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a}eri SM««"f«J' C 21 TVLckentlick 12 Ausgaben. ..Ta,dl-t»^.«ö - Nr.6650-53.

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mtttaa8^fü?d^^Norae^g^u^q.^is^uhr^nächmittaqr^ Berliner Schriftleitung desWi-shadenerTaqbl-tts: Be'rlin-WilmrrsdorfGüntzelstr. 66,Frrnspr.: AmtUhland 450 «.451.

Donnerstag, 28. Januar 1915.

klbend-Ausgabe.

Nr. 46. . 63. Jahrgang.

Oer Urieg.

Der Tagesbericht vom 28. Januar.

Lin weiterer Erfolg bei Lraonne.

Heber ttOO Zranzofen gefangen. Schwere Ver­luste der Zranzosen auch in den Vogesen und im Gberelsatz.

Russische Angriffe zuriickgeschlagen.

W T.-B. Großes Hauptquartier, 28. Jan., vor­mittags. (Amtlich)

westlicher Rriegsschauplatz.

Au der flandrische» Küste wurden die Ortschaften Middelkerke und Slype von feindlicher Artillerie be­schossen.

Auf den Craonner Höhen wurden dem Feinde weitere an die vorgestern eroberte Stellung östlich an­schließende 5 00 Meter Schützengräben entrissen. Franzö­sische Gegenangriffe wurden mühelos abgewiesen. Der Feind hatte in den Kümpfen vom 25. bis 27. Januar schwere B e r l u st e; über 15«» tote Franzosen lagen auf dem Schlachtfclde» 110« Gefangene, einschl. der am 27. Januar gemeldeten, fielen in die Hände unserer Truppen.

In den B o g e s e n wurden in der Gegend S e n o n e s und BardeSapt mehrere französische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen.

1 Offizier und 5« Franzosen wurden gefangen genom­men. Unsere Verluste sind ganz gering.

Im Oberelsaß griffen die Franzosen auf der Front Rieder - Aspach-Hcidweiler-Hirzbacher Wald unsere Stellungen bei Slspach-Ammcrzwciler-Heidwciler und am Hirzbacher Wald an. Überall wurden die Angriffe mit schweren Verlusten abgewiefen. Besonders stark waren die feindlichen Verluste südlich Heidweiler und südlich Ammerzwcilrr, wo die Franzosen in Auflösung zurückwichen; 5 französische M a s ch i n e n g e w e h r e blieben in unseren Händen.

Westlicher Rriegsschauplatz.

Unbedeutende feindliche Angriffsversuche nordöstlich Gumbinnen wurden abgewiesen.

Bei Biezun nordöstlich Sierpz wurde eine russische Abteilung z u r ü ck g e s ch l a g e n.

In Polen sonst keine Veränderung.

Oberste Heresverwaltung.

Oie Seeschlacht in L.ee Nordsee.

Der grögece staden aus englijcher Seite.

Die heutigen Berliner Morgenülätter veröffent- lichen, wie aus der Reichshauptiiaöt gedrahtet wird, nunmehr eine eingehende deutsche Dar- stellung, die den englischen Lügen und Verleumdun­gen gegenüber die Wahrheit feslsieüt. Wir folgen dem Bericht der „K. Z.":

Gegenüber den Versuchen der englischen Bericht­erstattung, das Seegefecht in der Nordsee am Morgen .des 24. Januars zu einem englischen Erfolg umzu- dichten und damit das durch die deutschen Erfolge zur See geminderte Ansehen der englischen Seemacht wie­der zu heben, zumal in den Augen der Neutralen, er­scheint es angebracht, noch einmal im Zusammenhang auf Grund der Mitteilungen von wohlunterrichteter Seite auf den Hergang diefes Gefechts zurückzukommen.

Ain Morgen des 24. Januars sind, wie bekannt, unsere Panzerkreuzer „Seyülitz". „Derfflrnger", „Moltke" und „Blücher", ferner 4 kleine Kreuzer und

2 Torpedobootsflottillen auf dem westlichen Kurs von Helgoland in die Nordsee ausgelaufen. Bald wurde der englische Verband, der offenbar patrouillierte, in einem Abstand von ungefähr 120 Meilen von Helgo­land gesichtet. Der deutsche Admiral nahm eine Kurs­richtung nach Südostssn ein. Man kann an- nehmen, daß er dies getan hat, um den Gegner nach der deutschen Küste und womöglich in der Bereich von Helgoland und etwaiger deutscher Minen­sperren und Unterseeboote, vielleicht auch der deutschen G e sch w a d e r herüberzuziehen. Auch werden die Wind- und Beleuchtungsverhältnisse, die bei Seegefech­ten eine so große Rolle spielen, für diesen Entschluß mitbestimmend gewesen sein. Der Gegner nahm den g l e i ch e n Kurs und kam so in eine Stellung etwas hinter der deutschen Linie. In dieser Richtung verlief das Gefecht, das von 9 bis 1 Uhr dauerte, nach der deutschen Bucht hin und kam bis auf 70 Seeineilen an Helgoland heran. Der englische Admiral eröffnete das Feuer. Auf deutscher Weite führte die Lchifse Konteradmiral Hippel. Er hatte seine Flagge auf der „SeydIi tz" gesetzt, die auch das Spitzen- Schiff war. In der Reihe der deutschen Schisse stand

„Blücher" am Ende. Der Abstand bei der Feuer­eröffnung betrug ungefähr 20 Kilometer. Der Gegner verfügte über eine überlegene Geschwindig­keit, weil der deutsche Admiral aus sein an Geschwin­digkeit geringstes Schiff, „Blücher", Rücksicht nehmen mußte. Er verfügte über nur 25 Meilen, die Engländer über etwa 28. Die Engländer gingen trotz ihrer überlegenen Geschwindigkeit zunächst nicht näher heran. Am Schluß des Gefechts war die Ent- fernung 15 Kilometer. Das Feuer der Engländer scheint sich von Anfang an st a r k auf den „B l ü ch e r" gerichtet zu haben. Sehr bald erlitt „Blücher" denn auch eine Maschinenhavarie und mußte Zurück­bleiben. Die übrigen Schiffe setzten das Gefecht fort und konnten, wie selbstverständlich, auf das zurück­bleibende Schiff keine Rücksicht nehmen. „Blücher" legte sich über und feuerte weiter aus die feindliche Linie. Das Gefecht zog sich weiter und „Blücher" blieb allein. Diese Gelegenheit benutzten die eng­lischen Torpedoboote, um dieses Schiff, das seine Ar­tillerie nicht mehr voll zum Ansatz bringen konnte, zu beschießen. So wurde „Blücher" bald der Todesstoß versetzt. Um 12 Uhr 37 Min. sah man noch eine heftige Explosion aus „Blücher", und das Schiff sank. Es ist ganz sicher fest gestellt, daß „Blücher", ehe er unterging, zwei englische Torpedoboots­zerstörer vernichtet hat. Es sei hier gleich be­merkt, daß ein dritter englischer Zerstörer von einem deutsches Unterseeboot vernichtet wurde. Als „Blücher" im Sinken war, näherten sich die Eng­länder und nahmen die Überlebenden auf. . Das Ge­fecht nahm währenddessen weiter seinen Gang auf süd­östlichem Kurs und wurde bald nachher von den Engländern abgebrochen, über den Grund des Abbruchs kann man nur Vermutungen hegen. Ob den Engländer Besorgnis vor unseren Unterseebooten dazu veranlaßt hat, oder ob ihm die Annäherung an die deutsche Bucht nicht erwünscht war, oder ob das A u s s ch e r e n eines seiner Schiffe, das er zu retten wünschte, dazu Veranlassung gab, ist ungewiß. Es steht fest, daß auf deni ersten ^Schiff der feindlichen Linie eine recht erhebliche Schlagseite vor­handen war, und daß auf dem zweiten ein großer Brand wütete. Auch müssen in der feindlichen Linie erhebliche Havarien eingetreten sein, denn sie war am Schluß des Gefechts auseinanderge­rissen. Jedenfalls schor ein Schiff der feindlichen Linie aus und blieb zurück. Im Verlauf des Gefechts hatte sich das Meer mit Pulverdampf und Rauch bedeckt. Eines unserer Torpedoboote fand plötzlich Gclcgcnheii zum Schuß auf ein aus dem Dunst ihm gegenüber auf- iauchcndes englisches Schiff. Es gab zwei Torpcdo- schüsse ab, und dieses Schiff wurde gettoffen und sank. Daß es sank, kann nicht in Abrede gestellt werden, denn es wurde von dem Torpedoboot s e l b st, vom Panzerkreuzer „M o l t k e" und von einem über der Szene kreuzenden „Zeppelin" aus beobachtet. Vermutlich veranlaßte dies den Gegner zum Abbruch des Gefechts. Was die leichten Streitkräfte betrifft, so sind sie auf beiden Seiten nicht in Aktion getreten.

Das Gesamtergebnis des Gefechts ist für uns g ü n st i g. Haben wir den Verlust eines Panzerkreuzers von 16 000 Tonnen zu beklagen, von dem übrigens außer den als gerettet bereits ge­meldeten Mannschaften weitere 200 gerettet sind, so haben die Engländer einen modernem Schlacht­kreuzer von 28 000 Tonnen verloren. Einer unserer Kreuzer ist gänzlich unversehrt. Unsere Schiffe haben sehr wenig unter dem Feuer gelitten. Nur eines hat einen Volltreffer erhalten, der einen geringen Maschinen schaden und g c- ringen Menschenverlust herbeiführte. Von unseren Torpedobooten ist weder eines gesunken, noch hat eines irgendeine Beschädigung oder Menschenverlust zu ver­zeichnen. Von den deutschen Kleinen Kreuzern hat nur einer eine unbedeutende Schnßverletzung und zwei Tote. Auf der Gegenseite ist mit Sicherheit beträchtlicher Materialschaden sestgestellt. Aus den eng­lischen Berichten gebt hervor, daß „Lion" drum Unterwasser treffer erhalten bat, infolae dessen einige Teile voll liefen, und das Schfff 'ins Schlepptau genommen werden mußte. Aus den Meldungen über d°e Toten und Verwundeten auf zwei englff<b-m Schlachtkreuzern gebt hervor, daß einige unterer Schüsse hinter den Panzerschutz eingedrungen sind. Unsere Schisse kehrte» geschlossen in ihren Standort zurück.

Ein zutreffendes Urteil dazu.

Berlin, 28. Jan. (Ktr. Bln.) Es ist kein Zweifel, sagt die „Kreuzztg.", daß die wesentlich größe­ren V e r l u st e auf seiten des englischen Ge­schwaders sind, trotzdem dieses über die weitaus stärkere Artillerie und eine weitaus

größere Schnelligkeit verfügte. Kein Waffen­gang sei daher weniger als dieser geeignet, das etwas v e rb e u l t e P r e st i g e der englischen Flotte wiedcr- herzustcllen.__

Oie Lage im Westen.

Die französischen Tagesberichte.

W. T-B. Paris. 28. Jan. (Nichtamtlich.! Amtlich wird berichtet vom 27. d. M.. 3 Uhr nachmittags: _ In den Ab­schnitten Nieupart-Apern finden Artilleriekämpfe statt. Ein deutsches. Flugzeug wurde innerhalb der Lime der belgischen Armee heruntergeschossen. Nach Erklärungen Gefangener war es nicht ein Bataillon, sondern eine Bri­gade, welche am 25. Januar unsere Schützengräben östlich p e r rt angriff Der Feind verlor hierbei den Esfektlvbe- stand von iy z Bataillonen Es bestätigt sich, daß bei La B a s s tz e, Givenchy und Gouinchy die Deutschen gestern eine große Schlappe erlitten. Allein an der Straße La Bassee-Bethune wurden die Leichen von 6 Offizieren und 800 Mann gefunden. Die Gesamtverluste der Deutschen be­trugen sicherlich den Efsektivbestand von mindestens zwei Bataillonen. Zwischen der LYs und Soissons fanden Artilleriekämpfe statt. Im Gebiete von Craonne behaupt teten wir die Schützengräben, welche wir durch Gegen­angriff wieder genommen Huben. Im Gebiete Perthes, Höhe 204, ivurden heftige feindliche Angriffe zurückgewiesen. In den A r g o n n e n, in dein Gebiete St. Hubert, wurde ei« deutscher Angriff durch' französische Bajonette zurückgewiesen» In St. Mi hie l zerstörten wir die neuen Stege des Fein­des über die Maas. In Lothringen und den Vogesen verlief der Tag ruhig.

Anmerkung des W- T.-B.: Der Versuch, die Erfolge der deutschen Waffen in Schlappen umzudichten, wird kaum rn Frankreich selbst gläubige Seelen finden.

Zur Tagung der französischen Uammer.

W. T.-B. Lyon, 28. Jan. (Nichtamtlich.) ,Hdou- velliste Lyon" meldet aus Paris: Me Vorsitzende« der Kammergruppen in den großen Kammer­ausschüssen traten am 26. Januar zu einer Be­sprechung mit dem Präsidenten Dechanei zusammen, um die Tagesordnung für die Kammersitzung, lvelche der morgigen Sitzung folgen soll, festzusetzen. Diese wurde auf den 4. Februar anberaumt, was ver­muten läßt, daß dann die Vertagung der Kammer oorgeschlagen werden soll. Die Tagesordnung für die Sitzung am 4. Februar umfaßt die Ratifizierung der von der Regierung erlassenen Dekrete zum Finanz- und Zollwesen, über das Verbot des Handels _ mit Deutschland und Österreich-Ungarn, über die deuffchen und österreichisch-ungarischen Versicherungsgesellschaften, ferner Abstimmungen über die Dekrete, betreffend Mehrausgabe von Schatzscheinen bis zu 3 Millionen, sow'e Gesetzentwürfe über ein Verbot des Verkaufs von Absinth und ähnlichen Spirituosen.

Die Rohlennot in Frankreich.

W. T.-B. Lyon, 28. Jan. (Nichtamtlich) Nach einer Mel­dung des „Nouvelliste Lyon" erklärte der Minister der öffent­lichen Arbeiten S e m b a t im Kammerausschuß für Berg­werkswesen, die Regierung beabsichtige, die Kohlenprodnktio« in Frankreich zu beschleunigen, indem sie alle bei de« Fahnen befindlichen Bergleute in die Bergwerke zurückschicke. Über den Kohlentransport und die künftige Kohlenversorgung machte Sembat beruhigende Angaben.

Tod eines ehemaligen französischen Kriegsministers.

IV. T.-B. Paris, 28. Jan. (Nichtamtlich) Wie der „Gaulois" meldet, ist der ehemalige Kriegsminister General Charnoine nach kurzer Krankheit gestorben.

Ein französischer Flieger im Oberclsaß abgeschossen.

Br. Paris, 28. Jan. (Gig. Drahtbericht. Kir. Bln.) Auf einem ErkundungLiluge nach den deutschen Stel­lungen in Oberelsaß hat bekanntlich der französische Aviatiker M o n t m i a n, der als Kriegfreiwilliger ins Heer eingetreten war, den Tod gefunden. Sein Flug­zeug wurde von den Deutschen unter Maschinengewehr­feuer genommen. Er konnte das Flugzeug noch inner- haD der französischen Stellung zum Landen bringen, erlag jedoch seinen Wunden. Montmian war ein Schüler Pegouds und selbst ein tollkühner Kopf­flieger. _

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Zum deutschen vorstotz in Polen.

Berlin, 28. Jan. (Ktr. Bln.) Zu dem deutschen Vorstoß in Polen wird der „Voff. Zeitung" aus Kopenhagen gemeldet, daß von militärischer Seite vor der Auffassung gewarnt wird, daß die Deutschen ihre bisherigen Anstrengungen, den Wider­stand der Russen in Mittelpolen zu brechen, aufgegeben hätten. '

Die deutsche Zivilverwaltung in Russisch-Polen.

\V. T.-B. Berlin, 27. Jan. (Amtlich.) Der Geheime Oberregierungsrat und Vortragende Rat in der Reichs­kanzlei v. Oppen ist zum Polizeipräsidenten von Lodz und Umgebung bestellt worden.