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12 Ausgaben.

Fernruf:

Tagblatt-H-Us" Nr. 6850-53.

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Kür die Aufnahme von Anzeigen an voraefchriebenen

Donnerstag, 25. März 1915.

Abend-Ausgabe.

Nr. 142. * 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Der Tagesbericht vom 25. März. Im Westen vorzugsweise klrtilleriekömpfe. Im Osten mehrere russische Angriffe abge­schlagen.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 25. März, vormittags. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von unbedeutenden Gefechten auf den Maashöhen südöstlich von Verdun und am Hart- mannsweilerkops, die noch andauern, fanden nur Artillcriekämpfe statt.

Destlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffe östlich und südöstlich von A u g u ft o w sowie bei Je d n v r o z e k, nordöstlich von P r a s ch n ü s ch, wurden abgeschlagen.

Ober st e Heeresleitung.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Zum Zeppelinangriff auf Paris.

Eine amtliche französische Statistik der aufgefundenen Bombe».

W. T.-B- Lyon, 24. März, (Nichtamtlich.)Progres" meldet aus Paris: Die Behörden veröffentlichen folgende

Statistik der in Paris und Umgebung gefundenen Zeppelin« bomben: In Saint Germain 2 Brandbomben und

5 Explosivbomben, in Courbevoie 3 Explosivbomben, in Gennevilliers 1. Explosivbombe, im Gebiet von N euilly 1 Explosivbombe, in Asniöres 4 Brand­bomben und 5 Explosivbomben, in Levallois-Perret 2 Explosivbomben, in Nanterre 2 Explosivbomben und 1 Brandbombe, in S t. Ouen-Ceinture 1, in Enghien und Montmorench 4 Explosivbomben, in Paris 6 Brandbomben, von. denen nur drei Brände ver­ursachten, welche schnell gelöscht werden konnten.

Von der Pariser Luftwache.

W . T.-B. Paris, 24. März. (Nichtamtlich.) Ein höherer Ofsizier des Verteidigungswesens von Paris erklärt im Journal", es sei unrichtig, daß die Flieger des verschanzten Lagers von Paris die Hauptstadt nicht verteidigten. Sobald Alarm geschlagen worden sei, seien die Flieger zur Abfahrt bereit gewesen, aber der Gouverneur ordnete an, daß die ersten Aufstiege wegen des Artilleriefeuers verschoben würden. Der erste Aufstieg erfolgte um 3.2g Uhr morgens, die Rückkehr der Flieger um 5 Uhr.

Z epp elin erzählnn gen.

W. T.-B. Paris, 24. März. (Nichtamtlich.)Echo de Paris" berichtet,.daß am Montagabend Zeppeline zwei Gruppen bildeten und Paris in weitem Umkreise um­flogen, ohne das befestigte Lager überfliegen zu können. Petit Parisien" sagt, daß Zeppeline über Prechh-sur-Oise, 48 Kilometer von Paris, gesehen worden seien.

Der französische Tagesbericht.

W. T.-B. Paris, 24. März. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von heute nachmittag: Eine Division der belgischen Armee rückte auf dem rechten Userufer vor, eine andere nahm einen deuffchen Schützengraben auf dem linken Ufer. Am Hartmannsweilerkopf nahmen wir nach der ersten Grabenlinie, von der in dem vorgestrigen Bericht die Rede war, eine zweite Linie ein, in einer Front von drei Kompagnien. Jenseits der Linie richteten sich unsere Truppen auf kurze Entfernung von dem Gipfel ein. Wir machten Ge­fangene, darunter mehrere Offiziere.

Französische Bomben auf Verwundetenzüge.

Berlin, 25. März. (Ktr. Bln.) über das Werfen von französischen Fliegerbomben auf Verwundelenzüge heitzt eS in einem Baseler Telegramm derMorgenpost": Als am Dicnstagnachmittag Verwundelenzüge in den Bahnhof M L l l h e i m einfuhren, fielen auf das Bahnhofsgebiet meh­rere von französischen Fliegern geworfene Bomben nieder; sie explodierten nicht. Es hat fast den Anschein, als ob die fran­zösischen Flieger es auf die Verwundetenzüge abgesehen hätten, denn als diese in den Bahnhof Freiburg einfuhren, fielen in der Nähe des Bahnhofs ebenfalls mehrere Bomben nieder. Sie platzten in den Anlagen des Stühliner Stadtteiles, ohne Personen zu verletzen. Die Mehrzahl der in den Zügen befindlichen Verwundeten waren Franzosen, die in große Aufregung gerieten und von dem Vorgehen ihrer eige­nen Landsleute wenig erbaut waren.

Frankreich vor dem finanziellen Zusammenbruch.

Br. Zürich, 25. März. (Eig. DrahtberichÖ Ktr. Bin.) Das französische FinanzblattEconomiste Europöen" sagt die finanzielle Kapitula­tion oder die finanzielle Erschöpfung vor­aus. Das Blatt veranschlagt die Verluste Frankreichs auf

den Nominalwert von 57 Milliarden Franken an ersten französischen Werten, ans 207 Millionen Frauken Kurs­verlust und zirka 6% Milliarden Verlust in industriel­len Spekulatious- und fremden Papieren. Frankreich ist das einzige Land, das die durch den Krieg ent­standenen Fehlbeträge von 1250 Millionen monatlich noch nicht hat fundieren können.

Lin Lustkampf an der holländischen Grenze.

W. T.-B. Bergen op Zoom, 24. März. (Nichtamflich.) Heute vormittag fand zwffcheni einer Taube und einem eng­lischen Zweidecker ein Luftkanrpf statt. Der Zweidecker mußte niedergehen, die Flieger wurden interniert. Die Taube ver-, folgte einen Kurs in westlicher Richtung.

Ein englischer Flieger abgestürzt.

Berlin, 25. März. (Ktr. Bln.) Von der holländischen Küste wird demBert. Tagebl." meldet: Bei einer Übungs­fahrt auf dem Flugplatz Brookslands ist der englische Flieger­kapitän Kane verunglückt. Er stürzte aus großer Höhe alb und war sofort wt.

Ein indirektes Lob unserer Flieger durch Feldmarschall French.

London, 24. März. (Franks. Ztg.) Marschall French schickte folgenden Bericht: Am 20. und 21. März haben deut­sche Flieger bei ausnehmend günstiger Witterung aus großer Höhe bei Lillers, St. Omer und Estaire Bomben herabgeworfen. Sie verursachten nur leichten Schaden an Privateigentum, das von Soldaten nicht besetzt war und kernen mflitärischen Zwecken diente. Sieben Zivilpersonen, darunter drei Frauen, wurden getötet und fünf cder sechs ver­wundet. Die deutschen Flieger hielten sich ständig in großer Höhe und einmal selbst bis zu 9000 Fuß. So war es u tt - möglich, auf sie zu schießen, und sie hatten die beste Ge­legenheit, sich der Verfolgung durch englische Flugzeuge zu entziehen, die immerhin eine gewisse Zeit brauchen, um eine Höhe zu erreichen, die den Kampf gestattet hätte.

Über die französischen und englischen Reserveheere

lesen wir imSvenska Dagbladet" vom 18. März u. a. fol­gendes: Nachdem die französisch-englische Offensive in Flan­dern und der Angriff auf die Dardanellen abgeflaut sind, richtet sich das Interesse besonders auf die Vorgänge hinter der französisch-englischen Frontlinie. Man hat in Deutsch« mnd mit Aufmerksamkeit nach den Reserveheeren ausgespäht und über die französischen Truppen bei B e s a n? o n und die Armee K i t ch e n e r s verschiedene Vermutungen ausge­sprochen. Indessen hebt unser Pariser Berichterstatter in einer kurzen Mitteilung hervor, daß der Zugang zu der, Reserven (in Frankreich) nicht sonderlich bedeutend zu sein scheint.In Paris", schreibt er,schwingt das Pendel zwischen hastig aufflammenden Hoffnungen bei jedem Licht­blick, wie z. B. bei Beginn der Dardanellenbeschießung, und einem chronischen Pessimismus, den die Zeitungen vergebens zu bekämpfen suchen, hin und her. Man weiß jetzt, daß für die angekündigte große Offensive auf neue franzö­sische Armeen kaum zu rechnen ist, denn es fehlt an Offizieren, ebenso an den notwendigen Formationen von Spezialwaffen. Mannschaften gibt es, wenn die neuen Jahresklassen fertig sind; aber alle Kenner der Sach­lage erklären, daß man nicht mehr tun kann, als die Regi­menter an der Front vollzählig zu erhalten. Bleiben die Engländer; aber die werden nicht zahlreich genug wer­den, um die Stellung zum Vorteil der Alliierten zu ändern Hier (in Paris) sind alle Flaggen von den Privathäusern ver­schwunden, da niemmid mehr an einen schnellen Sieg glaubt.

Rus französischer Gefangenschaft entkommen.

Sr. Berlin, 25. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DieB. Z." meldet: Durch eine soeben eingetroffene Meldung erhielt die Gesellschaft für drahtlose Telegraphie die Nachricht, daß es dem auf einem deuffchen Dampfer angestellt gewesenen Telegraphisten Schubert der Gesellschaft mit vier Gefährten gelungen ist, aus der französischen Gefangenschaft in Casa Bianda auf Korsika zu flüchten. Ein inzwischen aus Genua eingetroffenes Telegramm ergibt, daß die fünf muti­gen Leute das Festland erreicht haben und sich auf der Rück­reise nach Deutschland befinden. Eine italienische Zeitung teilt mit, daß der Führer der kleinen Schar, der Schiffsoffizier Krüger, beim Betreten des italienischen Bodens die deutsche Nationalhymne anstimmte und alle fünf dringend wünschten, so schnell wie nröglich Deutschland zu er­reichen, um an den Kämpfen teilzunehmen.

OasGeheimnis dev GreyschenNede

O Berlin, 24. März.

Soweit sich von: Standpunkte de^ deutschen Beob­achtung aus »berschen läßt, log für Sir Edward Grey gar kein Grund vor, im Unterhause eine lange und er­sichtlich sorgfältig vorbereitete Rche über die letzten Gründe -des Weltkrieges zu halten. Ilm so begieriger ist man darauf, das Warn m dieser Rede zu erfahren. Es hält nicht schwer, eine zutreffende Antwort und Auskunft zu bekommen. Man erinnert sich, daß die Times" kürzlich in einem Anfall von Erleuch­tung erklärten, England führe den Krieg nicht uni Belgiens willen, sondern einzig zur Wahrung seiner eigenen Interessen. Also mußte es

dem edlen Sir Grey darauf ankommen, den üblen Ein­druck -dieser Offenherzigkeit zu verhindern. Wer dies allein hätte ihn wohl nicht zu der Kühnheit seiner aus Unverständnis und Lügenhaftigkeit zu- sammengebrauten Geschichtsklitterun-gen be­wogen, sondern er hatte ersichtlich ein ganz be­stimmtes Ziel im Auge, und dies Ziel kennen zu lernen, ist für uns das wichtigste Moment der Rede. Man beachte, daß der britische Minister von -den Kriegs­zielen der Verbündeten nur ganz tat allgemeinen sagt, nach dem Kriege müßten sie und die übrigen Nationen Europasfortleben können". Sir Grey sagt nichts da­von, was die Verbündeten uns, falls sie siegen, antun möchten, aber eine Wsnahme von der Verschwommen­heit des Kriegsziels inacht er doch,^ und sie betrifft Belgien. Der b e d e u t s a m st e Satz in der Rede ist der, wo es heißt:Eine wesentliche Bestimmung der Friedensbedingungen muß die Wiederherstel­lung Belgiens sein." Für den Beobachter, der durch die verdeckenden Falten und Hüllen der Grey- schen Rede den eigentlichen Kern zu erkennen vermag, fft damit klar genug ausgedrückt, daß England bereit wäre, diesen Krieg zu beendigen, wenn es die Sichevheit erhielte, daß wir Belgien nur vorüber­gehend besetzt halten und dies Land wieder sich^ selbst zurückgeben wollten. Wir dürfen uns durch die sonsti­gen großen Worte unserer -Feinde und zumal der Eng­länder nicht -beirren lassen, sie alle wären offenbar froh, wenn der Weltkrieg mit -der Wiederher­stellung des früheren Zustandes endigte, sie alle würden, wenigstens was ihr Verhältnis zu uns betrifft, die laut hinausgeschrienen Eroberungsgelüste gezwungen erweise sofort dämpfen, wenn sie uns willig fänden, auf die Früchte unserer Siege zu -verzichten. Mit den: Verhältnis Rußlands zu -Österreich-Ungarn steht es allerdings etwas anders, aber was wollte Ruß­land machen, wenn England sich zurückzuzichen be­gönne, und wenn Frankreich, das am meisten zu leiden und zu bluten hat, den Wink aus London eifrig -befolgte? Überdies haben wir ja erst in diesen Tagen erfahren, daß die Herren Asquith und Grey die ungeschmälerte Erhaltung des Donau­reichs als einen Grundpfeiler britischer Jnter- essenpolitik betrachten. Vermutlich sollte auch diese Kundgebung dazu dienen, u n s, denen das Schicksal Österreich-Ungarns ebenso wie dein Donaustaate selber anvertraut ist, geneigter zum Entgegen- kommen zu machen, wenn in London die ersten An- deutungen über die mögliche Friedensgrundlage laut würden. Die englischen Staatsmänner müssen doch wohl wissen, daß der Dreiverband uns nicht nie­der zwingen kann, daß wir -den Krieg besser, als alle unsere Feinde aushalten können, daß jeder weitere Tag uns stärkt und sre schwächt, daß wir besonders aus Belgien nicht hinauszubringen sind. Aber gerade um Belgien geht es für Großbritan­nien, dort wurzelt das Lebensinteresse des Jnselreichs, alles andere mutz -daneben zurücktreten. Wir erblicken in Sir Greys Rede mit ihrer kräftigen Betonung des belgischen Problems, das allein und weithin sichtbar betont wird, einen e r st e n t a st e n d e n Versuch, mit uns irgendwie ins reine kommen zu wollen. Über unsere Antwort, die unserer poli­tischen und militärischen Stellen wie die un­serer einheitlichen V o lk s st i m m u n g, kann und darf kein Zweifel sein. Wir brauchen uns hier über die Zukunft Belgiens nicht nochmals zu äußern, jeder weiß, welcher Weg uns vorgeschrieben ist. Wer daruni bleibt es selbstverständlich von nicht ge- ringem Werte, zu hören, was uns England, z u n ä ch st leise andeutend und doch verständlich genug, jetzt vorschlägt. England will Frieden schließen, wenn wir Belgien aus unseren Händen wieder entlassen l

Der Unlerseebootskrieg.

Neue Taten der H-Voote.

Fünf englische Schiffe versenkt!

W. T.-B. London, 26. März. (Nichtamtlich.) Das Reuter-Bureau" meldet aus Feoamp vom 22. März: Wie verlautet, wmde die BarkI a q u e s C o e r" auf der Fahrt nach Neufundland am 14. März 85 Seemeilen von Lizard von einem deutschen Unterseeboot, wel­ches fünf -englische Schiffe versenkte, angerufen und er- sucht, die Mannschaft eines durch ein Torpedo der- senkten Dampfers an Bord zu nehmen. Der französische Kapitän nahm die Mannschaft auf und er­hielt die Erlaubnis, weiter zu fahren. Er gab die eng­lische Mannschaft später an einen englischen Dampfer ab. INunitionsbesörderung nach Frankreich unter dem Deckmantel der Hospitalschiffe.

Sr. Antwerpen, 25. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DieB. Z." meldet: Die am letzten Montag verbreitete deut­sche Erklärung;, daß von Portsmouth aus Munition in