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Nr. 10«.

Donnerstag, 4. März 1915.

Wiesbadener (taflblatt

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.

Getto 8.

Von der schwedisch-finnischen Grenze.

»r. Stockholm, 4. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) o-i Koben der bedeutenden schwedischen Festung an der finnisch-schwedischen Grenze, ist gestern eine große Oeuersbrunst ausgebrochen, verursacht durch eine heftige EI v l o s i o n im staatlichen Eisenbahngaswerk, das die Bahn- inwcke bis zur Reichsgrenze mit Gas versorgt. Das ganze Gebäude, das sich in der Nähe der Bahnstation befindet, steht in Klammen. Die Ursache der Explosion ist bisher unbe­kannt. Inzwischen ist der gesamte Bahnverkehr cinge,teilt worden.

Ein neues Kabinett nt Uruguay.

W T.-B. Montevideo, 3. März. (Nichtamtlich.) Es wurde -in neues Kabinett gebildet. Perto Cossio übernimmt das Finanzministerium, Manuel Oteo das Ministerium des

Äußern. __

Aus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Vas Eiserne Kreuz.

Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurden im Verbände des 18. Armeekorps ausgezeichnet: Oberst». Frhr. v. Preu- schen, Jnf.-Regt. 115; Major Moeller, Feldart.-Regt. ol; Hauptmann Platz, Jnf.-Regt. 117; Hauptmann Haack, Jnf.- Regt. 116; Hauptmann Thiele, Jnf.-Regt. 87; Hauptmann Pohl, I/Futzart. 3; Leutnant v. Br ed er low, Fliegervo- tcilung 27; Leutnant v. Fumetti, F.-R. 80; Leutnant Hotzfeld, Jnf.-Regt. 118; Feldw.-Lt. d. L. I Hartmann, Jnf.-Regt. 81; Vizewachtmeister D i e g e s, S/Feldart.-Regt 27; Unteroffizier Ullrich, 1/Feldart.-Regt. 63.

Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ivurden ausgezeichnet: der Hauptmann Große, Kompagniechef der 1. Landwehr- Pionier-Kompagnie des 18. Armeekorps; der Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 174 Karl S ch l i d t aus Wiesbaden; der Fähnrich B olkmann aus Wiesbaden; der Jäger Schlag aus Staudt;, der Ingenieur Hugo Jeru­salem aus Bad Eros.

Nach Mitteilungen des stellvertretenden Generalkomman dos des 18. Armeekorps erhielten das Eiserne Kreuz 2. Klasse Vom Infanterie-Regiment Nr. 80: Off.-Stellv.

Henning (1.), Feldw. Häuser (7.), San.-Bizefeldw. Gorczynsk, <6.s, Horn.-Geft. Marbach (5.), Gefr. Steinweg (6.), Unteroff. d. Res. Feix (2.), Unteroff. d. Res. Stritter (11.), Gefr. d. Rep Kröner (11.). Unteroff. Steher (12.), Füsilier Koch (4.), Feldw. Wenze' (9.), Füsilier Bucholdt (10.). Füsilier Keckermann (3.), Fahnenj. Geft. Bender (4.), Unteroff. Fechter (8.), Fahnen,. Unteroff. Frhr. v. Lersner (9.). Füsilier Schiffmann (9.), Füsilier Walter (12.), Bizefeldw. Denkmann (4.). Vom Reserve - Infanterie - Regiment Nr. 80 : Oblt. d. L. I. Brand (12.), Geft. Wehrm. Blässing (2.), Unteroft. d. R. Karl Deutsch (5.), Wehrm. Reinemer (8.), Wehrm. Bmn- müller (ü.). Wehrm. Morr (8.), Gefr. Wehrm. Coridaß (8.), Unteroff. Taubert (6.), Musk. Arendt (6.), Reserv. Grywacz (6.), Reserv. Joh. Bode (6.), Wehrm. Frankenbach (7.), Kriegs- fteiw. Wilh. Fuchs (7.). Kriegsfreiw. Guiß (7.), Wehrm. Johannes (7.), . Gefr. Reibling (7.), Unteroff. Wergold (8.), Geft. Ober (8.), Wehrm. Wilhelm Kaiser (8.), Unteroff. Horn- stadt (M.), Geft. Martin (M.). Geft. (Schütze) Adolf Schneider (M.), Schütze Christmann (M.), Wehrm. Seibert (9.), Bize­feldw. Füllemann (9.), Wehrm. Line (9.). Geft. OchS (9.), Un teroff. Eichmann (10.), Wehrm. Dreher (10.), Wehrm. Georg Fuchs (10.), Unteroff. Steiner (12.). Geft. Fahrig (12.), Rererv. Karl See 4. (12.), Wehrm. Bug (12.), Reserv. Himmelreich (12.). Vom Feldartillerie-Regiment Nr. 27: Bizewachtmeister Koch (2.), Unteroff. Lensing (3.), Kanonier Schupvach (6.), Kanonier d. Res. Stellmacher (1. Tromp.-Sergt. Bieß (3.). Uo. Kuhn (6.). Leutn. d. Res. Noll. Tromp.-Sergt. Henselin (1.). Kan. d. Res. Merg (4.). Uo. Benz (8.). Kanonier Schutte (3.), Uo. d. Res. Hauzu (1. M.-KW Waffenmeister d. L. Noak (St.), Waffenmeister d. L Lestreicher (St.).

Der deutsche Kriegshumor.

Schriftsteller W. El ob es ging gestern abend in seinem Vortrag über den deutschen Kriegshumor imKauftnanmscben Verein" mit großem Fleiß und Eifer den Spuren des deutschen Kriegshumors nach. Er fand ihn überall: in

der Heimat, im Schützengraben, im Quartier, nn Felde, im Lied der Soldaten, im Spiel der Kinder, in der Tages- presie und in vielen Büchern, die Deutschland auch in dieser Zeit hervorgebracht hat. Überall, kein Wunder! Denn stecken nicht im deutschen Humor zugleich auch alle deutschen Tug eden: Kraft und Mut. Glaube, Liebe und Hoffnung. Auf der Fahrt ins Feindesland, in der VillaDuck dich" oder in der HöhleHindenburg", überall ist bei unseren tapferen Soldaten Poesie und Prosa in reichem Maße zu verzeichnen, die m uns jene Stimmung immer wieder von neuem aufleben laßt, dr­in den ersten schicksalsschweren, bangen und doch so begerste- rungsvollen Augusttagen uns alle durchgluhte. Das deuftche Heldentum, das allerorts wieder neu erwachte, rn der Heimat wie auf dem vorgeschobenen Posten in Feindesland, blreb nach wie vor dem H u m o r treu, und unsere namhaften Karikaturisten haben ihm ihre besten Schöpfungen zu ver­danken. Alle Arten des deutschen Kriegshumors kommen av.j if>re Rechnung: die Gemütlichkeit der Sachsen, die Urwüchsig­keit der Bayern, der Mutterwitz der Rheinländer und die Bw liner - na, sagen wir einmal Schlagfertigkeit. Welche Fülle von Humor und Unterhaltung auf diese Wei,e vermittelt werden kann, ist jedem klar, der mit der treit geht und lebt. Und so war es gestern abend: tiefe Ergriffenheit und helles Lachen wechselten mitein­ander ab. Den stärksten politischen Ton bot -die Satire auf das Barbarentum der Deutschen, die draußen im Feindesland rührende Beispiele ihrer Menschlichkeit, chrcr Kinderliebe gaben. Auch den u n s r e i w i k l i g e n H u m o r hat der Redner nicht ganz verpönt, und manche luftige Anekdote eingeflochten._

Erhöhung des Einkommensteuerzuschlags. Zurzeit ist der Magistvat mit der Beratung des Rechnungsvoranschlags beschäftigt. Einig ist man sich, wie wir hören, darin, daß der Voranschlag in sich balancieren und zu diesem Zr-eck eine Er­höhung des Zuschlags zu den Staatssteuern eintretm mutz. Ebenso scheinen Meinungsverschiedenheiten nach der Richtung nicht zu bestehen, daß der neue Steuersatz sich nicht rn Bahnen bewegen davf, welche den Charatter unserer Stadt unberück­sichtigt lassen. Von Zuschlägen von 40 Prozent, wie sie ander- in stehen, wird daher bei uns nicht dre Rede

sein; der Zuschlag wird sich vielmehr in mäßigen Gren­zen h alten.

Bo» der Rheuniferstrasie. Im Kriegsjahr 1914 wurde das Projekt der rechten RhciriuserjtrLße in der Weise gefordert,

Saß die landespolizeiliche Prüfung beendet und die Kosten- Voranschläge geimu ausgestellt wurden, jedoch war es infolge des Krieges nicht möglich, die Verhandlungen über t'ie-liff- bringung der Mittel zu Errde zu führen. Eine kurze Strecke am Bahnhof Lorch wird demnächst als Teilstrecke zur Ausfüh­rung gelangen. n

Gegen das Ungeziefer. DieLinzer Tagespost vom 10. d. M. bringt folgende Notiz:Man hört, daß unsere lieben Feldgrauen, besonders die im Norden stehenden, viel unier üer Ungezieferplage zu leiden haben. Einer, dem es duM) sern vorgerücktes Alter leider nicht vergönnt ist, selbst ms Feld zu ziehen, hofft, unseren tapferen Soldaten einen Dienst zu er­weisen, wenn er aus ein ebenso einfaches wie probates Rezept zur Vertreibung von Ungeziefer aufmerksam macht. Wenn nicht jetzt noch, so Ivar das Rezept doch vor 38 bis 40 Zähren bei den Handwerksburschen vielfach bekannt und in Verwen­dung. 10 bis 18, von der Asche befreite Zigarrenstummel, oder eine in Stücke zerschnittene Rolle Kautabak oder eine Handvoll Rauchtabak, werden mit einem halben Liter kalten Wasser verrührt. Wenn die Mischung 1 bis 2 Stunden ge­standen hat, sind die festen Teile abgesunken. Mit der Laren, hellgelben Flüssigkeit werdeii die Kleider von der inneren Seite, besonders in den Nähten, besprengt. Mit den feuchwn Händen wird durch Haar und Bart gefahren. Wenn das Ver­fahren drei Tage hintereinander angeweudet und dann von 14 zu 14 Tagen wiederholt wird, fällt jede Belästigung durch Ungeziefer fort. Es würde mich sehr freuen, wenn das Ver­fahren-in inöglichst vielen Zeitungen bekanntgegeben ivurde, damit es /baldigst bei unseren Tapferen im Felde Verbreitung

Kriegskochbelehrmtg. Aus Anregung der städtischen Kommission für B o l k s er n ä h r u n g, die sich aus drei Vertretern der Stadt und drei Vertreterinnen des Stadt bundes für Frauenbestrebungen zusammensetzt, werden näch­sten Dienstag s i e b e n K ü ch e n eröffnet, in denen den Frauen aller Kreise Kostproben nebst Rezepten und mund lichen Erklärungen und Ratschlägen gegeben werden sollen Es werden speziell Speisen als Kostproben vorgesuhrt. die den veränderten Beschaffungsmüglichkeiten der Nahrungsmittel Rechnung tragen. Die Rezepte der zum Kosten Vorgesetzten Speisen werden in den Küchen abgegeben. Sie sind von er­fahrenen Hausfrauen erprobt und zusammengesetzt und der Nährwert von einem Lebensmittelchemiker _ als Erreichend für die Ernährung festgestellt. Eine dieser Küchen besteht schon in der Haushaltungsschule von Fräulein Schrank, wo seit annähernd'drei Wochen an zwei Abenden wochenüich von 8 bis 10 Uhr Kostproben verabreicht und Belehrungen gegeben werden. Der zahlreiche Besuch dieser Kochküche (am kcht-n Abend waren über 60 Frauen erschienen!) und die lebhafte Besprechung und Fragestellung beweisen d,e Notwendrgkeu dieser Einrichtung. Um eine übersüllung der einzelnen Koch­stellen zu verineiden, können Frauen, die sich snr dre Sache in­teressieren hoffentlich ist ihre Zahl sehr groß ^ ber Zen­trale von Fräulein Rauschenbach rm alten Rathaus Äcarkt- straße 16, Zimmer Nr. 11, Eintrittskarten (selbstredend unent­geltlich) nachmittags von 4 bis 6 Uhr rn Empfang nehmen. Daselbst wird auch jede Auskunft erteUt. In folgenden Küchen würden Dienstags und Donnerstag, 8 Uhr abends , Kostpr oben verabreicht: Marktplatz 3, Steingasse 9, Schar nhorststtaße 2b. Oranienstraße 18, 1, Schwalbacher Straße 7 und WÄherd- sinahe 26. Außerdem erfolgt die Verabreichung von Kostproben noch Mittwochs und Freitags, abends 8 Uhr, Marktplatz 3.

Gemüseland fürs Rote Kreuz. Der AbteLung 6 Kreiskomitees vom Roten Kreuz, Marktplatz 3, sind fast

2 Hektar 8 Morgen Garten- und Fsldländereien zum Anbau von Gemüse für die Feldlazarette zur Ver­fügung gestellt worden. Die Flächen find bald iimgegraben urtb'bic Saat- und Pslanzzeit nttht heran. Zur Herrichtung und Bearbeitung der Saat- und Pflanzbeete fehlen teilnng aber noch die Geräte, wie Rechen, kleine Hacken, Dret- oder Vierzinker, und Gießkannen. Sicherlich stehen von die­sen Geräten noch manche unbenutzt in den Ecken; du«, ihre Überlassung würde man dem Roten Kreuz große Ausgaben er­sparen. Die Geräte werden aus Wunsch gern bei den Spen­dern abgeholt. Auch fteiwillige Hilfskräfte, inÄesondere junge Leute, die Lust und Liebe zu leichter Gartenarbeit haben, finden noch Beschäftigung.

Der uudeutschc Theaterzettel. Bei dem großen Reine­machen unserer Sprache darf vielleicht auch auf die Theater­zettel aufmerksam gemacht werden. Gestern abend spielte man im Hoftheater denTroubadour". Man lese den Zettel.Im

3 Akt- Großes Tanzdivertissement; Ensembletanz, ausgeführt vom Corps de Ballet; Grand Adagio; Grand finale; Bariations serieuses" usw. Es ist doch gewiß nicht unmöglich, die Tänze in unserer Muttersprache zu bezeichnen. Der Allge- meine deutsche Sprachverein Hut sich oft redlich, aber meist vergeblich Mühe gegeben, hier Wandel zu schaffen. . Datz dies auch der großen Zeit nicht gelingen sollte, die wir ,etzt durch­leben. ist kaum anzunehmen. Deutsche Buchstaben auf dem Zettel allein tun es nicht, auch die Worte seien gut deutsch!

Begehrte Ware. Auf dem Wochenmarkt sind es zurzeit vor allem die Äpfel, nach denen außerordentlich starke Rach- frage herrscht. Demgemäß werden Preise bezahlt, w,e sie noch nie dagewesen sind. Heute vormittag gerieten sogar zwei tn der Nachbarschaft Wiesbadens wohnende Großhändler eines einzigen Korbes Äpfel wegen in ein Handgemenge, weil ,eder behauptete, er habe ihn erworben und nicht der andere.

Frauenschule. Wie uns Herr Professor S ch l i t t, Direktor des städtischen Lyzeums 1 mit Qberlhzeum und Studienanstalt, mitteilt, ist die vom Magistrat vor einigen Jahren mit großen Kosten eingerichtete ^rauenschule in­zwischen wieder eingegangen, weil sie fast völliger Tcilnahmlosigkeit begegnete.

Die Verlustliste Nr. 164 liegt in der Tagblattschalter halle (Auskunstsschalter links) zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Jnfanterre-Regrments Nr 88, des Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 87, der seldartillerre-Re- aimenter Nr. 27 und 63. , ^,

Kleine Notizen. Ein Seilbntt von 1 83 Ptund fft heute in Frickols Fischhallen. Grabenstrage 16. elngetrofien

vorberichte über Kunst. VortrSge und verwandtes

Königlich« Schauspiele. In der am Fre itag stattsinden- den Ausführung vonMinna von Bacnhelm Fräulein

Grete Reinl von der Wiener Residenzbuchi- alsFranz,.ta" auf Anstellung (Abonnement B. Anfang 7 Uhr).

* Residenz-Theater. Der Samsiagabend sttht^unter dem Zeichen eines heimischen Schriftstellers: Wilhelm ^acoby. der

durch seinen urwüchsigen lugendft,schert Sfauao t sch au td manche vergnügte Stuiiden den Wiesbadenern bereu« har, feiert seinen 60. Geburtstag. Ihm - zu Ehren führt na» Residenz-Theater am Samstag (7 Uhr) und SomwW (%8 Uhr)Pension Schüller" aus und am Morttag s«n wtzt» WerkAlles mobil!". InPension Scheller tjweU Jacoby, der älteste Sohn des Jubilars, die lmrrun^volle Rave des Eugen Rümpel. L-onntagnackmtttag wrrd das uut w großem BesLill aufgenommene ftöhliche Spiel «Als ich im Flügelkleide . . ." zu halben Preisen gegeben.

Gerichtssaal.

W. T.-B. Ein westpreußischer Pfarrer wkgeu Bclnd^m« der Armee verurteilt. Berlin. 3. März. Wegen Beleü»- gung der preußischen Armee lvurde der Pfarrer Paul Czap- lewski aus Schön eich (Kreis Kulm tn Westpreutzeu) von der fünften Strafkammer des Landgerichts «r sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der AnKÄagte hatte am 32 Oktober in der Garderobe eines Berliner WemrestaurmttS geäußert, die Kosaken leien die h u ni a n ft e n Menschen, die preußischen Solsaien seien Mordbrenner und Plünderer. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängnis beantragt.

Neues aus alter lvelt.

Ein New Vorker Bsmbcuattentat. W. T.-B 3Jew

y o r f 3. März. Hier ist ein Mann verhaftet vergeblich versuchte, eine Bombe tn die hiesige St. PatraK- Küthedra-le zu werfen. Die Polizei chanÄ daß der Memn M Verbindung mit einem Komplott steht, dessen Zweck Mt, die Reichen zu terrorisieren. _ ^

Eine fol«ensch«ere Gasexplosion. W. T.-B. Stock­holm 3 März. Aus unbekannter Uriache fand gestern rmcht in dem Keller eines Wohnhauses eme,Gasexplos,on statt Vier Personen wurden getötet, drei ichwer und sieben

^^' Einc^grotze Dynamitexplosion in Frankreich. W- T.-B- Paris, 3. März. fNichtamtlich.) Der ..Temps' erfahrt über d,e Explosion in Bruay, daß die Bergwerksgesellfchast Brnay große Mengen Dhiiamit erhalten und diese infolge Übersüllung des Sprengdepots in den Lagern des Bergwerks untergebracht hatte. Durch Unvorsichttgkeit des Wächters entstand ein Brand. Die Explosion war von ungeheurer Gewalt. In der ganzen Umgebung wurden d,e Fenster­scheiben zertrümmert. Die Trümmer wurden über ernen Kilometer weit geschleudert. Die Bevölkerung deS Gebietes trutbe von einer Panik ergriffen, da sie zuerst an einen hef­tigen Angriff deutscher Luffichiffe oder Flugschiffe glaubte. Sechs Personen wurden getötet, etwa 10 verletzt, davmr einige schwer. Aus dem stark zensierten Bericht desTempS" läßt sich entnehmen, daß das Dynamtt für die Heeresverwaltung bestimmt wa r.

Letzte vrahtberichte.

Ein neutrales Zeugnis über den völligen französischen Misierfolq in der Champagne:

Zürich, 3. März. DerTagesanzeiger" meldet von der Westfront: Die fortgesetzten ftanzösischen Durchbrnchsver- suche in der Champagne sind zum dritten Male völlig ge­scheitert, darüber können alle täglich langer werdenden ftanzösischen Communiquös nicht mehr täuschen. Wenn man die spaltenlangen Tagesberichte des ftanzösischen Generakstabes mit seinem Durcheincmder- würftln von Ortschaften und Terrainbezeichnungen gelesen hat, muß man immer an Hand der Karte feststellen, datz dre Franzosen nicht vom Fleck gekommen sind.

Die Iag> nach dem Sündenboch.

Bon der russischen Grenze, 3. März. (K. V. Z.) Der Oberbefehlshaber der russischen Streitträfte, Großfirst Rikolajewitsch, hat eine besondere Untersuchungskommission eingesetzt, die Untersuchungen über die letzten militäri­schen Ereignisse rn Ostpreußen anstellen soll. Be­sonders soll festgestellt werden, in welchem Umfange General Baron Siebers den Anforderungen des Augenblicks nicht gewachsen gewesen ist. Ferner ist die Untersuchung auch auf einige andere Generale der 10. Armee ausgedehnt worden.

Die deutsche« Offiziere im türfische« Mmisterrat. Truppen,zusammenziehung bei Konstantinopel. Berlin» 3. März. Frhr. v. d. Goltz-Pascha und die anderen deutschen Offiziere nchmen jetzt an den Sitzungen der türkischen Minister teil. Sämtlich e ^Tr uppen von Adrianopel und Thrazien werden bei Konftantinopel zu- jammengezo gen. _ __

Wetterberichte.

Deutsche Seewarte Hamburg.

4. März, 8 Vhr vormittag*.

fl sr nhr leicht, fl leicht, 3 - schwach, 4 7 = iMf. 3 = »tünmsch. - Star

m*Mig, ö fritch, I«® liftft, i. 10 starker Stirn.

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Beobachtungen in Wiesbaden.

von der Wen.nn.tiuu uw am«, i <u.tue mr Naturkunde.

S. März

Barometer auf 0* und Normalschwere Barometer auf dem Meeresspiegel . .

Thermometer (Celeins).

Dnnatspannung (mm) . ..

Relative Penchtigkeit (»/o).

Wind-Bichtnng und -Stärke.

Niederechlagsböba (mm).

Höchste Temperatur (Celsiun) 6,1

7 Uhr

morgens.

_ 753,9 I 764,6 ;

i.o !

4-3

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0,1

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ebenda.

754,2 764,7 6,9 4.6 66 SW 2

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41

BW*

2.7

Niedrigste Temperatur 0,5.

764.1

744.7

33

43

51.1

Wettervoraussage für Freitag, 5. März 1915

«oadnr Meteorologischen Abteilung des Phjrtikai Vereine au Frankfurt n.«.

Wolkig, meist trocken, kälter, wechselnde Winde.

Wasserstand des Rheins

am 4. Märu

ftiebrleh. Pegel: 181 m gegen 1.S6 m am gestrigen Vonsttta*

(nuu. » 2,15 m v 2 06 m » » »

Mainz. » 0.93 m » 138 m» »