Nr. 42.
Dienstag, 26. Januar 1915.
Wiesbadener Tagblatt.
scheu Landsleute in Japan und Ostafien werden es sich nicht nehmen lasten, den tapferen Streitern hilfreich beizustehen. Sie haben es ums Vaterland verdient, daß wir in dieser schweren Zeit an sie denken und die Javaner sollen sehen, daß wir unsere Helden ehren und ihnen dankbar sind, Das Leben in Japan ist sehr teuer. Tabak und Zigarren kosten fünfmal so viel wie bei uns und die Gefangenschaft kann noch viele Monate dauern. Der amerikanische Botschaf- ter in Tokio, Mr. Guthrie, und der amerikanische Konsul in Nagasaki, Herr Karl Fritz Deichmann, haben das Lager besucht und festgestellt, daß die Gefangenen an Geld und Kleidung großen Mangel leiden. Deshalb wollen wir schleunigst eine Geldspende sammeln und den Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin bitten, das Geld telegraphisch nach Tokio zu schicken. Beiträge werden erbeten an: Norddeutscher Lloyd, Generalagentur, Leipzig, Post-
str aße 1." _ _
Deutsches Reich.
* Hof- und Personal-Nachrichten. Prinz Joachim von Preußen konnte bisher den zur Wiederherstellung seiner Gesundheit geplanten Erholungsurlaub nicht antreten, da vor einigen Tagen erneut starkes Fieber eintrat.
Der frühere Stadtdirektor von Wolfenbüttel, der frühere Reichstagsabgeordnete Justizrat Kurt v. Damm, Hilfs- kricgsgerichtsrat der Marine, ist an Herzschlag gestorben.
'Das Befinden des Erbprinzen von Braunschweig ist nach einer Privatmeldung des „Berliner Tageblattes" infolge eines Influenza-Rückfalles wohl ernst, aber nicht besorgniserregend.
* Die Kronprinzessin bei einem Vortage Harnacks.
Exzellenz Harnack hielt einen Vortrag über die neueste christliche Verkündigung als Predigt von dem Heiland und der Heilung. Wie alle Morgenblätter hervorheben, wohnte dem Vortraae die Kronprinzessin bei. _
* Anrechnung militärischer Dienstleistungen tn bei: Arbeiterversicherung. Der Bundesrat hat über die Anrechnung militärischer Dienstleistungen in der Arbeiterversicherung be- stimmt, daß die bezüglichen Vorschriften der Reichsvernche- rungsordnung auch für Militärdienstzeiten gelten, dre wahrend des gegenwärtigen Krieges in österreichisch-ungarischen Diensten zurückgelegt worden sind oder noch werden. Um diese Militärdienstzeiten als Wochenbeiträge zäblen und bei der Berechnung der Bersicherungsleistung anrechnen zu können. ist es. wie die „Neue politische Korrespondenz" mitteilt. erforderlich, daß sie von den Ouittungskarten-Ausgabestellen bei Aufrechnung der Quittungskarten der betreffenden Versicherten in der Aufrechnung der Quittungskarten auf Grund der Militärpapiere eingetragen werden.
* Kultivierung der Moore. Die Verwendung von Kriegs
gefangenen zu Kultivierungsarbeiten hat sich bisher bewährt. Jetzt werden zur Kultivierung des Königsmoors bei Tostedt etwa 780 Kriegsgefangene herangezogen, deren Unterbringung in Baracken erfolgt. Vielleicht würde es auch zweckmäßig sein, Kriegsgefangene zur Nutzbarmachung von Brachflächen für den Gemüse- und Kartoffelanbau zu verwenden. . _ ... . .
» „Gute alte Zeit" an der Riviera. Dre Syndikate der GastbofSbesitzer von Nizza, Cannes, Mentone, St. Raphael und Beaulieu veröffentlichen in den spanischen Blättern eine große Reklame-Anzeige, worin das Publikum aufgefordert wird, trotz des Krieges nach der französischen Riviera zu kommen, wobei ihm wohl als besondere „Attraktwn" ver- sprechen wird, dort — mit selten Lettern — kerne Deut- s ch e n zu finden, eine Saison du bon vieux temps (der guten alten Zeit). Man wird bei uns gut daran tun. so be. merkt mit Recht dazu die „Tägl. Rundschau", sich dies für später zu merken. Leider haben wir Deutsche im Laufe der Jahre an diesen Orten Hunderte von Millionen ausgegeben, obgleich uns ein in Nizza erscheinendes Mail schon immer mit giftigem Haß verfolgt hat. Vielleicht wird so manchem Deutschen, der es bisher durchaus nur an der französischen Riviera seiner würdig fand, nun doch die Lust vergehen, gerade durchaus dort sein schönes Geld für einen zweifelhaft schonen Aufenthalt auszugeben. Wer nach dieser unanständigen Gebärde der Fremdenindnstriellen von Nizza und Mcntone das dennoch wieder fertig brächte, der hätte die Gebärde verdient.
* Deutsch - Südamerikanisches Institut. Das Heft 4. welches den zweiten Otahrgana beschließt, de- Mitteilungen des Jnst'st'ts ist erschienen Als besorrde-» lesenswert beben Nur die. siedlungskundliche Studie Buenos-Aires von Dr. F. Kühn hervor.
Heer und ffoW».
Uniform für mittlere Bnubcamte. Für die Militär- Jrrterrdor-tur-Bausekretäre. Militär-Bausekretäre und Mrlrt.rr- Baureg ft otoren ist eine Uniform eingeführt worverr. Diese ist be- den Qber-Militär-Jntendantur-Bausekretaren und Mstrtä Jntendantur-Bausekretären wre bei den Ober Mi rtar- Jntendanturfeb etärew und Militär-Jntendanturfekrctar-n; außerdem «rn den Achselstücken eine 0.1 Zentimeter bre-te karmestnrote seidene Schnur zwischen den beiden Vlattschirn'eir und dem Geflecht beziehungsweise bei vier P-satt'chmi-en zwischen den beiden äußeren: am Waffenrock Kn-wie Mit
Wavvenscknld ferner Portevee von Gold. Die Uniformen für kne Ober-Militär-Dcmsekretäre Ober-Militär Baureprst atoren Mi'itär Bmisekretä e r'ndMilrtär-Baureaist atoren belieben aus Wasfenrock Überrock Mantel. Helm. Mütze Evauletten Hose und Bewastw-na wie für die unter 1 beaerchneten Beamten/ jedoch an Sieve des dunkelblauen Samtes überall kornb nmen- blaues Tuck und die Evauletten mit Felde-n von ° forme Rn* rotem und mit Unterfutter von kornblumenblauem Tuch sowie ohne Kantilseneinfastnna des Evaulettfeldes. Achselstücke wie fir- die Mflitär-Jntendantur-Bausekretä'-e jedoch korn^umen- hl<r,w T'ich-'nt-rlaae. für die Qbcr-M'litS--Banregistratoren und Mstitär-Bmireaiftrvtoren ohne die karmestnroie seidene S-cknirr-. Die Beamten mit einem Stellendienstaster von mehr als sechs Fahren t-aaen airf den Evauletten und Achsel,tuckerr eine d'e übriaen keine Rosette. Die Bestimmungen über die Feldmilforwen gelten auch für die unter 1 und 2 oben be- zeichneten Beamten.
Für Anwärter für die Laufbahn von höheren Sckiffban- und Maschinenbaubramten. Bei dem Kommando der Marine- station der Ostsee zu Kiel werden von jetzt ab schriftliche Anmeldungen von Anwärtern für die Laufbahn von höheren Schiffbau- und Maschinenbaubeamten entgegengenomwen. Die Vorlage der Anmeldungen und der beizufügenden Pa- Piere hat nach den „Vorschriften für die Ergänzung der höheren Marinebaubeamten für Schiffbau und Maschinenbau" im Verlag von Mittler u. Sohn, Berlin, Kochstraße 68/71, zu erfolgen. Ob die Laufbahn mit einer einjährigen Ausbildung an Bord oder einer praktischen Ausbildung auf der Werft beginnt, wird noch festgesetzt. Die Anmeldeliste wird am 15. Februar geschlossen. Die Annahme erfolgt zum 1. April. Beantwortung der Anmeldung ist nach ungefähr 14 Tagen nach dem Eingang der Papiere zu erwarten.
5lu§ §1adt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Die klrbeit der freiwilligen Sanitäter.
Die Freiwillige Sariitätskolonne vom Roten Kreuz Wiesbaden hat nach einem über ihre Tätigkeit aufgestellten Bericht seit Beginn des Krieges bis zum 1. Januar d. I. insgesamt 6050 Verwundete vom Bahnhof nach den hiesigen Lazaretten und Krankenhäusern befördert und zwischen den einzelnen Lazaretten sowie zu Röntgenuntersuchungen weitere 1450 Umtransporte ausgeführt. Ferner beförderte sie mittels Kraftwagen von und nach auswärts 120 Verwundete, darunter besonders Schwerverletzte direkt vom Kriegsschauplatz nach Wiesbaden. Von der Bah n- h o f s w a ch e der Kolonne wurden täglich, außer den durchschnittlich 15 bis 20 einzeln ankommenden Verwundeten, etwa 40 bis 50 von einem Zug zum anderen nach Erneuerung des Verbands zur Weiterfahrt umtransportiert, wobei durchschnittlich 10 bis 12 in den Räumen der Kolonne am Bahnhof übernachten mußten.
Zurzeit stehen von der Kolonne 80 Mann als Pflege- und Transportpersonal im Felde, weitere Abberufungen stehen bevor. Außerdein hat sie 8 K r a n k e n k r a f t w a g e n mit freiwilligen Führern und Begleitern für die 4. Armee zum Transport Schwerverwundetee vom Gefechtsverbandplatz nach den Feldlazaretten gestellt, auch bereits 10 Sanitätshundeführer mit Hunden zur Front abgeschickt.
Zur Vervollständigung des nötigen Personals wurden zwei Kriegsausbildungskurse abgehalten, auch finden jeden Donnerstagabend um Sy 2 Uhr in der Turnhalle des „Turnvereins", Hellmundstraße, Übungs- und Unterrichtsstunden statt, in welchen Anmeldungen gerne entgegengenommen werden. Hauptwoche und Geschäftszimmer der Kolonne, die zurzeit noch etwa 160 Tag und Nacht zur Verfügung stehende Freiwillige aufweist, von denen jeder sein Bestes gibt und mit Leib und Seele der guten Sache dient, besindet sich Schulgasse 1.
Landsturmpfllcht.
Die Landsturmpflicht dauert bis zum vollendeten 45. Lebensjahre. Rach Erlaß des Auftufs bis zur Auflösung des Landsturms findet ein Ausscheiden aus dem Landsturm nicht statt. Der Erlaß des Aufrufs für das preußische Kontingent ist erfolgt: in den Bezirken des i., 2., 5., 6., 8., st., 10., 14., 15., 16., 17., 18., 20. und 21. Armeekorps für den ausgebildeten und unausgebildeten am 1. Agust 1914, in den übrigen preußischen Korpsbezirken: a) für den ausaebildeten Landsturm am 15. August 1914, b) für den nichtausgebildeten Landsturm am 4. Dezember 1914.
Alle Landsturrnpflichtigcn, die an den vorbezeichneten Tagen ihr 45. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, d. h. alle am 2. August, 16. August und 5. Dezember 1869 oder später Geborenen sind also nicht ausgefchieden, sondern bis zur Auflösung des Landsturms wehrpflichtig. Die Auflösung wird vom Kaiser angeordnet.
Vas Sammeln der RLckienabfälle.
Gestern ist mit dem Einsammeln der Küchenabfälle durch städtische Beauftragte der Anfang gemacht worden. Das Resultat war, wie wir hören, ein klägliches. Das mag aber daher kommen, daß vielfach die einschlägigen Veröffentlichungen nicht gelesen wurden, und daß daher nur wenigen der Zweck der Maßnahme und das Datum ihres Anfangs bekannt geworden ist. Es ist p a t r i o t i s ch e P f l i ch t jeder Hausfrau, alles zu tun, was zur Sicherstellung einer ausreichenden Ernährung während des Krieges beitragen kann. Dazu hilft aber auch das Einsammeln der Küchenabfälle. Der Hinweis des Magistrats auf den Zweck und den Beginn der Sammlung der Küchenabfälle war u. E. allerdings etwas matt gehalten. Wir würden ihm empfehlen, noch einmal in kurzen, knappen und ganz bestimmten Sätzen der Wiesbadener Bevölkerung mitzutei'en, wie es mit dem Abholen der Abfälle aus der Küche gehalten werden soll. Daun wird der Erfolg zweifellos ein ganz anderer fein.
Rückführung von Leichen Gefallener vom Kriegsschauplatz nach der Heimat.
Die Rückführung von Leichen vom Kriegsschauplatz nach der Heimat muß, nach einer Veröffentlichung im „Armee-Verordnungsblatt", auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Der für das Vaterland Gefallene ruht am ehrenvollsten im Soldatengrab, wo er stritt und fiel, inmitten seiner Kameraden, deren Ruhe nicht um eines willen gestört werden darf. Dort haben Kameradenhände an vielen Grabstätten bereits harmonisch wirkende Anlagen geschaffen, die erhalten bleiben sollen. 1. Gesuche um Rückführung von Leichen sind an das st ell° vertretende Generalkommando zu richten, das für den Wohnort des Gesuchstellers zuständig ist. 2. In den Gesuchen muß dargelegt sein: a) daß es sich um ein Einzelgrab handelt; Massen- und Reihengräber dürfen nicht geöffnet werden; b) wo das Grab liegt — die Angabe muß so genau als irgend möglich sein, tunlichst ist eine Skizze beizufügen; bei kleinen, schwer auffindbaren Lrten ist auf die nächste größere Ortschaft (Stadt usw.) Bezug zu nehmen; c) wer die Überführung bewirken soll — grundsätzlich muß ein Verwandter oder Freund zugezogen werden, der bei Erkennung der Leiche mitwirkt; bei Begräbnisanstalten ist deren Vertrauenswürdigkeit darzulegcn; d) daß sich der Gesuchssteller allen Bedingungen unterwirft, die von der Militärbehörde in folgenden aufgestellt sind. Im Falle der Genehmigung des Gesuchs stellt das stellvertretende Generalkommando einen mit den erlassenen Bestimmungen entsprechenden Geleitschein aus. Nach Meldung des Gesuchsstellers bei der befohlenen Dienststelle im Etappengebiet hat diese unter nochmaliger Anhörung eines Militärarztes für die erforderlichen Transportmittel und die nötige Begleitung zu sorgen. Desgleichen vermittelt sie die Anmeldung der Leiche zum Eisenbahntransvort bei der einladenden Linienkommandantur oder Mrlitär-Eisen- bahndirektion. Der Etappenbehörde fallen alle diese Maßnahmen auch dann zu, wenn das Grab im Operationsaebiet lieat. der Truppe darf bei der Überführung keinerlei Arbeit erwachsen. Das über die Ausgrabung aufgenommene Protokoll bleibt bei der zuständigen Etappeninspektion ausbewahrt. Reise und Überführung dürfen nur mit der Eisenbahn und Pferdefuhrwerk geschehen. Die Verwendung von Kraftwagen ist verboten. Die Beförderung der Leichen auf den im Militärbetrieb befindlichen Bahnen erfolgt frachtfrei, auf den übrigen Bahnen nach den Bestimmungen der Verkehrsordnung. Für Überführung der Leichen der an übertragbaren oder gemeingefährlichen Krankheiten Verstorbenen gelten die gleichen Bestimmungen wie im Frieden.
Men»-A«Saabe. Erstes SeffeS.
— Das Eiserne Kreuz. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe
wurden ausgezeichnet: der Gefreite Tambour im Infanterie- Regiment 173 Karl Karst, Sohn des Geschäftsreisenden Adam Karst in Wiesbaden; unter Beförderung zum Artillerw- ofsizier der Vizefeldwebel Vonneman n, Sohn des Rentmeisters a. D. Vounemaun in Wiesbaden.
_Wie ein Wiesbadener Lehrer daS Eiserne Kreuz erwarb.
Ulster dieser Spitzmarke entnahmen wir im vergangenen Oktober einem an einen Wiesbadener Arzt gerichteten Feldbrief die Schilderung jener wackeren Tat, welche dem Leutnant und Kompagnieführer Alois Kilburg das Eiserne Kreuz 2. Klasse eirrbrachte. Für die Leser jener Notiz dürfte die Mitteilung von Interesse sein, daß Herr Kilburg sich in einem Ge- fecht gegen den französischen Feind am 28. Dezember wieder so heldenmütig auSzeichnete, daß ihm am 17. Januar auch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen wurde.
— Stadtverordneten-Bersammluirg. Die nächste Sitzung der Stadtverordneten findet nicht diese Woche, sondern erst am 5. Februar statt.
— Die städtische» Bureaus find an K a i s e r s G eb u r t s- t a g vormittags wie an gewöhnlichen Tagen für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet, nachmittags dagegen sind sie ge- schlossen. Vormittags ist den Beamten Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes geboten.
— Die Briitchenfrage. Das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien hat doch zu ganz anderen Folgen geführt, als man nach den Erfahrungen der ersten Tage glaubte annehmen zu können. Der zunächst festgestellte Andrang in den Bäckereien am Abend nach geschehener Fertigstellung der frischen Brötchen hat nur in besonders günstigen Geschäftslagen angehalten, während in weniger guten Lagen die Bäckerläden um die fragliche Zeit nicht besser besucht sind, als es vor dem Inkrafttreten der Bundesratsverordnung der Fall war. Dabei haben die meisten Bäcker ihre Kunden für das Früh- stücksgebäck größtenteils, einzelne vollständig verloren. Nicht vereinzelt wird der Plan erwogen, ob sich unter den gegebenen Verhältnissen nicht ein vollständiges Schließen der Bäckerei empfehle.
— Wiesbadener Lazarette. Aus der Verwundetenliste der Auskunftsstelle über im Felde stehende nassauische Soldaten rn der Loge Plato: Infanterie-Regiment 118: Brihbeis
(Gaulsherml in der Wilhelms-Heilanstalt; Offizier Lindenberg (Frankfurt) in der Augen-Heilanstalt. — Reserve-Jnfan- terie-Regiment 233: Haas (Wiesbaden) im Hotel zur Reichspost; Renz (Wambach) im Hotel Royal; Schürch (Lüblicke) in der Augen-Heilanstalt. — Reserve-Jnfanterie-Rcgiinent 80: I. Adam (Winden) und Christ. Neeb (Bromberg) im Evang. Vereinshaus; Rcutcrshan (Geisenheim) im Hotel Schützenhof.— Rekrutendepot des Füsilier-Regiments 80: A. Albrecht (Rebeim) im Hotel Schützenhof; Eisenmenger (Obertiefenbach) im Evang. Vereinshaus; Funk (Wiesbaden) im städt. Krankenhaus; M. Hempel (Starzinnen), Lückel (Utzmenningen), Neuhäusler, Heinrich Schmidt (Breitenbach) und W. Schönfeld im Evang. Vereinshaus; Wallcnstein (Kibingen) im Westfäli- schen Hof. — Landwehr-Jnfanterie-Regiment 80: Gefreiter d. L. Bender (Geisenheim) im Westfälischen Hof; M. Giehl (Mandorf) und Sergeant SB. Haenchen (Wiesbaden) im Hotel Schützenhof; Unteroffizier I. Hammen (Lessaus im städt. Krankenhaus; Gefteiter A. Möller (Höchst), Schmitt 6. (Basdorf > und Georg Stamm (Esch) im Hotel Schützenhof; K. Struck (Dortmund) im Evarrg. Vereinshaus; Weber (Waldhausen) im Hotel Schützenhof. — Reserve-Jnfanterie-Regi- ment 82: Bube (Arnstadt) im Reservelazarett 2. — Ersatz- Landwehr-Fnfanterie-Regiment 80: Burkart (Bieber) im städt. Krankenhaus; Merhoff (Linden) im Hotel Schühenhof.
— Ersatz-Landsturmbataillon Wiesbaden 2: F. Geiger
(Finthen) im Evang. Vereinshaus; A. Schiller (Schweinitz) in der Augen-Heilanstalt; F. Schmidt (Crüftel) im Westfälischen Hof; Gefreiter Rolland (Wrhenhausen) im Hotel Schützenhof.
— Bespannabteilung 7: Seufert (Steinseld) im Hotel
Schützenhof. — Landwehrbrigade 42: Schall (Nied) im Westfälischen Hof. — Bespannabteilung 10: F. Schluer (Wadfeld) im Drang. Vereinshaus.
— Leichenfund. Auf dem Feldweg hinter der Westendstraße wurde heute vormittag die Leiche eines neugeborenen kräftigen Kindes männlichen Geschlechts gefunden. Die Leiche war in einen weißen Kopfkissenbezug mit Stickerei und ausgeschnittenem Namen sowie ein weißes Taschentuch ohne Zeichen erngeschlagen und in eine große dunkelgraue Tüte verpackt und doppelt verschnürt. Wer etwas mitzuteilen weiß, was die Herkunft der Leiche aufzuhellen vermag, melde sich bei der Polizei.
— Kirchliches. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auch in der Lutherkirche der Festgottesdienst an Kaisers Geburtstag bereits um %10 Uhr beginnt. — In der Kapelle des Paulinenstiftes beginnt der FeftgotteSdienst zu Kaisers Geburtstag morgen früh 10 Uhr.
vorberichte über Kunft, vortrage und verwandtes.
* Kurhaus. Anläßlich des Geburtsrages unseres Kaisers morgen Mittwoch veranstaltet die Kn ve'.waltunq abends 8 Uhr im Abonnement tat großen Saale ein großes patriotisches Konzert unter Leitung des Musikdirektors Karl Schuricht. Frau Elsa Rehkopf-Westendorf wird zwischen den Vorträgen des Städtischen Kurorchei.ers einige, dem Ernst und der Bedeutung des Tages entsprechende Lieder mit Klavierbegleitung zu Gehör bringen. Das Nachmittags- konzert fallt an diesem Tage ans.
Aue IWioühfthotl.
— Bierstadt. 25. Jan. Am vorigen Freitag und Samstag fanden im hiesigen Gemeindewald. Dist.ikt Theiß und Rainchen. Holzversteigerungen stau. , Es Launen über 1000 Raummeter buchenes Scheit- und Knüppelholz und 10 000 buchene Wellen zum Ausgebot. Tie Versteigerung tm Distrikt Meist erfolgte zum zweitenmal urw e brachte einen Mehrerlös von ca. 800 M. Die nunmehrig-: Genehmigung ist sicher. Das Knüppelholz erzielte einen Preis von 5 bis 6.75 M.. Scheitbolz von 7 bis 8.50 M. per Raummeter, während die Wellen zu 6 bis 12 5K. ver Hundert ve kauft wurden. — In der letzten Sitzung des Gemetnverats wurden sieben eingegangene Gesuche erledigt Herr K-etsbrandmeister Flor eich batte die Anschaffung einer elektrischen Anhänge, laterne «As dringendes Bedürfnis, citunotj'en Der Ge- meinderat genehmigte die Anschaffung. Die Lieferung der zur Unterhaltung der Bizinalwege nötigen Basaltkleinsch'ag- steine ist auf Grund einge eichter Offerte Herrn Fr Esche n- brenner zu Wiesbaden übertragen. — Auch in unserer Ge- m . indr hat die W o l l w o ch e ein recht zufriedenstellendes Resultat eraeben Im Dorfe sammelten Schüler der Oberklasse unter Aufsicht und im Villenviertel bemwre man zur Sammlurw nach städtischem Muster ein Auto. — In beiden Kirchen findet am Mittwoch G o t t e s d i e n st zur Feier des Kaisersgeburtstages statt, und zwar in ver evangelischen Kirche abends um 8 Uhr in der katholischen vor- msttags um 9 Uhr. In beiden Gottesdiensten findet eine Kirchensammlung zugunsten der im Felde invalide gewordenen Krieger statt.
