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Verlag Langgaffe 21
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Montag» 13. März» morgens.
Sonder-Kusgabe.
1913.
Oer Krieg.
Der Tagesbericht vom 14. März.
Lin erneuter englischer Vorstotz abgeschlagen. Angriffe in der Lhampagne verlustreich zurück- geschlagen. völkerrechtswidrige Geschosse der Franzosen, Handgranaten mit giftigen Gasen und Infanterie-Explosivgeschosse.
XV. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. März. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Einige feindliche Schiffe feuerten gestern nach, mittag aus der Gegend nördlich von La Panne» Nieuport wirkungslos auf unsere Stellungen.
Bei Neuve Chapelle fanden, abgesehen von einem vereinzelten englischen Angriff, der a b g e- schlagen wurde, nur Artilleriekämpfe statt.
In der Champagne wiederholten die Franzosen östlich von Svuain und nördlich Lemesnil auch gestern ihre Teilangriffe. Unter schweren Ber- lüsten für den Feind brachen sämtliche Angriffe im Feuer unserer Truppen zusammen.
In den Vogesen sind die Kämpfe nach dem Eintritt befferer Witterung wieder ausgenommen.
Die Franzosen verwenden jetzt auch in den Ar- gönnen die neue Art von Handgranaten, durch deren Detonation die Luft v e r p e st e t werden soll. Auch französische Infanterie-Explosivgeschosse, die beim Aufschlagen Flammen erzeugen, wurden in den gestrigen Kämpfen erneut feftae- stellt.
westlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage im O st e» ist unverändert.
Ober st e Heeresleitung.
vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.
wie ein englischer General seinen Truppen Mut macht.
Ei» kennzeichnender englischer Tagesbefehl: «8 löntotUont gegen 4.
W. T.-B. Berlin, 13. März. (Nichtamtlich) AuS dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Am 10. März wurde Lei cineni bei Givenchy gefangenen Soldaten des 1. englischen Armeekorps folgender Befehl gefunden. An die erste Armee. Wir sind im Begriff, den Feind unter ungewöhnlich günstigen Bedingungen anzugreifen. Bisher hat in diesem Feldzug die britische Armee durch ihren Schneid und ihre Entschlossenheit Siege über einen Feind da° vongetragen, der an Zahl und Bewaffnung weit stärker war. Jetzt haben uns Verstärkungen dem Feind vor unserer Front überlegen gemacht. Jetzt find unsere Kanonen besser als die des Feinde», nicht nur an Zahl, sondern vor allem, eS sind die wirkungsvollsten Kanonen, die jemals bei irgend einer Armee gebraucht worden sind. Unsere Flieger haben die deutschen Flieger aus der Luft vertrieben. Unsere Verbündeten, die Russen und Franzosen, haben merkliche Fortschritte gemacht und dem Feinde gewaltige Verluste bcigcbracht. Die Deutschen sind zudem durch Unruhen im Inland« (!) und Mangel an allem zur Kriegführung Notwendigem geschwächt. Es steht daher nicht zu erwarten, daß sie gegen uns hier noch erhebliche Verstärkungen einzusetzen haben. UnS gegenüber steht nur ein e i nz i g e S d e u t sch e s Korps mit einer Ausdehnung gleich der unseren ganzen ^ersten Armee. Wir werden jetzt mit etwa 48Bataillonen einen Abschnitt dieser Front angreifrn, der von nur etwa drei deutschen Bataillonen verteidigt wird. Am ersten Tage des Kampfes werden die Deutschen voraussichtlich höchstens noch vier weitere Bataillone^zur Verstärkung für den Gegenangriff heranziehcn können. Schnelligkeit ist daher die Hauptsache, um dem Feinde zuvorzukommen, und um Erfolge zu haben, ohne schwere Verluste zu erleiden. Niemals in diesem Kriege hat es einen günstigeren Augenblick gegeben, und ich bin des Erfolges gewiß. Die Große des Erfolges hängt von der Schnelligkeit und Entschloffenheit unseres Vorgehens ab. Wenn wirauchinFrankreich fechten, so wollen wir uns doch immer vor Augen halten, daß wir für die Erhaltung des britischen Reiches kämpfen, und für den Schutz unserer Heimat gegen die planmäßige Barbarei. Wir muffen alle zu dem Erfolg beitragen und wie Männer für Alt-Englands Ehre kämpfen. 9. März 1918. gez.: D. Haig, Oberdefebls- haber der 1. Armee.
Dieser Befehl wird ein Dokument in der Kriegsgeschichte werden. Er zeigt, zu welchen Mitteln hohe englische Offiziere greifen müffen, um den ihnen unterstellten Truppen Mut und Entschloffenheit einzuflößen. In welch hohem Ansehen müffen die deutschen Truppen bei Ihren Feinden stehen, wenn dieser nur bei der g e w a l t i g e n
Überlegenheit von 48 gegen 4 Bataillone einen Erfolg im Angriff erhofft. Der angekündigte Angriff der englischen ersten Armee erfolgte am 10. März. Es gelang den Engländern, in einer Breite von etwa 1% Kilometer beiderseits von Neuve Chapelle. in unsere vovderften Linien ein» zudringen. Auf den übrigen Teilen des Kampffeldes wurden die Engländer unter Verlusten ab gewiesen.
Die schwere Verwundung der beiden französischen Generale.
Berlin, 13. März. (Ktr. Bin.) Me Verwundungen, die der Armeeunterführer General Maunoury und der Armeskorpskommandeur General Villarest in der vordersten Schützenlinie erlitten, sind sehr schwer. Maunoury hat das linke Auge eingebützt, der Unterkiefer wurde ihm zerschmettert. Poincar6 besuchte denGeneral, überreichte ihm die Mili- tärnledaille und wurde auch von dem Verwundeten erkannt. General Villaret drang das Geschoß in die Stirn, bei ihm müssen die Ärzte die Aufmeißelung des Schädels vornehmen. (L. A.)
Eine Beruhigungsmeldung des „Figaro".
XV. T.-B. Paris, 13. März. (Nichtamtlich.) Der „Figaro" meldet: Den letzten Nachrichten zufolge ist der Anstand des General? Maunoury durchaus zufrieden- stellend.
Oke französischen Taaesberkchte.
W. T-B. Paris, 14. März. (Nichtamtlich.) Amtliche, Bericht von gestern nachmittag: An der User befestigten und erweiterten die Belgier die am Donnerstag erzielten Gewinne. Die Engländer rückten weiter vor und überschritten parallel der Sttaße Neuve Chapclle-Fleurbaix den LaheS-Bach zwischen dieser Straße und Aubers. Sie nahmen in dieseui Kampfe mehrere feindliche Schützengräben und erreichten, als der Tag sich neigte, die Rue d'Enfer, eine Straße, welche von Nordoft nach Südwcst gegen Anders und in einen Vorort dieser Ortschaft führt. Südösttich Pietre eroberten sie mehrere zur Verteidigung eingerichtete Häusergruppen, machten tagsüber etwa 1000 Gefangene (?) und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Links und rechts von der englischen Armee unterstützten französische Truppen ihre Aktton durch lebhaftes Artillerie-, Maschinengewehr- und Jnfanteriefeuer. In der Champagne rückten wir gegen Abend weiter auf den Nordhängen der Kuppe nordöstlich Lemesnil vor und machten 150 Gefangene, darunter 6 Offiziere. In den Vogesen am Reichs- ackerkopf versuchte der Feind nach heftigem Bombardement einen Angriff zu unternehmen, welchen wir sofort aufhielten.
XV- T.-B. Paris, 14. März. (Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht von gestern abend: Nach den lebhaften Kämpfen der letzten Tage herrschte beiderseits nahezu völlige Ruhe. Am heutigen Tage fanden nur einige Artillerie, kämpfe statt. Wir befestigten überall unsere Stellungen. Bei den Aufräumungsarbeiten in EpargeS auf dem von unS eroberten Gelände fanden wir neue deutsche Ma schinen- gewehre, so daß sich die Zahl der vom Feinde an dieser Stelle verlorenen Maschinengewehre auf vier erhöht. Im Lepretrewalde brachten wir einen Angriffsvcrsuch sofort zum Stehen.
Lin weiterer Bericht des Generals Zrench.
W ■ T.-B. London, 14. März. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen BureauS. General Frcnch meldet: Bon der 7. Division wurden gestern in der Richtung AuberS wei- tere Fortschritte gemacht. (Man erfährt dazu die Wahrheit aus dem heutigen amtlichen Tagesbericht der Obersten Heeresleitung. Schriftl.) DaS Gefecht war heftig, da der Feind gegenüber dem rechten englischen Flügel eine beträchtliche Verstärkung — mindestens zwei Divisionen — aufwies. Wir machten 612 Gefangene, weitere sind noch zu erwarten. Englische Flugzeuge legten große Tätigkeit an den Tag. Ein Eisenbahnknotenpunkt wurde vernichtet.
Die Kurhebung des Jahrgangs 1417 in Frankreich
W. T-B. Lyon, 14. März. (Nichtamtlich.) „Rspubli- cain" nreldet aus Paris: In der gestrigen Kammersitzung erklärte der Deputrerte Lachaud namens des Kammerausschusses für das Gesundheitswesen, daß ber der Aushebung der Jahresklassc 1916 die ärztliche Untersuchung mit äußerster Sorgfalt durchgeführt werden müsse. Alle Vorkehrungen mühten gercoffen werden, damit von dem Gesichtspunkte der Ernährung, Ausrüstung und kör- perlt che n Ausbildung jede Gefahr für den Ge. sundbeitszustand der Rekruten vermieden werde. Kriegsminister Millerand versicherte, daß den Anregungen des Aus- schufles Folge gegeben werden würde, indem man die Fehler vermeiden werde, welche bei früheren Untersuchungen möglicherweise vorgekommen seien.
Die 3ahlungsunfähigkeit der französischen MMtSrministerien.
Köln, 13. März. Der „Köln. Ztg." zufolge sind die französischen Ministerien des Krieges und der Marine nicht mehr in der Lage, ihre Gläubiger in ge- setzesmätziger Weise zu bezahlen. Das geht aus einer dem Parlament zugegangenen Vorlage desFinanz- ministeriums hervor, die die V e r l ä n g e r u n g der bisherigen Zahlungsfristen für die Ausgaben
des Kriegsministeriums und des MarineministerinmS fordert. Diese Vorlage wird in einem einzigen Blatt veröffentlicht, während die gesamte übrige französische Presse sich ausschtveigt. Die dieser Vorlage vorausge- schickte Begründung spricht die Zahlungsunfähigkeit beider Ministerien für die jetzt fälligen Zahlungspflichtigen aus dem ordentlichen Budget von 1914 offen aus.
Der Nnterseebootskrieg.
weitere Opfer der U-Voote.
Berlin, 14. März. (Ktr. Bln.) Eins Reutermeldung besagt: D>e britische Admiralität gibt bekannt, daß noch sieben weitere britische Dampfer, deren Tonnengehalt zwischen 1794 und 4688 beträgt, seitdem 10. März im Bristol- und im Irischen Kanal von deutschen Unterseebooten angegriffen wurden. Zwei wurden versenkt, drei entkamen. Der Untergang der übrigen zwei ist bis jetzt unbestätigt. Drei Personen verloren ihr Leben.
Lin schwedischer Dampfer gesunken.
Nach englischer Behauptnug natürlich durch Torpedoschuß.
W. T.-B. Hüll, 14. März. (Nichtamtlich. Meldung des RcutsrburoauS) Der schwedische Dampfer „Hanna", von Tyne kommend, wurde heute früh aus der Höhe von Scarborou^h torpediert. Sechs Mann ertranken, die übrigen wurden nach Hüll gebracht. (Notiz des W. T.-B.: Nach früheren Erfahrungen ist es naheliegend, daß der Dampfer das Opfer einer englischen Mine geworden ist.)
17V Mann vom Hilfskreuzer „Bayano" umgekommru.
W. T.-B. London, 13. März. (Nichtamtlich) „Times" meldet: Die „Bajano" hatte 200 Manu an Bord, die, so weit bekannt ist, bis auf 50 Mann umgekommen sind.
Ein deutsches U-Voot vor Dover.
Berlin, 14. März. (Ktr. Bln.) Den „Hamburger Nachr/* zufolge meldet „Daily ühronicle": Trotz der scharfen Bewachung der Kriegshäfen durch Torpedoboote gelang es gestern abend beinahe einem deutschen Unterseeboot, den Eingang zm» Hafen von Dover zu erzwingen. Die Wachmannschaft der Küstenbattcrie entdeckte jedoch das Periskop, so daß das Unterseeboot durch Schüsse wieder vertrieben werden konnte.
Die Kngst vor der deutschen Vergeltung.
London, 12. März. (Franks. Ztg.) Die gesamte Presse lehnt die Anregung des Admirals Lord Beresford ab, die gefangenen Mannschaften deutscher Unterseeboote Äs „Piraten" zu behandeln, weil schwere deutsche Vergeltungsmaßnahmen an den 20 000 englischen Kriegsgefangenen in Deutschland in diesem Falle zu befürchten seien. Die UnKenntlichmachung der englischen Schiffe.
W. T.-B. Rotterdam, 14. März. (Nichtamtlich) Der „Notterdamsche Courant" erhielt eine Zuschrift eines Passagiers deS Dampfers „Königin Emm a" von der Dampfer- gesellschaf: „N e d e r l a n d", der am 27. Februar Amsterdam verlassen hat r:>d am 0. Marz in Genua eingetroffen ist. ES heißt darin: Alle neutralen Schiffe, denen wir begegneten, sind durch Anstrich, Flaggen und groß ausgeschriebene, nachts elektrisch beleuchtete Namen deutlich kenntlich gemacht. Dagegen hatten die englischen Schiffe die Namen mit einer Farbe aufgemalt, die sie von dem S ch i f s a n st r i ch nur w e n i g unterschied, so daß der Name schwer lesbar war, während der Name des Heimathafens ganz verschwunden ist.
Vertagung des englischen Parlaments.
XV. T.-B. London, 14. März. (Nichtamtlich.) Wie das Reutersche Bureau mitteilt, wird der Premierminister morgen die Vertagung des Parlaments bis zum Mittwoch, 14. April, beantragen.
Weitere Einschränkung des englischen Eisenbahn- Personenverkehrs.
XV. T.-B. London, 14. März. (Nichtamtlich.) Die Southeastern and Ehatham-Bahn gibt bekannt, daß von morgen ab. infolge von Regierungsbedürfnissen der Passagierdienst auf gewissen Linien eine weitere Einschränkung erfährt.
von den östlichen UrtegLschauplatzen. ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Russische Angriffe überall verlustreich zurückgeschlagrn.
w. T.-B. Wien, 14. März. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart vom 14. März: In Polen und an der Front in Westgalizicn hat sich die allgemeine Lage nicht geändert. Vorstöße des Feindes wurden an der unteren N i d a sowie bei und südlich G o r I i c e nach kurzen Kämpfen zurückbeschlagen.
In den Karpathen scheiterten wreder in zahlreichen Abschnitte» heftige Angriffe der Rüsten, so an der Kampffront zwischen dem Sattel von Lupkow- und dem U s z v k - Paß, dann im O p o r - Tale, wo auch nachts erbittert gekämpft wurde, und bei Witschkow. Viele Russen fielen in unsere Hände und über 460 Mann des Feindes, die sich im Nahkampf ergaben, wurden gefangen genommen.
Auch an den Stellungen südlich des T n j c st r entwickelten sich Kämpfe. Ein von starken Infanterie,
