Einzelbild herunterladen
 

Wiksbs-kmr SaqUatL

® eri “! 8 M a n ”®Ä e 21 wöchentlich 12 Ausgaben. „x^J&'iiMso.aa.

ne R nn- „r.„m WWU|VIUU»{ ^ ^ B°n L Uhr morgen- bis 8 Uhr abends, außer E-nnt-A

„Tagblati-Haus"

Schalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.

BezngS-Preis für beide Ausgaben: 70 Pfg, monatlich, SB. 2.- vierteljährlich durch den Verlag Langgaffe 21. ohne Bringerlohn. SB. 3.— vierteljährlich durch alle deutschen Poftanstalten. ausschließlich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- marckrmg 18, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

Aureiaen-BreiS für die Zeile: Ib Bfg. für örtliche Anzeigen im „ArbeiiSmarkt" und „Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzform: 20 Pfg. in davon abweichender Satzausführung, sowie für alle ubrrgen örMchen Anzeigen; 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Mk. für örtliche Reklamen: 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Setten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Rat

SÖrÄÄÄÄiS Berliner Schriftleitung desWiesbadeuer Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güritzelstr, 66, Sentftr,: AmtUhland 450 u. 451. jffienlRfe

Freitag. 15. Januar 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 23. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Die Lage im westen.

Deutsche Unterseeboote vor Dover.

W.T.-B. London, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Star" meldet aus Dover, daß dort vorgestern abend Gerüchte umgingen über die Anwesenheit von Unterseebooten im Kanal. Gestern früh wurden von verschiedenen Küstenplätzen zwei feindliche Untersee­boote auf der Höhe von Dover gesehen. Die Batterien eröffneten das Feuer. Der Angriff wunde abgeschlagen. Weiter wird gemeldet, daß auf die Unterseeboote von den Höhen bei der Zitadelle ntit schweren Geschützen zweimal geschossen wurde. Der Angriff wäre in der Dunkelheit unternommen wanden, aber die Scheinwerfer hätten die Anwesenheit der Unterseeboote festgestellt.

W. T.-B. Dover, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Vor­gestern abend 11 Uhr wurden im Hafen von Dover zwei Kanonenschüsse abgegÄen. Ein feind­liches Tauchboot soll zu dieser Zeit bei der Einfahrt in den Hafen gesichtet worden sein.

XV. T.-B. London» 14. Jan. (Nichtamtlich.) Der gestern nacht erfolgte zweite Angriff deutscher Unter­seeboote ist mißglückt. Das Feuer der schweren Ge­schütze verursachte einige Aufregung, aber man sah nichts. Die Wache meldete, daß ein deutsches Unterseeboot, welches gefeuert hatte, im Dun- fei verschwunden war. Heute näherte sich ein zweites Unterseeboot dem Hafen, löste einige Schüße, wurde aber von den Batterien vertrieben, ohne daß es etwas ausrichtete.

England in Erwartung einer deutschen Landung.

Kopenhagen, 12. Jan. Die „National TDende" erfährt aus London, Lord Derby habe in Liverpool über die Mög­lichkeit einer Landung in England geredet. Man dürfe überzeugt sein, daß es einmal während des Krieges den deut­schen Truppen gelingen werde, in England zu landen, daß aber England den Angriff zurückweisen werde. Der „Daily Expreß" will wissen, daß die deutschen Vorbereitungen eines Luft­angriffs auf England vor fünf Monaten begonnen worden seien. Die notwendige Anzahl von Zeppelinen werde Ende Januar fertig sein. Graf Zeppelin werde 10 vor­zügliche Schiffe nach England senden, deren Aufgabe die Be- werfung sowohl der englischen Hauptflotte als von Lon­don sei. Zeppelin werde selbst Oberkommandierender der Luftflotte sein. Hunderte deutscher Flieger hätten sich als freiwillige Teilnehmer gemeldet. Die Zeppelinfchiffe würden von einer großen Zahl Flugzeuge und Wasserdrachen begleitet werden. Viele Torpedobootszerstörer und Torpedo­boote würden am Angriff teilnehmen. Gleichzeitig würde auch die deutsche Unterseebootsflottille in Tätigkeit gegen England treten.

Die Mobilmachung des dritten kanadischen Kontingents.

W. T.-B. London, 14. Jan. (Nichtamtlich) Die „Times" meldet aus Torrento: Die Regierung hat die Mobilmachung des dritten kanadischen Kontingents angeordnet.

Ein englischer Fischdampfer durch eine Mine vernichtet.

Vf. T.-B. London, 14. Jam (Nichtamtlich) Der Lotve- ftofter Fischdampfer „Queen of Devon" ist mit der ganzen

Mehr Stille!

Wir jubeln und feiern und „fiegen" zu viel.

Wir, die daheim geblieben.

Aus blutigem Ernst wird uns heiteres Spiel:-

Laß schweigend uns denken der Lieden,

Der Toten, die draußen auf fremdem Feld Sich sterbend stolz in die Bresche gestellt.

Der Braven, die stürmend mit heiligem Mut Uns schirmen der höchsten Güter Gut:

Die Freiheit, die Ehre, den Frieden!

Wir ziehen mit Fahnen und Kling und Klang —

Als gält's dem Schützenkönig! —

Straßen auf, Straßen ab und stundenlang:

Der Hurras sind nicht wenig. . .

Sieht keiner die Frauen im Trauerkleid?

Ahnt keiner das schwere, das stumme Leid?

Denkt keiner der „Tapfern, der Treuen" dvanß',

Die ringen, — indessen wir feiern zu Haus' —

Für Freiheit und Ehre und Frieden?

Lernt schweigend gedenken: 's ist nur eine Schlacht, Wenn wieder einmal wir gewonnen.

Wenn unsere Söhne uns Lorbeer gebracht.

Wenn blitzen die Augen wie Sonnen! —

Der Opfer gedenkt, wenn das Herz euch schwillt.

Der fallenden Opfer auf heißem Gefild' — — —

Doch sind einst die Feinde zur Strecke gebracht. Dann feiert den Sieg nach der Weltenschlacht Für Freiheit und Ehre und Frieden!!! Wmrich bei Naumburg a. S. Karl Grunert.

Besatzung untergegangen. Es wird vermutet, daß er auf eine Mine gelaufen ist.

Schmälerung der Rechte der Naturalisierten in Frankreich.

W. T.-B. Paris, 14. Jan. (Nichtamtlich) Der Abgeord­nete Joseph D e n a i s unterbreitete der Kammer einen Ge­setzentwurf, demzufolge die Naturalisierten nur Zivil- rechte, aber keine politischen Rechte genießen sollen, weder gewählt werden können, noch wählen dürfen. Auch die Söhne der Naturalisierten dürfen nicht alle Rechte der poli- tffchen Bürger genießen, welche erst Enkelkindern der Naturalisierten verliehen werden sollen.

Wieder ein deutscher Kriegsgefangener verurteilt.

Paris, 13. Jan. (Franks. Ztg.) Das Pariser Kriegs­gericht verhandelte gestern wieder über einen deuffchen Kriegsgefangenen, den Landsturmmann und Dolmetscher Jean Lang aus Colmar, der verwundet gefangen genommen wurde und in besten Tornister man allerlei Gegenstände fand, die er gestohlen haben soll. Lang, der sich sehr geschickt ver­teidigte, wurde, obwohl Elsässer, zu 3 Jahren Gefängnis verurteirlt.

Gerechtfertigte Verurteilung eines weiteren Deutschen in Paris.

XV. T.-B. Paris, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Das Kriegsgericht verurteilte den Deutschen L i l> e st e i n zu zwei Jahren Gefängnis. Libestein, der seit 8 Jahren in Frankreich ansässig ist, fälschte im Augenblick der Mobilmachung seine Ausweispapiere, um den Glauben erwecken, er sei ein Franzose.

Wie die französischen Städte Geld machen wollen.

W. T.-B. London, 14. Jan. (Nichtamtlich.) „Daily Mail" erfährt, daß eine Anzahl französischer Städte wegen Mangel an Münzen Noten zm 25 Cent, ausgeben. Der Bürgermeister von EPernay sandte eine solche Note an die Blätter mit der Bitte um Ver­öffentlichung dieser Tatsache, damit Sammler diese interessanten Dokumente kaufen und dadurch den Stadtgemeinden Geld, woran sie großen Mangel hät­ten. zugeführt würde.

von den östlichen Kriegsschauplätzen, vergrabenes russisches Rriegsmaterial,

Eine halbamtliche Mitteilung besagt nach der „Königs­berger Hartungschen Ztg.", daß inOstpreußen beträchtliche Funde russischer Waffen und Gefchoßvorräte gemacht worden sind, die von den Russen vor dem Abzug aus Ostpreußen ver­graben waren. Landcsbewohner hatten die unterirdi­schen russischen Vorratskammern entdeckt und unsere Militärbehörde davon benachrichtigt. Das Kriegs­material ist noch verwendbar und wird nun gute Dienste gegen den Feind tun. Der Pfeil prallt sozusagen auf den Schützen zurück. Die Aufmerksamkeit der Einwohnerschaft, der man den Kriegsmittelzuwachs gegen die Russen verdankt, verdient Lob und Nacheiferung. Auch die kleinen Vorteile gelten-.

Die deutsche Zivrlvcrwaltung in Russisch-Polen.

In die Zivilverwaltung für Russisch-Polen ist Landrat Dr. L ö h r s in Lübben berufen worden.

Neues über die russischen Kriegsvorbereitungen.

Aus einem galizischen Spital gehen der Wiener „Neuen Freien Presse" folgende Mitteilungen zu: Unter den russischen

Wie sie das Eiserne Kren; erwarben.

Aus Briefen unserer Tapferen.

Von Fritz Mack.

Nicht von unseren großen Helden, den genialen Führern unserer Heere, deren Ruhm ohnehin weit genug strahlt, auch nicht von der großen Zahl der übrigen Generäle und Offi- ziere,. die uns alle mehr oder weniger Zeugen des echten Heldengeistes in unserer Armee sind, soll hier die Rede sein. Von einfachen Soldaten vielmehr, von jenen stillen und be­scheidenen Helden will ich erzählen, die sich ihres Heldentums meist gar nicht bewußt, die oft genug hinterher erstaunt sind über die hohe Wertung, die ihren Taten zuteil ward. Sie selbst, meist einfache Menschen, die im Alltag vielleicht nie­mals ausgefallen wären, reden nicht gerne davon. Sie wollen nichts davon misten, daß man sie als Helden ehrt. Sie taten, was sie in den einzelnen Fällen ganz einfach für ihre Pflicht hielten, in der stillen, anspruchslosen Art des Mannes, dem die manchmal zweifelhaften Errungenschaften der Kultur und Bildung noch nicht Denken und Empfinden verfälschten. Nur aus den Briefen an ihre nächsten Angehörigen, für kei­nes Fremden Augen bestimmt, erfährt man die Gründe über die Verleihung des Eisernen Kreuzes an diese Tapferen. Der Vater, die Mutter oder die Geschwister haben sie dann dem einzigen Blättchen im Dorfe oder im Städtchen mitgeteilt, aus überquellender Freude und in berechtigtem Stolz, ein wenig auch aus dem begreiflichen Gefühl heraus, damit auch etwas von der Ehre, die dem Sohne, dem Bruder zuteil ge­worden, auf sich herüberglänzen zu lassen. In diesen kurzen

Gefangenen befinden sich in letzter Zeit Soldaten, die aus den deutschen Ansiedlungen stammen, und mit denen man sich ver­ständigen kann. Die verwundeten Russen, die in unsere Spitäler zur Heilung abgegeben werden, werden mit der Zeit durch die fürsorgliche Behandlung, die man ihnen anyedeihen läßt, sehr zutraulich und gesprächig. Soldaten aus den Grenz­bezirken des Kaukasus erklären alle übereinstimmend, daß sie ihre Einberufung nach unserer Zeitrechnung bereits am 4. Juli mit dem Vermerk einer Kriegserklärung ct= hielten und schon am 14. Juli bei ihrem Kader gestellt sein niußtem Soldaten von sibirischen Regimentern behaup­ten, bereits Ende April einberufen worden zu sein, waren schon im Juli in Rußland, wurden aber wegen des zahlreich vorhandenen Soldatenmaterials zurückgeschoben, ohne abzurüsten, und standen erst seit einem Monat in der Feuerlinie. Es läßt sich infolgedessen feststellen, bemerkt dos Blatt, daß Rußland bereits zu einer Zeit mobilisierte, wo man m Österreich noch gar nicht an einen Krieg dachte.

Die Ueberreichung der Hindenburgspende.

W. T.-B. Berlin, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Der Auftuf des Deutschen Städtetages, dem Oftheer zur Abwehr der Un­bill des rustischen Winters Pelzjoppen zu verschaffen, hat bei den deuffchen Städten und anderen Stellen sehr lebhaften Beifall gefunden, so daß gestern der Ausschuß des Städtetages, bestehend aus den Oberbürgermeistern Dr. Beutler (Dresden) und Dr. Wilms (Posen) sowie dem Geschäfts­führer Dr. Luther, dem Feldmarschall v. Hindenburg eine Spende von 2 Millionen Mark anzeigen und einen großen Teil der Pelzjoppen überreichen konnte. Der Feldmarschall nahm die Gabe mit herzlichen Worten des Danke? entgegen und hob hervor, daß seine Truppen mehr­fach Übermenschliches geleistet hätten, und daß des­halb diele für die Truppen so wertvolle Spende ihm große Freude bereite und eine angenehme Anerkennung für Kaiser und Reich sei. Die Sammlung wird fortgesetzt.

Die serbische Zivilbevölkerung mutz Belgrad verlassen.

Br. Sofia, 14. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Aus N i s ch wird gemeldet, daß die serbische Regierung an die Bevölkerung von Belgrad eine Kundgebung ver­öffentlichte, in der aus militärisch-taktischen Gründen der Zivilbevölkerung verboten wird, weiterhin in Bel. grad zu bleiben. _

Der Krieg im Grient.

Ein russisches Zugeständnis.

Br. Haag, 14. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Ter „Time's"-Bcrichterstatter in Petersburg gibt zu, daß es den Türken gelungen sei, den Vormarsch der Russen nach der türkischen Grenze zum Still­stand zu bringen. Die Türken halten mit 100 000 Mann bei Karn Urgan, halbwegs zwischen Kars und Erzerum, stand. Die Russen glauben, daß die Türken durch ein Armeekorps verstärkt worden sind.

Der amtliche türkiWe Bericht.

Tübris und Sclwas besetzt.

W. T.-B. Konstantinoprl, 14. Jan. (Nichtamtlich.) Das türkische Hauptquartier teilt mit: Unsere Truppen rücken, unterstützt von persischen Kontingenten, beständig in Aserbeid- schan vor, um das Land von dem russischen Joch zu befreien.

Berichten leuchtet das phrasenlose selbstverständliche Helden-

tum schlichter Soldaten in einem so reinen, strahlenden Lichte auf, daß man oft im Tiefften erschüttert wird von so viel Todesverachtung, so viel wahrhaftem Adel der Gesinnung bei einfachen Menschen. In den Reihen der Zurückgebliebenen hat man sich manchmal über die Häusigkeit gewundert, mit der in diesem Kriege der schönste Tapserkeitsorden verliehen wurde. Gar mancher hat wohl auch hieraus Schlüsse über die Verdienste der Ausgezeichneten ziehen zu können ge­glaubt. Es ist mit der Zweck dieser Betrachtung, vagen Ver­mutungen den Boden zu entziehen, zu zeigen, daß es wirk­liche Helden sind, die sich heute des schönsten Schmuckes auf dem feldgrauen Nock erfreuen dürfen.

Da ist zunächst ein Musketier aus Westfalen, dem eine wackere Tat neben dem bayerischen Verdienstkreuz die bei­den Klassen des Eisernen Kreuzes eintrug. Der Brave be­fand sich zur Heilung in einem Lazarett, als er erfuhr, daß ein schwerer Kamps in unmittelbarer Nähe tobe. Er sprang rasch entschlossen vom Krankenlager auf, nahm sein Gewehr und stürzte fort. Unterwegs gesellten sich noch Gruppen von anderen Soldaten zu ihm, denen er dann als Führer vorau­stürmte. Es gelang diesen Tapferen, zwei feindliche Fahnen, eine ganze Batterie und 80 Franzosen als Beute zu machen. Ein anderer Musketier, ein biederer Schwabe, sah im Ver­lauf eines Gefechts, wie zwei in einem Bahneinschnitt eiuge- grabene feindliche Maschinengewehre in den Reihen seiner Kameraden furchtbare Lücken schossen. Er studierte einen Augenblick das Gelände und beschloß dann, wie wenn das die selbstverständlichste Sache von der Welt wäre, die beiden Maschinengewehre ganz allein zu holen. Er pirschte sich den Abhang, auf dem sie standen, hinauf, und stürzte dann von der Flanke her mit, lautem „Hurra!" auf die sieben Bedie- nungsuumnschasten 'los. Fünf von diesen slrHs, 8nt> dtp

.