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Oer Nrieg.
Der Taaesberichl vom 23 , März.
3000 von den Russen aus Memel verschleppte Deutsche wieder befreit. — 3wei französisch« Flugzeuge zur Landung gezwungen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 22. März, vormittags. (Amtlich.)
westlicher Rriegsschauplay.
Ztvei Nachtangriffe der Franzose» bei GivanchY, nordwestlich von ArraS. wurden abgewiesen.
In der Champagne nahmen unsere Truppen einige erfolgreiche Minensprengungen vor und schlugen einen Nachtangriff nördlich von Beausejour ab.
Kleine Vorstöße der Franzosen bei Combres» Apre- m o n t und F l i r e y hatten keinen Erfolg.
Aus O st e n d e warfen feindliche Flieger wieder mehrere Bomben ab. durch die kein militärischer Schaden ange- richtet, dagegen mehrere Belgier getötet und verletzt wurden.
Ein französischer Flieger wurde nordwestlich von B e r d n n in Absturz gebracht; ein mit zwei französischen Unteroffizieren besetztes Flugzeug bei F r e i b u r g zur Landung gezwungen. Die Insassen wurden gefangen genommen, westlicher Kriegsschauplatz,
Auf der Verfolgung der aus Memel vertriebenen Rüsten nahmen unsere Truppen Nussisch-Krottingen nnd befreiten über 3000 deutsche, von den Russen ver- schleppteEinwohner.
Ruffische Angriffe beiderseits des O r z y c wurden zurückgeschlagen. Oberste Heeresleitung.
Der Unterseebootskrieg.
Deutschs H-Voote bis vor Gibraltar!
XV. T.-B. Köln, 22. März. (Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." berichtet aus Madrid vom 15. März: „El Debate" behauptet. aus bester Quelle zu wissen, daß sich in den Ge-' wästern von Gibraltar zwei deutsche Unterseeboote befanden, die bei der Verfolgung zweier englischer Kriegsschiffe einige Stunden zu spät ankamen. Die englischen Behörden hatten hiervon Kenntnis, bewahrten aber das größte Stillschweigen.
Näheres zur Torpedierung des „Cairntorr".
W. T.-B. Rotterdam, 22. März. (Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Rotterd. Courant" meldet aus London: Der Dampfer „Cairntorr", der eine Ladung Steinkohlen fiihrte. wurde 11 Meilen von Beachy Head torpediert. Er fuhr im Augenblick der Explosion in N>estlicher Richtung. Der' Steuermann sah den Torpedo, bevor das Schiff getroffen wurde. Die Explosion war sehr stark, aber die Mannschaft war imstande, ohne Schwierigkeiten die Boote flott zu machen. Rettungsboote von Eastbourne und Newhaven eilten herbei. Das deutsche Unterseeboot wurde in einer Entfernung von etwa 850 Meter gesehen.
Zur Torpedierung des „Hartdale".
Kopenhagen, 22. Mürz. Der schwedische Dampfer „Heim- dal", der im Irischen Meer die Mannschaften des torpedierten englischen Dampfers „Hartdale" rettete, ist jetzt in Göteborg eingetroffen. Der Kapitän berichtet, man habe von dem „Heimdal" aus gesehen, wie „Hartdale" vergeblich zu entkommen suchte, sodann von dem Torpedo getroffen wurde und zu sinken begann. Bei der Explosion wurden zwei Mann getötet, die übrigen 20 gingen in die Boote. Wegen der hohen See konnte ..Henndal" erst zwei Stunden später die Un- glücksstelle ein eichen, wo die Besatzung an Bord gencmrmen wurde. Sofort nach der Torpedierung tauchte ein Unterseeboot auf und legte sich an die Seite des torpedierten Schiffs. Das Unterseeboot war größer als der gewöhnliche Typ.
Neue englische Schiffsverlustc.
Zufolge einer Mitteilung der englischen Admiralität werden vermißt: der Dampfer „Bozzowdal" (1093 Tonnen), die Barken „Engelhorn" (2459 Tonnen) nnd „Membland" (3927 Tonnen) und der Schleppdampfer „Diplomat".
Der stockende englische Dampferdienst.
Bon der holländischen Grenze, 22. März. Aus Rotterdam erfahre, ich, daß gestern abend die fahrplanmäßige Ausreise eines Dampfers der Batavia-Linie ausgefallen ist; als Grund dafür wird ein Ausstand der Dockarbeiter in London angegeben. Der Dampfer der Harwich-Linie, der am Freitag von England nach Hoek van Holland ausfahren sollte, stt nicht angekommen, wahrscheinlich aus derselben Ursache,
weiteres Steigen der »riegsristkoversicherungen in England.
W. T.-B- London, 23. März. (Nichtamtlich.) „Daily Telegraph" berichtet: Die Versicherung gegen Kriegsrisiko war am Samstag, im Gegensatz zu anderen Samstagen, sehr lebhaft. Jnkolge der Ereigniste der letzten Woche sind die Prämien sehr bedeutend gestiegen. 30 bis 40 Schilling wurden für Versicherungen bezahlt, die früher für 20 Schilling abgeschlossen wurden. Die Versicherer seien der Ansicht, daß ein Pfund vom Hundert bei den Verlusten, die der Markt in per letzten Zeit erlitten habe, ungenügend sei. Unter ^Ler
nst" befinden sich einige Schiffe, von denen nurn noch nicht veiß, ob der Verlust auf kriegerische Ursachen oder ans andere !lrt zurückzuführen ist. In Fällen, wo verschiedene Versicherer Für jedes einzelne dieser beiden Risikos haftbar waren, entstand Ungewißheit, ob sie die Versicherungssumme zu bezahlen haben.
Oie Schwierigkeiten der englischen Munitionsbeschafsnng.
London, 19. März. Auf Grund der kürzlich angenommenen Parliament-Act hat die englische Regierung 4 2 Motor- sabriken aufgefordcrt, zur Herstellung von Granaten überzugehen.
Die Arbeiterschwierigkeilen in England.
W. T.-B. London, 22. März. ,'Nichtamtlich) Lord Kitchener hat einen Brief an den Sekretär der Gewerk schüft der Hafenarbeiter in Liverpool geruhtet, um die Ar beiter zu bewegen, auch am Samstag zu arbeiten. ^Dre Sitte, Sanrstag zu feiern, war kürzlich eingerissen, wodurch die bereits bestehende Stockung in den Häsen noch groge- wurde. Die Verhältnisse in Liverpool sind schon seit Beginn des Krieges unbefriedigend. Im Londoner Hafen ist der Streik der Hafenarbeiter beigelegt.
Englische Kohlendampser.
W. T.-B. London, 23. März. (Nichtamtlich.) „Daily Mail teilt mit: Um dringenden Kohlend edarf zu decken, charterte die englische Regierung eine Anzahl von Dampfern.
Holländische Dampfer vor dem deutschen Prisengericht.
Br. Amsterdam, 23. März. (Eig. Drahtberichi. Ktr. Bln.) Der „TelvgvaQf" meldet: Am Samstagmrttag
wurüe -die holländische Flagge der nach Zeebrugge ge brachten Dampfer „Batavier V" und "Za^n stroo m" niedergeholt und durch die deutsche Kriegs flagge ersetzt. (Das Hissen der deutschen Flogge aus den Dampfern -bedeutet, daß sie vor ein dentsches brisengericht gestellt werden.)
Flaggen aus Eisenblech.
Ein Drcmtheimer Schiffer erzählt jm „Trondhjems Nweffeavis", daß holländische Schiffe anfangen, Flaggen iu 5 Eisenblech zu verwenden, um den Kriegsschiffen bei sttllem Wetter die Erkennung ihrer Nationalität zu erleichtern.
Die englische Vergewaltigung der Neutralen.
Die Schädigung Spaniens durch die Papierblockadr.
Einen Dolchstoß gegen die Neutralen nennt die Madrider Zeitung „Correo Espaöol" in der Nummer vom 9. März die neuen- Maßnahmen der englischen und französischen Regierung gegen Waren nach oder von Deutschland. Von allen Ländern wird Spanien am meisten geschädigt. So- fort stockt der Export von Früchten, Konserven und Rohmaterialien. Ebenso gestaltet sich die Lage vieler spanischen Industrien schwierig; denn gewisse für den Betrieb notige Erzeugnisse sind nur aus Deutschland beziehbar, wie z. B. Anilin. Tausonde spanischer Arbeiter werden dadurch brotlos. Außerdem befinden sich in Spanien zahllose in Deutschland gebaute Maschinen, und sobald Ersatzteile nicht mehr beschafft iverden können, erwachsen neue Schwierigkeiten kur die beteiligten Werkstätten und Fabriken. Andere Länder mit ähnlichen Beziehungen zu Deutschland besitzen wenigstens bessere Verbindungen dahin, so die Schwerz, Holland, ^talrerr, die Balkanländer und - durch die Ostsee — auch Schweden unb Norwegen. Den Spaniern dagegen ist alles gesperrt. Sie werden den neuen schlechten. Dienst nicht vergessen, den die Verbündeten ihrem Handel und ihrer Industrie erwiesen haben.
Amerikas Protest an die westmachte
W T.-B. London. 22. März. (Nichtamtlich.) Die „Mor ningpoft" meldet aus Washington vom 19. März: TaS Staatsd^partenrent arbeitet an dem Protest gegen dre Blockade erklärung der Alliierten. Die Note wird erst in einigen Tagen fertig sein. Sie wird sich nur an die englische Verordnung selbst halten, nicht aber an die ergänzenden Erklärungen. Die Vereinigten Staaten werden den Standpunkt einnehmen, dak die englische Verordnung keine Blockade ankündigt urÄ daß, so lange keine Blockade besteht, ihre Grenzen nach dem anerkannten internationalen Brauch und den Forderungen des Völkerrechts bestimint werden und die Vereinigten Staaten nicht verpflichtet sind, die Blockade anz u erkennen. Wenn die Blockade augekündigt ist, erkennen die Vereinigten Staaten den Alliierten nicht das Recht zu. den Handelsverkehr zwischen den Vereinigten Staaten und neutralen Ländern zu verhindern, obwohl sie ihnen das Recht, gegen Konterbande einzuschreiten, zugesteheu. ^ie Existenz einer Blockade ist eine tatsächliche Frage, und die vom Völkerrecht verlangten Tatsachen, welche die Neutralen von der effektiven Blockade überzeugen könnten, sind nicht dargctan. ' Bis die Blockade' angekündigt ist, beschränken sich nach amerikanischer Auffassung die Rechte der Kriegführenden aus den Besuch und die Durchsuchung eines Schisses. Man erwartet, daß die amerikanische Note einen diplomatischen Schriftwechsel zwischen den Regierungen herbeiführen wird. In Washington hofft man, daß die Alliierten Zugeständnisse machen werden, welche die öffentliche Meinung befriedigen. Der Hauptpunkt des amerikanischen Protestes ist der, daß die Alliierten neutrale Länder nicht blockieren dürfen, was die Alliierten tatsächlich beabsichtigen- indem sie
amerikanische Güter nach dem neutralen Europa nicht lassen wollen. Es heißt, die Note werde betonen, daß, wenn die Lllliierten verhindern wollen, daß amerikanische Güter, die in gutem Glauben an Neutrale verkauft wurden, Deutschland erreichen, die Alliierten sich mit den neutralen Regierungen ins Einvernehmen setzen müßten, anstatt den gesetzmäßigen amerikanischen Handel zu schädigen
vom französisch-belgischen Rriegsschauplatz.
Zum Zeppelinbesuch über Paris.
Weitere Einzelheiten.
W. T-B. Paris, 23. März. (Nichtamtlich.) Die Presse veröffentlicht spaltenlange Berichte über den Flug eines Zeppelins über Paris. Die Blätter erklären, der angerichtete Schaden sei unbedeutend, ein moralischer Eindruck sei nicht erzielt worden. Die Neugierde, einen Zeppelin zu sehen, lasse jede Furcht vergessen. Vom! Stadtzentrum aus sah man deutlich die von den ftanzösischen Scheinwerfern belsuchteten Luftschiffe und man konnte das Platzen der ftanzösischen Granaten beobachten. In den Straßen hätten die Menschen dicht gedrängt gestanden. Der „Matin" berichtet, daß ein Zeppelin anscheinend von- Granaten getroffen und schwer beschädigt worden sei. Er habe sich nur mit Mühe in nördlicher Richtung enffernen können.
45 Bombe».
Berlin, 23. März. (Ktr. Bln.) Wie der „Tägl. Rundschau" aus dem Haag gemeldet wird, wurde die Zahl der über Paris abgeworfenen Bomben nunmehr aus über 45 fcstgestellt. Neun Häuser sollen vernichtet sein.
Dir Neugier der Pariser.
W. T-B. Paris, 22. März. (Nichtamtlich.) Die Agence Havas meldet: Die militärischen Behörden gaben folgend« Note bekannt: Ms in der Nacht zum Sonntag Zeppelinlust- schiffe gemeldet wurden, verbreitete sich eine große Anzahl^ von Neugierigen in den Straßen von Paris. Den @ra* wohnern wird im Falle eines neuen Alarms ungeraten, z u! Hause zu bleiben, sonst laufen sie Gefahr, nicht nur durch die Zeppelinbomben, sondern auch durch Geschoß- splitrer unserer Artillerie, bezw. der ftanzösischen Flugzeuge getroffen zu werden.
Neuer Alarm in Paris gestern abend.
W T.-B. Paris, 23. März. (Nichtamtlich.) Agence Habas meldet: Am Montagabend 9 Uhr wurde infolge Signalisierung eines Zeppelins neuer Marm in Paris geschlagen. Es wurden Vorkehrungsmatznahmen getroffen und die ganze Be- leuchtung gelöscht.
Siegreiche Lustkämpfe int Sundgau.
Br. Basel, 23. März (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)' Ein französisches F lu gz e u g g c s ch w ad er versuchte am Sonirtagvormittag das Obcrelsaß zu überfliege,u Es kam von Altkirch her in der Richtung gegen Blatzheim. Ein deutsches Fliegergeschwader ruckte vom Schwarzwald her kommend in beträchtlicher Hohe den französischen Flieger» auf den Leib. Diese «achte« in schleuniger Flucht Kehrt und flogen Bclfurt zu, immer verfolgt von den deutschen Fliegern. Wie man vernimmt, kam es zu einem großen Luftgefecht, bei dem die Franzosen den kürzeren zogen. Das Gefecht spielte sich nicht weit von der Schweizer Grenze ab. Don mehreren Seiten wird behauptet, cur französisches Flugzeug sei heruntergeschossen worden. Bon Basel aus konnte gegen Abend mehrmals ber Feuerschein von Geschossen beobachtet werden. Anch Zeppeline wurden von Basel aus gesehen.
Die grotzen englischen Verluste bei Neuve Thapelle
W. T.-B. Manchester, 22. März. (Nichtamtlich) Der Londoner Berichterstatter des „Manchester Guardian erfährt von einer Seite, die die vorliegenden Berichte einsehen konnte, daß die gesamten Verluste der Engländer bei Reuve Chapelle 8000 bis 0000 Mann betragen haben. Über 1000 vev» wundete Inder sind bereits in England angekommen.
Amsterdam, 19. März. Tie Verluste der Engländer bei Neuve Chapelle scheinen ungeheuer gewesen zu sein. Die Verlustlisten vom 10. bis 14. März enthalten die Namen bo» 305 britischen Offizieren, die bei Neuve Chapell« gefallen sind, verwundet oder vermißt wurden, darunter allein 113 T o t c. Die Verlustlisten der Mannschaften find in London noch nicht eingegangen. Unter den gefallenen britischen Offizieren befinden sich viele Mitglieder englischer Adelsfamilien, so Lord Perch, der zweite Sohn des HeiyaK von Northumberland, ferner ein Sohn des Grafen Elgin, ein Enke'' des Lord Burnham (ftüher Levy-Lawson, des Eigentümers des „Daily Telegraph"), ein Lord Brabourne und andere.
Die grotzen britischen Dffiziersverluste.
Sr. Rotterdam, 23. Mürz. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) A^r-s London meldet der „Nieu/we Rotterd. C-ourant , dah sich nach der neuen Verlustliste die Verluste an Offizieren be^ Neuve Chapelle und St. Eloi auf 724 erhöht haben. -
