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«eite ». Abmd-Aus-abe. Erstes Blatt. £pt££JUtOetttf CKgmUt

die Verbstndeten veranlassen, die gesetzlichen Waffen nieder- zulege«, Wer welche sie verfügten, um die Unterwerfung der Gegner zu bffchlounigsn. »Petit Journal" schreibt: Die Zerchrcnmächte, welche Sen Krieg entfesselt haben, wollen ihn verlängern, indem sie die Verbündeten zu zwingen suchen, ihnen Lebensmittel und Kampfmittel zu liefern. Dagegen wollen die Verbündeter: die Gegner vernichten und den Krieg beiden, indem sie dem Gegner die Zufuhr an Kampf- und Lebensmittel absperren; ob man da noch fragen könne, auf welcher Seite das öffentliche Interesse und das Recht liege.

Die Lebensmittelzufuhr nach kriegführenden Ländern.

Br. Zürich, 1. Marz. (Eig. Drahtberrcht. Ktr. Bln.) Die Mailänderllnione" will erfahren haben, daß Berhand- lungen der neutralen Staaten mit Nordamerika ausgenom­men worden sind über die Freigabe der Lebensmittelzufuhr «ach allen kriegführenden Ländern.

Ein Vorschlag wilsonr zur Beseitigung der Minengefahr.

Br. Genf, 1. März. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In Paris und London werden gegen den in der Note Wilsons enthaltenen Vorschlag, daß die Kriegführenden aus dem in Frage kommenden Gebieten alle Minen entfernen sollten, ««gewendet, daß dies sehr schwierig durchzuführen sei. ES müßten beiderseits gleichzeitig die Minen entfernt werden und hier sei ein Waffenstillstand nötig, wofür auf keiner Seite Geneigtheit vorhanden wäre.

Anfragen iw englischen Unterhause und ihre unklaren Antworte».

W. T.-B. London, 28. Febr. (Nichtamtlich) (Untechaus.) Jowett (Arbeiterpartei) fragte den Staatssekretär Grey, warum er, trotzdem er die Abmachungen des französisch-russi­schen Bündnisses nicht kannte, der französischen Regie­rung nicht mitgeteilt'habe, daß Frankreich nicht von Deutsch­land angegriffen werden würde, wenn seine Neutralität von Großbritannien garantiert werde. Grey verwies Jowett auf Nr. 105 des britischen Weißbücher, aus der her- »ovgeht, daß die britische Regierung, obwohl sie die Abmachun­gen des französisch-russischen Bündnisses nicht kannte, doch wußte, daß die französische Regierung keine neutrale Haltung einnehmen könne, wenn Rußland durch Deutschland und Österreich-Ungarn angegriffen werden sollte. Die französische Regierung habe schon imvorausam30. Juli erklärt, daß ein Vorschlag,, wie er zwei Tage später tatsächlich von Deutschland gemacht wurde, ganz unannehmbar sein dürste. Abgesehen davon, dachte äh, daß dieser europäische Bündnis, gleichgültig, ob Zweibund oder Dreibund, für die eine Macht die Verpflichtung enthalte, der anderen Macht bei­zustehen, besonders tvenn diese eine Macht durch zwei andere Mächte angegriffen ivird. Jowett fragte sodann, ob die von Chiwchill in einem Interview imMatin" ausgesprochene Ab­sicht, daß Großbritannien bis zum bitteren Ende kämpfen werde, wenn Frankreich und Rußland sich von der Teilnahme am Kriege zurückzögen, mit Einwilli­gung und Billigung der Regierung veröffentlicbt nordest sei. ASquith antwortete, Churchill erklärte in diesem Interview auch, daß er sich einen solchen Fall gar nicht vorstellenkönnte. Ich stimme ihm absolut bei und habe keine Ursache, von den Ansichten, die er in dem Interview geäußert hat, abzuweichen.

Ein englischer General bekennt sich als Spion.

Laad,», 28. Febr. lFrkft. Ztg.) General Sir B a d e n - Powell bekennt sich in einem soeben erschienenen Buche als früherer englischer Spion in Deutschland.

wieder deutsche Flugzeuge über der Themse.

Berlin» 28. Febr. DerRieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß zwei deutsche Flugzeuge, die an­scheinend nur Beobach tu ngSzweckc verfolgten, vorgestern morgen über der Themse gesehen worden seien. Die Be- obechtung der Flugzeuge wurde später infolge eines dichten Wolkenschleiers unmöglich.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

S«m deutschen Vorstotz in den westlichenvogesen.

Zum gestrigen Tagesbericht schreibt dieKöln. Volksztg.": ..Das hervorstechende Merkmal des deutschen Fortschritts am französischen Westhang der Vagesen ist die große Breite

und Tiefe, über die der Angriff vorangetragen wurde. Auf 20 Kilometer Breite und 0 Kilometer Tiefe wurden die Fran­zosen zurückgcdrängt. Das ist ein Geländegewin n, der in dem Stellungskampfc im Westen bisher einzig dasteht u.rd wohl'nur mmäge einer gelungenen Über­rasch u n g des Gegners erzielt werden konnte. Selbst in den mehrtägigen Kämpfen bei S o i ff o n s war die Vorschiebung der deutschen Front nicht so umfangreich. Fast doppelt s o breit als damals an der Aisne ist der Raum, den am West­hang der Vogesen nämlich westlich vom Donongebiet die deutsche Angriffstzewegung überwand. Die vollzog sich vollständig auf französischem Boden. Trotz ihrer anschei- neitden Überraschung über den in breiter Front wuchtig vorge­triebenen deutschen Artgriff leisteten die Franzosen, wie auS der Mitteilung hervorgebt, kräftigen Widerstand und machten außerdem große Anstrengungen, um das verlorene Gelände wiederzugewinnen. Diese Versuche mißlangen jedoch un­ter schweren Verlusteil des Feindes. Der wuchtige deutsche Vorstoß an dieser Stelle, wo ein solcher von den Franzosen offenbar nicht erwartet tvurde, beweist am besten, daß die Franzosen sich vollständig geirrt baden, wenn sie glaubten, durch ihre heftigen Angriffe in der Champagne und im Raum um Verdun u n s das Gesetz des Handelns vorschreiben und dadurch vielleicht auch zur Schwächung anderer Teile der Front zwingen zu können."

Die französischen Tagesberichte.

Vf. T-B. Paris, 1. März. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von Sanntagnachmittag 3 Uhr: Bei Dixmuiden zerstörte belgische Artillerie zwei Schau zw erke. Belgische In­fanterie besetzte eine Farm auf dem rechten Dseruser. Ein belgisches Flugzeug warf eine Bombe auf den Safeubahnhof in Ostende. Die Deuffchen beschosten wiederum R e i m s mit etwa 00 Granaten, teilweise gegen die Kathedrale. lNatürlich! Schrift!.) In der Champagne erzielten wir bedeutende Fortschritte. Am gestrigen Abend eroberten wir zwei deutsche Schanzwerke, nördlich Perthes und nördlich Beau-Sejour. Zwischen diesen beiden Punkten und nordwestlich PercheS gewannen wir Gelände und machten 200 Gefangene. Die Gesamtzahl der deutschen Sol­daten. welche sich seit 10 Tagen ergeben haben, Wersteigt 1000. (?) Auf den Maashöhen ziemlich lebhafte Artillerie­kämpfe. Im Woevre verlief der Tag ruhig. In den Vogesen, im Gebiete des Hartmannsweiler Kopfes, inachten wir einige Fortschritte.

W. T.-B. Pari«, 1. März. (Nichtamtlich.) Gestern obend 11 Uhr wurde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: In Beaucourt bei Albert wurde ein deutscher Angriff durch unser Feuer sofort aufgehalten. Der Feind beschoß Soissons mit 200 Granaten. In der Champagne machten wir .ms der ganzen Kampffront merkliche Fortschritte. Nördlich Perthes warfen wir einen Gegenangriff zurück. Vir behaupteten das gestern eroberte Schanzwerk und be­reiteten unsere Stellungen vor. indem wir neue Schützen­gräben besetzten. Wir gewannen Gelände in allen Gehölzen zwischen Perthes und Beau^ejaur. Unsere gestrigen Ge­winne umfaßten 2000 Meter Schützengräben. Diese Gewinne wurden heute sichtlich auSgÄohnt. In einem ein. zigen Schützengraben ließ der Feind über 200 Tote zurück. Wir erbeuteten ein Maschinengewehr. Den letzten Nachrichten zufolge dauert der Kampf unter günstigen Be­dingungen fort. In den Argonnen nahmen wir die Höhe 288 (westlich Loureuilleö) und etwa 300 Meter Schützen­graben. Im Bauquois gestattete un» ein glasender In» fanterieangriff, den Rand des Plateaus zu erreichen, worauf das Dorf steht. In den Vogesen bei Cbapelette (3 Kilo­meter von Celles-sur-Plaine) wurde ein ziemlich lebhafter deutscher Angriff völlig zurückgeworftn.

Lin nichtssagender Bericht des General» Zrench.

Amsterdam, 27. Febr. Die englische Gesandtschaft im Haag empfing aus London vom Ministerium des Äußern folgende Nachricht: Feldmarschall French meldete, daß die Operationen lvährend der letzten paar Tage durch starken Nebel und Regen beeinträchtigt wurden. Jnfanterieangriff«, mit Aus­nahme von kleinen Scharmützeln, werden an keiner Steve ge- meldet. Eine Veränderung der beiderseitigen Streitkräfte fand nicht statt. Besonders hervorgehoben wird das heldenhafte Verhalten zweier englischer Soldaten, die einen Verbin, dungSlausgraben geraume Zeit besetzt hielten, ohne daß ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Maschinengewehr­abteilungen fügten dem Feind starke Verluste bei.

ÄUontag, 1. März 1915. Nr. 100.

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Die grotze Arbeitslosigkeit in Krankreich.

Berlin» 1. März. ;Ktr. Bln.) über die Arbeitslosigkeit in Frankreich wird gemeldet: Der französische Abgeordnete

Andre Horwvat teilt in einer Zeitschrift mit, daß durch den Krieg die Arbeitslosigkeit unter de» Männern um daS Drei­fache, unter den Frauen um das Sechsfache Angenommen habe. Ec gibt an, daß tm Dezember in Paris rund eine viertel Million Arbeitsloser von der Stadt oder dem Staat unterstützt wurden. Er betont, daß die Arbeitslosigkeit in den nördlichen Departements noch viel bedeutender sei. Er kommt zu dem Schluß, daß rund eine Million Franzosen und Französinnen durch den Krieg arbeitslos geworden seien.

Ein französischer Alirgerhauptmann verunglückt.

W. T.-B. Paris, 1. März. (Nichtamtlich) DerTemps" meldet: Während eines Erkundungsfluges, den der Deputierte Hauptmann Girod, der Leiter des LusffchifsahrtSwesenS in dem befestigten Lager von Paris, als Beobachter cm Bord eines Flugzeuges von Compiegne über die deuffchen Linien unternahm, geriet das Flugzeug in Brand. Dem Führer gelang es, in steilem Gleitflug zu landen. Girod er­litt Brandwsnden an den Beinen, der Führer blieb unverletzt.

französische Mitzstimmung über England.

DieKöln. Ztg." veröffentlicht den Brief eines neittralen Berichterstatters, der in P-rrrs abging, ohne die Zensur zu passieren, und am 6. Februar in derNew Docker Staats zeitung" abgedruckt wurde. Darnach richte sich in Frankreich aller Jngrrmm gegen die Regierenden in England. In Paris hätten sich jüngst die Inhaber russischer Papiere zu einem Pro- tcstbund zusammengetan, der der behördlichen Auflösung ver­fallen sei, als von der Regierung Rechenschaft Wer die Tätig­keit der Botschafter und Militärattaches in Petersburg gefor­dert worden sei. Namentlich aber richte sich die W u t der oberen Gesellschaftskreise gegen England, "'ie Pariser Regierung We einen starken Druck auf die Will fährigkeit des Londoner Kabinetts aus. größere Opfer zu brin­gen. als es bisher geschehen sei. Nach Unterredungen mit den Mitgliedern der französischen und russischen Boffchaft in Lon­don werde gegenwärtig in Paris Material gesammelt gegen die britische Regierung, das hervorgeholt werden soll, wenn die öffentlühe Rechtfertigung vor dem Volke sich nicht mehr umgehen ließe. Der Bruch zwischen Frankreich und England sei unabwendbar geworden, sobald der Friede komme. Ein hervorragender Staatsmann, der im Oberhaus eine beach­tenswerte Rolle sprelt, habe einem Journalisten erklärt:Man vergeffe in Paris, daß uns die Aufrechterhaltung der Herr- schast zur See immense Opfer abverlangt. Wir riskieren viel mehr cck» Frankreich und Rußland zusammen bei den Reu. traten. Wir ziehen uns deren Haß und Feindschaft durch die Maßnahmen zu, die auch Frankreich und Rußland zugute kom­men." Der Staatsmann meinte, mit Deutschland werde Eng­land sich schneller und sicherer verständigen als mit Frankreich und Rußland, sofern der Krieg infolge allgemeiner Er­schöpfung enden würde.Würden wir aber durch Deutschland besiegt, dann Gnade uns Gott." Schließlich versichert der Journalist, die Riesengeldnot der Verbündeten mache England große Sorge, Ein Unterhausmitglied habe ge­sagt:Unsere Verbündeten fallen mit geladenen Revolvern über uns her und rufen: Entweder Geld oder wir schließen einen Sonderfrieden."

Ei» chilenischer TrauSportdamvftr beschlagnahmt,

Berlin. 1. März. (Ktr. Bln.) Ein Geschwader itan# scher Kriegsschiffe beschlagnahmte auf der Höhe von Mar- seille den mit Salpeter beladenen, nach Venedig be- stimmten chilenischen TransportdampferRancagna".

Die deutschen Truppen in den Narpathen.

I.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns iKlärwifcni

' Seit etwa 3 Wochen operiert eine deutsche HeereS- qruppe in unmittelbarer strategischer und taktischer Anlehnung an die SsterEchrsch. ungarische Armee in den Karpathen. Das Gelände der erbitterten Käinpfe liegt in der allgemeinen Stme Delatyn-Tucholka-Kiczera SchilSka-Bereznicau und nord­westlich.

In Eis und Schnee, in Geröll und Schlamm ringen östewvickiifch-tlnaariWe Truppen ae-

Unterhattungsteil.

Nestdenr-Thrster.

SamStag, den 27. Februar: Zum ersten Male:

Der gutsitzende Frack". Komödie in vier Akten von Gabriel D r e g e l y.

Dargelobte Land" will der Schneidergeselle Anton Melzer fudjen in dem gestohlenen gutsitzenden Frack eines Kunden seines Schneidermeisters. Und findet es auch bei der Abendgesellschaft des frischgeadelten BergwerkSbcsitzers Ritter von Reiner. In dem gelobten Lande begegnen ihm viele neu­geadelte Finanzgrößen, die früher sämtlich auf minder klang­volle Namen wie Silberstein usw. hörten, aber es begegnet ihm dort auch ein Minister, an den er sich mit seinem frechen Mundwerk heranmacht. Zur Abendgesellschaft selbst hat ihn niemand eingeladen. Er findet sich einfach dort ein, da er zufällig, eben von dem Kunden hörte, dessen Frack er trägt, daß dort einflußreiche Menschen verkehren. Run steigt er vor, Stufe zu Stuft, der Frack ist sein Talisman. Mit diesem und seiner Frechheit verschafft er sich die nötige Ächtung, während ein Naffonalökonom, ein wirklich tüchtiger gescheiter Kopf, sein Sekretär wird, Handlangerdienste bei ihm tut und ihm jeden Gedanken in die Feder diktiert. Zur Belohnung detrügt der Abgeordnete von Melzer, den Adel legte er sich selbst zu. den Gelehrten Dr. Martin Sonnberg mit dessen Frau, der Tochter seines früheren Schneidermeisters, die ihm 50 Kronen borgte, an dem Abend, da er im gestohlenen Frack den entscheidenden Schritt in die große Welt tat. Der Dok­tor erwischt das Liebespaar und schwört Rache: den früheren Schneidermeister will er entlarven, ihn stürzen. Aber sein Plan scheitert; Antonvon" Melzer sitzt zu fest tut Sattel, In dem Augenblick, da Dr, Sonnberg ihn stürzen will, wird er Handelsminister und steht glanzender denn je da. Der Doktor ist der Blamierte. AVer der Herr Minister verschafft ihm Genugtuung. Durch seine Fürsprache wird er zum Hof­rat ernannt. Seine Frau kehrr voll Reue zurück, während der Munster die Tochter des Bergwcrksbesitzers heiratet.

DieMora!" der sehr lusffgen Satire liegt so klar zu­tage, daß-sie Wetter keiner Erörterung bedarf. Das unter­haltende Stück. mit feinen vielen ergötzlichen Szenen, wurde recht flott gegeben. Die Hairpttolle spielte Herr Bar tat. der bei glänzender Laune schien. Er verstand es sehr gut, als großsprecherischer Schneidergeselle in den gestohlenen Frack und in die Würden eines Ministers zu schlüpfen. Mit der Rolle steht und fällt da? Stück, durch Herrn Bartak wurde der Komödie ein voller Erfolg beschieden. Rosel van Born gab die Gattin des- BergwerksbefitzerS mit mel Drolligkeit und wenig Übertreibung. Fräulein Böhm als deren Tochter war ein zu bösartiges, intrigantes Judenmädel, dagegen spielte Fräulein D e l o s e a recht sympathisch. Unter den vielen Mitspielendcn ragte noch Herr Beug als Gelehrter besonders hervor. Maßvoll in Marke und Spiel, plastisch ge- stattend.

Das Stück wurde von den zahlreichen Zuschauern mit großem Beifall anfgenommen. B. v. 3?.

Nus K int fl und Leben.

Kurhaus. Das gestrige Sinfonie-Konzert des erheb­lich verstärkte» städtischen Kurorch esst erd stand unter Leitung des Herrn Julius Schröder, der bisher in London als Dirigent wirkte und bei Ausbruch des Krieges nach Deutschland zurückkehren mußte. Die besonderen Umstände, welche unsere Kurdrrektion besttmmten, dem Künstler gestern die Leitung des Orchesters anzuvertrauen, sind bekannt ge­geben: sie mutzten Herrn Schröder ohne weiteres eine freund­liche Aufnahme beim Publikum sichern. Der junge Dirigent bezeigte sich in einer Anzahl allbekannter Repertoirestücke unseres Orchesters als recht gewandter Führer, dessen Direk- ffon hauptsächlich durch rhythmische Straffheit, Energie und Hervorhebung starler dynamischer Schlaglichter gekennzeich­net ist. Wie die Kurkapelle unter seiner Führung den hel­dische» Charakter derEgmont-Ouvertüre" wirksam hervor- zukehren suchte, so auch die düstere Pracht desTrauer- marschs" aus WagnersGötterdämmerung" und das festlich- heitere Element dcSMeistersinger-Vorspiels". Als ein seltener gehörtes Orchesterwerl brachte Herr Schröder die

Sinfonie D-Moll von Chr. Sinding zur Aufführung. Do"

Werk trägt entschieden heroischen Anstrich. Das erste Allegro", voll trotzig kühner Rhythmen, ist ein prächtig ge­lungener. meisterwürdiger Satz; übrigens in seinen viel­fachen rhythmischen Verschränkungen zugleich ein Prüfstein für sattelfeste Dirigenten: Herr Schröder zeigte sich der schwierigen Aufgabe durchaus gewachsen. DatAndante ist von elegischer Färbung; eine nordische Volksweise mag zu. gründe liegen; düstere Trauerklänge walten vor; der sffll ver­glimmende Schluß war von sonderlich schöner Wirkung. Ein Vivace", das als Scherzo gedacht, iti einem Zuge flott dahinstürmt, ist ebenfalls von kriegerischen Klängen durch­setzt; im Mittelsatz ftsscln sehr interessaitte kontrapunktische Gestaltungen. Das unmittelbar anschließendeFsnale" steht leider nicht aus Höhe der ersten drei Sätze; und auch manche an sich recht hübsche Einzelheiten vermögen diesen öden und dabei überaus lärmend orchestrierten Satz nicht zu retten. Herr Schröder hatte aus der Sinfonie gemacht, was daraus zu machen ist, und man darf ihm für die Vorführung des zum größten Teil so lebensvollen, kraftsprühenden Werkes, das vom Kurorchester glänzend gespielt wurde, zu "Dank verpflichtet sein. DaS Publikum entschied auch in diesem Sinne und ehrte den begabten Dirigenten durch stürmischen Beifall und Hervorruf. O, D-

Theater und Literatur. Eineluftige SchicksalrkomSdie" Das dumme Glück" von Raoul Auernbeimer und Leo Feld erlebte im Hamburger Thalia-Theater ihre erfolgreiche Erstaufführung.

Die Eröffnung dcS Pariser Odson ist für heute, den 1, März, festgesetzt, und zwar unter den gleichen Be­dingungen wie die der Comedie Franyaise und der Opsra» Comique. Bis zu der Zett, in der die polittschen Ereignisse wieder regelmäßige Aufflihrungen gestatten werden, soll eine Reihe von Vorstellungen an bestimmten Daten stattftnden. Für die Donnerstage sind Matinecs mit klassischen Schau­spielen. für die Mittwoche literarische Vorträge und Rezita­tionen, für die Samstage Aufführungen französischer Musik festgesetzt. A» den Samstagen und Sontltagen werden abends Vorstellungen zu ermäßigten Preisen gegeben.

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