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Verlag Langgaffe 21

«eöftnkt von 8 lldr ««gen* btt » Uhr «tmM.

Wöchentlich

SrjOhs.Prn» für beide Ausgabe,: 70 Psg monatlich, TO. 2. - »ierteljihrlich durch den Verlag Llwgaaiie 2t. ohne Bringcrlohn M S — virrtrljShrlich durch alle deurwen PoAanstalten, -u«,'ch>,eiilich fjrfjrügetö — «ezugS-Leslklluuge» nehmen auherdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- oarsnug tS, iowic die Auigabestelen in allen Teilen der stabt; in Biebrich: die dortigen Aus­gabetagen und in den benachbarten Landarren »ad im Rheingau die betreffenden Tagbiatt-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„TaK»l«»t.H<urS" «r.

Bon 8 lldr morgens bis 8 Uhr abend,, anher 8o«lt»gs-

A»zriarn-Dreis für die Zeile: lS Pig. für örtliche Anzeigen NN Srbei!smM«" und^Siewer «n^eige^ in enKitlicher Gatziorm: APsg. in davon abweichender S-sauSfuhrung^owie sur alle librigen örtlrchen Anzeigen: 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: i Mk. fnr örrlrche Neklamen; 2 Mt. jux au-wL rNgr ReNamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechrmna. — Bei wiederholter Avfnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwrlchenraumen entfpneckender N-ch!^.

rowifn'«ui« ä w* n s utir*riAmittaq b 5 r Berliner Schriftleit«»- des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmerssnrf Gnatzelstr. 66, Fernfpr.: AnrtUhland 450 U.451. Tayn'ünd Diöhrn wird U-'?<^währ?b-en°mmen.

Zreitag, 12. Februar 1913.

ktbend-Kusgabe.

Nr. 72. . 63. Jahrgang.

Oer ttrieg.

Oie dauernden Verluste von Rußland» Frankreich, Belgien und England.

Sezags-Prei« für Heide Ausgabe,: 70 Psg monatlich, TO. 2. - viertrljihrlich durch den Berlag raoggaffr 2t. ohne Bringcrioba TO. r.— virrtrljöhrlich durch alle deutichen Poffanstalt-n, ausschlieiilich Peftellaeld — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Biö- marckring IS, iowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aiis- gabestcllen und in den denachbarlen Landorien »ad im Rheingau die bclrcffrnden Tagbian-Träger.

! Bl'. Berlin. 12. Febr. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Zn einer von der „Voss. Ztg." veröffentlichten Zu­sammenstellung werden die dauernden Verluste in den ersten sechs Kriegsmonaten für die Russen auf 2300 000 Mann, für die Franzosen auf 1 100 000, für die Belgier auf 130 000 und für die Engländer auf 70000 Mann berechnet, so daß sich ein seitheriger Gr- samtverlust unserer Gegner von 3600000 Mann ergibt.

ver Handelskrieg gegen England.

Zur Beschießung des enolifchen Dampfers „Laertes!"

W. T.-B- Nmuiven, 11. Febr. (Nichtamtlich.) Der Kapi­tän des englischen Dampfers ..Laertes", der beute früh von Java ankam, erzählte, daß er gestern zwischen dem Maas- Feuerschiff und der Schoumerbank von einem deutschen Tauchboot beschossen worden sei. Die Proiektile drangen durch den Schornstein, den Kompaß und die Schiffsboote in das Schiff ein. Das Tauchboot versuchte, das Schiff zu ioi> kodieren, aber der „Laertes" entkam durch schnelles Manöver und Entwicklung der größten Schnelligkeit.

Die holländische Flagge aekffftt!

W. T.-B. Amsterdam, 11. Febr. (Nichtamtlich.) Ter Kapitän des „LaerteS" berichtet weiter, daß dos Untersee­boot, ehe es den Angriff eröffnet?, ibm signalisierte, er solle anhalten. Der Kapitän befolgte das Signal nicht. Der Dampfer führte keine Flagge. Beim ersten Signal der Unterseebootes hißte er dre b o l l ä n d i s ch r Flagge, wie e» erklärte, zum Schutze der zahlreichen auf dem Schiffe befind- lichrn Neutralen, nämlich Neger und Chinesen.

Berlin, 12. Febr. (Ktr. Bln.) Zum Mißbrauch der b o l <> ländischen Flagge schreibt die „Morgenpost": Somit b e> st ä t i g t sich aufs neue, daß die englische Regierung keinen anderen Ausweg mehr weiß, als ihre Handelsflagge zu ver­stecken und die der neutralen Staaten zu mißbrauchen. Erst -der Fall der „L u s i t a n i a", die bei Annäherung an die eng­lische Küste die Flagge der Bereinigten Staaten setzte, um den deutschen Unterseebooten zu entgehen, und nun das gleiche Verhalten des Dampfers „Laertes", der die hol­ländische Flagge vortäuschte. Ein einziger Fall wäre nur den geringer Bedeutung gewesen, aber da alle englischen Kapitäne der Weisung der englischen Admiralität Folge leisten, dürfte den neutralen Mächten klar werden, in welche Lage sie durch diesen Flaggenschwindel geraten.

Der enalikche ^laanenmibH^auck,.

Die Mißstimmung in dänischen Schiffahrtskreisen.

/ Kopenhagen, 10. Febr. (K. Z.) „Bcrltrrgske Tidende" stellt eingehende Betrachtungen an über „Unterseeboote and -neutrale Schiffahrt". Letztere, sagt sie, sei am meisten dadurch gefährdet, daß die neuesten deutschen Unterseeboote sicher gleichzeitig als Minenauslegnngs - Fahrzeuge gebaut seien; jedes Unterseeboot könne wohl 30 Minen cms- lcgen. Das Vorhandensein ungeahnter Minenfelder sei für bie Schiffahrt natürlich sehr folgenschwer. Die Blockade werde durch Minenanslegumlg weit wirksamer, während die Unter­seeboote allein nur sporadisch an der ungeheuer langen Küsten­strecke auftreten löninten. Die neutrale Schiffahrt werde nach den schottischen Häsen gelenkt werden müffen, wo die

Wassertiefen in unmittelbarer Nähe so groß seien, daß die Auslegung von Minen nicht möglich sei, und wo also die eng­lischen Kriegsschiffe ihre Aufmerksamkeit auf die nächst^ Um­gebung richten könnten. Die Mißstimmung dänischer Schiff­fahrtskreise . wende sich in steigendem Grade gegen den von englischer Seite amtlich gutgeheißenen Mißbrauch der neu­tralen Flagge, der nach dänischer Anffassumig viel gefähr­licher sei als die deutschen Blockadeveranstaltungen. Eng­land schmiede durch sein unbegreifliches Verhalten eine Waffe gegen sich selbst und diene deutschen Zielen, weil der Flaggenmitzörauch und daraus folgende schwere Frrtümer ein vollständiges Fernbleiben der Neutralen aus den englischen Gewässern bewirken könnten, was die Isolierung Englands und das Ausbleiben der Zufuhr durch neutrale Schiffe bedeute.

Rein gemeinsamer Protest der Neutralen.

Berlin, 12. Febr. (Ktr. Dln.) Nach den Londoner „Cen­tral News" dementiert Präsident Wilson die Nachricht über einen gemeinschaftlichen Prorest der neutralen Staaten gegen die deutsche Blockadeproklarnation. Der Präsident faßt die Proklamation als eine Warnung an die neutralen Staaten auf, daß gewisse Gegenden als gefährlich betrachtet werden.

Italiens Berständnis für die druffche Maßnahme.

W. T.-B- Paris, 11. Febr. (Nichtamtlich.) Französische Blätter erfahren aus Rom, Italien werde gegen die deutsche Blockadeerklärnng nicht protestieren.

Die französische Enttäuschung über die Haltung Italiens.

Berlin, 12. Febr. (Ktr. Bln.) Die römische Nachricht ffanzösischcr Mütter, daß Italien gegen die deutsche Blockade Englands keinen Einspruch erheben werde, habe, wie der „Vossischen Zeitung" über Genf berichtet wird, in Frankreich einigermaßen enttäuscht. Alles, was die französischen Blätter in dem bekannten Entrüstungston über dieses Thema verlauten lassen, habe den Zweck, die neutralen Mächte gegen Denffchland a u s z u h e tz e n.

Die Verluste der englischen Handelsflotte.

Nicht 1, sondern 4 vom Hundert!

Hamburg, 11. Febr. Zu der Berechnung des „Dailb Telegraph" über die Verluste der englischen Handelsflotte lvergl. gestrige Abend-Ausgabe) wird dem „Hcrmbnrgischen Korrespondenten" ^aus Schiffahrtskreisen folgende Richtig­stellung übersandt: Bis zum 1. Januar wurden nach amt­lichen deutschen Angaben 97 englische Dampfer mit 255 466 Tonnen Mid ein Segler mit 1788 Tonnen durch Minen oder denffche Kriegsschiffe versenkt. Seit dem 1. Jan. betrugen die Verluste durch Minen nsw. nach unfern Listen: 14 Dampfer mit etwa 49 600 Tonnen und ein Segler mit 2294 Tonnen, so daß nach den bisher bekannt gewordenen Verlusten England 111 Dampfer mit 304 466 Tonnen und zwei Segler mit 4092 Tonnen, insgesamt also 113 Schiffe mit 308 558 Tonnen eingebüßt hat. Die englische Flotte umfaßt jetzt etwa 12 Millionen Tonnen, so daß der Verlust b e- r ei ts gn t 4 v. H. beträgt. Man kann aber cmnehmen, daß die Verluste noch größer sind, da gewiß ein großer Teil noch gar nicht bekannt geworden ist.

Die englische Rontrolle des amerikanischen Handels.

Wie die „Freie Presse für Texas" vom 13. Januar mel­det, ist am 10. Januar der amerikanische Dampfer «Nebras- kcm" mit 10317 Ballen Baumwolle nach Bremen ab­gefahren. Die Ladung ist un Beisein eines englischen Agen­ten mit X-Strahlen durchleuchtet worden, und der englische Konsul hat die Luken des Schiffes versiegelt. Das Blatt be­merkt hierzu: „Was sich doch Amerika von England alles ge­

fallen läßt — oder lassen muß?" Der englische Dampfer „Burmese Prince" ist am 11. von Galveston mit 3000 Pfer­den an Bord nach St. Nazaire, Frankreich, abgefahren.

Grey über die Zriedensfrage.

W. T.-B. Lsndvtt. 12. Febr. (Nichtamtlich) Im unter- h a u s fragte Jowett (Arbeiterpartei) an, ob nicht die britische Regierung in der Absicht, den schrecklichen Verlusten an Men­schenleben ein Ende zu machen, bereit wäre, bekannt zu geben, ans welcher Grundlage England und die Verbündeten willens seien, Friedensbedingungen zu erörtern. Grey erwiderte: Die jüngsten öffentlichen Aus­

lassungen Deutschlands geben keinen Grund, anzunehmen, daß der Zweck, den Jowett im Sinne habe, durch die Annahme des Vorschlag gefördert werden würde.

Asquith stellte fest, daß etwa 60 Prozent der britischen Verwundeten wieder gesund und für den Kriegsdienst wiederhergestellt würden. — Im Verlaufe der Debatte über die Warenpreise erklärte Asqnith, die Regierung lehne es ab, Höchstpreise festznfetzcrr oder Weizentvorräte zu kaufen. Die Weizenvorräte Erden sich demnächst vermehren und der Preis sinken, ebenso wie der des Zuckers.

Dir englische Begriffsverwirrung.

Die .Kulturauffassnug Englands gibt sich darin kund, daß Lord Charles Beresford beabsichtigt, im Unterhause den Ersten Minister zu beffagen, ob die Regierung beabsichtige, künftighin die Deutschen, die von der See oder aus der Luft Angriffe ans unbefestigte Orte unternähmen, als Ver­brecher zu behandeln und wegen Ermordung von Frauen und Kindern öffentlich zu hängen, wenn sie durch eine Kriegsh.rrü>lung diese Wirkung hervorriefen. Man kann auf die Antwort des Ministers um so mehr gespannt sein, als die englische Admiralität alle Häfen als b e f e st i g t e Orte und damit ganz England als eine zusammenhängende Festung erklärt hat.

Der irische Nationalistenführer als Kriegsfreiwilliger.

Br. Rotterdam, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der Führer der irischen Nationalisten-Porter John R e d m o n d hat der Regierung seine Dienste für das Heer angeboten. Obwohl er zu alt sei, um Waffen zu trogen, wolle er sich doch innerhalb des Heeresver» Landes nützlich m achen. _

vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.

Die Rümpfe um Nieuport.

Auszug des Hauptquartiers aus Veurae!

Br. Amsterdam, 12. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Das Blatt „Tijd" meldet aus Dünkirchen: Zur- zeit wird hier wenig gekämpft, aber in der Gegend von Nieuport herrscht heftiges Artilleriefeuer, das nur hin und wieder durch Jnfanterieangriffe abgelöst wird. Das Hauptguartier ist aus Veurne verzogen.

Die Beschießung von Rrmentieres.

Br. Kopenhagen, 12. Febr. (Eig. Drcchtzbericht. Ktr. Mn.) „National Tidende" meldet aus Paris, daß die Deutschen Armentidres bombardieren. Armenftöres liegt nordwestlich von Lille, dicht an der belgischen Grenze.

Die französischen Tagesberichte.

W. T.-B. Paris, 12. Febr. (Nichtamtlich) Amtlicher Be­richt vom 11. Februar, 3 Uhr nachmittags: Ans der ganzen Front bis in die Champagne Artilleriekämpfe. Ans

Rodibnnf »rtbst»

5 3. M. S. „Ayesha."

; S. M. S. „Emden" liegt vor der CoroSinsel Keeling. Auf dem Eiland ist Knvitänleutnunt v. Muecke mit Leutnants 3- S. Schmidt und Ghßling und 47 Mann beim Zerstören der 8unkenstation, als er in der Ferne die Rauchsäule ans einem Schiffsschornstein den Horizont schwärzen sieht. Wird der Dampfer sein, der heute mittag die „Emden" mit Kohlen ver­sorgen soll! Muecke kehrt ihm den Rücken. Aber der Zuruf eines Matrosen läßt ihn zum Glas greifen. Die „Emden" 3eigt jetzt der Insel ihr Heck. Ihr Bug schneidet durch die Dellen in hoher Fahrt zur Rauchsäule, unter der ein eng­lischer Kreuzer aus dem Meer gewachsen ist. ° „Zu den Booten", will Muecke rufen, um mit von der Partie zu sein. ) Zu spät! Schon wirft Kapitän v. Müller dem Briten die erste eiserne Herausforderung vors Bugwasser. Ein Springbrun­nen sprudelt auf und versinkt unter weißem Schaum. Es ist | *0 Uhr früh, und die Geschichte hat Eile, unter ein Epos von M Seemannswagen zu schreiben: „Da war die Mär zu Ende, das war der Helden Not."

f Muecke fühlt, daß die Mär zu Ende geht. Wohl bat die E -Emden" anfänglich gute Treffer, sie schießt schnell und x sicher; aber in Stunden zähen Kämpfens sieht er sie allmäh- «g unterliegen. Unter den Augen der kleinen Schar auf der l vnsel wird das geliebte Schiff zerfleischt. Es ist den Män- § ^orn, als schmerzten Wunden am eigenen Körper, wenn nach dem Einschlagen einer britischen Granate für bange Minuten

ein deutsches Geschütz schweigt. Sie glauben ihre Kameraden im Blut, ihre Waffen in Trümmern zu sehen und spüren das bittterste Los des Soldaten, der nicht mittun kann, wenn die eigene Truppe, das eigene Schiff im Feuer ringt. Ihre Keh­len werden trocken und'die Augen brennen, als schwelende Flammen der „Emden" Achterschiff fressen. Ihre Zähne knirschen und ihre Fäuste ballen sich, als heiße Granaten­hände den vorderen Schornstein und den Fockmast über Bord reißen. Seltener, schwächer wehrt sich die „Emden". Ihre Munition geht wohl aus. Muecke ahnt, daß sie bald unter den Wellen versinken mag. Er blickt zurück und hält prüfend Umschau. Auf englischer Insel sieht er sich unter Engländern und draußen den feindlichen Kreuzer, der nach Vernichtung des deutschen ohne Zweifel ein starkes Landungskorps schicken wird. Dann soll es einen tüchtigen Preis für dcrs Leben von fünfzig deutschen Seeleuten zahlen! So gut es mit zwei Maschinengewehren und 47 Flinten geht, richtet er die Insel zur Verteidigung ein. Wenn die alte „Emden" sinkt, soll Keeling eine neue sein!

Um 3 Uhr nachmittags verschwinden die noch kämpfenden Kreuzer am Horizont. Ehe es dämmert, tauchen sie wieder auf. Im sinkenden Licht des Tages sieht Muecke den Gegner mit hoher Fahrt dicht an die fast wehrlose „Emden" rauschen. Zu einem einzigen Schalten sind die Rauchwolken beider Schiffe verschmolzen, als ans dem dunklen Schwarz plötzlich eine weiße Dampfsänle auszieht. Wohl ein Torpedoschuß! Traf er die „Emden"? Kaum! Denn gegen die blutrote Scheibe der in den Ozean sinkenden Sonne hebt klar zum letztenmal der eine ihr gebliebene Mast sich ohne Krängung und Vertrimmung ab. Dann schweigt das Feuer. Die Schiffe schwinden in der Ferne und der Nacht.

Wer weiß, fragt Muecke, ob ich nicht doch noch mein Schiff erreiche? Denn er ist von den Leuten, die dabei sein wollen, ob's auch zum Letzten und Schwersten geht. Im Hafen hat er Tage über den alten Dreimast-Segelschoner „Ayesha", einen morschen Kasten von 97 Registertons ge­sehen: „Macht mir das Ding seeklar!" Der Kahn wird, so gut es geht, verproviantiert und anfgetakelt, und des Him­mels Sternenaugen blinken verwundert, als die kleine Dampfpinasse den widerwilligen Schiffsgreis aus dem Hafen zerrt. Muecke nimmt seine Leute zusammen: „Finden wir unser Schiff nicht, dann machen wir uns ans eigene Faust nützlich und laufen einen verbündeten Hafen an, also seid guten Muts!" Sie sind es, und das ist das Schöne an der beginnenden Fahrt. Ihr schwiinmend Heim gilt den Fünfzig bald als verloren. Sie sind ohne nautische Instrumente, fast ohne Nahrung und eigentlich ohne Kleider, da sie nur dünnes Landungszeug tragen. Seit Wochen lastet ans ihnen mil Zentnergewicht die Sorge um das Geschick der Heimat, weil die „Emden" nur Nachrichten von deutschen Niederlagen auf­fing: unsere Flotte zertrümmert, die Russen vor Berlin und die Franzosen .rm Rbem: Gewiß versuchten die Fünfzig dem Druck der Lügen zu trotzen. Aber wir alle wissen wie allein schon Ungewißheit über des Reiches Ergehen an Leib und Seele nagt, und ahnen das Empfinden jener Männer, wenn wir der ersten Kriegstage gedenken. Wer schlief wie sonst, als Nation auf Nation dre Waffen gegen uns hob? In Nächten ohne Ruhe und Schlummer kam Erinnern, daß wrr oft genug auch früher gebangt batten, — um Habe und Gut oder unsere Lieben. Aber das Leben schritt dann nach Ge­wohnheit durch jeden Tag und der Körper heischte sein Recht auf/Essen wie Schlaf. Nun aber quälte unser Gemüt iritj