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Seite 2. Abe»d-Ausg«be. Erstes Blatt.

Die zerstörten Illusionen Englands.

»r. Basel, 15. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der französische Politiker Gauthier de Clagey veröffentlicht imGauloiS" einen langen Aufruf an das englische Volk, der gerade jetzt in England mit gemischten Gefühlen ausge­nommen werden wird. Der Politiker empfiehlt den möglichst schnellen Bau eines Kanaltunnels zwischen Calais und Dover, nachdem die deutsche Flotte jetzt die Illusion zer­frört habe» datz England seiner Isolierung seine Stärke verdanke. Wenn der Tunnel schon bestünde, könnten_ die Franzosen uitb Engländer sich jederzeit in wenigen Sekunden zur Hilfe eilen, statt wie bisher von der Laune des Meeres abhängig zu fein.

Der Lebensmittelmangel in England.

Rotterdam, 18. Jan. Eine merkliche Verteuerung der Lebensmittel in England kostatiert die LondonerMormng- chost". Das Brot kostet jetzt durchweg 10 Prozent mehr als in FriedenSzeiten. Auch der Speck ist fühlbar teurer ge­worden. Der Teepreis dürfte durch die erneute Aufhebung des Ausfuhrverbots ebenfalls werter anziehen. Eigentümlich ist eine empfindliche Knappheit an Fischen. Die durch den Fleischmangel erhöhte Nachfrage nach Fischen kann kaum gedeckt werden. Die Knappheit hat ihre Ursache in dem wegen der Minengefahr eingeschränkten Fischereibetriebc, verloren doch die Engländer seit Kriegsausbruch durch Minen etwa IM Fischereidampfcr. Das vom Ausland cingefühvte Fleisch ist um 40 Prozent im Preise gestiegen. Gemüse dagegen ist in genügender Menge und zu wohlseilen Preisen zu haben.

W. T--B. Basel, 14. Jan. (Nichtamtlich.) LautNatto- nalztg." erhöhte die Londoner Vereinigung der Mehl- händler den Mehlpreis um weitere 2 Schilling pro Sack, so datz nunmehr der Preis auf 45 Schilling pro Sack steigt.

Die Minengefahr in der Nordsee.

Kiel, 12. Jan. Der seit Ende Dezember vermihte DampferJngolf" der dänischen Dampfschiffahrtsges-ell- schafi Thove ist untergegangen, er wird ein Opfer der briti­schen Mineri geworden fein. Der Kapitän des zu derselben Gesellschaft gehörenden DampfersSlesvig" sichtete und barg in der Nordsee, 40 Seemeilen östlich vom schottischen Fair Island, ein unbemanntes Rettungsboot desJngolf", das vor Wind und Wellen trieb. Es war mit Wasser gefüllt, doch schien cs nicht über Bord gespült worden zu seln. Die Zahl der in der Nordsee untergegangensn «neutralen Handels­dampfer schwillt unheimlich au. Offenbar ist dies eine Folge der schlechten Verankerung der ausgelegten britischen Minen.

W. T-B. Amsterdam, 14. Jan. (Nichtamtlich.)Nieuwes van den Ddg" meldet aus dem Haag: Test dem 9. Januar sind an der Küste insgesamt 33 Minen angespült worden.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Die schwindende Kampfeslust unter den russischen Truppen.

Berlin, 15. Jan. (Ktr. Bin.) über die Stimmung unter den russischen Truppen in Galizien wird von dem ins Karpathengebiet entsandten Spezialkorrespon­denten desBerl. Tagebl.", Agge Madelung, ge meldet: Daß die Russen große Truppenansamm- luttgen hinter den Karpathen zusammeugezogen haben, rst iefet unwiderleglich bewiesen. Die Mitteilung, datz die Russen wenig Lust habe», weiter zu kämp­fen, wird beinahe von allen Gefangenentransporten, auch aus anderen Gegenden bestätigt. Wo sie nicht mehr Gefahr laufen, von ihren eigenen Kameraden im Rücke« unter Feuer genommen zu werden, falls sie sich ergeben, laufen sie über. Sie erklären, man hat uns versprochen, bis R?eujahr zu Hause zu sei«. Wir haben nur für das Jahr 1914 Treue ge­schworen, für das neue Jahr sind wir nicht vereidigt. In der Feuerlinic sieht man selten ruffische Offiziere, sie stehe» hinten mit gezogenem Revolver, um ihren Mannschaften den Rückweg abzuschueideu.

Es wird wiederholt behauptet, daß viele sapani- s ch e Offiziere bei der ruffischen Artillerie als Befehls-

Das Weltwunder.

Von Kurt Küchler.

Ein breiter Strom floh zwischen hohen Ufern.

Ein Eisenbahnstrang sollte den Flutz kreuzen und eine gewaltige Brücke aus Stein und Eisen sollte die Ufer verbin- den. Fünftindmerzig Millionen Mark, glaubte man, würde die Brücke kosten.

Es gab, durch viele Tage, hitzige Debatten unter den Finanzverantwortlichen des Reichs. Sachverständige wurden vernommen, Räte und Dezernenten rechneten und prüften und kalkulierten und hielten dem Minister Vorträge, und am Ende warf man die fünfundvierzig Millionen aus.

Ein Preisausschreiben wurde erlassen und ein Kollegium von Preisrichtern berufen, die trugen alle einen großen Namen. Die tüchtigsten Brückenbauer der Welt stürzten sich auf das dankbare Problem, gewaltige Konstruktionspläne entsprangen rastlos arbeitenden Hirnen. Wochenlang, schwer um den Entschluß ringend, saßen die klugen Preisrichter über den Entwürfen, von den wägenden Stirnen und den kahlen Köpfen troff der Schweiß. Endlich wurde nach langem Streit ein Entwurf gewählt, ein Wunderwerk konstruktiver Gedanken, ein Phänomen technischer Kühnheit. Der Plan kam in die Öffentlichkeit, und die Zeitungen und tausend Kritiker und Sachverständige und Neider fielen darüber her. In Strömen regnete Lob und Tadel, Entzücken und Hohn.

Dann kam der Bau. Tausende von Händen rührten sich, Baumeister, Bauführer, Zeichner und Arbeiter. Hämmer dröhnten auf glühende Nieten, Eisen bog und streckte sich in der Glut der Essen, Meißel formten den Granit für die mäch­tigen Pfeiler im Strom. Ingenieure aller Länder kamen, um die- Arbeit zu sehen. Ein Jahr ging hin, die Brücke war fertig. Der König kam nnt Gefolge und Soldaten und Fürsten, um die Brücke feierlich einzuweihen. Dichter sangen der sieghaften Technik rauschende Hymnen. Gewaltig klangen die Jubelchöre, die Reden. Fünfhundert Orden flogen, und alle Zeitungen und Zeitschriften der Welt sprachen acht Tage lang in Bild und Wort von dem neuen Weltwunder, das ebenso zur ewigen Berühmtheit bestimmt sei wie die CheopS--

Wresvadcner Tagblalt.

Haber auftreten, Öie auch mit dem Fernglas als solche erkannt wurden. Die von uns aufgögriffenen russi­schen Kundschafter sollen dasselbe bestätigt haben.

Weiter wird die wiederholt zu Protokoll gegebene Tatsache erzählt, daß die Kosaken unsere Verwundeten und zufällig versprengte Mannschaften töten und bar­barisch verstümmeln. Das Wetter ist in den letz­ten Tagen langsam -besser geworden, es friert leicht nnd die Wege werden wieder fahrbar.

Die Ruhe auf dem polnischen und galizischen Rriegsschauplatz.

Sr.- Wien, 15. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) All­dem österreichisch-ungarischen Kriegspressequaviier wird ge- meldet: Der förmliche Stillstand aller Operationen an der ganzen Kampffront dauert fovt. Die Untätigkeit der russischen Truppen läßt sich, von den ungünstigen Wftte- rungs- und Berkehrsverbältuissen ganz abgesehen, vcrrnutlich durch den Umstand erklären, datz sie B e r st ä r k u n g e n, und zwar Rescrveformationen aus dem Inland, erwarten. Mit diesen dürfte ihniSn aber nicht besonders gedient sein, da dem Nachschub alle Waffen fehlen. Schon die im feindlichen Etappenbereich früher cingetroffencn Verstärkun­gen können nur allmählich verwendet werden, je nachdem durch Abgang der Kämpfenden Feuerwaffen frei werden. Die Gesamtzahl der feindlichen Verluste vor Przemysl bat sich von den 70 000 der ersten Belagerung auf etwa 100 000 erhöht. Der etwa 60 Kilometer umfafsende Festungs» güvtel erfährt durch die infolge der D u n a j e c s - Ereignisse erfolgtem Verminderung der BelagerunysarmSe eine nicht unwesentliche Erleichterung.

Ein österreichisch-ungarischer Fliegrrangriff auf Kieler.

Sr. Kopenhagen, 15. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Russischen Meldungen zufolge haben österreichisch-ungarischd Flugzeuge K i e l c e in Südpolsn erfolgreich bombardiert. Es wurden 30 Personen getötet und etwa 15 verletzt. Ins­gesamt wurden 14 Bomben abgeworfen.

Die Mission des früheren ruffischen Premier­ministers Witte.

Eine russische Friebcnsgrnppe für einen Separatfrieden?

Sr. Amsterdam, 15. Jan. (Eig. Drabtberichi. Ktr. Bln.) DaSHandelsblad" erklärt gegenüber dem Dementi der Reise Wittes, daß seine Nachrichtenquelle derart sei, daß es die Ableugnung ignorieren dürfe. DasHandels- blad" weist darauf hin, daß in Rußland eine Friedens» gruppe bestehe, die das Treiben der Panslawisten und des Großfürsten Nikolaus beenden wolle. Diese-Gruppe entsandte Witte, um die Möglichkeiten eines deutschen Separatfriedens mit Rußland zu besprechen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Ruhe in Ruffifch-Polen. Alle feindlichen Angriffe an der Nida gescheitert.

W. T.-B. Wie», 14. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart, 14. Januar 1916: In Westgalizien nnd in Russisch-Polen ist der gestrige Tag im allge­meinen ruhig verlaufen. An unserer festgefügten Front, entlang der tllida, scheiterten alle feindlichen Angriffe der leOen Tage.

In den -Ostkarpathen und in der südlichen Buko- wina neuerdings unbedeutende Rekognoszierungs­gefechte.

Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschalleutnant

8um Minifterwechsel in Oesterreich «Ungarn.

Eine ungarische Presscstimme.

W. T.-B. Budapest, 14. Jan. (Nichtamtlich) Bei der Be­sprechung des Wechsels im Ministerium des Äußern schreibt derPester Lloyd" m einem aus Wien datierten Artikel: Wir müssen an die Spitze der Betrachtung über das Ereignis de? Tages die Worte setzen, mit welchen der ftühere Minister t-es Äußern seine erste Rede vor den Delegationen begann: Die Politik der Monarchie ist die der Kon­tinuität. Wer könnte darau zweifeln, daß der Staats­mann, den Seine Majestät inmitten der Stürme der größten kriegerischen Epoche zur Leitung der auswärtigen Geschäfte berufen hat, das Amt mit dem gesamten Inventar der seit einen: Menschenalter festöegründetcn Bündnispolitik der

Monarchie und.mit der gesamten Erbschaft an Ansprüchen auf

Pyramide, wie der Eiffelturm, wie St. Peters Kathedrale in Rom. . . .

Da kam Krieg über das Land.

Ein Boot legte in stockdunkler Nacht, wenige Stunden nach der Kriegserklärung, an dem gigantischen mittleren Strompfeilcr der Brücke an. Ein Funke glühte auf, und ein Mann schwamm eilig davon.

Eine halbe Stunde ging hin ... der Funke schlich seinen Weg. Dann barst die Äöllc, und ein ungeheurer Donner tobte zum schwarzen Himmel.

Durch die Straßen der Städte brüllten die Extrabtätter. Ein Mann, im Wirrwarr der Kriegsnot, sagte eilig zum anderen:

Hörten Sic schon? Der Feind hat die große Brücke zer­sprengt!"

Was Sie sagen!"

Eine Stunde lang brodelte die Erregung durchs Land. Dann tobten neue Extrablätter durch die Straßen . . . neue Kriegstaten.

Niemand sprach mehr von der Brücke, von dem Welt­wunder von gestern.

Aus Kunst und Leben.

* Deutsche Kunst in Feindesland. Ein im Felde stehen­der Mitarbeiter schreibt uiis: Die Aufführungen klassischer deutscher Musik, die Pcofeffor Fritz Stein (Meiningen) seit etwa vier Wochen regelmäßig in der Kathedrale von Laon veranstaltet, haben jetzt eine bedeutende Bereicherung durch die Gründung einesKriegs-Männerchors" erfahren, der aus 75 Soldaten und Krankenpflegern besteht. Er trat zum erstenmal mit schönem Erfolg in einer musikalischen Weih­nachtsandacht hervor, deren Anlage sich überaus glücklich an die mittelalterlichen Kirchenfeiern mit ihrem halbdrama­tischen Wechsel von Schriftverlesunq. Solo nnd Eborgesang anlehnte und dadurch in den gotischen Kirchenbau stim­mungsvoll sich eingliederte. Am Silvestertag und dem folgen­den Sonntag unternahm Professor Stein mit seinem Chor Gastreisen nach Marie und einigen anderen Punkten der Schlachtlinie.

Hrettag, 15. Januar 1915. Nr. 24,

die Freundschaft ihrer Freunde antritt. Freiherr v. Burian wird vor allem nicht nötig haben, das Bündnis mit Deutschland als unerschütterliche Grundlage der Politik Österreich-Ungarns aufs neue zu verkünden, wie dies bei Be­ginn ihrer Amtsführung alle seine Vorgänger getan haben-. Dieses Bündnis erlebt gegenwärtig auf den Schlachtfeldern die Weihe einer Bekräftigung sondergleichen, hinter der auch die schönsten und klingendsten Worte als nichtssagend ohnmächtig zurückbl-eiben müßten.

Weiteres über die Ursachen des Rücktritts Berchtolds.

W. T.-B. Wie», 14. Jan. (Nichtamtlich) über den Rück­tritt de» Grafen Berchtold wird von unterrichteter Seite mft- geteilt: Es ist allgemein bekannt, daß Graf Berchtold, als er vor -beinahe drei Jahren auf den verantwortungsvollen Posten gerufen wurde, diesen imr sehr ungern und auf den drin­gendsten Wunsch des Kaisers sowie in Erfüllung des Vor­schlags des sterbenden Grafen Ährenthal annahm. Berchtold hat sich seitdem mehrfach mit dem Gedanken beschäftigt, aus­zuscheiden, doch ließen ihn die fortdauernden ernstesten Zeiten 'dies nicht zur Ausführung bringen, fallen doch der italie­nisch-türkische Krieg, die zwei Balkankriege mit der Londoner Konferenz und endlich jetzt der Weltkrieg in seine Amtsführung. Berchtold faiü> also keine Möglichkeit, sich von den Geschäften zurückzuziehen, bis wichtige persönliche Gründe ihn in letzter Zeit doch be­stimmten, bei dem Kaiser wiederholt seine Entlastung zu er­bitten. Der Monarch hat sich schließlich cntschloffen, jenen per­sönlichen Gründen Rechnung zu tragen und das Rücktritts­gesuch anzunehmen. Wenn man in der Diplomatie auch schwer von einem Augenblick der Ruhe sprechen kann, so glaubte man immerhin, daß jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Man beurteilt die politische und militärische Lage zurzeit jedenfalls derart, daß dem Nachfolger Berchtolds jetzt am besten die Möglichkeit geboten wird, das schwierige Amt zu übernehmen. Nachdem Berchtold während der Leitung der auswärtigen Politik Österreich-Ungarns lange Zeit die größte Friedensliebe bewiesen und besonders den serbischen Herausforderungen gegenüber weitgehendste Geduld geübt hatte, ist er, als es sich nach deni Serajewoer Attentat bei deui weiteren Verlauf der Dinge um die Wahrung der Ehre und Integrität der Monarchie handelte, nicht vor dem folgenschwersten Entschluß zurückgeschreckt, dem Appell an die Waffen. Hierfür ist ihm die Monarchie jedenfalls zn Dank verpflichtet.

Günstige Aufnahme in Italien.

Berlin. 15. Jan. (Ktr. Bln.) Über den Rücktritt d-S Grafen Berchtold, so wird derKöln. Ztg." <niS Mailand versichert, habe man in politischen Kreffen die tlberzeugung, daß sich Österreich nie eine günstigere Ge­legenheit bot, seine Beziehu ngen zu I t a l i c n b t s s e. 1 : zu gestalten, und daß sich, gestützt auf eine freundliche Politik Österreichs Italien gegenüber, ein Umschwung in der öffent­lichen Meinung Italiens vollziehen könnte.

Rom, 14. Jan. Der halbamtlichePopolo Romano" sagt zum Rücktritt des Grafen Berchtold: Wir bezweifeln nicht im geringsten, daß die zwischen Österreich-Ungarn und Italien bestehenden aufrichtigen und herzlichen Bündnisbe-- ziehungen nicht im mindesten eine Veränderung erleiden.

W. T-B. Rom, 15. Jan. (Nichtamtlich.) Die Demission- des Grafen Berchtold zeitigt unter dem Einfluß des Erdbeben Unglücks nur Kommentare von sekun » d ä r e r Bedeutung, doch widmen sowohl dieTribuna" wie Giornale d'Jtalia" Berchtolds Wirken Worte der A n e r» k e n n u n g, indem sie zugleich die Ansicht aussprechen, die Ernennung Burians und Tiszas zu rechter Hand deute darauf hin. datz eine weitere Festigung einerseits zwischen Österreich und Ungarn, andererseits zwischen dev Donaumonarchie und Reutschland erfolgen werde.

Br. Mailand, 15. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) DerCorrierc della Sera" schreibt: Minister Bnrian. der die südslawische Welt von Grund aus kennt, wird seine Aufmerk­samkeit nicht nur Serbien zuwenden, sondern wird sein diplo­matisches Spiel auf ganz Europa ausbreiten. Über dieses diplomatische Spiel müssen wir wachen, damit die materiellen Interessen Italiens bewährt bleiben.

Der Zwischenfall auf dem wiener Südbahnhof.

W . T -B- Wien, 15. Jan. «Nichtamtlich.j Korrespondenz Wilhelm meldcit: Der Offizier, der am 10. Januar die Auf­merksamkeit der militärischen Behörden auf dem Südbahnhof auf eine Französisch sprechende Reisegesellschaft lenkte und

* Die völkerkundliche Abteilung der Weltausstellung von Sa» Francisco. Unter den Wundern der Wissenschaft und Kunst, die die Weltausstellung von San Francisco zeigen wird, verdient besondere Hervorhebung die völkerkundliche Abteilung, die von dem Smithsonian Institute, dem großen amerikanischen Völkerkunde-Museum, vorbereitet wird. Die Ausstellungsgegenstände, die alle aus den reichen Beständen des Museums stammen, ioerden auf mehreren Schiffen durch den Panamakanal nach San Francisco transportiert, und sie werden hier eine höchst anschauliche und großzügige Ausstel­lung finden. Die Abteilung besteht aus zwei Hauptgruppen. Die eine enthält Modelle, Bilder und wissenschaftliche Appa­rate, die die Einrichtung und die Arbeitsmethoden des Smithsonian Institute zeigen. Die andere Gruppe ist die eigentliche völkerkundliche, in der Sitten, Religionsgebräuche, Kleidung, Ornamentik Und allgemeine Merkmale von vier verschiedenen primitiven Raffen in einer bisher noch nie vor. geführten Vollständigkeit gezeigt werden. Die Völker, die man ausgcwählt hat, sind die Kariben von Britisch-Guyana, die Dajaks von Borneo, die Eskimos ans Alaska und die Zulus aus Südafrika. Diese systematische Darstellung wird er» gänzt durch weitere ethnologische und anthropologische Gegen­stände, die die Entwicklung des primitiven Menschen zu den ersten Kulturstufen an dem Beispiel von zwölf verschiedenen Völkern zeigen. E» werden hier zwölf verschiedene Dorf­gruppen ausgestellt, von denen jede sechs Figuren und ein ganz realistisch aufgebautes Milieu mit Zelten und Zeremo­nien enthält. Diese ganze sorgfältig ausgewählte und vorbe­reitete Ausstellung wird nicht wieder in ihre Bestandteile auf­gelöst werden, sondern in ibrer Gesamtheit dem neuen Museum überwiesen werden, das man im Zusammenhang mit der Ausstellung für San Francisco baut.

Kleine Chronik.

Wissenschaft und Technik. Der am 8. September bei Trouville gefallene Geologe Dr. Felix Hahn hat letztwillig die Universität München zur Erbin eingesetzt. Die jährlichen Zinsen seines Vermögens sollen würdigen Stu­dierenden der Geologie und Paläontologie an der Universität München verlieben Werdern