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*t. I Vf.

Freitag, 5. März 1915.

aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

klm Römertor.

Von O. Schoenbrod.

I.

Tief in der Zeiten Abgrund taucht mein Srnn,

Hinab ins Römerreich: Kohorten streiten.

<^ch seh gewalt'ger HeereSmassen Schrerten.

Sie drängen all nach Deutschlands Herzen Ijtn.

Da horch!, im Wald ein Raunen, Rascheln, Gleiten.. Noch birgt des Landes Urkraft sich darin! —

Varus, die Legionen sind dahin!

Der deutsche Aar wird seine Schwingen breiten!

Uralt Gemäuer nur, ein seltsam Tor,

Läßt grauer Vorzeit Schatten mir erstehen;

Denn längst erlosch der Römersonne Glut.

Den deutschen Aar doch trägt sein Flug empor.

Durch dunkler Zeiten wechselvoll Geschehen Steigt er zur Sonne auf im Wagemut.

II.

Und heute, horch!, erdröhnt der Boden nicht Von Heereswucht? Braust nicht der Kriegsorkan?

Wie Sturmflut meldet sich der Feinde Nah'n.

Und wieder kündet sich ein Weltgericht.

Es steht — ein Wall — Alldeutschland aus dem Plan.

Und wie die Flut am stärkern Damm sich bricht.

So prallt zurück der Feinde Wuchtgewicht,

Zerstört sich selbst auf fluchtverworr'ner Bahn.

Ob Lug und List auch rings das Land umstelll.

Schon ist der Legionen Übermacht Am Felsen deutscher Urkraft jäh zerschellt!

Und schon erschaut mein Blinder Zukunst Nacht,

Vom Morgenglüh'n des neuen Tags erhellt,

Den, Volk der Völker, du der Welt gebracht.

Extrablätter.

Wir haben bisher auch in den Nachbarorten und im Rheingau die amtlichen Berichte der Obersten Heeresleitung durch Extrablätter bekanntgegeben. Von jetzt ab ist die Ver­breitung von Extrablättern außerhalb des Erscheinungsortes einer Zeitung nicht mehr gestattet. Wir bitten unsere auswärtigen Leser, hiervon Kenntnis zu nehmen.

Sürsorge für Rr»egsbeschävigte.

Der Ausschuß für K r i e g s b e s ch ä d i gt e n f ü r - sorge in Wiesbaden hat sich die Ausgabe gestellt, die infolge ihrer im Kriege erlittenen Beschädigungen aus dem Heeresverband Ausgeschiedenen in_ ihren Bemühungen, sich eme angemessene Stellung zu schaffen, zu unterstützen. Daß unsere Krieger eine solche Tätigkeit wünschen, ist selbstver­ständlich, denn wenn sie auch vom Staat eine Jnvalidenuntec- stützung erhalten, wird diese doch nur selten zu einer aus­reichenden Lebenshaltung genügen. Aber selbst wenn dies der Fall wäre, wird jeder verständige ehrliebende Mann suchen, sich möglichst auf eigene Füße zu stellen und in der Arbeit jene rnnere Befried-i-gung zu finden, ohne die ein glückliches Leben unmöglich ist. Es wurden deshalb für unsere Kriegs­beschädigten folgende kostenlose Einrichtungen getroffen: Un­terrichtsstunden in den für das praktische Leben wch- tigsten Kenntnisien, eine Stelle, durch die sie über den zu er­greifenden Beruf beraten und, so weit möglich, in geergneie Stellen gebracht werden, sowie eine Rechtberatungs- stelle, bei der sie Rat finden können in geschäftlichen und Vermögensangelegenheiten, einschließlich der Ansprüche an Krankenkosten, auf Invalidenrente usw. Die Anmeldun­gen zur Teilnahme am Unterricht erfolgen für die noch in Lazarettpflege Befindlichen durch die Lazarettdirestion. Be­reits Entlassene haben sich hei Herrn Stadtschulrat Dr. Müller Wochentags zwischen liy 2l und 19 Y z Uhr im Rat­haus, Zimmer Nr. 29, vorzustellen. Die Berufsbe­ratung und Stellenvermittlung Wünschenden haben sich Wochentags in den Stunden von 8 bis UVa blhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags Dotzheimer Straße 2, Zim­mer 8, zu melden. Die Rechtsauskunftsstelle be­findet sich im König!. Schloß (KavalierHaus, 2 Treppen rechts). Sprechstunde vormittags von 10 bis 12 Uhr.

Vorsicht beim Einkauf von Liebesgaben rät nun auch das Chemische Untersuchungsamt der Stadt Tilsit am Es teilt mit, worauf wir unsere Leser wiederholt aufmerksam gemacht haben, daß im Verlaus des Krieges die deutsche Industrie eine ganze Anzahl N a h - rungs-undGenußmittelinden Handel gebracht hat, die für die Krieger im Felde bestimmt sind, aber nicht im ent­ferntesten den an sie zu stellenden Anforderungen und den ge­forderten Preisen entsprechen. Folgende Beispiele werden an­geführt:

Kakaowürsel mit Mlch und Zucker^enthalten oft nur einen geringen Bruchteil an Kakao, welcher au^r- dem noch einen höheren Prozentgehalt an wertlosen K-ckroschalen aufweist. K« f e e t a b l e t t «n bestehen häufig nicht aus reinem Kaffee, sondern enthalten Der- menkmngen von Ai-chorie oder anderen ^rrogxrtert.

Alkohol in fester Form mit Arrak- oder Rmnge- schmack enthielt in einer Tube 16 bezw. 14 Gramm Alkohol für den Preis von 1 M. während der wirkliche Wert des Alkohols 4 bis 5 Pf betrug! Das hieraus hergestellte Getränk hatte außerdem infolge des Gelatinsgehalts einen faden Geschmack, welcher wÄ>er an Arrak noch an Rum erinnerte. „ „ „ m

Rumkapseln enthielten nur ca. 7.5 Gramm konzentrierten Alkohol mit Rumessenz, so daß der daraus hergestellte Grog nur einen geringen Alkoholgehalt, außerdem infolge der Gelatinekapseln einen faden Leim-

^^Ko^na^B er schnitt in Blechflafchen hatte sich beim Lagern infolge Einwirkung des Metalls in eine un­appetitliche, dunkle Brühe verwandelt. ,

Milchtabletten verteilten sich im Wasser nicht immer gleichmäßig, sondern schieden reichlich unlöslich' Bestandteile ab. .

Die Erfahrung hat gelehrt, daß den Kriegern im Felde bisweilen derartig unbvauchbace und eigenartig zusammengesetzte Präparate als Nahrungs- und Genuß- mittel zugeschickt worden sind. Deshalb sei man vorsichtig im Einkauf solcher Artikel.

Selbstverständlich wird der gewisienhaste Kaufmann dem Schund die Türe tvcisen, sobald er ihn als solchen erkannt hat. Das darf uns aber nicht hindern, das Publikum immer wieder vor minderwertigen, oft direkt wertlosen Liebesgaben der Nah- rmrgs- und Genußmittelbranche zu warnen. Der „Kauf­männische Verein Wiesbaden" teilt uns mit, daß er zwar Ermittlungen angestellt habe, ob hier wirklich in dem Maße Minderwertige Liebesgaben von hier aus durch F a ch -

Wiesbaden er Taablatt- _

! eutc vertrieben worden seien, wie das nach unseren Aus­führungen (Abend-Ausgabe vom 19. Februar) anzunehmen gewesen sei. Er habe jedoch nur feststellen können, was auch die Erhebung der Handelskammer ergeben habe: fachmännisch geleitete Lebensmittelgeschäfte hätten sich von minderwertigen Erzeugnissen oder gar Schund freigehalten. Wer unsere Aus­führungen aufmerksam gelesen hat, der wird gefunden haben, vatz darin von „fachmännisch geleiteten Lebensmittelgeschäf­ten" gar nicht die Rede war. Dem „Kaufmännischen Verein" wird aber gewiß nicht unbekannt sein, daß es auch Geschäfte gibt, die nicht fachmännisch geleitet werden und nicht als Lebensmittelgeschäfte angesprochen werden können und doch Liebesgabenartikel verkaufen. Wir wollen aber auch von die­sen Geschäften nicht behaupten, daß sie bewußt Licbesgaben- schund führen. In Mainz haben, wenn wir uns nicht irren, gerade Kaufleute die Errichtung einer Prüfungsstelle für Liebesgaben befürwortet, nicht allein zum Schutze des Publi­kums vor unlauterer Ausbeutung, sondern gewiß auch, u m sich selbst zu schützen, da auch der Fachmann in der Lebensmittelbvanche oft gar nicht in der Lage sein -wird, den in der Regel für den Feldpoftversand fertig verpackten Liebesgaben anzusehen, ob sie gut oder schlecht, preiswert oder ihrer Qualität nach zu teuer sind. Wir meinen: betrachtet man die Sache unter diesem Gesichtspunkt, so kann unmöglich der reelle Kaufmannsstand eine Kränkung in der Befürwor­tung der Einrichtung einer Liebesgaben-Prüfungsstelle finden.

wie man spar am und gesund itzt.

„Gut gekaut, ist halb verdaut", das hat man als Kind fast bei jeder Mahlzeit gehört. Und man hat das Kauen ge­lernt, eine Kunst, die nicht nur fast allen Kindern, sondern auch vielen Großen abgeht. Gerade in diesen Tagen habe ich wieder viel an das Sprüchlein denken müssen, als ich so man­cherlei Klagen hörte, d-atz die oder der das KriegSbrot nicht essen könnten, es ser zu „knatschig" oder zu „sauer". Dem einen wollte es nicht schmecken, der andere wollte Magen- 'chmerzen davon bekommen. Wenn 'auch zuzugeben ist, daß manche Bäcker noch nicht verstehen, das Brot mit dem Kar­toffelzusatz richtig herzustellen, so muß man. im allgemeinen doch sagen, daß es meistens g u t, ja z. T. b e s s e r ist als das früher gebräuchliche. Aber das ist ganz klar, wenn man das helle „weiße" Weizenbrot auch bei weniger tüchtigem Kauen schmackhaft finden und gut verdauen kann, so verlangt das Kornbrot eS eben, daß man es besser zerkleinert und vor allem besser einspeichelt. Durch den Speichel, oder drücken wir es „appetitlicher" aus: durch die teilweise Umwandlung des

Stärkemehls in Zucker, wird dem Magen ein Teil seiner Tätigkeit abgenommen. Daß dadurch nicht nur da§ Brot, son­dern natürlich auch die anderen stärkemehlhaltigen Speisen schmackhafter werden, versteht sich von selbst, empfindet doch dann erst die Zunge die ihnen innowohnende Süße. Ebenso versteht es sich von selbst, daß der Magen durch das gute und vollständige Kauen bedeutend entlastet wird: eine ganze Reihe von Magenleiden kommt vom schlechten Kauen her. Daß auch Fleischspeisen durch bessere Zerkleinerung im Munde dem Magensaft besser zugänglich, also besser und vollständiger ver­daut und ausgenützt werden, ist ohne weiteres begrefflich. Man sollte deshalb gerade in unseren Tagen, in denen die Spar­samkeit zur vaterländischen Pflicht wird, öfter, als es bis jcht geschehen ist, auf den Wert des guten Kauens Hinweisen, und sich und vor allem die Kinder dazu erziehen. Man wird damit das Dreifache erreichen: daß man vom Essen mehr Geschmack hat, daß man seinen Magen schont und gesund erhält, und daß man geringe Mengen an Nahrungsmitteln braucht. Km.

Cie „Tagblatt»-Sammlungen.

Bei dem Verlag des „Wiesbadener Tagblatts" gingen ferner ein: Für den Hauptbahnhof der G r e n z f e ft u n g Th or n : Sadowskh 3 M.; für de« Roten Halbmond: N. N. 5 M., Dr. Staub 10 M., Gensvalleutnant v. Dufais 100 M., H. M. 5 M., Fritz und Werner Seyberth 7 M., Landgerichtsdirektor Travers 50 M.; zur Be­kämpfung des Ungeziefers für das O st Heer: H. M. 3 M.; für die S a n i t ä t s hu n d e : Frl. Schwenger 10 M., Frau Marie Willet 10 M., Frau Kremer 4 M., H. M.

4 M., L. A. 3 M., A. S. 2 M.. Sadawsky 5 M.; für

Speisung bedürftiger Schulkinder: A. L.

10 M.; für Kriegspferde : Frau M. v. Hake 10 M., F. E. 1 M., Frau A. K) 5 M„ Frau E. W. 5 M.; für Ostpreu­ße n : Schuhhaus Kohn 20 M., Zimmermeister Franz Kopp

5 M.; für das Rote Kreuz : Jda Henninger 10 M., Dr. K. 20 M., v. P. (8. Gabe) 100 M., von dem Kranken aus der Scharnhorsfftraße («. Gabe) 3 M„ Rentner Joh. Christian Tauber (4. Gabe) 100 M., G. Büffer (Monatsgabe) 10 M., A. L. 10 M., Skat, Schenkendovfstraße 7, 20 M., Erlös von der Brkdgepartie, Hotel Astoria, 4M.; für die in F e i n d e s - land geschädigten Deutschen: Frau Franz Kupfer­berg 40 M. — Für unsere Truppen -gingen ein F e r n st e ch e r von Ludwig Schmitz in Wiesbaden und ein Armeerevol- ver mit Munition von Oberst a. D. Martini in Wiesbaden ein. Weitere Fernstecher werden gerne entgegengenommen.

— „Das Kreuz Jesu Christi im Licht des Krieges" lautete das Thema des ersten Vortrags, den Herr Prof. D. D u n k - mann aus Greifswald am Montagäbend vor vollbesetztem Luthersaal hielt. Der wesentliche Gedantengang des Redners läßt sich in folgende Sätze zusammenfassen: Die einzige Seite in der Geschichte, die sich ablehnend zum Kreuz Christi stellte, ist die als „modern" bezeichnete seit der französischen Revo­lution. Es ist die Zeit des Individualismus, dessen Grund­lage die englische Moralphilosophie ist. Den einzelnen ließ diese-' Geistesrichtung für sich selbst und feine Taten allein verantwortlich sein, aber «ich «rare für -diese. Da hat uns der Krieg mit eiserner Hand z«s«nmsngefaßt und jedem gepre­digt, daß er „feines Bruders Hüter sein mttfe*. „Jeder für alle!" ist die neue S»s»ng draußen Kampf wie -daheim. Jcht rm Ringen der Völker meldet sich der zurückgedrängie Menschhcitsgedankc aufs neue, iu den gegenseitigen Vor­würfen der UnurenfclMchkeit macht er sich geltend. Jesu, der G«tt nicht als Vernunft, sondern als Liebe zeigt, mutz wieder verständlich werden in einer Zeit, die ein Kreuz von Eisen kennt für die sich opfernde Liebe und ein Rotes Kreuz für die unterschiedslos dienende Liech. Dieser wird zum Ende

der „Moderne". Er soll dazu dienen, me Menschheit das Kreuz Jesu Christi wieder versteh«! zu kehren.

— Ein braver Sanitätshmnd. Die von Herr« Rentner Arnd in der Wilhelminenstrahe ausgebildete deutschv Schäferhündin „Tilly" hat, wie der zurzeit hier verwundet liegende Sanitätshundeführer Gaschke mitteilt, bei Verfolgung der geschlagenen Russen in der masurischen Winterfchlacht an einem Vormittag 31 Soldaten unter dem Schnee gefunden.

Morgen-Ausgabe. Erstes Platt._ gette 5«

Israelitischer Gottesdienst. Israelitische Kultus»

gemeinde Synagoge: Michelsberg. Gottesdienst in der Hauptsynagoge: Freitag: abends 6 Uhr, Sabbat: morgens

9 Uhr. MilttärgotteS-dienst nachmittags 4 Uhr. abends 7 Uhr. Gotteiddienst am GemeindesaaX: Wochentage: morgens

7% Uhr. abends 6, Uhr. Für die Bibliothek können ausge- liehene Bücher auch beim Kastellan zurückgegeven werden.

Alt-Israelitische K u l t u s g e m c i n d e , Friedrich- straßc 33. Freitag: abends 5% Uhr. Sabbat: morgens

814 Uhr. Vortrag 1014 Uhr. JugendgvtreSoienst nachmittags 214 Uhr. nachmittags 3 Uhr. abends 7 Uhr. Wochentage: morgens 714, Ubr abends 514 Uhr.

Kur dem vereinsleben.

vorbertchte. Cminsncrianfnlunaen.

* „Lehrerinnenverein für Naffa u". Morgen nachmittag 5 Uhr findet die jährliche außerorventlche Mit­gliederversammlung in der Aula des Lyzeums 1 statt.

* „Verein Naturschutzpar k". Zum erstenmal seit Kriegs beginn unternahm am Sonntag, den 28. Februar, unsere Ortsgruppe wieder eine Wanderung. Trotz _ des m der Stadt nicht gerade günstigen Wetters fanden sich am Treffpunkt „Unter den Eichen" eine unerwartet große Anzahl wonderfroher Mitglieder bcidertei Geschlechts ein. Auf hübfcheu und leidlich sauberen Waldwegen ging es zur Platw. von wo man bei klarstem Wetter eine wunderhübsche Aussicht genoß Nach kurzer Ra-st marschierte man auif beschneiten Wegen, unterwegs von einem Schneeschauer überrascht. weiter nach Wehen und Hahn, von wo uns die Bahn nach Dotzchrm brachte. Hier hatte eins unserer beliebtesten Mitglieder, lcrder beruflich an der Teilnahme des Ausfluges behindert silr ein paar Stunden gemütlichen Beisammenseins gesorgt. Auch unserer braven Kämpfer wurde gedacht. deren Tapferkeit es uns überhaupt ermöglicht, einen solchen Ausflug zu unter­nehmen. Zur Linderung der durch den Krieg yervorgerufenen Wunden kreiste mehrmals die VereinssammislbüKse zum Besten linkerer verwundeten Krieger. verelnsoortrSge.

* (Mme gewähr) Im „Ras säuischen Verein für Naturkunde" zeigte zunächst in ver letzten wlsten- schaftlichen Sitzung am 25 v M. Geb. Sanitätsrat, Dr. Emil Pfchffer einige seltene. friMLühende Psianzeri; sowie von ihm - selbst angefertigte Pflanzena-bbildungen vor. Hierauf hielt Professor Dr. W. Fresenius einen interessanten Vortrag über „Das Wesen der Kristalle und über den Bau der Mole- fiile", an den sich eine lebhafte Besprechung anrnüpfte. Dann schloß der Vorsitzende die wissenschaftlichen Abendversamim- lungen für diesen Winter.

* (Ohne Gewähr.) Am Sonntagabend hielt der „Marine vor ein" in der Turnhalle, HSllmunldstraße, einen Lichtbildervortrag über Unterseeboote ab. zu dem der Verein Professor Dr. Schulze von der Navigationsschule in Lübeck gewonnen hatte. Einen besseren Griff hätte der Ver­ein in der Wahl des Referenten nicht tun können. Trotz des überfüllten Saales herrschte während den humorvollen, lebendigen Ausführungen die größte Ruhe und mit gespannter Aufmerksamkeit wurden die Lichtbilder und ihre Erklärungen verfolgt Der Redner führte die Anwesenden an Hand seiner Bilder durch die ganze Entwickelung des Unterseebootswesens vom 17. Jahrhundert ab bis zu den heutigen unserer und anderen Marinen gangbaren Typen. Reicher Beifall wurde ihm am Schlüsse zuteil.

Nus dsm Canf'ȴ*r<H$ Wiesbaden.

— Bierstadt, 4. März. In der letzten Mitgliederversamm- lu-ng der hiesigen Allgemeinen Sterbe hasse wurde beschlossen, daß an die Hinterbliebenen der im Földe ge- gefallenen Mitglieder die festgesetzte Sterberente gezahlt werden soll.

e! Sochheim, 2. März. Ailch für Hochheim ist mm ein Einheitsbrot zu 4 und 2 Pftind eingchührt. Ersteres kostet 78. letzteres 89 Pf. Die 40 Gramm schwere Brötchen für 3 Pf fallen weg. dafür gibt es 50 Gram schwere für 5 Pf — Die hiesigen Milchproduzenten beschlossen, in An­betracht der hohen Futterpreise den Milchpreis im Detail- verkauif auf 24 und für die Händler auf 20 Pf. zu erhöhen. — Der Gesangverein „Sängerbund" veranstaltüe vorgestern abend im Saalbau „Kaiserhof" ein patriotisches Wohl- tätigkeitsjsonzert. dessen Reinertrag für das Rote Kreuz und für die 65 im Felde stehenden Sänger des Vereins bestimmt ist. Neben den prächtigen vaterländischen Chören gefielen namentlich die beiden ■ patriotischen Theaterstücke: „Frisch auf. mein Volk, die Flammenzeichen rauchen" und „Deutschland voran".

Provinz Hessen-Nassau.

Regisvungsbezirst Wiesbaden.

— Aus dem Rheingau, 2. März. Der Kaufmännische Verein Mittel-Rheins au hielt kürzlich seine ordent- liche Generalversammlung ab. welche gut besucht war. Mrmens des Vorstandes erstattete der 1. Vorsitzende Herr E. Schneider (Wiesbaden) den Jahresbericht für 1914. der in allen Teilen ein befriedigendes Ergebnis auf­weist Die Vereinstätiakcit erstreckte sich im zweiren HaiD- jahr seit Kriegsausbruch in der Hauptsache aus die Kriegs­fürsorge und Veranstaltung vaterländischer Vortragsabende Trotz größerer Aufwendungen war der Rechnungsabschluß für das Jahr 1914 günstig Zu Rechnungsprüfern für das Jahr 1915 wurden die Herren A. Cloeter (Rüdesheim), H. Glück (Winkel) und And Rath (Geisenheim) gewählt. Aus der Neuwahl des Vorstandes gingen die seitherigen Mitglieder desselben: C. Schneider (Wiesbaden), 1. Vorsitzender. H.

Bernhardt (Winkel). 2. Vorsitzender, A. Schlüter (Geisen­heim). Schriftführer, W. Elasten (Geisenheim). Kassierer, I. C. Choisi (Mittelhcim). I. L. Metz (Rüdesheim). L., Lang (Winkel). Artur Jander (Geisenheim) E Rosenthal (Hstrich), Beisitzer, als gewählt hervor Als Büchertvarre wurden die Herren Karl Eisel und Artur Jander in Geiseirheim gewählt. Die Vercinsabende finden bis aus weiteres allwöchentlich Dienstags, abends 8 Ubr, im „Hotel zur Ltndc" in Geisen- b<üm statt.

Km. Caub, 3. März. Unser 24 Kriegsabend galt dem Generalfsldmarschall v Hindenburg. Er darf um io mehr als ein voller Erfolg angesehen werden, als er einen sehr bedeutenden Reinertrag für unsere Truppen im Osten abwarf. Das Progranim enthielt lieben der Eröffnungsrede des Lehrers Jung und dem Lebensbild Hindcnburgs, das Pfarrer Kopsermann entwarf in reicher Abivechslung gemein­same Lieder, vaterländische. Gesänge des Kirchenchors und Einzeldarb.ietungen verschiedenster Art. Die Feldgrauen unseres Lazaretts betätigten sich , dabei nicht bloß durch dekla­matorische und musikalische Vorträge, sondern hatten auch , die äußeren Vorbereitungen des Abends in die Hand genommen, so daß rbnen besondere Anerkennung gebührt.

— Limburg, 1. März. Eine an Kaisers Geburtstag in den katholischen Kirchen des Bistums Limburg abge- haftene Kollekte zum Besten von Kriegs-Invaliden hat den Bckrag von 13 532 M. 76 Vf. ergeben.

Regievungsdezirk rrnstel.

X Marburg, 2. März. I« einer gesierii abend abge- stMens« Sitzung der Stadtverordneten teilte Ober­bürgermeister Troje mit. daß trotz des Ausfalls von rund 45 000 M. an Einnahmen keine S t eu er e rh öhu ng eintritt. Der Ausfall soll aus den Mitteln ves «-teueraus- gleichsfonds gedeckt werden. Der Nachforderung von 100000 Mark für F l ei s ch d a u c r wa r e wurde zugesti-mM.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Sr. Mainz, 4. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Die Inspektion des Gefangenenlagers für das 18. Armeekorps ge­nehmigte die Verwendung sachkundiger Gefangenen zu Weinbergsarbeiten.