Gelte 4._Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
rückzufiihren und zu verhindern, daß die Reeder dem Handel unnötige Schwierigkeiten machten. Das Rundschreiben teilt schtießÜch mit, daß immer, wenn die Reeder es wünschen, Zollbeamte die Ladung untersuchen und eine Erklärung über die Vollständigkeit und die Richtigkeit der Schiffspapiere abgeben sollten.
Ein Ultimatum der Union an Mexiko?
Amsterdam, 6. Jan. (Ktr. - Frkf.) „Daily Telegraph" meldet: Die Vereinigten Staaten haben ein Ultimatum an Mexiko gerichtet, worin gesagt wird, daß der erste Zusammenstoß, der jenseits der Grenze in der Gegend von Naco und Douglas fallen werde, zum Resultat haben werde, daß die Vereinigten Staaten die Feindseligkeiten eröffnen werden. (F. Z.) Der Kampf der albanischen Aufstä>ldische« mit Efsad-Pascha.
W. T.-B. Durazzo, 6. Jan. (Nichtamtlich) Die Agencia Stefan! meldet: Die Aufständischen stehen im Kampfe mit den Truppen Essad-Paschas in der Ebene von Kroja. Die Italiener, die sich aus dem Dampfer „Re Umberto" eingeschifft hatten, gingen wieder an Land.
Das Eiserne «reu;.
Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielten: Oberstleutnant Bruno Hübner aus Breslau; Pionierhauptmann Kurt Hefter, Kompagnieführer Rechtsanwalt Solhh in Wohlan und Flirgerhauptmann Blumberg aus Königsberg; Major Max Benthien aus Kolberg a. d. Ostsee; Hauptmann Poseck aus Lötzen; Bankvorsteher Besser; rer Arrilleriegefveite Meyer aus Grünhof bei Gnefen unter Beförderung zum Vizewachtmeister.
Das Eiserne Kreuz für eine Krankenpflegerin.
Die Frau emes Beamten in Duisburg namens Bodenbach, die als freiwillige Krankenpflegerin auf dem Kriegs- schauvlatz im Westen weilt, erhielt für mutiges Verhalten das Eiserne Kreuz und vom König von Württembergs die Tapferkeitsmedaille. Die tapfere Frau hatte in zahlreichen Fällen aus dem Feuer Verwundete in Sicherheit gebracht.
Eine „Emden"-Spende aus dem Schützengraben.
Aus Bremen wird der „Kreuzzeitung" geschrieben: „Wir teilten vor einigen Tagen mit, daß das Hanseaten-Re- g i m e n t 7 5 (Bremen) in seiner „Kriegszeitung" zur ^Beteiligung an einer Naiionalspende für eine „Ersatz-Emden aufgefordert worden sei. Diese Aufforderung: „Kameraden vom Regiment „Bremen", kommt herbei und gebt jeder euer Scherflein, spendet ein Teilchen eurer Löhnung", Jjat. «nen überraschenden Erfolg gehabt. Wie uns nämlich von einem Angehörigen des braven Regiments mitgeteilt wird, hat die Sammlung bis jetzt einen Betrag von über3000 M. ergeben! Hut ab vor unseren Helden von der „Waterkant', die von ihrer Soldatenlöhnung willig und gern ein Scherflein opfern, damit unsere schimmernde Wehr weiter gerüstet bleibt."
Dank für Liebesgaben an die Garde.
Von seiten der kommandierenden Generale des Garde- und Garde-Reserve-Korps. der Garde-Kavallerie-Diviston, der 2. Garde-Reserve-Division, der Garde-Ersatz-Division sowie der 43. Reserve-Division ist die Nachricht eingegangen, daß die Liebesgaben, die heimatlicher Opfersinn ihnen in so reichem Maße beschert hat, von den Truppen mit Freude und aufrichtigem Dank für alle Spender begrüßt worden sind. Die warmherzige Fürsorge der Heimat zur Weihnachtszeit werde allen unvergeßlich bleiben. Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, spreche auch ich hiermit allen, die durch Spenden den Garden eine so große Weihnachtsfreude bereitet haben, im Namen der Kameraden den wärmsten Dank aus. Berlin, 30. Dezember 1914. von Loewenfeld, General der Infanterie, Generaladjutant Seiner Majestät des Kaisers und Königs, stellvertretender kommandierender General des Gardekorps.
Die soziale Fürsorge der Militärverwaltung.
Br. Berlin, G. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Im Reichsversicherungsamt fand gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Kaufmann eine Besprechung darüber statt, in welcher Weise sich die Träger der Arbeiter- Versicherung an den Heil- und Fürsorgemaßnahmen der Heeresverwaltung am zweckmäßigsten beteiligen könnten Über das Ergebnis der Verhandlungen wird offiziell berichtet : Übereinstimmend wird ein Handinhandarbei
ten der Militärverwaltung mit den Trägern der Arbeiter- verficherung, namentlich hinsichtlich der Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als möglich und wünschenswert bezeichnet. Auch bestätigt sich, was schon bekannt war, daß die Militärverwaltung auf der sozialen Fürsorge (Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit, Vorbereitung auf einen späteren Berufswechsel und dergl.) schon setzt in weitestem Umfange Rechnung trägt. Die Militärverwaltung zeigt sich aber bereit, an einem weiteren Ausbau der dafür erforderlichen Einrichtungen mit den Trägern der Arbeiterversiche- rung und anderen Stellen zusammenzuarbeiten. Um hier., für die geeigneten Formen zu finden, soll demnächst eine aus der Mitte der Versammlung gebildete Kommission einen Entwurf aufstellen. •
Die Goldvorräte des flachen Landes.
Infolge der auch namentlich durch die Presse verbreiteten Aufklärung gehen der Reichsbank fortwährend seither zurückgehaltene erhebliche Goldbestände zu. So sammelten innerhalb der letzten zwei Monate die Kreissparkaffe in Weilburg 60 000 M„ die Stadtkasse in Wetzlar 40 000 M., die Gemeindekaffe in Rechtenbach über 80 000 M. in Gold und lieferten es an die Reichsbank ab. Eine in dem Dorfe Lützellinden bei Gießen vorgenommene Sammlung des Goldgeldes ergab 4300 M. Auch das Ergebnis der von einigen rheinischen Bürgermeistereien vorgenommenen Sammlungen zeigt, wie groß die Goldvorräte auf dem flachen Lande noch sind. So wurden in Waldböckelheim 18 000 M., in Atzbach-Launsbach 19880 M., in Großrechten- b a ch über 30 000 M. gesammelt. — In Niederflor st adt in Oberhessen wurden 4640 M., in Allendorf 6000 M. in Gold gesammelt.
Wie ein Müller Gold herbeischafft.
Der Besitzer der Laubaner Niedermühle, Wilhelm Phrkosch in Lauban in Schl., hatte am 28. Dezember bekannt gegeben, daß er für jedes Goldstück, das bei ihm am 30. und 31. Dezember zur Weitergabe an die Reichsbank eingewechselt werde, fünf Pfund Weizen- Kriegsmehl umsonst verabreiche. Der Erfolg dieser Aufforderung war ein ungeahnter. Schon am frühen Morgen des Mittwoch und Donnerstag umlagerten zahlreiche Männer und Frauen die Nicdermühle. Eine Bauersfrau hatte so viele Goldstücke mit einem Male zusammengefunden, daß sie aus ihrem Wagen mehrere Zentner Weizenmehl um-
__Wiesbadener Tagblatt,
sonst heimwärts fahren konnte. Auch eine Anzahl früherer goldener Fünfmarkstücke kam wieder an das Tageslicht. Im ganzen konnten 6 8 0 00 M. in Gold der Reichsbank in Lauban innerhalb zweier Tage eingeliefert werden. Di«, größte Goldsumme, die von einer einzigen Person eingewechselt wurde, betrug 4310 M. Den 9 0 6 Personen, die an beiden Tagen zum Umwechseln erschienen waren, wurden insgesamt 800 Zentner Mehl umsonst verabfolgt. — Es ist bedauerlich, daß es solcher Mittel bedarf, um das von Urwerständigen versteckte Gold hervorzuholen.
Flaschenpost von deutschen Kriegsgefangenen.
sh. Hamburg. 6. Jan. Eine Nachricht durch die Flaschenpost hat ein Blankeneser Offizier der Hcu-dels marine, der in englische Gefangenschaft geriet, seinen Angehörigen zukommen lassen. Er befand sich an Bord des Wocrmann-Dcmipfcrs »Max Brock", der in Duala von den Engländern gekapert wurde. Die Besatzung wurde nach England geschafft. Ms das Schiff Funchgl (Madeira) passierte, verständigten sich die deutschen Seeleute durch Lichtsignale mit der Küste und erfuhren auf diese Weise, daß ihr Vaterland noch bange nicht verloren ist, wie man ihnen vorgeschwindelt. Weiter wurden 2000 Flaschen mit Briefen über Bord genwrfen. Einem Tender des deutschen Kohlendepots gelang es, 50 dieser Maschen aufzufischen. Das Bureau ließ die Flaschen öffnen, versah die Briefe mit Marken und sorgte für die Beförderung. Auf diese Weise glückte es auch dem Blankeneser Seemann, seinen Angehörigen eine Nachricht zukommen zu lassen. Er teilte in dem Briefe mit, daß er nach England gebracht würde, daß das Essen an Bord schlecht sei und die Bewachung aus Negern (!) bestände. Die deutschen Seeleute sind jetzt in England eingetrvffen und im Gefangenenlager Hand- f o r t h in Cheshire untergebracht.
Gemeine Verleumdung.
Amsterdam, 6. Jan. Das berüchtigte Bureau „V a s Dias" in Amsterdam, das schon manche deutschfeindliche Lügennachricht in die Welt gesandt hat, meldet heute, daß die Deutschen in Brüssel bei der Regierung einen Kassenschrank aufgebrochen und daraus ein ans Platin verfertigtes N o r m a l m a ß im Werte von etwa 20 000 Gulden gestohlen hätten. (F. Z.)
Die Gefangenenlager in Sibirien.
Der Hamburger Rote-Kreuz-Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene (Tätigkeitsbereich Hamburg-Altona und Umgebung) erstatteite kürzlich seinen Bericht über die sibirischen Gefangenenlager. Der Ausschuß sagt u. a.:
Wir halten die Gefangenschaft in Rußland in vieler Hinsicht flir weniger traurig als die in England und Frankreich. Sicherlich wird die Mehrzahl der Kriegsgefangenen in sibirischen Städten und Dörfern untergebracht, und der 2 bis 3 Wochen währende Eisenbahn-Transpovt dorthin dürfte eine böse Prüfung sein, dagegen ist die Behandlung durch die russische Bevölkerung jedenfalls freundlich, und keine Zuaven werden etwa den in Eisenbahnwagen beförderten Verwun- dsten durch den Wagenboden hindurch Bajonettstiche bei- bringen, bis sie auffchreisn, wie es in Frcmkreich vorgekommen ist.
In Sibirien sind die Gefangenen in fast allen Plätzen an und in der Nähe der sibirischen Magistrale untergebracht, anfangend in Westsibirien mit Kurgane, Omsk, Tomsk, Kamsk, Krasnojarsk und Irkutsk (alle unmittelbar an der Bahn), ferner in Barnaul am Flusse Ob in Südsibirien und in einigen kleineren Plätzen des Transbaikal-Gebietes, nämlich Beresowkn und Daurija. Endlich wird ein Teil der Gefangenen neuerdings von den mittelsibirischen Lagern, besonders von Tomsk, nach Nikolsk Uffurisk in Ostsibirien am Amur verbracht. Alle diese Plätze haben das allerdings sehr kalte, aber wunderbar schöne Winterklima gemeinsam. Dieses Klima ähnelt dem der Schweiz. Im Hause muß natürlich gut geheizt sein, was aber in allen Häusern Sibiriens geschieht. Die Kriegsgefangenen sind in den Kasernen. der sibirischen Regimenter untergebracht, da diese ja während des Krieges in Rußland kämpfen. Ein Teil der Kasernen, jedenfalls die im den größeren Städten, z. B. Tomsk, haben Zentralheizung, so daß die Gefangenen sicherlich unter der Kälte wesentlich weniger zu leiden haben als die in den Zelten Frankreichs und Englands. Allerdings mutz die in den Räumen herrschende schlechte Luft mit in den Kauf genommen werden; die doppelt verkitteten Fenster werden den ganzen Winter über nicht geöffnet. Dcqu kommt der wahrscheinlich erfolglose Kampf mit dem Ungeziefer. Die Gutmütigkeit und Gefälligkeit des Russen und der fehlende Haß gegen die Deutschen werden den Gefangenen eine wohlwollende Behandlung durch die Bewachung sichern. In der Tat geht aus den allerdings nur kurzen und seltenen Briefen sämtlicher Gefangenen ausnahmslos hervor, daß sie mit der Behandlung in jeder Weise zuffieden sind. (Hoffentlich geben diese Briefe die ffeie Meinung des Absenders wieder.) Da alle Lebensmittel in Sibirien, namentlich in diesem Jahve, wegen der behinderten Ausfuhr außerordentlich billig sind — z. B. kostet ein Pud — 16 Kilogramm Weizenmehl 60 Pf., ein Ei 2 Pf., ein gebratenes Huhn 50 bis 60 Pf. —, so haben die Soldaten, die noch über Barmittel verfügen, jedenfalls die Möglichkeit, sich eine gute Verpflegung zu verschaffen, obgleich wir glauben, daß auch die vom Staat gelieferte Verpflegung nicht schlecht ist, da die Gefangenen die Kost der russischen Soldaten erhalten. Mangelhaft ist der Po st verkehr mit den Gefangenen. Das liegt vornehmlich an den unrichtig geschriebenen Adressen; es ist zu bedenken, daß die meisten Postbeamten in Sibirien keine 'andeve als die russische Sprache verstehen. Die Briefe werden in den Gouvevnementhouptstädten zensiert, und wer die Langsamkeit und Mangelhaftigkeit russischer Beamter kennt, wird nicht erwarten, daß sie befriedigend arbeiten. Auch die Übermittlung von Paketen und Geld stößt auf Schwierigkeiten. Bon den Paketen wird sicherlich vieles in den Tafcben der Beamten stranden, und ob den Gefangenen die Sendungen zollfrei ausgeliefert werden, wie es nach den internationalen Vereinbarungen zu geschehen hat, konnten wir bisher nicht feststellen. Wir halten deshalb die Übersendung von Geld nach Rußland für praktischer, da es immerbin nicht so gefahrlos ist, Geldbeträge zu unterschlagen. Wir empfehlen jedoch die Bestätigung über die Ankunft einer ersten Sendung abzuwarten. ehe weiteres Geld gesandt wird.
Was die Zivilgessangenen betrifft, so sind die in Sibirien ansässig Gewesenen scheinbar ausnahmslos im Jrkntsker Gouvernement untergebracht, und zwar in den Dörfern Balagansk, Kirensk und Wercholensk. Z. B. sind sämtliche Deutschen und Österreicher der Mandschurei in Wercholensk eingeschlossen, während die aus Wladiwostok und den meisten ostsibirischen Plätzen nach Kirensk verbracht sind. In diesen Dörfern leben die Deutschen frei und stehen nur
*
Donnerstag, 7. Januar ISIS. Rr. S.
unter Polizeiaufsicht, d. h. es herrscht derselbe Zustand, wie in Deutschland bei den Engländern, bevor sie in Ruhleben untergebracht worden waren. Wer über eigene Mittel verfügt, kann sich demnach seine Lebensführung nach Belieben einrichten. Nur wer mittellos ist, hat zu leiden, denn die Regierung liefert den Mittellosen nichts, und eine Perdienstmözlichkeit ist natürlich in diesen kleinen sibirischen Dörfern nicht vorhanden. Rur die große Billigkeit der Lebensverhältnisse, die Gutmütigkeit der Bevölkerung und die Hilfsbereitschaft der an denselben Plätzen untergebrachten Deutschen bieten eine Existenzmöglichkeit. Wenn Angehörige deshalb den Aufenthalt solcher Zivilgefangenen kennen, sollten sie trotz aller Schwierigkeit unbedingt versuchen, ihnen Geld zu senden; den^n kein Zivil- oder Kriegsgefangener ist so auf Übersendung von Geld angewiesen wie die mittellosen Zivil- gefangenen in Rußland.
erus der 117. Verlustliste.
(Abkürzungen: verw. — verwundet, leicht». — leicht v«.
wunder, schwerv. — schwer verwundet Denn. — vermißt, gef — gefangen.)
1. Garde-Regiment. Potsdam.
(Npern vom 29. 11. brs 5. 12. 14.)
Fuß Heil (Laubuseschbach) schwor».; Gefr. Hörle (Winkels) tot.
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 81. Frankfurt a. M. Weh-nn Lauth (Dorfloeil) leichtv. Reservc-Feldartillerie-Regiment Rr 25, Darmstadt.
(Whtschaete am 25-, Comines am 27. und andere Gefechte bis 11. 12. 14)
Kan. Rühl 1 (Altweilnau) schwer».
Fcldartillerie-Regiment Nr. 27, Mainz, Wiesbaden. StaS: Loutn. d. R. Goebel (Siegen) leicht»., bei de» Truppe.
Deutscher Reich.
* Tod eines bekannten Kanzelredners. Berlin, 6. Jan. (Ktr. Mn.) In Düagdeburg verstarb im Alter von 74 Jachten der bekannte Kanzelredner Generalsuperintendent Vier egg. Er erfreute sich großer Volkstümlichkeit und begleitete im Jahve 1898 den Kaiser auf seiner Reise nach Jerusalem.
* Der Reichskanzler an die Hamburger Handelskammer.
In Beantwortung der telegraphisch an den Reichskanzler übermittelten Resolution der Hamburger Handelskammer und des ehrbaren Kaufmanns ist folgendes Danktelegramm an die Handelskammer eingegangen: „Der Kaufmannschaft
Hamburg danke ich aufrichtig für die mir übermittelte Kundgebung patriotischer Opferfreude und Hingebung. Möge das neue Jahr den deutschen Waffen völligen Sieg und dem Vaterlande freie Entfaltungsmöglichkeiten seiner wirtschaftlichen Kräfte bringen. Reichskanzler v. Bechmann-Hollweg.
Ru§ Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Soldatendank.
Der Bataillonsführer des Landsturmbataillons 4, Darmstadt, sendet uns mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Dank seines Bataillons zu: Den Angehörigen des Landsturm- bataillons 4, Darmstadt, sind durch Vermittlung der Kriegs- fürsorge in Frankfurt a. M., welche eine Waggonsammel- ladung — unter Begleitung der Herren Max Saul in Frankfurt a. M. und Heinrich Schmidt in Darmstadt — nach Loetzen entsandt hatte, zu Weihnachten zahlreiche Liebesgaben zugegangen. Sie rührten u. a. her von: dem Heslsischen Landesverein vom Roten Kreuz, Darmstadt, altes Palais; dem Frauenverein, Frau Elisabeth Hensing, Darmstadt; dem Roten Kreuz, Abteilung 3, Wiesbaden, Schloß, Mittelbau; der Bäckerinnung Wiesbaden; dem Zweigoerein vom Roten Kreuz, Offenbach a. M.; dem Pfarramt der St. Marienkirche, Offenbach a. M.; dem Roten Kreuz in Gießen; der freiwilligen Krankenpflege in Laubach in Ober- heffen und vielen anderen Vereinen und Personen. Das in den Schützengräben in der masurischen Seengegend liegende Bataillon dankt allen gütigen Spendern herzlichst für die ihm bereitete Weihnachtsfreude. Alle Angehörigen des Bataillons senden in die Heimatstädte und Dörfer beste Grüße.
Gegen den Aberglauben im llriege.
Zur Bekämpfung des Aberglaubens hat das bischöfliche Ordinariat in Limburg nachfolgende Verfügung erlassen: Da sicherem Vernehmen nach abergläu» bische Gebete und sogenannte Haus- und Schutz- b riefe anläßlich des Krieges sowohl in der Heimat als bei unseren Truppen rm Felde verbreitet werden, so ersuchen wir die hochwürdige Geistlichkeit, in Predigt, Christenlehren und Religionsunterricht unter entsprechender Belehrung diesen sündhaften Unfug kräftig zu bekämpfen, die Gläubigen besonders vor der Zusendung gottloser und unsinniger Schriften an unsere Krieger ab- und zur Vernichtung aller abergläubischen Dinge cmzuhalten.
Die „Tagblatt"-Sammlungen.
Bei dem Verlag des „Wiesbadener Dagblatts" gingen ferner ein: für das Rote Kreuz: Galle, 6. monatl. Beitrag, 20 M., Friedrich Dietz 5 M., A. L. 20 M., von dem Kranken aus der Scharnhorststraße, 6. Gabe, 3 M., M. S. 2 M., v. P., 6. Gab«, 100 M., Frau Amtsgerichtsrat F. 10 M., Pfarrer a. D. K. 10 M., F. H. 20 M. 70 Pf.. G. Büsser, MonatSgabc. 10 M., bisher zusammen 21455 M. 66 Pf.; für Kohlen für Arme: A. K. 1 M., Ungenannt 3 M., bisher zusammen 559 M. 50 Pf.; für warmes Frühstück für Schul- k i n d e r : A. K„ Wiesbaden, 1 M., Ungenannt 3 M., bisher zusammen 170 M.; für Speisung bedürftiger Kin. d e r : A. K.. Wiesbaden, 1 M., K. L. 5 M.. A. L. 10 M.. bisher zusammen 480 M. 62 Pf.; für die S ch r i p p e n k i r ch e : A. K„ Wiesbaden, 1 M„ bisher zusammen 78 M.; für das P au li n e n st i ft: A. K., Wiesbaden, 1 M., bisher zusam- men 166 M.; für die K i n d e r h o r t e : A. L. 6 M., bisher zusammen 182 M.; für die Kinderbewahranstalt: A. L. 6 M., bisher zusammen 228 M.; für Ostpreußen: Friedrich Dietz 5 M., N. N. 100 M., bisher zusammen 19 063 M. 88 Pf.; für Elsaß: N. N. 50 M., bisher zusirm- men 3208 M. 50 Pf.
— Ein Wiesbadener Geschäftsmann in Feindesland. Wir haben schon einmal auf eine Zeitung aufmerksam -Mnacht, die unter dem Titel „Der Landsturm" in Feindesland erscheint und von deutschen Soldaten redigiert, gesetzt und gedruckt wird. Auch die Landsturmleute des sächsischen Regiments Leipzig haben längst ihre »eigene Zeftung" im Feindesland gegrün-,
