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Witsbsdkiier iaplatt.

»erlaß Langgasse 21 tttSfhanffifh 12 BUSööbßlt. ^ .,Tag»l-tt^-»e-- Nr.sezos».

- lvOu)Cnillvlj ” Bo» S Ubr morgen» bis 8 Uhr abends, anher Sonntags.

Leballer-Halle geSffnel oon 8 Uhr morgen» bi» / Uhr abend«. ^

! »riUgs.Pre,« für beide Ausgaben: 70 Mg monatlich, M 2.- vierteljährlich durch den Verlag l Lanagafie st. ohne »ringerlohn M 8.- vierteljährlich durch alle deutschen Poftanstalten. anSschlieglich , Bestellgeld — «erngs-Bcftellnngen nehmen angerdem entgegen^ in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- I marckring 12. iowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aus- I gadestellen und in den benachbarten Landvrten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

„Tagdlatt-Hau»" Nr. 6(550-53.

Bon s Ubr morgen» bis 8 Uhr abends, anher Sonntags.

Bdreinen-Preis für die Zeile: IS Big. für örtliche Anz-.igen im „Arbeitsmarlt" und „Kleiner Anze,«r in einheitlicher Satzfornil ^o Psg. in davon abweichender Satzaussuhrung, sowie für alle ubr,gen örtlichen Anzeigen: 3» Psg.dsür alle auswärtigen Anzeigen: 1 Wk. sür öriliche Reklamen; 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

Berliner Schriftleitung dt» Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. «6. Fernspr.: Amt Uhl-nd 450 u. 451

Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeschriebrneu Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Samstag» 20. März 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 133. ♦ 63. Jahrgang.

Bis jetzt 804000 Kriegsgefangene in Deutschland!

Besichtigung des Gefangenenlagers in Döberitz durch den Reichstag.

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

Berlin. 19. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Etwa 200 Mitglieder des Reichstags besuchten heute trotz des denkbar ungünstigsten Wetters das Gefangenenlager in Döberitz. Die Führung hatte der Kommandant von Döberitz. General v. L o e b e l l, übernommen. Die verschiedenen Einrichtungen wurden von den Abgeordneten mit großem Interesse besichtigt, insbesondere erregte die Unterbringung der Gefange­nen und ihre Verpflegung das Interesse, aber auch die uneingeschränkte B e f r i e d i g u n g der Besucher. Be, dmer Gelegenheit wurde den Abgeordneten mitgetc-.lt, daß die E-e- s a m t z a h l der in deutschen Gefangenenlagern untergebrach­ten russischen, englischen, französischen »nd belgischen Militärs, ohne Zivilgefangene, jetzt auf 804000 Mann gestiegen lst.

vie vardanellen-veschietzung.

Zwei weitere enylistde Panzerschiffe in den Dardanellen vernichtet.

W.T.-B. Konstantinopel, 19. März. (Nichtamtlich.) Die „Aqence Milli" meldet: 3 *e t, t »t 8 1 1 f i) e

Panzerschiffe vom Typ „I r r e s r st r b l e und ,,A f r i k a", die bereits beschädigt worden waren, sind heute nacht durch das Feuer der türkischen Batterien

»um Sinken gebracht worden. .

Die 8 Linienschiffe des „I r r e s, st, b l e -Thp sind ,n den Jahren 1898 bis 1902 bom Stapel gelaufen. Sie haben eine Geschwindigkeit von ca. 18 Seemeilen bei 15 250 Tonnen Wafferverdrängung, und die Bestückung besteht ans mer^30,5> Zentimeter-, zwölf 15-Zentimeter- und sechzehn 7,6-^entt- meter-Geschützen Zu diesem Typ gehörte auch der vor Sheerneß in die Luft geflogene Julttatl". Die acht Linienschiffe des ..A f r i k a" - T y p liefen in den Jahren 1903 bis 1905 vom Stapel. Sie laufen ca. 19 Knoten bet einer Wasserverdrängung von 17 800 Tonnen. Die Bestückung besteht aus vier 30,5-Zentimeter-, vier 23,4-Zentimeter. zehn 15-Zentimeter-, zwölf 7,6-Zentimeter- und zwölf 4,7-Zenti- meter-Geschützen.

Ein englisches Linienschiff schwer beschädigt abaeschleppt.

W.T.-B. Konstantinopel, 19. März. (Nichtamtlich, Meldung der „Agence Milli".) Ein türkischer Flieger hat festgestellt, daß ein Panzerschiff vom Typ „C o r n- Wallis" von mehreren Schiffen nach Tenedos g e-

schleppt wurde. ... .

Zum „Cornwall, s" - TYp gehören fünf Linien­schiffe von 14 200 Tonnen Wasserverdrängung und ca. 20 Seemeilen Geschwindigkeit, sämtlich ans dem Baufahr 1901 Die Bestückung seht sich zusammen aus vier 30,5-Zentimeier-, zwölf 15-Zentimeter-, zwölf 7,6-Zentimeter- und zwei 4,7 Zentimeter-Geschützen.

Die völlige Wirkungslosigkeit der veschietzung.

w. T.-B. Konstantinopel, 19. März. (Nichtamtlich.) Um durch die Beobachtung unparteiischer kompetenter Zeugen die durch das Reutersche Bureau und die Presse der AlliiMten verbreiteten lügenhaften Berichte über die bisherigen Ergeb- niste der gegen die Dardanellen gerichteten Operationen zu widerlegen, halte der Kriegsminister den amerikanischen Bot­schafter M o r g e n t h a u, den österreichisch-ungarischen Mili­tärbevollmächtigten Generalmajor Pomainkowski so­wie den Justizminister Ibrahim-Bei, den Senator Marschall F uad -P afcha, die Deputierten Ali, Bai» dar und Ridat sowie mehrere andere Persönlichkeiten ein­geladen. die Dardanellen zu besichtigen. Die genannten Per­sönlichkeiten,, die von der Besichtigung bereits zurückgekehrt sind, nahmen alle wichtigen Verteidigungsstellen inAugenschein und stellten fest, daß alle Batterien der Forts ohne Ausnahme mit Einschluß sämtlicher Geschütze voll­kommen unversehrt und die sie verteidigenden £ ffi- zs«re und Mannschaften von herrlichem Geiste erfüllt und voll unerschütterlichen Vertrauens sind. Eingehende Berichte aus neutraler Quelle in Smyrna stellen neuerdings den vollständigen Mißerfolg der letzten Beschießung der Forts van Smyrna durch die feindliche Flotte fest. Von 500 Schüssen, die die englischen und französischen Kriegsschiffe abgaben, erreichten nur 4 ihr Ziel. Die türkischem Forts er­widerten das Feuer tapfer und mit Erfolg. Die Bewohner der Stadt gingen ruhig ihrer Wege und hatten nur Worte des Spottes für die Ungeschicklichkeit der feindlichen Flotte.

Weitere Einzelheiten über das Seegefecht vor den Dardanellen.

W. T.-B- Konstantinopel, 19. März. (Nichtamtliche Uber das Gssecht in den Dardanellen wird ergänzend gemeldet: Ein Geschwader von 6 englischen und 4 französischen Linien­schiffen griff gestern vormittag lli/ 2 Uhr drei Befestigungen der Dardanellen an, während der andere Teil der ver- bündtten Flotte in der Bucht von Saros operierte. Nach einem heftigen Feuergesecht zogen sich die gegnerischen Streit­kräfte um 21/2' Uhr nachmittags zurück. Ein Teil des Ge­schwaders setzte das Feuer bis 5 Uhr nachmittags aus weiter Entfernung in großen Zwischenräumen fort. Das französi­

sche Linienschiff „Bo uv et" stieß nahe der Einfahrt nach­mittags 2s/ 2 Uhr aus eine Mine und sank in 3 Minuten. Ein englisches Torpedoboot wurde in den Grund geschossen. Das englische Linienschiff „I r r es i st ibl e" wurde aktionsunsähig, ein weiteres Linienschiff wurde schwer beschädigt.

Ein türkisches Torpedoboot feindlichen Kriegsschiffen entwichen.

»r. Turin, 19. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einem Athsner Telegramm der „Gazetta del Popolo ist es einem unter dem Kommando des deuffchen Kapitäns v. Fircks stehenden türkischen Torpedoboot gelungen, der Aufmerksamkeit der verbündeten Kriegsschiffe in den Darda­nellen zu entgehen und unversehrt in Smyrna anzu- konrmen.

Zur Neutralitätsverletzung in Lemnos.

Wien, 18. März. Zu der Besetzung der Insel Lemnos durch die Engländer und Franzosen und der Absetzung der dortigen griechischen Behörden schreibt die „Neue Freie Presse": Dieses Vorgehen zeigt so recht, wie w e i t es mrt der Achtung vor den Neutralen her ist, welche die Eng­länder und Franzosen als Aushängeschild sür ihre selbstsüchti- gen Ziele benutzten. Belgien ist offenbar von einer ganz kostbaren Neutralität gewesen; schon bei Holland und der Schweiz verslüchtet sich dieser Gottesdienst vor der Neutralität, und sie schwindet vollends in O st a s i e n, wo mit englischer Sanktion die Japaner das Brutalste an Neutralitätsverletzung geleistet habe». Besonders lieblich erscheint das Vorgehen gegenüber Griechenland. Die Dreiverbandsmächte haben sich feierlich verpflichtet, Griechenland in dem Vefi^ der. Jn>fetn nicht zu stören; aber was kümmert Recht oder Unrecht, da Griechenland nicht gehorchen will, muß es eben die Faust rm Nacken spüren und ist allen Bösartigkeiten der KriegKführung des Dreiverbands ausgesetzt. Wenn jemals die Moral im Vülkerverkehr zertteten wurde, so jetzt durch die Politik Eng­lands und Frankreichs.

Englands gewagtes Spiel.

Ein Schweizer Urteil.

Die „Basler Nationalzeitung" vom 14. März schreibt: Die Engländer bombardieren die Dardanellenforts aus immer größerer Entfernung und beweisen damit, daß chr Wunsch nach eigener Schonung st ä r k c r ist, als der Wille zum Sieg. Mtt der Verzettelung ferner Kraft spielt England ein gewagtes Spiel. Belgien gab es der Vernichtung preis; Frankreich läßt es rn morde» rischem Frontalkampf bluten, begnügt sich selbst aber mit der Festhaltung des seinen Interessen dienenden Küsten­strichs Calais-Boulogne. _ Während französische Marineinfanterie schon längst aus heimischem Boden kämpft, beschießen englische Seeleute türkisches Küstengebiet, wer! gerade dort keine feindlichen Kampfschifse und deut­sche Unterseeboote sind Gleich gewagt ist auch Englands politisches Spiel. Heute schon liebt das ffanzösische Volk England nicht mehr, da sich die Einsicht durchringt, wohin britische Selbstsucht Frankreich ftihrt. Dre Freundschaft Rußlands entsprang der Not, nicht eigenem Trieb. Rücksichtslose und einseitige Auslegung des Völker­rechts erbittert alle Neutralen. Gelegenheitsunter, nehmungen, wie die des englischen Gesandten Findlay gegen den irischen Volksabgeordneten Sir Roger Cafe» ment, dre aus dem Rahmen rücksichtsloser Realpolitik her- ausfällt und keineswegs durch souveränes Stillschweigen der Vergessenheit anheim gegeben werden kann, ebenso wie die offizielle englische Behandlung deutscher Untersee­bootsoffiziere untergraben mit tödlicher Sicher­heit die Achtung vor England, die ihm von allen über den Durchschnitt stehenden Weltbürgern in so hohem Maße zu­teil wurde, auch damals, als es jahrzehntelang in seiner „splendid isolation" stand.

Spaniens Haltung in der Dardanellensrage.

W. T.-B. Paris, 18. März. (Nichtamtlich) Der „Temps" meldet aus Madrid: Die Blätter erörtern die Haltung, welche Spanren ttn Hinblick aus die Erklärung von Car tHage na im Jahre 1907 durch welche der Status guo anerkannt wurde, einnehmen müffe, falls die Verbündeten die Dar da- nellendurchfahrt erzwingen. Ministerpräsident Dato erklärte auf eine diesbezügliche Anfrage, daß der Augenblick m ch t geeignet sei sich mit der Frage zu beschäftigen. Wenn der Lauf der Ereignisse eine Drohung für Spanien darstelle., werde die Diplomatie eingreifen, um die spanischen Jntereffen geltend zu machen.

Eine Unterredung mit Halil-vei.

Sr. Berlin, 19. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der türkische Kammerpräsident Halil-Bei ist Ijeute in Berlin angekommen. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „V. T." äußerte er, er sei in amtlicher, politischer Mission in S 0 s - a gewesen. Er habe günstige Eindrücke von der dortigen Stimmung empfangen. Der Zweck seines Berliner Besuches sei, mit den leitenden Persönlichkeiten der auswärtigen Politik in Fühlung zu treten. Nebenbei wolle er auch über seine Eindrücke, die er auf der Reise durch die Balkan st aaten gewonnen, hier Bericht erstatten. Zur militärischen Lage sagte Halil-Bei, daß die ganzen aus­ländischen Derichie über eine Panik in Konstantinopel, über angebliche Erfolge der Verbündeten vor den Dardanellen, nicht wahr seien. Es herrscht vollkommen Ruhe in der Hauptstadt der Türkei sowckL als im Reiche. Nach meiner

Meinung, sagte der Präsident, besteht für unsere Gegner auch nicht die allergeringste Aussicht, daß sie je die Dardanellen nehmen können. Man hat in der feindlichen Presse auch von einem Attentat auf Frhru. v. d. Goltz gesprochen. Nicht ein Wort ist davon wahr. v. d. Goltz kam vor einigen Tagen von einer Dienstreise zurück und es wurde ihm bei seiner Ankunft in Konstantinopel von dem Publi­kum ein geradezu begeisterter Empfang zuteil. Halil-Bei erwähnte, daß er etwa 8 bis 14 Tage in Berlin ver­blechen Ivolle. Er wird die gegenwärtige Session des Reichs­tags benutzen, um mit dem Präsidenten des Reichstags Dr.

K a e m v f in Fühlung zu treten. — Der Mitarbeiter des „B. T." hatte weiter Gelegenheit, mit Dschavid-Be: zu sprechen. Dieser teilte mtt, daß seine Finanzmission zur vollsten Zufriedenheit beider Interessenten, so­wohl Deutschlands wie der Türkei, erledigt sei. Er wird heute abend in Begleitung des finanziellen Vertreters der Türkei, Baron v. Wassermann, zu einem Besuch nach Hamburg und Kiel reisen und anfangs nächster Woche nach Konstmtti- nopel znrückkehren.

Die türkischen Mitglieder des Haager Schieds­gerichtshofes.

W. T.-B. Konstantinopel, 18. März. (Nichtamtlich.) Der gewesene Arbcitsminister Haldschian, der Rat des Kassa­tionshofes Osman, und der Deputierte von Koniah, Scheref, sind an Stelle von Said, Noradunghian und Georgiadis zu Mitgliedern des Haager Schiedsgerichtshoses ernannt wor­den. Der gewesene Grußwesir, Hakki-Pascha, wurde wieder zum Mitglied ernannt.

von den östlichen Kriegsschauplätzen, ver österreichisch-ungarische Tagesbericht. Die Russen überall zurückgeschlagen.

800 neue Gefangene.

W. T.-B. Wien, 19. März. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 19. März, mittags: In den Karpathen im Raume von L «p k0 w und S m 0 l n i c lebhafter Geschütz­kampf. Ein auf den Höhen südwestlich Bali grob ange- srtztrr Nachtangriff der Russen wurde nach kurzem Feuer- kampi zurückgeschlagen. Starke feindliche Kräfte griffen vormittags unsere Stellung nördlich des N f z 0 k e r P a s s e s an. So wie am 14. März wurden sie auch gestern unter schweren Verlusten abgewiesen.

An der Schlachtfront in S L d 0 st g a l i z i e n wurde vor- mittags erbittert gekämpft. Die zahlreichen Angriffe, die der Feind diesmal gegen die Mitte und den linken Flügel der Stellung richtete, scheiterten durchweg an der feste» und standhaften Haltung unserer braven Truppen. Dev Gegner erlitt sehr schwere Verluste. Das Angriffsfeld ist b e d e ck t von T 0 t e n. 5 Offiziere und 500 Mann des Fein­des wurden entwaffnet und gefangen.

An der Front in Westgalizien und Polen keine Veränderung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H ö s e r, Feldmarschalleutnant.

Die Kriegsbeute des 38. Rescrvekorps in den Masuren.

Br. Kassel, 19. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Das zumeist aus dem Bereich des 11. Armeekorps rekrutierte 38. Reservekorps hat, wie das stellvertretende Generalkom­mando in Kassel mitteilt, in der Masurenschlacht allein 7 Generale, viele Offtzicre und 25 000 Mann gefangen genommen sowie 50 Geschütze und viele Maschinenge­wehre erbeutet.

Baron Sieders.

Berlin, 19. März. (Ktr. Bln.) Die Vernichtung der 10. russischen Armee unter General Siebers weckt, wie dem „Berl. Tagebl." aus Königsberg gemeldet wird, die Erinne­rung daran, daß in den 80er Jahren ein Baron S i e v e r s lange Jahre ostpreußischer Grundbesitzer war. Er kaufte WwGahre 1888 in Kainpen un Kreise L ö tz e n das Gut des Herrn v. Vontheim und verkaufte es nach einigen Fahren wieder an den früheren Besitzer, und zwar unter sehr bedeutendem Verlust.

Russische Lügen.

Der Berichterstatter der „Neuen Fr. Presse", Roda, mel­det nach Mitteilunig eines bei Lupküw kämpfenden Offiziers, die Russen arbeiteten mit den verwerflichsten Kriegslisten. EiPN Teil ihrer Truppen schicken sie scheinbar zur Über­gabe vor, um dann die mit der Entwaffnung beschäftigten Österreicher und Ungarn durch versteckt gehaltene Abteilungen oft von mehreren Seiten anzugreifen. Die russischen Verluste seien furchtbar, die Flächen vor der Front seien wahrhafte L e i ch e n s e l d e r, die bei der S ch n e e s ch m e l z e zum Vor­schein kämen. Russische Gefangene hätten nicht die leiseste A h n u n g vpn dem, was in der Welt vorgehe; sie glaubten, die N 0 r d a r m e e n seien in Berlin. Die russi­sche Führung vertröste die Leute von Woche zu Woche auf den Friedensschluß und erfinde immer wieder Ausreden, wie die Österreicher urrd Ungarn hätten Frieden nur schließen wollen, wenn die Russen katholisch würden, Erfindungen, die zugleich die Wut der Massen ausstachelten.

Massenhafte Pockenschutzimpfungen in Petersburg.

W. T.-B. Petersburg, 18. März. (Nichtamtlich.) Ti- städtische SanitätskomMission ist mit der Ausarbeitung Vv' Maßregeln zur Verhütung einer Pockenepidemie in