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Sette 8_Morgen-Ausgave. Erstes Blatt,
Der Unterseebootskrieg.
Eine weitere beachtliche holländische Stimme.
Br. Haag, 11. FeLr. (Eig. Drahstbericht. Ktr. Bin.) -Lie Zeitung „De Toestand" im Haag schreibt zu der MaÄierung der englischen Handelsschiffe: Biele Schiffe feien mit Hilfe von Lloyds-Schiffsregister^ sehr leicht erkennbar. Einen Namen müsse jedes Schiff tragen amd in wenigen Minuten würden die deutschen Seeoffiziere aus deni genannten Handbuch die maskierten Schiffe oder falsche Namen erkannt haben. Was die 'englische Absicht anbelange, die Handelsschiffe ^mit Kanonen auszurüsten, so seien Kenner des Seerechts der Meinung, daß der Kapitän eines solchen Dampfers als Franktireur anzusehen sei. Selbst bei dem knappen Raum der Unterseeboote kannte der Kapitän eines solchen Schiffes gefangen nach Deutsch- land gebracht und dort abgeurteilt werden. Wenn ^England auf dem Meere herrsche, irre Deutschland es einige Meter unter dem Wasserspiegel.
Oie Minenkonferenz der drei nordischen Staaten.
W. T.-B. Aopenhogen, 11. Febr. (Nichtamtlich.) Es ist nun endgültig bestimmt, daß die Konferenz von Vertretern der Kriegsmarinen der drei nordischen Staaten über die Gefahr der treibenden Minen demnächst in Christiania abgrhcrlten wird.
Oie amerikanische Presse zur deutschen Ankündigung.
W. T.-B. London, 11. Febr. (Nichtamtlich) „Times" meldet aus Washington unterm 9. Februar: Die Preßkom- mcntare aus dem mittleren Westen und Süden über die deutsche Ankündigung des Kriegsgebiets sind viel maßvoller. als im Osten. Namentlich in Chicago und St. Louis enthalten sich die Blatter der Kritik, man fürchtet nur, daß die Bereinigten Staaten gegen ihren Willen in die europäischen Verwicklungen hineingezogen werden könnten. Mehrere Blätter, die noch nichts von dem FM der „Lnsttania" wissen, hoffen, daß Deutschland Großbritannien fälschlich der Absicht beschuldigte, die neutrale Flagge zu hissen. Man glaubt, daß ein derartiges Vorgehen den deutschen Propagandisten helfen würde. In Washington herrscht allgemein die Meinung, datz gegen die deutsche Erklärung kein Widerspruch erhoben wird, da man sie für eine ähnliche Ankündigung hält wie die britische Erklärung der Nordsee zum Kriegsgebiet.
Oie amerikanischen Noten an England und Oeutschiand.
W. T.-B. London, 11. Febr. (NichtamÄiätz Das Reuter- sche Bureau meldet aus Washington: PrWdent Wilson prüfte die Notenentwürfe an England und Deutschland vor ihrer Abseudung, welche sich auf das Hissen der amerikanischen Flagge und die deutsche Haltung gegenüber den neutralen Schiffen beziehen. Man glaubt, daß keine der beiden Noten so redigiert wird, daß sie eine Klage Aber die Verletzung des Völkerrechts enthielte. Die Regierung betrachtet die Hissung der amerikanischen Flagge als eine herkömmliche Kriegslist, hAt eS aber für angezeigt, England darauf aufmerksam zu machen, daß der neutrale Handel leicht unter der dauernden Anwendung dieser Kriegslist leiden könnte. Die Regierung beabsichtigt, Deutschland um ausführliche Information darüber zu bitten, welche Methode eS zu verfolgen gedenkt, um den Charakter der in der KrisgKzone angetroffenen Schiffe festzustellen. Die Regierung beabsichtigt ferner, zu bemerken, daß die Bereinigten Staaten bestimmt glauben, daß alle? versucht wird, um die Identität der die neutrale Flagge führenden Schisse festzusteven, und daß die Sicherheit der Amerikaner durchaus gewähr» leistet fei. Die Noten werden wahrscheinlich nicht abgeschickt, bis ein amtlicher Bericht über den Fall der „Lusitania" und der amtliche Wortlaut der deutschen Erklärung vorliegen.
Der Krieg im Grient.
Russische „Heldentaten" vor Tpapezunt.
W.T.-B. Konstantinopel, 11. Febr. (Nichtamtlich.) Pme halbamtliche Mitteilung besagt, datz zwei russi- ,'che Torpedoboote, die am 8. Februar in den Hafen von Trapezunt kamen, auf den amerikanischen Dampfer „Washington", der dort ankerte, Feuer gaben und ihn am Vorder- undHinterschiff beschädigten. Zwei später gekommene russische Kreuger eröffneden ein heftiges Feuer aus schweren Geschützen auf den „Washington" und versenkten ihn in wenigen Augenblicken. Die amerikanische Flagge weht noch über den Fluten und gibt Zeugnis von dem Mt der Barbarei. Nach dieser Heldentat richtete der Feind sein Feuer auf die Stadt, besonders das Hospital,
Der MMelland-Kanal.
Zur Inbetriebsetzung des Teils EmS-Wefer.
Von Dr. H. Wisliceny (Hannover).
Fn diesen Tagen — mitten in dem großen Kriege, den Deutschland nach allen Seiten zu führen hat, — wird das westliche Stück des Ems-Weser-Leine-KanalS dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Ein beiß umstrittenes Kulturwerk, um das im Parlament und in allen möglichen wirtschaftlichen Verbänden jahrzehntelang heftig gekämpft wurde, geht langsam, aber sicher seiner Vollendung entgegen, ein Beweis der wirtschaftlichen Kraft, die Deutschland auch in diesen kritischen Zeiten gezeigt hak Das Stück des Kanals bis zur Weser sollte zwar schon im Herbst 1914 dem Betriebe übergeben werden, der Kriegsausbruch trat aber zunächst der Vollendung hemmend entgegen. Es kam dann die Zeit der deutschen Siege über unsere Feinde; das wirtschaftliche Leben erstarkte sichtlich unter dem Eindruck dieser für die deutschen Waffen glücklichen kriegerischen Ereignisse, und so konnte die letzte Hand an das Werk gelegt werden, das in seinem köstlichen Teile zuerst fertig werden sollte.
Mit der Vollendung der Kanalstrecke von der Ems bis zur Weser ist die Wasierstratzenverbindung vom Rhein mit Hilfe des Rhein-Herne-KonalS und des Dortmund-Cms- Kanals «ft dem ganzen Wesergcbiet — weseraufwärls bis Hanm-Münde», wejerabwärts vis Bremen — hergestellt.
Wiesbadener Tagdiatt.
wo er den Tod zweier Verwundeten iliid anderer Kranker herbeifiihrte. Die Handlungsweise der Russen, die auch die Flagge einer neutralen Großmacht beleidigte, verdient die Aufmerksamkeit der zivilisierten Walt. '
Türkische Vorstellungen in Athen wegen der feindlichen ' Truppentransporte nach Serbien.
W. T-B. Wien, II. Febr. (Nichtamtlich.) Wie die Südslawische Korrespondenz aus Bukarest erfährt, habe nach einer Athener Meldung der türkische Gesandte die griechische Regierung in freundschaftlicher Weise darauf aufmerksam gemacht, daß die Duldung französischer und russischer Transporte über Saloniki mit den Bedingungen der Neutralität nicht in Einklang zu bringen sei. Es verlautet, die Regierung werde die Ausladung weiterer Transporte für Serbien über Saloniki nicht gestatten.
Die schmachvolle Behandlung der Deutschen in Dahomey.
Das bisherige Auftreten unserer Feinde während des Krieges an der afrikanischen Westküste wird in der Kulturgeschichte der europäischen Völker in Afrika für immer einen Schandfleck bilden. Wenn sich schon England und Frankreich in der Erniedrigung des Ansehens und der Vernichtung des Vermögens und der Gesundheit der Deutschen in den dortigen Besitzungen bisher in der empörendsten Weise gegenseitig überboten haben, so hat doch schließlich die englische Regierung die deutschen Kriegsgefangenen aus Westaftika in ein europäisches Klima und in Verhältnisse übergeführt, die sich für die Gefangenen mit der Zeit mehr und mehr erträglich gestalten können.
Frankreich aber läßt noch heute eine große Anzahl — soweit hier bekannt etwa 200 — Deutsche aus Kamerun und Togo in seiner Kolonie Dahomey unter schimpflichster und gesundheitswidrigster Behandlung als Kriegsgefangene schmachten. Schon bei Abführung der gefangenen Deutschen von Kamina im Innern Togos nach der Küste hatten sich unerhörte Vorfälle abgespielt. So mußten die Gefangenen ihr Gepäck selbst tragen oder es sogar auf einem großen La st wogen ziehen, begleitet von schwarzen Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr und von diesen mit Gewehrkolben angetrieben. Mit geringen Ausnahmen (in dem von den Engländern besetzten Teil Togos) wurden sämtliche Deutsche au? Togo, darunter auch Frauen und Kindern, als Kriegsgefangene nach Cotonou (Dahomey) gebracht. Aus Dahomey waren übrigens schon vorher — zu Beginn des Krieges — alle Deutschen in denkbar rücksichtslosester Form ausgewiesen worden. Auch aus den von den vereinten Engländern und Franzosen besetzten Plätzen Kameruns wurde bekanntlich die gesamte deutsche Zivilbevölkerung einschließlich der Frauen und Kinder zu Kriegsgefangenen erklärt und unter Bewachung von schwarzen. Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr weggeführt. Hierbei fordern ganz besonders die empörenden Vorgänge Protest heraus, die bei der Besetzung D u a l a s die deutschen Männer und Frauen über sich haben ergehen lassen müssen; die vereinigten Feinde legten es durch ihre Haltung und Anordnungen geradezu darauf an, die Deutschen vor den farbigen Soldaten und den Eingeborenen aufs tiefste zu erniedrigen. Die Gefangenen waren den Beschimpfungen und Mißhandlungen der Schwarzen schutzlos preisgegeben. Bor der Teilnahme an Plünderung durch schwarze Soldaten scheuten auch einzelne englische und französische Offiziere und Unteroffiziere nicht zurück. Ja, in E d e a wurde sogar das Innere der katholischen Kirche mit ihren geweihten Gegenständen von schwarzen französischen Soldaten unter Beteiligung weißer Unteroffiziere auf das unglaublichste verwüstet und ausgeraubt und zum Teil auf das schimpflichste beschmutzt.
Auch dieDeutschenvonKamerun wurden, so weit sie nicht in die Konzentrationslager nach England gebracht worden sind, nach Dahomey in französische Gefangenschaft weggeführt, über die Aufnahme und die Lage unserer dort weilenden Landsleute find im Laufe der letzten Monate zahlreiche Nachrichten, unabhängig voneinander, hier eingegangen. Sie beruhen zum Teil zwar auf Eingeborenenaussagen, die in Lome bekannt geworden und dann brieflich hierhergelangt find, zum Teil aber auf Angaben der deutschen Gefangenen selbst; darunter auch höherer Beamter. In allen wesentlichen Punkten stimmen diese Mitteilungen derart überein, daß
*) Di« Berliner Morgenblätter veröffentlichen unter Berufung darauf. daß Staatssekretär Dr. Sols schon kürzlich einem Vertreter der „Stampa" gegenüber darauf hinPewiesen fjabe. in welch niederträchtiger Weise der Kolonialkrvc, von unseren verbündeten Fechten aefübrt wird, auf Grund seitdem ern^etroffenen Materials nack-stehende Mitteilungen über die Mißhandlungen der Deutschen in Destafrika durch die FvanzrsLN. W. T.-B.
Diese künstliche Wasserstraße sollte ein Mittel sein, die deutsche Volkswirtschaft zu befruchten, ihre Entwicklung in Frie- denSzeiten zu fördern. Jetzt wird sie auch zu ihrem Teile der Kriegszeit von Nutzen sein. Es ist sicher anzunehmen, daß ein Teil der Güter, die sonst nur auf die Beförderung durch die gerade in jener Gegend stark in Anspruch genommene Eisenbahn angewiesen sind, soweit Dringlichkeit deS Transportes nicht in Frage kommt, den billigen Wasserweg wählen wird. Auch darf gehofft werden, daß infolge der niedrigen Wasserftachttarife eine Verbilligung mancher Landesprodukte eintritt, ein nicht unwesentliches Moment in der gegenwärttgen Zeit, in der es, wie sonst noch nie, gilt, unserem wirtschaftlichen Leben Erleichterungen zu verschaffen. Auf diese Weise erhält der Kanal die Aufgabe zugewiesen, ein wichttgeS Mittel zur Auftechterhaltung und Kräftigung unserer VolkSwirischaft zu werden und auch an seinem Teile zum wirtschaftlichen „Durchhalten" beizutragen.
ES geziemt sich Wohl, nun, da die Arbeiten am Bau deS Kanals bei einem gewissen Abschnitt der Vollendung angelangt sind, einige Angaben über die Technik und Bauweise des Kanals hier folgen zu lassen, zumal ja in manchen Kreisen die Bedeutung dieser Wasserstraße noch immer nicht gebührend gewürdigt wird. Im Bau dieser Kunstwafferstraße zeigte sich zudem deutsches Können, deutsche Technik und deutsches Jngenieurwesen auf einer so hohen Stufe, daß mau sagen kann: mit einigen der Kaualbauwerke, z. B.. den
Schachtschleuscn und Aquäduktes, ist das Höchste geleistet worden, das man bisher auf dicjem Gebiete sah. Es ist gar
Freitag, 12. Februar 1815.
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trotz-
leider an ihrer Richtigkeit kaum ein Zweifel besteht. Hie,.
sind die Männer auf verschiedene VerwaltungSstatioaen Kolonie, zum Teil ins Hinterland, gebracht worben. Einzelne von iftneu wurden in Sav e, am Ende der Bahn Cotonar Save, untergebracht, andere in G a y a am Niger, etwa 78h Kilometer von der Küste entfernt. Diese sollen sogar gezwu». gen worden sein, den 400 Kilometer weiten, wasserlosen Weg von Save nach Gaya zu Fuß zurückzulcgen. Teilweise sollen die Gefangenen in selbst gefertigten Grashütten wohnen.
In P o r t o - N o v o au der Küste dürfen die Gesang auch die dort untergebrachten Frauen, rrur unter Bede von schwarzen S o l d a t e n auf die Straße gehen, dem alle ihr Ehrenwort abgegeben haben. m
Den Tag über müssen die Gefangenen 7 Stunden lang in der heitzrn Tropensaune bei sehr kläglicher Kost schwere körperliche Arbeit verrichten: im besondere» sollen sie unter Aufsicht schwarzer Soldaten zum Wegebau Verwendung finden und hierbei auch unter Mißhandlung ihrer Wächter zu leiden haben. Mancherorts wird ihnen als Nachtlager nur eine dünne Strohmatte gewährt.
Dazu mangelt es den Gefangenen an der notigen Kleidung und Wäsche. Auch der für den Europäer unbedingt^ erforderliche Schutz des Kopfes durch Tropenhelme fehtt.
Das Bild dieser unerhörten Zustände weiß ein deutscher evangelischer Geistlicher, der neuerdings aus Westafrika nach England übergeführt und von Hort erst kürzlich entlassen worden ist, unter seinem Eid durch Einzelheiten zu ergänzen, die ihm in dem Gefangenenlager vonQueensferry von drei anderen Deutschen übereinstimmend mitgeteilt worden waren:
Danach wurden die deutschen Kriegsgefangenen in kleinen Trupps aufgeteilt und den OrtSbehörden zur Arbeit überwiesen.
Sie arbeite» in Pflanzungen und bei Wegcbaute». Teil- | weise haben sie nichts anzuziehc» als Lendcntuch und Sandalen. Krankheit gilt nicht als Entschuldigung kür Wegbkeiben von der Arbeit,
so lange ein Mann noch Zehen kann. Brutalitäten kommen häufig genug vor, so z. B. sei ein Deutscher einmal gestürzt) und habe sich dabei am Handgelenk verletzt, ein anderer sei hinzugesprungen, um ihm aufzuhelfen und sei mit Kolben- ftötzen von einem schwarzen Soldaten weggejagt worden. EinZ Schwarzer habe einen Deutschen, den er kannte, gegrüßt und sei dafür mit 3 Schilling bestraft worden. Im Wieder--- hokungsfalle sei ihm körperliche Züchtigung angedroht worden.4 Ein anderer Schwarzer sei wegen desselben „Verbrechens" mit 25 Stockhieben bestraft worden. |
Angesicht? dieser Zustände kann nicht wundernehmen, datz — wie schon vor längerer Zeit in Lome bekannt gewor.ff den — viele unserer Landsleute in Dahomey erkrankt und einige von ihnen bereits gestorben sind. Der" dieses Land ist bekanntermaßen
eines der ungesundesten Gebiete von Äqual,rialafrik« überhaupt.
Wenn in Tropengebieten das Leben schon unter gewöhnlichen Verhältnissen trotz sorgfältiger Lebensweise und Körperpflege und kürzerer Erholungspausen in Europa mit ständigen Gefahren für die Gesundheit verbuken ist, so müssen solche Mißhandlungen, wie sie jetzt unsere Landsleute in Dahomey zu erleiden haben, für die durch längeren Tropenaufenthalt geschwächte Gesundheit vernichtend wirken. Befinden sich iwch unter den Gefangenen auch ältere Männer, die eine mehr ÄS 20jährige Tropenzeit hinter sich haben!
Daher find wir um das Leben der dort zurückgehaltene« Deutschen von der ernstesten Besorgnis erfüllt. Tiefste Entrüstung erfaßt uns über die planmäßige unb schmachvolle Erniedrigung, welche die deutsche Nation) und damit die weiße Rasse überhaupt von den Eingc-> borenen jener Länder fortgesetzt erfahren. Diese Physischen! und moralischen Mißhandlungen schlagen jeglichem Gesetz von Gesittung und Menschlichkeit inS Gesicht.
Frankreich hat bisher ans die wiederholten Vorstellungen der ReickSregierung nicht geantwortet.
Sollten nickt in kürzester Zeit Anstalten getroffen werden, rnn eine soforttge und dauernde Änderung und Verbesserung der Lage unserer Landsleute in Dahomey herbeiznführen, so würde die französische Regierung die volle Verantwortung für alle Folgen zu tragen haben.
Eine phantastische Reuter.Nachrtcht.
Angebliche Erschießung des Burenführers Maritz durch die Deusschen.
W. T.-B. London, 11. Febr. (Nichtamtlich.) DaS Reuter- s«be Bureau rneldet aus Pretoria vom 10. Februar: Oberst Maritz ist angeblich van den Deutschen hingerichtet worden. Hinüber schreibt das Blatt „Pretoria News": Als Maritz unlängst eine Besprechung mit den Offizieren deS südafrikanischen HsereS wegen seiner Übergabe hatte, fragte er, ob man ihm das Leben zustcherc, und erhielt zur Antwort, daß
kein Zweifel, daß an diesem Kanal gründlichere und bessern J
Arbeit geleistet wurde als an dem vielgepriesenen Panama- 1 Kanal Amerikas. Einige Zahlen und sonsttge Angaben mögen hier in Kürze darlegen, welch ein Werk unsere deutsche Jngenieurkunst im Bau deS Mittelland-Kanals — hoffentlich macht er diesem Namen in nicht mehr ferner Zeft auch mit Bewilligung des noch fehlenden Stückes von der Leine zur Elbe Ehre! — zu leisten hatte.
Der Kanal von der EmS zur Weser und weiter zur Leine zweigt bei Bevergern aus dem Dortmund-Ems-Kanal ab und führt über eine Länge von 175 Kilometer bis Hannover. Dieser Weg läßt sich kurz folgendermaßen skizzieren: Im Westen beginnend, zieht der Kanal sich am Nordabhange des Wiehen-, Süntel- und Deister-Gebirges hin, berührt die Ortschaften Recke in Westfalen, Bramsche und Osterkappeln in Hannover, tritt wieder ins Westfälische, wo er bei Minden mit seinen großartigen Kanalbauten die Weser erreicht-, dann führt er über die Weser mit einem 320 Meter langen Brückenkanal (Aquädukt), durchquert das Fürstentum Schaumburg-Lippe, tritt wieder auf hannoversches Gebiet, überschreitet mit einem zweiten kürzeren Brückenkanal die Leine unweit Seelze und führt nördlich an Hannover und Linden vorbei zu seinem einstweiligen Endpunkt Misburg, das durch seine Zementindustrie bekannt ist. Nach Osnabrück führt von Bramsche ab ein 14 Kilometer langer einschiffiger Zweigkanal.
.Auf- bezw. Abstiege zu den einzelnen, vom Kanal berührten Flußläufen werden jich folgendermaßen gestalte«
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