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Verlag Langgaffe 21

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Samstag. 13. März 1913.

Morgen - klusgabe.

Nr. 121. » 63. Jahrgang.

Oer Krieg.

von den östlichen Rriegsschauplätzen.

ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wie«, 12. März. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 12.: Die Situation unserer Trup­pen iu den neugewonnenen Stellungen in Russisch-Polen und Wcstgalizien hat sich weiter gefestigt. Angriffe des Feindes haben sich nicht mehr wiederholt. Bei Jnowlodz an der Pillen brachte eigene Artillerie gestern nach kurzem hef­tigem Feuerkampf mehrere feindliche Batterien zum Schweigen.

In den Karpathen wurden nach erbitterten Kämpfen eine Ortschaft an der Straße C i s n a - Bali grob und die anschließende Höhe im Laufe des Tages während dichten Schneegestöbers vom Feinde gesäubert. Im westlichen Nachbarabschnitt schei­terte unterdessen ein starker feindlicher An- griff.

An der übrigen Front in den Karpathen sowie in S L dostgalizien keine besonderen Ereignisse, da während des ganzen Tages heftiger Schnee­sturm anhielt. Auch nördlich Tschernowitz herrscht Ruhe.

Am s ü blichen Kriegsschauplatz hat sich seit län­gerer Zeit nichts ereignet. Unbedeutende Plänke­leien an der montenegrinischen Grenze fanden stellenweise statt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

vie Nampslage aus der österreichisch-ungarischen Front.

W. T.-B. Wien, 12. März. (Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter derNeuen Freien Presse" meldet vom 11. März: Die Kampftage ist aus der ganzen Front von Russisch-Polen bis Südostgalizien seit gestern unverändert. Die seit einigen Tagen eingetretene strenge Kälte erreichte aus den Höhen der Karpathen 25 Grad unter Null und lähmte die Kampfaktion. Der Schutz der Truppen gegen die Kälte ist eine große Sorge geworden, wenn auch jeder Soldat mit Kälteschutzmitteln reichlich ausge­stattet ist und dre im Schützengraben bewährten Wärme­öfen ausgezeichnete Dienste leisten, so sind doch- große Kältegrade, wie sie jetzt eingetreten sind, eine schwere Gefahr. Die Haltung unserer Truppen ist unter solchen Umständen besonders bewunderns­wert. Ihre Kampfenergie hat nirgends gelitten, wo es zu Zusammenstößen mit dem Feinde kam, wie im Raume von G o r I i c e, in Russisch-Polen und bei Nadworna wurden überall die russischen Angriffe erfolgreich und für den Feind v erIust­reich abgewiesen. Auch in der Karpathen fanden an einzelnen Stellen Kämpfe statt, obwohl die Gefechts­tätigkeit durch die strenge Kälte stark behindert ist. Die gemeldete Absicht t der Russen, 1500 Juden in die Feuerlinie zu treiben, ist bisher nicht ausgeführt worden. Vermutlich hat sie davor die allgemeine Ent­rüstung abgeschreckt.

¥

vie sanitören INitzstände in Serbien.

W. T.-B- Wien, 12. März. (Nichtamtlich.) Der Chef der holländischen Mission des Roten Kreuz,-s, Dr. Tienhoven, ist gestern aus Serbien auf der Rückkehr nach Holland mit dem übrigen Personal seiner Mission hier eingetrosfen. In derNeuen Freien Presse" äußert sich Dr. Tienhoven über die Gefundheitsverhältniffe in Serbien, daß dort seit Herbst vornehmlich Bauchtyphus, Flecktyphus und Durch- f a l l f i e b e r herrschen. Den beiden ersten Krankheiten sind bereits viele Tausende erlegen, namentlich nach den Kämpfen bei P a I j e w o, da die Leichen der Tierkadaver lange unbeeidigt blieben und die wenigen hygienisch einge­richteten Hospitäler überfüllt waren. Binnen wenigen Wochen erlagen dem Flecktyphus 40.serbische und 28 fremdländische Ärzte, darunter 2 amerikanische. In der Kaserne von N i s ch, wo die gefangenen österreichisch-ungari- scheu Offiziere untergebracht sind, herrschten günstige Verhältnisse bezüglich Reinlichkeit und Hygiene, so daß auch hier Krankheiten nicht wüteten. Dagegen wurden in den Unterkünften der Soldaten sowie in den von serbischen Verwundeten belegten Spitälern ein verhältnismäßig größerer Pritzentscch von Todesfällen festgestellt.

»r. Saloniki, 12. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Infolge Ausbruchs des Flecktyphus in Monastir sind dort bereits die besten Ärzte, auch der Sanitätsinspektor, ge­storben. Ebenso fordert die Seuche in Uesküb, Risch und Fstip täglich sehr zahlreiche Opfer.

Der Handelskrieg gegen England.

Die Zurcht vor den Unterseebooten.

Br. London, 12. März. (Nichtamtlich.) Das Unterhaus nahm in dritter LesuiP einen Gesetzentwurf an, den Zoll­

beamten weitere Befug misse zu geben. In der Begründung wurde gesagt, daß neutrale Schiffe eng­lische Häfen verlassen mit nicht unter der Ladung ange­gebenen Vorräten, an denen die deutschen Untersee­boote Bedarf hätten. Ein Schiff sei kürzlich mit 400 Galonen Petroleum abgefahren, obgleich es keinen Motor an Bord hatte, und die Zollbehörden konnten nichts dagegen tun, um das zu verhindern. Nun soll die Zollbe- Hörde instand gesetzt werden, die Aufgabe solcher Vorräte durchzusetzen.

Lin französisches Lob für unsere V-voote.

Eingeständnis schwerer Verluste in der Adria.

Genf, 11. März. (L. N. N.) Im PariserJournal" widmet der frühere Ehefingenieur der französischen Marine, Laub eouf, den deutschen Unterseebooten einen objektiven Artikel, der sich über ihre Leistungen sehr lobend ausspricht. Den Unterseebooten kam im allgemeinen eine defensive und offensive Verwen­dung zu. Die erstere Rolle hätten die deutschen und österreichisch-ungarischen Unterseeboote sehr gut erfüllt. Der Angriff des leichten englischen Geschwaders aus Cuxhaven wurde durch sie nur zu einer einfachen Auf­klärung und im Adriatischen Meer konnte das fran­zösische Geschwader nur einige Geschosse auf Cattaro senden. Auch darin sei der Erfolg der deuffchen U-Boote erwiesen, daß sie die die Blockade ausÄbenden Kräfte zwingen, sich von den blockierten Häfen in be- deutender Entfernung zu hallen, so daß wie Scar- borough und Hartlepool zeigten, die deutschen Schiffe ihre Häfen verlassen konnten. Als die Eng. länder eine engere Blockade durchführen wollten, hätten sie diesen Irrtum teuer bezahlen müssen, wie das Bei­spiel der KreuzerPathfinder",Cressy",Hogue" und Aboukir" beweise. Die Tatsache, daß diese drei Pan­zerkreuzer von je 12 000 Tonnen durch dos einzige UnterseebootU 9" von 300 Tonnen versenkt worden seien, spreche Bände. Im Adriatischen Meer zeigte sich bei den französischen Schiffen .Hules Ferry", Waldeck-Rousseau" und .Lean Bart" das gleiche. Aber auch die offensive Verwen­dung der deuffchen UnterseÄoote sei bewiesen durch die versenkten KreuzerPallada" undHermes", das KanonenbootNiger" und >den Panzerkreuzer Formidable". Beredte Ziffern, schreibt Laiubeouf, erhält man, wenn man die Verluste der deutschen U-Boote dem von ihnen angerichteten Schaden gegen­überstellt. Im ganzen dünsten die deutschen Verluste sechs U-Boote ausweisen. Wenn man die Handelsschiffe beiseite läßt, haben die deuffchen U-Boote acht englische und ein russisches Kriegsschiff, im ganzen 73 000 Ton­nen und 3300 Mann versenkt.

Besonders bemerkenswert ist an diesen Ausführun­gen das Eingeständnis, daß im Adriatifchen Meer den drei französischen SchiffenJules Ferry",Waldeck- Rousseau" undJean Bart" das gleiche wie den drei Opfern desU 9" passiert sei. Mithin sind diese drei Schiffe von einem österreichisch-ungari­schen Unterseeboot vernichtet worden. Jean Bart" ist ein Linienschiff vom TypCour- b e t". Es war 1911 vom Stapel gelaufen, hatte 23500 Tonnen, eine v schwere Artillerie von zwölf 13,5-Zentimeter-Geschützen und eine mittlere von zwei­undzwanzig 14-Zenffmeter-Geschützen.Jules Ferry" undWaldeck-Roussoau" sind Panzerkreuzer.Jules Ferry" lief 1903 vom Stapel; bei einer Wasserver- dränMNg von 12 600 Tonnen war es bewaffnet mit 4 19,4-Zentimeter- und 16 16,4-Zenffmeter-Geschützen. W a l d e ck - R o u s f e a u" war moderner. 1908 vom Stapel gelaufen, hatte er eine Wasserverdrängung von 14 100 Tonnen und war bewaffnet mit 14 19,4-Zenti- Meter- und 20 6,5-Zenffmeter-Gefchützen. (Schristl.)

Abfahrt von 12 amerikanischen vaumrooll- vampfern nach Deutschland.

Br. Rotterdam, 12. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DerNeue Rotterdamschc Courant" meldet: 12 Dampfer,

die Baumwolle als Ladung führen, haben amerikanische Häfen mit der Bestimmung nach Deutschland verlassen.

Der Stimmungsumschwung in Amerika.

W. T.-B. Amsterdam, 12. März. (Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterd. Courant" schreibt:Man erinnert sich, daß vor ein paar Tagen gemeldet wurde, während der nächstem elf Tage werde kein amerikanisches Schiff nach englischen Häfen abgehen. In Derbindunig hiermit meldet man uns aus durchaus zuverlässiger amerikanischer Quelle, daß in den letzten Tagen die Stimmung in den Vereinigten Staaten durchaus.umgeschlagen sei. Eine der ersten Folgen dieser veränderten Stimmung sei die Taffache, daß beschlossen wurde, im Gegensatz zu zuefft gegebenen Befehlen nun dennoch amerikanische Baumwolle an deuffche Firmen zu senden."

Die Unterbrechung des amerikanisch-englischen Schiffsverkehrs.

London, 11. März. (Ktr. Frkf.) DieTimes" beschäftigt sich mit der auffallenden Tatsache, daß vierzehn Tage lang keine Schiffe von Amerika nach England gehen. Das

Blatt führt dieses noch nicht dagewesene Ereignis darauf zu­rück, daß derAvabic" wegen des Streiks der Docker eine Woche in Liverpool aufgehalten und die Dampfer Phila­delphia",Adriatic" undSt. Louis" aus dem gleichen Grund nicht von Liverpool abfahren konnten. Die SchiffahrtS- lückewerde biSzum2 0. März andauern. Nach Frank­reich würden während dieser Zeit ein amerikanisches und zwei holländische Schiffe abgehen, aber keines dieser Schiffe werde in England anlegen.

3u dem Vorschlag Lord veresfords.

W. T.-B- Wien, 12. März. (Nichtamtlich.) DieNeue Freie Presse" schreibt zu dem Vorschlag Lord Veresfords: Dieser Vorschlag sowie die Absicht der englischen Regierung, die gefangenen Mannschaften von Unterseebooten in Unter­suchung zu ziehen und der Rechte der Kriegsgefangenen zu berauben, sind nichts als eine Erpressung im größ­ten Stile und ein vergeblicher Versuch, die Deuffchen einzuschüchtern zur willenlosen Duldung der englischen Gewalt. Was die tapferen Männer, die das Unglück hatten, in englische Hände zu fallen, leiden sollten, wird in Deutsch­land die Kampfeslust und den Zorn erhöhen und das Vertrauen in die eigene Kraft und den eigenen Willen steigern.

Unterseebootsmärchen.

Ein aufgefischtes Schiffsboot.

W T.-B'. Rotterdam, 12. März. DerNieuwe Rotterd. Courant" meldet aus Vlissiugen vom 11. März: Ein

Schiffsboot mit der BezeichnungSurrey von London" ist auf der Höhe der Schouwebauk aufgefischt worden. Dasselbu Blatt berichtet aus London vom 11. März: Der Trawler Alexander Hasttngs" behauptet, ein deutsches Unterseeboot veffenkt zu haben. Es ist dasselbe Schiff, in dessen Netz sich am 28. Februar das Periskop eines Unteffeebootes ver­wickelte und dessen Kapitän aussagte, daß damals ein weißer Rumpf zum Vorschein gekommen und gesunken sei, worauf sich eine große Menge Öl gezeigt habe.

DerBelrrdge"-Fall.

Christiania, 12. .März. (Ktr. Frkf.)Aftenposten" schreibt, aus bester Quelle erfahre es, daß die Meldungen desMorgen- blad", man habe in den Sprengstücken, die imBelridge" gefunden seien und hier untersucht würden, ein« deutsche Inschrift festgestellt, eine glatte Erfindung seien. Die militärischen Sachverständigen hätten heute die Untersuchung abgeschlossen, die sie in den nächsten Tagen erst dem Seegerrcht mitteilen würden. Über das Resultat sei niemand etwas mit» geteilt worden.

Die Ladung derDacia" wird versteigert.

Amsterdam, 12. März. (Ktt. Frkf.) Wie derMaas- Bode" meldet, wird demDaily Telegraph" berichtet: Das ftanzösische Prifengericht hat beschlossen, die Ladung der Dacia" öffentlich zu versteigern. Die Versteigerung wird am Samstag erfolgen.

Rohe Behandlung norwegischer Matrosen durch die Engländer.

Kopenhagen, 11. März. (R.-W. Z.) Die Besatzung des norwegischen FischerdampfersNestor", die im November van den Engländern gefangen genommen und unter der Be­schuldigung, in der Irischen See Mins-n gelegt zu haben, festgehalten wurde, ist nach drei Monaten der Gefangenschaft jetzt wieder in Bergen angekommem. über ihre englffche Ge­fangenschaft erzählt die Mannschaft, daß sie im Anfang von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt worden sei und zuletzt im Gefangenenlager von Shrewsburg untergebracht waren, wo sich auch die Besatzung eines dänischen Fischdampfers be- fand. Auf dem Transport nach dem Gefangenenlager wur- den die Matrosen, zu zweien gefesselt, durch eine auf­geregte Volksmenge geführt, die fortwährend schrie:Hängt sie auf, schießt sie nieder!"

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

DerTemps" und die Wintcrschlacht in der Champagne.

Die Worte, die der Bericht desTemps" über die mitt» tärische Lage aus spricht, sind bezeichnend für die tode s» verachtende Tapferkeit unserer dort kämpfend« Truppen, die unsere Heeresleitung ein neues Ruhmesblatt in der Geschichte dieses Krieges nannte. Das französische Blatt sagt:Die hartnäckige Erbitterung, die die Deutscher: iu der Gegend van Perches-les-Hurlus zeigen, bestätigt die W i ch l i g k e i t der dort tobenden Schlacht. Die Deutschen greifen ohne Rücksicht auf schwere Verluste an, sie verwenden dort ihre besten Regimenter, die sich ch e l d e n m ü t i g dezi­mieren lassen, ohne unser Vordringen aufhalten zu können (vergl. den deuffchen amtlichen Bericht!). Seit zehn Tagen dringen wir so vor; jeder Sprung vorwärts ist eine wahre Schlacht; die Soldaten, die wir uns gegenüber haben, leisten unter einem schrecklichen Artilleriefeur, das ihre Schützen­gräben zerreißt, verzweifelten Widerstand; die deuffche« Gräben sind alle buchstäblich bedeckt mit Leichen." Hier fcCgt eine zwölf Zeilen einnehmende weiße Stelle. Und diese Stteichung des Zensors gibt der ftanzösischen Anerkenn«- deutscher Tapferkeit erst ihre richtige Bedeutung; sie bestätigt den von unserer Heeresleitung gemeldeten deutschen Sieg.