febathw Taglilck
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Fernsprecher W». 52.
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IWorBew^AMisgab®.
Da» Urlheit im Komplottprozeß.
Unser Pariser ^-Korrespondent schreibt unterm 4. d. Mts.- Rack zweimonatlichen anstreugendeu und umständlichen Verhandlungen mit vielen stürmischen, aufregenden und thcflwelse auch -rkciterndeii Zwischenfällcn hat der Senat endlich heute, am letzten Daae vor dem Erlöschen des Gesetzgebnngsmandats seiner nn dre,- läbriaen Turnus ausscheidenden Mitglieder, den Prozeh gegen DöröuMe, Buffet und Genossen wegen Komplotts und Attentats ^acn die Sicherheit des Staates zu Ende gebracht. Gegen einige der fünfzehn Angeklagten ließ der Generalprokurator bereits im Lanse der Verhandlung die Anlage fallen: einiae andere sind vom Gerichtsbof selbst ebenfalls freigesprochen worden; wieder ettiiqen kam zu Statten, dah nicht die absolute Mehrheit des Richtcrkollcgiums die Schuldfrage bejahte, und sre geben ebenfalls straffrei aus. Ein Schuldig ist nur ,n Bezug auf 8ie drei Führer der Bewegung: den Vertrauensmann des Tyron- beanspruchers Wilipp von Orleans, Herrn Buffet, den weiter der Vatriotenliga Döroulöde und den antisemitischen Agitator Gusrin, aiisgesprochen worden, und auch ihnen hat der Senat mildernde U nstande zugebilliqt,sodab ihre Strafe - hinter welcher außerdem d e baldige erlösende Weltausstellui>gs-Am»cstiew„>kt-kerne allzuharte sein wird So hat denn die lange Untersuchung und Verhandlung, rein juristisch betrachtet, einen thcils negativen, theils ziemlich mageren Erfolg gehabt. Vom politischen Gesichtspunkte aus a„- 7esä>cn sind aber die Ergebnisse des Proze ses höchst bedeutsame Zunächst haben schon die veröffentlichten Untersuchungsakteil und Ke Anklageschrift nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß wirklich Absichten, Pläne und Vereinbarungeirnm Hinblick ans c?ne gewaltsame Beseitigung der republikanischen «taatsverfassung, im Hinblick auf eine gemeinsame Slktion, ,n welcher man „in aller Stille soviel republikanische L>chadel als möglich einzuschlagen" gedachte, bestanden haben. Die aristokratische
Fugend die zum „Roi“ hält, wirkte zusammen mit den rcvanchedurstigcn Helden des Plcbiscits und mit den Straßen- demagogen des Antisemitismus, um mit den, Beistand einiger gewissenlosen Generale das Heer zun, Treubruch zu verleiten und einen Ausland herbeiznfiihren. der nur ui erneut Kriege - selbst-
verstäMich im Rachekrieg gegen Deutschland - seine vor aufige
Lösung gefunden hätte. DasZst aktenmaßig sestgestellt worden Wer in diesem Komplott, das den bekam,teil, durch gcdnugene Miethlinqe vollbrachten Krawallen und ,» der Aufstellung der Be- Mitenlistcn des künftigen Regimes bereits einen Anfang derAusfnhr,mg nhalten hatte, bewußter Verschwörer und wer nur blindes, nutz- irauchtes Werkzeug war, das konnte nur durch die öffentliche Vertändlung sestgestellt werden -, daher die Frcl,prech>lngel>, d,e an der Thatsache, daß daS Komplott wirklich extstirt hat, nichts andern und durch deuUmstand ausgeglichen werden, daß man aus Gründen der Staatsklnghcit eine Anzahl verdächtiger Offiziere gegen die sehr gewichtiges Material vorlag, in den Prozeß nicht e>nbezoge>i bat Die Regierung, welche nut ihren Verhaftungen und Beschlagnahmen den Prozeß eingeleitet hat, erscheint also nach den Eraebnissen desselben in sehr vortheilhaftem Licht: fie hat nicht nur die innere Ordnung „und Gesetzlichkeit gegen einen ikruvellosen Bund zusammengewürfelter Abenteurer vcrtheldigt, sondern auch den indirekt bedrohten Weltfrieden. Daß Herr Mölme und seine Anhänger noch heute mit den Verschwörern gemeinsame Sache mache», ihnen als „Märtyrern" ihre Huldigungen darbringen und die Regierung wegen ihrer „Verfolgung der besten Maiiuer in den Koth ziehen, spricht wenig zu Gunsten ihrer Ausilchtigkeit öder ihres Scharfblicks. Aber freslich: die Regierung genießt du Unterstützniig der gemäßigten Fraktion der Locialdemokratie. Wenn dies ein unverzeihliches Verbrechen ist, was sagt Herr Nioluie dazu, daß gemeinsam mit ihm, mit Rochefort, mit Drumont, Arthur Meyer und den Wortführern des „Königs" auch die revolutionären Socialisten k la Guesde und Lafargnc die „Komodie des Staatsgerichtshofs" z um Ziel ihrer Angriffe macheu i _
Da» Iohr 1899.
Afrika
bildete während de? neunzehnten Jahrhiuiderts den Gegenstand eines kolonialen Wettbewerbs der europäischen Machte, an dem sich in erster Linie England und Frankreich, später auch Italien und Deutschland, endlich auch Belgien betheillgten, we ck, letzterem von den Großmächten der durch internationale Abmachung geschaffene unabhängige Congostaat überwiesen wurde. Die Auftheilung des dunklen Erdthcils unter die Mächte Europas darf heute als vollendete Thatsache betrachtet werden denn mit Ausnahme Abessynlens und Marokkos hat kein einziger Araber- oder Negerstaat seine volle Unabhängigkeit bewahren können. , . . „ . .
Egypten befindet sich heute fester denn je m den Banden der englischen Bevormundung. England hat schlauer Weise die für die untcr englischer Flagge ausgcfnhrte. Wiednerob-rung des Sudans nöthigen Mittel vorgestreckt und am 20. Banmn mit EaNvten einen die Verwaltung des Sudans regelnden Vertrag ab- geschlossc» durch de» ». A. General Lord Kltchener, der Besieger des Chalifen, Generalqouveruenr der wiedergewoiincucn Provinz wurde Der in, Vorjahre von Kitchencr geschlagene Chalis sammelte im Laufe des Sommers seine zersprengten Anhänger m Kordofan wieder und brach im Herbst in das verlorene Reich ein. Er wurde indeß am 24. November von den Engländern unter Oberst Wingate bei Gedif am Weißen Nil geschlagen und jtel rn der Schlacht. - Abcfsynicn war zu Beginn des Jahre« der Schauplatz eines Bürgerkrieges zwischen den lUiterkoiligen Mangaicha und Makonnen, der am 26 Januar durch emen aus Drängen des Negns- Mcnclik geschlosenen Frieden beendet wurde - Blutige Kämpfe spielten sich auch m ^nnerafrila ab. ^n Wada i war a», 27. Januar der Sultan Nupe gestorben, und sein erster Minister Gurma hatte seine Sohne todten lasseir und den Thronanwärter Abu Said herbeigerufen, der denn ^"ch der Nachfolger Nupes wurde. Der schon mehrfach genannte Erobere, Rabat, hatte im März das Sultanat B a g i r n i mit Krieg überzogen, worauf dieses Hülfe bei den Franzose» suchte und sich dadurch m ern Ab- hängigkeitsverhältniß zu Frankreich brachte — Die Neger-Republik Liberia am Meerbusen von Guinea steht vor dem siiianzleUen Zusammenbruch, der sie sicher in absehbarer Zeit rn die Arme einer Grobmacht treiben wird. In Kamerun hatten die deutschen Kolonialtruppen mehrfach erfolgreiche Kampfe ""t Elngeborenen- stämmen zu bestehen, so tut Januar und Oktober, die durch ihren glücklichen Verlauf zu Festigung der deutschen Herrschaft beitrugen.
Sam stag, den 6. Iannar.
Auch im Congostaate waren den Belgiern unruhige Tage bc- schieden. Im Januar erlitten die Congoftaattriippen durch aufrührerische Stamme schivere Niederlagen bei Kabembatt, und Manyema, und erst im Februar gelang es dem Baron Dhains,
Fernsprecher No
1900.
die Aufrührer durch Siege bei Äenga und Kabcmbara »lederzuwerfen. In Uganda hatten die Engländer einen gefährlichen Aufstand zu bestehen; anfangs April gelang es ihnen ledoch, den Fuhrer der
Aufruhrer, Kabarenga,
fangen^ su ne >nen.^^ ^ ^ im Kampfe gegen den ©Kalifen
Maren jedoch die Engländer in Südafrika, wo der jahrelang -um Brunnen gegaiigcue Krug endlich brach. Die aus den Vorjahren genügend bekannten Streitfragen, betreffend die englische Oberhoheit u,,d die politischen Rechte der im TranSvaalsreistaate ansässigen Ausländer, spitzten sich umso mehr zu, als cincsthcils die Buren von der ihnen vertragsmäßig zngcstandeneil inneren Unabhängigkeit nichts aufqcbe» wollten, andererseits die englische Begehrlichkeit an die cn Punkten immer wieder einsctzte, um den goldreichen a-eistaat in ihre Gewalt zu bekommen. Diese unansaleichbaren Gegensätze traten auf einer am 3. und 4. Ma> zu Blocmfontein abgehaltenen Zusammenkunft des Gouverneurs der Kapkolonie, Sir Alfred Miluer, und des Präsidenten Krüger so scharf zu Tage, daß die Konferenz ohne Ergebniß verlief. Trotzdem England bisher bei jedem Zngeständiiiß Transvaals mit neuen Forderungen hcrvorgetreten war, gab die L-ndafrikanische Republik liberzeilgende Beweise ihrer Friedfertigkeit dadurch, daß fie sich am 1l J»m freiwillig zu Zugeständnissen entschloß und der Vvlksraad von Transvaal am 6. Juli ein Gesetz annahm, durch welches das Wahlrecht alle» seit 1890 im Freistaate ansässigen Ausländern von vornherein und allen Ausländern nach sieben,ahrigm, Aufenthalt von 1898 an rückwirkend, verliehen werden sollte. Wie bisher stets antwortete England auf diese Nachgiebigkeit Transvaals mit neuen Forderungen; Gouverneur Miluer verlangte unnmehrdie Einsetzmig einer gemischten Untersuchungskommission zur Feststellung der Beschwerden der Ausländer, eine Forderung, die von Transvaal am 9 Anglist als Einmischung in die inneren Verhältnisse abgelehnt wurde. Während die Engländer fortgesetzt Truppen ans Indien und England »ach Natal sandten, ginge» die Unterhandlungen weiter, und Chamberlain, der englische Kolonialiniiiistcr, glaubte am 10 September die Bnrcnregierung so mürbe gemacht zu haben, daß er ihr in einem Ultimatum die ganze Btnthenlese der Forderungen Englands unterbreite» konnte, unter dciw» nur Die Gewährung des Wahlrechts an die Ausländer nach S Jahren und die Einführung der englischen Sprache neben der hollandischtti als Parlamentssprache erwähnt seien. Nunmehr war aber der Buren Geduld erschöpft, sie lehnten am 14. September die englischen Forderungen rundweg ab und brachen Dte Unterhandlungen ab, ber Krieg war unvermeidlich geworden. Die Buren des Orame- Freistaatcs faßten trotz der an sic verlorenen englischen Liebesmühe am 27. September den Beschluß, gemeinsam mit den Transvaalburen gegen die englische Vergewaltigung anzukampfe».. Am 10. Oktober endlich forderte Transvaal die britische Regierung auf, ^ihre Rüstungen und Truppenansammlungci, an den Grenzen der «»d- afrikaiiischen Republik einzustellen. und als, wie erwartet, England dieses Ultimatum binnen 24 Stunden nicht-beantwortete, begann am 11. Oktober Mittags 12 Uhr der Kriegsznstand. Es zeigte sich bald, daß die Buren sich sorgfältig und umfassend auf den seit Langem in der Luft schwebenden Krieg vorbereitet hatten, wahrend die Engländer außer der Aufstellniig von etwa 2o,000 Manu in Natal mit ihren Maßnahme» noch arg im Rückstand waren. Während das englische Parlament die Mittel znm Kriege be willigte, ein englisches Armee-Corvs mobil gemacht und nach Sud afrika verschickt wurde, rückten die Buren unter General Joubert in Statal im Osten, unter General Cronje m Rhodesia im Weste» ein. wo sie die Städte Kimbcrley und Mafcking belagerten,
Natal hatten die Engländer unter de» Generalen Mute und Symons ein festes Lager bei Glencoe bezogen, gegen das du Buren zunächst anstürmten. Während die Engländer die Welt mit übertriebenen und erlogenen Siegesmeldungen überschwemmten, vollzog General Joubert, dessen überlegener Strategie die Briten nicht aewachsen waren, eine meistcrhaste Umgehung der Engländer, deren Hauptmacht am 21. Oktober bei Elandslaagte von einer kleinen Burenabtheilung festgehaltcn und abgclcnkt wurde, und es gelang ihm. die Engländer derart zu umklammern, daß sie au, 30. Oktober das Lager von Glcncoe, wo Gcneral Symons fiel, und die Stellnug bei Dundee untcr sür sie sehr verlustreichen Kämpfen aufgeben »ud sich nach der festen Stadt Ladysmith retten mußte», woselbst General White mit dem Rest des englischen Heeres seitdem cingeschlossen blieb. Den November füllten die Belagerung der drei von den Buren eingeschlosseneu Plätze und kleinere Scharnuitzel aus; die unterdeß in Südafrika eingetroffencn englischen Verstärkungen wurden zu Entsatzarmecn für Kimberley und Ladysmith bestimmt. erster- geführt vom General Lord Methuen. letztere vom Oberbefehlshaber General Buller in Person. Zwar meldete Lord Methuen nacheinander in den letzten Novembertagen drei Siege auf seine», Vormarsche: bei Belmont, Gras Pa» und am Moddcrstussc. Dort aber wurde seiner erlogenen Siegeslaufbahn ein Ziel gesetzt: beim Versuche, den Uebergang über den Modderfluß zu erzwingen, wurde er am 6 Dezember uuter schweren Verluste» ziiruckgcichlagcu. Den unterdessen in den Norden der Kapkolonie eingedrnngencn Oran;c- bnren hatte sich inzwischen General Gatacre mit drei Brigaden cntgegengcstellt; er wagte am 9. Dezember einen dreifachen Angriff auf die Burenstellungeil bei Stormbcrg, Arundel und Dordrecht, aber alle drei Abtheilungcn wurden nnt blutige» Köpfen hcim- geschickt. Auch Lord Methuen, der am 11. Dezember bei Magers- fontein einen verzweifelten Angriff wagte, erlitt durch Crouf- eine vernichtende Niederlage, sodaß er feinen Vormarsch zum Entsätze Kimberleys aufgebe» und hinter den Oraniefluß zuruckgchen mußte woselbst er jetzt von den Buren ringsum emgefchlossen ist. Nicht besser erging es dem General Buller, als er am 15. Dezember mit seiner gesammten Macht bei Colensoe den Uebergang über den ihn von Ladysmith trennenden Tugelafluß erzwingen wollte Diese fortgesetzten Niederlagen der Engländer hatten den Abfall fast der gesammten holländischen Bevölkerung Natals und des Äapiandcs zur Folge, die sich untcr die Fahnen der Buren begab. Somit begann in Südafrika das neue Jahrhundert für England unter den trübsten, für die wackern Buren unter den günstigsten Aussichten.
Australien,
dessen Löwenanthcil sich bereits im achtzehnten Jahrhundert die Engländer gesichert hatten, wurde im uennzehnte» Jahrhundert gänzlich unter die Kolonialmächte aufgecheilt ,...
Der schon seit Jahren nnqcstreble Staatenbund der eiiglischcn Kronländer Neuhollands ist noch immer nicht zur Thatsache geworden, trotzdem er in einer am 1. Februar zu Melbourne sanimcngetretencii Konferenz der Ministerpräsidenten abermals
schlossen wurde. Von allen australischen Gebieten machten m. Je.»' 1899 die Samoainscln an, meisten von sich reden. Schon der Januar brachte Kämpfe unter den Eingeborenen, als Tanu, der Sohn de8 verstorbenen Königs Malietoa, von dem amerikanischen Oberrichter Chambers widerrechtlich als Kbn,^ eingesetzt wurde, während die Dcehrhcit des Volkes den am 10. September aus der Verbannung zurückqekehrten Mataafa zum König wählte und dieser von den Deutschen anerkannt wurde. In die darob entbrennenden heftigen Kämpfe griffen die Engländer und Amerikaner thatig ein, ihre Kriegsschiffe beschossen am 23. Marz die Hauptstadt Apia und zwangen Mataafa zum Ruckzuge, wahrend die Sieger Tanu zum König ansriefen. Die besonnene Haltung Deutschlands nahm diesen Zwischenfällen jede Gefährlichkeit; auf feiueu Vorschlag wurde anfangs April eine dreigliedrige Oberkommission mit der Untersuchung der samoanischen Verhältnisse und Vorschlageu zu ihrer Ordnung betraut; sie begann am 18. Mai, wahrend die feindlichen Parteien Waffenruhe hielten, ihre Arbeit. Anfangs Juli wurden die Eingeborenen entwaffnet; der Obernchter Chambers, der deutsche Generalkonsul Rose wurden abberufen. Die südafrikanische Klemme, in die England gerathen war, beendigte die Sanioawirren in befriedigendster Weise: England, da» die Freundschaft Deutschlands, brauchte trat diesem Mitte Novcniber die Hauptinsel Upolu mit Apia ab, wählend die Amerikaner Tntucla erhielt en. (Schluß folgt.)
An» Stadt und Kund.
Wiesbadcn. 6. Januar.
KD Das Fest der heiligen Dreilrönige ist mit dem Stern
yeidnischen Ursprungs. Der Stern bedeutet das Sonnenrad der Bcrchta, die durch die Sonne das Leben m der Erde weckt.. Diese beginnt sich nun zu heben und den unheimlichen Schleier, mit welchem die Stacht bisher den Erdboden deckte, zu lüften. , DaS Fest der heiligen Berchta hat ungefähr dieselbe Bedmitung w,e das altheidnischc Julfest im Dezember. Die christliche Kirche hat ihm christliche Motive untergeschoben. In den ersten Jahrhunderten wurde auch in vielen Gegenden das Weihnachtsfest den 6. Januar gefeiert, bis der oströmischc Kaiser Justinian seine Feier allgemein auf den 25. Dezember festsetztc. Die Namen der heiligen Drelkonige sind nicht biblisch; denn die heilige Schrift spricht nnr von „Welsen .
Sie sind durch die spätere Legende entstanden. Durch sie find sie nach erbittertem Streit alter Kirchenhistoriker aus Kaspar, Melchior und Balthasar festgesetzt worden. Die Sage baute weiter, erzählt zwar nichts von ihren Königreichen, aber von ihrem zn gleicher Zeit erfolgten Tod und gemeinschaftlichem Begrabniß auf dem Berge Baus", den man wohl auf der Balkanhalbinsel zu suchen hat. Denn von diesem Berge ließ die heilige Helena, die Mutter Konstantin des Großen, ihre Gebeine nach Konstantinopel bringen. Später sind diese Reliquien nach Mailand gelangt, von wo fie -riedlich Barbarossa wegführcn ließ, da er 1162 diese aufrührerische Dtadt mit Zerstörung bestrafte. Er übergab diese heiligen Ueber- rcste der Stadt Köln, und deren Andenken herrlich zu gestalten, lieb er sich die Kirche äußerst angelegen sein. Diese Reliquien, zu denen man nach früherem heiligen Brauch fleißig wallfahrtete, waren die Ursache zur Gründiiug des Kirchcnfonds für den Dombau. der sechs Jahrhunderte in Anspruch genommen hat und nun erst in seiner majestätischen Vollendniig sich der Welt prasentirt, ein Denkmal deutscher Baukunst und Größe.
— Gbrrst Dassel t- Au» Berlin, 5. Januar, berichtet das Wölfische Büreau: Die Leichenfeier für den hier verstorbenen Kommandeur des 80. Regiments, Oberst v. Dassel, fand heute, Vormittags 11 Uhr, mit militärischcu Ehren statt. Nachdem tn der Jnvalidenhauskirche ein Trauergottcsdienst abgehaltcn worden war, wobei Divisionspfarrer GocnS die Trauerrede hielt, setzte sich die Ti'lluerpiN'ade, toeldje bci$ brüte @(irbe=3teßinieitt $u tyitB »teilte unb bie vom Major v. Boddic» kommandirt war, in Bewegung. Der Sarg wurde von Unterofffzieren des dritten Garde-Regiments zu Fuß getragen. Untcr den Klängen des Chorals „Was Gott^ thut, ist wohlgethau" wurde der Sarg, welchem der General der Infanterie v Blomberg, eine Abordnung des Füsilicr-Regrments v. Gersdorff iNo 80) und Abordnungen sämmtlicher Truppenthelle der Berliner Garnison, eine Abordnung des Vereins ehemaliger Kameraden des 3 Garde-Regiments zu Fuß und zahlreiche höhere Offiziere folgten, in die Gruft gesenkt. Hierauf segnete Divlstonspfarrer Goens die Leiche ein und sprach das Gebet. Alsdann wurden drei Ehrensalven von der Abtheilung des 3. Garde-Regiments abgegeben. Ptit einem Schluß-Choral, welchen das Musikcorps spielte, schloß die erhebende Feier. ^ .
Urber den Keginn de« zwanzigsten Iahehnndert« hat sich neuerdings die höchste wissenschaftliche Autorität in Frankreich. das Längenbüreau in Paris, ausgesprochen. Au der Spitze des neuesten Jahrbuches des „Bureau des Longitudes heißt es: Das neunzehnte Jahrhundert wird am 31. Dezember 1900 endigen^ Das zwanzigste Jahrhundert wird am 1. Januar 1901 ^be^innem^
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Daß das genannte, in! Jahre 1795 gegründete gelehrte Institut, m welchem das für alle Länder gültige Normalmetermaß aufbcwahrt wird, sich in stetem Konnex m,t den, dem gleichen Zwecke dienenden Anstalten anderer Länder befindet, mit der Berliner Sten,warte, beut Lonboner Boarb of Longüubi', betit Nauücal Slintanacp Dfftcc in Washington, so dürfte das Axiom keinen Widerspruch finden können.
K) Der Weihnachtsdnum im Gf-n. Wenn die Tage des Wcihnachtsfestes vergangen sind, daun hat auch gewöhnlich der Weihnachtsbaum. seine Rolle auSgespielt, er wird geplündert, seine Zweige werden abgeschlagen, und er wandert schließlich m den Ofen um ein Raub der Flammen zu werden. Die dabei entstehenden knisternden und puffenden Geräusche entspringen kleinen Kohlenwasserstoffexplosionen. Der Kohlenwasserstoff wird von dem Harz geliefert, das in den Nadeln, Zweigen und stammen der tarnen und Fichten, wie bekannt, reichlich voryanden ist. welcher Menge der Kohlenwasserstoff m den Radeln enthalten,ist und in welcher Stärke er aus denselben durch die Einwirkung der Hitze ausströmt, das zeigt sich deutlich, wenn man einen Tanuenzweig der Flamme eines Lichtes nähert. Die Flamme des Lichtes erlischt gewöhnlich, weil fie von dem kräftig ausströmenden Kohlenwasserstoff erdrückt wird. Wenn dccher größere Mengen von Nadelholz verbrgnnt werden, wie es nach den Weihnachtstagen oft der Fall ist. so können hieraus ernste Gefahren entstehen. Namentlich in Oefen »nt starkem Zug verbindet sich‘Der Kohlenwasserstoff des Tanneul,arzes mit dem Sauerstoff der Lust, und die Gase vermögen dann mit solcher Gewalt zu explodiren, daß ihrem Druck die Wände der Oefen nicht gewachsen sind, sondern anseinandec gesprengt und in den Wohnraum gcschleudert werden. Man soll daher beim Verbrennen des Werhiiachtsbanmes immer: nur kleine Mengen des Zweigwerks aus einmal dem Ofen übergeben«
