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Wiesbadener TagblK

Verlag Langgaffe 21 tMXAAM+UA "12 ^USQßb^tttT-gri-tt-H-us" Nr. seso-ss.

Tagblatt-Hsus". ^ Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr obende, aufftt Sonntags.

Verlag Langgasse 21

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Tagblatt - Hans" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntags.

Wntrineti.Wreiä für die Seile' 15 Pfg. für örtliche Anzeigen imArbeiiSmarlt" und .Kleiner '^Ufeiger"

Samstag, 9. Ianuar 1915.

Kbend»Ausgabe.

Nr. 14. . 63. Jahrgang.

Oer Urieg.

Der Tagesbericht vom 9. Januar.

Lin erfolgreicher Sturmangriff in den Kr- gonnen. 1200 Franzosen gefangen. Schwere ftanzösische Verluste auch an mehreren ande­ren punkten. vie Kriegsbeute östlich der Rawka,

W. 1.-8. Großes Hauptquartier, 9. Jan., vorm. (Amtlich).

westlicher Kriegsschauplatz.

Die ungünstige Witterung, zeitweise wolkenbruch- artiger Regen mit Gewitter, hielt auch gestern an. Die L Y s trat an einzelnen Stellen über ihre User.

Mehrere feindliche Angriffe nordöstlich S o i s s o n s wur. den hinter e r h e b l i ch c n B c r l u st c n für die Franzosen zurückgeschlagen.

Ein französischer Angriff bei Perthes (nördlich deS Lagers von Chalons) wurde unter schweren Verlusten für den Feind ab gewiesen.

Im Ostteil der A r g o n u c u machten unsere Truppen eine» erfolgreich eit Sturmangriff, nahmen 1290 Franzosen gefangen und erbeuteten einige Minen- Werfer und einen Bronze morse r. Schlesische Jäger, ein lothringisches Bataillon und hessische Landwehr zeichneten stch hierbei aus.

Ein vorgeschobener und von uns nicht besetzter Graben bei Flirey wurde in dem Augenblick gesprengt, in dem die Franzosen von ihm Besitz genommen hatten. Die ganze französische Besatzung wurde vernichtet.

Westlich und südlich S e n » h e i m änderte sich nichts. Die Franzosen wurden aus Oberburnhaupt und den vorgelagerten Gräben in ihre Stellungen znrückgeworfen und ließen über 199 Gefangene in unseren Händen, (östlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage im Osten ist bei anhaltend schlechtem Wetter unverändert. Unsere Beute vom 7. Januar hat sich auf 2 999 Gefangene und 7 Maschinengewehre erhöht.

Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Die Deutschen 20 Kilometer vor Warschau.

B, Rotterdam, 9. Jan. (Eia, Drahtbericht. Ktr.

BI«.) Die LondonerDaily News" meldet aus Petersburg: Die Deutschen verstärken ihre Angriffe auf Warschau und die Weichselübergänge. Die deutsche Borhut steht bereits 20 Kilometer vor Warschau, das von den Behörden verlassen ist. Trotz des Vorrückens des deutschen Heeres auf Warschau betrachtet man die gesamte Lage in Peters­burg optimistisch.

8 russische Generale in polen schwer verwundet.

W. T.-B. Basel, 9. Jan. (Nichtamtlich.) D«Baseler Nachr." berichten, daß in den Kämpfen um Lodz und Lowicz acht russische Generale schwer verwundet worden sind, dar­unter Graf Keller und General Orlow.

Dia Linberufung der beiden letzten Jahrgänge der russischen Reichswehr.

Br. Kopenhagen, 9. Jan. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bl«.) DieNational Tidende" meldet aus Peters­burg, die Einziehung der beiden letzten Jahrgänge^ der russischen Reichswehr zum 1. Januar russischen Stils.

wie es anders kam!

Berlin, 9. Jan. In derKreuzztg." heißt es: Weih­nachten gedachten die Russen bekanntlich in Berlin zu feiern, wo ihnen ihre Bundesgenossen die Bruderhand reichen sollten. Es ist etwas anders gekommen. Statt von der Einnahme deutscher Festungen und der Besetzung deut­scher Städte in der näheren oder weiteren Umgebung von Berlin erzählt der russische Generalstabsbericht immer noch von Kämpfen um russisch-polnische Städt^ Dörfer und Ge­höfte, und die in diesen Berichten geschilderten meist recht armseligen russischen Erfolge entsprechen kaum jemals den Tatsachen. So weiß der russische Bericht vom. 6. Januar von elineni Überfall auf die deutschen Stellungen bei Mlawa zu berichten, besten unser Großes Hauptauartier keine Er­wähnung getan hat, sei es, daß der ganze Vorfall erfun­den ist, sei es, daß es sich um ein ganz belangloses kleines Vorpostenschacmützel handelt.

was von den russischen Meldungen zu hallen ist.

W. T--B- Berlin, 8. Jan. (Amtlich.) Die aus Petersburg stammende Nachricht, daß bei Kali sch infolge eines Zu­sammenstoßes von zwei Militärzügen 10 0 0 deutsche Sol­daten getötet worden seien, trifft nicht zu. Bei dem er­wähnten Eisenbahnunfall haben nur drei oder vier Leute ihr Leben eingebützt, zwei sind verwundet worden.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Ein russischer Angriff weit zurückgeschlagen.

IV. T.-B. Wien, 8. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich wird icrlautbart: 8. Januar 1915. Die allgemeine Lage ist un­verändert; keine andauernden Kämpfe. In den Ost­seski d e n wurde ein über die Höhe östlich Czeremcha von starken russischen Kräften eingesetzter Vorstoß durch Gegen- rngriffe weit zurückgeschlagen. ' Hierbei wurden 400 Aefangene und drei Maschinengewehre einge- iracht.

Auf dem südlichen Kriegsschauplatz scheiterte ern Yachtangriff auf unsere Borpostenlinien bei Aotovac voll» ommen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Fcldmarschalleutnant.

Die Kämpfe in den Karpathen.

Budapest, 7. Jan. (Ktr. Frist.) Vor dem Duklapaß ist >te Situation unverändert. In den Reihen der Russen st keine Bewegung bemerkbar. Es ist bisher nur zu inbedeutenden Zusammenstößen gekommen. Der Regen hält inunterbrochen an, die Schützengräben sind bereits -oll mit Wasser. Unsere Truppen befinden sich in sehr vor- ieilbaften Stellungen. Im Unger Komitat hat sich die Srtua- liott wesentlich gebessert; die Eisenbahn verkehrt bis Nagy»

berezna. Unsere Truppen haben günstige Positionen im U n g t a l, während die Russen im Lyntal bei Malomret und Havaskoez stehen. Die Ortschaft Csontos wurde von den Russen aufgegeben, wobei unsere Truppen zahlreiche Ge­fangene machten. (Frkft. Zig.)

Oie Lage im westen.

Englische Berichte über die Kämpfe in Nord­frankreich und Flandern.

Bl. London, 9. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bl»,) Meldungen'derTimes" von der Front in Rordfrankrerch geben zu, daß die französischen Truppen im Argonner- wald an mehreren Stellen Gel a n d e verloren haben, so besonders bei einem neuen heftigen Sturmangriff im Ge- hölz von La Grurie. Von der Kampffront in Flandern berichtet das Blatt: Nach mehrtägiger Ruhepause haben dw Kämpfe an der User mit Heftigkeit wieder begonnen. In- fanteriekämpfe dürften allerdings infolge des fortdauernden Regens ausgeschlossen sein. Auf dem Userkanal sind von neuem mehrere neue flache deutsche Motor­boote mit Maschinengewehren erschienen, die offen­bar zu A u f k l ä r u n g s z w e ck e n dienen. Die Kämpfe an der Küste dauern gleichfalls fort. Die englische Flotte ist mehrmals in Tätigkeit getreten. Ihr Feuer wurde jedesmal von den deutschen Küstenbatlerien prompt erwidert. Die Stadt F u r n e s ist abermals von den Deutschen beschossen worden.

vor einem neuen brutschen Angriff aufppern?

Br. Amsterdam, 9. Jan. (Eig. Trahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer Meldung desDaily Expreß" be­ginnen die Deutschen im S-üdwesten von Ipern einen neuen Angriff, für welchen Zweck sie frische Truppen herbeigeführt haben. Die Artillerie bombar­diert ununterbrochen die Schützengräben der Ver­bündeten und starke Jnfanterieabteilungen des Fein­des rücken vor, bis zu den Knöcheln im Schlamm watend. Die Wege sind von der Artillerie a u f g e- wühlt und die Parks sind in ausgedehnte Sümpfe verwandelt worden. Während der letzten Tage haben die deutschen Truppen im Freien kampieren müssen, da in jedem Augenblick der Befehl-zu einem neuen An- ariit erwartet wurde.

Französische Anerkennung des Heldenmutes unserer neuen Truppen.

Genf, 8. Jan. Bck Boureuilles und Vauguois in der Maasgegend zeigten vorgestern nach französischer Dar­stellung auch die frisch eingestellten deutschen Truppen hervorragenden Helpennvi.lt und entschieden den Rückzug der Franzosen nach einem Bajonettkampfe.

Die französische Rekrutierung.

IV. T.-B. Paris, 8. Jan. (Nichtamtlich.) Stach dem Echo de Paris" hat General Gallieni von allen seinem Bezirk unterstehendem Rekrutierungsbureaus gmen Bericht eingefordert über den Gesundheitszustand der aus- gemustertem und vorläufig zurückgestellten Mannschaften, die zum Waffendienst tauglich befunden, aber noch nicht einge­stellt wurden. Das Blatt fügt hinzu, daß diese Mannschaften demnächst zu irgendwelchen Dienstleistungen heran- gezogen werden sollen.

Oie Kämpfe im Llsatz.

DieStraßburger Post" schreibt: Das Elsaß hat die

gewiß recht zweifelhafte Ehre, in den Berichten unseres Hauptquartiers aus den letzten Tagen recht oft genannt zu werden. Seit mehr denn einer Woche wird um den Aus­gang des Churtal-s gekämpft. Die Franzosen streben

in die Ebene, unsere Truppen verwehren ihnen das. Eine große strate­gische Unternehmung ist das nicht, nur ein Stück der von Joffte geplanten Zerknabberung des Gegners. Die Stel­lung bietet dabei den Franzosen den Vorteil, daß sie zwei gute Zu­fahrt st ratzen aus Frankreich aufweist. Von der Eisenbahnstation Bussang kommt die eine über den Col de Bussang, Urbis, Felleringen-Wesser- ling in das Churtal, über den Col du Ventron von der Eisenbahnstation Cor- nimont auf Krüt die andere. Hier ist ihnen die Möglichkeit gegeben, Ver­stärkungen heranznzi^en. Munition und Provilmt nachzuführeu. Zugleich haben sie in den Bergen zweifellos gegenüber de» aus dem Tale Angrei-- fendcn manche Vorteile voraus. T h a mt ist seit Kriegsbeginn in den Händen der Franzosen, General Jofsre soll sogar dort gewesen sein und in seinem blumigen Proklamationsstil geäußert haben, man werde nicht mehr hinemsgehen! Zunächst richteten die Franzosen ihre Angrifte mehr nach Südosten, wohl um die» Verbindung mit den Stellungen gegen Dammerkirch hin zu gewinnen, viel genannt wurde danrals Niederasbach Der jetzige Kampfplatz liegt nördlich des Flusses. Nordwest­lich von Sennherm am Gebirgsrand liegt das vielgenannte Dorf Steinbach, ein Ort von 825 Einwohnern nach der letzten Volkszählung, jetzt natürlich geräumt und zerschossen.

Steinbad} von den Deutschen zurückerobert.

Rückzug dcr Franzosen unter schweren Verlusten nach Thann.

Br. Basel, 9. Jair. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) In den unteren Vogesen, auf der Front zwischen Die. d elsh ausen und der Höhe von St. Dich ist die französische Offensive zum Stehen gekommen. Die deutschen Truppen haben die Strecke von St. Diö bis St. Leonhard besetzt. Alle französischen Angriffe wurden glänzend zurückgcwiesen. In dem Dreieck Thann-Steinbach-Seunheim wird immer noch gekämpft. Die Deutschen sind endgültig in Steinbach cingezogen. Die Franzosen ziehen sich unter schweren L e r l u st e n nach Thann zurück. Auch die französische Offensive im südlichen Sund­gau hat nachgelassen. Die Deutschen erhalten bc dcutende Infanterie-, und Artillerieverstärkungen. Der Züricher Tagcsanzeiger" meldet: Die Franzosen haben, nachdem sie durch die Deutschen an der Schweizer Grenze zurückgedrängt worden sind, ?br elsäffi. schcs Hauptquartier in der Richtung gegen Belfort zu» rückverlegt. Die Franzosen gr'sfen in den letzten Tagen immer aufs neue an, jedoch stets mit dem gleichen negativen Erfolg.

Die Verteilung der französischen Rrnieen.

Der ftanzöjijche General C h e r f i l s gibt, wie dieMich- deburgische Zeitung" schreibt, folgende Einzelheiten über die Nordarmee: Jofsre verfügte die schmerzliche, doch notwendige Pensionierung der alten Generale. Jetzt kommandieren be­währt« Führer. Fach befehligt in Flandern, unterstützt dnrck> die Generale Cmtelnau. Maudhuv sowie die 150 000 (D