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Verlag Langgafse 21

T»gbla»i-Ha»s".

KMlü-r-H-lle grtfinft von 8 lldr morgen» 8» 7USr «6tnM.

wöchentlich

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12 Ausgaben.

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k!d»»»»^»^»»»»»^-E»»^», Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeichriebeneu

NnächmitW Berliner Schristleitu«, de« Wiesbadener Taghlatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 68. Feruspr.: Amt Uhland 450 u. 4o1. Lagen und B,ätzen wird keine Gewahr t.vernom,e.

Samstag» 20. Februar 1915.

Der Krieg.

Der Tagesbericht vom 20. Februar, heftige Kämpfe in der Champagne. Ein erfolgreicher Sturmangriff in den Vogesen. Die Russen bei Rolno zurückgeworfen.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 30. Febr., vor- mittags. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne, nördlich Perthes und nördlich LeSmeuils, griffe» die Franzosen gestern mit sehr starken Kräften an. Alle Versuche des Gegners, unsere Linie zu durchbrechen, scheiterten. An einigen Stellen gelang eS ihm, in unsere vordersten Gräben einzndringen; dort wird noch gekämpft. Im übrigen wurde der Gegner un­ter schweren Verluste« zurückgeworsen.

Auch nördlich Verdun wurde ein feindlicher Angriff »bzeschlagen.

Bei C o m b r e s machten die Franzosen nach heftiger Artillerievorbereitung erneute Vorstöße. Der Kamps ist noch in» Gange.

In den Vogesen nahmen wir die feindliche Haupt» stell un g aus den Höheu östlich S ulzern in einer Breitv von zwei Kilometern, sowie den Reichsackerkopf westlich Münster im S t u r m. Um die Höhe nördlich Mühlbach wird noch gekämpft. Metzeral und S-n. d e r n a ch wurden nach Kampf von uns besetzt.

westlicher Kriegsschauplatz.

In der Gegend nordwestlich Grodn» und nördlich Suchawola ist keine wesentliche Veränderung eingetreten

Südöstlich K o l n o ist der Feind in die Vorstellungen von Lomza zurückgeworsen. Südlich Mhszyniec und nord» östlich Prasznhoz und östlich Racionz fanden Kämpfe hon örtlicher Bedeutung statt.

Südlich der Weichsel nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Kbend-Ausgabe.

Nr. 86. . 63. Jahrgang.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

vankgebet für die Befreiung Gstpreuhens.

W. T.-B. Freibnrg, 19. Febr. (Nichtamtlich.) Der Erz bischof von Freiburg, Dr. Thomas Nörber, hat folgende Anordnung erlassen: Nach amtlicher telegraphischer Meldung wünscht der Kaiser, daß am nächsten Sonntag der Befreiung Ostpreußens mit Dank gegen Gott gedacht werde. Ich ordne deshalb an, daß am Sonntag, den 21. Februar, am Schluß der Predigt die Gläubigen zum Dank für diese Wohltat er­mahnt werden und nach dem Gebet das Tedeum mit Versikel und Oration gesungen wird.

Das Glückwunschtelegramm der türkischen Kammer an den Reichstag.

W.T.-B. Kvnstantinopel, 19. Febr. (Nichtamtlich.) Das Glückwunschtelegramm der türkischen Kammer an den deut­schen Reichstag hat folgenden Wortlaut:Anläßlich der freu drgen Nachricht von dem großartigen Siege, den die rühm reichen deutschen Armeen neuerdings über die Russen in Masuren davongetragen haben, haben mich die Vertreter der csmcmischen Nation beauftragt, Ihnen ihre herzlichsten Glück­wünsche darznbrurgen. Die ununterbrochenen Erfolge, welche die tapferen Armeen des deutschen Kaisers stets kennzeichnen, erfüllen unsere Herzen mit unbegrenzter Freude, da sie V o r - »eichen der baldigen und endgültigen Zer­schmetterung unserer gemeinsamen Feinde sind. Halil."

Auszeichnung des Generals v. Velour.

Der Kaiser hat dem Führer der deutschen 8. Armee, General der Infanterie v. B e l o w, nach der neuen Schlacht in Masuren den Orden Pour le merite überreicht. General der Infanterie Otto v. Below war bei Kriegsaus­bruch der Kommandeur der 2. Division tu Insterburg. Er trat t875 als Leutnant im 80. Infanterie-Regiment in das Offizierkorps ein, wurde 1889 zum Generalstab kommandiert und 1899 zum Hauptmann befördert. 1894 kehrte er wieder in den Generalstab zurück, um 1897 als Bataillons-Komman­deur im 35. Infanterie-Regiment wieder zur Truppe zu kommen. 1995 wurde er Oberst und Kommandeur des 19. Infanterie-Regiments, 1999 Generalmajor und Komman­deur der 43. Infanterie-Brigade. Im Jahre 1912 übernahm er als Generalleutnant das Kommando der 2. Division.

Kleine Zugeständnisse der pariser Blätter.

Berlin, 29. Febr. (Ktr. Bln.) über den Eindruck der russischen Niederlage bei den Verbündeten läßt sich dasSB. T." aus Basel melden, daß die Pariser Blätter weiter zögern, dem Publikum die ganze Lage über den deutschen Sieg im Osten zu gestehen, doch geben sie immerhin die Besetzung von L h ck und P l o z k durch die Deutschen und das Zurückwcichen der Russen bis zur Ajcmenlinie zu.

Trostlose Zustände in Warschau.

Berlin, 29. Febr. (Ktr. Bln.) In polnischen Blättern berichten aus Warschau kürzlich eingetroffene Personen, daß die Zustände dort trostlos sind. Die öffentlichen Lokale seren leer, die Lazarette überfüllt. Mehr als 50 999 Ver­wundete sehen bisher nach Warschau verbracht worden.

Tine Reise des Reichskanzlers in das öster­reichisch-ungarische Hauptquartier.

W. D-L.Wien, 19. Febr. (Nichtamtlich. Meldung des Wiener i. I. Korresp.-Bur.) Der Minister des Äußern. Baron Burian, begibt sich heute abend in Begleitung des Legationsrats Grafen Hoyos an den Sitz des Armeeober­kommandos. Dort trifft morgen auch der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg ein, um den Besuch zu er­widern, den Baron Burian vor kurzem iur deutschen Haupt quartier abgestattet hat.

W. T.-B. Wie», 20. Febr. (Nichtamtlich.) Das Fysrnöenblatt" schreibt: Mit lebhafter Genugtuung be grüßt die östereichisch-ungarische Monarchie den dem- scheu Reichskanzler, in welchem die Bevölkerung den bewährten Lenker der auswärtigen Politik des eng verbündeten Reiches, den klugen, erfahrenen und gewandten Staatsmann, den unbeugsamen Vorkämpfer für Recht und Gerechtigkeit rind für die Unlösbarkeit des Bündnisses schätzt, das tlns und das Deutsche Reich verknüpft. Mag es ein leuchtendes Symbol der inni­gen Zusammengehörigkeit der beiden Mächte fein, daß dieser erste Bestich des Kanzlers feit Beginn des Krieges in der Monarchie gerade auf der Stätte erfolgt, an welcher die Waffenbrüderschaft Österreich-Ungarns und Deutschlands ihren sinnfälligsten Ausdruck findet und den hehrsten Triumph feiert. Das Blatvt hebt die an allen Fronten errungenen Erfolge der musterhaft zu fammenwirkeNden Armeen hervor, deren Heldenmut, Begeisterung und Opfcrfreude ihnen unvergänglichen Ruhm und Dankbarkeit sichern. Die beiden leitenden Staatsmänner, fährt dasFremdenblatt" lwnn fort, werden ihre Zusammenkunft im österreichifch-migari scheu Hauptquartier der Natur der Sache nach gleich­zeitig dazu verwenden, alle aktuellen Fragen in erschöpfender Weise zu erörtern. Wie bei früheren Gelegenheiten gelangt auch diesmal die uneinge­schränkte Übereinstimmung in den An schauungen, Plänen und Zielen unserer und des Deut scheu Reiches Politik zirm Ausdruck. Die Zusammen kunft zwischen unserem Minister des Auswärtigen und des deutschen Rcichskatizlers ist stets eine deutliche Solidaritätskundgebung. -Österreich - Ungarn und Deutschland sind eins im festen Entschluß, unver- zagt a u s z u h arre n. eins in den Taten und Er folgen ihrer heroischen Heere und sie wissen cs: Im Zeichen dieser Einheit, im Zeichen dieser Arnwen wer den sie siegen.

Die österreichisch-ungarische Offensive.

Br. Berlin, 20. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Berichterstatter der ,.B. Z." meldet aus dem österreichisch-unga­rischen Kriegspressequartier: In das große Ringen gegen Rußland ist in der Riesenfront von der Ostsee bis an die Ost­spitze der österreichischen Reichsgrenze überall ^Bewegung gekommen. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht, nach dem Siege über die Russen in Masuren die große Kar­st a th e n sch lach t, deren Front sich von Westgalizien bis an die rumänische Grenze hinzieht. Diese Schlacht ist aus Ern - zel geseihten zusammengesetzt und dauert seit Wochen mit unverminderter Heftigkeit fort. Der Vor­marsch der österreichischen Truppen in Südivestgalizien und der B u k o w i n a b e d r o h t die russischen Stellungen in den Karpathen. Zur Abwendung dieser Gefahr hat der Feind in der Gegend von Kolomea und Radworna starke Reserven eingesetzt. Die Kämpfe haben hier zu einem Waffen­gang großen Stiles geführt. In der Duklagegend wird gleichfalls noch immer gekämpft. Die Gefechte trage,! jedoch auf unserer Seite ausgesprochenen Angriffs­charakter, und es zeigt sich i m m e r deutlicher unsere Überlegenheit. Eine Entscheidung ist hier noch nicht gefallen, ebensowenig im Zentrum, wo die Russen hef­tig angrcifeu. Doch ist nach menschlicher Voraussicht der Karpath'cnwall endgültig unser. Auch am D u n a j e c und der N i d a zeigt sich seit einigen Tagen große Regsamkeit.

Russische Anerkennung für die Verteidiger przemqsls.

Sr. Wien, 20. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ami liehe russische Verlautbarungen erwähnen unausgesetzte Aus fälle der Besatzung von P r z e m y s l. DerR u ß k o j e Slow o" schreibt: Sehnsüchtig erwartet man bei uns den Fall der Festung. Ganz töricht ist eS. von dem Fehlen von Kriegsmaterial »n der Festung reden. In einer c r st - k l a s s i g e n Fc st u n g, wie Przemysl unleugbar ist. kann es etwas Derartiges nicht geben. Der Kommandant ist unbedingt ein geschickter General. Seine Willenskraft und Sach­kenntnis haben ihm längst den Ruf eines hervorragen­den Soldaten verschafft. Die Festung kann noch eine unbestimmte Zeit lang verteidigt werden. Alles Ge

schwätz von ihrem baldigen Falle ist ein Produkt aben» teuerlicher Phantasie.

Die Notstandsaktion für Russifch-polen.

W.T.-B. Wien, 19. Febr. (Nichtamtlich.) Unter dein Vorsitz des Landesmarschalls, Prinzen zu Liechtenstein, hat gestern hier die konstituierende Versammlung des öster­reichisch-ungarischen Hilfskomitees für die notleidende Zivil­bevölkerung in dem von den österreichisch-ungarischem Truppen besetzten Gebiete Russisch-Polens ftattgesunden. Ter Vorsitzende wies in seiner Ansprache aus das schreckliche Los der unglücklichen Gegenden hin, wo der Kampf tobt, und lagtc, das österreichisch-ungarische Komitee verfolge denselben Zweck wie das in Deutschland eingesetzte. Es handle sich um ein Werk der Menschlichkeit und der Menschenliebe ohne reden politischen Beigeschinack. Es sollen Geldspenden gesammelt und der mit der Rockefeller-Stiftung in Verbindung stehen­den amerikanischen neutralen Kommission zur Verfügung gestellt werden, welche die Notstandsaktion in Russisch-Polen durchführt.

wie die Russen in Tschernowitz hausten.

Bukarest, 19. Febr. Bor der Räumung von Tschernowitz haben die Russen, wie hier verlautet, alle Geschäftsläden geplündert. Nach Verlassen der Stadt steckten die Russen die Brücken über den Prnth in Brand, wie Russen erklärten, sie würden mit großen Verstärkungen nach Tschernowitz zurückkehren.

Eine Rechtfertigung der polnischen Legion.

An Herrn Maximilian Harden hat der Präsident des Obersten polnischen Nationalkomitces, Ritter Dr. vo n I a w o r s 1 i, ein Schreiben gerichtet, dem wir folgendes

PTiiiTßTititiCri * ,

In dem Leitartikel derZukunft" vom ^ 2ätuter fürde ich ans Seite 131 den folgenden «atz:Boii den Tötender aalizischeri Legion haben >vir weniger gehört als vom ier- wrt und der Ausspähung, deren Österreichs Heer sich ans seinem Vormarsch und auf seinem Rückzüge ta zu erwehren ver­mochte: und die Tatsache, datz fast 700 .galtzrsche

Staatsbeamte, also Polen der Mt* U w S ,,,Ä

solchem Trachten verdächtigt wurden, mußte l^en der nicht blind sein will, lehren, was ist. Zuerst toe .^bnderpol- nischen Legion. Ich lade Sie ein. emen deutschen Soldaten, der die polnischen Legionäre bei der Arbeit gesehen hat - und Gelegenheit dazu, hat sich i« genugaebotcrc , »u fnaa^n tixxö er über sie denn. tsäxlfd&Iefnibe Sßiifcuntni

aber hat ichon mehrmals Gelegenheit geh-ckt. "'beu iWriVfHW Blättern Berichte zu leien, die es iiber den Wert polnischer Legionäre aufgeklärt haben dürften. Unter den Lobsvruch-n, tobtevSrc geerntet haben befindet sich emer der vom Munde eines Mannes fiel, den wir als den ehrwürdigsten unter den Edlen verehren: Kaiser Franz ^»kepb^- lch zitiere nach demWiener Frcmdcnblatt" Einte das De- nebnieit der Legionäre ein heldenhaftes, ^n der Zeitschrift Polen Nr. 4. hätten Sie einen Bericht: »Der ErcherK>i

Tbron'folaer bei den Legionären" betitelt, gefunden, in denr lauf Seite 86s zu lesen steht:'Nach dem :N,ttagSmahle

mordete ück der Thronfolger an beit Leg-onsr-mmMlÄanten uL betont? mit Ichchdruck. er sc, im Austrage des Kaisers ge­kommen. um dem Kommando und den Legwnen dch Aller­höchste Anerkennung und Zufrredenhert des Monarchen für die so tüchtige u>id ausgezeichnete Krrcgs- leistung der polnischen Legionen zur Kenntnis zu bringen. Und sollte Ihnen. Herr Redakteur, dies alles noch mcht ge­nügen dann bin ich bereit. Ihnen die Verlustlisten der poüüsckwi Legionen zustellen zu lasten. Zum zweiten PuE Sie l»bcn 709 Polen des schnödesten Verrats bcz,chtigt.,700 hnfmfcf>eu Staatsbeamten haben Sie nachgpfagt. sie waren des Verrats und der Ausspähung verdächtigt worden. Herr Redafteur Sie sind ein Mann, der ferne Worte zu wagen Sie sind sich wohl der Ungehenerlichkeit de?AnDage bewußt, die Sic dem volmsckcn Volke, ins Gessthr aesck'leudert haben Ich fordere Sie auf.. Beweise für Ihre. aE-.sef,,fdiouna zu liefern. So schwer es mir auch fallt, meine Entrüsding zurückznhalten. ich will Ihre Antwort, ruhig ab. warten. . .

Der nette russische Unterrlchtsmmrfter gegen bte Ukrainer.

Vor einigen Tagen begannen in St. Petersburg die Bor- b-rcitungskurse für diejenigen Volksschullehrer, die bei dem Russifizierungswerke der Regierung in Galizien behilflich sein sollen. Bei der feierlichen Eröffnung hielt der. eue Minister für Volkscmfllärung. Graf P. Jgnatieff. eine Rede die sich scharf gegen Ne Ukrainer wandte und die Not­wendigkeit einer endgültigen Rnssifizierung Gnli-iens betonte. Alle russischen Blatter (die liberale , Rjetsch" nicht ausgenonimen) begrüßen den Amtsantritt des Grafen Jgnatieff.

Eine russische Kriegssteuer auf den Klosterbesitz. Petersburg, 19. Febr. (Franks. Ztg.) Der Gehllse des Finanzminifters kündigte in einer Unterredung mit einem Vertreter desSlowo" eine Kriegssteuer auf Klosterbefitz an, ine r.;» om «oiNinn-n Rubel bringen soll.

Ne 190 bis 210 Millionen Rubel bringen soll.

Die Gerüchte über eine russische Mmsterkrisc. Stockholm, 18. Febr. Die über russische Berhältnissü wohlunterrichtete schwedische ZeitungDagens Nyheter" schreibt über den angeblich bevorstehenden (von. en g l r sich e w Blättern gemeldeten, aber noch nicht als sicher bestätigten) Minifterwechsel in Rußland: Ist die Mitteilung wahr, dann fft sie im höchsten Grade aufs eh euer regend. Kri- woschein war der einzige im russischen Minifterrat, der xrn Sommer im entscheidenden Augenblick bestimmt für den Frieden stimmte, lind ist er nun wirklich zum Minister­präsidenten ansersehen: scheint es ja, als ob die Gerüchte vom, Separatfrieden nicht leeres Gercdc sind."Stockholms