhunderts.

(Eingesandt.)

Vor einiger Zeit brachten Sie in den Spalten Ihres geschätzten Blattes den Wortlaut einer Bittschrift, welche die Frauen und Jungfrauen der Niederlande an die Königin Victoria von England im Interesse des Friedens senden wollen. Ob die Aufforderung der Niederländerinnen, daß sich auch die Frauen und Jungfrauen Deutschlands an der Petition betheiligen möchten, viel Aufmerksam­keit gefunden hat, ist mir unbekannt; jedenfalls hat sich, so viel ich weiß, noch Niemand in unserem Stadtviertel gemeldet, der Unter­schriften gesammelt hätte. Die Absicht der verehrten Damen ist ja eine äußerst lobenswerthe, und ganz fruchtlos wird die Bitt­schrift auch nicht sein; nur Eins dürfen die Unter­zeichner derselben nicht vergessen: der Krieg ist da. Die

Buren haben ihn erklärt. Sie sind in britisches Gebiet ein­gedrungen. Sie haben britisches Eigenthum auf britischem Boden zerstört. Sie haben dem britischen Heere den Nationalstolz des Volkes schwer kränkende Niederlagen bcigebracht mit einer Bitt­schrift allein ist die Unzufriedenheit der Briten mit dieser Sachlage nicht aus dem Wege geräumt, und wenn alle Frauen der Welt jene Unterzeichneten. Auch die Form der Bittschrift dürfte in England Anstoß erregen, weil sie der englischen Negierung in schwach ver­hüllter Art' ei» Tadelsvotum ansstellt. Man wird den Damen sagen, daß sie von den ganzen Dingen nicht genügend verstände», und dann die Petition mit einer höflichen, kurzen Empfangs- anzeige im Papierkorb enden lassen. Wir wissen ja, daß Chamberlain noch nach der Erklärung des Krieges dem britischen Parlamente mittheilte, er habe noch bis zum letzten Augenblick ge­glaubt, daß der Friede gewahrt bleiben würde, aber Präsident Krüger habe an den Gott des Krieges appellirt. Unter solchen Umständen gilt es also nicht, das englische Ministerium bloß zu verdächtigen, sondern den Biedermännern den Beweis zu liefern, daß sie durch ihre Handlungen Transvaal in den Krieg getrieben haben. EswäresomitdieSachederFrie-densoereine,

die Bittschrift der Damen durch ein Memorandum über die Ursachen des Krieges zu unterstütze», wo­durch ein diskutirbarer Boden geschaffen und auch die Königin in die Lage gebracht würde, sich ein selbständigeres Urtheil zu bilden, als es ihr bisher an der Hand der Mit- thcilungen ihrer jetzigen Minister möglich gewesen ist. Diese haben nämlich eine außerordentliche Geschicklichkeit darin, ihnen unbcgueine Thatsachen aus deren natürlichem Verband z» reißen und durch Schlagwörtcr Stimmung zu machen. Genau so, nur unendlich viel gemeiner, verfährt die Mehrzahl der britische» Preßorgane. Der Erfolg eines solchen Verfahrens ist umso sicherer, da das englische Volk, bei allem äußeren Schliff (von diesem äußeren Schliff merkt man auf dem Kontinent bei den reisende» Engländern selten etivas. Die Red.) doch entsetzlich roh beanlagt ist und mehr und mehr zur Oberflächlichkeit des Denkens hindrängt. Zeit ist dem Briten Geld; er möchte daher selbst die Erörterung der wichtigsten und vcrwickcltsten Fragen mit ein paar Worten abgethan sehe». Nicht einer von fünfhundert Engländern giebt sich wohl die Mühe, eine längere gründliche Auseinandersetzung über einen Gegenstand in der Tagespresse zu verfolgen. Dergestalt verbleibt das Volk ei» urtheilsloscr Haufen, bei dem die größten Marktschreier die Ober­hand haben, wenn sie cs nur verstehen, die schwacheil Stellen in den Herzen der Hörer zu treffen und zu kitzeln. Bei den anderen Nationen ist die unaufrichtige britische Art schon längst in Mißkredit gekommen. Recht komisch mußte daher auch des Staatsmannes rührende Klage wirken, als Herr Chamberlain im vergangenen Jahr in Birmingham in einer Rede sagte, die fremden Regierungen hätte» leider nicht das richtige Vertrauen zu England, sie mäßen den britischen Staatsmännern zu großen Eigennutz und eine dia­bolische Geriebenheit (diabolical outeness) in der B e- handlung der Geschäfte mit anderen Nationen bei! (Herrn Chambcrleins Blicke schivciften damals, wie bekannt, sehn­süchtig nach einem Bündniß mit Deutschland und Amerika hinaus.) Aber auch das britische Volk kehrt zur besseren Einsicht zurück, wenn cs an seinem eigenen Leibe verspürt, daß die Nntzanwendnug in scharfem Gegensatz zu den tönenden Redensarten seiner Staats­männer steht. So hatte auch Balfour mit seiner letzte» Rede keinen besonderen Erfolg mehr zu verzeichnen, als er nochmals die töneirdc Phrase von der Nothwcndigkcit, das Prinzip der Gleichheit der Rechte für Alle aufrecht zu erhalten, ans sein Banner schrieb. Das britische Volk beginnt zu bemerken, daß in den Aktionen der Negierung, den Burcii gegenüber, doch nicht Alles in Ordnung ge- gcwcsen ist. und daß das Ergebniß nicht im richtigen Ver- hältniß zu dem Aufwand an Kraft steht. Der Augenblick wäre also wohl,nicht schlecht gewählt, die Gründe der Regierungs- oppontion, weiche fite oen Friede.'ist, durch ein Memorandum der Friedensvercine aller Länder zu stärken, worin die Vorgeschichte des Krieges in recht knapper, wahrheitsgetreuer Form behandelt ist. Der Transvaaler Gesandte im Hang, Dr. Leyds, dürfte im Stande sein, das nöthige Material dazu zu liefern. Es muß den Briten klar gemacht werden, daß der gegenwärtige Krieg nicht nur ein schwerer politischer Mißgriff, sondern durchweg blinde Raserei gegen da? eigene nationale Interesse ist; daß das einzige richtige Ziel der britischen Staatsmänner gewesen wäre, sich jene tapferen Buren zu treuen Freunden und Bundesgenossen, anstatt zu Tod­feinden zu machen. Die Frage wäre nii das englische Volk zu stellen, ob es oder irgend ein anderes stolzes Volk der Welt unter den gleichen Verhältnissen anders als die Bure» gehandelt haben' würde? Und noch ein Wort zum Schluß: Der Gedanke der niederländischen Frauen, jene Bittschrift an die Königin zu senden, und die Berufung an die Mitwirkung der Frauen und Jungfrauen aller gesitteten Völker der Welt, kommt zu uns wie ein herrlicher Kranz, der auf das Grab des geschiedenen Jahrhunderts gelegt werden soll und welcher auch zu schönen Hoff­nungen für die heraufzichcndc Zeit berechtigt. Das blinde Ver­trauen in die Weisheit der Diploniaten ist nur zu oft zum Schaden der Völker getäuscht worden. Richtiger ist es, wenn, wo es angeht, die Völker selbst einander näher treten und sich und ihre wahren gegenseitigen Interessen verstehen lernen zum Nutzen des Menschen und zur Ehre des Menschthums! Also, Friedensfreunde, die Bitte ergeht an Euch, obigen Vorschlag in Betracht zu ziehen. Die Zeit drängt. Jeder Tag bringt Nachrichten vom Kriegsschauplatz über neue Menschenopfer. Graf v. Marillac.

Silzrtng der Stadtverordttelen

vom 12. Januar 1900.

Anwesend sind unter dem Vorsitz des Herrn Landcsbank- direktors Reusch 47 Mitglieder des Kollegiums alle bis auf eines, das mit En.tll.üdlgnng fehlt, eine Besetzung, wie sie gleich zahlreich lange nicht zu verzeichnen gewesen ist, Seitens des Magistrats die Herren Oberbürgermeister Dr. v. Jbell, Bürger­meister Heß, Beigeordneter Körner, Beigeordneter Mangold, sowie die Herren Stadträthe Kalle und Wage mann, ferner Herr Obcrsckretär Rosalcwski als Protokollführer.

Bei Eintritt in. die Verhandlungen werden die ans den Ergänzungswahlen hervorgeqangenen neuen Mitglieder des Kollegiums, die Herren Äentner W. A r n tz, Dachdecker August Beckel, Schreinermeister W. Löw und Rechts­anwalt Dr. F. Scholz, durch den Herrn Vorsitzenden in das Kollegium eingefnhrt und verpflichtet. Der Herr Vorsitzende macht dabei die Herren auf die Pflichten aufmerksam, dabei hervor­hebend, daß sie durch das Vertrauen der Bürgerschaft in die Ver­sammlung berufen und man die Ueberzeugnng hegen dürfe, daß sie ihren Pflichten nachkoinmen. Sie seien ;a, >vie er, Redner, mit Freuden konstatire, Alle noch jiing und kräftig und könnten viele Arbeit leisten.

Den Bericht des Finanzausschusses über den Antrag des Magistrats auf Bewilligung von 11,000 Mk. zur Ausführung bau­licher Aendernngen re. der Pavillons I und IV des städtischen Krankenhauses erstattet Herr Dr. Dreher: Bei der Be­sichtigung des städtischen Krankenhauses durch die Aussichtsbehörde haben sich bedeutende Mängel heransgestellt, deren Abstellung die Kgl. Negierung fordert. Das stärkere Hervortreten dieser Mängel ist zum Theil darauf zurückznführen, daß, Dank der Tüchtigkeit der neu angestellten Oberärzte, die Frequenz der Anstalt in den letzten zwei Jahren plötzlich außerordentlich stark gestiegen ist, znm Theil aber auch darauf, daß gegenwärtig ganz andere Anforderungen an derartige Anstalten gestellt werde», als dies früher der Falt war. Es ist deshalb schon vor einiger Zeit der Neubau sowohl eines größeren chirurgischen Pavillons wie der eines weiteren Krankcn- pavillons in Aussicht genommen worden. Bei der Fülle von Auf­gaben, welche in letzter Zeit der städtischen Verwaltung oblagen, ist diesen Projekten jedoch noch nicht näher getreten worden. Die Kgl. Regierung drängt nun auf die sofortige Abstellung

wenigstens eines Thciles der gerügten Mängel und erwartet auch Beseitigung der übrigen in thunlichst kurzer Zeit. Um der dringendsten Auflage zu genügen, beantragt der Magistrat: 1. Die Nachbcwilligung von 2006 Mk. zur Verbesserung des Zimmers für Wöchnerinnen und Einrichtung eines EntbiudnngSzimmers im Pavillon I, 2. die Nachbewilligung von 9000 Mk. für bessere In­standsetzung des Pavillons V. Der Finanzausschuß, welchem die Stadtvcrordneten-Vcrsammlung die Prüfung des Antrags übertrug, hat die Angelegenheit gründlich erwogen. Er hat sich dabei über­zeugt, daß die sofortige Herstellung des Entbindungszimmers er­folgen muß, trotzdem es nur als eine temporäre Einrichtung angesehen werden kann, daß aber die vorgeschlagcnen Aendernngen im Pavillon V Stückwerk darstcllen, das keinen dauernden Werth haben würde, und daß es besser und auf die Dauer billiger sein svird, wenn oieser Pavillon gleich derart geändert und in Stand gesetzt wird, daß er dauernd benutzt werden kann. Es hat sich ihm außerdem die Ueberzeugung aufgedrängt, daß keine Zeit mehr verloren werden darf, bevor die Frage der in Aus­sicht genommenen Ren- und Umbauten einer gründlichen Be­arbeitung zu unterziehen ist. Wenn auch bei der starken Be­legung des Krankeirhauscs die Umbauten nur sehr allmählig erfolgen können, so sollte doch jetzt schon der ganze Plan für die unbedingt nöthige Erweiterung und Verbesserung der Krankenhaus- anlage festgclegt und keine Neubauten oder Umbauten ge­nehmigt werden, welche sich nicht in diesen Plan ein- sügen. Der Finanzausschuß beantragt dementsprechend: Die Stadtverordneten-Versammlung wolle: 1. die Ausgabe von 2000 Mk. aus den« Dispositionsfonds der Stadtverordnetcn-Ver- sammlung für die Verändernngeil im Pavillon I des städtischen Krankenhauses gcuehniigen, 2. der Ausgabe von 9000 Mk. für Ver, änderungen im Pavillon V die Genehmigung versage», 3. den Magistrat ersuchen, die Frage der i» Aussicht genommenen Reu- uitb Umbauten im städtischen Krankenhaus einer möglichst prompten gründlichen Bearbeitung zu unterziehen. Der Antrag, für den sich auch Herr Professor Kalle ausspricht, auf dessen länger« Aus­führungen wir zurückkommen iverden, wird einstimmig angenommen.

(Schluß folgt.)

Aus Stadt und Land.

Wiesbaden, 13. Januar.

Gelchichlskalender. 13. Januar. 1872: ch Jean. Herzog von Persigny, zu Nizza, der Vertraute Napoleons III. bei dessen Staatsstreich (* 1. Januar 1808). 1871: Gefecht bei Bourneville. 1814: Erstürmung Wittenbergs durch General Taucnzien. 1809: * Friedrich, Graf von Beust, zu Dresden, bekannter Staatsmann (ch 24. Oktober 1886 zu Altenberg, Ocst.). 1802: * Eduard v. Bauernfeld zu Wien, Lustspieldichter (ch 9. August 1890 in Wien). 1685: * Phil. Jak. Spcner zu Rappoltswciler, der Vater des Pietismus (ch 5. Februar 1705 zu Berlin). 1633: Erstürmung von Kempten durch die Kaiserlichen. 1505: * Jonchini II. Hektar Kurfürst von Brandenburg (ch 3. Januar 1571). 888i ch Kaiser Karl III. der Dicke zu Neidingen.

Knauo-Feier. Zur nachträglichen Feier seines 70. Ge­burtstages nahm Professor Ludwig Knaus, unser in Berlin wohnender berühmter Landsmann, gestern Vormittag in der dortigen Akademie der Künste die Huldigung der Künstlcrschaft entgegen, wozu viele Ehrengäste, auch aus iveiter Ferne, erschienen waren. Ferner wohnten der Feier bei der Kultusminister, der Prorektor der Universität, der Rektor der technischen Hochschule und viele andere offizielle Persönlichkeiten. Der Präsident der Akademie, Geh.-Nath Ende, begrüßte Professor Knaus, der mit feiner Familie erschienen war; weitere Ansprachen hielten Professor v. Werner, sowie Ver­treter ailswärtiger und deutscher Körperschaften. Nachdem Professor Knaus gedankt hatte, brachte Geh. Rath Ende ein Hoch auf den Gefeierten aus. Nach Beendigiiiig des Festaktes wurde die KnanS-Ausstellung eröffnet.

Die WalI»alta-Mavlle»l»äUe haben sich in den beide» letzten Jabren einen hervorragenden Platz unter den karnevalistischen Veranstaltungen Wiesbadens erobert. Erfreulicher Weise hat der Erste" der Walhallabällc mit keinerlei Vorurthcil zu kämpfen, er wird im Gegeutheil mehr und mehr als der berufene Eröffner des hiesigen Karnevals angesehen. Der Ball findet heute Samstag Abend von 9 Uhr ab in den Theatersälen statt; die Nachfrage nach Billets ist eine ungewöhnlich starke. Dominos und karnevalistische Kopfbedeckungen sind a»i Eingang zu haben. Im Hanptrestaurant ist von 8Uhr ab karnevalistisches Münch-Konzert bei 20Pf. Eintritt und Bier. Die Vorstellung fällt selbstverständlich andiesemAbend aus.

ZinsfustermiWgmrg. DerVorschuß-Verein E. G." sowohl als derAllgemeine Vorschuß- und Sparkasscn-Verein E. G." haben mit Rücksicht auf die Herabsetzung des Reichsbankdiskonts von 7 auf 6 pCt. den Zinsfuß für Vorschüsse, den Wechseldiskont und die Sollzinsen für Kreditnehmer im Eonto-Corrent-Verkehr von 7 auf 6 pCt. herabgesetzt. Näheres ergiebt der Jnseratentheil desTagblatt".

Handelsregister. In das Firmenregister ist bei der FirmaWilh. Heinr. Birk" vermerkt worden, daß das Handels­geschäft durch Vertrag auf de» Kaufmanii Emil Kark Birk über« gegangen ist, der dasselbe unter unveränderter Firma fortsetzt. Die Firma ist nunmehr mit deni Bemerken neu eingetragen worden, daß der Inhaber derselben der Kaufmann Emil Karl Birk von Wiesbaden ist.

Kleine Uotizen. Von dem Kaiserlichen Legationsrath Herrn M. Rücker-Jenisch sind.im Andenken an seine ver­storbene Großmutter, der Frau Gräfin d'Jtajubü, ans deren Nach­laß znm Besten der hiesigen Armen 1000 Mk. geschenkt worden. Heute Vormittag 11 Uhr wird bei dem Acciscamt eine konfiS- cirte frisch geschlachtete Gans öffentlich gegen Baarzahlung ver­steigert. Die voll uns vor mehreren Wochen schon erwähnte B ä l l f e st l i ch k e i t bei dem Herrn Regierungspräsidenten Dr. Mentzel am Donnerstag Abend war von über 260 Personen besucht. Bei dem zu Ehren von Kaisers Geburtstag ary 27. Januar stattfindendcn Festessen im Kurhaus wird Herl Landgcrichtspräsident Stumpff die Festrede halten.

* Ans der Umgebung. In Langenschwalbach beab­sichtigt der Fiskus ein neues Moorbadehans zu erbauen. Für das Weiteraufblühen LangenschwalbachS als Badeort ist dieser Plan von unberechenbarer Bedeutung. In Flörsheim a. M. feiern an» 2. Februar d. I. Herr Martin Bengel und seine Ehefrau daS