Verlag Langgaffe 21
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Montag, 28. Januar, morgens.
Sonder-Ausgabe.
ISIS.
Der Krieg.
Der Tagesbericht vom 24. Januar.
französische Angriffe ln den Argonuen zurückgewiesen. Fortschritte im (pberelsatz. Erfolgreiche Angriffe gegen den Soucha-Abschnitt, kluffische Angriffe zurückgeschlagen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. Jan., vormittags. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Der 23. Zanuar verlief im allgemeinen ohne be- sondere Ereignisse.
Im Argonuerwalde wurde» zwei französische Angr.ffe mühelos zurückgewiesen.
Zu den Vogesen am Hartmannsweiler Kopf und nordöstlich Steinbach machten wir Fortschritte und nahmen 50 französische Jäger gefangen, westlicher Kriegsschauplatz.
In Ostpreußen und in N ö r d li ch - P o l e n seine Veränderung.
Unsere Angriffe gegen den S o u ch a - Ab sch n r tt dei Borzymow waren erfolgreich. Feindliche Gegenangriffe wurden unter schweren V e r l u st e n für die Russen abgeschlagen. Russische Angriffe in der Gegend nordwestlich Opozno scheiterten.
Oberste Heeresleitung.
von den östlichen Kriegsschauplätzen.
Oie russische Offensive in der Bukowina endgültig zusammengebrochen.
Fluchtartiger Rückzug der Ruffe«.
W- T.-B. Wien, 24. Jan. (Nichtamtlich.) Die Kriegsberichterstatter der Blätter melde»; In der süd- liche« Bukowina wurde ein Flan ki er« n gS v er- such des Feindes gegen unsere» rechten Flügel der. eitelt. Der Feind wurde an der Grenze bei Kirli- baba niedergeworfen. Wir erbeuteten Gefangene und Kriegsmaterial. Der Rückzug des Feindes vollzog sich fluchtartig. Damit ist die russische Offensive in der Bukowina, die anscheinend Siebenbürgen zum Ziel hatte, endgültig znsam menge- brachen.
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Ein bedeutender Erfolg in der Bukowina.
W.T.-B. Wien, 23. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 23. Januar 1918: In Polen. Westaalizisn und in den Karpathen keine wesentlichen Ereignisse. Stellenweise Geschütz, kämpf, sonst Ruhe. Die wiederholten russischen An. griffe auf unsere Stellungen in der südlichen Bukowina endeten gestern mit der Wicdereroberun-g von K i r l i b a b a und der die Stabt bsherrscheiOen Höhen durch unsere Truppen. Die Russen zogen sich unter schweren Verlusten zurück. Die Versuche des Gegners, über Jakobeny und Kirlibaba weiter Raum zu gewinnen, sind daher vollkommen gescheitert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschallsutnant.
Weitere österreichische Erfolge bei Tarnow und in den Karpathen. In der Bukowina »ach den erfolgreichen Kämpfen Ruhe.
W. T.-B. Wien, 24. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An der galizi sch.po lni sch en Front keine Veränderung. An einigen Abschnitten Gsschützkampf und Plänkeroien.
Durch unser Artilleriefeuer gezwungen, räumte der Feind südlich Tarnow abermals einige Schützengräben.
Auch in den Karpathen ist die Situation im allge- meinen unverändert. Aus mehreren südlich der Pah. höhen vorgeschobenen Stellungen wurden die Russen zurück gedrängt.
In der Bukowina herrscht nach den letzten unsererseits erfolgreichen Kämpfen R u h e.
Am südlichen Kriogsschauvlatz keine Veränderung.
Der Stellvertreter des Ehefs des Generalstabs: v. H ö s e r, Feldmarschalleutnant.
Die grotzen russischen Verluste von przemysl.
Berlin, 24. Jan. (Ktr. Bln.) Aus dom österreichi. scheu Kriegspressequartier meldet die ,.B. A a. M.": Die fast täglich aus PrzemySl eintreffenden Flieger bringen stets neue Mchrichten aus der belagerten Festung. Bei einem der gefangenen russischen Offiziere wurde eine Nummer der „Rußkoie Slowo" gefunden. die einen Leitartikel über die Belagerung von NrLLMysl enthält, der die Taktik deS Generals Ratko
Dimitriew tadelt und folgendevnmßen schließt: „Die Belagerung von Przemysl kostete uns bisher mehr Opfer als die achttägige zweite blutige Schlacht von Lemberg."
Auch im Unger Uomitat eine Schlappe der Russen
Budapest, 23. Jan. (Frkf. Ztg.) Im Unger Komitat kam eS gestern zu einem erbitterten Kampf um eine strategisch wichtige Drücke über die BiSztrica; die Russen wurden ge- schlagen und flüchteten unter Zurücklassung von etwa hundert Toten; etwa 200 Russen haben sich ergeben.
Der russische Generalstabrb reicht.
IV. T.-B. Petersburg, 24. Jan. (Nichtamtlich.) Der gestrige Bericht des russischen Generalstabs lautet: Am rechten User dir unteren Weichsel hatten unsere Einheiten in Fühlung mit dem Feinde kleine Scharmützel zu bestehen. In den anderen Abschnitten herrschte , am 22. 'Januar verHältnismäßfge Ruhe, nur in einigen Gegenden dauerte Geschütz- und Gewehrfeuer fort. Deutsche Versuche, eine Teil- offensive zu beginnen, wurden von unserem Feuer leicht unterdrückt. In der Bukowina wird die Konzentration bedeutender österreichisch-ungarischer Streitkräfte an den Pässen immer stärker. Am 21. Januar griffen feindliche Truppen etwa in der Stärke einer Infanteriedivision mit Artillerie unsere Front in der Gegend von Kirlibaba an. wurden aber zurückgeschlagen. Am Morgen des 22. behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen noch. Wir machten in diesem Kampfe 209 Gefangene. In den .Karpathenpässen herrscht heftiger Schneesturm.
Eine PferdekrisiK in Rußland.
W. T.-B- Kopenhagen, 24- Jan. (Nichtamtlich.) In Petersburg macht sich eine Pferdekrisis bemerkbar. ES fehlt namentlich an Pferden zu mittleren Preisen. Wäh. rend m-m früher Droschkenpferbe für SO und 100 Rubel erstehen konnte, kosten jetzt solche Pferde etwa SOO Rudel.
Scharfe» Borzehen gegen russische Zeitungen.
\V, T-B. Sofia, 24. Jan. (Nichtamtlich) Au» Peters- bur g wird gemeldet: Die Moskauer Zeitung „Rameje Utro" wurde für einen Artikel ..Unter Drohung eines schimpflichen Friedens" in Nummer 260 auf Befehl des Oberbefehlshabers geschlossen. — Die „Rußkoje Wjcdcmosti" wurde für einen Leitartikel tont 16. Dezember mit 800 Rubel bestraft.
Ausweisung der deutsche» und österreichisch-ungarische«
Untertanen aus Rußland.
Berlin, 24. Jan. (Ktr. Bln.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Christiania: Der Korrespondent der
„Mormngpost" in Petersburg meldet, daß der Groß- fürst Nikolajewitsch die Frage der Behandlung von deutschen und Derreichischen Untertanen in Rußland nunmehr enffchivden habe Trotz ziemlich heftiger Widerstande in bureaukratischen Kreisen, in denen sich das deutschfreundliche Element noch geltend zu machen verstehe, habe der Großfürst durchgesetzt, daß alle Deutschen und Österreicher im Alter von 17 bis 60 Jahren aus den wichtigsten Teilen der Ostieeprovinzen und aus Finnland auSgewiesen werden sollen. Wenn dieser Anordnung bis zum 28. Februar nicht Folge geleistet wird, io dro-ht den Betreffenden eine Gefängnisstrafe auf Lebenszeit. Ter Ausweisungsbefehl gilt für eine große Zahl wohlhabender Deutlcher.
Tic Reise der neutrale» Militärattaches an unsere Ostfront.
IV. T.-B. Berlin, 23. Jan. (Nichtamtlich) Die Militärattaches der neutralen Staaten (vertreten sind Schweden, Rumänien. Spanien. Italien, Nordamerika, die Schweiz. Brasilien, Chile und Argentinien) sind auf ihrer Reise nach dem östlichen Kriegsschauplatz in Petrtkau angekommen, nachdem sie die Schlachtfelder i» Ost- und Westpreußen und die deutschen Truppen dort besucht hatten. Sie werden die Reise entlang der Schlachtfrvnt in Polen forlsetzen, Bezeichnend ist. daß Rußland Militärattaches neutraler Staaten noch nicht an die Front gelassen hat; nur die Attaches der verbündeten Heere befinden sich im russischen Großen Hauptquartier, während die der Neutralen in Petersburg gehalten werden. In Frankreich befinden sich die Militärattaches in Bordeaux bezw. in Paris und machen nur bisweilen Ausflüge au bestimmte Teile der Front.
Die Begeisterung für die Reicks deutschen in Wien.
IV. T-B. Wien, 23. Jan. (Nichtamtlich) Heute abend wurden etwa 70 rekonvaleszente reichsdentsche Soldaten in ihre Heimat zurlickLesördert. Bor ihrer Abreise besichtigten sie in den letzten Tagen die Sehenswürdigkeiten Wiens, wobei ihnen allenthalben bei ihrem Erscheinen leb- hafte Ovationen dargebrocht wurden. Vorgestern wurde in dem Rudolf-Spital, wo sich die deutschen Krieger bexfam, melt hatten, eine musikalische Veranstaltung mit reichem Programm abgehalten, welcher Vertreter der deutschen Botschaft und der Militärbehörden beiwohnte». Ten Höhepunkt der Begeisterung erreichte die Veranstaltung, als die reichsücut- icben Soldaten «ach Abschluß des Programms, vaterländisch: Lieder anstimmteu.
Die Lage im westen.
Die deutschen Angriffe in Nord-Klandern.
Amsterdam, 24. Jan. (Ktr. Bln.) „Daily Mail" meldet aus Novdflandern: Die Deutschen setzen ihre Angriffe mit großer Geschicklichkeit fort. Zwischen. Dix- muiden und Ostende haben sie eine neue militärische Straßenbahn eingerichtet.
Reue Unterseeboote in Feebrügge.
Br. Amsterdam. 24. Jan. (Eig. Drahtbericht, Ktr. Bln.) Die „Tjid" meldet aus Sluis: In Zeebrügge sind neue Unterseeboote angelangt. In Brügge ist eine Proklamation erlassen worden, durch die es den Bürgern streng verboten wird, mit den Soldaten über den Krieg zu spreche"
Sur Schlacht bei Soiffons.
Amsterdam, 24. Jan. (Ktr. Bln.) Die „Morning- post" berichtet aus Paris: Aus den nun empfangenen Einzelheiten über die Schlacht bei Soiffons geht hervor. daß die aus den Tälern zwischen Cuffies und Crouy vertriebenen Franzosen rn den Laufgräben und Wiesen, die sie vor dem Aufmarsch besetzt hatten, hartnäckig standhielten. Da gruben die Deutschen einen Tunnel nach den Ufern des Flusses und sprengten diese, worauf das Wasser in die Laufgräben strömte und die Wiesen überflutete. Darauf griffen die Deutschen die sich zurückziöhenden Franzosen an. Bei den: furchtbaren Bajonettgefecht. das numnchr an den Flußufern entstand, verloren die Franzosen 12 000 Mann. Die Artillerie nahm die Deutschen heftig unter Feuer und ermöglichte es den Franzosen, sich über den Fluß zurückzuzishen. (V. Z.)
Die französischen Tagesberichte.
. 11'. T B. Paris, 24. Jan. (Nichtamtlich.) Amt- lrcher Bericht von 3 Uhr nachmittags. Die Tätigkeit unserer Infanterie war auf beinahe der ganzen Front der Ausbesserung der durch das schr schlechte. Wetter der Vortage an unseren Schanzarbeiten angerichteten Schäden gawidnict. Im Gebiete von Lonibartzyde rückten wir etwa 100 Meter vor. In den Abschnitten N p e r n. A r r a s. Albert, Rohe und Soiffons Artilleriekämpfe. Wir hatten an mchreren Stellen Vorteile. Berry au Bac wuvde von den Deutschen heftig beschossen. INordwestlich Beausöjour unternahm der Feind einen Angriff. welcher abgewiesen wurde. In den Ar gönnen mißlangen deutsche Angriffe auf Fontaine Madame, wie gestern gemeldet wurde, vollständig. Ein feindlicher Angriff bei St. Hubert gab Anlaß zu einein Jnfantsriekainpf, der noch nicht beendet ist. An der Maas zwang unser Artilleriefeuer den Feind, ern Munitionslager zu räumen und beschädigte schwer seine Laufbrücken. Vor St. Mihiel und im Elsaß dauert der Artilleriekanrpf u:n den HartmannsweUer Kopf fort. Jin Walde ist inan aneinander, die Aktion dauert ununterbrochen. Bei Sennheim wurde die Höhe 425 vom Feind erfolglos angegriffen. Weiter südlich rückten wir in der Richtung Klein-Kaliber g. nördlich der A s p a ch - Brücke, vor.
W. T.-B. Paris, 24. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von 11 Uhr abends: In den Ar gönnen dauerte der Kampf um F o n t a i n e Madame und St. Hubert die ganze Nacht hiirdurch an. Me Versuchs des Feindes wurden äbgewiesen. Heute früh begann der Kampf von neuem, über die heutigen Operationen an dieser Stelle liegen noch keine Nachrichten vor. ebensowenig über den heute fortgesetzteu Kampf am Hartmannsweiler Kopf.
Wieder ei» französischer Flieger auf holländischem Boden gelandet.
W, T.-B. Amsterdam, 24. Jan. (Nichtamtlich) Die Blätter berichten von einem in der Provinz Z e e l a n d niedergegan- aenen ftanzösischen Flugzeug, das ein Eindecker Moran Saulnier Typ Parasoul sei. Er sei auf einen ungepflügtea Acker gefalle» und habe keine Bomben enthalten. Er wurde nach Vlissingen geschafft. Es gelang noch nicht, des Fliegers habhaft zu werden.
Der Ausfall an Einnahme» aus dem von »ns besetzten Nordfrankreich.
Berlin, 21. Jan. (Ktr. Bln.) Die ,.T. 9t." meldet: Ans Genf: Die Genfer Zeitungen lassen sich aus Paris melden, daß der ..Figaro" den bisherigen Ausfall an Staatseinnahmen in den von den Deutschen besetzten reichen nördlichen französischen Landesteilcn auf 880 Millionen Franken beziffert.
Ueber die geplante „gemeinsame" Anleihe des . Dreiverbandes.
20 Milliarde» statt 15?
Br. Kovenhaffen, 24. Jan (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Betanntlich besteht bei den Mächten des Dreiverbands der Plan, eine gemeinsame Anleihe herauszubringen. Pariser Blätter gaben den Betrag mit 1ö Milliarden Franken an. Line neue, aus Paris kommende Meldung erhöht nun den Betrag aus 20 Milliarden Franken. Die Zeichnung soll gleichzeitig in Paris, London, New Jork, Petersburg, Moskau und
