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Seite 4. Mbeud-AuSgabe. Erstes Blatt.

Kus Portugal.

Kein Zusammentritt des Parlaments?

W. T.-B. Paris, 28. gebt. (Nichtamtlich.) DaS „Jour­nal" meldet aus Lissabon: Halbamtlich wird gemeldet, daß

der Ministerrat beschlossen hat, Maßnahmen zu treffen, um den Zusammentritt der Kammer am 4. März zu verhin­dern. Bekanntlich hat Präsidont A r r i a g a infolge der Parteizwistigkeiten ein Kabinett gebildet, welches außerhalb der politischen Parteien steht.

W. T--B. Lissabon, 28. Febr. (Nichtamtlich.) „Diario de Governo' veröffentlicht einen Ministerialerlaß, durch den für den 6. Juni die Wahlen ausgeschrieben werden.

Dir monarchistische Bewegung in Portugal.

W. T.-B. Lissabon, 27. Febr. (Nichtamtlich. Meldung dee Agcave Havas.) Aus Oporto eingetroffene Reisende ver­sichern, daß die Monarchisten Vorbereitungen gegen jede Überraschung treffen. Die Grenzbewachung ist ver­schärft. Ähnliche Nachrichten laufen aus Badajoz ein.

Warum Portugal nicht dem englischen Befehle folgt.

Der „L.-A." meldet aus Genf: Ein Mitglied der portu­giesischen Kabinetts begründete de.n neuerlichen Aufschub der Entsendung von Truppen an die cnglischerseits bestimmten Punkte damit, daß die Monarchisten und Anarchisten für die Monate März-April den Beginn ihrer Tätigkeit ange- kündigt hätten, übrigens habe die Polizei feststellen können, daß die Monarchisten über größere Mittel und eine bessere Organisation verfügten, als man erwarten konnte.

Manuels Enttäuschung.

Mailand» 27. Febr. Der Madrider „EI Liberal" meldet aus Lissabon: Der Präsident hat am 20. Februar die Wieder­herstellung der Verfassungsgarantion unter Gegenzeichnung des Ministerpräsidenten Castro bekanntgegeben. Exkönig Manuel mit seiner Gemahlin hat den: Blatte zufolge tat­sächlich acht Tage lang in Santander auf spanischem Boden geweilt, nach Scheitern der Militärrevolten in Lissabon und Oporto ist das Königspaar am 8. Februar von Bilbao aus nach England zurückgekehrt.

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Ein Mißerfolg der bulgarischen Russenfrennde.

Sofia, 26. Febr. (K. Z.) Die von der russenfreundlichen Opposition angestrebte Bildung eines Blockes gegen die Regierung in der Sobranje ist infolge der Haltung der Bauernpartei gescheitert. Wiederholungen solcher Ver­suche sind möglich; doch ist heute wenigstens bewiesen, daß für das Verlangen der Russenfreunde, sich an Rußland anzuschließcn, in der sonst nicht sehr regierungsfreundlichen Sobranje keine Mehrheit zu haben ist.

Aus Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Sur Warnung für die Verbreiter beunruhigender Gerüchte.

Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armee- korps teilt mit: In letzter Zeit sind wiederholt beunruhi­gende Gerüchte über deutsche Niederlagen ver­breitet worden; diese Gerüchte entbehren jeglicher Be­gründung. Es wird dringend gebeten, die Verbreiter der­artiger lügenhafter Nachrichten zllr Anzeige zu bringen, damit ihre Bestrafung veranlaßt werden kann.

Oer ly. Uriegsabend.

Zu dem gestern vom „Volksbildungsverein" im Festfaol der „Turngefellschaft" veranstalteten 19. Kriegsabend war der Andrang wieder so groß, daß sich viele mit einem Stehplätz- chen begnügen mußten. Der gesangliche Teil, den diesmal in dankenswerter Weife der Arbeitergesangverein „F r e u n i) s cha f t" unter Leitung des Herrn Karl Schwartze bestritt, bildete eine geschmackvolle Auslese von stimmungsvollen Chören, wie „Märzluft" (Angerer), „Tragödie" (Mendelssohn) und hübschen Volksweisen, wie „Es steht eine Lind'", „An einem Bächlein", „Sandmännchen" und „Abendglc 'lein", die alle in eindrucksvollster Weise zum Vortrag gebracht wurden. Den Hauptvortrag hielt Herr Pro­fessor Dr. Merbach, und zwar über „Die Russen- kriege des deutschen Volkes". Redner schilderte, wie Rußland schon früh in seiner Entwicklung unter dem ver­derblichen Einfluß mongolischer Fremdherrschaft ein Volk 'statischer Horden lvar und blieb, an deren Kampfesweise und Barbarei sich bis heute noch nichts geändert hat. Damals wie heute Verwüstungen und Mordbrennereien überall da, wo sich die russischen Heere bewegten. Auch das Wort HindenburgS „Wer gegen die Russen kämpft, kämpft gegen die Übermacht", galt in den Russenkämpfen früherer Jahrhunderte genau so wie im jetzigen Feldzug. DaS russisch-französische Bündnis einerseits unib der Zusammenschluß Deutschlands und Öster­reichs andererseits bildeten die sicheren Vorboten zu diesem .Kriege, und das Wort bewahrheitete sich: „Wenn im Osten die .Kanonen donnern, dann gehen im Westen die Gewehre von selber los". So kam der Krieg 1914, der noch dazu durch Englands schnöden Krämergeist ganz und gar unver­meidlich geirorden war. — Herr Direktor Höfer feierte in seiner Ansprache recht eindrucksvoll die bisher durch unsere tapferen Truppen errungenen Siege und legte überzeugend dar, wie sehr sich die Gegner in unserer militärischen und namentlich in unserer wirtschaftlichen Kraft getäuscht haben. Der Redner pries ferner laut die große Einigkeit des deutschen Volkes, die unsere Feinde, insbesondere die Engländer, schmerzlich vermissen müßten. Herr Höfer dankte schließlich dem Arbeitergesangverein „Freundschaft" für seine Mit­wirkung, und als er schloß, stimmte man gern und freudig in das allgemeine Lied „Deutschland, Deutschland über alles" ein. Durch gut gelungene Lichtbilder fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluß. —tz.

Grundzüge der neuen Organisation der NNlitSr- Paketdepots.

Seit dem 22. Februar d. I. werden Privatpakete und Privatfrachtstücke an Angehörige der im Westen im Felde stehenden Truppen nur noch auf dem Wege über die Militär-PaketdepotS und gemäß ncwhftehenden Be­stimmungen angenommen und befördert. Alle sonstigen Be­förderungsarten, insbesondere auch die durch die Ersatz­truppenteile, werden aufgehoben. Für den Paketversand an Marineangehörige gelten besondere vom Reichsmarineamt er­lassene Vorschriften. Sämtliche deutsche Postanstalten im In­land nehmen Pakete bis zum Gewicht von 10 Kilogramm an a.rd leiten sic an die Militär-Paketdepots weiter; größere '

Wiesbadener Tagblatt.

Güter, im Gewicht von über 10 Kilogramm bis 50 Kilogramm sind bei den Eisenbahn-Eilgulabfertigungen aufzuliefern.

^ Es nehmen Pakete an: das Militär-Pakctdepot

Frankfurt a. M.-Süd, Mittlerer Hasenpsad 5: für 18. Armeekorps, für 18. Rescrvekorps, für 38. Reservekorps; das Militär-Paketdepot Darmstadt (Bahnhof): für die Großherzoglich Hessische (25.) Infanteriedivision.

Der Geschäftsbereich der Militär-Paketdepots ergibt sich aus dem dort und Le: allen größeren Postanftalten aushängen- den Verzeichnis der Militär-Paketdepots. Sämtliche näheren Bestimmungen sind bei diesen Stellen zu erhalten.

Die Räume des Militär-PaketdepotS Frankfurt a. M.-Süd befinden sich neben der Eilgutabfertignng in Sachsenhausen, die Geschäftszimmer: Mittlerer Hasenpfad 5. Geschäfts­stunden: Wochentags von 8 bis 12 Uhr. und von 2 bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur von 10 bis 12 Uhr vormittags. Die amtliche Auskunftsstelle Klimsch in Frankfurt, Goethe­straße 3, erteilt Auskunft in Paket- und Frachtangelegen­heiten; in den Räumen des stellvertretenden Generalkomman­dos, Daunusanlage 9, Frankfurt a. M., wird solche grundsätz­lich nicht erteilt.

Deutsche Mode.

Gestern wurde im Hause Rheinstratze 47 die Ausstellung deutscher Kleider eröffnet. Es handelt sich hier nicht etwa um eine eigenwillig ersonnene deutsche Mode, sondern um moderne Kleider, nach den neuesten Modegesetzen entworfen, nach jener Mode, die ihren Siegeszug durch alle Länder hält, geboren aus der Entwicklung der Gewänder. Hier soll nur gezeigt werden, daß auch die Deutschen es verstehen, mit durchweg deutschem Material schöne Kleider zu arbeiten. Und was die Ausstellung bietet, ist sehenswert und geschmackvoll genug. Hedwig B r u g m a n n, die hiesige bestens bekannte, auch aus­wärts geschätzte Kunstgewerblerin, hat an Hand eingehender Studien über Gewänderlehre und Maderichtung die Zeich­nungen zu den Modellen entworfen und gemeinsam mit der Damenschneiderin Simon Stoffe und Spitzen deutscher Industrie zu entzückenden Kleidern geformt. Da ist ein duf­tiges Geriesel echter Spitzen, ein einziges großes Stück, zu einem graziös gerafften Rock gewandelt, die Taille nicht min­der graziös und elegant, aus dem gleichen kostbaren Material. Ein anderes weißes Kleid aus leichter Seide mit breiten, echten Filetsprtzen garniert, wirkt ebenfalls duftig und elegant. Eine volle dunkelblaue Rose, die letzte Modeneuheit, „dicke Berta" genannt, ganz leicht an der Taille befestigt, unterbricht das Weiß, gibt eine pikante Note, eine willkommene Unter­brechung. Da sind hochelegante Tee- und Besuchskleider, fesche Renntoiletten zu sehen, alle einem individuellen, verwöhntenGe- schmack angepaßt, -schwarzer Lasset, schwerer und doch schmieg­samer Seidenrips, seines Tuch, Sammet, Leineu usw., bilden das Material. Hier und da hebt eine geschmackvolle diskrete Stickerei die Eleganz des Kleides, ein apartes Zusammen­wirken von Häkelarbeit und Kurüelstickerei, eine Erfindung Fräulein Brugmanns, die selbstredend auch diese Muster ent­warf, während die Stickereien in ihrem Atelier zur Ausfüh­rung gelangten. Aber eS gibt auch raffiniert einfache Binsen und Kostüme, die alle eine eigene Note besitzen und außer­ordentlich fesch wirken. Zu jedem Meid lieferte die Firma Fried die passenden Hüte, die genau mit Farbe und Form des Kleides nbereinstimmen und originelle und aparte Linien­führung ausweisen. Zwei junge Damen führen die Kleider vor, so daß die Wirkung und der Sitz sofort festgestellt werden können. Weiche, fließende Linien, größte Bewegungsfreiheit zeigt und gestattet die neue Mode. Freilich muß gerade hier­für der Schnitt tadellos sein. Die ganze Ausstellung hinter- läßt den günstigsten Eindruck; sie nimmt drei geräumige Zim­mer ein, die mit Wumen, Bildern und kunstgewerblichen Ar­beiten — diese aus dem Atelier Brugmann — geschmackvoll ausgestattet sind. Alle diese lose hingetvorfenen und gestreu­ten Gegenstände bilden eine Verbindung zu den neuesten Modcschüpsungcn, geben einen stimmungsvollen Rahinen und erzeugen eine Atmosphäre von Eleganz, Kunst und verfeiner­ter Kultur. Diese Ausstellung legt ein glänzeirdeS Zeugnis ab von der Leistungsfähigkeit deutscher Industrie, deuffchen Geschmacks und deutscher Nadelkunst. Sie ist ein verheißungs­voller Auftakt zu der allerorts angeregten und angestrebten deutschen Mode. -k.

Der Gemüsebau im Interesse der volksernShrung.

Über die großen Sorgen, die durch die schwere Kriegsfüh- rung über das deutsche Vaterland hereingebrochen sind, werden die größten Anstrengungen gemacht, um die Ernährung des Volkes sicherzustellen. In großzügiger Weise wurde bisher vieles ungeordnet, zum Teil stehen noch gewichtige Maßnah­men vor ihrer Entscheidung. Im Vordergrund steht die Pro­duktion von Lebensmitteln und insbesondere die Fürsorge für den Anbau der FeDfrüchte im bevorstehenden Frühjahr. Es rvar daher recht dankenswert, daß der „Wiesbadener Gartenbauverein" einen Vortrag über den Gemüse­bau veranstaltete und Herrn Garteninspektor Schilling (Geisenheim) dazu als Redner gewonnen hatte. Der Vortrag war überaus stark besucht. Wie groß die Bedeutung des Ge­müsebaues gerade in dieser Kriegszert ist, geht daraus hervor, daß — wie der Redner betonte alljährlich 4 Millionen Zent­ner frisches Gemüse im Werte von über 160 Millionen Mark aus dem Ausland bei uns eingeführt werden. Da nun durch die gesperrte Einfuhr die deutsche Bevölkerung ganz aus ihre eigene Landwirtschaft angewiesen ist, so ist die gründliche Aus- nützuirg aller Ländereien von größter Notwendigkeit. Es ist deshalb lobenswert, daß die Stadtverwaltungen, wie dies ja auch hier geschehen ist, geeignetes Gelände zum Anbau von Gemüse, Rüben und Kartoffeln abgeben. Gerade in die­sem Frühjahr dürsten insbesondere Frühkartoffeln sehr be­gehrt und teuer werden. Aber auch Hülsensrüchte, Spinat, Salat, Bohnen, Rüben, alle Kohlarten, wie Weiß- und Rotkraut und Wirsing, sind für die Volksernährung in dieser Krieg^eit von besonderer Bedeutung und können alle alsbald gesät werden. Der Redner forderte dazu auf, mit dem Anbau recht frühzeitig zu beginnen und durch intensivste Wirtschaft die größte Ernte abzuringen. Wie eine rationelle Feldbe­stellung zu geschehen hat, setzte der Redtter alsdann sehr lehr­reich und gemeinverständlich auseinander. Er schilderte insbe­sondere die Anlage eines Gartens, die zweckmäßigste Art der .Kultivierung, den großen Wert der Düngung und führte die Geräte vor, mit denen man an praktischsten die Feldbestellung ausfübren kann. Sehr wichtig für den Erfolg ist natürlich die Zeit der Aussaat, die sich nicht etwa nach abergläubischen Bauernregeln, sondern einzig und allein nach der Bearbeitung und der Beschaffenheit des Bodens zu richten habe; vor allem warnt der Redner davor, nassen Boden zu bearbeiten. Viel hängt auch von der Wechselwirtschaft und . der Auswahl des Saatgutes ab, deren zweckmäßigste Sorten der Redner für alle Gemüse usw. auszähltc und erläuterte; namentlich in letzter

Montag, 1. März 1915. Nr. 100.

Beziehung wird viel gesündigt. Es ist in dieser ernsten Zeit dringend zu wünschen, daß alle Gartenbesitzer bezw. Garten­pächter — und ihre Zahl wird mich in Wiesbaden immer grv- .ßer — bei der diesjährigen Felderbcstellung die Mahnungen des Redners sich zu Herzen nehmen und größtmöglichste Um­sicht und Sorgfalt bei ihrer Arbeit walten lassen, um so zu ihrem Teile mitzuhclsen, Englands teuflischen AuShunge- rungsplan zunichte zu machen. — tz.

Ein Iugend-ttriegsabend.

In dem großen Saal der „Tnrngesellschaft" in der Schwalbocher Straße, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, veranstaltete am Samstagabend die städtische Jugend­vereintguru; ebenfalls eineil KriegSabend, dem Exzellenz von Schuch und Herr Polizeipräsident v. Schenck beiwohnten. Herr Stadtrat M e i e r eröffnete die Veranstaltung mit einer An­sprache, in der er vor allen Dingen die Verdienste hervorhob, die sich die Wiesbadener Jugend aus dem Gebiet der Kriegs­fürsorge ertvorben hat. Gut vorgetragene Gedichte wechselten mit flott gespielten, von Herrn E. Raab, Lehrer am Spangenbergschen Konservatorium, sorgfältig cinstudierten Musikstücken ab. Auch als Sologeiger erfreute Herr Raab durch ein lebendig bewegtes Spiel und eine sichere Technik. Der strebsame junge Künstler berechtigt zu den schönsten Hoff­nungen. Herr Opernsänger Vollmer sang einige in den Rahmen der Veranstaltung passende Lieder mit Begeisterung; auch er erntete lebhaften. Beifall. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag des Herrn Stadtschulrats Dr. Müller über „Deutschlands Aufstieg zur Weltmacht", in dem der Red­ner stilistisch fein und gründlich der, wirtschaftlichen Auf­schwung und die sich daraus ergebenden Folgerungen für die Gegenwart und Zukunft schilderte und vor allem die Jugend auf die starken Seiten unseres Volkes anfmerksant machte, die es befähigen, es mit seinen zahlreichen Feinden aufzunehmen und mit ihnen fertig zu werden. Der Vortrag hatte leider einen Fehler: er war zu lang, vor allem im Hinblick aus das ohnedies sehr umfangreiche Programm. Aus diesem Grunde ging sein Inhalt zum großen Teil offenbar an recht zahl­reichen Besuchern spurlos vorüber. Man könnte wünschen, daß er bei einer anderen Gelegenheit, bei kürzerem Progranrut, noch einmal in etwas gekürzter Farm gehalten würde.

-^„Erinnerungs-Postkarten", die nicht zugelaffen sind. In letzter Zeit sind Postkarten und Briefumschläge in den Handel gekommen, die nach Form uitd Aufdruck geeignet sind, den Anschein zu erwecken, als ob sie postamtlich ausgegeben seien. In der rechten oberen Ecke tragen sie den Wertste mp el der bei den deutschen Postämtern in Belgien vertr.iebenen Freimarken. Auf der linken Hälfte der Vorderseite fft da? Rcichswvppeu abgebildet mit der Angabe „Deutsch-Bel­gien". Die Karten tragen außerdem die Überschrift „Er­innerungs-Postkarte", die Umschläge den Vermerk „ln memoriam". Diese Karten und Marken, die man auch in hiesigen Schaufenstern ausgestellt sieht, find nicht vo-n der Reichspo st Verwaltung, fordern von der Privat­industrie hcrgestellt und in den Verkehr gebracht worden. Ihre Beförderung mit der Post ist nicht ge­stattet.

— Ein neuer Promeuodcweg nach Georgenborn (nicht Waldsahrstraße) wird gegenwärtig von Rotstands­arbeitern der Stadt Wiesbaden hcrgestellt. Der Weg beginnt bei Clarenthal und führt fortgesetzt in weiter Entfernung von der staubigen Fahrstraße durch den Wald, hier und da reizende Fernblicke gewährend. Der „Verschönerung sverern" wird tat dem Weg Ruhebänke aufftellen. Die Anlage dies«? WogeS ist für die zahlreichen Besucher Georgenborns und Schbrngenbods» die bisher leider auf die namentlich auch von Autos stark be­fahrene Chaussee angewiesen waren, gemdezu ein Bedürfnis. Er wird einen der schönsten Waldspaziergänge in ine Ilmge- bunig Wiesbadens ermöglichen.

— Die Verlustliste Rr. 160 liegt in der Tagblattschakter- halle (Auskunftsschalter links) zur Einsichtnahme auf. Sic enthält u. a. Verluste des Infanterie-Regiments Nr. 88 sowie der Rescrve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 87 und 88.

— Sein 25jähriges Geschäftsjubiläum kann heute der be­kannte Metzgermeister Peter Flory in der Kirchgaffe feie»». Er eröffnete seine Metzgerei am 1. März 1890; anfangs 8» fand fie sich im „Johannisberg", Langgaffe v.

— Ein Vermächtnis. Die Witwe Jakob Koopmans, dir zuerst in der Rheinstraße uitd dann in der Karlstraße im Wies­baden wohnte und vor etwa zwei Jahren gestorben ist, hat der Stadt Baden-Baden ein Vermächtnis ausgesetzt, dessen ung» führe Höhe erst jetzt fe-stgestellt werden konnte. Es handelt sich um 140 000 bis 150 000 Mark.

— Kaiser-Wilhelms-Spende. Seinen Lebensabend mög­lichst sorgenfrei zu gestalten, darauf sollte jedermann bedacht sein. Geeignete Gelegenheit hierzu bietet die unt« dem Pro­tektorat des deutschen Kronprinzen stehende Kai ser--Wilhekms- Spende. Nähere Auskunft erteilt, wie aus einer Hpr Anzeigen­teil der vorliegenden Nummer enthaltenen Bekanntmachung hcrvovgeht, die hiesige Zahlstelle, Bankgeschäft Gebrüder Krier.

— Einen Hindenburgweg, an dem es hier noch fehlte, haben wir der privaten Initiative eines Wiesbadeners zu verdanken. Der Weg beginnt am Tambachtal und endet an der M e l i b o k u sei ch e. Kürzlich entdeckte man dort — es war nach der Winterschlacht in Masuren — an einem Baum am Eingang des Weges eine mit einem Kvanz umgebene und mit einer Schleife in den Landesfarben geschmückte Tafel, die das Bildnis des Führers unserer Ostarmoc und die Auffchrift „Hindenburglveg" trug. Wir wissen nicht genau, ob der Weg bereits einen Namen ftihrt, sollte das nicht der Fall sein, so bestätigt vielleicht der Magistrat nachträglich die aus den Namen des größten deutschen Volkshelden der Gegenwart voll­zogene Privattaufe. Das kann auch dann nichts schaden, wenn später eine neue Straße der Stadt nach Generalseldmarschall Hindenburg genannt iverden soll.

— Goldfammlung. Der städtischen Oberrealschule am Zietenring ist cs in wenigen Tagen gelungen, für 13 000 Mark Gold zusammenzubringen. — In Dotzheim wurde in der letzten Woche abermals für 10 000 M. Gold gesammelt.

— „Die Kunst für die Kunst." Tie ZiehungderGe- winne für die Verlosung der „Kunst für die Kunst" fand heute morgen unter obrigkeitlicher Leitung statt. Als „Waisen­knaben" dienten zwei verwundete Krieger. Eine Liste der Ge­winne erscheint in einigen Tagen. Die ersten zwölf Haupt­gewinne sielen, wie ohne Gewähr mitgeteilt sei, aus folgende Nummern: 6947 (ein anzusertigendes Bildnis von Professor HanS Christiansen); 6358 (ein Gemälde von Hans Völker); 6896 (ein anzusertigendes Bildnis von Kaspar Kogler) ; 1957 (ein anzufertigendes Bildnis von Frau Lenhard-Falkenstein) ; 1797 (ein anzufertigendes Bildnis von Reinhard Braband); 4795 (eine Bronze von Willy Bierbrauer); 4237 (ein Gemälde