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Verlag Langgaffe 21

„S«ykt«tt>v<ut*".

6Äaltft*©aflf geöftnei M> tlk metgnrt di» 7 Udr »tznihg.

wöchentlich

Se,u,s-t-rn« ,»r »e,»c AilSgadrn: 7v Big MdnalNiti. M 2. - viertrljädrtich durch den Serl.g «»nqq-sie rl OCrrr Bringrrlad» M 3— vicrttlithrUch durch ule deurlchen P««a»s»ltrn. LU»jchl«»lich k- VeileUgeid — «e«»,«. »cttriluugrn nehmen auierdem knigegen: IN «ieSb-den die Z»ei,fteUe Bis- l monfrmg 1», -otmt die SluS«abt«rtttn ,n allen Teilen »er tzladt: in «redrich : die »orngen «ud- gobeiiellen und IN den denachbarien L-ndoNen und im Rveingau die detr-«enden Tag »len-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagdlati-Hen«" Nr. 66i«-M.

Um 8 lldr morgend Mü 8 tl»r abend». Uicher Sonofcu'.

Snäfiqtn-Srti» für Sie Zeile: IS Pkz. für örtliche Anzeigen ,m ,-rbertSmerN- und Klemer Nuge^er- in einheitlicher Sa,farm: «Pig. in daran -»weichender San-usfuhrung. sowie sur alle übrigen öniobe» Anzeigen: M P?g. iür alle auswärtigen Anzeigen: t Vit. für öinliche ReNamen: 2 Mt. für auswärtige Sieklamchi. Banze. halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaniend. nach befduderer Herechnnna. — Be, wied-rholter Aufnahme unveränderter Anzeige» in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

Aazeigen-Annadme: kdür dieAbenb-Au»g. bis l2Uhr ... * ,, . ' " ^ fiür die Aufnahme van Anzeigen an vor.!

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«mdbr ub^rttommf«.

Samstag» 27. Februar l91S.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 98. . 63. Jahrgang.

Oer Krieg.

ver Tagesbericht vom 27. Februar, weitere französische Angriffe in der Cham­pagne. — Ein Gefecht nördlich Verdun. — 3’i Nirdvolen wieder ItOO Gefangene.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 27. Fcbr., ittags. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Ju der Champagne haben die Franzosen gestern und heute nacht erneut und mit starken Kräften angegriffen. Der Kamps ist an einzelnen Stellen noch im Gange. Im übrigen ist der Angriff a b g c w i e f e n worden.

Nördlich Berdun haben wir einen Teil der französischen Strllangen angegriffen; das Gefecht dauert noch an.

Bo« den übrigen Fronten ist nichts Wesentliche» zu melden.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nordwestlich G r o d n o, westlich Lomza und südlich Wraschnüsch sind hente russische Kräfte anfgetrete«, die pim Angriff Vorgehen. An der S k r o d,, südlich Köln», machten wir 1100 Gefangene.

SBon links der Weichsel ist nichts Besonderes zu *elde». Oberste Heeresleitung.

wir werden auch wirtschaftlich siegen.

Bon General der Inf. j. D. ». Blume.

Den 25. Februar 1915.

^Daraus, daß die Erzeugnisse des deutschen Bodens Mn Lebensmittelbedarf unseres Volles nicht völlig decken, daß aber die Zufuhr des Achtenden vom Aus- lllilde durch den Krieg und durch völkerrechtswidrige ».aßnahmen unserer Feinde unterbunden ist, hat sich wie Notwendigkeit ergeben, den Verbrauch der wichtig­enBedarfsgegenstände und den Handel mit ihnen er­heblichen Beschränkungen zu unterwerfen, ins- «sondere die Getreidevorräte zu beschlagnahmen, um chre gleichmäßige Verteilung auf die Bevöl­kerung zu sichern.

k Die deutsche Station sicht sich hiernach vor Ausgaben gestellt, die bisher nur in dem engen Rahmen be­lagerter Festungen gelöst worden sind. Sie greifen tief, nicht nur in die Lebensgewohnheiten, son- ern in die Taseinsbedingungen der gesamten Bevölle- rung ein. verlangen Entsagung von jedem einzel­nen Vollsgenossen, Anpassung und einsichtige Mitwirkung aller, besonders auch der Haus- krauen und Mütter. Man wird in der Annahme mum irren, daß die verbündeten Regierungen des Weiches die zur Lösung der Aufgaben erforderlichen, nschneidenden Maßnahmen zeitlich so weit hinausge- Woben haben, als ihnen ohne Gefahr für die Sicher- Weit der Vollsernührung während des gegenwärtigen Prieges angängig erschien. Um so mehr 'ist geboten, tzalle getroffenen Anordnungen mit Peinlichster vewi ssen Hastigkeit, ohne Zaudern und ohne Mische Weichherzigkeit durchgeführt werden. Dabei llverden sich in der Praxis mancherlei Schwierigkeiten si>rrd Reibungen ergeben, aber keine, die nicht überwun- W werden könnten. Doch bedürfen die Staats- und ^meindebehörden für diesen Zweck tüchtiger frei- williger Hilfskräfte in beträchtlicher Zahl, die ihre volle Wrafr in den Dienst der guten Sache stellen müssen. UAn hierfür geeigneten und bereitwilligen Person- nchkeiten wird es sicherlich ebensowenig fehlen «re an dem guten Willen der Allgemein- Weit. ihnen ihre Aufgabe zu erleichtern. Mit der .Vaterlandsliebe, Opferfreudigkeit, Einsicht und Ord­nungsliebe, die die Nation in dem bisherigen Verlauf -oes Krieges in io ruhmvoller Weise -betätigt hat, wird M auch den an sie setzt herangetretenen neuen Anforde- rungen Genüge leisten. Der feige Versuch, uns durch MÄungerung unserer Frauen und Sinder niederzu- «vingen, den unsere Feinde unternehmen, nachdem sie promt* haben, daß sie trotz' ihrer großen Überzahl dem Deutschen Schwerte nicht zu widerstehen vermögen, — dieser Versuch muß und wird scheitern, k Einzelne schwache und unzuverlässige Elemente gibt 1* freilich in jedem Volle Hier und da wird daher von j'mzelnen der Versuch genracht werden, sich der ihnen Ästigen Beschränkung ihres leiblichen Behagens zu enl- Ziehen, vielleicht in dem leichtfertigen Gedanken, daß v auf sie nickt ankommen könne, wenn nur di« anderen ^nthaltsamkesi üben. Solche Unwürdigen müssen an allen Wohlgesinnten sorgfältig überwacht und otigenfalls mit der ganzen Strenge der Gesetze im me gehalten werden.

Wenn wir jederzeit dessen- eingedenk bleiben, daß wir trotz aller Waffenersotge, die wir in diesem Kriege erzielen, und trotz aller Opfer, die wir in ihm bringen, unseren Feinden auf 'Gnade und Un­gnade preisgegeben sein würden, falls es ihnen gelänge, uns vor die Frage des Hunger­todes zu stellen, so wird es uns leicht sein, die Ent- haltscunkeit zu üben, die jetzt von uns gefordert wird. Verbrecherischer Leichtsinn aber wäre es, wenn wir uns hierin durch die vage Hoffnung beirren ließen, daß der Krieg durch den Sieg unserer Waffen fein Ende finden könnte, bevor die Auskömmlichkeit unserer Lebensmittelvorräte auf die Probe gestellt wird. Ist doch auch das von den Daheinigebliebenen gefor­derte Opfer der Genügsamkeit wahrlich gering- f^iigig im Vergleich mit denen, die unsere vor dem Feinds stehenden Brüder täglich bringen!

Der Handelskrieg gegen England.

Neue Opfer unserer Unterseeboote!

V. T.-B- London, 27. Febr. (Nichtamtlich.) Tic „TimeS" meldet aus Eastbourae vom 24. Februar: Heute nachmittag 3.55 Uhr ist mrbrcrc Meilen von der Küste rin unbekannter Dampfer untergegangen. Ein Beobachter sah vom Lande ans, eine Wassersäule und Rauchwolken aufsteigrn. Bald darauf war das Schiff versunken. Ein zweiter Dampfer» welcher in derselben Richtung fuhr, flüchtete gegen die Küste. Ein anderer Dampfer, der in der Nähe war, nahm die Be­satzung auf. Der Kapitän eines in der Nachbarfchnft befind- lichcn französischen Dampfers sagte, der Dampfer sei tor­pediert worden.

W. T.-B. London, 27. Febr. (Nichtamtlich.) Zwischen- Rhyl und Prestatin wurde» gestern Schiffstrümmer und Schiffspapiere auf den Namen des Dampfers „R a i t h. mao r", ferner Kabinentüren und andere Schiffsgegenstände gefunden. Der „Raitymoor" stammte aus Ncw-Castle- on-Tync.

vergebliches Suchen nach den deutschen Untersee'-ooten.

Berlin, 27. Febr. (Klr. Bln.) Nach Telegrammen aus dem Hang in den MorgsnLlättern beobachteten die an der englischen Ostküste kreuzenden englischen Torpedoboote am 25. Februar zwischen Middelborough und Hüll v i er­geh n m a l Periskope von Unterseebooten. Die Untersee­boote tauchten jedesmal -und trotz längeren Suchens konnte ihre Spur nicht wieder gefunden werden.

Eine Begegnung mit zwei deutschen Unterseebooten.

W. T.-B. Blissingen, 26. Febr. (Nichtamtlich) Ein heute nacht hier eingetroffener Poitdampser berichtet, daß er auf der Fahrt z w c i deutschen Unterseebooten begegnet sei.

Nur die Versendung von 7 Schiffen von der englischen Admiralität zugegeben.

W. T-B. London, 26. Febr. (Nichtamtlich.) Die Admi­ralität gibt bekannt, daß seit dem 18, Februar sieben britische- Schiffe durch deutsche Unterseeboote in den Grund gebohrt wurden, während 7 08 Dampfer jeder Nationalität in den britischen Häfen migekommen find. In der am 24. Febr. zu Ende gegangenen Woche verließen 6 93 Schiffe England. In den acht Wochen vor dem 24. Febr. betrug die Gefamt- ziffer der einlaufenderi Schiffe 5772, die der auslaufenden Schiffe 5507. — Rach der wiedergegebenen Meldung der „Tijd" umfaßt die Liste der verlorenen englischen Dampfer 20 Namen, worin allerdings auch die Opfer der Minen mit­gezählt sind. Die englische Admiralität hat natürlich alles Interesse daran, die Zahl der durch Unterseeboote versenkten Dampfer so niedrig wie möglich anzugehen, was sie um so leichter kann, als es nicht immer fesfftebt. ob eine Miire oder ein Torpedo den Untergang berbeigeführt bat.

Die gespannte Lage am Zrachtenmarkrt.

W. T.-B. Kopenhagen» 26. Febr. (Nichtamtlich) ,^ger- lingste Tidende" meldet aus London: Eine Berfrachtung in großem Stil sindet nicht mehr statt. Schiffe sind schwer zu erhalten. Tic Frachffätze steigen wahrscheinlich stark. Ter Grund liegt haupffächlich in Löschungsschwierig- keilen und in der Beschlagnahme von Schiffen durch die eng­lische Regierung. Auch die Frachten von Amerika «ach Eng­land und Frankreich steigen stark, Tcr Markt ist sehr gespannt.

England in Not.

Wien» 36. Febr. (L.R.N.) Der Amsterdamer Korrespondent der „Neuen Freien Presse" berichtet, daß maßgebende holländische Reeder der Ansicht sind, Eng­land werde die drohendevoll st ändigeJsolie- rung unmöglich länger als einen Monat (?) ertragen können. (Das bezweifeln wir einstweilen doch. Schrifll.) Die City sei schon jetzt aufs höchste erregt. Der Still staub des Verkehrs treffe Millionen Angestellte und Arbciü?r, deren Not schon setzt eine soziale Gefahr bedeute. Do die Verluste an Transportschiffen England auch niiti- tärisch lahmlegen, glaubt nun in Amsterdam, England werde bald zu neuen Entschlüssen kommen muffe». ' "

Die Kufstandsbewegung auf den englischen Werften.

W. T.-B. London, 7. Febr. (Nichtcnntlich.) „Daily Tele­graph" nieldet aus- Glasgow: Die Abstimmung unter den Mechanikern der Elydewerften ergab eine überwiegende Mehrheit gegen die Annahme der von der Gesellschaft vorge­schlagenen Bedingungen. Es wird erwartet, daß die Regie­rung eingreift. Aus den New--Castle-Werften ist eine Anzahl Arbeiter in den Ausstand getreten.

Eine Warnung vor dem Kurs an der ostftirsischen Küste.

Für die Ansteuerung doutscher Nordseehäfen wird fol­gende Amvcisung crlasson: Mehrere Unglücksfälle geben Ver­anlassung, erneut auf die crlaffenen Verordnungen über 2n- steuernng der deuffchen Flußmündumgen in der Nordsee htn- zuweisen und dringend davor zu warnen, den KurS entlang den oft friesischen Inseln zu nehmen. Es wird allen von der holländischen Küste aus die Helgoländer Bucht ansteuernden Schiffen empfohlen, von der Station deS Terfckielling Bank-Feuerschiffes ab zunächst nördlich bis etwa 55 Grad dl-Breite und dann nach dem Lister Tief (nördlich der Insel Sylt) zn steuern.

Line englische Regierungsstonferenz.

Berlin, 27. Febr. (Ktr. Bln.) Norwegischen Blätter» wird laut „Voss. Ztg." aus London gemeldet, am 25. Februar sei eine Regierungskonferenz abgehalten worden zur Beratung der amerikanischen Note und der Gegenmah- rcgeln, die England gegen die deutsche Kriegsführung treffe» müsse. Eine Note, durch welche die noutralen Mächte über die Gegenmaßregeln Englands unterrichtet werden sollten, sei bereits vor einigen Tagen fertiggestellt gewesen; der Empfang der Note des Präsidenten Wilson hätte jedoch die Berspätimg der Behandlung der Angelegenheit bewirkt.

Lin englischer Lrgänzungskredit.

W. T.-B. London, 26. Febr. (Nichtamtlich'» Wie dev»

lautet, wird der Premierminister Asquitb am Montag einen Ergänzungsbrodit in Höhe von 37 Millionen Pfund -Sterling für das am 31. März endigende Finanzjahr ein- dringen. Durch diesen Kredit, der für verschiedene Zwecke dienen soll, steigen die Ausgaben auf 362 Millionen Pfund Sterling. Ferner wird Asquith einen neuen Kredit von 260 Millionen Pfund Sterling für das kommende Finanzjahr for­dern. — Der ergänzende Kredit, den der Premierminister Asquith beantragen wird, soll die Ausgaben für di« Flotte und das Heer decken, sowie die Bewilligungen zur Förderung von .Handel und Industrie, zum Ankauf von Lebensmitteln und zur Leistung von Vorschüssen an die britischen Dominions und die verbündete« Mächte.

Der Fwana zum ttrieqsdienst in England.

Berlin, 27. Febr. (Ktr. Bln.) Me in England Rekruten gepreßt iverden, zeigt sich in einem Telegramm der „Boss. Ztg.". Darin heißt es, die englische Regierung habe eine Liste von 80 großen Firmen ausgestellt, von deren Personal nie­mand rm Heere stehe. Von dieser Liste seien 30 Firmen aus- geschieden, und van den übrigen sollen 50 Prozent des Per­sonals zum freiwilligen Kriegsdienst gezwungen werden.