Sk. 129.
Donnerstag, 18. März 1S18.
Wiesbavenrr Tagdrar».
Morgen-AnSgabe. Erstes Man.
Sette 5.
Deutscher Reich.
* und Perfonal-Rachrichten. Aus Anlatz des 50- jäbrigen AmtsjuMäuurs des Abts von Loccmn, Dr. Hart- lyig, verlieh der Kaiser dem Jubilar den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Mt mit Eichenlaub.
Freiherr Karl v. Lindenfels. Kämmerer und Reichs- rat der Krone Bayerns. ist am Dienstag auf Schloß 4 chmmea- «uth gestorben. Er war ein Schwager des früheren Mrmster- präsidenten Grafen Crailsheim. .
* Der Kaiser an den Rheinischen ProvrnziaNandtac,. Berlin, 17. März. Der Kaiser hat den Morgenblättern zufolge nachstehendes Telegramm an den Rheinischem Provinziallandtag gerichtet: Dem Rheinischen Provinziallandtag für die freundliche Begrünung meinen wärmsten Dank. Wenn auch die geplante Feier der hundertjährigen Zuae- hörigkeit der Rheinprovinz zur Krone Preußens durch die über das Vaterland gekommene Heimsuchung verhindert ist: Die Treue zu meinem Hause und die Liebe zu dem rn den vergangenen 100 Jahren groß gewordenen Vaterland konnte nicht feierlicher zum Andruck kommen, als es durch die rheinischen Söhne mit Kraft und Heldenmut auf dem Schlachtfelde und durch die übrigen Rheinländer mit Opferfreudigiei. und Hilfsbereitschaft in der Heimat geschehen ist. Got. der Herr begleite auch hinfort meine schöne Rhernprovinz und ihre Bewohner mit seinem Segen und schenke T^uftch.and nach schweren Kämpfen reiche Siege und eine glückliche Zu-
^"^Die Schlußsitzung des rheinischen Provinziallandtags. W. T.-B. Düsseldorf, 17. März. (Nichtamtlich) . Nach viertägiger Dauer wurde heute der 55. rheinische Provinziallandtag beschlossen. In seiner Schlutzansprache führte Ober- präfident Freiherr v. Rheinbaben aus. mit besonderem Danke werde es in allen Teilen der Rheinprovinz und über deren Grenzen hinaus empfunden werden, datz die Provinz durch die einmütige Übernahme der Fürforge^fur die Kriegsbeschädigten, gestützt auf die bereitwillige Mitwirkung gemeinnütziger Organisationen, unseren verletzten Streitern die helfende Hand reichen wird. So klingt rn dieser ernsten Zeit der zufamwengetretene Landtag in dem Gelöbnis aus. zusammenzustehen in Einigkeit und Kraft bis zu dem van des Kaisers und Königs Majestät gekennzeichneten Ziele, einem ehrenvollen, die Zukunft unserer Nation sichernden Frieden. Nach einem Hoch auf den Kaiser ging
das Haus auseinander. .
* Beschlagnahme des Vermögens einer Landesverräter,«.
Koblenz. 16. März. Das Kriegsgericht der Festung Kob- lenz-Ehrenbroitstein macht folgendes bekamst: In der Strafsache gegen Frau Toni Werntgen m Kosti wegen Landesverrats wird das Vermögen, das die Auge- schuldigte besitzt oder das chr später noch zufällt m i t B e. schlag belegt. Frau Werntgen ist die Mutter des Fliegers Werntgen, der in Bonn vor einigen Jahren tödlich verunglückt ist.
Heer und Zlotte.
Generalarzt v. Schmidt tz. Degerloch bei Stuttgart, 17. März. Generalarzt v. Schmidt, der 1865 den Feldzug in Mexiko mitmachte und später Korpsarzt des württem- bergischen Armeekorps war, ist im Wter von 75 Jahren gestorben.
post und Eisenbahn.
ytf. T.-B. Die Einnahmen der deutschen Staatseifenbahnen. Berlin, 16. März. (Nichtamtlich.) Im Januar 1915 betrugen di.e Einnahmen bei den deutschen Staatseisenbahnen aus dem Personenverkehr 82,2 Millionen gegen 79 Millionen im Dezember; aus dem Güterverkehr 90,8 gegen 95,8 im Dezember, in Priyenten der Einnahmen vom Januar 1914. Läßt man die Reichseisenbahnen in Ersatz- Lothringen, bei denen der öffentliche Verkehr besonders eingeschränkt ist, unberücksichtigt, so stellen sich die Verhciltnis- zahlen kür Januar 1915 aus 83,6 bezw. 92,7. Für die Steigerung im Personenverkehr gegen den Dezember und den Rückgang im Güterverkehr gegen Dezember ist darauf hinzn- weisen, datz der Januar einen Sonntag mehr und demzufolge einen Arbeitstag weniger hatte als der Januar 1914.
RPA Nach Bulgarien und der Türkei dürfen bis ans weiteres folgende Waren in Paketen und Mustern ohne Wert nicht versandt werden: Gebrauchte Kleidungs- und Wäsche
stücke Bettdecken und Bettücher, gebrauchte Säcke, altes Papier, "umven ferner Weintrauben frische Gemüse und Fruchte sowie all« Lebensmittel, die nicht so verpackt sind, datz ihre Berührung unmög lich ist. _
Kurland.
Italien.
Der neue Jesuitengeneral beim Papst. Rom, 16.März. Der Papst empfing heute den neuen Jesuitengeneral Grafen Ledochowski, der ihm sämtliche Mitglieder der Generalkongre- gation, die dieser Tage Rom verlassen, vorstellte.
Amerika.
Die bedrohliche Lage in Mexiko. W. T.-B. Lyon.. 16. März. (Nichtamtlich) „Nouvelitze de Lyon" meldet aus Madrid: Ministerpräsident Dato erLärte, datz in Mexiko infolge der dort herrschenden Anarchie era Eingreifen der Vereinigten Staaten unvermeidlich erscheine. Man werde keinen diplomatischen Vertreter nach Mexiko entsenden, so lange die Lage dort nicht wieder normal sei.
Die Schreckensherrschaft i» Mexiko. W. T.-B. Washington, 17. März. (Nichtamtlich.) Der General Matev Almansa, ein Anhänger Carranzas, und sein gesamter Stab sind durch ein Kriegsgericht der Anhänger Villas wegen Verrats verurteilt und hingerichtet worden.
Ku§ Stabt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Brotkarten.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Brotverteil ungsamts in der vorliegenden Ausgabe unserer Zeitung wird hier wiederholt, datz die Haushaltungen, die bisher nur Brotkarten mit Datum vom 15. März erhalten hoben, weitere Brotkarten vom Donnerstag, den 18. d. M. ah, im Rathaus. Zimmer Nr. 16 (Steuerkasse), unter Vorlegung ihrer Ausweiskarten in Empfang nehmen können. Nochmals sei, auch unter Bezugnechme auf zahlreiche .an uns gerichtete Anfragen betont, datz die Brotkarten dauernde Gül- tü g k e i t besitzen, so datz alle Karten von dem auf ihnen vermerkten Datum äb beliebig verwendet werden können. Die Bestimmung eines Datums auf den Brotkarten soll nur ver hrn ^r-n. da^ ge iLt bkvWls zur Verwendung gelangen; eine
Karte, die z. B. das Datum vom 22. März trägt, gibt für die Zeit vor diesem Tage kein Anrecht auf Brotanschaffung. sie kann aber während der ganzen Dauer der gegenwärtigen Regelung der Brotversorgung benutzt werden. Die Haushaltungen, die Karten für zwei Wochen erhalten haben, können erst vor: Donnerstag, den 25. d. M. ab, an obengenannter Stelle weitere Brotkarten unter Vorlegung ihrer Auswcis- karten in Empfang nehmen.
*
Verschiedene Anfragen aus unserem Leserkreis geben uns Veranlassung, noch einmal darauf hinzutveisen, datz die Wasserwecke 60 Gramm wiegen müssen, wenn sie einem Mehlgewicht von 50 Gramm entsprechen müssen. Wer leichtere Brötchen . erhält, beschwere sich- Die Bäcker machen sich strafbar, wenn sic das vorgeschriebene Gewicht nicht einhalteri.
wie man im Rheingau-ksinterlandsrvald den Geschützdonner der westschkachten hört.
Anfang August war es. Der Stieg begann sich zu entwickeln, die ersten Zusammenstötze hatten stattgefunden. ^n den mcilenweiten Bergforsten des Hinterlandswaldes war es still geworden, totenstill. Die zahlreiche Waldarbeiterschaft war einberufen oder half den Erntesegen der hochgelegenen Gebirgsdörf« bergen. Die steilen Schlittbahnen, auf welchen sonst im Sommer der sehnige Bergbewohner die großen Hörnerschlitten, mit den schlveren Holzstößen darauf, in sausender Fahrt talwärts geschafft, standen verlosten, vereinzelt lagen noch die in der Eile vergessenen Gerätschaften herum.
Ab und zu zog surrend in ferner Höhe ein Flieger durch die stille, heitze Lust, meist eilig in westlicher und nordwest- licher Richtung. Abends und nichts huschten und zuckten über den mattschimmernden Sommerhrmmel die Strahlen der Scheinwerfer des tief hinter den Bergen liegenden Mainz, bald als langsam dahingleitende breite Flächen, bald als unruhig hin- und hertastende schmale Lichtbänder. Einmal spannte sich tief in der Nacht in stiller Schönheit ein vlatzfarbiger Regenbogen hoch und weit über das enge Waldtal im Westen, hervorgerufen von dem im Osten über den Bergen schwimmenden Vollmond.
Aber in all der Stille, mochte es Tag sein öder Nacht, immer war ein d u m p f e s D r ö h n e n, ein schweres Schlagen in der Luft, regelmätzig übertönt von einem eigentümlichen, schwer zu bezeichnenden dumpfen Rucken und Beben.
Waren es Übungen der Geschütztruppen ? Oder spielten sich schwere Kämpfe in größerer Nähe ab? Rückten die Franzosen im Mofeltal heran? Zwar, es waren schon die ersten KriegSnachrichten angeschlagen, es war gemeldet worden vom Vordringen der Deutschen, vom überschreiten der ftanzösischen Grenze. Aber konnte nicht trotzdem . . .?
Tage vergingen, Wochen. Die Siegesnachrichten hatten sich bewahcheitet. Und immer stärker war nach und nach das ferne Dröhnen geworden. Die Leute der Gegend waren raicb mit der Erklärung fertig: es find die Kanonen in Frankreich, auch „stetig" hörte man sie, wenn man das Ohr aus die Erde legre. Aber um wie viel lauter — oder näher — hätten sie diesmal sein müssen, wenn man sie jetzt ohne Hilfsmittel hörte. Und dann, jenes eigenartige „Wupp"-machen, das trotz seiner Dumpfheit in langsamen Zwischenräumen das ständige Grollen übertönte? Oft glaubte ich an Täuschung. Mir war die Gegend noch fvemd. Ein paar Stunden vor der Mobilmachung hatte ich meine Versetzung und Beorderung erhalten, die mich den flachen, waldarmen, aber so eigenartig-reizvollen Westerwald mit dem wildgebirgigen, weit ausgedehnten Rhein- gau-Hinterlandstvald vertauschen ließ, jene» einsam-schönen Waldreiches, das den Bewohnern des angrenzenden Gebiets, den Rheingauern und den Wiesbadenern, kaum mehr als dem Namen nach bekannt ist. Des Bergsteigens war ich vielleicht durch den achtjährigen Aufenthalt in den Flachhügeln des Westerwaldes etlvas entwöhnt. Vielleicht war das dumpfe ..Wuppen" nur der eigene, vom Klettern verstärkte Pulsschlaq. Aber dann hatte man von neuen schweren Geschützen, den „42ern\ gehört! Ich fing an. so gut es ging, besonders starkes Rollen und Einzelschläge im Gedächtnis zu behalten, und dann mit den späteren Kriegsmeldungen zu vergleichen. Es stimmte! Meine Zweifel schwanden mehr und mehr.
Dann kam jener Herbsttag, ivelcher das bis dahin stärkste Dröhnen und „Wuppen" brachte. „Das könnte-der Richtuna nach Antwerpen sein." Dessen Beschießung war über — nach Zcitungsangaben — noch nicht zu erwarten. Noch einmal zweifelte ich. ob es Schlachtgetöse oder vielleicht doch nur Übungen seien. Dann wurde es still. Am nächsten Tage hing am Posthaus inr Dorfe ein weißer Zettel! Antwerpen war gefallen.
> Noch oft hat es sich ähnlich gezeigt. Manchen habe ich in zwischen gesprochen, die meisten haben es abgestritten. es sei urmwglich, Geschützübungen (unter solcher Pulververfchwen- dung?), Sprengschüsse in Steinbrüchen (?) könnten es sein, über nimmermehr der Widerklang des Kriegslärms von der langen Westlinie, von der fernen Seeküste. Einige der Zweif ler konnten hier oben mit eigenen Ohren das Dröhnen ver nehmen; da verstummte der Widerspruch.
Der Februar brachte verhältnismäßige Ruhe, zu Ende des Monats setzte es verstärkt ein: die großen Ereignisse in den Vogesen und in der Champagne! Und noch jetzt zu Anfang bis Mitte März rufen die Geschütze wieder deutlich herüber.
Ist es schließlich so unmöglich? Zwar die Entfernung ist weit, 200 bis 300 Kilometer etwa. Aber die Bahn ist ja freu Hoch über den Hunsrück und die Eifel mögen die Schallwellen herüberkommen zu den Vierhundert-Meter-Höhen des Hinterlandswaldes, und die Erde selbst mag das Dröhnen und Beben weiterleiten. > Georg Roedler.
vrief- und Telegrammverkehr nach dem neutralen Ausland.
Die Vorschriften über den Brief- und Telegramm verkehr nach dem nichtfeindlichen Ausland werden mit Wirkung vom 20. März ab wie folgt geändert:
Die offen einzuliefernden Briefsendungen nach dem Ausland sind allgemein nur noch in deutscher, italienischer, spanischer, französischer oder englischer (nach dem besetzten Teil von Belgien nur in deutscher, flämischer oder französischer) Sprache zulässig. Bei Briefsendungen nach der Türkei ist auch die spanische Sprache ausgeschlossen. Nach dem Ermessen der militärischen Prüfungsstellen können indes Kataloge und Nachrichten, deren Verbreitung im Ausland im Interesse des D eutschen Reiches liegt, sowie ähnliche Sendungen auch in arderen, als den vorgenannten Sprachen zur Aosendung freigegeben werden. Bei solchen «endungen sowie bei Sendungen in italienischer und spanischer Sprache mutz indes mit Verzögerungen bei der Weiterleitung ins Ausland gerechnet toerbeu. Mit der Annahme von Sendungen,
die in andere als die vorstehend namentlich bezeichrrete»
Sprachen abgefatzt sind, übernimmt die Postverwaltung keine Gewähr für ihre Weiterbeförderung ins Ausland.
Einschreibbriefe mit Edelmetallen nach, Cuba, den dänischen Antillen. Niedcrländisch-Jndien (nur ungefaßte Schmucksachen. Perlen und Edelsteine), Siam, de» Vereinigten Staaten von Amerika und den im Besitz der Vereinigten Staaten von Amerika befindlichen Inseln können bei den Postämtern (nicht auch bei Postagenturen, Posthilfsstellen und durch die Landbriesträgcr) unter den gleichen Bringungen wie Briefe und Kästchen mit Wertangabe nach dem AuS- land aufgeliefert werden. Sie sind offen bei den Postämtern vorzulegen und nach, Prüfung des Inhalts durch den Beamten vom Auflieferer mit Siegellack und Petschaft zu verschließen.
Privattelegramme nach dem Ausland sind, wenn die an der Beförderung beteiligten auswärtigen Verwaltungen nicht noch weitergehende Beschränkungen varschreiben, worüber der Absender sich zu vergewissern hat, in offener deutscher, italienischer, spanischer, ftanzösischer oder englischer (solche nach denr besetzten Teil von Belgien und nach Luxemburg nur in offener deuffcher) Sprache zulässig. Den Telegrammen in fremden Sprachen ist vom Absender eine deutsche Übersetzung auf besonderem Blatt beizufügen.
Aus Gründen der Beschleunigung ist dem Absender zu empfehlen. Telegramme in fremden Sprachen bei dem Hauptamt des Ortes aufzuliefern. Wo Zweiganstalten durch Rohrpost an das Hauptamt angeschlossen sind, kann die Auflieferung auch da erfolgen.
§eIdp 0 ftpS«dchen.
Vom Publikum werden noch häufig Privatfeldpostbriefe (Päckchen), die das zulässige Meist gewicht von 550 Gramm (einschließlich des Übergewichts von 50 Gramm) überschreiten, durch die Briefkasten aufgeliefert. Derartige Sendungen sind jedoch von der Beförderung durch die Feldpost ausgeschlossen und müssen deshalb an die Absender zurück- gegeben werden. Da in diesen Fällen die Absendung der Päckchen sich verzögert und u. U. eine Neuverpackung durch den Auflieferer erfolgen mutz, liegt es im eigenen Interesse der Absender, wenn sie die Päckchen vor der Auflieferung zur oft prüfen, ob sie das Meiftgswicht von 560 Gramm nicht überschreiten. Zur Versendung schwerer« Gegenstände bietet sich, nachdem der Privat-Päckereiverkehr durch die Militär-Paket- depots bis aus weiteres dauernd zugelassen worden ist, ausreichende Gelegenheit.
Wiesbadener Lazarette.
Berwundetenliste der Auskunffsstells über im Fell»« stehende nassauischc Soldaten in der „Lage Plcuo": Referve- Jnfanterie-Regiment Nr. 30: Im Blindenheim: Ersatzrefervist F Nutzbamn (Wiesbaden). —. Reserve-Jnfanterw-RsMment Nr. 223: In den Bahnhofs-Bardcken: Kriegsfverwrllrger Aid. nüg Alter (Wiesbaden) — Infanterie-Regiment Nr. 116: Im Blindenheim: Gefreiter E. Bender (Uebernthal). — Infanterie-Regiment Nr. 80: In der Augenheilanstalt: KrMsfrei- williger Hermann Dauer (Wiesbaden). Im stadftschen Krankenhaus: Füsilier R. Falke (Schmallenberg,)., Füsilier A, Hofmann (Wolfersheim), Füsilier A. Lüft (Mainz). In der Wilhelms-Heilanstalt: Reservist K. Kühn.. , Unteroffizier
Hommrighausen (Battenhausen). Unteroffizier KnebÄ (Wingeshausen). Im Lindenhof: Füsilier Quirnbach
(Wirges). — Landwehr-Jnfanterie-Regiment Nr. 118: Im
städtischen Krankenhaus: Reservist E. Freund (Eberswalde). — Feldartillerie-Regiment Nr. 63: Im Blindenheim: Ge
freiter W Görlich (Frankfurt). — Reserve-Dragoner-Regi- ment Nr 4: In der WiLhelms-Heilanstalt: Dragoner M.
Hennthaler (Geisenheim). — Infanterie-Regiment Nr. 117: In der Wilhelms-Heilanstalt: Musketier Krummeck. — Infanterie-Regiment Nr. 118: In den Bahnhofs-Baracken: Arno Oslsner (Greiz). In der Wilhelms-Heilanstalt: Wehrmann Gentiel (Hayingen). Gefreiter Zörgiebel. — Ersatz-Lat. - Bataillon: Im städtischen Krankenhaus: Reservist Friedrich
Pflüger (Bockenheim). — Infanterie-Regiment Nr 87: In der Wilhelms - Heilanstalt: Unteroffizier Schlemmer. —
Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 81: In der Wilhelms-Heilanstalt: Reservist Schmidt. — Ersatz-Bataillon Nr. 80: In den Bahnhofs-Baracken: Severin Wagner (Lstrich). Im katholischen Gesellenhaus: Meckner (Wiesbaden).
— Reisen nach dem dänischen Grenzgebiet und über die dänische Grenze. Wie uns mitgeteilt wird, treffen in Nordschleswig noch täglich immer wieder Reisende ein. die nicht im Besitz der für Reisen im Grenzgebiet und über die dänische Grenze vorgeschriebenen Ausweise bezw. Pässe sind. Für die Reisenden entstehen dadurch auf den Stationen, auf denen die Ausweise und Pässe durchgesehen werden, diele Unannehmlichkeiten und eventuell mehrtägige Verzögerungen, und damit verbunden große Kosten. Nach der kaiserlichen Verordnung, betreffend anderweitige Regelung der Patzpflicht, vom 16. Dczeurb« 1914 mutz bis auf weiteres jeder, der nach ein« Station des Grenzgebiets oder üb« die dänische Grenze reisen will, im Besitz eines nach besonderer Vorschrift (mit Photographie usw.) ausgefertigten Ausweises bezw. Passes d« Ortspolizeibehörde seines Heimatortes sein. Zum Grenzgebiet gehört, wie wir «st kürzlich berichteten, d« Streifen zwischen der dänischen Grenze und d« Linie Glücksbuog-Tondern- .Hoyer-Schleuse mit Einschluß dieser Orte. Man tut also gut, wenn man eine Reise nach den in dem obigen Grenzgckiet gelegenen Orten oder nach Dänemark unternehmen will, sich vorh« rechtzeitig bei der Ortspolizeibehörde mit dem vorgeschriebenen Ausweis oder Paß zu versehen.
— Saatkartoffel». Die Stadtverwaltung plant den Ankauf ein« größeren Menge von Saat-Spätkcrrtoffeln, und zwar „Industrie" und ähnliche Sorten. Anmeldungen werden bis spätestens 29. d. M. im Akziseamt entgegenge- nommen.
— Ein Soldat, wie er sein soll. Vom Aushebungsgeschäfi wird fügendes Geschichtchen «zählt, das sich tatsächlich zage- tragen hat: Stand da ein u n g e d i e n t e r L a n d st ü r m e r, dessen äußere Erscheinung das Wohlgefallen des OberstabS- arztes gefunden hatte. D« Wehrpflichtige schien etwas auf dem Herzen zu haben. Leutselig erkundigte sich d« Ob«stabS- crrzt nach seinen Schmerzen, worauf der Landstürm« erklärte, er leide nachts an erheblicher Schlaflosigkeit. Diese Auskunft schien den Oberstabsarzt sehr zu befriedigen. „A u f S i e h a b e n w i r gewartet", meinte « lächelnd, „Leute, die nachts nicht schlafen können, haben wir bringenb nötig; eignen sich vorzüglich als Nachtpoften. Länglich zur Jnfant«ie!"
— Grundstücksversteigeruns. Bor dem Königl. Amtsgericht wurde das Haus Adelheidstraho 71 mit Zubehör ber* steiaert. Das von der Steu«behörde zu 120000 M„ vom Fekd- aericht zu 80000 M. geschätzte Anwesen ist mit Hypotheken in einer Gesamthohe von 140000 M. belastet. Stfö Höchstgebot mit 14500 M. bar legten die Jnhav« einer Hypothek von 60 000 M.. Oberlehrer Dr. Karl Fab« in Stettin. — Stabsarztes Dr. VogelsaE in Kassel, urü>, Opernf Helm Faüer in Berlin, ein. Von den Hypcstheten 48000 M. bestehen. Der LuLAag wurde «tzcflt.
