iksbsdkmr
#8. Jahrgang.
Erscheint in zwei Ausgabe». — Bezngs-PreiS: durch den Verlag S« Pfg. monatlich, durch die Post 1 Mk. «« Pfg. vierteljährlich für beide Ausgaben zusammen.
Verlag: Langgasse 27.
Abonnenten.
Anzeigen-PrelSr Die einspaltige
15 Pfg., s"
Reclainen ... —-- -
für Auswärts 75 Pfg.
für die Abend-Ausgabe bis 11 Uhr Vormittags, für die Morgen-Ausgabe bis 3 Uhr Nachmittags. — Für die Aufnahme später emgercichter Anzeigen zur nächsterschcinenden Ausg abe wird keine Gewähr übernommen, jedoch nach Möglichkeit Sorge getragen.
U0. 19 . Fernsprecher No. 52. Freitag, de« 12 . IttttlMV. Fernsprecher No. 52. 10 ^ 0 .
Abend»Ausgabe.
Deutsches Deich.
Aus dem Abgeordnetenhause.
L. Kerl in, 11. Januar.
Die Staatsregicrung wird sich wohl gründlichst darüber klar sein, dag sie heute im Abgeordnetenhause eine Niederlage erlitten hat, eine so vollständige, wie sie dem verfehlten Vorgehen gegen die widerspenstigen Verwaltungsbeamten gebührte. Es war selbstverständlich, daß die konservativen Redner in der Jnterpellationsdebatte einen weit schärferen Ton als die liberalen anschlugen, aber in allem Wesentlichen zeigte das Hans eine seltene Uebereinstimmung. Die Unvereinbarkeit der Zurdispositionstellungen mit dem Geiste der Verfassung, wenn auch vielleicht nicht mit dem Buchstaben, wurde von den Abgg. Krause, Rickert und Richter, sodann von dem Centrumsredner Fritzen genau ebenso wie von den Herren von der Rechten betont, und weder die Ausführungen des Fürsten Hohenlohe, noch die ergänzenden Vertheidigungsreden der Minister Schönstedt und v. Miguel konnten den Eindruck abschmächen, daß jene Maßregel nicht nur in entschiedenem Widerspruch mit dem öffentlichen Rechtsbewußtsein gestanden, sondern ihren Zweck auch in sachlicher Beziehung vollständig verfehlt hat. Denn der konservative Widerstand gegen die Kanalpolitik ist dadurch nicht im Geringsten gebrochen, vielleicht sogar noch verstärkt worden. Wer nun eigentlich für die verfehlte Maßregel verantwortlich zu machen ist, das hat die Debatte, Dank der beabsichtigten Unklarheit in den Ministerreden, im bisherigen Dunkel gelassen. Man weiß, daß es da zwei verschiedene Lesarten giebt. Nach der einen sollte Herr v. Miguel die Maßregelungen vorgeschlagen haben, um mit ihnen den Groll zu beschwören, der seine Befriedigung in einer entschiedenen Auflösungs- Aktion finden wollte; nach der zweiten Lesart tragen die Minister ohne besondere Unterscheidung die Verantwortlichkeit nicht bloß für die Maßregel selbst, sondern auch für ihre Anregung. Einige Versuche aus dem Hause, Herrn v. Miguel über diese interessanle Vorgeschichte zum Sprechen zu bringen, schlugen an der Gewandtheit des Herrn Vicepräsidcnten des Staatsministeriums fehl, aber diese Gewandtheit hatte doch ein wenig die Farbe der Verlegenheit, und es war schließlich nur dem Takte des Hauses in allen seinen Parteien zu danken, wenn die Herren Minister (nicht bloß Herr v. Miguel) davor bewahrt blieben, unbequeme Fragen in dieser Hinsicht beantworten zu müssen. Sie hätten es ja nicht zu thun brauchen, aber es wird ihnen ganz recht gewesen sein, daß schonend über eine Affaire hinweggegangen wurde, deren Aufdeckung erneut bewiesen hätte, wie gekünstelt die scheinbare Harmonie im Staats- ministerium aussieht. Es ist natürlich, daß eine Debatte, die einer so tief einschneidenden Frage gilt, Erscheinungen mit sich bringen muß, bei denen man manchmal den Eindruck eines sonderbaren Rollcntausches hat. Die Konser-
(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Schöne Frauen.
(Eigener Aufsatz für das „Wiesbadener Tagblatt".)
Von Richard Wnlckow.
Was Goethe in seiner naiv-realen Art Faust von Grethchen sagen läßt, deren Liebreiz ihn im Augenblick ganz gefangen genommen hat, das läßt Schiller in seiner hochpathetischen Weise den Don Cesar von Beatrice sagen:
„Nicht ihres Lächelns holder Zauber war's,
Die Reize nicht, die auf der Wange schweben.
Selbst nicht der Glanz der göttlichen Gestalt —
Es war ihr tiefstes und geheimstes Leben,
Was mich ergriff mit heiligster Gewalt;
Wie Zauberkräfte unbegreiflich weben —
Die Seelen schienen ohne Worteslaut Sich ohne Mittel geistig zu berühren . . .
Der Dichter weist hier mit seinem flammenden Wort auf lenes innere Leben hin, das sich in Erscheinung, Geberde und Wort kundgiebt und uns unwiderstehlich in seinen Zauberkreis hineinzieht; dieses innere Leben aber, das sich ausprägt in der Erscheinung, ist nicht zu denken ohne innere Wärme, Herzensgüte, Milde und Harmonie mit sich selbst. Diese durch Güte gekrönte Schönheit der Frau stellt die höchste Blüthe der Gottesgeschöpfe dar, eine Verbindung, für welche die Griechen das bezeichnende Wort Kalokagathie (Schönheit und Güte) hatten. Der deutschen Sprache fehlt ein entsprechendes Wort, der Begriff ist uns aber völlig geläufig, wenn auch die Wirklichkeit uns nur selten dieses Schönheitsideal hinstellt.
Vollkommene Frauenschönheit scheut jede leidenschaftliche Aufwallung und Erregung, besonders die des ausbrechenden Zornes oderHasses, nicht als ob die Seele dieser Empfindungen nicht fähig wäre, oder kühle, vorsichtige Berechnung den Durchbruch derselben nicht zuließe, sondern weil ein der Schönheit eigener Instinkt die aufquellende Leidenschaft dämpft und sie der
vativen als entrüstete Wächter der Verfassung und aller durch sie verbrieften Volksrechte, das ist ein so seltener Anblick, daß man sich doppelt über ihn zu freuen hat, wie denn überhaupt Jedermann, den cs angeht, er mag stehen, wo er will, aus der Stellungnahme des gesammten Abgeordnetenhauses mit Nutzen lernen kann, daß die Oeffentlichkcit in keinem Punkt so empfindlich ist wie in Rechtsfragen.
Herr v. Rheinbaben.
Ein gutes Wort sprach gestern Herr v. Rheinbaben im Herrenhaus bei der Vorlegung des Gesetzentwurfs, betreffend die Zwangserziehnng verwahrloster Kinder. An den Harm- losen-Prozeß anknüpfend, meinte der Minister, er könne nicht verhehlen, daß jener Prozeß die Nothwendigkeit der Zwangserziehung für junge Leute selbst ans besseren Ständen gezeigt habe. Wenn diese scharfe Kritik Seitens des neuen Ministers des Innern auf die aristokratische Lebewelt ver- muthlich nur wenig Eindruck machen wird (denn diese Herrchen fragen ja nicht einmal nach kaiserlichen Ermahnungen zu Sparsamkeit und Einfachheit), so beweist sie wenigstens, daß der Minister ein lebhaftes Gefühl für seine moralischen Pflichten hat, und man kann sich seines Ans- sprnchs aufrichtig freuen.
* * * *
* Hof- und Personal-Part,richte». Der Kaiser ist gestern Früh um 8 Uhr in Kiel ciugetroffcn. Er begab sich sofort nach dem Königlichen Schloß, woselbst er die Prinzessin Heinrich beglückwünschte. Später stattete der Kaiser dem Professor Esmarch einen Besuch ab. um 11V» Uhr kehrte er zum Schloß zurück und fuhr darauf in Begleitung des Admirals v. Köster zur Besichtigung der kaiserlichen Werft.
* Kungenhettstiiltefragx. Im Reichskanzlerpalais in Berlin fand am Mittwoch die Generalversammlung des unter dem Protektorat der Kaiserin stehenden deutschen Centralcomitös zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke statt. Der Reichs- kanzlcr'cröffnete die Versammlung, der als einzige Dame die Prinzessin zu Hohenlohe beiwohnte, indem er bedauerte, die Protektorin nicht begrüßen zu können, und zugleich seinen Dank aussprach für das Interesse, das die Herrscherin stets den segensreichen Bestrebungen des Vereins zugewandt habe. Darauf trat er den Vorsitz an den Staatssekretär Grafen Posadowsky ab. Der Generalsekretär Hi. Pannwitz erstattete den Geschäftsbericht, in dem er ausführte, den Mittelpunkt der Thätigkcit des Centralcomitös bildete im letzten Jahr die Organisation und Durchführung des Kongresses zur Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit. Es ständen zur Aufnahme Lungenkranker der minderbemittelten und unbemittelten Bevölkerung 33 Volksheilstätten bereit. Mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts sei cs möglich, 20,000 Heil- bedürstige den Heilstätten zuzuführcn. Der Herzog von Ratibor berichtet' über den Kongreß. Deutschland stehe auch nach dem Urtheil des Auslandes an der Spitze der Bewegung und müsse au dieser Stelle bleiben. Der Herzog hebt hervor, daß der Kaiser versprach, als ihm der Bericht über den Kongreß überreicht wurde, man dürfe fort und fort auf seine Unterstützung der Bestrebungen rechnen.
* Aus Kamerun. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, ist nach einem Telegramm des Gouverneurs von Kamerun der Kaufmann Conrau in Bangland von Eingeborenen ermordet worden. Nähere Nachrichten fehlen noch. Es ist anzunchmen, daß die Ermordung mit den Vorgängen in Verbindung steht, die im Rio del Rey-Gebict zum Tode des Leutnants Queis geführt haben. Conrau war vom Gouverneur damit betraut worden, der abgeschnittenen Expedition Queis zu Hülfe zu eilen.
Disziplin der Seele unterwirft. Es ist, als ob die sorgsame Natur die Schönheit ihrer bevorzugten Lieblinge vor jeder Entstellung und Verzerrung ihres vollkommenen Bildes schützen wollte. Daß der ausbrechende Zorn, die auflodernde Eifersucht „die Züge des herrlichen Weibes verschönt", ist zwar in Romanen eine anscheinend unentbehrliche Wendung, sie steht aber für den sorgfältigen Mcnschenbeobachtcr mit der Wirklichkeit im Widerspruch. Und wenn wirklich in erregten Momenten die überschäumende Empfindung die gewohnte Ruhe und Harmonie zu durchbrechen droht, so findet sie an dem eben erwähnten Instinkt und besonders an der Gewöhnung und der seelischen Disziplin ihre feste Schranke. Die Gewohnheit einer bestimmten äußeren Form von festem weisen Maße weist dem seelischen Affekte, der sich wie das flüssige Elenient in der Form der Bewegungen ausgestalten will, nur einen beschränkten Grad seiner Stärke zu, über den er nicht hinausgehen darf. Und so wird nach einem treffenden Worte Bruno Meyers „die Schönheit der Bewegung, die wir nach langer, ernster Anstrengung nie zu verletzen uns gewöhnen, ein fester Damm, den wir der Leidenschaft entgegensetzen, diesem verzehrenden Feuer, das unfern Willen und nur zu häufig unser Handeln über das erlaubte Maß hinauszuschreiten drängt." Aus diesem tiefen Bedürfniß, das Gleichmaß der Seele ungestört zu erhallen und sich vor leidenschaftlichen Erregungen zu bewahren, werden die schönen Frauen kaum jemals die Neigung verspüren, sich thätig am öffentlichen und politischen Leben zu betheiligen; sie wissen sehr wohl, daß es dort ohne Dis- harmonieen, Widerspruch und Heftigkeit nicht abgeht, und scheuen die Gelegenheit, ihr seelisches Gleichmaß in Frage gestellt zu sehen. Und so werden sie aus Bildnngsbedürfniß sich zwar um Staat und Politik kümmern und klare Anschauungen über die verschiedenen politischen Strömungen und Strebungen zu gewinnen suchen; auf eine thätige Rolle im öffentlichen Leben aber werden sie gern verzichten. In
Deutscher Reichstag.
G Kerstin, 11. Januar.
Zunächst wird eine Rcchnungsvorlage dcbattelos erledigt und sodann in der Bcrathung des Etats des Rcichsamts des Innern, Titel Staatssekretär, fortgesahrcn. Abg. Sachse (Soc.) bemängelt die mangelhafte Gewerbeaussicht namentlich im Bergbau und hält eine Kontrolle der Schiffsvorschriften für erforderlich. Zur Verdeckung von Uebertretunaen kämen Nrkunden-Fälschnngen vor. die keineswegs so hart bestraft würden, wie gestern der Staatssekretär behauptet habe. — Abgeordneter Hilbeck (nat.-lib.) erwidert dem Vorredner,, daß sich die schweren Unfälle im Bergbau - Betriebe thatsächlich stark verringert hätten. — Geheimrath Fürst bestreitet, daß die Aufsicht im Bergbau ungenügend sei. Die Zahl der Aufstchtsbeamtcn sei auch in Preußen sehr vermehrt worden. Ucbrigcns habe der Minister erst neuerdings wieder nngeordnet, daß die Auffichtsbeamtcn möglichst oft unangemeldet erscheinen, aber in allen Fällen sei das nicht durch- znführen. Zudem werde erwogen, ob nicht mit einer Theilnahme auch der Arbeiter an der Aufsicht weitere Versuche zu machen seien.
— Abg. Molkenbuhr (Soc.) bemängelt die Ausführung des See-Unfallverstchcrungsgesetzes, speziell des 8 6, betr. die Feststellung des Durchschnittslohns. — Ministerialdirektor Woedtke erklärt, er könne der See-Berufsgcnossenschaft nur ein gute» Zeuguiß ansstcllcn. Dieselbe thuc cm Rahmen des Gesetzes, Waste nur könne, um ihre schwere Aufgabe zu lösen. — v. Fischer (sächsischer Bevollmächtigter) tritt den Angaben des Abgeordneten Sachse über die Zustände im sächsischen Bergbau entgegen. — Abg. Schräder (freis. Ver.) wünscht, daß noch in dieser Session ein Reichs-Wohnunasgcsetz vorgelegt werde. — Abg.O ertel (kons.) beklagt die ungenügende Ausführung des Börscngesctzcs. — Ministerial-Direktor Schröder entgegnet, er glaube, daß er bei der dritten Lesung des Etats nähere Auskunft über die vom Vorredner angeführten Mißstäude geben könne. — Abg. R ören (Centr.) verlangt Abbülfe des Nebels der Reklame, Ausverkäufe, Auktionen ic.
— Staatssekretär Posadowsky meint, hier handle cs sich um eine schwierige Frage, denn es würde eventuell zu erwägen sein, ob nicht das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb abzuwarten sei. Das Beste aber würde sein, wenn das Pnblikum sich von den zweifelhaften Ausverkäufen fern hielt. — Abg. Pachnicke (freis. Ver.) stimmt dieser Auffassung bei. — Abg. Rosenow (Soc.) verbreitet sich über den zunehmenden Umfang der Arbeit von Kindern und Arbeiterinnen. — Abg. Hoch (Soc.) spricht über die Gewerbe-AufsichtSgcrichte und über die zahlreichen Byuunfälle. — Staatssekretär Posadowsky verspricht, sich hierüber mit den verbündeten Regierungen in Verbindung zu setzen, um eine einheitliche Gestaltung der Gerichte herbcizuführen. Wegen der Gewcrbeaiifsicht im Baugewerbe habe er ein Rundschreiben erlassen, welches sehr erfolgreich gewirkt habe. — Abg. Sachse (Soc.) kommt nochmals aus die mangelhafte Aufsicht im Bergbau zurück und geht dann auf die Aeußerungen des Abg. Hilbeck und des Geheimrath Fürst ein. Hierbei hatte der Redner
u. A. die Unfallziffern mit den Verwundungsziffern in dem „ruchlosen Krieg von 1870" verglichen. Als der »ationalliberale Abg.
v. Hilbeck feine Entrüstung hierüber äußert, bemerkt der Präsident Graf Ballcstrem, er hätte diese Aeuberuug gerügt, wenn der Abg. Sachse gejagt hätte, daß dieser Krieg von unserer Seite ruchlos war. (Große Heiterkeit.) — Der Titel Staatssekretär und einige weitere Titel werden genehmigt. Morgen, 1 Uhr, JnvaliditätS- Persicherungsgesetz und Weitcrberathung deS Etats.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
fpcrliu, 11. Januar.
Vor dem dichtbesetzten Abgeordnetenhause begründete heute Abg. v. Köllcr die Interpellation der Konservativen wegen der Beamtenmaßregelung. Redner machte dem Reichskanzler das Zugcständniß, daß die Drohung mit den Handelsverträgen nicht so ernst gemeint gewesen sei. Der Minister des Innern hatte
jedem Fall dürfte die Zahl der schönen Frauen mit ernsten politischen Aspirationen eine recht kleine sein und bleiben.
Schöne Frauen sind stets ein Gegenstand der Verehrung für die Männerwelt gewesen, ihr Einfluß auf das künstlerische und wissenschaftliche Wirken derselben kann nicht hoch genug veranschlagt werden. Sie sind der gegebene Mittelpunkt, um den sich die Verehrer der Frauenschönheit schaaren, sei es, um lediglich Auge und Herz zu erfreuen oder Geist und Phantasie zu künstlerischer und wissenschaftlicher Thätigkeit anzuregen, sei es aus Eroberungslust und Hoffnung auf beglückenden Sieg. Hierbei ist nun die Stellung der Frauen stets eine schwere und oft recht gefährliche gewesen. Die taktvolle und feinfühlige Frau wird freilich mit ihrem klugen Auge und ihrem zarten Empfinden bald die Art der ihr entgegengebrachten Verehrung richtig erkennen und danach ihr Verhalten regeln; sie wird weder am Unrechten Ort durch Kühle und übergroß- Rückhaltung verletzen, noch durch allzu warmes Entgegenkommen Hoffnungen erregen, deren Erfüllung ihr fernliegt. Aber nicht alle schönen Frauen sind so zartfühlend und gewissenhaft, es giebt deren auch launische, unbeständige und gewissenlose. Und deshalb muß auf jene gefahrvolle Klippe, an der so manche schöne Frau moralischen Schiffbruch gelitten hat. ans jenes frivole Spiel mit dem Empfinden des Mannes hingewiesen werden, das wir mit dem sehr dehnbaren Worte Koketterie zu bezeichnen pflegen. Ein freundliches und offenes Entgegenkommen gegen die Freunde, unbefangener Gedankenaustausch mit ihnen und Antheilnahme mit ihrem Leben und ihrem Streben hat mit Koketterie nichts zu thun, und wer diese harmlosen Aeußerungen einer liebenswürdigen Frauennatnr, der eine gewisse Wärme und Herzlichkeit ein inneres Bedürfniß ist, mit Koketterie in Verbindung bringen wollte, der beweist damit nur, daß er nicht werth ist, dem Kreise einer solchen herzerfreuendcn Persönlichkeit anzugchören. Daß sich die Frau ihrer liebenswerthen Eigenschaften bewußt ist und in
