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Bette 4. _ Abend-Avsgabe. Erste- Blatt.

lassen, von denen die Verbündeten sin J,rtereffe daran haben, dass die Zentralmächte sie nicht bekommen, »nd wenn zweitens in den fraglichen neutralen Häfen englische Agenten (!) ermächtigt wären, den Inhalt durchkommender Ladungen zu prüfen. Es würde sich dann die Tätigkeit der Flotte der Verbündeten der neutralen Schiffahrt gegenüber auf eime einfache Prüfung der Ladepapiere beschränken.

Rumänische Rüstungen.

W. T.-B. Basel, 8. Jan. (Nichtamtlich.) Wie denBaseler Rachr." ans London berichtet wird, haben alle Rumänen, die dem aktiven Heere angehören und im Ausland wohnen, den Befehl erhalten, zurückzukehren.

Die Rufstandsbewegung in Albanien.

Verhinderung der Durchfuhr nach Serbien.

W. T.-B. Rom» 8. Jan. (Nichtamtlich!)Giornale d'Jtalia" berichtet aus Bari vom 7. Jan.: Die Aufstandsbc- wegung hat sich über ganz Mittelalbanien zwischen San Giovani di Medua und dem Wogutza-Fhutz ausgedehnt. In vielen Ortschaften haben die Moslems trotz des Waffen­stillstandes die Feindseligkeiten wieder ausgenommen und verhindern die Durchfuhr von Waren nach Monte­negro über den Bojana-Flutz. Die atalieuische Regierung hat, um sich über dire Lage Klarheit zu verschaffen, dien kleinen KreuzerPiemonte" nach San Giovani di Medua entsandt.

Die Abfahrt des italienischen Gesandten aus Durazzo.

W. T.-B. Rom, 8. Jan. (Nichtamtlich.) Die Agenzia Stefans" meldet aus Durazzo von gestern: Heute früh fand ein kurzer Geschütz kämpf zwischen dem Rasbul und «.an Biagio statt. Der übrige Tag verlief ruhig. Der DampferRe Umberto" ist nach Italien abgefahren. Er hat den italienischen Gesa n dien Aliotti, den französischen Gesandten Fontenay und mit wenigen Ausnahmen auch die Mit­glieder der italienischen Kolonie an Bord. Unter den zurückgelassenen Italienern befinden sich der Geschäfts­träger und der Konsul Piacentini und ein Teil des Ge» sandtschastspersonals. Di^ Behörden befinden sich an Bord derSardegna", wahrend die zurückgebliebenen Italiener teils auf derSardegna", teils auf der Misurata" Aufenthalt genommen haben.

Lin griechischer Kreuzer vor Durazzo!

W. T.-B. Rom, 8. Jan. (Nichtamtlich.) Der grie- chfiche Gesandte Coroniilas erklärte in einer Unter­redung mit Vertretern derTribnna" und des Giornale d'Jtalia", daß der griechischeKreuzer, der vor Durazzo erschienen ist, auf Antrag der dortigen griechischen Gesandtschaft und zu denr einzigen Zwecke gesandt worden sei, im Falle einer Gefahr den grie­chischen Untertanen eine Zuflucht darzu- bieten.

Der ungünstige Eindruck in Italien.

Br. Rom, 9. Jan. (Eig. Drahtbericht. .Ktr. Bln.) Ungeachtet der Erklärung des hiesigen Gesandten, daß der KreuzerHellas" ausschließlich zum Schutz der griechischer Staatsangehörigen nach Durazzo entsendet worden sei, wiederholt dieTribuna" ihre Ein­wände gegen die Maßregeln der griechischen Regie­rung. Die Wsendung des Schisses erscheint dem ge­nannten Blatt rätselhaft und überflüssig, da Li« italienischen Schiffe auch den Griechen ausreichen, den Schutz gewahren und die Gefahr für die Fremden überhaupt schon vorüber sei.Giornale d'Jtalia" er- klärt zu der Entsendung des Kreuzers, Griechenland habe nicht an der Botschafterkonferenz in London teil­genommen, in der die Schaffung des Fürstentums A l b a n i e n s beschlossen wurde. Wenn das Schiff er­schienen sei, um die Kontrolle, über D u r a z z o auszu- 'üben, so werde die Haltung der griechischen Regierung einen ungünstigen Eindruck auf Italien Hervor­rufen und zu Auseinandersetzungen zwischen den leiten­den Kreisen beider Staaten Anlaß geben.

Deutsches Reich.

* Hof- und Personal - Nachrichten. Der Erbgroß- herzog non Oldenburg legt Mitte Januar die.Reife- vrüfung ab und begleitet den Großherzog bei dessen Rückreise ins Feld.

Die Ausmerzung des Verräters Dr. Weill aus dem Reichstag. W. T.-B. Berlin, 8. Jan. (Nichtamtlich) DaS Mitglied des Reichstags Dr. Georg Weil! aus Stratzburg ist nach dem Bekanntwerden , seines Briefes, aus dem hervor­geht, daß er in die französische Armee eingetreten ist, gemäß § 27 des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes vom 22. Juli 1913 durch Beschluß des Ministeriums in Elsaß-Loth­ringen vom 3. Januar 1915 seiner Staatsangehörig­keit verlustig erklärt worden. Dr. Weill hat damit ausgehört, Deutscher zu sein und zugleich die Wahlbe­rechtigung zum Reichstag verloren. Hiervon hat der Stellvertreter des Reichskanzlers dem Präsidenten des Reichs­tags mit dem Anheimstellen der weiteren Veranlassung Mit­teilung gemacht.

Ku§ Stabt nnb Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Es werden Liebesgaben gewünscht:

Da unsere 80er und 27er. vielleicht auch die übrigen Truppenteile des aktiven 18. Armeekorps, mit Liebes­gaben, zurzeit wenigstens, versehen sind, scheint das Publi­kum aus dem irrtümlichen Standpunkt zu stehen, daß Liebes­gaben nicht mehr nach der Front gewünscht werden. Dies ist nicht der Fall. Das RoteKreuzhat jetzt wieder die drin­gendsten Hilferufe nicht nur aus dem Osten, sondern auch aus dem Westen, insbesondere aus Flandern, er­halten. wo nicht nur ganze Regimenter, sondern auch Divisio­nen und Armeekorps von dem Liebesgabenzug noch verhältnis­mäßig wenig oder gar nichts gespürt Isaben. Es handelt sich hierbei allerdings meistens um Neuformationen.

Es wird daher dringend um weitere Zufüh­rung von Liebesgaben, insbesondere von Zigarren und Tabak, aber auch um Zusendung von wollener Unterwäsche, gebeten. Durch die Militärbehörde ist auch der dringende worden, hak auch» Taschentücher und

_Wiesbadener TagblaH.

Handtücher ins Feld gesandt werden, da diese von der Mili­tärbehörde nicht gestellt werden.

Wir weisen auf die Anzeige der Abteilung 3 vom Roten Kreuz hin. Die Abteilung hat sich bereit erklärt, die bis jetzt erhaltenen Dankschreiben ans dem Geschäftszimmer offen zu legen. Wer einen Blick in diese Schreiben getan nird gesehen hat, mit welch rnihrenden Worten auch für die kleinste Gabe der Dank ausgesprochen wird, der wird sicherlich auch für die erneute Bitte ein offenes Ohr haben.

Surückhaltung in den Gesuchen gegenttriegsmatzregeln

DieNordd. Ällg. Ztg." schreibt: Es ist unvermeidlich, daß Maßregeln, die im Interesse unserer Kriegführung ge­troffen werden, für den einzelnen in vielen Fällen Unbe­quemlichkeiten, ja Härten, mit sich bringen. Infolge davon werden die zivilen und militärischen Zentralbehörden in dieser Zeit mit einer Flut von Gesuchen um Durchbrechung jener Maßregeln überschwemmt. So weit sie von Ausländern ausgchen, die ohne ihre Schuld und ohne sich am Kriege betei­ligen zu können, in Deutschland festgesetzt werden mutzten oder sich einer scharfen Polizeiaufficht unterworfen haben, sind die Gesuche noch am ehesten zu verstehen. Von den Aus­ländern kann eine freiwillige freudige Übernahme von Opfern für unser Vaterland nicht erwartet werden, und so weit ihre Eingaben sich mit den eigenen Interessen der Deut­schen verbinden, werden sie auch nach Ätoglichkeit berücksichtigt. Indessen ist auch in solchen Fällen Vorsicht und Zurückhaltung geboten. Denn seit dem Bekanntwerden einzelner Bewilligun­gen bemühen sich fast alle Gesuche in manchinal recht weit hcr- geholter Weise darzutun, wellhe bedeutenden deuffchen Inter­essen preisgcgeben würden, wenn zum Beispiel in England eine Serie angekündigter Konzerte nicht stattfinden könne. So lange die Eiirgabeir von Ausländern kommen, die, nebenbei be­merkt, früher meist Deutsche waren und aus rein g e sch ä f t- lichen Interessen ihre Staatsangehörigkeit Preisgaben, ist cs leicht, sie einheitlich einer zweckentsprechenden Entscheidung zuzuführen. Manchmal werden sie aus Gutmütigkeit, Ge­fälligkeit oder aus geschäftlichen Gründen aber auch von Deut­schen unterstützt, und die Entscheidung fällt dann um so schwe­rer, als es fast nie möglich ist, die Wahrheit der gemachten An­gaben nachzuprüfen. Zweifellos wird dabei sehr viel übertrie­ben dargestellt, aber oft mag auch die berechtigte Sorge um die spätere Existenz bei dem Gesuchsteller die Feder sichren.

Am schwersten verständlich in unserer ernsten Zeit sind diejenigen Gesuche, die aus bloßer Unüberlegtheit oder in dem Gefühl eingereicht werden, daß am Ende jetzt nicht alles so streng nachgeprüft werden könne, und daß man mit seinen Wünschen vielleicht doch dürchdringen könne. Beispielsweise bitten manche Frauen um die Erlaubnis zum Besuch ihrer Männer in dem Operations- oder Etappengebiet, wobei ge­wöhnlich die Besprechung wichtiger Familienangelegenheiten als Beweggruich angeführt wird. Die Sehnsucht nach ihrem Lieben im Felde teilen die Gesuchstellerinnen mit allen deut­schen Frauen. Die «reisten machen sich aber nicht klar, daß Besuche an der Front in großem Stil ein Ding der Unmög­lichkeit sind, daß sie den Lauf der Heeres Maschine .zu hem­men imstande sind, und daß die deutsche Frau nicht auf den Kriegsschauplatz gehört, es sei denn als Pflegerin. Biel zu stolz müssen unsere deutschen Frauen sein, um in dieser Zeit des allgemeinen Opferbringens für sich Bevorzugungen und Vergünstigungen zu erstreben, an die ärmere SchicksalsgesährtiiEN überhaupt nicht denken können. Also Zurückhaltung in allen an Behörden gerichteten Ge­suchen, die nur unnötige Mehrarbeit verursachen und dem Ganzen dadurch schaden! Kopf hoch! Stolz in die Brust und das Bewußtsein ins Herz, daß es heißt,Opfer brin­gen" zum Wähle des Ganzen, nicht aber die eigenen Wünsche erfüllen! Je höher man steht, desto mehr Kraft mutz man haben zu entsagen und unserem Volke hierin ebenso Führer zu sein, wie unsere tapferen Offiziere im Felde ihren Mannschaften gegenüber es sind.

Kriegszeitungen aus Lille stellen wir ab heute in der Durchgangshalle des TagblatthauseS durch gütige Bermitte- lung eines unserer Leser aus. Ihre Redakteure sind keine Geringeren als Paul Oskar H o e ck e r und Georg Freiherr v. Ompteda. die beiden bekannten Romanschrifffteller, die als Offiziere in. Lille stehen, während Karl Arnold, der gleichfalls bekannte Zeichner, die Jllujtrationen liefert.Unter ihren Händen", schreibt dieB. Z.",ist diese Zeitung zu einem richtigen kleinen Kunstwerk geworden; zeitgemäße Artikel, Novellen uird Gedichte, die alle von den, guten Ge­schmack der Herausgeber zeugen, stellen die Liller Kriegs­zeitung.an die erste Stelle dieser rasch geborenen Kinder des großen Krieges. Bevor sie wurde, mußten große Schwierig­keiten überwunden w,erden. Wohl war genügend technisches Material in den Geschäftsräumen desL'Echo du Nord" vor­handen, in der sie entstand, aber an die französischen Setzkasten und Setzmaschinen, die so ganz anders als. die deuffchen sind, mutzten sich die deutschen Fachleute in Wehr und Waffen erst gründlich gewöhnen. Ein Zeichen für unser ä, ü, ö gibt es z. B. überhaupt nicht!" Jedenfalls dürften die eigenartigen Zeitungsolätter allgemeinem Interesse begegnen.

Das Eiserne Kreuz. Dem Friseur H u n d h a u s e n, Nerostraße 17, ioelcher sich zurzeit verwundet hier befindet, Ivurde für fern tapferes Verhalten vor denr Feind das Efferne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Wer schenkt Kinderwagen? Das Rate Kreuz kann schwer alle Nachfragen nach Kinderwagen und Kinderbettchen befriedigen. Täglich erscheinen junge Mütter mit ihren Säug­lingen und bitten um solche. Bei vielen Familien, deren Kinder den Säuglinzsjahren entwachsen sind, steht der Kinder­wagen und das -Bettchen nutzlos auf der Mansarde. Wer ein solches Möbelstück zur Verfügung stellen will, wird gebeten, dem Kreiskomitee vom Roten Kreuz im König!. Schloß, Zim­mer Nr. 4, durch eine Postkarte Mitteilung zu machen, wann eS abgeholt werden kann.

- Keinen Schweseläther mit der Feldpost verschicken. Die

Kafferl. Oberpostdirektion in Frankfurt a. Ni. schreibt:In der Tagespreise ist kürzlich als wirksames Mittel gegen Unge­ziefer für unsere tur Osten kämpfenden Truppen S ch w esel - äthcr ,n lOO-Gramm-Flaschen angepriesen worden. Es wird daraus aufmerksam gemacht, daß die Versendung von Schwe- feläthcr mit der Post wegen seiner Feuergefährlich- k e i t 'oerboten ist und schwere Verbindlichkeiten nach sich ziehen kann."

- Die explodierte Betrotcumkanne. Trotz der großen Petroleumknappheit und obwohl cs dringend nötig wäre, recht sparsam mit diesen, Leuchtstofs nmzugehen» können manche Frauen und Mädchen noch immer nicht von der gefährlichen Unsitte lassen, das Feuer durch Zugießen von Petro­leum zu beleben. Das tat auch gestern abend das 23 Jahre alte Dienstmädchen Auguste S t e i n h c i m e r aus der Lchglfs-

Eamstag, 9. Januar ISIS._ Nr. 14.

allee. Dabei explodierte der Petroleumbehälter und die Unvor­sichtige trug ziemlich erhebliche Brandwunden an beiden Unterarmen davon. Die Sanitätswache brachte die Verun­glückte in das städtische Krankenhaus.

Ein Deutscher, der Engländer wurde. Der Inhaber eines hiesigen bekannten Schneidergeschäfts, Fritz D., hat vor Jahren seine deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben und da­für die englische Staatsaugehöri^eit erworben. Infolge­dessen wurde er in Deutschland zwar nicht Soldat, vor kurzem wurde er aber dafür ganz und mit Recht wie ein echter Engländer behandelt: er wurde in das «Gefangenenlager in Ruhleben gebracht.

vorberichte über Kunft, Vorträge und verwandtes.

* Königliche Schauspiele. Sonntag geht im Abonnement s,

dieWalküre" mit Fräulein Englerth in der Trtelpattie m Szene; denSiegmund" singt zum erstenmal Herr «chuberi. Der Anfang der Ausführung ivurde aus 6, Uhr festgesetzt. Am Montag findet im Abonnement B eine Wiederholung des mu einstudierten SchauspielsPreziosa" in der bekannten Be­setzung statt; Anfang 7 Uhr. Für Sonntag, den 17 d. M wird Mozarts OperDon Juan" vorbereitet, in welcher Herr de Garmo zum erstenmal die Titelrolle und Herr Bohnen zum erstenmal denKomthur" singen wird, Abonnement C, An­fang 7 Uhr. Sonntag, den 10. Januar. Abonnement A: ..Die Walküre". Anfang 6 Uhr. Montag, den il., Abonne­ment B:Preziosa". Anfang 7 Uhr. . Dienstag den 12., Abonnement C:Die Braut von Messina". Anfang 7 Uhr. Mittwoch, den 13, Abonnement I>:Dre Zauberffote. An­fang 7 Uhr. Donnerstag, den 14.. Abonnement B:Das

Nachtlager in Granada" Hierauf:Aufforderung zum Tanz . Anfang 7 Uhr. Freitag, den 15.. Abonnement C:Der Kom­pagnon". Anfang 7 Uhr. «Samstag, den 18.. Wonnement A: Carmen". Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 17.. Abonnement C: Don Juan". Anfang 7 Uhr. Montag, den 18.. Abonne­ment A:Die Räuber". Anfang 6 Uhr.

* Vortrag. «An besonders lebhaftes Interesse tut sich für den Vortrag Paul Rohrbach kund, infolge des dreier Tage stattgefundenen Vortrages des Herrn Dr. Jäckh. da doch, wie bekannt. Jäckh und Rohrbach gemeinschaftlich Forschungsreisen ausgeführt Hecken und sich auch bei ih'en schriftstellerischen Ar­beiten und Vorträgen gegenseitig ergänzen.

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

Ans dem Biebricher Stadtparlamcnt.

WC. Biebrich, 9. Jan. Stadtverordneten-Vorsteher Prof. Dr. Beck eoöffnete die gestrige Stadtverordneten- Sitzung, die erste im neuen Jahre, indem er der Versamm­lung seine besten Wünsche zum Jahreswechsel entbot; er ge­dachte dann in Worten roarmer Anerkennung der Vsrdrenste der seit der letzten Sitzung gefallenen resp. verstorbenen «Stadt­verordneten Rechtsanwalt Dr. Kühne, Bürgermeister Dr. Schleicher (des früheren Biebricher Beigeordneten), Bürger­meister a. D. Wolfs. Die Versammlung erhob sich seiner Auf­forderung gemäß m Ehren ihres Gedächtnisses sowie aller derer aus der Bürgerschaft, welche irn Felde gefallen sind und da? ist schon eine recht stattliche Zahl7 von den Plätzen. Stadtverordneter Prokurist Werner, welcher in der vor- hevgegangenen Sitzung zum unbesoldeten Mitglied«:, des Magistuats gewählt worden ist. wurde dann durch Oberbürger­meister Vogt verpflichtet und in sein neues Amt eingesühtt. Es folgte eine Reihe von Wahlen. Gewählt wunden zu Mitgliedern des Kuratoriums der Riehl schule: Direkt«: Mainz. Schröder und Dr. August Dyckerhoff; des Kuratoriums des Lhzeums: Heckel. Maurer. Kruft; zu Beisitzern des «sparkaffen- Kuratoviums: «chneider-Gmdize und Freundlich, zu Stellver» tveteri, Mainz und Jeutsch: zu Mitgliedern der Finanzkom­mission für die Kriegszeit: «Schmidt, Rößler, Kaufmann.

Lassenbach und Kruft: zu Mitgliedern der KttegsunterstützungS- kommission: Frau W. Richter, Frau E. «Schmidt und Karl Kettler; zu Mitgliedern der Kriegsunterstützungskommission für die Hinterbliebenen der Gefallenen: Stadtverordneter

Georg Schmidt für den im Felde stehenden Stadtverordneten Richter. Um «Streitigkeiten, welche zwischen Mieter und Ver­mieter aus Mietzahlung sowie Räumungsverlangen wahrend der Kriei^zeit entstehen, nach Möglichkeit zu schlichten, wurde die «Zurichtung eines Mietseinigung Samtes be­schlossen. Zu Mitgliedern hat der Magistrat bereits die Stadt­räte Sittig und Trapp bestimmt, die Stadtverordneten ihrer­seits wählten «Schmidt. Ricker. Tries. Steinhauermeister Hesch und Stadtverordneten Heckel. Um der Neueinschatzung der G r u n d st e u e r in der Kriegszeit aus dem Wege zu gehen, wurde ohne Widerspruch die Beibehaltung der jetzigen Schätzung bis »um 1. April u. I. beschlossen. Den zur Fahne einbe- rufenen 1600 Biebrichern ist eine kleine Weihnacht»- bescherung zugesarckt worden. Zu den entstandenen Kosten wurde nachträglich ein Betrag von 2000 M. bewilligt. Mc über die gesetzliche Norm von Biebrich bezahlte Kriegs - u n t c r st ü tz u n g veranlaßt eine Monatsausgabe von 16 006 Mark, ferner mußten aufgervandt werden für Beschaffung von Matratzen usw. für die Einauartierung 12 000 M., für die Familienunterstützung 65 000 M., weiter für die Einquartierung 50- bis 60 000 M.. zusammen bis jetzt etwa 133000 M. Zu, Deckung des Betrages und weiterer Kriegsausgaben wurde der Magistrat zur Aufnahme einer Anleihe von 200 000 M. bevollmächtigt. Sine Anfrage des Stadtverordneten K v u st. weshalb Biebrich nicht wie Wiesbaden den Versuch gemacht habe, durch die Zugestehung von Vergünstigungen bei der Her­stellung von neuen Anschlüssen für das Gas- und das Elektri­zitätswerk . der bestehenden Beleuchtungskalamität zu steuern u,ck für die Werke Kunden zu erwerben, beantwortete Ober­bürgermeister Vogt durch den Hinweis auf die besonders großen Schwierigkeiten, welche dabei zu überwinden seien, im übrigen verspricht er, die Angelegenheit nochmals zur E'ärte- runq zu stellen. In dem Bericht des Stadtverordneten Brambach über die Rechnung 1918/14 wird die im Vergleich zur «Einwohnerschaft zu hohe Zahl der Polrzeibeamten beanstandet, daß Beamten- mit festem Gehalt Anspruch auf Tagegelder erheben, daß ein Darlehen ohne die Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung gegeben worden se, usw. Dem Rechner wurde unter ausdrücklicher Anerkennu,w seiner Tätigkeit die nachgesuchte Entlastung erteilt, während die An­stände den, Magistrat zur Beantwortung hingewiesen werden. Den Hauiptgegenstcmd der Verhandlungen bildete ein Korrespondenzartikel derFrankfutter Zeitung", wottn ein Vorgehen der Sparkasse gegenüber auswärtigen Hhpo- thskaraläubigern in sMrffter Weise getadelt wird. Die Spar­kasse hat bisher allen an sie gestellten Zahlungsanfordevungen covlant gerecht werden können. In der letzten Zeit aber sind züm Ankauf von Kttegsanleihe 550000 M. abgehoben worden, auch sonst übersteigen die Auszahlungen die neuen «Anlagen, und die Verwaltung sieht sich gezwungen, un, die «Stadt nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Hypotheken zu kün­digen Das hat ste ausschließlich bei auswärtigen Hvvothekargläubigern getan, ihnen zugleich jedoch mitgeteilr. daß jie Hypotheken eventuell lombardieren müsse und daß sie nicht abgenergt sei, die Hypothek zu belassen, falls man sich bereit erkläre, den Unterschied zwischen dem verembatten und dem Dattebnskassen-Zinsfuß für die Kriegszeit auf sich zu nehmen. Die entstehenden Nebenkosten von etwa % Proz. wollte die Sparkasse dabei auf sich nehmen. Die meisten der Hyvothekaraläubiger haben auch gegen dieses Vorgehen nichts einzuwenden gehabt und die ihnen m,gebotene Verpflichtung übe',wmmen. DieFrankfurter Zeitung" sieht eine Hätte in diesen, Vorgehen, zumal angesichts der schweren Kttsis. die zinzeit der Jmmabilbesitz durchznumchen habe. Der Oder, bürgermeister «stadtrat User.er, «stadtrat Boos, Stadtvervrd- neter Schneider-Giudize u. a. verteidigten das Vorgehen als durchaus korrekt, während insbesondere Stadtbervdneter Kruft anderer Ausicht war. Die Anseinandettetzungen waren zeit­weilig reckt erregter Natur und fübtten zn keinem Ausgleich der Ansichten. In, weiteren Verlauf der «Sitzung tadelte Stadtverordneter Rößler es, daß die Natural-- Kricgsunterstützung der Form nach zu sehr dev Äönenuntcfftützung gleiche. Von anderer «Seite wurde, do