Nr. 64. „ _ Montag, 8. Februar 1915.
Wiesbadener Tagbial^ _ Mbend-Ansgabc. Erstes Blatt. _ Seite 5.
jur Aufnahme der Küchenabfälle zu stellen, die Montags und Donnerstags durch die nun doch wohl allgemein bekannt gewordenen U-Wagen der Stadt äbgeholt werden. Es hat sich gezeigt, daß das Herunterklingeln der Hausfrauen oder Dienstmädchen und das Abholen der Abfälle an den einzelnen Woh- aungstüren nicht recht klappt, auch nicht recht klappen kann, xnü dich das Einsammrln der Abfälle, wie es jetzt geschieht, recht umständlich und daher recht teuer ist. Jetzt sind vier Mann, ein Kutscher und außerdem ein Aufsichtsbeamter bei jedem Wagen nötig; es mutz versucht werden, mit weniger Personal auszukommen. Jeder Kubikmeter Mfälle erfordert -inen Zuschutz von 3 M. Das ist zu viel. Auch die zahlreichen Magen, die Jbet der Behörde über den Betrieb der U-Wagen üngehcn, lasten sich nur beseitigen, wenn die Hausbesitzer Gesäße für die Abfälle in den Hof stellen, vier Autofahrten an die Front mit Liebesgaben.
Pfarrer Lic. Dr. S ch w a r z l o s e (Frankfurt a. M.) hat, mit der Raten-Kreuzbinde um den Arm und der Kamera in der Hand, lebendige Eindrücke auf der We st front gewonnen tmd sie am Samstagabend einem dankbaren Publikum ,m kleinen Saal des Kurhauses vermittelt. Als er seine -rste Liebesgabenfahrt unternahm, donnerten am Donon noch sie Kanonen und unsere tapferen Truppen waren bald hier and ball) da im Gefecht, um den Feind cm unseren bedrohten Westgrenzen zurückzuwerfen. In Automobilen — 5 bis 6 geangen, um eine ganze Brigade glücklich zu machen — kann inan an die scheinbar unerreichbaren Truppenteile doch immer schnellstens herankommen und ihnen grotze Freude bereiten. Leider können heute infolge von Mitzbräuchen, französischer Spionage usw. Liebesgaben nur noch auf dem viel beschwer- sicheren Wege der Eisenbahn befördert werden. Der Redner schilderte in anziehender, schlichter Form das Leben unserer Tapferen im Felde, rühmte vor allem ihre grotze Kameradschaftlichkeit, von der er rührende Beispiele gab. Besonders hart wurden naturgemätz auch unsere Grenzgebiete von dem Krieg betroffen, so vor allem Saarburg, in dessen Stra- tzen übrigens seinerzeit ein französisches Kürassier-Regiment vollständig aufgerieben wurde. Nicht nur die Einwohner, sondern auch die Verwundeten litten dort sehr unter der Not, und mit Wehmut empfahl der Redner sie der patriotischen Fürsorge, in welcher Hinsicht überhaupt nicht genug getan werden könne. Eines Urteils über die Kriegslage enthielt sich der Redner, stellte aber fest, dah jeder objektive Besucher der Kriegsschauplätze in der Zuversicht auf einen Sieg der deutschen Waffen bestärkt werden müsse. Die gut gelungenen Lichtbilder gaben dem Vortrag einen würdigen Abschlutz. — tz.
— Der Wehrbeitrag. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, datz die Frist für die Zahlung der fälligen Rate des Wehrbeitrags am 15. Februar abläuft. Es ist patriotische Wicht der Zensiten, durch möglichst pünktliche Entrichtung des Beitrags dafür zu sorgen, datz Geld in die Staatskasse kommt. Um denjenigen Veranlagten, die vormittags keine gute Gelegenheit zur Entrichtung des Beitrags haben, die Einzahlung zu erleichtern, ist vorläufig die Stadtkasse auch Dienstags- und Freitagsnachmittags von 3 bis Uhr geöffnet.
— Der Wunsch der Landstnrm-Musiker ist bereits erfüllt worden. Das E s - A l t h o r n, um das sie in dem in der Morgen-Ausgabe vom letzten Samstag abgedruckten Brief gebeten haben, wurde heute unter Vermittlung des Landsturm- Ersatzbataillons (Oranienstratzeschule) nach Belgien geschickt. Gestiftet wurde das Instrument von Herrn Karl Wölfinger.
— Ferngläser. Die Abteilung 3 des Roten Kreuzes (schloß, Mittelbau) bittet um Ferngläser für unsere Truppen.
— Fürsorge für Schwerverwundete und Berufsunfähige. Heute findet eine antzerordentliche Tagung der „Deutschen Bereinigung für Krüppelfürsorge, E. SB.", im Sitzungssaal des Reichstags zu Berlin unter Anwesenheit der Kaiserin statt, von welcher die Anregung zu dieser Tagung ausgegangen ist. Die Tagung leitet der Vorsitzende Wirkt. Geheimer Oberregie- rungsrat Dietrich. Über die für unsere tapferen Krieger und ihre Familien so wichtigen Ziele der Tagung unterrichtet ein eben bei L. Botz (Hamburg) erschienenes Anfklärungs- wort über Kriegskrüppelfürsorge (44 Seiten stark mit 84 Abbildungen) herausgegeben von Proseffor Kon- rad Biesalski (Berlin-Zehlendorf). Ärzte, Krankenschwestern, Kriegslazarette, die Rote-Kreuz-Organisattonen und Menschenfreunde seien darauf aufmerksam gemacht. Das Vorwort lautet: „Viele Tausende unserer schwerverwundeten
Brüder schauen heute mit ihren Familien angsterfüllt in die Zukunft, weil sie in der Bewegungsfreiheit ihrer Glieder dauernd behindert sind oder gar Arm und Bein verloren haben und darum sorgen, wie sie wieder Arbeit und Brot finden sollen. Ihnen allen und nicht minder denen, die über die Verwundeten ärztlich und pflegerisch zu wachen haben, sei diese kleine Schrift in die Hand gegeben zum Trost und zur Mahnung." Es wird gewih den-Neid unserer Feinde und die Bewunderung unserer Freunde erregen, dah noch auf der Höhe des Krieges sich eine großzügige Organisation gebildet, um jetzt schon die Wunden zu schlichen, welche der gewaltige Krieg
xschlagen. -r.
— Nassauische Arbeiter in Lille. Einem Feldpostbrief ans !ille entnehmen wir die Tatsache, daß an zurzeit dort vor- jenonrmenen Befestigungsarbeiten durchweg nassaui- che Arbeiter, darunter auch solche ans Wiesbaden, beschäftigt ind, nebenbei allerdings auch einige Franzosen. Die Leute pben einen Tagelohn von 7 M. und befinden sich dabei durch- veg recht wohl.
— Personal-Nachrichten. Dem Landrat Lex rn Weil- >urg wurde der Charakter als Geheimer Regierungsrat und «m Königlichen Domänenrentmeister Mock rn Höchst er Charakter als Domänenrat verliehen. — Der Rendant !er Nassanischen Landesbank in Ems (vorher in Rennerad) Rudolf Wecks, zuletzt Offizier-Stellvertreter rn dem rn Kainz gebildeten Brchade-Ersatz-Bataillon Nr. 50. ist zum Ärtncmt d. R befördert worden.
Vorberlchte über Kunft, Vorträge und verwandtes.
Mt
_ Residenz-Theater. Morgen Dienstag gelangt nochmals «r unverwüsttiche grotze Schlager „Die fünf Frankfurter zur Mührung und am Mittwoch wird das nun, so erfolgreiche Kuelle Lustspiel „Sturmidhll" wiederholt. Die nächste (16.) —Vorstellung zu kleinen Preisen findet am Freitag. 8 Uhr, und brircht den mit grotzem Beifall ausgenommenen mttgen Schwank „Der Raub der Sabinerinnen". Der ^verkauf hierzu beginnt heute. ....
. * Experimentalvortrag zugunsten des Roten Kreuzes. §er bekannte Physiker H. K u b a ch von hier, der seit einer Mhe von Jahren auch seine Vorträge in den Gewerbevereinen Regierungsbezirks Wiesbaden mit dem besten, Erfolg hält, Mr» Dienstag dieser Woche in einem Vortrag in der Anla Lvzeums 1 das interessante Thema: „Die Elektrotechnik
M ienste des .Krieges" behandetti. Röiitgenstrahlen,
telegraphic. drahtlose Schietz- und Sprengversuche
mit großen Maschinen und Apparaten Vorgefühl!. Auch Damm jft her Vortrag sehr interessant.
Bortrag. „Linkshändiges Stenographieren , über diese zcitgemätze Frage wird in der Stenographieschnie Malze- Schrey, Gewerbeschulgebäude, morgen Dienstag, abends 9 Uhr anfangend. ein Vortrag gehalten, wozu auch Nrcht- bcsncher genannter Schule freien Zutritt haben.
Kus dem Landkreis Wiesbaden.
Lebendig verbrannt.
ne. Erbeiihcim, 7. Febr. Ein schwerer Unfall hat sich gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr in der Wohnung des Bahnwärters Sein e mtcr rn der Mühlstratze ^dahier ereignet. Während die Hausfrau die Trcvpc putzte, hatte sie eine Küchenlampe auf eine Kommode gestellt. In demselben Zimmer befand sich das Bettchen des etiva 1(4 ^ahre alten jüngsten Sprötzlings der Familie. Kinder. machten sich an der Lampe zu schaffen, als diese plötzlich umfrel und seinen in Brand geratenen Inhalt über das Bettchen ergötz. Dieses fing gleich Feuer, und während die unschuldigen Anrichter des Brandes davonstürmten. um ihren Vater zur Hilfe zu holen, wurde das Kind lebendigen Leibes buchstäblich geröstet. Als das Kleine aus dem brennenden Bettchen endlich herausgezogen werden konnte, war es bereris derart zu- gcrichtet. datz an eine Erhaltuna seines Lebens nicht mehr gedacht werden konnte. Kurze Zeit nachher starb es.
Provinz Hessen-Nassau.
Negierungsbezirk Wiesbaden.
m. Geisenheim, 7. Febr. Nach langem Leiden verschied hier im Alter von 36 Jahren der Weinbauinspellor Joseph Fischer, Weinbaulehrer an der Kgl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau. Der Verstorbene war außerdem Schriftführer und Rechner des Verbandes preußischer Weinbaugebiete.
FC. Königstein i. T.. 7. Febr. Der Kgl. Preußische Generalmajor a. D. Lehr, zuletzt Kommandeur der 11. Gendarmerie-Brigade in Kassel, ein ehemaliger Herzoglich Naffauischer Offizier, wurde von der Grotzherzogm von Luxemburg zum Hofryarschall der Grotzherzogin-Mutter Lldelbeid /von Luxemburg ernannt.
FC. Kelkheim, 5. Febr. Gestern abend wurde auf dem hiesigen Bahnhof der 38jährige Arbeiter Georg von Ruppertshain, der noch rasch vor dem cinlaufenden Zuge über das Geleise laufen wollte, von der Lokomotive erfaßt, beiseite gestoßen und so schwer am Kopfe verletzt, daß er kurz darauf verstarb.
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
Eine schwere Bluttat.
ä. Mainz, 7. Febr. Als am Samstagabend nach 8 Uhr der 22jährige HauÄmrsche F u n s ch . der bei einem Metzger - meffter in der Betzelsstraße beschäftigt ist, auf seinem Fahrrad Fleischwaren aus fuhr und von der Mttternacht nach der Bauerngasse zu fuhr, wurde er von einem Soldaten, der sein Seitengewehr blank in der Hand hatte, und mehreren Frauenzimmern verfolgt. Ter Soldat holte den Funsch ein, warf ihn vom Rade und versetzte ihm mit dem Seitengewehr einen wuchtigen Schlag über den Kopf und einen Stich in den Leib. Dem lebensgefährlich Verletzten waren sofort die Gedärme aus dem Leibe getreten. Der Täter, der Infanterist Rusch von hier, der auf der Mitternacht wohnt, wurde verhaftet und kam ins Militärarresthaus. Der Funsch soll eine Stunde vorher mit den Frauenzimmern ein Zusammenstoß gehabt haben und von diesen durchgeprügelt worden sein.
— Mainz. 4. Febr. Zncco von Cncagna, der einer katholischen Familie Lsterreichs entstammte, katholischer Priester, dann jahrelang freireligiöser Prediger in Mainz war und später unter aufsehenerregenden Umständen wieder zum Katholizismus zurückkehrte, ist, wie die hiesige „Bolkszeittmg" mitteilt, in einer Heilanstalt für Geisteskranke gestorben.
rmk. Bad Nauheim, 8. Febr. Im Alter von 61 Jahren ist der Vorstand der Kur- und Badeverwaltnng Geheimer Baurat Dr. Karl Eser gestorben. Der Verstorbene stand fest 1801 an der Spitze der hiesigen Bade- verwaltung und hat sich große Verdienste um die Bad Nau- heimer Kur erworben.
Neues aus aller Welt.
25 Tage lebendig begrabe». Rom. 7. Febr. In Paterno haben heute Soldaten ans den Trümmern des Erdbebens vom 13. Januar den 33 alten Michete Caiolo geborgen. der sich bei guter Gesundheit befand. Carlo lag unter einem Gewölbe und hat sich ohne Nahrung am Leben erhalten und nur Wasser getrunken. Er wurde in einem Autonwbil nach Avezzano gebracht, wo er allein und ohne Hilfe ansstieg.
Ein Handelsdampfcr nntergegangen. Santander, 6. Febr. (Nichtamtlich. „Agence Havas".) Der Handelsdampfer „Alsonso" ist im hiesigen Hafen infolge eines Lecks untergegangen; die Besatzung konnte gerettet werden.
Letzte Orahtberichte.
Die angebliche deutsche Blockade gegen England und die „Neutralen".
Eine authentische Interpretation.
(Bon unserer Berliner Schriftlcitnng.
Bi-. Berlin, 8. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Von der durch Reuter verbreiteten und schon darum nicht ohne weiteres glaubwürdigen Meldung, der deutsche Botschafter in Washington, Graf Bernftorff, habe in der Frage der angeblichen deutschen „Blockade" in Washington gewisse Erklärungen abgegeben, ist an Berliner amtlicher Stelle nichts bekannt. Einen Auftrag hatte der kaiserliche Botschafter jedenfalls nicht. Trotzdem würden die angeblichen Äußerungen durchaus der Auffassung der kaiserlichen Regierung entsprechen, die keinen Augenblick die Absicht gehabt hat, den neutralen Handel unmöglich zu machen. Die deutsche Erklärung vom 4. Februar bedeutete vielmehr nur eine Warnung an die Neutralen vor den Gefahren, die ihrer in den als Kriegsgebiet erklärten englischen Küstengewässern harren. Die deutsche Regierung hat damit nichts anderes aussprechen wollen, als datz sie keine Gewähr dafür übernehmen kann, wenn in jenen Gewässern auch einmal ein neutrales Schiff beschädigt wird, ebensowenig wie z. B. in einer Festung lagerndes neutrales Gut bei der Beschießung der Festung verschont werden kann. Immer wieder mutz dabei darauf hingewiesen werden, datz es sich tcttsächlich um eine Blockade im völkerrechtlichen Sinne überhaupt nicht handelt. Damit erledigt sich auch die von der amerikanischen Presse veröffentlichte Erklärung, Amerika könne nur eine effektive, nicht aber eine papicrne Blockade respektieren. Die kaiserliche Regierung hat in Wirklichkeit keine Blockade erklärt, sondepn, wie immer wieder betont werden muß, nur einen bestimmten Teil des Meeres als Kriegsgebiet erklärt, und sie hat damit nur das Beispiel nachgcahmt, das England bereits im November gegeben, als cs die ganze Nordsee
zwischen Schottland und Norwegen als Kriegsgebiet erklärte und die neutrale Schiffahrt zwang, einen ihr von England vorgeschriebenen, ganz bestimmten Weg, nämlich den Weg durch den Kanal, zu wählen, wo sich die Neutralen der mehr oder minder liebenswürdigen Beobachtung und Untersuchung durch die englische Kriegsflotte unterziehen mutzten und noch müssen. Von einer Ankündigung feindlicher Matzuahmen gegen die neutralen Schiffe in ihrer Gesamtheit kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil ist bereits jetzt den deutschen Schiffen durch die Admiralität die Anweisung gegeben worden, sich jeder Maßnahme gegen neutrale Schiffe zu enthalten, allerdings unter der ja auch durch das Völkerrecht ausdrücklich gegebenen Voraussetzung, datz nicht der Verdacht besteht, datz diese neutralen Schiffe Konterbande führen. Die Rücksichtnahme auf die reu- trale Schiffahrt wird auf der anderen Seite freilich e r>- schwort durch die bekannte englische Admiralitätsverfügung, die englischen Schiffe sollten sich durch die Hissung der neutralen Flagge vor der Verfolgung deutscher Kriegsschiff« schützen. Zugegeben, datz ein solcher Mißbrauch auch in früheren Kriegen vorgekommen sein mag, kann er von deutscher Seite schon deshalb nicht als zulässig anerkannt werden-, weil er notwendig zu ernsten Verwicklungen mit neutralen Staaten führen mutz, die dadurch in den Krieg hineingezogen werden können. Um es zu wiederholen, kein neutrales Schiff wird, es sei denn, datz es Konterbande führt, belästigt und als Blockadebrecher behandelt werden, Iveil eine Blockade überhaupt nicht erklärt ist, aber das Risiko, das in der Benutzung der zum Kriegsgebiet erklärten Gewässer liegr, mutz diejenige neutrale Schiffahrt, die sich um die deutsche Warnung nicht kümmert, auf sich nehmen. Es ist möglich, datz die Neutralen sich gegen die deutsche Erklärung vereinigen und gegen sie protestieren. Dann aber müssen sie England mit dem gleichen Matze messen und denselben Protest einlegen gegen die englische Erklärung vom November vorigen Jahres. Unbedingt vernichtet wird durch die deutschen Unterseeboote jedes englische Schiff, auch jedes englische Handelsschiff, das in ihren Bereich kommt. Das ist das gute Recht Deutschlands, und das wird auch die wirksamste Maßregel sein, da der größte Teil der Tonnage, die nach England geht, aus englischen Schiffen besteht.
Die Aufwendungen für Kriegsunterstützungen in Preußen.
Br. Berlin, 8. Febr. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Von den 200 Millonen Marl, die aus dem 2-Milliarden-Kredit des Reiches zur Gewährung von Wochenbeihilfen und zur Unterstützung von Kommunen für Zwecke der KriegSwvhlfahrts- pflege ausgesondert sind, dürfen auf Preußen nach Maßgabe der Matrikularumlage 110 Millionen entfallen. Von der preußischen Regierung wird dieser Betrag nicht für ausreichend erachtet, angesichts der Höhe und Ungleichmäßigkeit der betreffenden Aufwendungen bei den preußischen Gemeinden den gewollten Ausgleich sachgemäß herbeizuführen. Es ist demzufolge in Aussicht genommen worden, ans preußischen Mitteln den gleichen Betrag für denselben Zweck bereit zu stellen, und zwar sollen diese 110 Millionen genau nach denselben Gesichtspunkten verwendet werden, wie die dazu bereitgeftellten Reichsmittel, so datz also die preußischen A»i- wendnngen eine Verdoppelung der vom Reiche für die einzelnen Zwecke den einzelnen Gmeinden oder Gemeindevi" bänden bewilligten Mittel darstellen. Dem Landtag ist ein- entsprechende Vorlage zngegangen, sie soll bereits in der ersten Sitzung der Abgeordnetenhauses am 9. d. M. zur Verhandln::; kommen.
Getreide-Transport nach England unmöglich.
W. T.-B. Kopenhagen, 8. Febr. (Nichtamtl.) „Berlingske Tidende" meldet ans London: Die Getreidetransporte über See haben so gut wie aufgchört, da die bestehenden Frachtsätze von Amerika eine solche Höhe erreichten, datz nachgerade jede Verladung unmöglich ist. Besondere Aufmerksamkeit erweckt der La Plata-Markt wo die Frachten jetzt 75 sh. per Tonne betragen. Auch steht es aus, als ob die Höhe der Frachten einstweilen jede Verladung verhindern werde.
Walter berichte.
Deutsche Seewarte Hamburg.
8. Februar« 8 Uhr vormittags*
1 — «ehr leioht. 2 = leicht, 3 — schwach, 4 — massig, 5 — krisch. 6 --- stark, 7 — steif, 8 — stürmisch, 9 = Sturm, 10 — starker Sturm.
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Station.
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-3
Berlin.
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760,7
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Wien.
769,0
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766,5
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Rom.
763,0
NO 1
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+6
Zugspitze ..
527,5
NW 4
Schnee
-8
F lorenz. . ..
Valencia...
Seydlafjord.
Beobachtungen in Wiesbaden.
von der Wetterstation uea Nass. V ereins für .Naturkunde.
6. Februar
7 Uhr morgens.
2 Uhr nachm.
9 Uhr
abends.
Mittel.
Barometer auf 0°und Normalschwere Barometer auf dem Meeresspiegel . . Thermometer (Celsius)..
MF
749,3
760,0
0.3
4.1
87
N02
m
749,1
759,8
0.4
<2
89
N02
t.2
749.7
760,4
02
4,0
87,3
Relative Feuchtigkeit (°/o) .......
Wind-Richtung und -Stärke ......
86
02
Höchste Temperatur (Celsiu»; 0,8.
N
edrigste Temperatur —0,6.
7. Februar.
7 Uhr
moresp».
3 Uhr nachm.
9 Uhr
Mittel.
Barometer auf 0° und Normalschwere Barometer auf dem Meeresspiegel . .
748,9
759,6
1,5
4.8
94
NOl
03
750,9
761,4
3,4
6,3
92
NOl
0,2
752,5
703,0
3.3
5.3
92
HOI
11 js«* m 2s
Dunstspannung (mm) . ..
Relative Feuchtigkeit (®/e) ..*••••• Wind-Richtung und -Stärkft ••••••
Höchste Temperatur (Celsius) 3& Niedrigste Temperatur 0,4.
Wettervoraussage für Dienstag, 9. Februar 1915
vom der Meteorologischen Abteilung des Physikal. Vereine an Frankfurt a. M,
Bedeckt, zeitweise Regen, mild, südwestliche Winde.
Wasserstand des Rheins
am 8. Februar
Biebrich. Pegel: 1,68 m gegen 1.59 m am gestrigen Vormittag,
Caub. > 1,97 m 3> 1.98 rn » » »
Main*. • 0.80 m > 0,83 »» »
