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Verlag Langgaffe 21

„Tagdlall-H»«j".

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12 Ausgaben.

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„Tagblatt-H-us" Nr. 6650-53.

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SIäsESSSs. sssää

. - —— - -V ur . —, gut dieNusnahMk von Anzeigen an DOtgfidiriebtncd

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Zrettag. 26. Zsbruar 1915.

Oer Urieg.

Oer UnlerfeeboolsKrieg.

Zwei weitere Dampfer bei veachq ksead vernichtet.

W. T.-B. London, 25. gebt. (Nichtamtlich) Der Dampfer .Rio T a r a n a", nach Porto Ferraja untertvegs, und der Dampfer „H a r p a l i o n", nach Nelvport News unterwegs, wurden auf der Höhe von Beachy Head torpediert und ver­senkt. Die Bemannung ist gerettet, mit Ausnahme von drei Lhinesen, die bei der Explosion umkamen.

England sperrt die nördliche Zufahrt zur Irischen See.

w. T.-B. London, 25. Febr. (Nichtamtlich.) Die Admiralität gab gestern folgendes bekannt: Die Befahrung der See zwischen der nordwestlichen Linie von 5o Grad 22Vo Minuten nördlicher Breite und 8 Grad 17 Minuten westlicher Länge bis zu 55 Grad 31 Minuten nördlicher Breite nnd 6 Grad 2 Minuten westlicher Länge, der südöstlichen Linie von 55 Grad W/ 2 Minuten nördlicher Breite und 5 Grad 24y 2 Min. westlicher Länge bis zu 55 Grad 2 Min. nördlicher Breite und 5 Grad W/ 2 Minuten westlicher Länge sowie der südwestlichen Linie von a nach d und der nordöst­lichen Linie von d nach c ist für Schiffe aller Größen und jeder Nationalität ab 23. Februar vollständig ver­boten. Der ganze Verkehr, der durch den nördlichen Irischen Kanal zu gehen wünscht, muß sich zwischen Sonnen­aufgang und Sonnenuntergang südlich der Rathlin- i n s e l abwickeln. Nachts darf kein Schiff sich innerhalb von 4 Meilen von der Rathlininsel befinden. — Dazu schreibt die „Times": Der Zweck dieser Ankündigung ist, den größeren Teil des nördlichen Kanals zu schließen und den Verkehr auf den Tag zu beschränken, um die Untersuchung der Schiffe, die von Westen in die Irische See einlaufen, zu erleichtern und es gleichzeitig den feindlichen Schiffen zu erschweren, in dieser Gegend zu operieren. Dadurch wird wahrscheinlich der größere Teil des Verkehrs auf die Route um Südirland abgeleitet. Man kann annehmen, daß sich in dem ver­botenen Gebiet Minen und andere Gefahren befinden, welche die Paffagr für Schiffe zu gefährlich machen.

Zwei neue englisch« Geschwader.

Br. Haag, 25. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Dln.) Wie i»er „Daily Telegraph" mitteilt, stellte die englische Admirali­tät Mitte Februar zwei neue PanzergeschWader m Dienst. Die beiden Geschwader umfaßten acht schiffe, die mit 38,1-Zentimeter-Gcschühen bestückt, sind. (Vermutlich handelt es sich um Schiffe vom „Queen Elisabeth'- Schiffstyp. die acht 38,1-Zeiitimeter- und sechzehn 15,2-Zenn- meter-Geschütze führen und 25 Knoten laufen.)

England bleibt bei seinem Betrug.

Br. Genf, 25. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Sie her Mailänder „Covriere bella Sera" meldet, hat die englische Negisrung am 22. d. M. sämtliche Proteste der ne^ iralen Staaten gegen den Mißbrauch ihrer Flaggen durch Sie englische Hcmdclsschiffahrt, ablehnend beantwortet.

Gesterreich und unser Unterseebootskrieg.

W. T.-B. Wien, 25. Febr. (Nichtamtlich) Das „Fremden­blatt" bespricht die Versenkung zweier englischer Truppentransporte durch deutsche Unterseeboote und sagt, daß dies eine an und für sich kühne Tat. aber auch ein bedeutsamer realer Erfolg sei, denn jie bewerfe, daß die seinerzeitige Ankündigung schärfster Maßregeln gegen dre englischen Truppentransporte nach Frankreich kerne p a p i e r n e Drohung war, und daß die Versicherung der eng­lischen Admiralität, sie habe gegen die deutsche Aktron unfehl­bare Abwehrmittel bereit, nichts als Geflunker rst. Dm Ver­senkung der Truppentransporte ist nicht nur erne Katastrophe für die Kämpfer und die Kampfmittel, sondern auch für Eng­land selbst. Pochend aus die Kraft seiner starken Flotte, maßt sich Großbritannien die Berufung zur Weltherrschaft an. Dre Wucht der Wirklichkeit bewies, daß die englische Rieienrlotte mit Nichten die Ozeane, ja nicht einmal die eigenen Gewässer beherrscht. Der einzige Schutz, den Groß­britannien seinen Kauffahrteischiffen bietet, ist die Aufsvrde- runa zu Betrug und Schwindel, sich unter dem Deck­mantel gestohlener Farben ducken. Und aus ihren eigenen Methoden schließend, erklärten die Engländer die deu.- sche Ankündigung als Bluff. Es hat sich herausgestellt, daß sie sich mit diesem Trost nur selbst bluffen.

Einstweilige Wiedereröffnung des Schiffsverkehrs Boulognc nnd Calais mit England.

W T-B Paris, 26. Febr. Wie die „Information" schreibt, nahm die französische Nordbahngesellschaft den Schiff- fahrtsdienst von Boulogne und Calais nach England wieder auf.

Englische Mchtversicherung neutraler Schiffe nach Deutschland.

Br.

Haag. 25. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)

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ondoner „Eveniug «tandard" bringt die Mitteilung, die ^'oyd« beabsichtigen, amerikanische und aridere neutrale schisse, die nach Deutschland fahren, loegen.der Minengefahr n den dewWen Gewässern ni-ch-t mehx zu versichern.

Morgen-klusgabe.

Die Lohnbewegung der englischen Maschinisten und

W- T.-B- Rotterdam, 25 Febr. (Nichtamtlich.) Der „Rotterdamsche Courant" berichtet, daß in den Häfen am C l y d e eine große Anzahl von Maschinisten und Heizer dm Arbeit eingestellt haben, da sie 2 Pence für die Stunde Lohnerhöhung fordern, während die Reeder nur ->4 Pence bewilligen wollen. Man verhandelt über ein Korn, promiß, wonach 6 Schilling wöchentliche Lohnerhöhung bezahlr werden solleir. Nach 7stündiger Verhandlung war am Diens­tag noch kerne Einigung erzielt.

Schlechte Stimmung in England.

Über Rotterdam erhielt die „Wiener Deutsche Korrel von- denz" folgenden Stimmungsbericht aus London: Ich habe so­eben einige festländische Zeitungen gelesen, die mir dura, einen Freund übergeben wurden und finde, daß man auch rn Deutschland die Stimmung in England nicht richtig bsurteut Man hielt sich fast durchwegs an die „Reutrr"-Dcpeschen und an die durch sie verbreiteten öffentlichen Reden. Daß die große Menge des Volkes, also in der Hauptsache die Ar­beiterschaft, gegen den Krieg ist, weiß man allerdings drüben; allein über die Stimmung in der reichen Mittel- k l a sse finde ich keinerlei auch nur halbwegs zutreffende An­deutung. Diese Bevölkerungsschicht war mittelbar der Träger des Krisg-gedankens der ihr durch die iahrelange. systema­tische Hetzarbeit einer von einer gewissenlosen Geschäslscllqne bezahlten Presse vermittelt wurde. In dieser Schicht wurde der Krieg popularrsiert, was bei der notorischen Unbildung auch der höheren gesellschaftlichen schicksten Englands nicht schwer war. Diese Klasse hatte sich in den Gedanken eines Vernichtungskrieges gegen Deutschland berelts vollständig hineingelebt, allein es fehlte der ganzen Bewegung der große, leitende, die ganze Station umfassende Gedanke. Man stieß auf Haß, aber nicht aus Begeisterung, auf vrutale Groß­sprecherei, aber nicht auf Kraft. Seitdem nun die Kriegs­ereignisse einen wesentlich anderen Beclauf genommen haben, als man in diesen Schichten erwartet hatte, seitdem die Er­folge der Ruffsn ausblreben, Deutschland den Krieg im Westen dauernd in Feindesland führte und die Kriegslasten sich der englischen Bevölkerung immer fühlbarer machten, bei gleichzeitigem Unvermögen der englischen Flotte, einen die Entwickelung des Krieges beeinflussenden Schlqg zu tun — seitdem ist eine Abkühlung cingetreftn, die Churchill, Kitchener und Beresford selbst mit den blutrünstigsten Reden vergeblich zu bekämpfen suchen. In der Ob g r s ch i ch l Englands rechnet man bereits heute mit der Niederlage des Dreiverbandes, man nimmt es aber nicht allzu tragisch, da man sich durch die insulare Lage des Landes gesichert glaubt, und offenbar hat dieses Gefühl der Sicherheit den Übergang von vollster Siegeszuversicht zum Verzichte auf den Sieg erleichtert. Ddan sagt sich, ovß Deutschland, wenn es auf dem Festland« siegt, nicht nach England hinübergreifen werde sondern sich mit einigen Fieberkolonien in Afrika zu­friedengeben werde. Äußerst merkwürdig ist dabei, daß man die Losreißung Kanadas und Australiens für wahrscheinlich hält, jedoch nicht im entferntesten daran denkt, daß auch Ägypten aus der englischen Verlustliste stehen könnte. — Alles in allem ist man des Krieges gründlich satt und wünscht Churchill und G r e h zum Teufet. Für England ivar jeder Krieg immer ein Geschäft, und da man nachgerade das Gefühl hat, »ich bei dem gegenwärngen Kriegs- geschäfte verrechnet zu haben, wünscht man es oaldmöglichfl zu liquidieren.

Napoleons l. Nontinentalsperre

In diesen Tagen, da wir uns anschicken, England von seinen Zufuhren abzuschneiden, womit wir ja nur gleiches mit gleichem vergelten, ist die Verordnung, die Napoleon I. anläß­lich der von ihm gegenüber England verhängten Kontinental­sperre erließ, von besonderem Interesse. Die Hauptsätze der Verordnung, durch welche Napoleon I. am 21. November 1806 über England die Festlandssperre verhängte, sind folgende:

1. Die britischen Inseln sind in Sperrzustand erklärt.

2. Jeder Handelsverkehr und jeder Brief Wechsel mit den britischen Inseln ist untersagt. In folgedessen sind die Briefe oder Pakete, welche nach England oder an einen Engländer gerichtet oder in englischer Sprache geschrieben sind, vom Postenlause ausgeschlossen und werden weggenommen.

3. Jeder Staatsangehörige Englands, von wel­chem Rang oder Stand er sei, der sich in den von unseren oder unserer Verbündeten Truppen besetzten Ländern betreffen läßt, wird als Kriegsgefangener erklärt.

4. Jedes Magazin, jede Ware, jedes Eigentum irgend welcher Art, das einem englischen Untertan gehört, wird weggenommen.

5. Der Handel mit englischen Waren ist verboten, und jede Ware, die England gehört oder aus seinen Fabriken und Kolonien stammt, wird weggenommcn.

6. Die Hälfte des Ertrags aus der Wegnahme der vorbe- zeichneten Waren und Eigentumsgegenstände wird verwendet werden zur Entschädigung der Geschäftsleute für die Verluste, die sie durch Wegnahme der von englischen Kreuzern geraubten Handelsschiffe erlitten haben.

7. Kein Fahrzeug, das unmittelbar ans England oder aus den englischen Kolonien kommt oder dort seit Ver­öffentlichung dieser Verordnung gewesen ist, wird in irgend einem Hafen ausgenommen.

8. Jedes Fahrzeug, das durch falsche Angaben diese Bestimmung umgeht, wird w e g g e n o m m e n. Schiss und Fracht werden mit Beschlag belegt, wie wenn es englisches Eigentum wäre. '

Nr. 95. ♦ 65. Jahrgang.

vie Engländer und Sven Hedin.

B. T. Kopenhagen, 16. Febr. Der „Berlingske Tidende" wird aus London gemeldet: Im „Daily Telegraph besprecht William Archer in eenem langen Artikel das neue Buch Sven Hedins über das deutsche „Volk in Waffen. Er uennt das Buch das „Ergebnis einer Vergnügungstour". Die Deut­schen, heißt es in der Besprechung, hätten kein gerenges Ta­lent, sich selbst in ein glänzendes Licht zu stellen/ aber kern Deutscher sei jemals so weil gegangen wie Hedin. Wochen­lang habe sich Hedin in einem Himmel hier auf Erden be­wegt. Das ganze Buch sei eine Ekstase von Lobrede vom Anfang bis zum Ende. Es sei keine Literatur, nicht einmal Journalistik, soridern eine Anbetung vom Beginn bis zum Schluß. Sven Hedins Buch, heißt es dann weiter, atme die tiefste Verachtung für England und dessen geworbene Trup­pen. Er nenne die Schweden Nordgermanen und for» dere sie auf, ihr Gewicht in die Wagschale zum Bortes Deutschlands zu werfen. Archer meint zum Schluffe, Hedin möge sich Deutschlands Schicksal nicht so nahe gehen lassen. Es bestände nicht die geringste Gefahr dafür, daß Deutschland zugrunde gehen solle (wie gnädig!) oder daß d,e deutsche Kultur vernichtet würde. Es existiere niemand, der die deutsche Kultur bedrohe, soweit sie nicht selbst eine Be­drohung der ganzen übrigen Welt sei.

vom ?ranzösisch-beltzischen Kriegsschauplatz.

Wieder ein Zeppelin über Talais.

Br. Kopenhagen, 25. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Meldung aus Calais zeigte sich gestern von neuem ein Zeppelin über der Stadt, diesmal in Beglei­tung zweier Flugzeuge. Er warf mehrere Bomben ab, durch die eine Anzabl Personen getötet oder verwundet wurden. Der Materialschaden soll nur gering sein. Di« beim lebten Lustbombardement zerstörte Eisenbahn­linie nach Dünkirchen, die wiedcrhergestellt wnrde, ist jetzt unterbrochen.

Absturz französischer Flieger.

Sr. Turin, 25. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ans Paris wird gemeldet: Zwei aus dem Felde zurückgekehrte frei­willige Flieger, der 20jährige Pilot F l a m a n d, und sein Be­gleiter, der 19jährige A u f r e r e, stürzten ab, als sie ihr Flug­zeug auSprobierten und bei einer Kurve in eine heftige Böe ge­rieten. Der Absturz erfolgte aus einer Höhe von etwa 80 Meter. Beide Flieger waren sofort tot.

Französischer Aberwitz.

Die „K. Z." meldet aus Berlin, 18. Febr.: So viel hirnverbrannter Blödsinn auch schon in der ftanzösischen Presse aufgetaucht und gebührend festgenagelt worden ist, diese Presse sorgt für immer neue Beweisstücke für den vollkomme­nen I r r s i n n, der sie ergriffen hat. So bringt das „Parffer Journal" folgende Meldung ihres Korrespondenten aus dem Haag:

Die Lage in Berlin wird von Tag zu Tag ernster, nnd der Mangel an Getreide macht die Zukunft höchst ungewiß. Deutschland geht der Revolution entgegen, und man fin­det oft in Berlin an den Mauern die Inschrift „Todt für der Kaiser" (so schreibt das Journal und sein famoser Korrespon­dent diese Worte!), welche die Polizei schleunigst entfernt.

Die Berliner bis zum Kaiser hinauf werden mit Vergnü­gen von dieser Enthüllung der wahren Volksstimmung Kennt­nis nehmen. Wir möchten aber Vorschlägen, daß das „Journal" eine kleine deutsche Grammatik anschafft und sie, nachdem sie die Runde in der Redaktion gemacht hat, dem tüch­tigen Haager Mitarbeiter übersendet, damit die schönen Sensa­tionsmeldungen auch wenigstens spr:ichlich die richtige Aus­stattung erhalten.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Der österreichisch - ungarische Tagesbericht.

Südlich des Dnjcstr mit Erfolg vorwärts. — Wieder etwa 4000 Russen gefangen.

W. T.-B. Wien, 25. Febr. (Nichtamtlich) Amtlich wird verlautbart: In Russisch-Polen keine Veränderung.

An der w e st g a l, z i s ch c» Front brachte der Borstos? einer Gefcchtsgruppe, die den Russen östlich G r y b o w meh­rere Stützpunkte entriß, 56» Gefangene und 6 Maschinen­gewehre ein.

In den Karpathen ist wieder starker Schneefalk eingetreten, der die Kampfestätigkeit beeinflußt. Die all*«» meine Situation hat sich nicht geändert.

Der Angriff vnscrer Truppen in den Gefechten südlich des D n j e st r schreitet ,n i t E r f o l g v » r w ä r t s. In den Gefechten am 21. Und 22. Februar wurden 1» Offiziere und 3338 Mann gefangen.

In der Bukowina herrscht R n h c.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Der Uaiser an den Uönig von Sachsen.

\V. T.-B. Dresden, 25. Febr. INichtamtlich) An den Kämpfen in Polen, nördlich der Weichsel, nimmt auch das sächsische Landwehr-Jnfanterie-Rcgimcnt Nr. 101 unter Führung des Obersten Grafen Pfeil hervorragenden Anteil. Zwischen dem König von Sachsen und dyn Kaiser smch MK