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Montage 22. März, morgens. $Ott5Ct : flUS9ClbC. 1915 *
9 Milliarden Mark Kriegsanleihe
W. T.-B. Berlin, 21. März. (Nichtamt- lick.) Das heute vorliegende Ergebnis der Kri gsanleihezeichuungen erreicht NMilliarden Mark.
W.T.B. Berlin, 21. März. (Nichtamtlich.) Von den curat) 9 Milliarden Mark der neuen Kriegsanleihe entfallen 1600 Millionen auf Schuldbucheintragung und 750 Millionen auf Schatzanweifungen.
Einzelergebnisse.
Nr. Berlin, 21. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) 59 Reich? bankzweig st eilen, darunter 19 Haupt- ftellen, haben diesmal 8618 Millionen Mark Zeichnungen gegen 1675 Millionen Mark beim letztenmal erbracht. Die diesmal eingeführte Einrichtung, daß in allen Orten, in denen keine Sparkassen und keine Banken vertreten sind, die Post- a n st a l t e n durch ihre Briefträger die Zeichnungen ent- gegennchmen, hat sich glänzend bewährt. Auf diese Weise sind nicht weniger als 148 Millionen gezeichnet worden. — Die Großbanken und die großen Bankhäuser in Berlin erbrachten an Zeichnungen den Betrag von 1185 Millionen Mark, gegenüber 723 Millionen Mark bei der letzten Anleihe.
Sr. Berlin, 21. März, (Eig. Drahtbericht. Ktr, Bin.) Bei der Reichsbankstelle in Tilsit wurden 4,9 Millionen gegen 740 000 M. bei der ersten Anleihe gezeichnet. — Auch die Vorortgemeinden Berlins haben durchweg hrche Zeichnungsresultate erbracht. So zeichnete Schöneberg 27.2 Millionen (7,8 bei der ersten Anleihe). Wilmersdorf 3.9 Millionen (2,6), Eharlottenburg 22,3 Millionen (12).
Köln a. Rh. zeichnete 180 Millionen gegen 115 Millionen bei der ersten Kriegsanleihe; Düsseldorf 280 gegen 180 Millionen; F r a n k f u r t a. M. 327 gegen 148 Millionen; D a r m st a d t etwa? über 49 gegen 23 Millionen Mark.
IV. T--B. Stuttgart, 20. März. (Nichtamtlich.) Bei der Reichsbankhauptstelle Stuttgart mit ihren Nebenstellen in Württemberg wrkrden 207y 2 Millionen gegen 90 Millionen Mark bei der ersten Kriegsanleihe gezeichnet.
Der Kaiser an vr. Helfferich.
Br. Berlin, 21. März. (Nichtamtlich.) S. M. der Kaiser hat auf die Meldung über das Ergebnis der Kriegsanleihczeichnnngcn an den Staatssekretär deS Reichsschatzamtes Dr. Helfferich nachstehendes Telegramm gesandt: Meinen besten Dank für die erfreuliche Meldung und wärmsten Glückwunsch zu dem glänzenden Ergebnis der Kricgsanleihe-Zcich- ltungen. Auch die Feinde unseres Vaterlandes werden daraus erneut erkennen, dast es dem deutschen Volke mit dem Kampfe um seine Existenz weder an kriegerischen noch an wirtschaftlichen Waffen fehlt, seinen unerschütterlichen Willen zum Siege durch- ,„halten und durchzusetzen. Wilhelm, I. R.
Der Taoesbericht vom 21. März.
Erfolgreicher Sturmangriff in den Vogesen. — Mißbrauch der Kathedrale von Soissons. — Paris und Tomplsane aus Luftschiffen bombardiert.
Im Osten russische Angriffe abgeschlagen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 21. März.
(Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Südöstlich von B p e r n wurde ein englisches Flugzeug hcruntergeschosten. Die Insassen wurden gefangen genommen. Zwei französische Versuch«, uns die am 16. März eroberte Stellung am Südabhang der Lorettohöhc wieder zn entreißen, mißglückten.
Ans der Kathedrale von SoissonS, welche die Genfer Kreuzflagge trug, wurde eine französische Beobachtungsstelle erkannt, unter Feuer genommen und beseitigt.
In der Champagne, nördlich von Beauscjour, trieben unsere Truppen ihre Sappen erfolgreich vor und hoben mehrere französische Gräben aus. Dabei nahmen sie 1 Offizier und 299 unvcrwundete Franzosen gefangen.
Die von zwei Mpenjäger-Bataillonen tapfer verteidigte Kuppenstellung auf dem Reichsackerkops wurde gestern nachmittag im Sturm genommen. Der Feind hat s ch w e r st e B e r l u st e und ließ drei Offiziere, 250 Mann, 3 Maschinengewehre und einen Minenwerser in unserer Hand. Französische Gegenangriffe wurden abgeschlagen.
Um die Antwort auf die Untaten französischer Flieger in der elsässischen Stadt Schlettstadt eindringlicher zu gestalten, wurden heute Nacht ans die Festung Paris und den Eisenbahnknotenpunkt Compisgne durch Luftschiffe einige schwere Bomben geworfen.
westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen O m u l e w und O r z y c wurde ein russischer Angriff abgeschlagen, wobei wir 2 Offiziere und 600 Mann zu Gefangenen machten.
Zwei russische Nachtangriffe auf Jednorozek brachen in unserem Feuer zusammen.
Oberste Heeresleitung.
Der Kamps um die Dardanellen.
Bericht der britischen Admiralität.
IV. T.-B. London, 20. März. (Nichtamtlich.) Die Admiralität veröffentlicht folgenden Bericht: Nachdem während der letzten zehn Tage das Minenfegen in den Dardanellen andauernd fortgesetzt worden war, wurde vorgestern morgen ein allgemeiner Angriff der englischen und französischen Flotte auf die Forts in den Meerengen unternommen. „Queen Elizabeth", „Inflexible", Agamemnon" und „Lord Nelson" beschossen mn 10 Uhr 45 Min. die Forts Kilid Bahr und Chanak, während „Triumph" und „Prince George" die Batterien vor Dardanas beschossen. Aus den Haubitzen und Feldgeschützen wurde ein heftiges Feuer auf die Schiff« eröffnet. Um 1 Uhr 22 Min. fuhr das französische Geschwader, bestehend aus den Schiffen „Suffren", „Gaulois", „Charlc- maigne" und „Dauvet", in die Dardanellen ein und begann die Forts auf kurze Entfernung anzugreifen. Die Forts Kilid Bahr und Mamezieh antworteten kräftig. Ihr Feuer wurde durch die Schlachtschiffe zum Schweigen gebracht, die alle während des Gefechtes mehrere Male getroffen wurden. Gegen 1 Uhr stellten alle Forts das Feuer ein. „Ben- geance" und „Mcrjestic" kamen herbei, um die Schlachtschiffe in der Straße obzuls'en. Als das französische Geschwader herausfuhr, wurde „B»i»et" durch eine treibende Mine in die Lust gesprengt und sank in 8 Minuten 650 Meter von dem Dorfe Arenkioj entfernt. Um 2 Uhr 26 Min. erneuerten die Schiffe den Angriff auf die Forts, während gleichzeitig Minen- fsger an die Arbeit gingen. „I r r e f i st i b l e" verließ, sich schwer überneigend, um 4 Uhr 9 Min. die Schlacht- linie, um 5 Uhr s a n k das Schiff, wahrscheinlich infolge davon, daß es auf eine treibende Mine geraten war. „O ce a n" stieß um 6 Uhr 5 Min. ebenfalls auf eine Mine. Beide Fahrzeuge sanken im tiefen Wasser. Die gesamte Besatzung wurde unter heftigem Feuer in Sicherheit gebracht. Der „Gaulois" wurde durch Gefchützfeuer beschädigt. „Inflexible" wurde auf dem Vorderschiff von schweren Granaten getroffen. Er muh ausgebessert werden. Die Verluste der Schlachtschiffe sind dadurch verursacht worden, daß Minen mit dem Strom trieben und in die bereits reingefegten Teile der Straße gerieten. Diese Gefahr erheischt besondere Vorkehrungen. Bei dem „Bouvet" ist wahrscheinlich eine Explosion im Innern erfolgt, nachdem er auf eine Mine geraten war. „Q u e e n" und „Implacable", die bereits vor diesen Operationen aus England abgefahren waren, um verlorene Schiffe zu ersetzen, müsicn bald ankcmrmen und werden so das Geschwader wieder auf seine -ursprüngliche Höhe bringen.
ver französische Bericht.
W. T.-B. Paris, 20. März, (Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Während der Operationen in den Dardanellen am 18. März hatten die verbündeten Seestreitkrärte ein starkes Feuer auszuhalten. Die Kriegsschiffe stießen auf Schw im m- Minen in der Meerenge. Französische und englische Panzerschiffe beschossen heftig die Forts Kilid Bahr, Tschanak-Kaliffe und Dardanos sowie die Landspitze Kephez. Die während des heißen Tages erzielten Ergebnisse kosteten empfindlich e B e r l u st c. „B o u v e t" versank infolge einer Minen- explosion. „Gaulois" wurde infolge von durch das feindliche Feuer verursachten Beschädigungen augenblicklich außer Gefecht gesetzt. Die englische Flott hat gleichfalls gelitten. Zwei ihrer Panzerschiffe tvurden durch Minen versenkt. Diese Verluste, so peinlich sie auch sind, werden den Lauf der Operationen nicht aufhalten. Sofort nach dem Eintreffen der Nachrichten über den Unfall des „Bouvet" telegraphierte der Marineminister an „Henri IV.", der sich an der syrischen Küste befindet, er solle den Platz des „Bouvet" einnehnien. Nachrichten über das Schicksal der Besatzung des „Bouvet" sind noch nicht eingclaufen. Gewisse Mitteilungen gestatten die Behauptung, daß ein Teil der Besatzung, dessen Stärke nicht genau angegeben ist, gerettet worden ist.
Der Eindruck in Paris.
Br. Mailand, 21. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) .Secolo" meldet aus Paris: Die Nachricht von dem Verlust
dreier Schlachtschiffe in den Dardanellen hat einen gewissen Eindruck gemacht, aber im Grunde nicht überrascht. Nach dem AuSgang der Unternehmung des Kreuzers „Amethyst" sei man auf große Opfer vorbereitet ge, wesen. Am Tage vor dem allgemeinen Angriff, 18. März, hat der Kommandant der französischen Flotte vor den Dardanellen Admiral Guepratt mehreren Pressevertretern gegenüber seine Hoffnung und bestimmte Überzeugung ausgesprochen, daß die Öffnung der Dardanellen sehr bald werde bezwungen werden. Die Pariser Blätter schickten sich gerade an, die Unterredung zu veröffentlichen, als die Kunde von dem Untergang der französischen und englischen Schiffe eintraf. Infolgedessen wurde die Veröffentlichung von der Zensur untersagt.
Der türkische Bericht.
W. T.-B. Konstantinopel, 20. März. (Nichtamtlich.) Dos Hauptquartier teilt mit: Durch Beobachtungen von der Landseite her ist zweifellos festgestellt, daß während der Schlacht in den Dardanellen das französische Panzerschiff „Bouvet" vor dem Untergang von zwei Bomben großen Kalibers getroffen wurde. Fünf von unseren Granaten erreichte» den „Queen Elizabeth" und vier den „Jnflexible". Aus unserer Seite wurde n u r e i n weittragendes Geschütz beschädigt. Unsere Verluste an Menschen betragen ungefähr 20 Tote. Heute hat der Feind keine Unternehmung ^gen die Dardanellen versucht.
Die Verluste der Verbündeten.
Br. Rom, 21. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) AuS Athen erfährt man folgewde Angaben über die englisch-französischen Verluste am 18. März i« den Dardanellen. Unter gingen das französische 12000- tönnigc Panzerschiff „B o u ve t", das englische 16 350 Tonnen haltende Panzerschiff „A f r i k a", das englische 15 000 Tonnen haltende Panzerschiff „Irre- sistible", das englische Panzerschiff „Ocean" uud ein französisches Torpedoboot. Ferner sind kampfunfähig gemacht worden: Das französische 11 000 Tonnen haltende Panzerschiff „G a u l o i s", das englische 14 000 Tonnen haltende Panzerschiff „Cornwall i s". Von den Schiffsbrsatzungen sind 30 0 0 Mann tot, 1000 wurden gerettet, einige Hundert sind an das Ufcx geschwommen und gefangen genommen worden. Anscheinend wird die englische und französische Admiralität vor der Fortsetzung der Beschießung Truppen landungen unternehmen, um die Dardanellen namentlich von der asiatischen Landseite anzn, greisen.
Die ganze Besatzung des „Dcean" ertrunken.
Br. Athen, 21. März. (Eig. Drechtbericht. Ktr. Mn.) Die ganze Besatzung 'des englischen Linienschiffes „Ocean" ertrank, als das Schiff in der Nähe von Kanmndra sank.
Englische Eingeständnisie.
W. T.-B. London, 21. März. (Nichtamtlich.) Die »Dcor- ningpost" schreibt in einem Leitartikel über d«n Kanvpf in den Dardanellen: Was die verlorenen Schlachtschiffe betrifft, so wird das Publikum Freude empfinden, daß die Mannschaften meist gerettet wurden, obwohl die Verluste zweifellos beträchtlich sind. Die Schiffe wurden alle (?) durch treibende Minen zum Sinken gebracht. Andere Schiffe des Geschwaders wurden aber durch das Feuer der Land- bcrttcrien kampfunfähig gemacht. Wir brauchen uns nicht zu verschweigen, daß die Türken der vereinigten Flotte «nen schweren Schlag verseht haben. Die drei Schlachtschiffe waren, obwohl sie nicht modernster Konstruktion waren, doch mächtig und wertvoll.
Oie halbamtliche deutsche Würdigung.
W. T.-B. Berlin, 21. März. (Nichtamtlich) Die „Nords. Mg. Ztg." schreibt zu dem Kampf um die Dardanellen: Je mähr Einzelheiten über da§ Ereignis in den Dardanellen bekannt werden, um so höher erscheint der Erfolg, den die türkischen Waffen gegenüber den englffchen und französischen Angreifern errungen haben. Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Kämpfe sich den r u h m r e i ch st e n kriegerischen Daten der Osmanen würdig anreihen und daß sic, wenn erst ihre Durchführung bis zum siegreichen Ende vorliegt, zu den glänzendsten Leistungen der europäischen Kriegsgeschichte überhaupt zu rechnen sein werden. Freilich gibt England und Frankreich, wie aus Londoner und Pariser Berichten hervor- geht, die Sache noch nicht verloren, sondern kündigt erhöhte Anstrengungen zu Wasser und zu Lande an. Die vorzügliche Haltung der Verteidiger der Dardanellen läßt jedoch erwarten, daß sie auch weiteren Anforderungen sich gewachsen zeigen. Ganz Deutschland folgt den Geschehnissen an den Zugängen der Hauptstadt des Osmanenreiches mit lebhafter An- teiltiahme und wünscht unseren tapferen osnurnlschen Verbündeten, daß sie die entscheidenden Schläge vernichtend führen,
