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Nr. 15.

Soanrag, 10. Januar 1915._ JKUCöÜÖÖCliCi? g-gggUlTl»

Morgeu-'AuSgabe. Erstes Blatt.SeUe Q.

schon so manchen beachtenswerten Wink für die Verbesserung des Verkehrs, des Wagenmaterials usw. gegeben hat. Es verdient, bei dieser Gelegenheit hervorgehoben zu werden, weil es zu wenig bekannt rst, daß der Ruf nach Schlaf­wagen 3. Klasse zuerst vom Verband reisender Kauf, leute ergangen ist, und we:in er, vor dem Kriege waren ja bereits Anzeichen dafür vorhanden, später Gehör findet, so kann der Verband auch diesen Erfolg im Interesse der Allge­meinheit seinem Konto gutschreiben. , Es wäre noch so manches über die Arbeiten zur Förderung des Verkehrs zu berichten, es würde aber zu weit führen, alle Einzelheiten zu erwähnen.

In neuerer Zeit hat sich der Verband einer Verbesserung des Gesetzes über die Gesellschaften m. b. H. angenom­men und bekämpft die geplante hohe Besteuerung für reisende Kaufleute in Dänemark, die auch für zahlreiche deutsche Handelsvertreter eine arge Erschwerung des Ge­schäfts mit sich bringen würde. Seit seinem Bestehen hat sich der Verband nämlich auch stets der Vertreter angenommen, 'die er zu Tausenden zu seinen Mitgliedern zählt, und ihre Forderungen und ihre Wünsche haben bei ihm einen rührigen Sachverwalter gefunden. Mit der fruchtbaren Arbeit des Verbandes in der Wirtschafts-, Sozial- und Verkehrspolitik ist der Ausbau und die Ausgestaltung seiner Wohl- f»hrtseinrichtungen Hand in Hand gegangen. Durch Gewährung von Witwen-, Waisen- und Jnvalidenunter- sLtzungen und Unterstützungen in Notfällen aller Art hat er die Jahre hindurch schon recht viel Segen gestiftet. Eine glänzende Probe auf seine Leistungsfähigkeit tonnte er jetzt im Kriege erbringen. Als einziger von den Berufsverbän­den hatte er eine Kriegsunter st ützungsrückla ge angesammelt, die ihn in den Stand setzte, bald nach Beginn des Krieges, ohne erst das Ergebnis von Sammlungen ab> warten zu müssen, den Familien der Kriegsteilnehmer hel­fend beizustehen. Zu den vorhandenen 45 OVO M. der Kriegs­rücklage wurdey bald weitere 200 000 M. aus der allgemei­nen Rücklage bewilligt, so daß rund 14 Million Mark für diesen Zweck zur Verfügung stand, von der bis jetzt noch nicht die Hälfte verbraucht ist, obwohl nicht nur die Familien der Kriegsteilnehmer, sondern auch die durch den Krieg erwerbs­los gewordenen Mitglieder unterstützt werden und obwohl alle Unterstützungsberechtigten im Dezember noch eine be­sondere Weihnachtsgabe erhielten. Die Bewilligung weiterer Beträge bis zum Ende des Krieges ist in Aussicht genommen und auch für etwaige Not nach dem Kriege sind Mittel zur Linderung vorhanden.

So kann der Verband reisender Kaufleute Deutschlands, der jetzt rund 17 000 Mitglieder zählt und über 6 000 000 M. Vermögen besitzt, seines 30jährigen Bestehens mit stolzer Ge­nugtuung gedenken. Er hat nicht nur die ihm anvertrauten Interessen der reisenden Kaufleute gefördert und gewahrt, er hat darüber hinaus im Ganzen der Allgemeinheit und im besonderen dem Handel viele wertvolle Dienste ge­leistet. Möge er auf der von ihm betretenen Bahn rüstig fortschreiten zum Wohl unserer deutschen Volkswirtschaft und unseres deutschen Vaterlandes!

Kus Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

vre Woche.

In einigen Dutzend Zuschriften aus unserem Leserkreis« wird darüber geklagt, daß in Wiesbaden das Kriegsbrot immer Noch nicht zu haben sei, was allerdings nicht zutrifft, denn hier und da ist es zu haben. Was nutzen alle Mahnungen von privater und amtlicher Seite, wenn das Publikum gar nicht die Möglichkeit hat, sie zu befolgen, wird gesagt. Aller­dings kommt in einigen Zuschriften nicht nur der Bäcker, son­dern auch der Verbraucher schlecht weg. So wird z. B. in einem der Briefe mitgeteilt, daß ein angesehener hiesiger Bäckermeister erzählt habe, in der Versammlung der Bäcker­innung sei vor einigen Tagen festgestellt worden, daß zum Weihnachtsfest in Wiesbaden 10 Zentner Hefe mehr verbraucht worden seien als sonst um diese Zeit. Das entspräche aber einem Mehrverbrauch von annähernd 200 Zentner Mehl! Da die Bäckerinnung den gemeinschaftlichen Bezug von Hefe seit vielen Jahren eingeführt hat, ist sie wohl in der Lage, genau festzustellen, was im Vorjahr und was in diesem Jahr ge­braucht worden ist. Aber das mit dem Mehrverbrauch von 10 Zentnern Hefe stimmt nicht; nicht 10, sondern 1 Zentner Hefe macht das Mehr des Kriegsweihnachtskuchens aus. Das ist natürlich auch schon etwas, und ein Mehr von 1 Zentner Hefe weist auf ein Mehr von etwa 40 bis 50 Zentner Mehl hin. Es wird ferner behauptet, gerade weniger Bemittelte hätten sich diesmal in der Kuchenbäckerei übertroffen. Man führt das in einigen Zuschriften auf die weitgehende Kriegsfürsorge zurück und meint, manche einfache Frau habe jetzt mehr Geld in der Hand als in Friedenszeiten. Das läht sich nicht bestreiten, daß es Kriegerfrauen gibt, die gegenwärtig über mehr Geldmittel verfügen als im Frieden, aber man darf da nicht übertreiben. Diese Frauen bilden doch nur Aus­nahmen; die meisten stehen sich zweifellos erheblich schlechter als in normalen Zeiten. Wenn in den Kreisen der kleinen Leute zu Weihnachten mehr Kuchen gebacken worden ist als ftüher, so liegt das sicher nicht zuletzt daran, daß auherordent- lich viel Kuchen in die Schützengräben und zu den Besatzungs­truppen gewandert ist. Man hüte sich, a l l g e m e i n den Vor­wurf gegen die Frauen der Krieger aus der Arbeiterschaft und dem Mittelstand zu erheben, nicht Haushalten zu können, man würde damit den meisten dieser Frauen unbedingt Unrecht tun, so sehr in einzelnen Fällen der Vorwurf des Richthaushalten- könnenS gerechtfertigt sein mag. In der Zuschrift einer ange­

ehenen Dame heißt es:

Aber auch in unseren Kreisen könnte mit gutem Beispiel vorangeganaen werden: ist es nötig daß Tag für Tag die Konditoreien an der Wilhelmst-aße nachmittags von 414 bis 6 V 2 Uhr voll Menschen sitzen, die Kuchen und Süßigkeiten essen? Das merken die ärmeren Leute, die Vorbeigehen sehr wohl und denken sich ih; Teck. Selbstverständlich »vollen die Konditorei- und Kaffee­besitzer auchleben" aber ich meine, das liehe sich auf einfacherem Fuße erreichen, muß eine solche Aus­wahl und eine solche Fülle von Törten und Kuchen vor­handen sein? Fein gebutterte Brotscheiden. Zwieback un- einfachste Kuchen täten es auch. Bis setzt ist ledenfalls von Notlage irgendwo nichts zu spüren."

Da? ist ein sehr schwieriges Thema, uiid trenn man schon mfängt, die Fragen aufzuwerfen:Ist das nötig? Mutz das ein? Was kann entbehrt werden?" dann gibt es schließlich !ein Halten mehr. Deshalb läht sich die ernste Frage:Was st zu tun, damit wir mit den vorhandenen Vorräten an Nah­

rungsmitteln bis zur nächsten Ernte auskommcn, ohne Not zu leiden?" nur auf dem Wege r e i ch s ge s e tz l ich e r Ver­ordnungen beantworlen. Die Staatsregierung, die allem in der Lage ist, den Markt zu überblicken und die Bedürfnisse estzustellen, hat zu entscheiden, in welcher Weise gespart wer­den mutz, nicht soll. Denn Zwang muh sein, anders geht es nicht.

Am 15. Januar tritt bekanntlich die Bundesratsverord- nung über die Bereitung von Backwaren in Kraft. Sie stellt die Bäckereien unter eine zienckich scharfe Kontrolle, um jeglicher Vergeudung von Mehl vorzubeugen. Man kann verstehen, dah die Verordnung in den Kreisen der Bäcker nicht gerade freudigen Widerhall gefunden hat, aber in einer Zeit wie der gegenwärtigen muh sich jeder dem großen Gangen unterordnen und Opfer bringen. Die folgende Bestimmung hat, wenn wir derDeutschen Tageszeitung" glauben dürfen, mit bemerkenswerter Pünktlichkeit einen Entrüstungs­rummel" hervorgerufen:

Alle Arbeiten die zur Bereitung von Backwaren dienen, sind in Bäckereien und Konditoreien, auch '.venu diese nur einen Nebenbetrieb darstellen, in der Zeit von 7 Uhr abends bis 7 Ubr morgens verboten. Die höheren Verwaltungsbehörden könnet» Beginn und Ende der 12 Stunden, auf die sich dieses Verbot erstreckt, für ihren Bezirk oder für einzelne Orte mit der Maßgabe anders festsetzen, daß die Arbeit nicht vor 6 Uhr morgens beginnen darf. Die Landesvolizeibehörden können das Bereiten von Kuchen auf bestimmte Wochentage be­schränken,"

Darnach hat also vom 15. Januar ab die Nachtarbeit der Bäcker aufzuhören. Werden wir das bedauern, weil wir dann Brötchen essen müssen, die nicht warin aus dem Ofen kommen, sondern etiva zwölf Stunden gelegen haben? Das »väre kläglich. Wir werden auf die ganz frischen Brötchen ver­zichten und Gott danken, dah »vir überhaupt noch unseren Morgenkaffee in vollkommener Sicherheit geniehen können. Den Bäckern aber wird die Nachtruhe nur gesund sein. Sie tverden bald die normale Tagesarbeit schätzen lernen und sich vielleicht so sehr an den neuen zweifellos besseren Zu- stand gewöhnen, dah sie überhaupt nicht mehr zur Nachtarbeit zurückzukehren begehren. Das aber wäre auch ein begrüßens­werter Erfolg der Bundesratsverordnung! -tt-

Cos Eiserne ttreuz.

Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden ausgezeichnet: der Landsturmunterofftzier Franz N e u m a n n, Geschäfts­führer der Speditionsgesellschaft Wiesbaden; der Vizefeldwebel im Pionier-Regiment 25 Hans S u s s e ck aus Wiesbaden; unter Beförderung zum Vizefeldwebel der Unteroffizier Leonh. Kemps, Geschäftsführer her Firma I. C. Keiper in Wiesbaden; der Reservist Hans Martin aus Winkel; der Gefteite Heinrich Kühl aus Ems; der Oberstabsarzt Saui- tätsrat Dr. Löb aus Limburg; der Vizefeldwebel Lehrer Klärner aus Laubach; der Reservist Joseph Reichwein aus Oberzeugheim; der Obergefreite Jos. Zoller aus Eisenbach.

Mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse wurde der Reservist Joseph Fuhr aus Oberelbert im Westerwald aus­gezeichnet, der eine deutsche Fahne zurückeroberte.

Line unglückliche Idee.

Auf eine sonderbare Art, ihre »nonarchische Gesinnung zu beweffen, sirid der Bund der Deuffchen Riede r ö st er­reich s in Wien und seine reichsdeutsche Hauptbetriebsstelle in Braunschweig verfallen. Die Herren haben eine angeblich künstlerisch ausgesührte, in Wirklichkeit herzlich mäßig aus­gefallene Feldpo st karte mit dem BUdnis des Kaisers Herstellen lassen und wollen sie nun in Millionen von Stücken in Deutschland vertreiben, damit sie dem Kaiser zu seinem Geburtstag ins Feld übersandt tverden. Wir lassen es dahingestellt, ob bei dieser Massenherstellung von Ansichtskarten der Wunsch eines möglichst fetten Verdienstes ausschlaggebend gewesen ist. Man kann ruhig anmehmen, dah die Leute es herzlich gut meinen, aber die Zeit ist ganz und gar nicht geeignet, den Kaiser mit Millionen von Ansichts­karten zu überschwemmen und unsere Feldpost noch mehr zu belasten, als sie es bereits ist. Wer dem Kaiser und der Feld­post einen Gefallen tun will, der unterlasse die Absendung einer Glückwunschkarte an den obersten Kriegsherrn, der dies- »nal ohnehin überzeugt sein wird, dah sein Geburtstag von den herzlichsten Glückwünschen des Volkes begleitet sein wird.

Kriegsteilnehmer der nassauischcn Lehrer. DerAllge­meine Lehrerverein im Regierungsbezirk Wiesbaden" zählt 1700 Mitglieder, von denen 520, also rund 30 Prozent, int Felde stehen; 202 der Einberufenen sind ledig, 318 verheiratet. Rechnet man, dah von den Mitgliedern desKatholischen Lehrervereins" ein gleicher Prozentsatz eingezogen ist, so er­gibt sich, datz rund 700 nassauische Lehrer unter den Waffen stehen.

Wiesbadener Lazarette. Ans der Verwundete,lliste der Auskunftsstelle über im Felde stehende nassauische Soldaten in der Loge Plato: Fuhartillerie-Regiment 3: Kahleis (Wies­baden) im städt. Krankenhaus. Feldartillerie-Regiment 27: Steinebach (Hundsangen) im Evang. Vereinshaus. Infan­terie-Regiment 118: Reservist Klee (Wiesbaden) i»n Hotel Schützenhof. Landwehr-Jnfanterie-Regiment 12: Oberleut­nant Uermlkirch (Frankfurt) in der Kuranstalt von Dr. Edler. Infanterie-Regiment 80: Berkessel (Wiesbaden) im Hotel Royal; Kirsch (Niederwalluf) im Hotel Prinz Nikolas; I. Stecker (Gebweiler) »m Hotel Reichspost; Reservist Storch (Wicker) im Sanatorium Friedrichs-Höhe. Reserve-Jnsan- terie-Regiment 223: Heilhecker (Wiesbaden) in» Sanatorium von Dr. Schloß. Landwehr-Jnfanterie-Regiment 80: O. Kaiser (Schierstein) im Hotel Metropol; Ph. Löhr (Obcr- lahnstein), Rücker (Wiesbaden) und I. Schneider (Steiiffrenz) im Hotel Reichspost. Train-Regiment 18: Wehrmann

A. Kerbel (Worms) im Hospital zum Roten Kreuz. Reserve- Jnfanterie-Regiment 80: D. Max (Altenhausen) im Hotel Reichspost. Infanterie-Regiment 87: Unteroffizier Scheuer­mann im Hotel Royal.

Ersatz für Kaffee. In der Tagespresse wird allent­halben zur Sparsamkeit mit Lebensmitteln ermahnt. In der Strahb. Post" lenkt die Hauswirtschaftslehrerin Paula Hilger die Aufmerksamkeit auf ein Kaffeeersatzmittel, das, wie sie an­gibt, bei den Türken und Arabern sehr geschätzt, bei unserer Bevölkerung dagegen noch wenig bekannt ist und das uns ge­rade in diesem Jahre die Natur in der Frucht unserer deut­schen Eiche in reichlicher Fülle gespendet hat. Der Eichel­kaffee ist, »nichtig zubereitet und mit Milch uni Zucker ge­nossen, ein nahrhaftes wohlschmeckendes, bekömmliches Ge­tränk, das einen günstigen Einfluß auf den Stoffwechsel aus­übt. Es fehlt ihm auch die aufregende Wirkung des Bohnen­kaffees. Die Eichel enthält 35 Prozent Stärkemehl, 8 Prozent

Zucker, 7 Pr^ent Eiweihstoffe, 4 Prozent Fett und einige un­wesentliche andere Bestandteile. Die Zubereitung fit einfach. Die von der Schale befreiten Eicheln werden in Stücke ge­schnitten, im Bratofen langsam gedörrt und nachher in der Pfanne geröstet. Das Rüsten geschieht wie beim Bohnenkaffee, nur nicht so stark. Man kann dabei etwas Butter zusetzen, tveil die Eichel nicht in dem Matze ölige Bestandteile besitzt wie der Kaffee. Notwendig ist dies aber nicht. Nach der Ab­kühlung wird der Eichelkaffee gemahlen und in verschlossenen Blechbüchsen aufbewahrt. Zur Herstellung des Getränks läßt man in einem Liter Wasser zwei gute Eßlöffel voll Eichelkaffee mit etivas Zichorienzusatz einige Minuten lang kochen.

Personal-Nachrichten. Dom Landgerichtsrat Orthe> l i u s in Wiesbaden wurde der Charatte. als Gevchmer ^ustrz- rat und den Amtsgerichtsfetretäreu Mai fehle in isadamar und Laudenbach in Wiesbaden der Charakter als Rech- nungörat veviiehen. Dein Amtsgerichisrat Dr. Hey­mann in Weilüura wurde der Charakter als Geheimer Justizrat verlieben. Verliehen wurde der Titel Obewost- assistent dem Poftassistent Fischer in Wiesbaven; der Titel Obe postassistcnt den Postasststenten Nie neuer in Wies­baden und Scheurer in Bad Homburg; der Titel Obertele- graphenassistent dem Telegraphenassistent Brühl in Wies­baden. Etatsmäßig angestellt als Postaffistenr wurde Post­assistent R e m y in Hachenburg. Dem Leutnant Maentei aus Wiesbaden, Führer der Maschinengeweh-Kompagnie »22, ist de König! Württembergische Friedrichsorden mit goldenen Schwertern verliehen worden. Dem Direktor de- Baugewerk- schule in Idstein, Prof. Dr. Herbert, und den Oberlehrern Professor N 0 e r p p und K u h l m a n n an der Baugewerk- schule in Frankfurt a. M. ist du.ch Allerhöchsten Erlaß vom 16. d. M. der Rang der Räte 4, Klasse, den Obevleh eru an letzterer Anstalt Dipl.-Jug. Kochen rat, Haatz und Schad der Charakter alsProfessor" verliehen, In die durch den Tod des Kreissekretärs Kasten frei gewordene Kreissekretärstelle beim Landoatsamt des Landr eises Wies­baden ist der Kreissekretär Kohl aus Rüdesheim a Nh. ver­setzt worden. Mit der kommissarischen Verwaltung der dadurch freigewordenen Kreissekretärstelle beim Lauvratsamt des Rheingaukreises ist der Regierungs-Zivilsupernumerar Wiebe aus Wiesbaden beaifftragt worden.

Kleine Notizen Die Nr. 1 derAnstellungs- Nachrichten" liegt in der Geschäftsstelle desWiesbadener Tagblatts" zur unentgeltlichen Ginsicht offen. Der 8jährige hiesige Violinist Theo Rainer wurde am 7. Januar zu der Frau P.inzessin Elisabeth zu Schaumbnrg-Lippe ein- geladen, wo er das Adagio aus dem 9. Konzert von Beriot und die Mazurka von Wieniawski spielte Der kleine Künstler fand vielen Beifall: die Prinzessin sprach den Wunsch aus. ihn bald in einem großen Wohltätigkeitskonzert spielen zu hören.

vorberichte über Runst, Vorträge und verwandte».

* Residenz-Theater. Zum 75 Male gelangt am Montag

der große SchlagerDie fünf Frankfurter" von Karl Rößler zur Äuffühvung. während desselben Verfassers beifällig aufge- nominenes neues LustspielRösselsprung" am Mittwoch zum viertenmal in Szene geht. Das neue fröhliche Fliegerlust- sviölWolkenreiter" tvird in dieser Woche am Dienstag UND Donnerstag gegeben. Am Freitag, abends 8 Uhr, findet die 12. Volksvorstellung zu kleinen Preisen statt und bangt A. von Kotzebues beliebtes LustspielDie deutschen Kleinstädter" in der damaligen Darsteklungsweise. Der Vorverkauf zu dieser Verstellung beginnt wiederum bereits am Montag. Als Neu­heit für nächsten Samstag istSturmidyll", Lustspiel von Fritz Grünbaum und Wilhelm Sterk. in Aussicht genommen. Sonntag, den 10. Januar, nachmittags 144 Uhr:Doktor Klaus". Abends 148 Ubr:Wolkenreiter". Montag, den 11.: Die fünf Frankfurter". Dienstag, den 12.:Wolkenrester". Mittwoch den 13.:Rösselsprung". Donnerstag, den 14.: Wolkenreiter". Freitag, den 15.: Völksvorstellung:Die

deutschen Kleinstädter". Samstag, den 16.:Sturmidvll" (Neuheit).

* Kurhaus. Sonntagnachmittag 4 Uhr findet im Abonne­

ment im Kurhause Sinfonie-Konzert unter Leitung des städti­schen Musikdirektors Karl Schuricht statt: das sogenanutr

Kaffeekonzert" fällt daher an diesem Tage aus. Infolge des regen Interesses, welches den 6 Zykluskonzerten entgegen- gebvacht worden ist. bat sich die Kurverwaltung entschlossen, im ersten Vierteljahr des neuen Jahres sechs wcito-r Konzerte unter der Leitung des Musikdirektors Karl Schuricht folgen zu lassen Als Gefangssol-isten sind gewonnen Fräulein Alfer- mann und die Heveen Bender Slezak und Bohnen, als Jnftru- mentalsolisten die Herren Backhaus urid Redner. Besondere schriftliche Einladungen werden diesmal nicht ergehen den Abonnenten der ersten 6 Konzerte werden aber ihre seitherigen Plätze bis zum 16. Januar, abends 6 Uhr. offengehakten. Die neuen Karten können täglich gegen Vorzeigung der alten um­getauscht wevden Neue Abonnenten ftnden Gelegenheit, ihre Wünsche schon jetzt in einer in der Hauptkasse des Kurhauses aufliegenden Einzeichnungsliste einzutragen.

* Kurtheatcr Die heutige Nachmittags-Vorstellung von Kam'rad Männe" ftndet zu Volkspreisen statt. Am Mon­tagabend wftd dasselbe Stück zu Einheitspreisen aufgeführt.

* Galerie Banger. Die Ausstellung Wiesbadener Künstler ist nur noch heute Sonntag zu besichtigen, von Montag ab hleibt der Oberlichtsaal wegen vollständigem Neu-Arrcmgement geschlossen. Die Ausstellung Deutscher Graphik, in der unsere ersten Künstler vertreten sein werden, wird nächsten Sonntag eröffnet.

* Kaufmännischer Verein. Der für Mittwochabend dieser Woche im Fesffaal der Turngesellschaft angekündigte Licht­bildervortrag zum Besten der Kriegsfürsorge ist durch seinen Inhalt des allergrößten Interesses der »veitesten Kreise sicher. London und Paris, dazu Bordeaux Lyon und Dijon bat der Redner des Abends, der bekannte Schriftsteller Norbert JaaueS im Dezember 1914, also vor tranigen Tagen erst, mir Gefahr für Leben und Freiheit besucht und das gegenwärtig« Tun und Treiben doctselbst beobachtet, um es uns in Worr und Bild wiederzugeben. Als Vielgereistem, der diese Städte von früheren Besuchen genau kennt, war es ihm möglich, in kurzer Zeit viel zu sehen und das Gesehene festzuhalten. Aus vielen Ginzelzügen. die ex beobachtet, wird .Herr Jaques ein Gesamtbild vorführen, aus dem man die Zustände bei unseren Feinden erkennen wird

Kus dem vereinsleben.

vorbericht«, ver«ins»ersantmlungen.

* Am 4. Januar fand eine Kommisstonssitzung. der Kriegsfürsarge der MkttelftanbS-Vereinr- gung" statt. Es konnte feftgestellt werden, daß der Stand der Kasse ein guter ist trotz der reichlichen Weihnachtsbe­scherung. Mehrere Gesuche um Unterstützung konnten be­willigt werden. Am 31. Januar soll die Geburtstagsfeier des Kaisers in würdiger Weis- stattfinden. Dazu sollen mehrere Ve-eine und alle, die zur Weihnachtsbescherung opferwillig bcigesteuert haben Einladungen erkalten. Beschwerden über Lieferungen minderwertiaer Kartoffeln wurden dabin erledigt, daß nicht der Magist-at schuld ist. sondern die. denen das Em- und Verkaufen übertragen wurde In einer Versammlung soll unter anderem dieser Punkt eingehend besprochen werden.

Provinz Hessen-Nassau.

Regierungsbezirk Raffel.

Hochwasser im Lahn- und Ohmtal.

X Marburg, 8. Jan. Infolge der anhaltenden Regen- güsse der letzten Tage tst die Lahn und die Oh»n aus den Ufern getreten. Das Lahntal südlich und nördlich der Stadt, sowie das gesamte Ohmtal von Kirchhaiu nach Schweiusberg uud weiter bildet einen großen See. Eincho Ortschaften sind völlig umflutÄ.