«8. Jahrgang.
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Fernsprecher No. 52.
Das Jahr 1899.
Schweden und Norwegen
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l^cljrfjeit bildenden gemähigt-liberalen Partei ergaben.
Die Battanhalbinscl
am Schluß des neunzehnten Jahrhunderts enr wesentlich ^ als am Anfang Mit Hut e der europäischen.Groß-
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ySJBXSSm der unruhigen Halbinsel ausnahmsweise recht ruhig "."""""
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die am 19 Aruar gethätigtcn Kamn. erwahl-u, be, denen 112 -~ (Nachdruck verboten.)
Londoner Krief.
(Von unserem eigenen Korrespondenten.)
Die Chokolade der Königin. — Nenn MMomn frei, williger Beiträge. — Sammel-Hunde. — Retlamc-Ggven.
— Das amerikanische Hospitalschiff. Mehr Z knirsche» als Zäh,.-klappern. -
Das Weihnachtsgeschenk der Königin für ihre T r l?p P e u, ein halbes Pfund Chokolade für jeden Manu i» hoffentlich rechtzeitig in deren Hände gelangt. Cs 'st eine eigenartige Gabe, aber eS verräth doch die gute Absicht und mag ja auch sehr zweckmäßig sein. Wir werden gewiß noch genug davon hören, wie auf lau gen ermüdenden Märschen oder während der Hitze des Gefechts gerade dieses Stück Chokolade zahllose zu Tode erschöpfte Soldaten wieder zu Kräften gebracht oder ihnen gar das Leben gerettet hat. Jedes einzelne Geschenk ist in eine besondere, aber einfache Blechbüchse verpackt, die den Empfängern, aber doch auch gerade ihnen, eine besonders werthvolle Erinnerung bleiben mag. Eine hiesige Zeitschrift hat aber angekundigt daß sie für die erste ihr behändigte Buchse dem Soldaten fünf Pfund Sterling bezahlen will, ohne Zweifel m ber guten Absicht die Sammlung solcher Büchsen 311 ctne^ Müdesache M machen und dadurch den 'ursprünglichen Empfängern derselben zu einem substanzielleren Gewinn zu verhelfen. Indessen, könnte das nicht in anderer Form geschehen, al§ indem man den Soldaten der Königin rhr Andenken der
Monarchin abspänstig zu machen sucht? ...... , „
Der zum Besten der Verwundeten und Hinterbliebenen der britischen Truppen gesammelte Fonds hat bereits die Höhe von neun Millionen Mark erreicht. W'e an- erkennenswerth das nun aber auch 'st, so drängen sich dabei doch auch noch einige iveniger erfreuliche Erscheinungenun^ auf. Die eine ist die Sucht, btc alle Welt befallen zu
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entnommenes Ministerium Theotokis gebildet.
Asien. .
<1^8 neimrebiite Jahrhundert bedeutet für diesen Erdtheil einen Komps der europäischen Kultur und Civilischiou iutt der asch l chcn
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Fortschritte und Einrichtungen sich zu eigen >nachteundesdodnrch ru einer hohen Blüthe brachte, setzte und setzt China, das großle ^teich Asiens, dem Vordringen der Europäer einen ebenso zähen als fruchUoscn Widerstand^entgegen. ^ ^ Osten im Centrum und Westen die Gegner- und Nebenbuhlerschaft Englands und
dessen Emir"Äbdnrrahn,an anscheinend nicht..mehr ange 'i leben chinesischen Machthab« dem^imaufhaltsamen Vordringen der west-
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nomt ck unt stutzt Fremdenhab der Chinesen führte mesochi 2( i Februar und März im deutscken Jntcrcssen-
kediet Schantung. wo die Deutschen d?e Rhede von Mngwe und die Stadt Jtschm, besetzen und energisch vo>uehen mußten, ferne Anfana Avril bei Kaulung, wo die Engländer die iyilen zu gestandene Gebietserweiterung ihrer Besitznng WWÄ 1 .
j’rfnmüfen ntufUcrt. ®te (Sntcunuttß oc§ itocu^iiuytu ~ ^lina-Tscdana lum Minister des Auswärtigen, die am ^.Dezember kr olate ^wwd sicherlich das Verhältnis Chinas zu.. Europa i nftta b-cinfli-sicu. Wir Deutsche wandten den Vorgängen m dbiiien um io Höhere Aufmerksamkeil zu, als der Bruder »i.se>>.s AL" Pri!°z Heinrich von Preußen, als Chef des^ Kreuzer- gcschwaders dort weilte; seine hohe Gemahlin, dre llm dort b sucht hatte reiste am 23. April von Shanghai ab. Der Prinz bcwchte j.,',, -xsteu ^oaen des Juli den Kaiser von Japan IN ^.okw und «Mama? Mst noch mehr als China n,achten die Philippinen von sich reden, auf denen die Amerikaner immer tin der Suvvc löffeln, die sie sich emgcbrockt haben. Da sie keine Anstalten trafen, das von ihnen gegebene Versprechen, die Unabhängigkeit der Inselgruppe zu wahren, einchlosen, soe^ öffueten die Philippiner unter rhrem ebenso klugen als tapseren Rubrer Aaninaldo zu Anfang des Jahres d>e Feindseligkeiten Zoen die Nordamerikaner und riefen am 22. Januar feierlich die nbUivvinifche Republik aus. ?lachdem am 4. Februar rin Ananst der Philippiner auf die Hauptstadt Manila abgeschlagen worden, erklärte Aguinaldo am 6. Februar offiziell den Krieg an dt
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bei Malolo und Columbit Erfolge, doch ist es ihnen bis heute
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zwar auch mit Widersachern nn -'gen-" Lager zn kalnpfen.
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Druisches Reich.
Die deutsch-englische Streitfrage.
D. öerli», 4. Januar.
Die peinliche Differenz, die durch die Beschlagnahme deutscher Schiffe zivischen Deutschland und England entstanden ist, beginnt, die öffentliche Meinung hier und im Reiche in stärkerem Maße zn erregen. An maßgebender Stelle hat man noch keine Erklärung ans London erhalten, die volle Befriedigung zu schaffen vermochte. Die Dhat, suche wird dadurch nicht abgeschwacht, daß dre englische Regierung, wie anderweit verlautet, i» einer ersten vorläufigen Antwort die Schwierigkeit hervorgehoben hat, den englischen Schiffskapitünen Anweisungen zn seben. wodurch ähnliche Vorkoininnisse fortan ausgeschlossen wn-den. Da^ Bedauern über die Verzögerung ausreichender Genug hnung erhöht sich in demselben Alaße, indem durch die erneute Beschlagnahme eineS Reichspostdainpfers (des Dampfer General" in Aden) die Lage sich zu, °erscharfen
geeignet ist. Da die Regierung selbstoerständlich ihre Pflicht thnn wird, so bedarf sie nicht der Er-
niiliiternna durch solche Demonstrationen, wie sie die Deutsche Kolonialgesellschaft soeben in einem Ausrufe macht, der sich in den heftigsten Ausfällen gegen England ergeht und zur Veranstaltung von Protestversammlnngen und R so- lutionen anffordert. Wenn diese Bewegung m Regicrungs. kreisen nicht ohne einige Zweifel an ihrer Zweckmätzigkelt betrachtet wird, so besteht znnächst lninier noch die sichere Erwartung, daß eS zn solchen Kniidgebungcn überhaupt nicht zu kommen braucht, da schon vorher englischer mts das Nöthige geschehen werde, um die Verletzung deutscher Interessen durch entsprechende Erklärungen und Thaten wieder gnt zu machen. Man muß sich de' der Benr- theilung der Sachlage darauf verlassen, daß Pie bündige Versicherung des Leiters der deutschen Oltafrika-^lnie, Woer- mann der Dampfer „Bundesrath" l'»b- keine Kriegskontrebande geführt, ans voller Wahrheit beruht. Gras Bn ow wurde seine scharf gehaltene fllote nicht nach London haben ruh en können wenn er nicht die tteberzcugung gewonnen hatte, daß der Kapitän des britischen Kriegsschiffes „Magicicnne mit der Beschlagnahme einen groben Verstoß gegen das Völkerrecht begangen hat. Der von eng Ischen Blattern ver- i breitete Unsinn, wonach der „Bundesrath' Kanonen, <su ^
haben scheint, statt flugs selbst zil zeichnen, seine Freunde für sich zeichnen zn lassen. Jedermann scheint daraus ver. 'essen, Konzerte niid Aufführungen, Bazare und Lotterleen zu veranstalten. Ick, erhielt jüngst mlt einer einzigen Post drei Briefe mit dem Ersuchen, Billete und Loose zu nehmen, lös Ijadies Kennel Association hat sogar H»"de r» oen Sainmeldieilst gezwängt und diese werden nun m't Sammelbüchsen an, Halsband l'^bst, auf dre Straße genommen Einige sollen schon zwanzig Pfund, e »e große
j«°» »V »i- fünf Pst-d I-d-,
haben; und demnächst wird eine besondere Hnnde-Paradc abgehalten werden, wo diejenigen Hunde welche die ergiebigsten Sammlungen anfweisen, mit besonderen Preisen bedacht werden sollen.
Eine andere merkwüidige Erscheinung, auf die ich finbcv hingemiesen, ist die Gewandtheit, mit der manche Firmen ans dieser Mildthätigkeit sich Reklame oder anch wohl direkt ein Geschäft zu machen verstehen Di Seifenfabrik, die für jedes innerhalb einer gewissen Frist verkaufte Stückchen Seife dem Fonds einen halben Penn) zuziiweisen versprochen, hat bereit» mehrere ^nusend Psnn Sterling einsend-n können und sich sicherlich e,ne ans- qedehnte Knndschaft erworben. Eine andere Firma ha 10,000 Plum-Puddi»gs, eine Bierbran-re, so und^ o vie Hundert Faß Bier an die Trnppeii rat Felde gesandt, ja, selbst Ausländer nehmeii die Gelegenheit wahr, durch ihr, gu e» Werk sich einen „guten Namen" zu machen. Ein biederer dänischer Butterhändler, ein italienischer We,»Händler senden ihre Fabrikate, und ihre Namen werden gepriesen, soweit die englische Zunge klingt, und die Engländer freuen sich der Snmpathie, die jene Völker für sie hegen .
Das von einer Anzahl hier ansässigen, mit Engländern vermählten Amerikanerinnen ausgerüstete Hospnai- Schiff ist gestern endlich nach Südafrika ansgelausen. Monate lang h«t es hier «zur Schau" vor Anker gelegen.
Es war längst vollständig ausgerüstet. Die Acrzte. die Wärterinnen — alle amerikanischer Nationalität — waren W7L--M,». Sic mlific» °i»°N>,°-« haben. Denn Festlichkeit reihte sich an Frstltchkett. D Hotels wetteiferten mit einander, die Merzte und die Wärterinnen als Ehrengäste zu beherbergen, (-so etwa» könnten amerikanische Reisende doch memals vergeffenl) Bernfsgenossenschaften feierten die Fremde». Die vornehue Gesellschaft gab ihnen zn Ehren ein Fest nach dem am ein. Der Prinz von Wales stattete dem Schiff einen Besuch ab. Und wer folgte nicht seinem Beispiel! Die Königin sandte durch einen anderen Sohn, den Herzog von Connaught, eine britische Flagge, die nun mit der amerikanischen zusammen von der Alaine" herabflatterl. Und so wurden nnmersort Verbrüderungen gefeiert, während doch anderwärts Dinge vor sich gingen, die dem Schiffe lange schon Gelegenheit hiUten bieten können, sich recht nützlich zu machen. Man weiß wirklich nicht recht, wer an der Verzögerung der Abfahrt des Sflsiffes die Schuld trug. Waren es die Amerikanerinnen, die'von ihrem Wohlthätigkeitswerk nicht Aufsehen genug machen konnten? Oder waren eS die Engländer die sich von diesem seltenen Beweis „ausländischer Sympathie gar
nicht zu trennen vermochten? . , ra
Denn wie gern sie sich auch den Anschein geben, als wäre ihnen die Ansicht der Ausländer recht gleichgültig, n. e gern sie dieselben auch mit einem erhabenen „Pah! die sind ja doch nur Alle eifersüchtig aus uns" übergehen, es wurmt sie doch qar sehr, daß nicht eine Nation ihr „gutes Recht in diksem Krieg einsehen will. Darum machen sie denn auch so viel Aufsehen von diesem Sch'ff. Darum klammern ff? fick so fest an die „amerikanische Sympathie . Aver steht denn Amerika wirklich auf ihrer Seite? Keineswegs. Diese paar Amerikanerinnen, die mit Engländern verherrathet sind zählen doch wohl nicht mit. Und wenn e,ne größere Anzahl ihrer Landsleute in den Bereinigten Slaaien wirk.
