Verlag Langgaffe 21
„Tagtl«tl-Haus".
Kchs!ter-H»lle geöffnet Bon 8 Uhr morgen» bis 8 Uhr abends.
wöchentlich
»«»„gs-BrrtS für beide ««sgaben: 70 Psg monorlich, M. vierteljährlich durch den Berlin Langüajje 21 . ohne «rmgerloh» M. S.- vierteljährlich durch alle deutschen Posiaustaltrn. ausschließlich Bestellgeld, - «ejngs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle 2iz. marikring lg. iow« die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Sin», gabettrllen und in den benachbanen Landorten und im Rheingau die betreffenden TagblaN-Träger.
12 Ausgaben.
Fernruf:
„Tagblatt.Hans" Nr. 6650-53.
Bon ! Uhr morgen» bi» 8 Uhr abend», außer Sonntag«.
Slnzeiaen-Preis für die Zeile: tb Psg. für örtlich-
in einheitlicher Satzsorm: Ä Mg. in davon abweichender Satzausfuhrun^. sowie für alle übrigen örtlichen
gen im „ArbeitSmarN" und „Kleiner Anzeiger"
Anzeigen: 30 Psg. für alle auswärtigen Anzeigen: : Ml. sür öriliche Reklameii: 8 Ml. für »urwänige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer BerechnlMg. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in lurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.
mittag«: für di« MorgenAusg bi« g Ub/nachmitta?» Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdarf Güntzelftr. 66, Fernipr.: Amt Uhland 450 u. 451. raqen'ündMähen ^wir» s'ü!?Kew!ibr^!Ärnömm'n!
Zreitag, 29. Januar 1915.
Morgen - Ausgabe.
Nr. 47. - 63. Jahrgang.
Der ttrieg.
Die Seeschlacht in der Nordsee.
Englische Schilderungen.
Br. Haag, 28. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) DaS in Edinburgh erscheinende Blatt „Scottland" veröffentlicht Einzelheiten zu dem Seegefecht in der Nordsee, die ihm von einer Anzahl englischer Teilnehmer am Gefecht geschildert wurden. Natürlich sind diese Erzählungen englischer Seeleute durchaus englisch gefärbt. Die deutschen Verluste werden auch hier stark übertrieben, während über die englischen, wie gewöhnlich, nichts zu berichten ist. Aus den Orten, wo die Engländer am Morgen jenes denkwürdigen Sonntags das deutsche Geschwader in Sicht bekamen, ist mit fast unfehlbarer Sicherheit anzunehmen, datz ihr Zi e l Newcastle onTyne war, und dann auch Hartlepool wieder einen Besuch erhalten sollte. Die Stärke und Zusammensetzung des deutschen Geschwaders erfuhr man lange vorher durch Torpedopatrouillen. Einige Minuten nachdem die Deutschen in Sicht des englischen Geschwaders gekommen waren, bot die Nordsee ein seltenes Schauspiel. Es gingen sofort die dem Typ entsprechenden Schisse gegeneinander los, Torpedojäger gegen Torpedojäger, leichte Kreuzer gegen leichte Kreuzer und Schlachtkreuzer gegen Schlachtkreuzer. Von dem Augenblick an, wo die D e u t s ch e n die englischen Schlachtschiffe erblickten, fuhren sie auf dem kürze st enWegezurück, um unter den Schutz ihrer Minenfelder und ihrer Küstenforts zu gelangen. Sie hatten ungefähr 120 Meilen vor sich und eine rachgierige, (!) feindliche Flotte hinter s i ch. Die Verfolgung dauerte lange, bis endlich die Kanonen sprechen konnten. Erft nach 40 Meilen rasender Fahrt über den Ozean wurden die ersten Schüsse abgegeben, die wirklich einen Erfolg hatten. Der „L i o n" führte die englischen Schlachtschiffe an, ihm folgten wieder „Princeß Royal", „Imdomi table" und „New Seeland". Die Absicht des englischen Generals D e a t t h war, die volle Schnelligkeit seines Geschwaders auszunutzen, um die schnellsten deutschen Schiffe zum Kampf zu zwingen. Der „L i o n" holte zuerst den langsamer fahrenden deutschen Kreuzer „B l ü ch e r" ein und gab eine volle Breitseite auf ihn ab. „Lion" hielt sich aber bei diesem ersten Gegner nicht auf, andern wußte die schnelleren deutschen Kreuzer zu erreichen. “tcx „Tige r" kam in Kielwasser des „Lion" an dem „Blücher" vorbei und gab gleichfalls eine volle Breit- feite auf: ihn ab, desgleichen „P r i n c e tz Royal". Angesichts der großen Überlegenheit des englischen Geschwaders mutzten die Deutschen möglichst schnell das schützende Minengebiet zu erreichen suchen. Die deutschen leichten Kreuzer gingen gleichfalls mit großer Schnelligkeit zurück. Nach zweistündigem Kampf kam „Lion" in Schußweite des zweiten deutschen Kreuzers und kurz darauf eilten „Tiger" und „Princeß Royal" dem englischen Flaggschiff zu Hilfe. Alle drei richteten nun ihr Feuer auf den als letztes Schiff Ehrenden „D e r f f l i n g e r". Die englischen Kreuzer brachen jedoch ab, als das Gefecht sich auf das deutsche Minenfeld hinüberzuspielen drohte. Die englischen Teilnehmer an der,.Seeschlacht behaupten, sie hätten außer dem gesunkenen „Blücher" zwei weitere deutsche Schiffe schwer beschädigt. „Derfflinger" hätten sie sicher erkannt, von dem anderen wüßten sie nicht, ob es sich um „Moltke" oder „Seydlitz" handle. Als der „Lion" sich aus dem Kampfe mit den deutschen Schlachtkreuzern zurückzog, hätte er versucht, den lei ch- ien deutschen Kreuzern, die ihre Schnelligkeit und ihre Artillerie ausgezeichnet ousnützten, den Rüttzug abzu- schueiden. Der Versuch mißlang jedoch. Inzwischen war das Los des „B l ü ch e r" besiegelt, Schiff nach Schiff hatte ihn beschossen, aber tapfer focht der deutsche Kreuzer bis zum Sinken. L-ein Deck bildete eine einzige Masse verböge- ner brennender und glühender Eisenteile, während immer noch die deutschen Geschütze das Feuer aufrecht erhielten. Schließlich gelang es dem englischen kleinen Kreuzer „Are- t h u s q" ein Torpedo gegen den „Blücher" zu lancieren, der ihn unter Wasser ttaf. Mit schwerer Schlagseite begann „Blücher" zu sinken. Plötzlich kenterte das Schiff und verschwand in den Fluten mit lautem Getöse, das von zahlreichen Explosionen herrührte. Einen Augenblick kam das Schiss noch e i n m a l an die Oberfläche. Hunderte rangen mit den Wellen. Die zurückgebliebenen englischen Torpedojäger und leichten Kreuzer fischten von den überlebenden io viel wie möalick> auf.
Ein Lob der englischen Matrosen für die „Blücher"
W. T -B. London. 28. Jan. (Nichtamtlich.) „Daily News" melden aus Harwich: Die britischen Matrosen zollen der „Blücher" für ihre seemännische Tapferkeit, mit der sie dem Ende -ntgegenging, großes Lob. Das Schiff leistete bis zum letzten Augenblick Widerstand und ging ohne jede Panik unter, selbst als jeder Mann sah, daß sein Ende gekommen sei. Die Kanonen des Hinterschiffs feuerten noch in der letzten Sekunde.
Der Bericht eines „Augenzeugen".
Br. Rotterdam, 28. Jam. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Ein Augenzeuge des Seegefechts in der Nordsee teilt noch mit: Die Deutschen schlugen sich gut, und mehrere ihrer Schüffe waren Treffer, richteten aber keinen Schaden an. Der „Lion" und „Tiger" wurden beide getroffen und das Flaggschiff räumte später seinen Platz in der Linie der «Princeß Royal" ein. Daraus erklärt sich vielleicht die deutsche Behauptung, datz ein englischer Linienkreuzer untergegangen
sei. Der „Lion" hatte mittlerweile den „Blücher" gerammt, aber die „Princeß Royal" feuerte den Schuß ab, der ihn versenkte. Gegen Ende des Kampfes machten deutsche Unterseeboote wiederholt den Versuch, die Liniemkreuzer arrzugreifen; sie wurden aber von Torpedojägern, welche die großen Schisse mit großer Schnelligkeit umschwärmtem, ferngehalten.
Der vorläufige Bericht des Admirals Beatty.
Der Rückzug der Engländer zugegeben.
W. T.-B. London, 28. Jan, (Nichtamtlich. Reuter- Meldung.) Der vorläufige Bericht des Admirals Beatty besagt: „Lion" und „Tiger" fuhren an der Spitze des Geschwaders und befanden sich einige Zeit allein im Feuer. Diese Schiffe waren daher dem konzentrischen Feuer des Feindes ausgesctzt. Allein diese Schisse wurden getroffen. Ein dem Kessel be§ „Lion" zugefügter Schaden, durch welchen die Maschine unbrauchbar wurde, verhinderte zweifellos einen größeren Sieg. Die Anwesenheit feindlicher Unterseeboote nötigte uns, das Gefecht abzubrechen.
Die brittschen Verluste und der Zensor.
Sr. Amsterdam, 28. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Wie in englischen Blättern gemeldet wird, finden die Angaben der deutschen Admiralität über die Verluste der bei der Seeschlacht beteiligten englischen Schiffe ihre Bestätigung durch Berichte von Reisenden aus London. Danach waren die englischen Verluste ursprünglich an dem Tepeschenaushang der „Mörningpost" bekannt gegeben, Die Veröffentlichung wurde aber vom Zensor nicht zugelassen, d-m die Zeitungen anwies, nur amtliche Reuter-Berichte zu veröffentlichen. _
Die Lage im westen.
Die französischen Soldaten werden schlapp.
Basel, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Ein Artikel von Dcscavct im Pariser „Journal" bestätigt, das) Tau- sende von französischen Soldaten hinter dre Front gebracht werden muffen, weil sie den Anstrengungen nicht gewachsen sind. Da die Ausstattung der Depots ungenügend ist, wird das Publikum ausgefordert, Geld sür die Ausstattung der Depots zu spenden.
Der französische klbendbericht.
Wie die ernste Schlappe von Craonne dargestellt wird.
W. T.-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Amt- sicher Bericht vom 27. Januar, 11 Uhr abends. Der Feind versuchte in der vergangenen Nacht einen Handstreich im Walde von La Marc im Gebiete von Tracy- le - Va l. Nach einem heftigen Gewehrfeuer brachte er Minen zur Explosion, die unsere Schützengräben auf eine Front von 50 Meter zerstörten. Wer infolge des Seitenfeuers unserer Artillerie konnte er sich dort nicht festsetzen. Diese Schützengräben wurden wieder besetzt und wieder instand gesetzt.
Westlich Craonne war die Nacht ruhig. Die Kämpfe am 25. und 26. Januar in diesem Gebiete weisen folgenden Charakter auf: Nach langer heftiger Beschießung mit großkalibrigen Granaten und Bomben, griff deutsche Infanterie auf der Front Hurtebise-Walü von Foulon an, wurde aber überall mit großen Verlusten zurückgeworsen, außer bei La Creute. Ein durch das Einschlagen großkalibriger Geschosse ver- ursachtcr Erdrutsch verstopfte den Eingang eines alten S t e r n b r u ch s, welcher der Besatzung unserer Schützengräben von La Creute in einer Stärke von 2 Kompagnien als Unterstand diente, die dort also ern- geschlossen wurde. Der Feind konnte so in La Creute Fuß fassen. Er drang in den Wald von Foulon ein und machte die benachbarten Schützengräben unhaltbar, die wir räumen mußten. Gegenangriffe, die uns einen guten Teil des verlorenen Geländes wiedergewinnen ließen, waren äußerst glänzend. Der Mut unserer Truppen zeigte sich über alles Lob erhaben. Der Feind erlitt sehr große Verluste und ließ 1000 Leichname (?) auf dem Kampfplatz zurück. Gefangene, die wir machten, gehören vier verschiedenen Regimentern an, was die Bedeutung des Angriffes beweist.
In den Argonnen bei St. Hubert mißlang ein deutscher Angriff. Mährend des Tages wurden drei neue Angriffe in zweistündigem Abstand ausgesüihrt. Alle wurden kräftig abgewiesen. Die Nacht vom 26. mm 27. Januar verlief im Elsaß und in den Vogesen ruhig. Von der übrigen Front wird nichts Wichtiges gemeldet.
Die Schlacht bei La Baffes.
Br. Amsterdam, 28. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Reutcr meldet aus Boulogne: Das Gefecht bet La Baisse
dauert fort. Um 4 Uhr nachts kamen noch Ambmänzzügo an. Wie sich aus den bisherigen Berichten entnehmen läßt, verlief anfangs das Gefecht günstig für die Deutschen, später wollen die Verbündeten Vorteile errungen haben. DaS Gefecht, das am Sonntag begann, setzte mit dem deutschen Angriff auf die Lausgräbeu eines der englischen Regimenter ein.,
die auch erobert wurden. Montagabend wurden diese Gräben im Gegenangriff nach einem wahnwitzigen Gefecht zurückerobert. Der Angriff aus Bethune wurde von den Deutschen in geschlossener Formation durchgesührt, eine Angriffsart, die seit der Schlacht in Flandern nicht mehr versucht worden war.
Die Verluste der französischen Marine.
Aus dem Haag, 27. Januar, wird gemeldet: Aus einer Erklärung, die der französische Marineminister dem Berichterstatter der „Times" in Paris gegenüber über die Verlust« der ffanzüsischen Marine seit Anfang des Krieges machte, geht als bis jetzt unbekannte Tatsache hervor, datz in der vorigen Woche bei N i e u po rt ein französisches Torpedoboot unter ging. Von den 40 Mann der Besatzung ertranken ö. Im Adriatischen Meer wurde ein großer französischer Kreuzer torpediert, aber ohne Verlust m» Menschenleben. Der Schaden war in sechs Wochen repariert.
Die französische Zensur.
W. T.-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Eclair" ist von der Zensurbehürde benachrichtigt worden, daß die Behörde wegen der scharfen Artikel gegen die Zensoren den „Eclair" künftig nicht mehr lesen werde. Wenn der „Eclair" irgend etwas veröffentlichte, was gegen die Gesetze verstoße, werde er mit aller Strenge des Gesetzes bestraft.
Ein Zwischenfall in der französischen Kammer.
W. T-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet: Der Kammerausschuß, welcher über die Beurlaubung der im Felde stehenden Deputierten besttmmen wollte, bat den Kriegsminister um Übermittelung einer vollständigen Liste der einberufenen Deputterten und Angaben, wo sie an der Front verwendet würden. Zu dem abschlägigen Bescheid des Kriegsministers beschloß der Ausschuß am Donnerstag vor der Kammersrtzung zu erörtern, ob dem Zwischenfall eine weitere Folge zu geben sei.
Eine neue „Gefahr" für die Engländer in Frankreich.
Br. Rotterdam, 28. Jan. (Eig. Drahibericht. Ktr. Bln.) Der Berichterstatter der „Times" in Paris richtet die Aufmerksamkeit der Engländer auf einen deutscherseits unter den Franzosen gegen England geführten Feldzug, welcher nicht wirkungslos bleibe. Die Deutschen benutzten dazu an Familienmitglieder gerichtete Briefe, welche sich bei gefallenen Franzosen vorfind««. Sie senden die Briefe an die Familie n der Gefallenen mit einem Begleitschreiben, worin sie ihre Teilnahme äußern, aber der Schlußsatz lautet fast immer, daß man jene Verluste nicht zu betrauern hätte, falls England nicht den Krieg verursacht hätte.
Die Entrechtung der Deutschen, Österreich-Ungarn und Türken in Frankreich.
W. T.-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.). Dem Bericht des Berichterstatters Bernard über den Gesetzentwurf, betreffend die Ungültigkeitserklärung der Naturalisierung, der am 28. Januar in dem Bureau der Kammer niedergelegt wird, entnimmt der „Temps", datz es sich nicht um eine grundsätzliche Änderung der Naturalisierungsgesetze handelt, sondern um ein N o t g e s e tz, das nur auf Naturalisierte Anwendung findet, die ehemalige Untertanen einer augenblicklich mit Frankreich im Krieg befindlichen Macht sind. Das Gesetz wird demzufolge mit dem Tage des Friedensschlusses Gesetzeskraft verlieren. Dem Gesetzentwurf zufolge hat die Ungültigkeitserklärung keine Rückwirkung auf die Familie des Naturalisierten, so daß lediglich derjenige der ffanzüsischen Nationalität verlusttg geht, gegen den die Nichtigkeitserklärung beantragt wird. Ein Zusatz des Deputierten Berry, demzufolge den Deutschen, Österreichern und Ungarn das Recht aberkannt werden soll, Besitz in Frankreich und den ffanzüsischen Kolonien zu haben, ist von der Regierung verworfen worden, da diese Maßnahme während des Krieges unnütz und verfrüht ist, wenn sie die Periode nach dem Friedensschluß treffen soll. Dem Bericht ist eine Statistik über die Naturalisierungen von deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Staatsangehörigen von 1890 bis 1914 beigegeben, nach welcher während dieser Zeit 10 382 Deutsche und 2823 Österreicher und Ungarn in Frankreich naturalisiert worden sind.
Englische Kohlen für Frankreich.
W. T.-B- Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Matin" meldet: Die englische Admiralität beschloß, Frankreich
Kohlen zu liefern. Der Beschluß ist die Folge längerer Unterhandlungen zwischen den ffanzüsischen und englischen Ministerien.
Eine grobe französische Lüge.
W- T.-B. Köln, 28. Jan. (Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." meldet: Der Bürgermeister von Malmedy, Kalbert, erklärt, daß der Inhalt des Artikels in der Zeitung „Le Journal" Nr. 8144 vom 13 Januar, nach welchem die deutschen Truppen, in der Meinung schon in Belgien zu sein, die deutsche Stadt Malmedy verbrannten und plünderten, sich als grobe Lüge darstelle.
Eine aufsehenerregende Enthüllung in Paris.
Br. Genf, 28. Fan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Barräs veröffentlicht im „Echo de Paris" ein Bekenntnis, welches ihrn der jüngst verstorbene Nationalist T h i e bä u t auf dem Totenbette machte. Barräs war seinerzeit der Gegenkandidat B o u l a n g e r s. Nack» dein Eide Thiebants bekam General Boulanger acht Millionen, um die Republik zu verraten. Dies
