Wiesba-kner TsgliW.
21 rvockenilick 12 Ausgaben. „r,,»t.«.H«.-- ««s«.»».
SL-INr^-ll- §e»fiil«"v«n" bj« 7 Uhr aber.*«. WOCI|CllTllUj ^ » «°n 8 Uhr m»t 8 m« m 8 Uhr abtnb«. aus« g^mtaflS
Vej»,s-Preis für beide Ausgaben: 70 Big. monatlich, M ,.- viertelithrliih durch den Verlag Laaggage 21 tfcne Bringerlahu M 3.- vierteljährlich durch alle deulichen Pastanlialten, avsschliehlich Bestellgeld — Beznas-Beftrltnngen nehmen aagcrdcm entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- maränng i», iaw-.e die Aus,-bestellen in allen Tellen der «ladt: in Biebrich: die dortigen Au», gabestelle:: und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die »etressenden Tagblait-Trägen
Tigbiatl-HauS" Rr. V65V-Ü8.
Von 8 Uhr morgen» dt« 8 Uhr abend-, außer gannlag»
Auteiarn-Breis sstr die Zeile: Ib Psg. sür örtliche Anzeigen im .»rbritSmarll" und „Kleiner in einheitlicher Sahiorm: ÄPIg. in davon abweichender Las-usluhrung. sowie >ur alle übrigen örtlichen Anrriaen: 30 Bla. sür alle auswärtigen Anzeigen: l Ml. sur orlliche Reklame,:: 2 Ml. sur au4:r-«rge Xm. isanze. halbe, drittel u^d »i.Ll Seiten, durchlauft nach besonderer »er'chm-n^ - Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwi'chenraumrn entip-echender Rachlatz.
«»,ei»en.«»n»v».e. -lüe dieAdend-Autn i,t»i?„n„ ™ _ _ . ... gär die Ausnahme von Anzeigen an «orgeichriebenen
ü'°4" ” ?”ro" q f n.«nK Mi Ubt%£mtn<$ gtrlintt Schriftleitnug »es Wiesbadener TagtlattS: BeUm-Wilmersdarf Güntzclsir. «6. Fernspr. : «Mt Uhlaud 450 «. 4o1. Tagen und Plätzen wird leine «ewabt übernomme,
Mittwoch» 17. Februar 1913.
klbend-Kusgabe.
Nr. 80. ♦ 63. Jahrgang.
Der neue große Steg Wdenburgs!
Das Ergebnis der neuntägigen „winterschlacht in Masuren."
Die Russen vernichtend geschlagen, weit über 50000 Gefangene, mehr als 40 Geschütze und 60 Maschinengewehre sowie ungeheueres Rriegs- materia! erbeutet! Die Haltung unserer Truppen über jedes Lob erhaben!
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 16. Feor. (Amtilch.) I« der «euuragigen „rviuterschlacht tu Mtasureu" wurde die russische zehnte Aruiee, die aus miudesteus 11 Infanterie- und mehrere» Kavallerie- divisione» bestand, uicht nur aus ihren stark v»r schanzten Stellungen östlich der masurischen Seenplatte vertrieben, sondern auch über die Grenze ge»vorsen und schließlich in nahezu vö.liger Giukreisuug vernichtend geschlagen. Nur Reste können in die Wälder östlich von Suwalki und von Angnstow entkommen sein, wo ihnen die Per io lg er ans den Fersen sind. Die blutigen Pcrlnste des Fe ndes sind sehr stark. Die Zahl der Gefangenen steht noch nicht fe't, beträgt aber sicher weitüber 50000. Mehr als 40 Geschütze und 60 Maschinen- geweire sind genommen; unübersehbares Kriegsmaterial i»t erbeutet.
T. M. der K a»se r wohnte den entscheidende» Gcfech en in der Mitte unserer Schlachtlinie bei. D.r Sieg wurde dnrch Teile d r alten Osttruppcn und durch jnuge, für diese Aufgabe herangeführte Ber- b.'tide, die sich den alten, bewährten Kameraden ebenbürtig erwiesen habe», errungen. Di- Leistungen der Truppen bei Ueberwin'ung der »chwierigsten Witterlings- ,,"d 40eqever''ältn»sse in Jflfl nnd tV a ch t f rtgesetztem Marsch nnd Gefegt gegen einen zähen Gegner sind über jedes Lob erhaben.
Generalfeldmarchall von Hindeubnrg leitete die Opera i 'nen, die von Generaloberst von Gichhorn nnd General der rlnfan'erie von Below in glänzender Weise durchqe- führt wurden, mit alter Meisterschaft.
Oberste Heeresleitung.
*
Herrliche Siegesbotschaft kündet uns heute wieder die Oberste .Heeresleitung. Mit innigstem Dank für unsere unvergleichlich tapferen Truppen und ihre genialen Führer, mit frohein Stolz blicken wir alle'und mit uns unsere treuen Verbündeten in der Donaumonarchie und im türkischen Reiche wieder nach den Gefilden Ostpreußens, auf denen die Rusien in dieser neuntägigen Wiüterschlacht einen neuen furchtbaren Schlag der starken, deutschen Faust zu fühlen bekamen. Mit um so hellerem Jubel begrüßten wir heute Glockengeläute und Fahnen als Künder eines wirklich g r o ß e n S i e g e s, als wir in den letzten Monaten das Warten und geduldige Ausharren im vollen Vertrauen, aber auch im vollem Bewußtsein der Schwere des uns aufgedrungenen Kampfes um unsere Existenz gründlich und heilsam haben lernen müssen. — Wenn man von Erfolgen, wie dein von Soissons und Craonne, absieht, die gegen- über der ungeheuerlichen zu bewältigenden Aufgabe, so hocherfreulich sie auch sind, doch nur als Teilerfolge von mehr örtlicher Bedeutung anzusprechen sind, so ist es heute, am 17. Februar, genau zwei Monate her. daß wir durch den ehernen Mund der Glocken einen entscheidenden Wendepunkt feiern durften. Es war am 17. Dezember vorigen Jahres, als die Heeresleitung uns den Augenblick verkündete, daß die große Offensive der Russen, auf die unsere Feinde im Westen so große Hoffnungen gesetzt hatten, endgültig zusammengebrochen war. Es war zu Ende mit der „großen Dampfwalze", die sich über den Osten unseres Vaterlandes nach Berlin wälzen sollte! Ein weltgeschichtlicher Wendepunkt, der in der Geschichte dieses Krieges viel- eine noch bedeutendere Rolle spielen wird, als der
heutige. Tag. Heute wie damals halten wir uns nun eininal an das Tagesdatum, das uns z u s a m nt c n- fassend das dann aber auch wirklich f e st stehende Ergebnis der Kämpfe von so und so viel Tagen bezeichnet. Was aber damals, obwohl die Wendung in der russischen G e s a m t o f f e n s i v e, wie gesagt, wohl noch wichffger war als heute, fehlte: die Angabe von Zahlen, an denen ntail — sicherlich oft zu Unrecht — den erreichten Erfolg greifbar zu messen wünscht — das ist uns heute, nachdem schon am letzten Freitag 26 000 Gefangene als „bisheriges" Ergebnis festgestellt waren, in reichstem Maße zuteil geworden: „Weit
über 500 00 Gefangene", .Mehr als 4 0 Geschütze und 60 Maschinengewehre", sowie „unübersehbares Kriegsmaterial" sind die sichtbaren Siegestrophäen bis jetzt. Nur bis jetzt! Denn die Gefangenenzahl steht noch nicht fest; und wenn unsere Heeresleitung, die in ihren Berichten jedes Wort auf die Goldwage reinster Wahrheit und vorsichtigster Zurückhaltung logt, von „weit über 50 008" Geangenen spricht, dann kann man sich darauf verlassen, daß es nicht nur Hunderte sind, um die die schätzungsweise angegebene Zahl überschritten ist, sondern Tausende; schon jetzt aber hat sich die Zahl der Gefangenen seit dem Freitag fast verdoppelt, und ebenso die Zahl der eroberten Geschütze und Maschinengewehre! So ist der neue Sieg unseres Hinden- b u r g, dessen Mite M e i st e r s ch a f t" neben der Betonung der über alles Lob erhabenen Tapferkeit unserer Truppen und ihrer glänzenden Führung durch die Generalobersten v. Eichhorn und v. B e l o w wir zum ersten Male zu unserer aller Freude so in einent amtlichen Tagesbericht betont seheti, so ist dieser neue Hindenburgfieg doch ein neues Tannenberg geworden! Eine große russische Armee von mindestens 5 bis 6 Armeekorps und mehreren Kavalleriedivisionen ist vernichtend ge> schlagen, den Resten dieser Armee sind unsere Verfolger auf den Fersen. Der neue, in der Presse unserer Feinde vielbofabelte glänzende, schier „grandiose" Plan des Großfürsten Nicolai Nicolajew itsch ist zusammengebrochen wie ein Kartenhaus! Welch' ein Gegensatz zu den vermessenen, großtönenden Worten der Herren Goremy- k i n und S s a s o n o w vor wenigen Tagen in der Duma! — Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit. Fürwahr, wir haben allen Grund? angesichts des wiedererlösten Ostpreußens uns in ehrfürchtigem Dank zu neigen vor dem Herrn aller Heerscharen, der wieder mit uns war und unserer gerechten Sache.
Nicht unerwartet mehr kam uns diese Freude. Wer in den knappen Berichten unserer Heeresleitung zu lesen versteht, mußte sich der kommenden Tage freuen; wenn die amtlichen Berichte der letzten Tage von dem Bericht des „erwarteten", des „normalen" Verlaufs sich steigerten bis zu der Feststellung „glücklichen Fort- schreitens" und „sehr günstigen Verlaufs", dann war frohe Botschaft zu erwarten, und so ist denn unser Vertrauen wieder auf das glänzendste belohnt. Zum zweiten Mal sind die Russen in der Gegend der Masurischen Seen geschlagen worden; und wiederum ist der Name Hindenburg auf aller Lippen. Wochenlang haben die Deutschen dort in aufopfernder Tätigkeit in ihren Stellungen gelegen, die wiederholten Angriffe der Russen abgeschlagen und ihr Leben für die Verteidigung der deutschen Ostgrenze eingesetzt. Da schlug die Stunde, daß sie selbst zunt Angriff übergehen und die feindlichen Stellungen erstürmen konnten. Das wochenlange Liegen in den Schützengraben und Feldstellungen hatte nicht vermocht, die deutsche Angriffskraft und Angriffslust zu schwächen. Als durch die glücklichen Maßnahmen der Obersten Heeresleitung genügend Kräffe vorhanden waren, um zum Angriff Vorgehen zu können, da stürmten die deutschen Truppen in alter Tapferkeit die feindlichen Stellungen, eroberten sie und warfen den Gegner zurück. Nach dem wochenlangen schrittweisen Vorgehen gegen die befestigten Stellungen in Westvolen und nach den schwierigen Angriffen gegen eine befestigte Feldstellung, dem hin- und herwogenden Kampfe wirkt dieser Erfolg besonders eindrucksvoll. Ein Zeichen von der unvergleichlichen Energie, die Führer und Truppen nach wie vor gleichmäßig beherrscht.
Die Bedeutung des neuen Sieges liegt zunächst in rein örtlicher Beziehung darin, daß der Angriff der Russen gegen Ostpreußen vollkommen gescheitert und
jede etwa bestehende Gefahr für die Provinz end gültig beseitigt ist. Auch diejenigen Grenzteile, btt bisher vom Feinde besetzt waren, sind nunmehr vor ihm befreit worden. Der Erfolg hat aber noch einer viel weitergeh enden Einfluß und muß, um richtig gewürdigt werden zu können, im Zusammenhang mit den Gesarntoperationen betrachtet werden Als die russische Offensive gegen die deutscher Reichsgrenzen gescheitert und die Russen auf dic Weichsel zurückgeworfen waren, bezogen sic dort eine befestigte Feldstellung, in der sie dem Vor- gehen der verbündeten Truppen erfolgreich Widerstand zu leisten hofften. Den deutschen Truppen gelang cs aber, die feindliche Hauptkampfstellung hinter den Ab' schnitten der Bzura und der Rawka erfolgreich anzu greifen und an verschiedenen Stellungen in sie einzm brechen. Trotz der Einsetzung sehr starker Kräffe glücktc cs den Russen nicht, das Fortschreiten der Verbünde' ten a u f z u h a l t e n. Um einen Umschwung det Lage herbeizuführen, entschloß sich die russische Heeres' leitung mit beiden Heeresflügeln zu einem exzentrischen Angriff, der imNorden gegen Ostpreußen im Süden gegen Ungarn gerichtet war. Wenn dieser Angriff auch die russischen Truppen zunächst vom: eigentlichen Kampfplatz wegführte, so hofften sie dadurch doch, eine Entlastung ihrer schwer bedrohten Front herbeizusühren. Sowohl im Süden wie ini Nordeii sind die Angriffsflügel jetzt zurückgeworfen worden. Ein Blick auf die Karte zeigt, von welch entscheidender Bedeutung auf die Gesamt- operationen und auch auf die Verhältnisse auf dam eigentlichen Kampffelde in W e st p o l e n die weitere Durchführung der deutschen Offensive sein muß. Die günstige Lage der deutschen Truppen wird noch dadurch erhöht, daß es ihnen auch in der Gegend nördlich der Weichsel gelungen ist, die Russen zu schlagen und nacheinander Sierpc, Racionz und Plozf zu erobern. Es ist damit nicht nur der in der Richtung aus Thorn und gegen die Südgrenze der Provinz Ostpreußen angesetzte russische Angriff vollkonmien zurückgcworsen, sondern auch jede Gefahr, die etwa der rechteil Flanke, der an den Masurischen Seene siegreich gewesenen Truppen drohen konnte, gänzlich beseitigt. Es ist somit der russische nördliche Angriffsflügel vollkommen geschlagen und zurückgeworfen worden. Der deuffche frontale Angriff südlich der Weichsel kann ohne jode Gefährdung weiter durchgeführt werden. Mit äußerster Spannung werden wir nun die weitere Entwickelung im Osten zu verfolgen haben. Inzwischen aber freuen wir uns heute des bisher E r r e i ch t e n und der durch den neuen Sieg eröff- rieten Ausblicke.
. , $
Die Siegesfeiern im Lande.
W. T--B. Stuttgart, 17. Febr. Aus Anlaß des deutschen Sieges in Masuren ist die Stadt allgemein beflaggt. Tie obere Schulbehörde verfügte, daß den «Schülern frei zu geben und die Stadtverwaltung ordnete ein halbstündiges Läuten aller Kirchenglocken an.
W. T.-B- Frankfurt a. M., 17. Febr. Auf die Nachricht von dem neuen glänzenden Erfolg Hindenburgs wurde seitens der Behörde das Lautes sämtlicher Kirchen glücken angeordnet; auch zeigt die Stadt reichen Flaggenschmuck. Die Schulen hielten vormittags Festakte ab, in welchen auf dre Bedeutung des Sieges hingewiesen wurde, der Schulunterricht fällt aus.
*>
Schwere Verluste der Bussen auch in -en Karpathen.
50 000 Tote und Verwundete.
Be. Budapest, 17. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ter „Pestcr Llopd" meldet vom Karpathcn- kriegsschauplatz: Die kräftige Offensive unserer Truppen im Raume von Dukla vollzieht sich fortgesetzt überaus erfolgreich. Bei einem einzigen Angriff, den unsere Truppen gegen eine russische Stellung im östlichen Flusttale unternahmen, ließ der Feind, nachdem er zum Rückzug gezwungen worden war, 1200 Tote zurück. Tic G e sa m tv e rlu st e der Rusien allein in den Kämpfen bei Dnkla und in den jüngsten Tagen beziffern sich aus mindestens 50000 Mann an Toten und Verwundeten. . -
vre russischen Njemen- und Narew-Zestnngeu,
die nach der völligen Vernichtung der 10. russischrn Armee den nächsten Stützpunkt unserer Feinde bilden, sind diejenigen imffischcn Festungen, die ge-gciz Ostpreußen vorgelagert sind und den Schutz des Flusses Rjcmcn bilden. Fn
