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ms dt entlieft vv, 12 Ausgaben. „T-,di-tt^«us - Nr.S6LO-S2.
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Zreitag» 12. März 1918.
Morgen - klusgabe.
Nr. 119. * 63. Jahrgang.
Der Krieg.
Der österreichisch - ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 11. März. (Nichtamtlich.) Amtlich wird -erlautbart vom 11. März: Die in den letzten Kämpfen in Rnffifch-Polen und an der Front in Westgalizie» bei und südlich Gorliee eroberten Terrainabschnitte und Höhenlinien und fest in unserem Besitz. Versuche des Fein- deS, einzelne Stützpunkte wieder zurückzugewinnen, scheiterten durchweg.
Neuer starker Schnecfall in den Karpathen hat die Gesechtstätigkeit sehr behindert. Trotz dieser ungünstigen Witterungsvcrhältnisse hielten an manchen Teilen der Grfechtsfront die Kämpfe an. So wurden bei der Besitznahme einer Höhe der Gegner mehrere Kompagnien stark zurück- geworfeu, 2 Offiziere und 35V Mann gefangen. Einzelne Nachtangriffe des Feindes wurden unter B erlusten deS Angreifers zurückgeschlagcn. Den vor den eigenen Stellungen nördlich Radworna zurückgeworfene» feindlichen Kräften wurden in der Verfolgung noch weitere 280 Mann an Gefangenen abgcnommen. Im übrigen an dieser Front sowie in der Bukowina Ruhe.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.
Ein neuer deutscher Gouverneur von Lodz.
Zum Gouverneur von Lodz wurde Oberst Freiherr von 'Haustein an Stelle des anderweit verwendeten Generalmajors Gereke ernannt.
Die Lage im Westen.
ver deutsche Geländegewinn in den Argonnen.
J-ffres Gegenschlag gegen die deutsche Veröffentlichung über die Winterschlacht in den Argonnen.
Br. Genf, 11. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Dem deutschen Geländegewinn im Bereich des Bolante-Ge- Hölzes in den Argonnen gingen während 24 Stunden erbitterte Waldkämvfe voran, ebenso auch an anderen Punkten. Die Joffresche Note jüngsten Datums schweigt hierüber. Als Erwiderung der im deutschen Bericht enthaltenen Schälung, daß die französischen Verluste in der Champagne 45 000 Mann überstiegen, soll morgen eine Zusammenfassung aller seit 8 Wochen dieser Aktion gewidmeten Jossreschxn Noten erscheinen, die ohne genauere Verlust Zifferangaben abgefaßt waren. In Parrfer Fachkreisen interessiert an der deutschen Darstellung vornehmlich der Umstand, daß Generaloberst v. Einem mit z w r i Divisionen ausgekommen ist, ohne den benachbarten Sektoren Truppen zu entlehnen.
przemysl.
Die lange Belagerungsdauer von Przemhsl wirkt nach »em militärischen Mitarbeiter der „Morning Post" überraschend in Anbetracht der schnellen Übergabe belgischer und französischer Festungen, welche die schweren deutschen Geschütze bewirkten. Vor Przemhsl sind mindestens 2 Armeekorps, mehrere Kavallerie-Divisionen, sowie ein Teil schwerer Artillerie festgelegt. Das Belage- rungsende ist noch nicht abzusehen, da genügend Vorräte für weitere drei Monate vorhanden sind und die Garnison guten Mutes ist. Von Ausfällen wurde nur deshalb letzthin abgesehen, da sie zu kostspielig erscheinen. Fast täglich bringen Flugzeuge 4,00 Pfund Lebens- m i t t e l in die Festung.
Line Zusammenkunft Krenchs mit dem Zaren.
Br. Christiania, 11. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Aus Bergen wird berichtet: Felümarschall French traf aus New Castle in Bergen ein und setzte seine Reise nach H e l s i n g f o r s fort, um mit dem Zaren zusammen zu treffen.
Die wirtschaftliche Lage Kutzlands.
Beginnende Erkenntnis.
W. T.-B. Petersburg, 11. März. (Nichtamtlich) „Rjetsch" bshandelt die Notwendigkeit der Erhöhung der Goldproduktion, da der Rubelkurs sehr gesunken sei, und dies die einzige Möglichkeit der Kurserhöhung bilde, zumal die Handelsbeziehungen nach Deutschland und Österreich-Ungarn, die bisher die Hauptkäufer der russischen Produkte gewesen stnd, nicht sogleich nach dem Kriege wieder in das alte Geleise kommen würden. Der Handel mit England könne kaum die nachbarlichen Märkte ersetzen. Frankreich und Belgien seien durch den Krieg so geschwächt, daß sie als große Abnehmer nicht in Betracht kämen. Auf n e u e Aule i h e n nach dem Kriege sei nicht zu hoffen. Daher werde die Handelsbilanz nach dem Kriege sehr ungünstig werden und der Rubelkurs noch mehr fallen. Die Teuerung nimmt in allen Städten einen immer schärferen Charakter an. Dagegen sind alle Lebensmittelpreise auf dem flachen Lande gesunken. Zum Beispiel erhielt der Bauer im Innern des Landes für ein Pud Weizenmehl 1914 50 und jetzt 25 Rubel. Für Stadtkonsumenten erhöhten sich die Preise für Milch, Fleisch und Butter um 25, für Mehl um 20 und für Salz um über 50 Prozent. Für Fleisch, das aus Südrußland stammt, zahlt der Städter ebenfalls außerordentliche Preise. Der Unterschied zwischen dem Einkaufs- und dem Verkaufspreis von Lebensmitteln, der vor dem Kriege durchschnittlich 100 Prozent betrug, stellt sich jetzt bis auf 500 Prozent. Die Ursachen sind großer Wagenmangel und der Fortfall des Wasserweges.
Japanische Freiwillige für Rußland.
1500 japanische Freiwillige für die russische Armee mel- »eten sich Nach „Birschevija Wjedomosti" vom 28. Februar bis jetzt in Tsingtau, Mandschurei und Wladiwostok. Die Entsendung erfolgt im April nach Abschluß aller Vorbereitungen und Verständigung mit der russischen Regierung. (Damit hat die japanische Regierung billige Spione in Rußland. Schrifll.)
Die Behandlung deutscher Zivilgefangener in Russland.
Der schwedischen Zeitung „Stockh. Dagbl." wurde von einem Schweden in Rußland ein Brief von einem aus Ostpreußen verschleppten Deutschen zur Verfügung gestellt, der in den östlichen Teilen des Reiches interniert wurde. Die Glaubwürdigkeit des Schreibers wird verbürgt: Die Zustände spotten aller Beschreibung. Die Gefangenen, ausschließlich alte Männ-er, Frauen und Kinder, werden zu je 50 transportiert; zwei Monate sind sie unterwegs. Biele sind dabei umgekommen. Hunger. Dur st, Kälte unsäglich. Im Jnternierungsort sollen sie 15 Kopeken proTag erhalten, die sie noch nicht zu sehen bekoinmen haben. Neunzig Menschen sind in einem völlig leeren Haus, besser „Halle", die vielleicht siir fünfzig ausreicht und nicht erwärmt ist, untergebracht. ' Es ist unfaßbar, wie es werden soll, wenn der Krieg noch länger dauert; zurück kommt dann niemand.
Oie Winterschlacht in der Champagne.
Österreichs Freude.
W. T.-B. Wien, 11. März. (Nichtamtlich) Die Blätter iegrüßen die Nachricht von dem Scheitern des franzoststhen Durchbruchsversuchs in der Champagne mit großer Freude und gedenken der dabei gebrachten schweren Opfer. Daß verhältnismäßig schwache deutsche Kräfte dem mrch Massen schwerer Artillerie unterstützten übermächtigen Zeind nichtnur standhielten, sondern die Angriffe unter den schwersten Verlusten zum kläglichen 3 “'« ln ° :n e nbr uch brachten, sei wieder eine der herrlichen Waffen- iaten des deutschen Heeres. Jofsres gewaltige Bemuhun- -en, einen entscheidenden Einfluß auf die weitere Entwicklung )er Ereignisse auf dem östlichen Kriegsschauplatz zu gewinnen, hätten hiermit jetzt wie vor zwei Monaten ihren Zweck oöllig verfehlt. Es sei durch diese Tatsache wiederum erwiesen, daß dem Ausgang auf dem westlichen Krregsichau- platz auch in Zukunft mit der festesten Zuversicht entgegengesehen werden kann.
vre französischen Tagesberichte.
W. T.-B- Paris, 11. März. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von Mittwochnachmritag: Nördlich Arras, ,m Ge
biete von Notre Dame de Lorette, war der Tag ruhig, die Lage unverändert. Die Bedeutung unserer gestern ui der Champagne erzielten Erfolge bestätigt sich. Ein deutscher sehr heftiger Gegenangriff erfolgte heute nacht auf der Höhe 196, wurde aber energisch abgewiesen. Wir gewannen außerdem etwas Gelände längs der Straße P e r t h e s - T a h u r e. Auf der Kuppe nordöstlich Lemesmi erreichte unsere Infanterie, nachdem sie ein deutsches Schanz- werk erobert hatte (bereits gestern abend gemeldet), ,enserts dieses Schanzwerks einen durch den Weg von Perthes nach Maison bezeichneten Grat. In den Argonnen zerstörten wir in Fontaine Madame ein Blockhaus uiid schoben unsere Schützengräben vor. Im Bolante-Wald machte der Feind um 4 Uhr nachmittags einen Gegenangriff und eroberte Schützengräben, welche wir am Vormittag genommen hatten. Ein neuer Angriff erlaubte uns, sie wieder einzunehmen. Der Feind unternahm zum zweiten Male einen Gegenangriff. Den letzten Nachrichten zufolge dauert der
Kampf for..^. ^ März. (Nichtamtlich.) Amtliche,
Bericht von Mittwochabend. In Belgien fand eine sehr heftige Beschießung der Stadt Nieuport mit 42-Zentn meter-Geschühen statt. Zwischen Lys und La Bassee- Kanal trug die englische Armee, von unserer schweren Artillerie unterstützt, einen bedeutenden Erfolg davon. Sie nahm das Dorf Neuf Chapelle (vergl. hierzu den gestrigen deutschen amtlichen Tagesbericht, wo der Ort infolge eines Versehens als Neufchätel bezeichnet ist. Schrift!.), östlich der Straße von Estaires-La Bassee ein und rückten nordöstlich davon in der Richtung Anders und südlich in der Richtung des Ries-Gehölzes vor. Sie machten etwa 1000 Gefangene, darunter mehrere Offiziere und erbeuteter, außerdem Maschinengewehre. Die Verluste der Deutschen sind sehr hoch. In der Champagne machte der Femd mehrfach einen heftigen Gegenangriff, während der Nacht vom 9. zum 10. März und während des 10. März. Er gewann keinen Zoll Geländes. Wir verstärkten und verbreiteten unsere Stellungen auf der Höhe, deren wir uns bemächtigt haben und brachten den Angreifern sehr schwere Verluste bet. Auf den M a a s h ö h e n zerstörte unsere Artillerie eine gewissen Anzahl feindlicher Schützengräben völlig. Auf der übrigen Front ist nichts zu melden. (Anmerkung des tzss. T.-B-: Die völlig erlogenen französischen Be
richte über die Schlacht in der Champagne geben ohne weiteres den richtigen Matz st ab für die Beurteilung auch der angeblichen englischen Erfolge.)
Die neue französische Fclduniform.
Nach dem „Temps" vom 8. März werden alle Maßnahmen zu b a l d m ö g l i ch st e r Ersetzung der alten Uniformen durch neue getroffen. Einzelne Regimenter erhielten bereits hellblaue Uniform. Die Frontregimenter mit
roten Käppis und Hosen erhielten blauleinene Überzüge. Das Tragen der neuen Uniform in der inneren Zone ist ver-. boten. t
Die bescheidenen Kriedensbedingungen eines französischen Lxministers.
Wie der „Scotsman" vom 27. Februar berichtet, ließ sich im National Liberal Club, Londoii, der französische Ex- miuister Fves G u h o t folgendermaßen aus: Die Verbün
deten wären in den Krieg gezogen, um einen dauernden Frieden zu erreichen. Die deutschen Bauern, Grundbesitzer und Fabrikanten müßten von der Notwendigkeit überzeugt werden, den Imperialismus, der dem K a i s e r alle Macht gebe, einzuschränken. Preußen müsse zurück in die Grenzen von 1815. Die RHeinprovinz und West- falen wären als eigene Staaten zu begründen, die Provinz Sachsen an Königreich Sachsen zurückzugeben. Damit höre die Hegemonie Preußens in Deutschland auf, das europäische Gleichgewicht sei gesichert. Nötig sei die Vernichtung der deutschen Armee, wie nach Jena. Die Verbündeten hätten keine territorialen Absichten, ausgenommen die Zurückerstattung Elsaß-Lothringens und Preußens» Erwerbungen 1815. Frankreich dürfe in Europa nichts verlangen, ebenso wenig Belgien. Der Kieler Kanal müsse neutral und der Belt frei werden. Die Kolonien Deutschlands seien zwischen Japan, England und Frankreich zu t e i l e n.
Eine neue Scnatsgruppe.
W. T.-B- Paris, 10. März. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet: Im Senat bildete sich eine neue Gruppe sür Wahrung und Ausbreitung der französischen Interessen im Ausland. In der ersten Sitzung hörte dieselbe die Auseinandersetzungen Pierre Baudins über die wirtschaftliche Tätigkeit Frankreichs in Südamerika an.
Der Wert der Zeppeline.
Die Zeppeline leisten trotz ihrer Abhängigkeit vom Wetter gute Dienste, wie die „Morning Post" anerkennt. Sie werden nun auch zur Vernichtung von Handelsschiffen verwandt. Der Geldwert verlorener Zeppeline spielt keine Rolle. Wenn die Luftschiffaufklärung nur einmal ein deutsches Schlachtschiff rettet, so hat sich das ganze Luftschiff-Unternehmen gut bezahlt gemacht.
Zur Entlassung der Garibaldianer.
W. T.-B. Paris, 11. März. (Nichtamtlich) Das „Echo des Paris" erfährt aus Rom, daß die Entlassung der Gori- baldianerlegion mit der künftigenHaltungJtalieris im Zusammenhang stehen soll.
Die deutschen Gefangenen auf Korsika.
W T.-B. Berlin, 11. März. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Überschrift „Deuffche Gefangene auf Korsika": Über die Lage der deutschen Gefangenen auf der Insel, besonders in C a s a b i a n d a, wargn in der Öffentlichkeit mehrfach Angaben verbreitet worden, die Ungewißheit und Beunruhigung Hervorrufen konnten. Durch den Beauftragten einer neutralen Macht wurden nunmehr die Gefangenenlager auf Korsika und namentlich auch das von Casabianda besucht. So weit dabei Mißstände festgestellt worden sind, wird die französische Regierung veranlaßt werden, alsbald gründliche Abhilfe zu scharfen.
Aus französischer Gefangenschaft entwichen.
Rom, 10. März. (Frkft. Ztg.) Fünf Deutsche, die auf Korsika kriegsgefangen waren, darunter der Konsulatssekretär in Barzelona, ein Maschinist und ein Schiffskapitän namens Krüger, entwichen und kamen in Maddalena auf Sardinien an. Die italienischen Behörden geleiteten sie nach Sassari.
Die Lage an der englischen Krönt.
Rotterdam, 10. März. General French meldet: Die Lage an der englischen Front ist unverändert; bei La Bassee halten wir die feindlichen Schleichpatrouillen im Zaume; ebenso auf anderen Frontteilen, besonders bei Upern. Dies ist der persönlichen Initiative zuzuschreiben, die kräftig gestützt wird von den Mineuren. Am 6. und 6. März wurden mehrere Minen unter den deutschen Schützengräben südöstlich Apern zur Explosion gebracht, wodurch mehrere Deutsche getötet wurden. Wir machten den feindlichen Schützengraben beiderseits unbrauchbar. Auf mehreren Sektoren unserer Front sind die feindlichen Geschütze rühriger als gewöhnlich, ihre Erfolge aber gering-.
Gberst Repinglon über das deutsch« Heer.
Zu den bekanntesten englischen Militärschriftstellerv gehört der Oberst Repington, und dem, was er in seinem Leibblatte, der „Times", zu schreiben Pflegt, wird besonders jetzt weit über die Grenzen Englands hinaus Gewicht und Bedeutung beigelegt. Wie beschränkt aber die Urteilsfähigkeit dieses gefeierten Milirärkritikers ist, geht aus einem Artikel hervor, den er vor wenigen Jahren über seine Beobachtungen auf dem deutschen Manöverfelde in der „Times" veröffentlichte, und der den „englischen Clause» Witz", w,e ihn seine Verehrer nennen, in seiner ganzen „Größe" erscheinen läßt. „Die deutschen Truppen, schrieb Repington damals, hinterlaffen den unerfreulichen Eindruck, daß sie nur widerwillig ihren Dienst leisten. Die Begeisterung, die aus dem Auge des britischen Soldaten leuchtet (!), sucht man bei den mit der Maschine gemachten deutschen Truppen vergebens, und auf Schritt und Tritt: bemerkt man, daß der deuffche Soldat ohne das ewigtz
