ü irsbaiif iut ®agblatf.
«8. Jahrgang.
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Uv 4. Fernsprecher No. 52 DoNNerff°ig. tzkN 4. ZKMMk.
Fernsprecher No. 52.
1900.
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Das Iahe 1899.
Frankreich
bat im neunzehnten Jahrhundert mannigfache Wandlungen durch gemacht Es stand bei seinem Anfang unter der Führung n s araücn Kaisers Napoleon I. auf dem Gipfelpunkt seines Ruhms ?md seiner ME Nach d-r>-si-gung Napoleons brach eme rulnulose Zeit bourbonischen Königthums aus dem Hause Orleans an dann folgte von 1848 ab die zweite Republik aus der sich das Kaijerthum Napoleons III. entwickelte Nach besten Niederwerfung durch Deutschland trat im Jahr 18/0 die drille Repiiblik
an ^Diese^Staatsform hat sich im 1899er Jahr in ihrer ganzen Glorie gezeigt Der Beginn des Jahres fand Finnkttich mitten ^ den W rren des unseligen Drehfnshandels De» Gegnern der Vrorestrevision war in der Person Qucsnah de Beaurepairs des Vorsitzenden der Civilkammer des Kassatlonshofs, "N eifriger Leiter entstanden, der am 9. Januar seinen Kosten nrederiegte und sich ganz der Bekämpfung des Revistonsfeldzngs widmete, ohne iedoch über einen Lächerlichkcitserfolg hinnnsznkommcn. Auch der Ministerpräsident, Charles Dupuh, suchte, wenn auch nicht mit offene»! Vistr, der Rcvisionsbewegnng in den Arm zu fallen, denn er Krackte am 28. Januar in der ossciiknndigen Absicht. die Revision ... pi,stertreiben einen Gcsetzenlwurs ein, der solche Prozestrevistone» den reiniateu Kaninierii des Kassationshofs zuw es. Dieses Gesetz wurde war am 6. Februar von dem mit seiner Berathung betrauten Kammcransschuffe abaelchnt, aber am 10. von der Kammer selbst am 1 März durch den Senat angenommen. Damit war die weitere Behandlung der Angelegenheit dem Kassationshof ms- aesammt übertragen. Der Hauptschuldige. Ma,or Valstn-Esterhazy, 8atte in Voraussicht widriger Umstände bereits am 1. Februar Paris verlassen und sich »ach London inSicherbeit gebracht Mitten in dic Sochstnth der Nevisionsbewegung stel am 1 b. Februar der ^od des Präsidenten Felix Faure, den ein Schlaganfall unerwartet von der Erde abrief. Sein Tod hatte einen sofortigen Zusammenschluß aller ernsthaften Republikaner zur Folge, und wahrend die Bonapartisten, Orleanisten. Nationalisten. Antisemiten und revlstons- feindlichen Republikaner vereint den Revistonsgegener Mel me als Präsidentschaftskandidaten ausriefen, mahlten die 5sp"blikaNischen Mitglieder des Kongresses am 18. Februar zu Versailles mit 433 ncofii 270 Stimmen den gemäßigten Republikaner i.oubet, einen als gerecht und unparteiisch bekannten Mann, zum Präsidenten der Republik. Seine Wahl entfachte die Wnth der RevisioE'"be aufs Höchste, und sie versuchten sogar am Begrabnchtage Fanres,
19. Februar, eine Aufwiegelung der heimkehrendcn Truppen gegen die Rcqierunq, die freilich mißlang; ja sie wagten sogar am 4. Zum beim Frühjahrsrennen zu Auteuil thatliche Angriffe aus Loubet und verstiegen sich endlich unter Beihulse des Herzogs Philipp von Orleans zu einer Verschwörung gegen die Republik Daß durch die Wahl Lonbets ein der Revision günstigerer Wind einaetrctcn war, bewies unter Anderem auch die ^.hatsache, daf der unter 'haltlosen Anschuldigungen "» Militarge augn'ß einaekerkerte Oberst Picguart, der mannhafte Vorkampfci de/ Revision, am 18. März durch Urtheil des Kassations- bofes' der Civiljustiz ansgeliefert wurde. Der Kassatwnshos «ini- Mr MonatcMärz Avril und Ma, mit einer neuen und lehr mündlichen Untersuchung^der ganzen Dreyfus-Angelegenheit aus. ^In dieselbe herein stel am 6. Mai der Rücktritt des im innersten ßerzen revisionsfeindlichen Kriegsministers de Frehc.net »nd dessen Ersetzung dnrch den seitherigen Marincimnister Knmtz. Am-.9. Mai begann der regelrechte Nevisionsprozeß vor dem Kassationshof, der trotz einer wüthcndcn Gcgcnbewegung a>n 4. Junl eliistlmmig entschied daß die Revision des Prozesses Dreysus stattznfinden habe zugleich verwies das höchste Gericht die Sache zu nochmaliger Ver, Handlung vor das Kriegsgericht zu Rennes. Diesem Urtheil folgw am 9. Juni die Haftentlassung des seit /■* vSOhjfJ 1 gefangen gehaltenen Obersten Picguart; am gleichen Tag verließ IHramm Alfred Drehfus die Tcuselsi» el, um nach Europa gekracht M werde!, Am 13. Juni verfügte der Kassationshof d.e Einstellung des gegen Picguart eingeleiteten lache,lichcn Straf- v-r ahr-ns Während Dreysus auf dem Meere schwamm, wurde am 12. Juni das Ministerium Dupuy, das sich durch ffine Zweideutigkeit so ziemlich bei allen Parteien vcrhaß gemacht hatte, von der Kammer gestürzt, und am 22. Juni folgte ihm rn der .sicaieruiig -in «nkinett ' das der gemäßigte Republikaner Senator Waldeck- Ronsseau gebildet hatte mit der ausgesprochenen Aufgabe. feie Revision des Drcnfnsprozcsses durchzuführen; in diese», Minister»»» sitzt neben G mäßigten, Radikalen und zwei Sociaiisten als Krieas- minister General Marguis de Galliset. der alte Haudegen und einstige tbatkräftiae Bekämpfer de« Kommune-Aufstandes. Er stellte alsoald die Autorität des Armecchefs wieder her; General Zur Minden wurde zur Disposition gestellt und General Brugäre zum Gouverneur von ^aris ernannt; der Armeeinjpekteur General de Regner, de, gegu
V W Ä.iK «*
Verhandlung begann. Sie führte noch einmal die Feinde des unglücklichen Hauptmanns ins Treffen; um die Anette bemühten sich die Generale Mercier, Zur Linden, Boisdeffrc, Chanome. de Gonse, Roqet und mit ihnen im Bunde der frühere Knegsimmstcr Cavaigiinc und Quesnay de Beaurepaire nebst einer Unzahl von Zeugen, die Schuld Dreysus' unwiderleglich und haarscharf zu beweisen. Aber sw brachten nicht den Schatten eines Beweises, londerii nichts alsBe- hauptungen, Uebcrzenguugen und lächerliche Klatschgeschichteii^ vor, während die Vertheidiger und Schutzzeugen des Angeklagten tnr sieden der sich überzeugen lassen wollte, aufs Klarste nachwieien, daß es nur durch ein Netz von Fälschungen und Verleumdungen gelungen sei, die Schuld raffinirter und gewissenloser Verrather ans dcwHaupt- lnann Dreysus abzuwälzen, sowie daß eine grobe Gesetzsvldilgkclt und Richterbeeinflussung des damaligen Knegsimnisters Eencral Mercier 1894 das verurtheilende Erkenntnttz erzwungen hatte. Gehindert, aber nicht aufgehoben wurde die Thatigkett der Vc,- theidignng dnrch den am 14. August zu Rennes erfolgten Mord- anschlaq auf den Rechtsanwalt Labor,, den gefurchtctere der beiden Vertheidiger, den ein gedungener, nach der Thal spuikos oerschwuudcner Mordaeselle durch einen RevolveMuß m den Lücken für eine voLe Woche arbeitsunfähig machte. Wählend>
A aen nach Rennes gerichtet waren, entfalteten d,e Feinde der Revublik eine lebhafte Thätiakeit. aber die Regierung war aus ihrer Hut, und als sie am 12. Augusteine im Zusanimenhaug nnt den
Aussagen d-S Generals Mercier geplante Verschwormig der Ro a- sistcn und Nationalisten entdeckte, packte sie mit fester Faust z.i.und kerkerte die Rädelsführer, an deren L-Pitze natürlich w cde, Paul Döroulädestand, ein. Die Verschwörer wurden spater vom Dcnatals Staatsgerichtshof abgenrtheilt. Inzwischen war das Unglaubliche wahr geworden: das Kriegsgericht zu Rennes hatte, dem Druck, der Generalität folgend, Dreysus am 9. September abermals veimtheilt, und zwar zu 10 Jahren Zwangsarbeit, >n>ter gleichzeitiger Zubilligung mildernder Umstände I Als ob es für wirklich begangenen Landcs- verrath überhaupt auch nur einen, einzigen mildernden Umstand aäbel Doch hatte mit diesem himmelschreienden Urtheilsspruch die harte Prüfungszeit des Hauptmanns Dreysus ihr vorläufiges Ende erreicht er wurde am 19. September auf Antrag deGnllifets beanadütt^ und am 20 in Freiheit gesetzt. Jndeß ist, da Dreysus und seine Freunde, Zola an der Spitze, seine volle Ehrenrettung erzwingen wolle», di- Angelegenheit Drcsffus noch keineswegs bc
iat.^ Immerhin hatte die Freilassung Dreysus' eine staike und wobitbätche Beruhigung der öffentlichen Meinung Frankreichs nn Gefolge. V°'i den Mitschuldigen ^Däroulödes hatte sich, der Antisemitenhäuptling Guorin der Verhaftung entzogen und m einen Hause in der Chabrolstraße verschanzt, wo er sich volle v,c, Wochen, bis zum 22. September, gegen die belagernde Volizci hielt. Am 9 Oktober begann dann vor dem Senat der Prozeß gegen die
wegen Vcrschsvorung gegen die Republik "'EEtzuim folat"l'^ und Royal isten. _ (For tsetzung folg .)
Ans Stadl und Kand.
Wiesbaden. 4. Januar.
o. Kofunchricht. Ihre Kgl. Hoheit Frau Prinzessin von S ch a » m b u r g-L i p p e.Herzogin von Wurtteniberg, ,st gestern Mittag zu». Besuche ihrer Großmisttei de, m .Park- Hotel" wohnenden Frau G r o ß fu r st, n C o > st a n t, n v on Rußland, hier cingetroffen und Abends wieder von hier abgereist.
— Knrlrans. ^ Auch in dieser Wintersaison feiert das Meister- sviel Pablo de Sarasates, den wir die Freude haben werden, diesen Freitag als Solist d-s siebenten CyklnS-Kon,cttes zu be-
grüßen, wieder allerorts die größten Triumphe wo seme Zanb,,. Gciae erklingt. Dieselbe, als die beste aller bekannten Stradwari- Geigen auf einen'Werth von etwa M.000 Francs geschätzt, gehört der spanischen Krone. Sie wurde dem Meiste, aitf —cbjtit verliehen Der Vortrag des Beethoven,chen Vivlinkonzerts wird ^ sich diesmal nmso interessanter gestalten, als Hen Sarasate Kadenzen dazu geschrieben hat. die er einfugeu wird Außerdem wird Herr Sarasate eine eigene neue Komposrklon lnoch Manuskript) spielen, betitelt: Introduktion und Tarnntellc für Violine mit Orchester. Hinsichtlich des jpczistschen Orche er- programms hat Herr Kapellmeister Lustner ivicder eine vorzügliche Wahl getroffen. Riozarts wunderbare syinphoine «i b.s-äur er- össnet das Konzert; außerdem kommen Der Tanz ,n der Dvlf- schcnke" (Ntephisto-Walzer) vo» Liszt und Beethovens Egiiiont- Ouvertiire zur Aufführung. — Das Konzert reiht sich den stänzcndsten der Saison an und dürfte voranssichilich wieder sehr lesucht werden.
— Oberst v. Dassel, der in Berlin verstorbene Konimandcnr des Füsilicr-Rcginieuts v. Gersdorff lHess.) No. 80, >var am 24. Jul, 1854 in Weitenhagcn beiStolp als Sohn des Obeisten und Landstallmeisters a. D. v. Dassel geboren, hat also nur «n Alter von 45 Jahren erreicht. Im Kadettcncorps auf seine nnlitanfche Lauf bahn vorbereitet, trat er am 16. Februar 1371 als llnterleutnant in das 8. Garde-Regiment zu Fuß ein. Am 13. Marz 1880
zum Oberleutnant befördert, tvurde er am 18. April 1885
Hauptmann und Compagnie-Cbef ,m Garde-Schutzen-Bataillon. Am 23. Mai 1890 wurde er znni Major ernannt und
zum Großen Gencralstab versetzt. Ani 18.. -l»ll 183b wurde er Oberstleutuant und an. 25. Mürz 1899 Oberst. Oberst
v Dassel war während eines großen Theils tcincr, militärischen Laufbahn zum Geueralstab kommaudirt. ein Beweis, daß man seine Befähigung anerkannt- von welcher auch schnelles Avancement Zeugniß ablegt. Am 22. Mac 1899 wnrde v Dassel welcher zuletzt in Posen Chef des Gcneralstabs war, zum Kommandeur de« Regünentsv. Gersdorff (Hess.) No. 80 ernannt. Nicht lange nach der llebernahme des Regiments wurde er von einem hartnäckigen Magenleiden befallen, das ihn sthlleßlich zwang, in einer Berliner Klinik Hülfe z>, suchen und seiner Laufbahn ein allzu frühes Ende bereitete. Die Armee verliert ,» Oberst v Dassel einen hervorragend tüchtigen Offizier. Die Beerdigung findet in Berlin statt. Das Regiment wird habet durch eine aus Offizieren und 12 Unteroffizieren bestehende Deputation vertreten sei». Die Trauerparade stellt ein Berliner Garde-Regiment.
o Ehrung. Dem Herrn Amtsgcrichtsrath Böing hier ist anläßlich seines Ausscheidens aus de^n Justizdienst, nach 5l -iahrrger Wirksamkeit i» deinsclbcn, von den «ekretarcn des Kgl. Amtsgerichts hier ein Gcdenkblatt gewidmet und am Neujahrstag durch eine Deputation überreicht'worden. Den gegenwärtig an, Amtsgericht thätigen Sekretären haben sich — ein Beweis flw die große Belicbt- bcit die Herr Gerichtsrath Böing bei diesen Beamte» stets genoß — auch Llollegen des Landgerichts und anderer Verwaltungen die mit Herrn Böing zusamuien gearbeitet habe», angeschlossen. Das Gedenkblatt' ist eine ebenso sinnreiche, wie kunstvoll ausgeführte Federzeichnung des Herrn K. Müller von hier, eines jungen talentvollen Bildhauers und Zeichiiers. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß mit Herrn Boing der letzte nassauische Richter ans dem Dienste geschieden ist.
o. Die Giiterbahnhofsfragr, die bekanntlich gelegentlich des Bahnhofsueubaues aufgeworfen und eifrig diskutirt wurde, ist, gutem Vernehmen »ach, von dem znständigen Ministerium dahin entschieden worden, daß von der vorgcschlagenen Errichtung des eigentlichen Güterbahnhofs im Westen der Stadst in der Gegend des Excrci,Platzes, abgesehen und derselbe in Verbindung mit dem Hauptpersouenbahnhof im Salzbachthal uutergcbracht werden soll.
mi 4 Tagen im Jahre, am 14. April, 14. Juni. 81. August und 23. Dezember, stimmt unsere Uhr genau nnt der Sonnenuhr ubkreiN. Am 11. Januar erreicht z. B. die Sonne erst um 12 Uh, ibrett höchsten Stand und wir halten de» Vormittag für kurzer.
— Sclmlnaliirichtcn. Die durch Versetzung des Lehrers Herrn Lotz von Charlotienberg bei Holzappel nachBrrleiibach frer gewordene Lchrerstelle zu Charlottenlera wurde dem Schulauüs- bcwerber Herrn Haas übertragen. Als Nachfolger des mit 1 Januar an die Praparandenschulc zu Usingen berufenen HchrcrS Sern, Eckhardt zu Lixfeld, Kreis Biedenkopf, wurde HcrrSchul- amtsbewerber Reumann bestimmt. Die s"t der Versetzung. deS Lehrers Herrn Klein nach Dörnberg, Kreis Unterlahn, erledigte Lehrerstelle zu Oberwallmenach, Kreis St. Goarshausen, wnrde durch denSchulamtsbewcrberHerrn Dietrich wieder besetzt. ^>e Lebrerstelle zu Mandeln, Kreis Dill, welche seit der Versetzung de« Herrn Her chen von genanntem Orte nach Dauborn erledigt ivar wurde dem Schulamtsbewcrber Herrn K. Meckel übertragen. Dre an, vorigen Herbst aiis dem Seminar zu Dillenburg cntlassc»en Köalinae' haben jetzt wohl sämmtlich Verwendung nn Scly^^^ff,^ gefunden. - Herr Lehrer Nöll. welcher seit 1895 die zwE Schulstelle zil Becheln bekleidete, ist nnt dem 1. Februar 1900 nach Westerbiirg versetzt. ....
— «ostvrrkehr. Als unbestellbar sind znrnckgekommen.
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liier aufgegcbenc Postanweisung über 20 Mk an Fraulciu Äathchen Burkhardt in Hattenheim, abgesandt von E. Werner; 4. «n am 14 November" von dem Kellner Karl Flgge bei dem Postamtc I liier mifgegebcnes geivöhnlichcs Packet an Karl Flgge in Welnheint
und 5. eine am 22 . Dezember bei dcni^Postamte IV ^^."ÄlleUeferte eingeschriebene Waarenprobe an Dir. Seppi Lindemann m Bruxelles,
nach Portugal. Bom l. Januar 1900 ab bat die Angabe des Nachnnhmcbctrags auf Etnschielbarief- scndungen, Wcrthbr'icfen und Werthkästchen nach Portugal (clN- chließlich der Azoren und Madeira) nicht mehr inportugies scher, sondern in deutscher Währung zu erfolgen. Die Umwandlung'« die portugiesische Währung geschieht durch die hierzu bestimmten portugiesische» Postanstalten nach dem Durchschn'ttskurse de, dem Eingänge der Nachnahmesendungen vorangcgangeuen Woche.
-- • ■ Am 1. Januar 1900 sind »u
(Cf) Die Tage haben bereit» ?ugeno, >>">->». am Neuiahrs- tage 6 Mnuten, am 6. Januar werden sie 13 Minuten und am Ende des Januars 1 Stunde 16 Minuten langer geworden sei». Eine alte Bauernregel sagt aber: „Am Neujahrstag ^
um einen Hahnenschrei, am Drelkonigstag um cincn Hi>schlp>uug, am Sebastian <20. Januar) um eine ganze stunde langer, allem Lichtmeß (2 Februar) inerkt man erst etwa« davon. Dies hat seinen Grund darin, daß trübe, schneeige Wintertaae überhaupt an sich den Tag verkürzen. Dann stimmen auch unsere Uhren nicht genau mit dem Sonnengang., Die Uhr zeigt die stunde »lathe- inathisch genau, der astronomische Tag lst aber cm anderer. Rur
Rcichs'piHgcbstt^neue'^Postmci^izüchen eingeMirt worden, die in
Ansehung der niederen Werthe, bis 80 Pf. emichließlich, an Stelle des bisherigen Markenbildes eine gekrönte., Schwert u>w Oelzweig haltende Germania und die Ziffer des Pscnnlg-Nenuwetths^ auf- weisen Die Zahl der Markeuwerthe wird gleichzeitig velmehrt, sie wird »ach Fertigstellung sämmtlicher Werthzcichen Frennaiten zu 3 5, 10. 20 25. 30, 40. 50 und 80 Pf., zu I. 2. 3 und 5 Mk. unifassen; daneben werden neue gestempelte Formulare zu Po - karten, Kartenbricfen und Postanweisungen, sowie in Berliii neue Werthzcichen für Rohrpostsendungen ausgcgebcsti Zunächst werden rum Verkauf gestellt: Freimarken zu 10 bis 80 Pf., Postmue» zu 5 Pf., Weltpostkarten zu 10 Pf. und 10 -s-10 Pf., Form ulareM Kartenbriefcn und Postanweisungen, sowie für die Rohrpost. Mit der Ausgabe dieser neuen Postwcrthzeichcn bezw. emer Gattung derselben dürfen die Verkehrsanstalten eM dann begiiliien. wenn
die vorhandenen Bestände an alten - b's i» jpattrer Bestimmuiia Gültigkeit behaltenden — Werthzeichcu derselben Gattuiig veistiuft sein werden. Der Zeitpunkt für die Ausgabe der übrigen Werth- zcichen wird später bekannt gegeben werden.
- „Tagbl>»tt"-Sa»»»nlt»narn. Zur Ausrlistung einer Sanitälökolonne für Transvaal gingen uns ferner N>- Von A. O. 1 Mk.. aus einer Sammlung von den Stammgästen der Restauration zun, „Vater Jahn". Roderstraße 3, C20 Jl.
gesammelt durch Hern, Dro,chkcnbe,itzer Feix in de, „Walhalla 56 Mk. 40 Pf. Für die Lnngeuheilstattc. Von J.P.Schlier 100 Mk. Zur Entgegennahme weiterer Gaben sind wir gern bereit.
- Der Warkipan ist in Norddeutschland heimcithberechtigt.
Er war vor mehr als zweihundert Jahren daselbst^on beliebt. Woher
sei» Name eigentlich stammt, darüber sind die Forscher nicht eu,>g. Am wahrscheinlichsten ist, daß man bei Gelegenheit euies! der kirch^ liehen Feste dieses Gebäck zuerst hergerichtet und, wie es heißi, nach de.» Evangelisten Markus,getauft habe, wobei man es Kare, panis bieü Mancher schreibt dieses Backwerk den alten Preußen als eigenthümliche Erfindung zu, worauf man den Umstand zurucksuhrt, daß man am Weichsel- >,nd Pregelstrande es nn Miwzipanbacken zu einer besonderen Fertigkeit schon vor Zeiten gel'racht hat. Gu er Marzipan muß weich, geschmeidig und> nicht zu snß sein. Er wird aus gleichen Gewichtstheilen snßcr Bkandeln, die man fcin reibt, und sein gesiebtem Zucker bester Qualität bereitet. Bittere Mandeln gehören nach de» altherkömiuliche» Original-Receptcn gar nicht hmein, auch verbietet cs sich, die Mandeln durch einheimische obev fiemb* ländische Nüsse zu ersetzen. Dtehlzusatz m der Marzipanmasse kann mit Recht als Fälschung gelten; Kartoffelmehl oder ähnliches taugt nicht dazu. Diese Surrogate, welche die heutige, ge,chaftsgewandte. spekulative Fabrikation hcrzustellen beliebt, werden lingemclii schnell hart und zeigen sich bröcklig. Feinschineckender Marzipan wird aus Mandelbrühteig hergcstellt; er ist sehr geschmeidig, wohlschmeckend und hält sich ziemlich lauge frisch. Der Marzipan sollte mogl'clst bald nach seiner Herstellung gcgesseii werden, alte, Mmzipan st sehr unzuträglich und verursacht leicht Magenleiden, bei Kindern ist mit diesem Gebäck, so verlockend es scheint, daher Vorsicht besonders
geboten. Kiudfiiden. Außerordentlich haltbaren Bind
faden, haltbarer noch als die sogenannte Zitckerschnur. ^gewinnt man, indem man ein gutes Theil Alaun m Wasser aufiost. W„d der Bindfaden in diese Auflösung gelegt und nachher getrocknet, so ist er fast unzerreißbar. , „
o. Unfall. Gestern, gegen Mittag, ging ^ das Pferd des Milchhändlcrs Pb. Holzhäuser aus Bicrstadt w derZe.b!.>a«e durch Das scheue Thier raste den Romcrberg und die Wcbergassc hinab, wo es vor der „Stadt,Frankfurt" stürzte. Unterwegs war »evr JooUtläujcr vom Äock geschleudert worden, wodinch er einen Möchclbruch erlitt. Er wurde in das städtische Krankenhaus gebracht. Auf der wilden Fahrt wurde ferner eine Gaslaterne nm- gcrannt und dadurch der Wagen nicht ni>e,1icblich beschädigt Der Verunglückte bat erst vor kurzer Zelt Wagen und Pferd angeschasft.
- Kleine Notirrn. In das gestrige Referat über das neue ^alhalla-Programm hat sich ein klmwr aber sinnentstellender Druckschler eingeschlicheu. Im Schlubjatze sollte es
