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Verlag Langgaffe ZI

ZagtUtfjp«".

e&aün-baUt geöffnei «on 8 lldr morgen- btt 8 Uhr abends.

wöchentlich

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monarlich. M 8. vierieljährlich durch den Verlag

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gadeltellen und in den benachoanen Landorien und im Rdeingau die betiefsenden Tagdlari-Träger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

Tagblatt-Haus" Nr. 6688-53.

Bon » Uhr morgen« btt 8 Uhr abend«, anher Sonntag.

Anjciaen-Prri- für die Zeile: l» Big. für «rrli>

igen imArdnttmartt- und Kleiner Anjeigen'

Bei wiederholter Aufnahme unveränoerier Anzeigen in kurze» Zwilchenräumen entiprechender Nachlaß.

minag«: für die MorgeE-Allig. btt 8 Ubr^nachmtitaa« Berliner Schriftleitung di 8 Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Giintzelftr 6K,Fernspr.: Amtllhland 4M) tt. 451. ^agen'und Wätzen'wir^^q.wsdr^be^'ommen.

Montag, I. Zebruar, morgens.

Sonder-Ausgabe.

1915.

Oer ttrieg.

Der Tagesbericht vom 31. Januar.

Eroberung französischer Schützengräben bei La Bafföe. In Polen ein rusiischer Angriff zurückgeschlagen.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 31. Jan., vor­mittags. (Amtlich.)

westlicher Urkegsschauplatz.

In Flandern fanden gestern nur Artilleriekämpfe statt. Bei Guiuchy, südlich der Straße La Bass6e- Bethuue, sowie bei Carench (nordwestlich Arras) wurden den Franzose» eine Anzahl Schützengräben entrissen.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Bon der ostpreußischen Grenze nichts Neues.

. ^ Polen wurde bei Borcynow, östlich Lowitsch, ein ru,si,cher Angriff zurückgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

Die Lage im Westen.

Ein deutscher Fliegerangriff auf Bailleul.

w - T.-B. Paris, 30. Jan. (Nichtamtlich) Wie die Agence Havas" berichtet, haben am Freitag mehrere Tauben B a i t l e u l überflogen und Bomben abgeworfen, die aber nur einigen Schaden in der Nabe des Bahnhofs verursachten.

Oer siebente Luftangriff auf Dünkirchen.

Eine Pariser Schilderung.

mr ^r. Mailand, 31. Jan. (Eig. Drahtbericht, Ktr. Bln.) DerCorrrere della Sera" läßt sich aus Paris berichten: Nach einer Meldung hat Dünkirchen am

Donnerstag ein zweites nächtliches Flieger- bombavdement erlitten. Fünf oder sechs deutsche Aeroplane kamen die Küste entlang aus Belgien. Es war eine helle Mondnacht, das Rattern der Motore kündigte das Herannahen der Aeroplane schon von weitem her an. Die Glocken läuteten Sturm. Um 8.30^ Uhr fiel die erste Bombe und dann folgte Explosion auf Explosion. Einigemal befan­den sich die Flieger im Strahl der Scheinwerfer, aber vergeblich versuchten die 7.6-Zentimeter-Kanonen, sie zu treffen. Der Höllenlärm der Kanonenschläge, die Ervlosionen der Bomben und das Klatschen der Schrapnells dauerten über eine Stunde. Man zählte etwa zehn Brandbomben, im ganzen wurden fünfzig Bomben abgeworfen. Es gab Tote und Verwundete, aber wenig Materialschaden. Die öffent­liche Beleuchtung ist von 8 Uhr abends ab untersagt.

DerBerl. Lok.-Anz." erfährt dazu aus Genf: Von den sieben bisherigen deutschen Flugzeugangriffen auf Dünkirchen war der in der verflossenen Nacht gegen das Fest ungsdepot gerichtete am erfolg- r e i ch st e n. Die deutschen Flieger konnten sich unge­stört den ^wichtigsten Objekten der englischen Wtei- lungen nähern. Der Materialschaden ist weit bedeutender, als die amtliche Mitteilung zugesteht. Die Zahl der Opfer beträgt annähernd 40? Neuerlich verließen Zahlreiche Faniilien Dünkirchen.

Ore französischen Tagesberichte.

W. T.-B. Paris, 31. Jan. (Nichtamtlich) Amtlicher Be­richt vom 29. Januar, 3 Uhr nachmittags: Der 29. Januar war in seiner Gesamtheit ruhig. In Belgien Artilleriekämpfe. Vor G u i n ch y bei La Bassee warf die englische Armee den Angriff dreier deutscher Bataillone zurück. Der Feind erlitt große Verluste. Nördlich Arras bei Neuville-St. Daast nahm unsere schwere Artillerie eine deutsche Batterie unter Feuer und zerstörte deren Munitionskisten. In den Ab­schnitten Albert. Rohe. Soissons, Craonne, Reims und Perthes Artilleriekämpfe, welche oft ziemlich heftig wurden und seitens unserer Batterien sehr wirksam waren. Im Woevre bei Flirey sprengten die Deutschen eine Mine, welche unsere -Schützengräben zerstören sollte, welche aber nur einen eigenen zerstörte. Auf der übrigen Front nichts zu melden.

Amtlicher Kriegsbericht von gestern abend 11 Uhr: Es be­stätigt sich, daß der Feind eine große Zahl von Toten aus den Schlachtfeldern nördlich von Lombartzyde am Fuß der großen Düne zurückließ sowie vor den englischen Linien bei La B a sse e. Es ist Meldung erstattet über eine ziemlich heftige Beschießung von Arras, Ecurie und Rodlin- c o u r t. Auf dem Plateau von N o u v r o n brachten die Deut­schen eine Mine zur Explosion, jedoch ohne Ergebnis. Aus den Argonnen meldet man ein leichtes Zurückweichen unserer Truppen, die Stellung nahmen auf einer neuen Linie, ungefähr 200 Meter hinter derjenigen, die sie besetzt batten. Das Gelände war lebhaft umstritten. Die Verluste des Feindes sind sehr groß, freilich hatten auch wir grö­ßere Verluste.

Trübselige Stimmung in Frankreich.

Bi% Genf, 31. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Alle bisherigen Wochenberichte des französischen Hauptquartiers

werden in Entstellungen durch den heutigen überboten. In ;rellem Widerspruch zu der optimistischen Darstellung über die Verhältnisse rat Argonnerwald steht das trübselige Nachwort, in welchem Jofsre eine empfindliche schlappe und die Preisgabe des wochenlang mit großen Opfern gehaltenen weitaus' wichtigsten westlichen Waldgebietes zugestehen muß. Auch die Tatsache, daß das französische Regi­ment Nr. 115 fast gänzlich aufzerieben sei, bleibt unwider­sprochen. Die Stimmung in der parlamentarischen Armee­kommission ist stark verdüstert. DerTemps" und an­dere Regierungsblätter betonen als dringende Notwen- s i g k e i t, mit Japan wegen eines Hilfskorps ins Reine zu kommen.

Untergang eines französischen Torpedobootes.

W. T.-B. Paris, 30. Jan. (Nichtamtlich) DerTemps" meldet: In der vergangenen Woche ist vor Nieuport das ftanzösische Torpedoboot 210 untergegangen. Fünf Mann der Besatzung sind ertrunken, die 25 übrigen wurden gerettet.

Ein bemerkenswerter Erlab eines französischen

Präfekten gegen das Franktireurwesen.

W. T.-B. Paris, 31. Jan. (Nichtamtlich.) ..Matin" meldet aus Nancy: Der Präfekt des Departements

Mcurtbe-et-Moselle hat den Bürgermeister einer großen Ge­meinde des Bezirks Nancy auf 15 Tage vom Amte suspen­diert, da dieser am 3. Januar auf ern deutsches Flugzeug, das die Gemeinde überflog, geschossen hatte. Nach dem Erlaß der Präfektur darf ern Z i v i 1 1 ft unter k e i n e n,11 m st ä n -> den zu den Waffen greifen, selbst wenn feindliche Flieger auf eine offene Ortschaft Bomben oder Fliegerpfeile herab­werfen. Der Fehler des B ü r g e r m e i st e r s ser um so größer, als er der Gemeinde mit gutemBeispiel voran, gehen müsse.

8u der Entrechtung der Naturalisierten in Frankreich.

W. T-B. Lyon, 31. Jan.Progres" meldet aus Paris: Das von der Kammer angenommene Gesetz über die Ungül­tigkeitserklärung über die Naturalisierung bestimmt, daß btt Naturalisierung aberkannt werden kann, wenn 1. der Natu­ralisierte seine ursprüngliche Nationalität beibehielt, als er die neue Nationalität erwarb, 2. wenn er gegen Frankreich Waffendienste tut,3. wenn er im Falle des Krieges sich der französischen Militärpflicht entzogen, und 4. wenn er während des Krieges einer ftemden Nation irgend welche Hilfe leistet. Die Ungültigkeit kann durch ein Dekret des Staatsrates auf die Gattin und Kinder ausgedehnt werden. Die Gattin und Kinder können binnen Jahresfrist die ftanzösische Nationali­st ablegen. Die Kammer nahm weiter einige Vorschläge über die Hausordnung an.

Eine Flugschrift der belgischen Regierung über die belgische Neutralität.

W. T.-B. Paris, 30. Jan. (Nichtamtlich.) DerMatiu" meldet aus Le Havre: Die belgische Regierung werde eine Broschüre mit einer Vorrede des Staatsministers Huys- m a n s über die belgische Neutralität veröffenllichen.

Ein feindlicher Flieger über RcichSweilcr.

W- T.-B. Straßburg, 31. Jan. (Nichtamtlich.) Am Freitag, 29. Januar, gegen Uhr erschien über der Bahn- station Rerchsweiler bei Mühlhausen i. E. ein feind­licher Flieger und warf fünf Bomben ab, die in den nächst der Bahn belegenen Betriebsanlagen der Kali- grübe Max geringen Schaden anrichtetc. Menschen wurden nicht verletzt. Der offeirbar von B e l f o r t gekom- mene feindliche Flieger entkam, noch ehe ein deutsches Flugzeug zu seiner Verfolgung über dem Ort erschien.

Die englischen Parlamentarier im Kriege.

W. T.-B. London, 80. Jan. (Nichtamtlich.) DieWest- minster Gazette" stellt fest, daß sich 190 Mitglieder des Oberhauses und 20 0 Mitglieder des Unterhauses im Kriege. befinden. Von den Unterhausmitgliedern seien etwa 50 Liberale, die Mehrzahl der übrigen Unionisten.

Unsere Unterseeboote.

Wieder drei englische Dampfer in Grund gebohrt.

Amsterdam, 31. Jan. Reuter meldet aus London: Das deutsche UnterseebootII 21" bohrte das englische DampfschiffB e n c r u a ch e n" vor Northshilds durch einen Torpedoschuß in den Grund. Die Besatzung, die aus 21 Köpfen bestand, ist in Fleetwood an die irische Küste gebracht worben. DieBencruachen" war ein kleiner Küstenfahrer. Der Kommandant des Unter­seebootes ließ der Besatzung zehn Minuten Zeit, dos Schiff zu verlassen. Die Besatzung wurde später aus der See mit einem Boot herausgeholt. Um V 2 I Uhr nachmittags bohrte dasselbe Unterseeboot den Dampfer L i n d a B l 0 u ch i" bei Liverpool in den Grund. DieLinda Blouchi" tat Dienst von Manchester nach Belfast. Die aus zehn Personen bestehende Besatzung derLinda Blouchi" wurde gerettet. Am Abend kam in Liverpool ein Dampfschiff an mit dem Bericht, daß die Besatzung gesehen habe, wie das Unterseeboot noch ein drittes Dampfschiff in den Grund bohrte. (Franks. Ztg.)

Deutschlands Stärke.

Befürchtungen derTimes".

Br. Amsterdam, 31. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der militärische Mitarbeiter derTimes" kommt nach einer Betrachtung über die vermutliche Stärke des deutschen Heeres zu dem Schluß, daß die Bundesgenossen im Westen damit rechnen müssen, daß binnen kurzem die bisherigen deut­schen Truppen im Westen durch neu ausgebildete Mannschaften ersetzt werden. Die alten Kerntruppen werden dann in starkem Umfang an bestimmten Punkten ver­sammelt werden, wo die deutsche Heeresleitung den letzten Versuch machen wird, die Front der Bundesgenossen zu durch­brechen, um eine Entscheidung und den S i e g zu erzwin­gen. DieTimes" erwartet dies für Ende Februar oder Ln. fang März.

Line englische Anerkennung der deutschen Finanzkraft.

W. T.-B. Kopenhagen, 31. Jan. (Nichtamtlich)Natio­nal Tidende" meldet aus London: Edward Holden, Direk­tor der Londoner City and Midland-Bank, erklärte auf der Jahresversammlung der Bank, Deutschland sei im­stand e, eine neue Anleihe von 5 Milliarden unterzu­bringen, und könne damit den Krieg weitere 6 Monate führen. Deutschland habe große Anstrengringen gemacht, um den Gold­vorrat der Reichsbank zu erhöhen. Da dieser jetzt 106 Millio­nen Pfund Sterling betrage, so sei es nicht klug, mit einem Ende des Krieges infolge Goldmangels Deutschlands zu rechnen, da dieses ftühestens in 12 Monaten oder noch später der Fall sein könnte.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Oer österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Weitere Erfolge der Artillerie.

W. T.-B. Wien, 31. Jan. (Nichtamtlich) Amtlich wird vom 31. Januar, mittags vcrlautbart: An Dunajez und an der N i d a herrschte gestern auf beiden Seiten lebhafte Artillerietätigkeit. Unsere in der letzten Zeit schon mehrmals mit guter Wirkung feuernde Artillerie hatte auch gestern Erfolg. Der Feind räumte im heftigsten Feuer einige Schützengräben. Auch auf der übrigen Front in Russisch-Polen zeitweise Geschützkämpfe.

In den Karpathen verlief der Tag ruhig. Im Waldgebirge wird noch um einige knapp nördlich der Patz- höhe liegenden Stellungen gekämpft.

Der stellvertretende Chef des Generalstabs: v. H ö f e r, Fcldmarschalleutnant.

ver österreichisch-ungarische Vormarsch in der Bukowina.

Br. Mailand, 81. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) DerSecolo" meldet aus Bukarest vom 24. Januar: Die russische Offensive in der Bukowina ist auf den heftigsten Widerstand der Österreicher gestoßen. Besonders in den Stellungen von Oss 0 i und Z u g r e n i. Am Freitag sind die Russen nach verzweifeltem Kampfe in der Richtung Pozorida zurückgewichen. Sie ließen Tote und Verwundete zurück. Die Österreicher machten einige hundert Gefangene. In Giozanesti konnten die Russen ihre alten Stellungen behaupten, aber die österreichische Artillerie, die kürzlich verstärkt wurde, brachte acht russische Kanonen zum Schwelgen und hielt den russischen Vormarsch auf.

Eine Besichtigung österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen durch den Armeekomman­danten Erzherzog Friedrich.

W. T.-B. Wien, 31. Jan. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequartrer wird gemeldet: Der Armeekom­

mandant Feldmarschall Erzherzog Friedrich besich- tigte im Laufe des Januar das 14. Armeekorps, insbe- sondere die bei dem Korps eingestellten 31.5-Zenti- meter-Mörserbatterien, denen er besonderes Interesse zuwandte. Der Erzherzog besichtigte ferner die mit dem 14. Korps zusammen operierenden deutschen Truppen) deren Kommandanten dienstliche Meldungen