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Seit- 4.

Morgen-Ausgabe. Erstes Matt.

Wiesbadener Tagblatt.

SamStag, 6. Februar ma.

Nr. 61.

und sich beteiligen an dem Werke der Unterstützung der Krivgersamilien durch einen Nachlaß an der Miete; leider liegen aber die Hausbesitzevverhältnisse in Wiesbaden nicht so, daß eine Forderung, wie sie von dem Stadtv. Demmer gestellt ist, durchzuführcn wäre.

Es kommt hinzu, daß die Stadt unter Umständen noch er­bebliche Beträge zuzahlen muß für den Fall, daß der Abzug an der Miete, der 50 Prozent der städtischen Unterstützung nicht übersteigen darf, zwei Drittel der Miete nicht erreicht. Da es sich um 6000 Kriegerfamilien handelt und um eine Miete von monatlich ca. 33 000 M., könnte unter diesen Um­ständen hier eine ganz bedeutende Zuzählung der Stadt er­folgen müssen, die in vielen Fällen noch nicht einmal als ge­rechtfertigt anerkannt werden könnte.

Daß die offiziellen Mietseinigungsämter übrigens auch ihre Nachteile haben, ist bekannt; der Zwang, sich mit den Verhältnissen von Mieter, Vermieter und Hhpothekargläubiger zu befassen, gewährt einer städtischen Verwaltung ein Feld bet Tätigkeit, die für alle Beteiligten, nicht nur siir die Stadt, zu nicht angenehmen Folgen führen kann.

Aus allen diesen Gründen glaubt der Magistrat, daß es zunächst notwendig ist, festzustellen, ob überhaupt die Frage der Mietunterstützung eine dringende Notwendigkeit ist und mit eben solcher Notwendigkeit zu einem Mietsernigungsamt führen muß, und bis dahin die von der Stadt gegebenen und bereits vorhandenen Ein­richtungen in der heute mitgeteilten Art zu benutzen, um in dringlichen Fällen sofortige Hilf.e zu schaffen. ^ übrigens hat neben der Tätigkeit des Herrn Dr. Rahlfon, die von nun ab einen Teil der Arbeit der städtischen Kommissionen bildet, auch die Tätigkeit des freien Mietseinigungsamtes nach eige­nen Berichten durchaus gut gewirkt; es besteht auch deswegen kein Anlaß zu einer sofortigen Neuerung auf Grund dos An­trags Demmer.

Nach kurzen Ausführungen der Stadtverordneten PH. Müller und Gerhardt wurde der Antrag Demmer- Müller mit allen gegen 3 Stimmen a b ge l e hnt.

Oberbürgermeister Glässing berichtet sÄann über die Maßnahme« für die Lebensmittelversorgung der Stabt.

Er führt aus: Die vom Magistrat mit Zustimmung der Stadt­verordnetenversammlung aus Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zusammengesetzte Kommisiion für die Lebensmittelversorgung der Stadt Wies­baden hat folgende Beschlüffe gefaßt:

1. Zur Mehlversorgung der Stadt Wiesbaden.

Nachdem die Bundesratsverordnung vom 28. Januar erlassen war, durch welche alle Mehl- und Getveidevorräte am 1. Februar beschlagnahmt wurden und den Bäckern nur gestattet wurde, noch drei Viertel derjenigen Men»e zu ver­backen, die sie in der Zeit vom 1. bis 15. Januar verbacken haben, handelte es sich zunächst darum, festzustellen, ob in Wiesbaden überhaupt noch genügend Mehl für die Übergangs­zeit vorhanden sei, bis durch die Zentralverteilungsstelle in Berlin der Stadt das auf sie entfallende Quantum Mehl zu­gewiesen wird.

Es mußte damit gerechnet werden, daß mindestens vier bis sechs Wochen verstreichen werden, bis die Zentralver- teilungsstelle tatsächlich Mehl abgeben kann. Eine durch die Stadt vorgenommene Bestandsaufnahme hat ergaben, daß in Wiesbaden für höchstens 10 bis 14 Tage Mehl vorhanden war. Die Stadt hat infolgedessen für 180 000 Mark Mehl, und zwar wesentlich Brotmehl angekauft, um auf diese Weise sich einen Vorrat an Mehl innerhalb der Stadt Wiesbaden zu verschaffen, das mit den vorhandenen Vorräten auf mindestens vier Wochen reichen wird. Das Mehl ist im städtischen Bauhofe eingelageri und wird nur mit Genehmigung der Stadt ausgegeben. Im übrigen hat der Magistrat den nach den Gesetzen vorgeschrie» benen Ausschuß, der über die Maßnahmen zur Einschränkung des Brot- und Mehlverbrauchs zu beraten hat, gewählt und einberufen. Der Ausschuß hat vorläufig vorbehaltlich weiterer Maßnahmen folgende Beschlüsse gefaßt, um deren Geneh­migung die Regierung ersucht werden soll:

1. Es sollen nur Einheitsbrote zugelaffen wer­den: a) ein Kriegsbcot mit 85 Prozent Roggenmehl (82proz.) und 20 Prozent Kartoffelmehl und einem Verkaufsgewicht von 21/2 Pfund nach 24 Stunden nach dem Backen; d) ein Voll-Roggenbrot aus mebr als,93proz. Roggenmehl ohne Kartoffelmehlzusatz, Gewicht iy 2 Pfund nach 24 Stun­den nach dem Backen; c) ein W eißbrot in beliebiger Form mit einem Verkaufsgewicht von 60 Gramm mit höchstens 70 Prozent Weizenmehl und höchstens 30 Prozent Roggen»- mehl. Dieses Brot darf vor 6 Uhr abends an dem Tage, an dem es gebacken ist, weder im Laden verkauft noch ins HauS gebracht werden.

2. Außer diesen Einheitsbroten dürfen nur noch Zwie­backe mit höchstens 50 Prozent Weizenmehl und reine Konditorwaren hergestellt werden. Unter reiner Kon­ditorware sind solche Backwaren zu verstehen, zu deren Be­reitung höchstens 10 Prevent der Gewichtsmaße an Weizen­oder Roggenmehl oder an Weizen- und Roggenmehl gemischt verwendet werden dürfen.

Ausnahmen von den vorstehenden Bestimmungen sind nur auf ärztliche Anordnung zulässig. Mehl darf an die Verbraucher direkt nur im Höchstquantum von 2 Pfund abgegeben werden. Brot und Mehl darf außerhalb des Stadtkreises Wiesbaden nicht abgegeben werden. Aus­nahmen hiervon sind nur in besonderen Fällen mit Geneh­migung des Magistrats zulässig. Bei dem Herrn Regierungs­präsidenten soll beantragt werden, daß für die sämtlichen Gemeinden, die mit Wiesbaden eine wirtschaft­liche Einheit bilden, die gleichen Vorschriften getroffen werden. Der Magistrat behält sich vor, weitere Maßnahmen, die die Verteilung von Brot und Mehl an die Bevölkerung betreffen, alsbald einzuführen.

2. Zur Fleischversorgung.

Nach der Bundesratsverordnung vom 26. Januar ist den Städten die Verpflichtung auferlegt, sich mit Schweinefleisch- dauerware in einer Menge einzudecken, die von den zuständi­gen Behörden noch festgesetzt wird. Die Lebensmittelbom- mission ist von der Auffassung ausgegangen, daß es nicht zweck­mäßig ist, mit den zu ergreifenden Maßnahmen so lange zu warten, bis das auf Wiesbaden entfallende Quantum von der zuständigen Behörde festgesetzt sei. Sie hat vielmehr be­schlossen, sofort 600 Zentner geräucherte Dauer­ware anzuschaffen, und hat bereits 300 Zentner hiervon in Bestellung gegeben. Ferner ist beschlossen, sofort im städtischen Kchhuhthof die vorhandenen verfügbaren Kühlräume in G e -

frierräume umbauen zu lassen, um darin geschlachtete Schweine einzusrieren. Der Magistrat hat den Antrag zur sofortigen Einrichtung der Gefrierräume, der 20 000 M. er­fordern wird, bereits erteilt. Im übrigen steht die Kommission in Unterhandlungen wegen der Anschaffung von Fleischkon- serven.

3. Zur Beschaffung von Kolonialwaren

hat die Leoensmittelkommiffiou beschlossen, Kolonialwaren, und zwar Reis, Graupen, Grieß, Haferflocken, Hafermark, Schmalz, Kunstspeisefett, Kaffee und Teigwaren in einer Menge aufzukaufen, die dem Bedarf von etwa 6 Monaten ent­spricht und diese wieder durch den Handel Wiesbadens unter Festsetzung der Preise für Verbraucher zn vertreiben.

Der Via gistrat ersucht die Stadtverordneten-Bersamm- lnng, den zu diesen Maßnahmen erforderlichen Kredit, der zurzeit in einer festen Summe noch nicht an­gegeben werden kann, als Blankokredit zur Verfügung zu stellen.

Nach längerer Diskussioti, an der sich die Stadtverordneten Baumbach, Philipp Müller, Elze, Dyckerhoff, Zorn, Bürgermeister Travers und Stadtvat Hees be­teiligten, wurde der Antrag des Magistrats genehmigt.

Bus Stadt und Caitö.

Wiesbadener Nachrichten.

Gemeine Soldaten." Vom westlichen Kriegs­schauplatz erhalten wir die folgende, von einigen Kriegern Unterzeichnete Zuschrift:Wir, die wir seit dem 7. AuFuft 1914 rat Felde stehen, lesen mit großer Aufmerksamkeit Ihr geschätztes Blatt. Ms ich den ArtikelGemeine Soldaten" vorlas, wurden Rufe der Empörung laut. Diese Damen sollten doch ihren Mund etwas mehr im Zaume hallten, das Denken kann ihnen ja nremand wehren. Wie es uns berührt, lesen zu müssen, daß deutsche Frauen Anstoß daran nehmen, daßgemeine Soldaten" es wagen, dieselben Lokale zu be­suchen wie sie, können Sie sich wohl denken. Solchen Damen könnte es wirklich nicht schaden, wenn sie einmal das Elend des Krieges am eigenen Leibe spüren müßten. Unserege­meinen" Kameraden, die ihr Blut für die, die iwch Konzerte besuchen können, vergossen haben, und für die nichts gut genug sein dürfte, waren sicher zu feinfühlend, um den betreffen­den Damen das Richtige zu sagen. Wenn eine Frau ans die Bezeichnung Dame Anspruch erhebt, sollte sie doch vor allen Dingen etwas mehrTaktgefühl haben, das äußere Klei­macht es, ^glaube ich, nicht allein. Scheinbar wissen diese Damen auch nickst, daß jetzt zu den gemeinenSoldaten Lenteder ersten Gesellschaft gehren, die den Platz, den sie früher im Frack, jetzt in dem schlichten feldgrauen Rock besuchen. Es ist doch ein trauriges Zeichen, wenn eine deut­sche Fvau sich innerlich so weit erniedrig. Ist dieses die Dankbarkeit, von Ifer so viel geschrieben wird? Gott sei Dank gibt es noch Frauen, die wetteifern,^meinen Soldaten", die verwundet in der Heimat sind, Liebes zu tun. An ihnen mögen sich die arideren ein Beispiel nehmen."

Landsturm-Mosiker im Felde. Aus Belgien wird uns eine photographische Aufnahme des Musikkorps der 1. Kompagnie des Landsturm-Jnfanterie- bataillons Wiesbaden mit folgendem Begleitschrei­ben gesandt:Gewiß wird mancher Wiesbadener Bekannte auf dem Bild finden. Trotz unseres strammen Dienstes haben wir doch noch Zeit gefunden, um auch im Feindesland unsere schöne Kunst zu pflegen. Manch trübe Stunde haben wir durch unsere Musik schon verscheucht, und wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn der alte, aber immer noch stramme Landsturm wieder mit Musik in Wiesbaden einzieht. Nun noch eine Bitte! Würden Sie die Güte haben und imTag­blatt" um ein Instrument als Liebesgabe für uns bitten? Es handelt sich um ein Es-Mthorn." Wir sind gern bereit, zwi­schen dem freundlichen Spender eines Es-Althorns und dem wackeren Landsturm-Musikkorps zu vermitteln.

Klage« über Weihnachtspakete. Obgleich die Heeres­leitung durch Mitteilung vom 21. Dezember in allen Zeitun­gen bekanntgegeben hat, daß Weihnachtspakete im Osten bis auf weiteres nicht ausgeliefert werden können, kommen wegen dieser Pakete unausgesetzt Anfragen an das Kriegsministe- rium. Es sei daher nochmals darauf hingewiesen, daß die für einen Teil der in Russisch-Polen kämpfenden Truppen aufge­lieferten Weihnachtspakete nur allmählich zu den Truppen vorgesührt werden konnten und zuan Teil erst jetzt nach und nach zur Aushändigung gelangen.

DieFraucn-Sterbekasse" hielt dieser Tage ihre dies­jährige Mitgliederversammlung ab, in der zunächst der Jahresbericht für 1914 erstattet wurde. Daraus ist her- vorzuheoen, daß die Kasse ihren Zweck, den Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder die Ausgaben für Bestattung usw. zu erleichtern, in reichlichem Maße und in allen Fällen pünktlich erfüllt hat. Es wurden dafür 19 900 M. verausgabt. Seit ihrem nunmehr 29jährigen Bestehen hat dieFrauen-Sterbe- kasse" für diesen gemeinnützigen Zweck in 808 Einzelfällen insgesamt 404 108 M. zur Auszahlung gebracht. Im abge-. laufenen Jahre betrugen die Einnahmen 42 865 M. 21 Pf., die Ausgaben 42 400 M. 60 Pf. Die Mitgliederzahl belief sich am Ende des Jahres auf 944. Im Reservefonds befinden sich mündelsichere Wertpapiere im Betrag von 74 700 M. Ver­schiedene vom Vorstand vorgeschlagene Satzungsänderungen, darunter eine solche zugunsten der zum Kriegsdienst einberufe- nen Mitglieder, wurden von der Mitgliederversammlung ge­nehmigt. Nach Vollzug von Ergänzungs- und Neuwahlen be­steht der Vorstand nunmehr aus den Frauen: Hell, Beringer, Becker, Burke, Dreste, Lubadel, Rüster, Rossel, Schneider, Schw erdest Schenzel und Stroh. Zu Rechnungs­revisoren wurden die Herren Kaufmann W. R e i tz, Vorstands­mitglied der Vereinsbank F. Mergenthal und Vorschuß­vereinsbuchhalter A. S e l e n k a wiedergewählt. Beitritts­erklärungen, auch männlicher Personen, zurFrwuen- Sterbekasse", welche sehrgünstigeBeitragssätze hat, nehmen die Vorstandsmitglieder sowie die Vereinsdienerin, Frau C. Steuernagel, Hermannstraße 16, entgegen.

Ein Bortraa über die Ernabrungsfrage in der Kriegs­zeit Herr Dr. Grün hnt wird auf Aufforderung des Stadtverbandes für Frauenbestrebungen am 10. Februar, abends 8% Uhr. im großen Saal der Turngesellschaft einen öffentlichen Vortrag über das Thema:Wie kämpft die deutsche .Hausfrau gegen den enqlischen Anshungerungsplan?" hallten Der Eintritt ist frei. Möge ein starker Besuch zeigen, daß die Bevölkerung Wiesbadens einer der ernstesten Fragen unserer Zeit Verständnis entgegen bringt.

Kleine Notizen. Ein neuer Lehrgang nach dem System Stolze-Schrev beginnt (s. Anz.s in der Steno­graphieschule (Gewerbeschulgebäude), Wellritzstraße 38. Frei­

tag. den 12. Februar, abends 8 Uhr. Anmeldungen können erfolgen bei der Leitung der Schule (Philipps de rgstraße 25) sowie zu Beginn des Unterrichts. Schulkinder, deren Vater im Felde stehen, und Verwundete werden aus Antrag unent­geltlich unterrichtet. Wie uns die Verwaltung der Wies­badener Sportplätze mitteilt, sind die Nord-, Süd- und West eisbahne n wieder geöffnet. Auch die Eisbahn A d 0 l f s h ö h e ist wieder geöffnet. Dem Deutschen Flottenverein wurde zrmt Besten des Mters- und Jnvalidenheims eine Geldlotterie bewilligt, welche be­reits am 16. und 18. Februar gezogen wird, und ist es Pflicht eines jeden, unsere tapfere Marine durch Kauf von Losen zn unterstützen. Sämtliche Gewinne dieser Lotterie bestehen in barem Geld ohne Abzug und beträgt der erste Haupt­gewinn 75 000 M. Flottenlvse sind bei dem bekannten Bank- nnd Lotterixgeschäft Änd. Müller u. Co.. Berlin, Werderscher Markt 10, zu haben.

Kur dem vereinsleben.

Vereinskonzerte.

* (Ohne Gewähr.)Frauenklub Wiesbaden, E. V.". Wenn eine Künstlerin mit den Gaben von Frau Hans-Zoeoffel ihre Kunst in den Dienst eines Vereins stellt, so ist dies immer ein Fest für die Mitglieder, und so hatte sich auch imFrauenklub" am 29. Januar eln zahlreiches Publikum eingefunden, um der beliebten Sängerin zu lauschen. Frau Hans-Zoepffel sang drer der schönsten Lieder von Schu­mann, außerdem Lieder von Strauß. Grieg. Humperdinck und v. d. Stucken und ließ sich schließlich noch zu einer reizenden Zugabe von Richard bewegen. Die Vorzüge der Künstlerin hervorzuheben, wäre bier nicht am Platze, denn ihre Kunst spricht für sich selbst und Frau Hans-Zoepffel ist hinlänglich bekannt und geschätzt, nur sei gesagt, daß sie mit der Auswahl der Lieder einen vorzüglichen Geschmack bekun­dete und daß alle Vorträge stürmischen Beifall errangen; die Zugabe mußte sogar wiederholt werden. Fräulein Schroeder begleitete in gewohnter trefflicher Weise und wußte sich der Sängerin in jeder Beziehung anzupafsen. Dem Konzert folgte eine kurze Ansprache der Präsidentin desFrauenklubs", die in warmen Worten dos Geburtstages unseres Kaisers und der jetzigen ernsten Zeit gedachte. Hierauf sangen die Ver­sammelten nach der neuen, von A. Fleischer komponierten Melodie:Heil Dir im Siegerkranz", welche großen Anklang fand. Den Schluß bildete, wie immer, ein gemütliches Zu­sammensein.

Kus dem Landkreis Wiesbaden.

Bierstadt, 4. Febr. DieKriegsHilfe Bier­stadt" hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, von der Ver­anstaltung eines Künftlertonzertes. bei welchem einheimische Vereine Mitwirken sollten, Abstand zn nehmen. Man be­schloß vielmehr, dem Fonds der Kriegshilfe durch Veranstaltung einer Hausfammlnua wieder neue Mittel zuznführen.

Gerichtssaal.

W. T.-B Das Urteil im Kwielccki-Prozeß. Breslau, 5. Febr. (Nichtamtlich.)) In dem feit 15 Jahren schwebenden Prozeß des Grafen Kwielecki ist heute das Urteil des Ober- landesgerichts Breslau als Berufungsinstanz ergangen. Die Klage der Bahnwärtersfrau Cecilie Meyer. feftzustellen, daß der angeblich 1897 geborene Graf Stanislaus Kwielecki iden­tisch sei mit einem von ihr am 22. Dezember 1896 geborenen unehelichen Knaben, wurde mit der Begründung zurück­gewiesen. daß der von der Klägerin angetretene Iden­titätsbeweis als nicht gelungen betrachtet werde.

Neues aus aller Welt.

W. T.-B. Bier Knaben beim Schlittschuhlaufen ertruuke«.

Berlin. 6. Febr. DerBerl. L-A." meldet aus Ebers­walde: In Brietz sind gestern beim Schlittschuhlaufen vier Knaben im Älter von 9 bis 11 Jahren ertrunken.

50 000 M. gestohlen. Berlin. 4. Febr. DerLok.- Anzeiger" meldet: Die Polizei verhaftete eine Kriegs­schwindlerin, die bei einem älteren Herrn, der sie ans Atit- leid als Wirtschafterin angestellt hatte. 50000 M. bares Geld und Schrnuckfachen stahl. Sie hatte ihm erzäUt, daß sie aus guter Familie stamme und durch den Krieg mittellos ge­worden sei.

W. T.-B. Schadenfeuer. Spandau, 6. Febr. In der Dreherei der Ges<^>ßfabrik kam in der vergangenen Nacht ein Dachsruhlbcand aus. Der Schaden ist unerheblich. Der Betrieb erleidet in keiner Weise eine Unterbrechung.

Kriegsfaschmg in München. München, 3. Febr. Dos Generalkommando verbietet während des diesjährigen Faschings das Faschingstreiben jeder Art und den Sonder­ausschank von Starkbier, das nur im gewöhnlichen Schank­betrieb ausgeschenkt werden darf.

Ein Eisenbahnunglück in Österreich. Wien, 3. Febr. (Nichtamtlich.) Heute früh fuhr ein Personenzu« auf den vor der Station Gerarsdorf haltenden, in W i e n - Osibahnhof um 6.55 Uhr früh fälligen Prager Schnellzug bei dichtem Nebel auf. Von den in den letzten Wagen des Schnellzugs üeffndlichen Reisenden wurden 4 schwer und 15 leicht verlöt. Der Schnellzug, dessen zwei letzte Wagen entgleisten, setzte mit den unbeschädigten Wagen die Fahrt nach Wien-Ostbohnhof fort, wohin er auch die Verletzten mit- nahm. Die Schwerverletzten wurden in ein Hospital gebracht, während die Leichtverletzten der häuslichen Pflege übergeben wurden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt. Ein Reservelentnant ivurde getötet, zwei Militär­personen schwer und 30 Personen leicht verletzt.

Selbstmord eines Bankiers. B u d a p e st, 3. Febr. Der Chef des Bankhauses Daniel Elfer hat Selbstmord begangen.

Neapel fünf Tage fast ohne Wasser. Rom. 2. Febr. Infolge eines Bergsturzes in Altavilla (Provinz Avellino) wurde die Neapel mit Trinkwasser versorgende Leitung schwer beschädigt. Die Wiederherstellnngsarbeiten werden wenigstens fünf Tage in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit wird Neapel fast ohne Wasser sein.

Im Sturme eingestürzt. W. T.-B. Lugo, 4. Febr. Infolge heftigen Sturmes ist ein SchulhauS im Saint de Rimel eingestürzt, in welchem sich 30 Kinder be­fanden. Ein Kind wurde getötet und mehrere schwer verletzt.

Kus unserem Leserkreise.

INiLt verwendete Einsendungen können weder zurückgesandt. nock auibewabrl werdend

* Wenn die Berlitz School of LanguageS, wie sie angrbt, kein englisches Sprachinstitut ist. worum behält sie dann den englischen Namen bei.Berlitz' Sv rachen schule" wäre doch dem deutschen Schülerkreise sicher verständlich

und