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Bei wiederholter^Äufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen eiltsprechende^Nachla^

Samstag» 13. Februar 1915

lllsvaen- Kusaabe.

gür die Ausnahme von Anzeigen an vorgeichriebenen

Tagen und Plätzen wird keine NewSdr übernommen

Nr. 73. 63. Jahrgang.

in 9Men 260

Der Tagesbericht vom 12. Februar.

wieder feindliche Schiffe an Ser Küste. Mitzbrauch der Roten-Kreuz-Flagge durch die Franzosen.

veschietzung Verduns durch deutsche Flieger.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Febr., vormittags. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

A» der Küste erschirueu «ach längerer Pause gestern wieder feindliche Schiffe, über Ostende wurden von Fliegern des Gegners Bomben abgrworfrn, die militärischen Schaden nicht anrichtcten. Auf der übrigen Front fanden Artilleriekämpfe statt; besonders viel Munition setzte der Feind gegen unsere Stellungen in der Champagne. Einen nennenswerten E r f o l g hat er hierdurch nicht erzielt. Bei Souain wurde auch ein Jnfanterieangriff ver­sucht, der aber abgewiesen wurde und bei dem 12V Gefangene in unseren Händen blieben. Die gestern gemeldete Zahl der Gefangenen in den Ar­gon n e n erhöht sich um 1 Offizier und 119 Mann.

Nordwestlich Verdun wurden mehrere feindliche Schützengräben von uns genommen. Der da­gegen französischerseits unter Borantragung der Genfer Flagge unternommene Gegenstoß tourt« unter erheblichen Verlusten für den Feind abgewiesen.

Dir Festung Verdun wurde von deutschen Fliegern mit etwa 100 Bomben belegt.

Am Sudelkopf in den Vogesen gelang es den Franzosen, einen kleinen Vorgraben von unserer Stellung zu besetzen.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Seine Majestät der K a i s e r ist auf dem Kampffrld an der ostpreußischen Grenze eingetroffen.

Die dortigen Operationen haben die Russen zur schleunigen Aufgabe ihrer Stellungen östlich der Masurischen Seen gezwungen. An einzelnen Stellen dauern die Kämpfe noch fort.

Bisher sind etwa 260V0Gefangene, mehr als 20 Geschütze und 30 Maschinen­gewehre erobert worden. Die Menge des erbeute­ten Kriegsmaterials läßt sich aber noch nicht annähernd übersehen.

In Polen rechts der Weichsel haben die deutschen Truppen die gestern gemeldete Offensive fortge- setzt, die Stadt Sierpc genommen und wiederum einige hundert Gefangene gemacht.

Aus dem polnischen Kriegsschauplatz links der Weichsel keine Veränderung.

Ober st e Heeresleitung.

ton den östlichen Kriegsschauplätzen.

'er russische Generalstab gibt den Kückzug in Ostpreußen zu!

Br. Kopenhagen, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. ln.) In dem gestern abend veröffentlichten amtlichen Be- cht heißt es: Nachdem die Deutschen in Ostpreußen die Zu- »mmenziehung großer Truppenmassen beendet wen, begannen sie eine Offensivbewegung, besonders in der Achtung W i l k o w i s k i - L Y ck. Im Zentrum der Deut- hen wurde die Ankunft neuer Truppenabteilungen festge- ellt. Indem unsere Truppen dem Feinde erfolgreich Wider- and leisten, ziehen sie iich von der Linie bei den masurischen *oi auf unsere Grenzen zurück, stn Besuch des Kaisers im Kloster zu Tzenstochau.

W. T.-B. Breslau, 12. Febr. Wie derKatholik" leidet, besuchte der Kaiser am Samstag das weltbe- lUrnte C z e n st o ch a u e r Kloster in Begleitung £3 Generalobersten Woyrsch, Er wurde vom ^aulanerpater Ronuald an Stelle des erkrankten Priors begrüßt. Alle Klosterbrüder geleiteten den Herrscher rur Muttergotteskapelle, wo der

Kaiser einen Vortrag über die Geschichte des Gnaden- bildes und als Geschenk eine auf Zypressenholz gemalte Kopie desselben sowie 10 große Photographien des Altars cntgegcnnahm. In die Schatzkammer und die Bibliothek geleitet, bewunderte der Monarch die Kostbarkeiten und zeichnete seinen Namen in das goldene Buch ein. Nach einstündigem Aufent­halt verließ der Kaiser das Kloster und spendete einige tausend Mark für die durch den Krieg gesteigerten Klosterbedürfnisse.

Von den letzten Kämpfen in Polen.

Br. Krakau, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie dieNowa Reforma" hier eintresfenden Warschauer Blättern entnimmt, wurden während der letzten'Kämpfe in Polen viele Ortschaften ver­nichtet sowie ferner mehrere große Güter des Fürsten R a d z i w i l l und viele andere verwüstet.

Die deutsche Verwaltung in Ruffisch-Polen.

Der Kaiserlich Deutschen Zivilverwaltung in Rufsisch- Palen gehören außer dem Chef, Regierungspräsident a. D., Erzellenz v. Brandenstein, numnehr u. a. an: Geh. Regie­rungsrat v. Winterfeld, Landrat Dr. v. Kries, Landrat Hahn in Krotoschin, Geh. Oberregierungsrat v. Oppen, Landrat o. Thaer in Lublinetz, Landrat v. Lucke in Wollstein, Landrat Wellenkamp in Ratibor, Landrat Gras Clairon d'Haussonville in Landsberg a. W., und als finanztechnischer Beirat Geh. Kommerzienrat Aronsohn, Präsident der Handelskammer in Bromberg.

Oer österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Fortschritte in den Karpathen und in der Bukowina.

W. T.-B. Wien, 12. Febr. (Nichtamtlich.) Amt­lich wird vcrlautbart vom 12. Februar mittags: Die Situation ist in Russisch-Polen und Westgalizien un­verändert.

Die Kämpfe an der Karpathenfront dauern überall an. Die Angriffe der Verbündeten haben ttotz erbittenrn feindlichen Widerstands und Einsetzung von russischen Verstärkungen, die aus allen Richtungen zu- samnnngezogen werden, Schritt um Schritt Raum gewonnen. .

Die Operationen in der Bukowina schreiten günstig fort. Unter täglichen Gefechten erkämpfen sich durch die Gebirgstäler vordringende Kolonnen den heimatlichen Boden. Die Serethlinic ist er­reicht. ^

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Der Vormarsch in der Bukowina.

W- T-B- Wien, 12. Febr. (Nichtamtlich.) Den Blättern zufolge besetzten die österreichisch-ungarischen Truppen Suczawa-Radautz und Sereth in der Bukowina. Die ungarischen Blätter berichten, daß die österreichisch-un. garische Artillerie nunmehr auch am Dutlapaß das Übergewicht über die russische Arniee gewonnen hat. Die Russen sollen außerordentlich große Verluste haben.

Fünf Reichsdeutsche in Riga zum Tode verurteilt?

Br. Kopenhagen, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In Riga sind nach einer Meldung desRutzkoje Slowo" fünf Reichsdeutsche, nämlich drei Frauen und zwei Männer, die nach Ablauf einer ihnen gewährten Frist die Stadt nicht, verlassen hatten, auf Anordnung der Militär­behörden dem Feldkriegsgericht überwiesen, was gleichbe­deutend mit der Verurteilung zum Tode ist.

völlig genügende Getreide-Vorräte in Oesterreich-Ungarn.

W- T.-B- Wien, 12. Febr. (Nichtamtlich.) Wie die Blätter melden, haben die Budapester Konferenzen zwischen den österreichischen und ungarischen Ministern ergeben, oah die Inlandsvorräte beider Staaten an Brotgetreide und Mehl für die Ernährung der Bevölkerung beider Reichshälften bis zur Verbrauchsfähigkeit der neuen Ernte vollständig ge­nügen werden. Auch bezüglich der Überlassung des Über­schusses der entbehrlichen Vorräte seitens Ungarns an Österreich haben die Verhandlungen zu einem durch­aus befriedigenden Ergebnis geführt.

Zurückweisung der Dumalügen durch das Wiener halbamtliche Blatt.

W. T.-B. Wien, 12. Febr. (Nichtamtlich.) DasFrem­denblatt" schreibt: Auf Lügen bei der Eröffnung der Duma mußte man gefaßt sein. Rußland hat sich nach der Nieder­werfung der Türkei aus die Niederwerfung Österreich- Ungarns vorbereitet und seit dem Frühjahr 1914 ungeheure Truppenmassen in seinen Westprovingen angesanimelt. Ruß­land hat Serbien, als es durch die seinem Herzen ncche-

stehende Narodna Odbrcma den Erzherzog Franz Fer­dinand ermorden ließ und die Monarchie sich anschickte, den Unterwühlungsarbeiten und Verbrechen ein Ende zu machen, zum Widerstande ermutigt, so daß es die Forderungen Öster­reich-Ungarns ablehnte. Als die österreichisch-ungarische Regierung Rußland versicherte, daß weder die Integrität noch die Unabhängigkeit des Königreichs cmgetastet werden solle, und daß die Teilnahme österreichisch-ungarischer Funktionäre an der Untersuchung in Serbien nichts anderes bedeuten würde als die Einrichtung eines sogenannten Sicherheits- burecms Rußlands in Paris, welches die dort lebenden Ruffen überwacht, wiederholte Rußland fortwährend, daß es beunruhigt sei und mobilisierte, nachdem Öster­reich-Ungarn die von Rußland herbeigesührte serbische Ab­lehnung mit der Kriegserklärung beantwortet batte, sofort in vier Militärbezirken. Rußland beansprucht, daß die Entschei­dung über den von Rußland in langer Arbeit geschaffenen Stteitfall von Rußland zu fällen sei, und mobilisierte, als Deutschland eine Vermittlung versuchte, rasch die gesamte russische Armee, damit Rußland die Gelegenheit zu einem Kriege während der Präsidentschaft eines Revanchemannes in Frankreich nicht entschlüpfe. Alles dies tat Rußland in der sicheren Hoffnung, mit Hilfe seiner sechs Verbündeten die beiden Zentralmüchte gründlich zu besiegen. Der russische Minister des Äußern muß nun den unschuldig Angegriffe-nen spielen und im übrigem ver­sprechen, daß ein reicher Gewinn nicht fehlen werde. Ssasonow mußte erklären, daß Rußlandfür die Wlederherstellung von Recht und Gerechtigkeit" weiterkämpfen werde. Mit diesen friedlichen Erklärungen war die Theatervorstellung zu Ende, wobei alle sehr gut spielten, aber wegen des verehr- lichen Publikums ein bißchen zu stark aufirugeu.

Die Vertagung der Duma.

W- T.-B. Petersburg, 12. Febr. (Nichtamtlich.) Die Session der Duma ist durch kaiserlichen Ukas bis spätestens Mitte Dezember vertagt Worten. Vor Schluß der Sitzung nahm die Duma folgende Entschließungen an: 1. die Reaieriung möge ehestens Maßregeln treffen, um den Provinzen, die durch die Kriegführung gelitten haben, Httfe zu bringen; 2. die Regierung möge einen ergänzenden Ge­setzentwurf über Ruhegehälter und Unterstützungen ffir Kinder und Witwen, die bei diesen leben, und über eine Er­höhung der Ruhegehälter für Vater- Und mutterlosc Waffen der in deui jetzigen Kriege gefallenen Kämpfer ansarbeiten: 8. Militärreservisten, die Poliz-eidienst machen, mögen unter die Fahnen berufen und durch solche Soldaten, die den Heeres­dienst verlassen haben, aber zium Polrzeidlenst tauglich sind, ersetzt werden; 4. möge eine Kommission beim Ministerium des Äußern eingesetzt werden, die Verletzungen d.es Völkerrechts und die Regeln der Krregsgebrauche durch Deutsche, Österreicher, Ungarn und Türken und über Schädeiff die der Staat, öffentliche Einrichtungen, Gesellschaften und Privatpersonen dadurch erleiden, untersuchsn soll.

DieNowoje Wremja" über die niedrigen deutschen Lebens­mittelpreise.

Kopenhagen, 11. Febr. DieNowoje Wremja", d,e ihren Lesern fortaesetzt mit Meldungen über d,e Hungersnot in Deutschland aufwartete, sieht sich jetzt veranlaßt, ihre eigenen Nachrichten zu widerrufen, nachdem sie zu ihrer großen Ver­wunderung aus den Anzeigen der deuffchen Warenhäuser die billigen Lebensmittelpreise in Deutschland erfahren hat. Die Preise, sagt das Blatt, seien durchweg niedriger als in Rußland, und sibirisches Wild sei zum Beispiel in Berlin bil­liger zu haben als in Petersburg. An diese Taffache knüpft dieNowoje Wremja" den Wunsch einer strengeren Über­wachung der russischen Ausfubr, denn auf demselben Wege, auf dem der Feind das russische Wild erhalte, könnte ihm auch russisches Getreide zugeführt werdeii.

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz, wieder Kämpfe an der Küste.

Br London, 12. Fsbr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.)Daily Mail" meldet von der Nordfront: Die Kämpfe an der Küste haben wieder begonnen. D'.s Flugzeuge beider Gegner zeichnen sich durch große Tätigkeit aus. Tie Zivilbevölkerung von Middel- k e r k e bat die Stadt verlassen und sich nach Ost- ende geflüchtet. Man erwartet jeden Augenblick den Beginn einer großen Schlacht in dieser Gegend. Die Verluste der Franzosen in den stryonnen.

Berlin, 12. Febr. DerL.-A." meldet aus Genf: Zu

dem gestrigen Gefecht im G r u r i e g c h ö l z des Argonner- waldeö wird gemeldet, daß die französischen Verluste an Toten und Schwervcrwn.ldeten über 10ÜV betragen. Die französischen Laufgräben bei F»ntaine la Mitte sind unbrauchbar geworden.