itsbsdemr ©anblatt,
? s SÄ 81 Wockentlick 12 Ausgaben. / ^ >r ..r^»latt?^Ä.esso-»3.
h* 7 ,ns, .»»». WWWI«IUUttJ ^ L-n 8 Uhr m-rg-ni 6» 8 u»r aitnSS, anSet Semtta««
«erlag Langgasse
eMtft-tiilt gfiffnei Don 8 US: nutgtn» Hl 7-Uhr ilenM.
Vezugs-Sreir fnr beide Ausgaben: 70 Psg, monatlich, M. I- vierteljiiirüch durch den Derlaa Langaage 8t ohne Bringerlohn, M S.— »ierleljährUch durch alle deutlchen PoftaEalten, andichlietzlich Belieliacld — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in «ieddaden die Zweigstelle Bis- morckring tS. sowie die Auigabeftellen in allen Teilen der Stadt ; in Biebrich: Sie dorn gen A»4- ^bestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger,
Aureiaen-Breik s»r die Zeile: 15 PIg, für örtliche Anzeigen im .»rbeitsmnrkt- und .Klemer Anzeiger« in einheitlicher E-Siorm: OOPsg. in davon abweichender SatiauSfiihrung, sowie für alle ubngen vrilichen «nztimm:^ Pfgi sür alle auswärtigen Anzeigen: l Mk tur örNiche Reklamen; 2Mk, sur auiwartige Reklame». B-nze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausend. »ach besonderer Berechnung, — Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß
Berliner Schriftleitune des Wiesbadener Tagblstts: Berlm-WilmcrSdorf Güutzelftr. 66. Fernspr.: Amt Uhland 450 «. 451. Lu
Freitag, ly. Februar lylS.
Kbend-Ausgabe.
Nr. 84. » 63. Jahrgang.
Der ttrieg.
Der Tagesbericht vom ly. Februar, französische Angriffe verlustreich zurückgeschlagen. — 600 neue französische Gefangene. — Tauroggen von den Deutschen besetzt. — In Polen kleinere Zusammenstöße.
W. T.-B. Großes Hauptquartier» 19. Febr. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
An der Straße A r r a s - L i l l e sind die Franzosen aus dem von ihnen am 1k. d. M. besetzten Teile unseres Grabens herausgeworfen.
In der E h a m p a g n e ginge« die Franzosen erneut» zum Teil mit st arten Massen» vor. Ihre Angriffe brachen unter unserem Feuer völlig zusammen; weitere 1 v v Gefangene blieben in unserer Hanv. Die von orn Franzosen am 16. d. Mts. eroberten kurzen Grabenstücke sind zum Teil von uns wieder genommen.
Bei dem französtschen Angriff gegen Boureuilles- B a u q u o i s machten wir 5 Offiziere und 479 Mann u n - verwundet zu Gefangenen.
Östlich B e r d u n bei CombreS wurden die Franzosen nach anfänglichem Erfolg unter schweren Verlusten zurückgeschlagen.
In den Bogesca erstürmten wir die Höhe 606 südlich Lasse und eroberten zwei Maschinengewehre.
westlicher Kriegsschauplatz.
Tauroggen wurde gestern von unS genommen. Die Berfolgungskämpsr nordwestlich G r o d n o und nördlich S u ch a w o l a stehen vor i h r c m Abschluß.
Der Kampf nordwestlich Kolnow dauert noch an.
Südlich Myszyniec warfen wir dir Russen ans einigen Ortschaften.
In Polen nördlich der Weichsel fände» beiderseits der W r k a, östlich R a c i o n s» kleinere Zusammenstöße statt.
Aus Polen südlich der Weichsel nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Der große Sieg in Ostpreußen.
Lin Telegrammwechfel des Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses und Generalfeldmarschalls v. Bindenburg.
W. T--B. Berlin» 18. Febr. (Nichtamtlich.) Der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses, Graf Schwerin- Läwitz, telegraphierte sofort nach der Schlacht in Masuren mn 17. Februar an Hindenburg: „Tw. Exzellenz beehre ich mich, im Namen des preußischen Abgeordnetenhauses zu dem über unsere Feinde von neuem errungenen glänzenden Siege die aufrichtigsten Glückwünsche darzubringen. Das Vertrauen des deutschen Volkes zu Ew. Exzellenz und unseren todesnrutigen Truppen ist unerschütterlich und unbegrenzt. Gott sei fürderhin mit Ew. Exzellenz und mit den deutschen Waffen!" — Darauf ist folgende Antwort des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg eingegangen: „Ew. Exzellenz und dem Hohen Hanse herzlichen Dank für die mir gütigst ausgesprochenen Glückwünsche. Ich und die mir anvertrauten Truppen werden auch ferner unsere Pflicht gegen König und Vaterland erfüllen, Gott der Herr wird dann gewiß auch Wetter mit uns sein. Hindenburg."
Der hervorragende Anteil des 21. Armeekorps an den ruhmvollen Kämpfen.
Der kommandierende General v. P l ö tz hat anläßlich der glänzenden Waffentat des 21. Armeekorps im Osten an den Trierer Regierungspräsidenten als den Präsidenten desjenigen Bezirks, aus dem sich das hervorragend tapfere Korps rekrutiert, herzliche Glückwünsche gesandt.
Erbeutung einer russischen Kriegskassc.
Königsberg, 18. Febr. (K. V. Z.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß sieb unter der Kriegsbeute in Masuren auch eine russische Kriegskassc befindet mit einem Bestand von 250 000 Rubel.
Teilweise Zerstörung von Lyck durch die Russen.
In Lyck sieht cs, wie denk „Berl. Tagebl." auS Königsberg gemeldet wird, nach der Vertreibung der Russen sehr böse aus. Etwa 60 Häuser, wie daZ Gaswerk, das Wasserwerk sind zerstört. Aus der Umgegend verschleppten kurz vor dem Rückzug die Russen eine An- zahl Personen nach Rußland.
Russische Brandstiftu»gen in Ostpreußen.
Königsberg, 18. Febr. (Frkf. Ztg.) Bei einer Bereisung der Kreise Lätzen und Olctzko, die der Landeshauptmann von Berg im Gefolge des K a i s e r S vornahm, ergab sich, daß eine sehr große Anzahl Gehöfte von den Russen verbrannt und der Hausrat vollkommen vernichtet worden ist.
Marggrabowa allerdings hat nur wenig durch Brandschaden gelitten.
Gefangenentransporte in Gumbinnen.
Gumbinnen, 18. Febr. Immer größerer Transporte russischer Gefangenen zogen, wie die „Preußisch- Litauische Zeitung" berichtet, nachmittags und abends in Gumbinnen ein. Abends 9 tlhr kain wohl die größte Anzahl, über 4000 Mann, und auch in der späten Nacht wurden noch über 8000 Mann angebracht. Am nächsten Tage setzte sich derTransport fort, und es heißt, daß noch 4000 Mann ankommen sollten, so daß dann über 15 000 Gefangene allein Gumbinnen passiert haben. _ Die Unterbringung solcher Massen für die Nacht war s ehr schwierig. Am nächsten Tage früh und vormittags wurden die Gefangenen, die alle recht froh drein schauten, weiter verladen. An diesem Nachmittag um 2 Uhr kam eine große Anzahl Gefangener, darunter Eisenbahnangestellte, Chauffeure und andere, die in Wirrballcn gefangen genommen wurden, als sie in drei Ersenbahnzügcn flüchten wollten, wenig russische Hoffnung auf Rettung der Reste
4H'. Stockholm, 19. Febr. (Cig. Trahtbericht. Ktr. Bln,) Nach den hier einlaufcndcn kurzen russischen Meldungen i über die vernichtende Niederlage in Qst- preußex haben die Petersburger Zeitungen nur sehr g e ' i n g e Hoffnung, daß die zehnte Armee oder vielmehr deren Reste noch den Schutz der befestigten N j c m e n l i n i e erreichen wird. — Tie schwedischen Blätter vergleichen diesen neuen epochemachenden Sieg be> den Masurischen Seen mit dem Erfolg der ersten deutschen -Offensive.
Der russische GeneraUtabsbericht.
Kämpfe „mit äußerster Erbitterung".
IV. T-B. Petersburg, 18., Febr. (Nichtamtlich.) Der Bericht des Gcneralftabes besagt: Am rechten Weichseluser dauerir die Kämpfe fast in denselben Gegenden aii einzelnen Stellen mit äu ß c rst er Erbitterung an. In der Rj e meng egend sind nur feindliche Patrouillen bemerkbar. Am linken Weichselufer keine Veränderung. In Galizien schlugen wir auf der Front Khava-Whkortech einen Angriff unter großen Verlusten des Feindes ab. Weiter östlich suchte der Feind uns in der Gegend von Laubne- Studennc anzugreifen. Wir wiesen den Angriff zurück, machten 10 Offiziere und über 1100 Soldaten zu Gefangenen und nah inen Z Maschinengewehre. An der Front Koziuwka- Whschkow-Paß unternahm der Feind eine Reihe hartnäck'ger ungestümer Angriffe, wobei er kräftig ans Wyschkow vorstieß. Alle Angriffe wurden mit großen Verlusten des Feindes abgeschlagen. Fast ein ganzes Bataillon wurde mit den Bajonetten niedergemacht, der Rest gefangen. In der Bukowina keine Veränderung.
W- T.-B- Prtrrsburg. 10. Febr. (Nichtamtlich.) Der Generalstab des ObcrbefeblsbaberS teilt mit: Die Kämpfe
ans der Front zwischen Memel und Weichsel dauern fort und erreichten am 17. ihre größte Hartnäckigkeit in der Gegend von Augustowo sowie ans den Wegen der Linie von Sierpe nach Plonsk. Auf dem linken Weichsclufer keinerlei Kämpfe. — In den Karpathen wiesen wir eine Reihe hartnäckiger. Angriffe der Österreicher auf der Front von Swidnik bis zum oberen San zurück. In den Gegenden von Koziünka, Tuchle, Senetschug, Wyschkow und Klreousse (?) machten wir mehrere erfolgreiche Angriffe, während wir fortdauernd wiederholt deutsche Angriffe schnell zurückwiesen.
In der Bukowina zogen sich unsere Abteilungen über den Pruth zurück.
Das Eingeständnis der Wahrheit über die Lage im Osten in Zran'-reich.
Berlin, 10. Febr. Nach einem Baseler Telegramm des „B. T." haben die Pariser Blätter vom 17. d. M.» abends, dir deutsche Meldung über die Winterschlacht in Maturen nicht wicdergcgeben. Gewisse Anzeichen, besonders die Wiedergabe relativ ehrlicher englischer Meldungen über die Lage der Ruffe» deuten darauf hin, daß das französische Publikum auf weiteres Zurückw eichen der Russen vorbereitet werden solle.
wie Hindenburgs Sieg auf England wirkt.
?lls die ersten Nachrichten von HindcnburgS neuen glänzenden Waffcntaten in London bekannt wurden, brachte die „Daily Mail" in ausfallendem Sperrdruck einen Artikel „Dangerous optimism". in dem cs ani Schluß heißt: „Wenn Deutschland durch den Krieg auch schon hart mitgenommen ist, so siebt cs sich doch noch längst nicht am Ende seiner Hilfsmittel. Mancherlei von dem, was fetzt innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches vor sich geht, deutet offenkundig darauf bin, daß man bewußt darauf hinarbeitet, sich für eine längere Kriegsdaner einzurichtcn. Dabei ist keinerlei Mutlosigkeit fcstzustellen, weder bezüglich der Mittel, noch in dem Willen zu siegen. Der Gedanke, das deutsche Volk sei von der Regierung getäuscht und werde beim Erwachen aus dieser Täuschung sich gegen den Kaiser wenden — (der unsinnige Gedanke wurde von der Londoner Presse der englischen Bevölkerung cmgcredet. Schriftl.) — mag zwar einiges für sich haben, aber cS wäre Wahnsinn — (eine sehr richtige, aber, etwas späte Erkenntnis. Schriftl.) — wollten wir damil als einem bestimmten Faktor rechnen. Es ist ebenso wahrschein
lich, daß das deutsche Volk seinen Opfer willen und seine Ausdauer ins Unermeßliche steigern wird, wenn es gelten wird, den Boden des Vaterlandes zu verteidigen. Solange Deutschland noch Männer, Waffen und Munition hot, müssen wir damit rechnen, daß es bis zum ä u ß e r st e n kämpfen wird. Überblicken wir die vor uns liegende Aufgabe. Der Stillstand der Operationen in Frankreich und Flandern muß überwunden werden. Mit Sack und Pack müssen die Deutschen aus Belgien herausgeworfen werden. Schlesien und Westfalen müffen erobert sein, bevor man vernünftigerweise davon reden kann, Deutschland sei niedergerungen. Alle dauernd wirksamen Faktoren begünstigen zwar die Verbündeten, aber nur unter der einen Bedingung, daß wir das Maximum unserer Kraftanstrengung leisten. Es ist an der Zeit, unsere Anstrengungen zu verdoppeln für die vor uns liegende außerordentlich ernste und schwierige, aber nicht unüberwindliche Aufgabe."
Die Glückwünsche Wiens.
W. T.-B. Wien, 18. Febr. (Nichtamtlich.) Bürgermeister Weiskirchner richtete an den Botschafter des Deutschen Reiches ein Schreiben, worin es heißt: „Der gewaltige Sieg, den die deutschen Truppen unter Hindenburgs genialer Führung in der Winterschlacht in Masuren über die ruß'ische zehnte Armee errungen haben, hat in Wien hellsten Jubel hcrvorgerufen. Mit Freude wurde der Schlachtbericht gelesen und deutschem Feldherrngeist, deutscher Ausdauer und Beharrlichkeit gerechte Bewunderung gezollt. Die Wiener Bevölkerung beglückwünscht das Deutsche Reich zu solchen Männern von Geist und Kraft, zu einem solchen Siege, welcher die Überlegenheit der deutschen Waffen vor aller Welt erioeist. Mögen die mächtigen, einander treu verbündeten Heere in ihrem Siegesläufe weiterschreiten und die beiden Länder endgültig von der drohenden Geißel fremden Übermuts befreien." — Der Bürgermeister bittet schließlich den Botschafter, die Glückwünsche Wiens zu dem errungenen Siege dem deutschen Kaiser zu unterbreiten.
W. T.-B. Wie», 18. Febr. (Nichtamtlich.) Das „Frem- den-blatt" beglückwünscht die verbündete deutsche Armee herzlich zu ihrem glänzenden Erfolge in Ostpreußen. Es legt dar: Der bisherige Verlauf des Krieges hat die Widerstandskraft und Schlagfertigkeit der von Feinden umgebenen Zcntralmächte dargetan. Wenn nicht noch eine acuta unerwartete Wendung einträte, feien alle grundstürzenden Veränderungen, die in Petersburg und London geplant wurden, ganz für immer vereitelt. Vor allem sei der Anschlag gegen die österreichisch-ungarische Armee, die den Schlußstein des europäischen Gewölbes bilde, z e r st ö r t.
Die Zreude in -er Türkei.
IV. T.-B. Konstantinopcl, 18. Febr. lNichtamtlich.) Sämtliche türkischen Blätter geben ihrer lebhaften Freude über den neuerlichen Sieg der deutschen Truppen Ausdruck, dessen große Bedeutung sie hervorhcben. Sie zollen dem Feldherrn» genie Hindenburgs hohes Lob.
Der Einzug Ser österreichisch-ungarischen Truppen in Tkckernowitz.
W. T.-B. Köln, 18. Febr. (Nichtamtlich.) Zu der Einnahme von Tschernowitz meldet die „Köln. Ztg." aus Bukarest: Tschernowitz ist gestern früh 6 Uhr von österreichisch-ungarischen Truppen besetzt worden, die mit klingendem Spiel einzogcn. Tic Russen flohen in N n o r d n u n g bis Nowo- sielica. Tie Freude der Bevölkerung in der Bukowina istz unbeschreiblich.
Die Bedeutung des Erfolges in der Bukowina.
Die Beurteilung in der Presse.
Berlin. 19. Febr. (Ktr. Bln.) Die rein militärische Bedeutung der Besetzung voti Tschernowitz, so schreibt die „Kreuzzeitung", ist nicht überniähig groß, um so einschneidender ist die p o l i t i s ch e. Auf keinen anderen Teil des Kriegsschauplatzes ist die Aufmerksamkeit der rumänischen Politiker mit der Spannung gerichtet, wie aus diesen, Der sozusagen unter ihren Augen liegt. Der Eindruck wird um so stärker sein, als man sich in Rumänien nach den russischen Ankündigungen auf gewaltige Kämpfe um Tschernowitz gefaßt gemacht hatte. — Die „Boffische Zeitung" schreibt: In Verbindung mit den großen Siegen, die die deutschen Truppen auf dem nördlichen Heeresflügel erzielt haben, ergibt sich aus dem siegreichen Vorgehen der beiden äußersten Hceresflügel gegen die Flanken und rückwärtigen Verbindungen der russischen Hauptkräfte eine außerordentlich günstige strategische Lage. Es ist nicht wahrscheinlich, "daß den Russen noch weitere bedeutende Reserven und frische Truppen zur Vcr- füguug stehen, mit deren Einsetzung sie einen Umschwung der Lage herbeiführen könnten.
TaS Ende der russischen Offensive.
Berlin, 19. Febr. (Ktr. Bln.) Nach einem Züricher Telegramm der „Köln. Ztg." sei die ganze, ungeheuer ausgespannte Front der russischen Streitkräfte tatsächlich auf beiden Flügeln eingedrückt worden. Die Verluste würden 100 000 Mann übersteigen. — Nach ungarischen Blättern, deren Auslassungen von Berliner Morgcnblättcrn wiedcr- gegcücn werden, batte die russische Offensive bin sicheres Endo erreicht. Man kötmc von einem Siegeszug dUUfjj die ganze Bukowina sprechen.
