Verlag Langgaffe 21
„Tagtlatl-H«us".
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wöchentlich
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12 Kurgaben.
Fernruf:
„Tagdratt-HauS" Nr. S6S0-S3.
Bon z Uhr morgen» bi» 8 Uhr abend», außer Sonnlag».
»Idjelaen-PrelS fSr die Zeile: 13 Bfg. für örtliche Anzeigen im .Arbeittmarkt- und Kleiner Anzeiaer^
Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entivrechender Nathlaß.
«nzciaen-Annadme: Für dieAbend>Au«g. bi» iSlldr „ ,, ...... .. 1 ..... ....
mmogl: für tue M°rgen.«n^. bi. 3 Udr naMmittag.. «er.inrr Schr.ftlettung de«Wiesbadener Tageratts: Verlin-Wilmersdirf Güntzelstr. 66. ssenispr. l AmtUhland 450 «. 451.
Montag, 8. März» morgens.
Sonder-Ausgabe.
1915 .
(Erfolge int IDefteii uttö
Der Tagesbericht vom 7. März.
Fortschritte in der Champagne, planmätziger verlauf der Unternehmungen bei Erodno, S400 Russen gefangen und 16 Maschinen, gewehre erbeutet.
r^.L.'L. Großes Hauptquartier, 7. März. (Amt. lich.)
rvestlicher tkriegsschauplay.
Zwischen der See und der Somme fanden im »llgemeincn nur Artilleriekämpse statt. Nächtliche versuche des Feindes, südlich von Ypern vorzustoßrn, wurden vereitelt.
In der C h a m p a g n e machten unsere Truppen Fortschritte. Wir nahmen dem Feinde einige Gräben und etwa 60 Gefangene ab. Ein französischer M a s s e n a n g r i f f gegen unsere Stellungen nord. östlich von L e m e s u i l brach unter s ch w e r st e n Verlusten für d?- Franzosen in unserem Infanterie- und Artillrriefeuer zusammen.
Östlich von Badonviller wurden feindliche Vorstöße z u r ü ck g r w i e s e «.
In den Vogesen kamen gestern eingeleitete Kampfe westlich von Münster und nördlich von S c n n h e i m noch nicht zum Abschluß.
westlicher Urkegrschauplatz.
Untere Bewegungen nordwestlich von Grodno verlaufen planmäßig. Ein russischer Nachtangriff auf M o c a r r e, nordöstlich von Lomza, wurde a b g e. schlagen.
Auch westlich P r a s ch n ü s ch wurden stärkere russische Angriffe znrückgewiesen.
Unsere Angriffe südöstlich R a w a waren e r - folgreich. 3400 Russen wurden gefangen genommen und 18 Maschinengewehre erbeutet.
Oberste Heeresleitung.
Der Handelskrieg gegen England.
vie Besatzung des 17 8 in Dover gelandet.'"*
W- T--B. London, 7. März. (Nichtamtlich.) Die „Times" berichten, daß die Offiziere und Mannschaften de? deutschen Unterseeboote» „TJ 8" am S. März in Dover gelandet worden sind.
Amsterdam, 7. März. (Ktr. Bin.) Dis Landung von 4 Offizieren und 25 Mann des deutschen Unterseebootes .77 8" am Freitag in Dover erregte dort, wie die ..Daily News" meldet, großes Interesse. Riesige Menschen, mengen batten sich in der Nähe der Docks und auf der Sttaht nach Castle angesammelt. Bon bewaffneten Mannschaften ge. führt, marschierten die Gefangenen am Strande entlang zum Schloß. Alle sahen vorzüglich aus. Die deutschen Offiziere wurden von Offizieren der Royal Artillerie bewirtet Zwei Mann der deutschen Besatzung hatten leichte Ber» letzungen erhalten.
Erfolgloser Rammversuch auf «in Unterseeboot.
W- T-B. Berlin» 6. März. (Nichtamtlich.) Von der eng, lischen Presse ist die Nachricht verbreitet worden, daß der frühere norwegische, jetzt englische Dampfer „Thordis" am 28. Februar bei Beacht, Head ein deutsches Unterseeboot, da? ihn angeblich angegriffen hat, gerammt und zum Sinken gebracht habe. Bei Besichtigung des Dampfers im Dock seien wirklich Beschädigungen von Bodenplatten und Schraubenflügeln festgestellt worden. Wie uns von zuständiger Seite hierzu mitgeteilt wird, hat tatsächlich am 28. Februar ein Dampfer versucht, eines unserer Unterseeboote durch Rammen zum Sinken zu bringen. Das Unterseeboot hat aber nur geringfügigee Beschä- digungen erlitten und ist wohlbehalten nach seinem Ausgangshasen zurückgekehrt.
Eine Begegnung mit einem Unterseeboot.
W T-B. Rotterdam» 7. März. (Nichtamtlich.) Der „Nieuwe Retterdamsche Courant" meldet: Der Kapitän des norwegischen Dampfers „Röskwa", der in Swansea ankam erzählte, daß er sechs Meilen von der französischen Küste einem deutschen Tauchboot begegnet sei. Ms die Deutschen sahen, daß daS Schiff keine Ladung führte, feien sie wieder untergetaucht.
Die Prämie auf das erste deutsche Tauchboot.
W. T-B. London, 7. März. (Nichtamtlich.) Die Schiff. fahrtSgesellschaft Webster und Barraelew in Westhartlepool
"hat den Herausgeber der Zeitschrift „Siren and Shipping Gazette" ersucht, die Auszahlung der'Prämie für die Bei! fenlung des ersten deutschen Unterseebootes, die dem Kapitän Bell versprochen worden war, aufzuhalten, da Kapi. tan Wehatt dom Dcnnpfer „Alston" auf der Fthrt nach dem La Plata signalisiert habe, er habe am 27. Februar im Kanal em deutsche» Unterseeboot versenkt.
Dir englische Vergeltung.
- W. T-B. London, 6. März. (Nichtamtlich.) Im gestrigen Kavlnettsrat wurden die Repressalien gegen Deutschland naher formuliert.
Schweden lehnt jede englische ttontrolle ab.
W. T.-B. Stockholm, 6. März. (Nichtamtlich) Nach einem Telegramm aus London hatte „Daily Telegraph" kürzlich ge- llteldet, daß ein Übereinkommen zwischen der englischen, hollän- bischen und den flandinavischcn Regierungen dahin getroffen worden sei, daß jede Ausfuhr von Lebens- und Futtermitteln btre11 nach den in Frage kommenden Ländern konsigniert werde, und daß die Regierungen dafür sorgen Mten, daß die Waren nicht wieder exportiert würden. Die neue englische Blockade wird, heißt es weit«, zur Folge haben, daß die britischen Konsuln und andere britische Vertreter kontrollieren werden, daß der Export ausschließlich zum eigenen Verbrauch verwendet wird. — „Göteborgs Morgenpost" bespricht diese überraschende Meldung und weist sie, was Schweden anlangt, in bestimmten Wortenzurück. Man weiß, sagt dar Blatt, daß Amerika. Bulgarien und Griechenland sich in eine derartige Konttolle gefunden haben, von schwedischer Seite ist jedenfalls ein gleicher Übereinkommen mit der britischen Regierung nicht getroffen worden. ES wird weit« bekannt, daß die Zeug, nisse der schwedischen Regierung über die inländische Verwendung der betteffenden Güter nichtrespektiert worden sind. Darüb« müssen wir uns stillschweigend hinweg- setzen, ab« ausländische Kommissare in unseren Häfen, die ermächtigt sein sollen, uns vorzu sch reiben, wie wir unsere eingeführten Waren verwenden dürfen, d u l - den wir nicht. Dahin ist eS wenigstens noch nicht ge- kommen.
Amerika von der deutschen Antwortnote befriedigt.
W. T-B. London» 7. März. (Nichtamtlich) „Daily Telegraph" meldet aus Washington vom S. März: Bryan und bte amtlichen Kreise sind von dem freundlichen Don der deutschen Antwortnote befriedigt und bettachten sie als Grundlage für die weit«en Bemühungen d« Union- staaten, um daS Übereinkommen zwischen den beiden Nationen zu erzielen. Man glaubt nicht. daß die englische Re. gierung alle Vorschläge Deutschlands onnehmen wird, aber wenn sie selbst einen Teil davon annehme, so würde die? Gelegenheit zu weiteren Verhandlungen geben und vielleicht zu einem Abkommen in etwas anderer Form führen.
vie scharfe Sprach« der Amerikaner gegen England.
W• T-B- New (York, 6. März. (Nichtamtlich.) „New E)orf World" schreibt: Ein Jahrhundert laug waren die Bereinigten Staaten und Großbritannien Schützer der Zivilisation und des Völkerrechts Wenn die Vereinigten Staaten gegen die unklugen Vorschläge der britischen Regierung pro- testi«en, erweisen sie Großbritannien keine»: geringeren Dienst als sich selbst. Die britische Papierblockade, die sich gegen die Neutralen richtet, kann ebensowenig g^uldet >v«den wie die deutsche KriegSgebiets«kläoung.
Der französische Marineminister über den Unter» seedootrkrieg und die Dardanellenfrage.
Br. Kopenhagen, 7. März. (Eig. Drahtbericht. Ktt. Bin.) Der französische Marineminister Augagneur erklärte einem Vertreter d« „Daily Mail": Von jetzt ab soll kein Schiff mehr einen deutschen Hafen «reichen, sofern wir dies verhindern können. Wir wollen Deutschland auS- hungern. Die deutsche Drohung ist nur eine Phrase. Deutschland soll heimlich viele große Unterseeboote gebaut haben. Dies ist ab« nicht wahr. Ich weiß bis auf 2 oder 8, wie viele Unterseeboote Deutschland hat. Weder ihre Zahlen noch ihre Ausrüstungen können England und Frankreich veranlassen, sie zu fürchten. Auf die Frage, welche Op«ationen die französische. Flotte im M i t t e l m c e r unternehmen werde, antwortete der Minister: Unsere Flotte wartet, bis die Feinde Mut finden, ihre Schiffe aus- laufen zu lassen. Nichts wäre uns lieber, als wenn die österreichische Flotte den V«such machen wollte, uns am Angriff der Dardanellen zu hindern. Wie der Kampf sich entwickeln wird, in welcher Weise wir den Todesstoß gegen die Türkei führen, darüb« kann ich gegenwärtig nichts sagen, ab« uns« Durchbruch wird durch geführt. Der Fall Konstantinopels wird weitttagend-e Folgen haben, « wird den Wendepunkt des Kriege» bilden.
Die hohen Lebensmitlslpreife in England.
W. T-B- London, 7. März. (Nichtamtlich.) Nach einem Artikel d« „Labour Gazette" hält die Preissteigerung für Mehl, Brot und Fleisch in Großbritannien cm. Bisher sind die Preise für Lebensmittel im Januar im Kleinhandel um 3 bis 4 Prozent, für Brot und Mehl um 9 bis 12 Proz. gestiegen.
Die schwierige Lage der schottischen Stahlwerke.
W. T-B. London, 7. März. (Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" schreibt: Mehrere schottische Stahlwerke sind von der Regierung übernommen worden. Die Aufträge d« britischen und französischen Regierung übersteigen alles bisher Dagewesne. Die schottischen Eisenwerke «klären, daß die hohen Kohlen preise sie zwingen würden, die Hochöfen auszublasen.
Lord Selbourtre über die Arbeiterunruhen.
Vf. T-B. London, 7. März. (Nichtamtlich.) Lord Selbourne sagte nach ein« Blättermeldung in ein« P«sammlung, die Hauptursache der Arbeiterunruhen sei, daß die Parteien nicht einsähen, daß der Existenzkampf noch nicht vorüber sei. Dafür seien Regierung und Presse zu tadeln. Man schildere in d« Presse das Leben zu rosig. Wir lesen, sagte er, von ein« glänzenden Wiedereroberung eines Laufgrabens, van dessen Verlust wir nie hörten, und erst nach sechs Wochen «fahren wir, daß bei dem damaligen V«- lust ein ganzes Bataillon gefangen genommen wurde. Lord Selbourne uröchte lieb« sehr wenig günstige und dafür alle schlechten Nachrichten in d« Presse sehen, damit die Leute dir wirkliche Lage «kennen.
Englands Budgetsorgen.
W. T-B. London, 6. März. (Nichtamtlich) Wie die „Times" meldet, wird nicht erwartet, daß Lloyd George das Budget unmittelbar bei Wiederzufammcntritt des Parlaments nach den Osterferien einbringen wird. Die Schwierigkeit, das Budget aufzustellen, sei so groß, daß die Budget, rede ungewöhnlich lange hinauSgeschoben werden würde. Ein zweites Budget werde vielleicht im H«bst notwendig «erden.
vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.
Die Kriegslage in Flandern.
Br. Amsterdam, 7. März. (Eig. Drahtbericht. Ktt. Mw.) Der Berichterstatter der „Tijd" schreibt: Die Deutschen besitzen noch immer einen Teil von Lombartzyde. Die großen Dünen dort sind zwar nicht mehr von den Deutschen, ab« auch nicht von den Verbündeten besetzt. In der Umgebung von Npern haben sich die Deutschen ausgezeichnetverschanzt. In einem Abstand von 6 Kilometer von d« Stadt liegen in einer Ausdehnung von 16 Kilometer mindestens 290 090 Mann. Engländer kämpfen dort zusammen mit Franzosen. Veurne ist seit 5 Tagen nicht mehr beschossen worden. Die Bevölkerung hält sich ab« noch in den Kellern auf und selbst in diesen Unterschlüpfen sind während der letzten Beschießung eine Anzahl Bewohner getötet worden.
Die französische Gffensive bis zum Hochsommer verschoben.
Brüssel, S. März. (Eig. Drahtb«icht. Ktr. Bln.) Bekanntlich wollte Ioff re längstens Anfang März seine so oft angekündigte große Offensive beginnen, denn bis dahin waren ihm von Kitchencr 1 200 000 englischer HilfStruppen versprochen worden. Wie nun laut der „Deutschen TageS- ztg." aus belgischer Quelle in Havre verlautet, ist an eine Offensive JoffreS vor dem Hochsommer nicht zu denken, woraus geschlossen wird, daß die 1 200 000 Engländer nicht in Frankreich cingetroffen sind. Ob sie angesichts der deutschen Unterseeboote jemals den Ärmelkanal passieren werden, ist sehr zweifelhaft und man begreift deshalb, daß die von Havre aus verkündigte neue Aufschiebung der Befreiung Belgiens gleich um 4 bis 6 Monate die Gedrücktheit ui den belgisch - nationalen Kreisen noch weiter verstärkt hat.
Zum deutsch-französischen Invalibenaurtausch.
IV. T.-B. Karlsruhe, 6. März. (Nichtamtlich) Die amtliche „Karlsruher Zeitung" schreibt halbamtlich: Wie wir
hören, hat der Kaiser aus Gründen der Menschlichkeit befohlen, daß d« Austausch der für diesen Zweck bereits in Konstanz und Umgebung versammelten französischen Offiziere und Unteroffiziere in volle m Umfang vorgenommen werde, trotzdem wir wahrscheinlich von Frankreich nicht die gleiche Zahl ebenso schwer verivundeter deutscher Offiziere und Unteroffiziere «halten werden. Jni übrigen wird, der weitaus größeren Zahl der in unseren Händen befindlichen Kriegsgefangenen entsprechend, die Zahl der von Deutschland auSge- lieferten schwer verwundeten Franzosen natürlich größer sein als die der auS .Frankreich heimbeförderten schwer verwundeten Deutschen.
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