Nr. 92. Tovnerstag, 18. Februar 191».
Deutsches Reich.
* Erkrankung des nenen Erzbischofs von Posen. Der Erzbischof von Posen Dr. Likowski ist plötzlich an Herzschwäche bedenklich erkrankt. Sein Zustand ist angesichts des hohen Alters des Erzbischofs — Dr. Likowski steht im 79. Lebensjahre — besorgniserregend, wenngleich sich sein Befinden im Lause des gestrigen Tages wieder gebessert hat.
* Das Befinden des bayerischen Btinisterpräsident^n Grafen Hertling in Garmisch hat sich gebessert, indes wird er nicht, wie beabsichtigt, in dieser Woche nach München zn- rückkehren, sondern aus Anraten der Ärzte noch einige Zeit in Garmisch bleiben.
* Der Ems-Weser-Kanal dem Betrieb übergeben. Br. Hannover, 18. Febr. (Eig. Drahrbericht. Ktr. Bln.) In aller Stille ist am Dienstag der Ems-Weser-Kanal dem Betrieb übergeben worden, das westliche Teilftück des Ems- Leine-Kanals. Es handelt sich bei diesem Kanal bekanntlich um ein Stück des vielgenannten Mittellandkanals. Die Strecke von der Weser bis zur Leine ist noch im Bau. Die gesamten Arbeiten sind durch den Krieg nur zeitweise unterbrochen worden.
Heer und Zlotte.
Personal-Veränderungen. L a u t h, Mil -Hilfsgeistlicher bei der 22 Div.. zum Div.-Pfarrer ernannt. * Schrot e r (Limburg a. L). Leut, der Res. des Feildwrt.-Regts. Nr. o, jetzt bei der Ers.-Abt. des Regts. zum Oberleut, befördert. * Siebers. Oberleu/t. a. D.. 'zistetzt Leut, im Jnf.-Regt. Nr. 87. jetzt beim stellv. Gen-Komrndo. des 10. Armeekorks, ein Patent seines Dienstgrades verliehen. * Schneiders, Oberleut der Res. a. D. (Limburg a. Ü.), zuletzt von der Ren des Jnf.-RegtS. Nr. W. jetzt beim Res.-Inf-Regt. Nr. 28. zum Hauptm befördert. ^ Kretzschmer, Gen.-Ncäior z. D., bisher Brig.-Kom. bei der Haupt-Res. Posen, vorher Komdt. des Truppen-übungsplatzes Neuhannner. aus fern Gesuch von der letztgenannten Dienststellung endgültig enthoben. * In Genehmigung ihrer Abschiedsgesuche mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt wurden die Generalmajore von der.Armee:Erythropel, bisher Korn, der 49 FÄV- art-Brig. * Maschke. bisher Kam. der 62. Jns.-Brig.. * Merling. bisher Kom. der 38. Feldart. - Brig.. * Krahmer. früher Kom. der 37. Kav.-Brig. * v. Wachter, Gen -Mai. von der Armee, bisher Kam einer Res.-Jns.-Brig., in Genehmigung seines Gesuches mit der gesetzlichen Pension der Abschied bewilligt. " Hahn (Höchst). Bizefeldw. im Jns.- Regt. Nr. 173. zum Leut, der Landw.-Jnf. 1. Aufgeb. befördert.
6u§ Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Die Siegesfeier vor dem Rathaus.
Das war eine recht erhebende Feier, die sich anliWich des letzten großen Hindenburgsieges im Osten gestern abend auf dem Platz vor dem Rathaus abspielte. Eine nach Tausenden zählende begeisterte Menge hatte sich auf dem weiten Platz eingefunden. Das Rathaus war prächtig mit Fahnen, Teppichen, Laubgewinden und Lorbeerbäumen geschmückt. Eine Kaiserbüste hob sich aus dem Lanbrclief recht wirksam ab. Auf hohen Postamenten loderten Flammen zum Himmel empor, und der Jubel der Menge wollte kein Ende nehmen. Den instrumentalen Teil der Feier hatte die unter der Leitung des Kapellmeisters Haücrland aus Homburg v. d. H. stehende Kapelle des Ersatz-Regiments Nr. 80, den gesanglichen die „S ä n g c r v e r e i n i g u n g" übernommen, die von Pro- fesior M a n n st a e d t dirigiert wurde. Das Programm setzte sich zusammen aus dem weihevollen, von der Kapelle vorgetragenen Choral: „Lobe den Herrn", dem aus den magisch erleuchteten oberen Rathausräumen außerordentlich wirksam zum Vortrag gebrachten „Niederländischen Dankgebet" sowie einer Ansprache des Oberbürgermeisters Gcheinrrat G lässt ng. Dieser hob darin die hohe Bedeutung dieses Sieges hervor, gedachte mit Stolz der wackeren Krieger, denen dieser neueste Erfolg der deutschen Waffen zu verdanken ist; erkannte auch warm an die mwergleichlichen Verdienste Kaiser Wilhelms sowie „unseres Hindenburg" und den neuesten, glänzenden Waffenorfolg und schloß seine oft von Beifallsstürmen unterbrochene Ansprache mit einem von der Menschenmenge lebhaft aufgenommencm dreimaligen Hoch auf die Helden des Tages. Der Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" erscholl dann gewissermaßen als ein Gelöbnis, die heiligen Güter des Vaterlandes treu vor jedem Angriff, woher er auch kommen möge, zu schützen, in die Nacht hinein, und der Chor: „Das deutsche Lied", vorgetragen von den Sängern, und ein Bortrag der Musikkapelle gab der durchaus würdig verlaufenen Feier ihren Abschluß. Aus dem Stegreif sang schließlich die Menge noch: „Heil dir im Siegcrkranz", bevor sie, um 10 Uhr etwa, auseinanderging.
Von vielen Teilnehmern an der Feier wurde folgendes beobachtet: Als die bunten Flammen vor dem Rathaus aufleuchteten, huschte eine weiße Taube aus einer der vielen Nischen des Gebäudes heraus, zog einige Kreise und setzte sich dann auf das König!. Schloß. „Die Friedenstaube!" meinte eine Dame, und alle, die den Vorfall beobachtet haben, versichern, daß er einen starken Eindruck auf sie machte, und daß sie ihn, „ohne abergläubisch zu sein", als ein glückliches Zeichen betrachten.
Das Ergebnis der Reichs-woll-Woche
in Wiesbaden liegt noch nicht abgeschlossen vor, es konnte also bisher noch nicht darüber berichtet werden. Von Interesse dürfte jedoch sein, daß bereits am 11. Februar der Militärverwaltung insgesamt rund 3 500 Decken zur Verfügung gestellt werden konnten, von denen 4260, in Eisenbahnwagen verpackt, über die Abnahmestelle 2 in Frankfurt a. M. inS Feld gingen. Ebenso wurden über denselben Weg 1000 Unterziehhosen und 960 Unterziehwesten sowie ein ganzer Waggon von Teppichen für Schützengräben an demselben Tage verladen.
— Das Eiserne Kreuz. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurden ausgezeichnet: Oberstleutnant und Regimentskom
mandeur Schenk aus Weilburg und der Gefreite Richard Lenser aus Wetzlar im Reserve-Jnfanteric-Regimcnt Nr. 80. ' — Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Oberleutnant Karl S ch a n d u a aus Wiesbaden.
— Seinen 75. Geburtstag begeht am 20. Februar in Schwanheim in seltener körperlicher und geistiger Frische Herr Professor Dr. W. K o b e l t. Der greise Gelehrte hat sich durch seine Mollnskenforschung, die Pflege der Heimatgeschichte, hie Förderung der Volksbildungsbestrebungen und des Genossenschaftswesens besonders verdient gemacht, und weit über die Grenzen Naflaus hinaus erneu klangvollen Namen gernacht.
— Tadesfall. Im Mer von 61 Jahren ist hier der be- ffrumte Werngutsbesitzer Joseph Bvrgeff aus Geisenheim
Wiesbaitener Tagblatt. Dbcnd-Nusaabc. Erstes Blatt. Seite 8.
gestorben. Der Verstorbene war eine lvcit über die Grenzen des Rherngaus hinaus bekannte Persönlichkeit und genoß be- sorrders in wernbautrcibendcn Kreisen als ausgezeichneter Fachmann hohes Ansehen. Er war Vorsitzender der „Vereinigung Rhcmgauer Wcingutsbesitzer" und des „Rherngauer Weinbauvereins", sowie Kreistagsabgeordneter des Rheingaukreises, gehörte dem Magistrat Geisenheims als Schöffe und dem Kuratorium der König!. Lehranstalt fiir Wein-, Obstund Gartenbau in Geisenheim als Mitglied an.
— Der „Nassauischc Viehhändlcrverein" hatte bei der Regierung beantragt, zu gestatten, daß jeweils bei Ausbruch der Maul - und Klauenseuche auf dem hiesigen Schlacht- und Viehhof an Markttagen der Markt vor dem Hose abgehalten werde. Den: Antrag konnte jedoch nicht entsprochen werden. — Ein weiterer Antrag des Vereins, die Viehmärkte, die auf israelitische Feiertage fallen, auf einen anderen Tag zu verlegen, wie es z. B. in Frankfurt a. M. der Fall ist, wurde dem Bezirksausschuß zur Entscheidung vorgelegt.
— Frühlingsboten werden jetzt wieder Tag für Tag gemeldet, einer immer zuverlässiger als der andere. Zuerst kamen „die ersten Maikäfer" in Streichholzschächtelchen an, dann „die ersten Schmetterlinge" — gewöhnlich Wegfüchse und dann „die ersten Weidenkätzchen". Da man uns unendlich oft Maikäfer und Schmetterlinge im „dicksten Winter" gebracht hat, legen wir ihrem Erscheinen keine Bedeutung bei und unterschlagen sie jedesmal unseren Lesern, die uns dafür wahrscheinlich dankbar sein werden. Auch „die ersten Weidenkätzchen" haben wir bis jetzt unbeachtet gelassen, obwohl sie als Frühlingsboten doch etwas zuverlässiger sind. Nun aber kommt „der erste Amselschlag" und sogar „der erste Buchfinkenschlag" dazu. Da hilft nichts mehr — es mutz „in die Zeitung", Zeit .und Ort. sind in den Anmeldungen genau angegeben, cs kommt aber nicht darauf an. „Hm, ja", wird mancher Leser sagen, „ganz schön und gut, aber Amsel und Buchfink haben oft geschlagen, und nachher hat's doch noch reichlich Frost und Schnee gegeben". So ist es! Am 21. März wollen wir wieder vom Frühling reden.
— Sanitätshunde. Die Wiesbadener Geschäftsstelle des „Deutschen Vereins für Sanitätshundc" (W. Ruthe, Kurhaus) wendet sich im Aiizeigenteil dieses Blattes an die VereinSvor- stände mit der Bitte um Rückgabe der Listen über die Beteiligung der Vereine an der gemeinnützigen Arbeit des deutschen Vereins, Da es sich hier um eine gute, unterstützungswerte Sache handelt, sei sie besonderer Beachtung empfohlen.
— Das Odeon-Theater lieferte, für die beiden Tage Montag und Dienstag wieder insgesamt 1140 M. in Gold an die Reicksbauk ab Die „Goldene Woche" ist damit beendet. Anläßlich der Blockade Englands wird ,dic FiLmnouhert „Sturmangriff unserer Hochfeeftotte" vorgeführt. Vorberichte Ader «unkt. Vorträge und verwandtes.
* Residenz - Theater. In der heule Donnerstag statt- ffndenden Wiederholung des stets gern geschnnn Lustspiels .Der Herr Senator" spielt Direktor Halm die Titelrolle Am Samstag gelangt nochmals das mit so großem Beifall auf- genommene Schauspiel „Heimat" zur Aufführung mit, Fräulein Saldern als Magda. Sonntagabend geht auf vielseitigen Wunsch das beliebte fröhliche Spiel „Als ich noch im Flugelkleide" in Szene, während Sonntag.ua chmittag SudermmrnS „Johannis teuer" zu halben Preisen gegeben wird.
Provinz Hessen-Nassau.
Regierungsbezirk Wiesbaden.
X Diez, 16. Febr. Der „Vaterländische Frauenverein" unserer Stadt, der in beständiger Tätigkeit ist. hat sich dieser Tage bemüht, das Gold durch Eintausch in den Wohnungen abMholeii 11000 M. wurden auf diese Weise durch sechs Damen der Reichsbank zugesührt. Im Torfe Altendiez wurden 6000 M und in dem kleineil Dorfe Gückingen 1700 M. gesammelt. Nur durch Aufklärung und Abholen in den Wohnungen sind solche Resultate möglich. Darum überall frisch ans Werk! — FC. Der Milchprcis wurde heute hier von 22 auf 24 Vf. pro Liker erhöht.
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
Brotkarten für Mmnz.
-p- Mainz, 17. Febr. Der „Ausschuß zur Rogelung des Verbrauchs an Brotgetreide. Mehl und Brot" hat sich in seiner gestrigen Sitzung mit der Einführung von Brotkarten befaßt. Es kamen zahlreiche Fälle zur Sprache, in denen eine sinnlose Brotverschwendung festgestellt lvorden ist. Diesem Mißstand wird die Verabreichung von Brotkarten aichelsen. Die Brotkarte toird einem jeden Familienmitglied das zu seiner Ernährung erforderliche Quantum Brot antvoisen. Zur Erledigung der sehr schwierigen Vorarbeiten wurde eine Unterkommission gewählt, der die Herren Beigeordneter. Dr. Küll, Kreisassessor Nvemcnz, die Stadtverordneten Bauer. Obmann. Schäfer, Jnnungsmeister Winkler, Dampfmühlunbesitzer Schmitt und Bürgermeister Schüler von Drais angc- hören. In etwa 14 Tagen wird mit der Ausgabe der Brotkarten begonnen werden.
Neuer aus aller Welt.
Ungeheure Schneefälle in Tirol. W. T.-B. Innsbruck, 17. Febr. (Nichtamtlich) Infolge der ungeheuren Schneefälle werden aus Süd-Tirol zahlreiche Hausetnstürze gemeldet. In Deiine wurden zwei, in Castagno eine , Person von einstürzenden Trümmern begraben. Alle drei sind tot. Der Bahnverkchr leidet noch immer unter den niedergehenden Lawinen. Zwischen Mezzo-Lombardo und Malo ist der gesamte Verkehr bis Sonntag eingestellt.
„Normal".
Der Russe rückt in Vreußen ein.
Sein Heer ist kolossal.
Doch unsere Heeresleitung schreibt:
Die Sache läuft „normal".
Ganz Deutschland horcht schon ahnungsvoll
Mit hellem Freudenstrahl.
Wenn unsere Heeresleitung schreibt:
Die Sache läuft „normal".
Ist Hindenburg auf RussenstmA.
Wird fünfstellig die Zahl.
Wenn unsere Heeresleitung schreibt:
Die Sache läuft „normal".
Ich liebe diese deutsche Norm,
Sie ist mein Ideal.
Doch Hindenburg, du Ruffenschreck.
Dich lieb' ich anormal! Göttlich im Tag.
Letzte vrahtberichte.
flus 6cm englischen Unterhaus.
Der Fall der „Wilhelmina". — Austausch Schwerverwundcter. — Churchill über die Docksnot. — Zum Untergang der „Formidable".
W. T.-B. London, 17. Febr. (Nichtamtlich.) In der Sitzung des Unterhauses vom 15. Februar erklärte Unter- staatssekretär Neil Primrosc auf eine Anfrage, cs fei
beschlossen, wegen der Ladung des Dampfers „W ilhek* iniita" die Entscheidung des Prisengerichts cmzuvufen. Gegen das Schiff selbst werde nicht borg-gangen werden. Wenn die Ladung an das internationale Hilfskomitee für Belgien verkauft würde, würdi die Entscheidung des Prisen« gerichts einer Revision unterzogen werden. — Über den Austausch schwervcrwundeter Kriegsgefangener sagte der Unterstaatssekretär, die englische Regierung bedauere, daß die Zustimmung Deutschlands so spät gekommen sei, daß cs nicht rnehr möglich gewesen sei, in dem wünschenswerten Matze für die Bequemlichkeit der Gefangenen auf der Reise zu sorgen. — Bei der ^Einbringung des Flottenetats sagte Churchill über die Klagen; daß die Admiralität fast ein Fünftel der englischen Handelsflotte gechartert habe: Wir stehen im Kriege mit der zweitgrößten Seemacht der Welt, wir brauchen Schiffe zur Versorgung der Flotte mit Proviant, Heizmaterial, Munition, zum Transport der Verstärkungen für die Feldarmee und deren Versorgung mit allem Nötigen. Wir haben keine Werften und keine Kriegshäfen zu unserer Dockung. Die lvährend des Krieges benutzten Kohlenstationen können nicht auf dem Landwege mit Kohlenborräten versehen werden, sondern alles, was die Flotte braucht, mutz von Schissen "herbeigebracht und in schwimmenden Depots bereitgehalten werden. Infolgedessen mühten die Köhlenschiffe oft lange in den Kohlenstationen bleiben. Er könne keine Hoffnung geben, daß die Admiralität in der nächsten Zeit mit weniger Schiffen auskommen werde, vielmehr nähmen die Bedürfnisse seit dem 1. Januar zu. Diese Zunahme sei begreiflich. weil die Flotte und der Matzstab der militärischen Operationen beständig wüchsen. Viele Schiffe seien von der Regierung für besondere Zwecke ausgerüstet worden und könnten nicht sofort durch andere ersetzt werden. Sort> Beresford.(Unionist) schlug vor, die Verbündeten möchten eine gemeinsame Note an die Neutralen richten des Inhalts, daß die Kriegführenden die Zufuhr aller Waren, die Deutschland nützen könnten, verhindern würden. Wer die Versenkung des Linienfchisscs „Formidable durch ein deutsches Unterseeboot sagte der Redner, er glaube nickt, daß ein von Torpedobootszerstörern begleitetes Kriegs- sckiff in voller Fahrt von einem Unterseeboot mit emenr Torpedo getroffen werden könne; der „Formidable habe aber die beqleitciiden Torpedobootszerstörer zurückgesckrckt und seine Gesckwindiqkeit vermindert in ciniem Teile des Kanals, in dem stck, wie man- wußte, deutsche Unterseeboote aufhtelten. Das bedürfe der Aufklärung, da errtweder eine sträfliche Rach- läffiqkeit oder eine große Dummheit beganaen worden ser oder von Amakeurstrateqen befohlen lvorden sei. Der Regier verlanate die Beibehaltung der alten Gepflogenheit, reden Schiffsuntergang vor ein Kriegsgericht zu bringen.
Vernichtende Kritik.
Dein „B. L.-A." lvird cNis Amsterdam, 17. Febr., gemeldet^ Die Betracktungcii der englischen Blätter über Churchills felbstaefällige Bcrberrlichung der Flotte und Englcuids unbc- lckränkie Seebcrrschaft verickweigeii die scharfe Kritik, die an Churchills Auftreten und Tätigkeit von den beiden Abgeord- neten der Hafenstadt Portsmouth, den Umoniiren Lord Cbarles BereSford und dem Sckiffsreeder ,ycitIe, urt Unterhg'ffe geübt wurde. Nachdem Lord B-rcsfvrd (wie oben erwähnt) ein Kriegsaerickt für diejenigen in der Admiralität (d. h. Churchill) verlangt hatte, bte_ schuld seien an brat Verlust der englischen Kreuzer „Creffh, „Hawke, „Abouklr, .Hogue", „Hemnes". „Formidable", ging tfaSe Mit dem Dilettanten" Churchill ins Gericht, der geschwollene barlamentsreden halte, seine Ansicht über das Hermisholen .er deutschen Flott- (der Ratten aus dem Loch) .und nber säuglingsmorde auftische, lvährend man lieber ferne Recht- ertiaung hören möchte über diese durch seine dilettantische Insähiakeit zu Witwen und Waisen gewordenen Frauen und linder britischer Seeleute. Was hätte Churchill fortwährend nr der ffanzössschen Front zu suchen? Habe er notig, dem Rar schall French den Mut zu starken? Nreinand hccke etwas »aqeaen, wenn er in der Front mitkämpfen wurde; aber d« w das nicht tue. solle er sich lieber um s^ne Flotte ümmern. Wie habe er dem Belgrerkomg m Antwerpen versichern können; die Engländer würden Ant werv en retten, xs würde der Tag der Abrechnung mit Cchrrchill kommen. Die englische Presse sucht heute diese Kr'trk zu ube^onst »nrck eine um so beftigere Sprache gegen Deutschlands An- gliffsabsichten zur See. . ^ o „
Gilt amerikanischer Dampfer mit Leoensmittcln-
New B-rk, 17. Febr. (Frkft. Ztg.) Der Regierungs- .ampfcr „Vulkan" wird am 4. März mit 900 Tonnen LebenS- nit teln nach Palästina abfahren. _
Wetterberichte.
Deutsche Seewarte Hamburg.
,8. Februar« 8 (ihr vormittag«.
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Beobachtungen in Wiesbaden.
17. Februar
7 Uhr morgens.
nachm.
9 Uhr abends.
Kittel.
Barometer aaf 0° und Normalsohwer« Barometer auf dem Meeresspiegel . • Thermometer (Cel«iu6)
758,0
768,8
-0,4
4.1
734,4
764,9
4.3
44
750,7
76U
4.4
4.7
76
754.4
766,0
8.2
4.4
93
71
79,7
Wind-Bichtung und -Stärke . . *. • • Niederschlagshöhe (mm) . . .
02
803
still
0,0
-
Höchst« Temperatur 5,0.
Niedrigste Temperatur -- 1,4
Wettervoraussage für Freitag, 19. Februar 1915
«ooder Meteorologischen Abteiiuogdes Phyeikal. Vereinsau Frankfurt a.H.
Unbeständig, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde.
Wasserstand des Rheins .
am 18. Februar
Biebrich. Pegel: 2 tl m gegen 2.16 m am gestrig» Vormitta*
Caan. » 2,66 m»2 69 m» » »
Mainz » 1.41 m » 1 15 ’
