Abeud-Ausgabe. Erstes Blatt,
Hanäslislsil.
Kil6g8 - Kreditbanken.
„freeeh äf f sgang — Gott sei Dank —- schlecht l‘‘ So lauten etwa dSe Mitteilungen, die in dien Hauptversamin- amgen der deutschen „Kriegs-Kreditbanken“ gemacht werden, hi derjenigen der Leipziger Kriegs-Kreditbank, in jener der Kriegs-Kredithank für Lübeck und jetzt auch in der liaupt- v-exmimaUHig der Kriegs-Kreditbank für Groß-Berlin — immer ■wieder wunde festgestellt, daß die Anforderungen an die Kriegs-Kreditbanken nur in den ersten Wochen des Krieges größeren Umfang erreicht haben. Sehr bald habe aber die Inanspruchnahme derselben nachgelassen. Die Kriags- KredHbanken sollten eine Ergänzung der „Kreditorganisation“ der Reicfcähank bilden. Das deutsche Wirtschaftsleben hat sich aber als so stark erwiesen, daß diese „Noikreckiünstitute“ i — die Kriegs-Kreditbanken sollen nur solchen Kaufleuten. Kredit gewähren, die durch den Krieg in Kredftnot geraten sind — nur in sehr geringem Umfange in Anspruoh genommen 2*1 wenden brauchen. Allerdings mußten die Kriegs-Krcdit- h a nkeu Firmen, die schon vor dem Kriege sich in Kredit- Schwierigkeiten befanden, zurückweisen.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Eierhandels.
Ober die Organisation und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Eierhandels sprach am Mittwochabend in dem Zyklus der gewerblichen Einzel vor träge an der Hbndekr- hochscfaüle Berlin Herr Hermann Hausen, Inhaber der bekannten Berliner Eier-Imporfliandlung. Ausgehend von der Tatsache, daß Deutschland jährlich für fast 2 0 Millionen Mark aus dem A u s 1 a n d e einführt, besprach der Redner zunächst die Entwicklung der Ausfuhr in den einzelnen Eierexporti ändern . Nach Berlin kamen die ersten ausländischen Eier aus Galizien gegen Mitte dies vorigen Jahrhunderts, als eine durchgehende Bahnverbindung von. der gafoischen Grenze bis Berlin hergestellt war. Noch heute rit Galizien eins der wichtigsten Bezugsgebiete für den deutschen Hierbandel. Viel später begann der Export aus Rußland, das vor dem Kriege in der Versorgung Deutschlands mit ausländischem Eiern an erster Stelle stand Ancfe aus Ungarn, den Balkan Staaten, Italien, Dänemari:, iiotland bezieht Deutschland, wenn auch in geringeren Mengen, Eier. Der Hauptsitz des Eieihandeis in Deufech- iand ist Berlin. Hier finden im Börsengebäude viermal wöcfcentfioh Eiermärkte statt; an zwei Tagen wird eine Notierung der gezahlten Großhandelspreise für Eier vorgenommen. Bis die Eier von dem ausländischen Produzenten. zum inländischen Konsumenten gelangen, durchlaufen se eme Reihe von Zwischengliedern. Der deutsche Ladungs- itmporteur, der die Ware vom Ausländer kauft, verkauft sie an die E iergroßhändier, die sie wieder an die Kleinhändler wertergeben, von denen sie an die Konsumenten gelangen. Den Wert des deutschen Jahresverbrauchs an Eiern bezifferte der Vortragende auf 400 Millionen M„ wovon etwa je die Hälfte im In- und Ausland erzeugt werden. Der Krieg brachte für die Versorgung des deutschen Eierbedarfs große Schwierigkeiten, da aus Rußland und in der ersten Zeit auch aus Österreich keine Eier heiankamen. Trotzdem ist es dem Eienhandel gelungen, Bier heranzuschaf'en, wobei die m d en Berliner Kühlhäusern eimgelagerten Bestände sehr zu statten kamen; die Preise erfuhren in den Wintermonaten allerdings eine erhebliche Steigerung Da im Frühling de
Wiesbadener Tagblatt.
Eierproduktion überall ihre größte Ausdehnung erlangt, so ist zu erwarten, daß in einiger Zeit wieder reichlichere Mengen dieses für Kranke und Gesunde wichtigen Nahrungsmittels zur Verfügung stehen werden.
Die Werkzeugmaschinenindustrie während des Kriegs.
Der soeben erschienene Jahresbericht des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken für 1914 erwähnt u. a„ daß das Kriegsjahr auch für den Werkzeugmaschinenbau einschneidende Änderungen mit sich gebracht habe. Mit dem Kriege trat eine völlige Unterbrechung dies regelmäßigen Geschäftsganges ein, die schon durch die Einziehung von etwa 30 Proz. der Arbeiterschaft zur Fahne verursacht wurde. Der in dan ersten Kriegsmonaten auf dem Geschäftsgang lastende Druck veranlaßte den Vorstand zu Eingaben an die deutschen Sftaatßeli3en'Hahlnv*er«valtun Sen um Erteilung von Aufträgen, welchem Wunsche auch besonders durch Maßnahmen des Preußischen Eisenbahnministers nach Möglichkeit entsprochen wurde. In den letzten Monaten des Jahres trat ein bis jetzt anhaltender starker Bedarf an Geschoßdrehbänken ein, während zugleich auch wieder mehr Privataufträge eingingen, so daß der Geschäftszweig zu Ende des Berichtsjahres bis zur Höhe seiner Leistungsfähü^ceit beschäftigt war und es auch jetzt noch ist. Uber die Aussichten für die Zukunft äußert sich der Bericht dahin, daß es an neuem Bedarf von Belang selbst während einer längeren Dauer des Krieges an Werkzeugmaschinen nicht fehlen werde, wie sich auch die Eisenindustrie in den letzten Monaten wieder merklich gehoben und die Weiterverarbeitung von Stahl und Eisen offensichtlich Fortschritte gemacht habe. Über die Ausfuhr von Werkzeugmaschinen nach dem Kriege lasse sich kein bestimmtes Urteil im voraus fällen. Ungeachtet des inzwischen erheblich verstärkten Wettbewerbs Amerikas werde es der deutschen Industrie aller Voraussicht nach aber in diesem Zweige sowohl wie in den meisten übrigen von ihr bisher erfolgreich betriebenen Zweigen gelingen, im Auslande wieder festen Fuß zu fassen. Eine unumgängliche Voraussetzung dafür sei freilich die Herstellung erträglicher Zollsätze für Werkzeugmaschinen in den ausländischen Absatzgebieten beim Friede nsschiluß.
Banken und Geldmarkt.
— Bayerische Handelsbank. München, 5. März. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die von der Verwaltung vorgelegte Bilanz und die beantragte Gewinnver-. teilung. Es gelangt demnach für das Jahr 1914 eine Dividende von 7 Proz. zur Ausschüttung. Die tumusgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder: Staatsmanister a. D. Dr. Hermann v. Pfaff, Exzellenz, und Dr. Richard Freiherr v. MksheL-Raulino, k. Kommerzienrat, wurden wiedergewählt. Anwesend waren 44 Aktionäre mit 363 165 Stimmen.
Industrie und Handel.
* Preiserhöhung in der Kleineisenindustzie. Die Velberter Syhloßfabrifaanten haben für die in den verschiedenen Preis- kanventkmen vereinigten Schloßfabrikate eine Erhöhung der Preise um 5 Proz. vorgenommen. Für solche Schlösser, bei (Jenen in starkem Maße Messing verwendet ward, sind entsprechend dem stark erhöhten Metallpreise die Verkaufspreise um 10 bis 16 Proz. hinaufgesetzt worden.
* Zigarettenfabrik Georg A. Jatsmatzi. Nach dem „Dresd. Anzeiger“ wird mit einer Gruppe Dresdner Banken verhandelt, um die Aktien der Zigarettenfabrik Georg A. Jas- matzi, deren Mehrzahl aus englischem Besitz bereits an den
Damstag, 6. März 1915, Nr. 110.
Generaldirektor der Gesellschaft Guischow überging, in
andere deutsche Hände zu leiten.
* Die Vereinigung deutscher Zinkblechwalzwerke in Bafia hat im Anschluß an die Preiserhöhung für Rohzink ihren Grundpreis um 5 M. für den Doppelzentner erhöht, so daß die Notierung für Händler sich auf 66.20 M. Frachtgr unfW age Oberhausen oder Morgenrot stellt.
* Die Arenbergsche A.-G. für Bergbau and Hüttenbetrieb in Essen wird für 1914 16% Proz. Dividende gegen 35 Proz. im Vorjahr verteilen.
* Zar Einschränkung der Znckererzeugung. Ein Gesetze
entwarf über die Einschränkung der Gewinnung von Zucker, der dem Bundlesrat vorliegt, bestimmt in der Hauptsache, daß die Verpflichtung der Zuckerrüben anbauenden Landwirte gegenüber den Zuckerfabrikanten nur hßs zu 75 Proz. der bisher gelieferten Menge Zuckerrüben erfüllt we rden dürfe. Die freiwerdenden Ländereien können die Besitzer zum Anbau von Getreide, Kartoffeln U6w. benutzen; sie können aber auch weiter Zuckerrüben bauen, dürfen diese aber mir als Futter verwenden. Der Bundesnai dürfte beute schon über diese Bestimmung Beschluß fassen.
Verkehrswesen.
— Der Schilfs, und Güterverkehr in den Häfen zu Hains
im Monat Januar betrug; 1. Hafenbahn.verkehr: Angekommeoe und abgegangene Wagenladungssendungen; 2223, 2. Güter
verkehr (in Tonnen): Zufuhr zu Berg; 29 436, zu Tal 9662, Afoführ zu Berg; 13 076, zu Tal 2066, Gesamtveitehr 64220, gegenüber dem infolge der Schiiffahrtsstörung durch Bis sehr bringen Verkehr im Januar 1914 von 49 034 mehr 5136. Der Hafenbahnverkehr war auch im abgelaufenen Monat Februar recht lebhaft und sind die sämtlichen Lagerräume staik in Anspruch genommen, während der Schiffsverkehr wohl immer nach aufrecht erhalten wird, aber doch verhältnismäßig gering ist
Marktberichte.
W. T.-B. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. März. (Frühmarkt) Mais (runder) 535 bis 540 M., Gerste 500 bis 520 M.
W. T.-B. Berlin, 5. März. (Getreide-Schluß.) Ohne Notiz.
Der Verkehr am Getreidemarkt war sehr stü, da neue
Ware infolge der noch andauernden Transportschwierigkeiten
nicht an den Markt gekommen ist. Die Forderungen sind un allgemeinen unverändert. Für Lokomais wurden 555 M. bezahlt. Am Mehlmarkt war die Tendenz bei guter Nachfrage fest
w. Zockerbericht Magdeburg, 5. März. Brotraift- nade I ohne Faß 22.95 M., Kristallzucker I mit Sack—.—, gemahlene Raffinade mit Sack 2035 M., gemahlene Mahs mii Sack 20.45 M. Tendenz; ruhig.
Die Abend-Ausgabe umfaßt 8 Seite«.
HauptjchriftleUer: A. Hegerhorft.
Verantwortlich für den politischen Teil: L. Hegerhorst: für den Uzt««» halrunasleii B v. Nauendorf; für Nachrichten aus Wiesbaden and den Nach, barbejirlen; I. SS.: H. Diefenbach: für „Bericht-,aal": H. Diefenbach; für „Sport und Lufifahrl": I. SS.: C. Loiacker: für ..Bermichir»" und de» „Briefkasten": C. LoSacker, für den Handeltleil; SB. Stz: für die Bmetgca und Reklamen: H Dorna ns: Amtlich in Wiesbadeu.
Druck Mid B erlag der L. Schellend erg chen Hof Buchdruckerei »SSfettatea.
Sprechstunde der Schristl-iwug: 12 big 1 Uhr.
Aufruf!
Seit Monaten ist Russisch-Polen der Schauplatz erbitterter Kämpfe. Der Bevölkerung des Landes sind auch die härtesten Leiden des Krieges nicht erspart geblieben. Weite Strecken des Landes sind verwüstet, zahlreiche Ortschaften dem Erdboden gleichgemacht. Die Industrie, auf den Absatz nach Rußland angewiesen, ist zum Slillstand gekommen. Nahrungsmittel, deren Zufuhr aus dem Süden Rußlands erfolgte, sind erschöpft, «s fehlt an Brot und Kohlen. Die ärmere Bevölkerung ist in Gefahr, von Hunger und Entbehrungen heimgesucht, Seuchen zum Opfer zu fallen, die weit über die Landesgrenzen hinausgreifen können.
Eine internationale Kommission hat sich die Aufgabe gesetzt, hier Hilfe zu bringen. Sie will es übernehmen, die erforderlichen Lebens- bedürfnifle im neutralen Ausland zu beschaffe« und nach Russisch-Polen einzuführe». Es gilt nunmehr für dieses Liebeswerk auch in Deutschland, das keine Lebensmittel abgeben kann und darf, die erforderlichen Geldmittel zu sammeln.
So richtet sich unsere Bitte an unsere Landsleute: Helft alle zu Eurem Teile, soweit Ihr es vermögt! Die Opferwilligkeit des deutschen Volkes wird an den Grenzen des Landes nicht Halt machen wollen, wenn es gilt, unglückliche Mitmenschen vor Elend und Untergang zu bewahren.
Präsidium des deutsche« Aentrak-Kilfskomitees
für die Notleidenden in de« von deutschen Truppen besetzten Teilen
Russisch-Polens:
Kürst vo« Kutzfeldt, Kerzog zu Krucheuverg, Vorsitzender.
(. Dr. Lervakd, Direktor im Reichsamt des Innern, stellvertr. Vorsitzender. Kerßert W. Hutmau«, Direklor der Dresdner Bank, Geschäftsführer
und Schatzmeister.
Zahlstelle« sind vorerst: Die Reichsbank-Haupt-, Reichsbank- und Reichsbank-Nebenstellen, die Königlich Preußische Seehandlung, Bank für Handel und Industrie, Berliner Handelsgesellschaft, S. Bleichröder, Commerz- und Diskontobank, Delbrück, Schickler L Co., Deutsche 'Bant, Disconto-Gesellschaft, Dresdner Bank. Jacquier & Securius, F. W. Krause L Co., Kur- und Neumärk. Ritterschaft!. Darlehenskasse, i Mendelssohn & Co., Mitteldeutsche Creditbank, Nationalbank für Deutsch, sland, Gebrüder Schickler, sowie die sämtl. Filialen und Depositenkassen vorstehender Banken.
Auch der Merkag des Wiesvadeuer Fagökatts ist bereit, Gaben i« Empfang zu nehmen und diese öffentlich zu bescheinigen.
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Verwendei
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„Kreuz-Pfennig^
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Harken
eid Briefen, Karten new.
Standesamt Wiesbaden.
(Ra haut, Zimmer Nr. 30; geöffnet an Wochentagen teu 8 bif W Uhr: für Sheschltrinngen nur Dienttagt, Donnertlag» und Eamtlagt.)
Gterbefälle.
Febr. 26.: Wwrenerpedient August Walther, 44 I. — König!. Baurat a. D. Franz Reeder. 69 I. — 27.: Elifccheth Wener, ohne Beruf, 71 I.
— Landwirt Christian Huth, 46 F.
— Kaufmann August Koch. 26 I. — Karoline Kelter, 46 I. — Zimanermann Heinrich Rauch, 59 I. — 28.: Luise Krüger, geb. Diehl, 72 I. — Luise Dadischeck, geb. Ullrich, 44 I.
— KreiSaerichtsrat Otto Wer, 89 I.
— Äuguste Weil, 37 I. — Major a- D. Johannes Burckhardt, 69 I.— März 1.: Katharina Zimmer, 12 I.
— Mathilde Oppenheimer. 67 I. — Taglöhner Peter Ludwig, 56 F. — Kupferputzer Jakob Mühlemann, 62 I. — Auguste Lietze, geb. Tie- mann, 70 I. — Rentner Carl Braß, 70 I. — 2.: Alwin Geibel, 3 21- Aans Wollweber, 11 M. — Karl Wollweber. 11 M. — 3.: Bureaugehilfe Wilhelm Schaub, 21 I. — Dienstmann Ludwig Dieterich, 64 I.
— Marie, Bode, geb. Körner, 61 I.
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