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Verlag Langgaffe 21
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Montag, 22. Sebruor 1915. =HUS gClbC. Nr. 88. . 63. Jahrgang.
Ueber M üüü Gefangene in Ostpreußen!
Ueber 130 Geschütze erbeutet!
Das Endergebnis in Ostpreußen: Die zehnte russische Armee vollständig vernichtet!
W.T.-B. Berlin, 22. Febr. (Amtlich.) Die Verfolgung nach der Winterschlacht i« Masuren ist beendet. Bei der Säuberung der Wälder nordwestlich von Grodno uud bei de» iu den letzten Tagen gemeldeten Gefechten im Bobrund Na rewgebict wurden bisher 1 Kommandierender General, 2 Divisions- k on,wanden re, 4 andere Generale und annähernd 4000 0 Mann gefangen, 73 Ge- schütze, eine noch nicht festgestetltc Anzahl von Maschinengewehren mit vielem sonstigem Kriegsgerät erbeutet.
Die gesamte Beute ans der Winterschlacht in Masuren steigt damit bis heute «nfVGenerale, über 100000 Mann, über IS« Geschütze uud noch nicht annähernd übersehbares Gerät aller Art, einschließlich Maschinengewehre». Schwere Geschütze und Munition wurden vom Feinde mehrfach vergraben oder in den Seen versenkt. Es sind gestern bei Lätzen und Widminnersee 8 schwere Geschütze rou nus ausgegraben oder aus dem Wasser geholt worden.
Die zehnte russische Armee des Generals Baron Siebers kann hiermit als völlig vernichtet angesehen werden.
Oberste Heeresleitung.
Feindliche Anerkennung unseres Landsturms.
Berlin,. 22. Febr. (Ktr. Bln.) Ein russisches Urteil über unseren Landsturni und unsere Freiwilligen findet sich tat „Rjetsch". Darin heißt es. der Landsturm besitze vorzügliche Soldaten; sie seien selbstbewußt und von der großen Aufgabe völlig durchdrungen. Auch die Frei» willigen seien nach vier Monaten vollwertige Soldaten. Sie hätten alle eine gute Schulbildung geuoffen. Die Unterschätzung des Gegners habe sich schön im japanischen Krieg gerächt.
FranzSiische Zugeständnisse über die Lage im Osten
I -. W. IVB. Paris, 21. Febr. (Nichtamtlich.) Die franzö- sische Presse gesteht ein. daß die Russen ans beiden Flügeln den Rückzug antreten muhten, doch sagt sie. <s sei ein Rückzug strategischer Art. Kennzeichnend ist, was der „Tenrps" schreibt: Unsere Verbündeten haben eine Schlappe erlitten; dies ist unbestreitbar, aber sie halten den Feind im Schach und töten ihm viele Soldaten. Sie halten ihn im Zaum und nehmen sogar die Offensive wieder ans, da wir im deutschen Tagesbericht lesen, daß russische Kolonnen, welche von Lomza gegen Kolrro marschierten, zurückgeworfen wurden. Der Sieg ist demnach bei weitem nicht so entscheidend, daß er den Deutschen gestattet, dort ihre Front zu entblößen. Wenn sie dies täten, würden die russischen Armeen den Vorinarjch sofort wieder «tsnehmen. — Der „Figaro" erklärt in einer Betrachtung über die inilitärische Lage: Ein russischer Rückzug ist erfolgt. Man muß eingestehen, daß Hindenbnrg ein großer
Feldherr ist.
Dpfsr des russischen Einbruchs in Ostpreußen.
Berlin, 22. Febr. (Ktr. Bln.) Wie „Rutzkoje Slowo" »>us Wilna meldet, sind einer Meldung des „Berl. Lök.-Anz." zufolge seit Beginn des Krieges 5680 Personen aus Ostpreußen als K r i e g s z.e f a n g e n e auf dem Transport in das Innere Rußlands dort durchgekommen.
Todesurteile gegen russische Spione.
Berlin, 20. Febr. Dem „B. T." wird aus Thorn gemeldet: Zwei Russen, der Schneidergeselle Fidura und der
Unteroffizier Marchandt, die vor einigen Wochen an der Grenze wegen Spionageverdachts verhaftet worden waren, wurden vom Fcldkriegsgericht zum Tode verurteilt und kurz darauf erschaffen.
Der rrrssische Generalstabsbericht.
W.T.-B. Petersburg, 21. Febr. (Nichtamtlich.) »er Große Generalstab gibt bekannt: Ain 19. Februar
begannen die Kämpfe auf denr rechten Ufer des Bobr und des N arew in der Gegend von Ossowietz und auf den Straßen nach Lomza, Ostrolenka, P r a s- n y s z und P I o n s k, die den Charakter von Gegenangriffen trugen. Aus dem linken Ufer der Weichsel wiesen wir schwache feindliche Angriffe ab am unteren Laufe der B z u r a bei Witkowice, südlich von Rawa bei Oroczkowice und an der oberen Weichsel, sowie an der N i d a bei Bochinec. Am D u n a j e tz warfen wir bei Jatne ein angreifendes de utsch-ö st erreich i- sches Tetachenrent zurück. In den Karpathen wiesen wir hartnäckige Angriffe bei Jasionski, Stopke und Mezolaboretz zurück. — Die. deutschen Angriffe zwischen Tuchla und Wyszkow zeichneten sich durch b^e sondere Hartnäckigkeit aus. Nordwestlich Senaczew wurde die vom Feinde genommene Höhe von uns wieder erobert, nachdem wir einen für uns glücklich verlaufenen Gegenangriff unternommen hatten. — Vor PrzemysI wiesen wir leicht zwei Ausfälle der Besatzung ab und fügten ihr schwere Verluste bei.
3u den heftigen Kämpfen um przemqsl.
Bei der hartnäckigen Verteidigung der Festung kommen den Verteidigern laut Moskauer Blättern ganz besonders zustatten die umfangreichen künstlichen Hindernisse im Vorgelände, wie F larternii n en, WolfSgruben, Drahthindernisse, „spanische Reiter" usw. Bei dem letzten Sturm auf die Stellungen der Besatzung hätten die Russen besonders schwere Verluste gehabt. Die schweren Festungsgeschütze der Österreicher hätten eine sehr gute Feuerwirkung erzielt.
Die russische „Vorsichtsmaßregel" in der Bukowina.
Amsterdam, 21. Febr. „Daily Chronicle" meldet, in Petersburg erkläre man den russischen Rückzug hinter den P r u t h und in der Bukowina als „Vorsichtsmaßregel".. EL sei zu erwarten, daß binnen kurzem das E i s aus den Flüssen, das jetzt den Übergang erlaubc, schmelzen werde. Alsdann werde der Pruth und die angrenzenden Morastniederungen eine u n ü b e r w i u d l i ch e Schranke gegen weiteres Vorschieben der österreichisch-deutschen Heere und auch gegen deren Rückzug sein.
von der revolutionären Bewegung in Russisck-polen.
Br. Wien, 22. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Meldung eines Krakauer Mattes wurden von den polnischen Revolutionären m Russisch - Polen mehrere Eisenbahnbrücken und Bahnanlagen rechts der Weichsel in die Lust gesprengt. So wurde die Eisen- bahnbrücke bei Tluscuze, eine Station der Petersburger Bahn, gesprengt und das Eisenbahngeleise zwischen Ehelm und Lukow mit Dynamit unbrauchbar gemacht.
Br. Krakau, 22. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „Raprzow" veröffentlicht einen von der Petrikaucr Konföderation in Polen massenhaft verbreiteten Aufruf, in dem auf das Näherrückcu der verbündeten Truppen an Warschau hiugewiesen wird. Es heißt darin, cs sei ein Verbrechen und ent Wahnsinn in diesem großen historischen Augenblick sich passiv zu verhalten. Tic Versprechungen des russischen Despoten könnten nur die Russifizterung Galiziens bedeuten, um den Rest unserer teueren Andenken in Krakau und Lemberg zu vernichten und die blutige Geschichte unseres Landes in Paten zu wiederholen. Die Hoffnung in die angeblichen Freunde Rußlands, England und Frankreich, müsse verschwinden, wenn man der traurigen Tatsache eingedenk ist, daß diese Freunde bereit sind, für ein Dorf im Elsaß aber für ein Stück "Erde in den Kolonien das Schicksal Polens preiszugeben.
Rußlands Finanznot.
W. T.-B. Petersburg, 22. Febr. (Nichtamtlich.) Ein kaiserlicher Mas bestimmt, daß angesichts des für den 26. Februar bevorstehenden Verfalls kurzfristiger Schatzscheine und zur Deckung von Kriegsausgaben zwei Serien neuer üprozentiger Schatzscheine ausgegeben werden sollen. Jede soll 500 Millionen Rubel umfassen.
Ein orthodoxer russischer Erzbischof für Lemberg.
W. T.-B. Petersburg, 21. Febr. (Nichtamtlich.) Der orthodoxe russische Erzbischof Fevl Javlogt siedelt in diesen Tagen nach Lemberg über, um die kirchliche Tätigkeit zu überwachen. Er einpfiehlt die sofortige Einrichtung orthodoxer Kirchen und Schulen in Galizien.
Tic Keiserlichc Freie ökonomische Gesellschaft in Petersburg geschloffen.
V. T-B. Petersburg. 21. Febr (Nichtamtlich.! Die Kaiserliche. geeit LüWWiKe GeMichaft.ch. LetersbiuL ine
seit der Zeit Katharitias II. besteht, ist durch eine mündlich milgeteilte Verfügung geschloffen worden.
Die Behandlung der in Österreich-Ungarn weilenden Russen.
W. T.-B. Wien, 20. Febr. (Nichtamtlich.) Die derzeit in Meran weilenden russischen Untertanen richteten an die Bezirkshauptmannschaft eine Zuschrift, in der sie erklären, daß sie es für ihre Pflicht halten, der österreichisch-ungarischen Regierung für die bei aller Strenge stets humane Behandlung, die ihnen zuteil wird, und die es ihnen ermöglicht, ihre Kur durch- zumachen oder ihren Beschäftigungen nachzugehen und -ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihren tiefempfundenen, a u f r i ch t i g st e n Dank auszusprechen. Sie fordern ihre Landsleute in anderen Orten der Monarchie und Deutschlands auf, dasselbe zu tun, zur Ehre der Wahrheit und zur Abwehr der öfters 'auftauchenden verleuinderifchen Behauptung, daß die beiden verbündeten Mächte die Menschenrechte verletzten und dadurch, ethische Werte vernichteten.
Die wirtschaftliche Lage Wiens.
W. T.-B. Wien, 21. Febr. (Nichtamtlich.) Obwohl im Monat Januar 50 Prozent der Kriegsanleihe einznzahlen ivaren, sin: die Einlagen bei den Wiener Banken um 50,228 Millionen gestiegen, bei den Wiener Sparkassen um 14,640 Millionen. Die Gcsamteinlageit sind demnach um 64,872 Millionen Kronen gestiegen und haben die Summe von 1779,4 Millionen Kronen erreicht.
Der ehemalige Reichsratsabgcordnetc Bcrgani ch
W. T.-B. Wien, 20. Febr. (Nichtamtlich.) Der frühere Reichsratsabgcordnetc Ernst Berga ui, der Gründer und eheinalige Herausgeber des „Deutschen Volksblattes", ist heute an einem Herzschlage gestorben.
Eine Rede Bilinskis im Polcntlub.
W. T.-B. Wien, 21. Febr. (Nichtamtlich.) Rach seiner Wahl zum Obmann des Polenklubs hielt Ritter v. B i l i n s f i eine Rede, in der er cmSfnhrte, daß noch nie ein Obmann seine Stelle mit einer derartigen Fülle von Verantwortung übernommen habe. In der unerschütterlichen Zuversicht aus die weiteren Erfolge der tapferen Truppen ntüge der Klub sich mit denjenigen Angelegenheiten befassen, deren Lösung die gegenwärtige Lage des Landes erheische. Dem Klub und allen Schichten der Nation müsse die Wie- deranfrichtnng des Landes sowie die Neugestaltung des nationalen, politischen Lebens vorschweben. Diese Neugestaltung, sagte v. Bilinski, ist ein Werk der Zukunft, welche durch die Erfolge unserer Armee begründet werden wird. Niemand kann heute die genauen Umrisse dieser Zukunft entwerfen, aber jedermann weiß, was die polnische Ration der Dynastie und der Güte d e s K a i s e r s zu verdanken habe.
Oer Unlerseebootskrieg.
Ein englisches Nohlenkchiff in Ser Irischen See durch ein deutsches Unterseeboot versenkt.
W . T.-B. Belfast, 22. Febr. (Nichtamtlich, Meldung des Reuter-Bureaus.) Am Samstagnachmittag 5 Uhr hat ein deutsches Unterseeboot iu der Irischen See ein englisches Kohlenschisf angehalten. Es gab der Bemannung fünf Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen, und versenkte darauf das Fahrzeug.
Oie Folgen der Blockade.
Betrirbseinstellung bei 17 Dampfschiffahrtsgcscüschaftcn!
Br. Genf, 22. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Nach Blättermeldungen aus London stellten bis 20. Februar entgegen der Anforderung der Regierung 17 englische Dampferliuicu ihren Gcsamtbetricb ein.
Zur Versenkung des Truppsntransportdampfers.
Berlin, 22. Febr. (Ktr. Bln.) Es sei nicht wahrscheinlich, sagt die „Kicuzzeltnng", daß die englische Admiralität die Vernichtung eines ihrer Truppentransportdampfer zu- gebcn werde. Aber von der Ansicht, als stet die deutsche Drohung gegen den englischen Handel nichts anderes als ein Bluff, habe man sich in London bekehrt.
12« dsulscheUnlerssebootemil über1200«Minen?
London, 21. Febr. (Ktr. Bln.) Der Korrespondent d« „Daily Mail" in Kopenhagen meldet, daß die Deutschen zum Legen, von Minen an der englischen Küste 120 große Unterseeboote gebaut hätten. SeüiS Monate lang seien die deutschen Schffsswerstcu hiermit beschäftigt gewesen. Jedes Unterseeboot sei imstande, mehr als. 100 Minen- mitz unehnrev »
