t
Fernruf:
„Tagblatt-Haus" Nr. 6850-53.
Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».
Verlag Langgasse 21
„Tagblatl-Haus".
KLalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends.
12 Ausgaben
wöchentlich
Anzeigen-Preis für die Zeile: 15 Mg. für Örtliche Anzeigen im „ArbeitSmarlt" und „Klemer Anzeiger^ in einheitlicher Satzjorm: sa Psg. in davon abweichender Satzaussührung, sowie für alle übrigen örtliche» Anzeigen: 30 Pfg, für all- auswärtigen Anzeigen: 1 Ml. für öriliche ReNamen: 2 MI. für auswärtig« Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.
Bezugs-Preis für beide Ausgaben: 70 Pfg. monatlich, M. 2.- vierteljährlich durch den Verlag Langgaffe 21. vhue Bringerlohn. M. 3.— vierteljährlich durch alle deuijchen Poftanstalten, ausschließlich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle Bis^ marckring IS, sowie die Ausgabestellen in allen Tellen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen nnd in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
mitt^?!w?dieMor,'en-Ausg.^dis^wb?nächmiüägs^ Berliner Schriftlcitung des Wiesbadener Taqblatts: Berlin-Wilmersdorf Giintzelstr. 66, Feruspr.: Amt Uhland 450 u. 451. Tagen'und Bläßen wird k^ne Gewähr
Mittwoch, 6. Ianuar 1915. lUOtQ^lts BllSgöbC. Nr. 7. . 63. Iahrgang.
liniere irnnnen 25 Mer not WM!
Vorbereitungen zur Belagerung,
Br. Rom, 5. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach Depeschen aus Petersburg melden die Kriegsberichterstatter der dortigen Blätter, daß die deutschen Truppen 25 Kilometer vor Warschau stehen und sich zur Belagerung anschicken.
Die Ortsangaben des gestrigen Tagesberichts.
Berlin, 5. Jan. Von den in dem heutigen Tagesbericht des Großen Hauptquartiers genannten Orten liegen Uffholz iy 2l Kilometer nördlich Sennheim, KosIow und Biskupi 5- Kilometer südwestlich Sochatchew, H u m i n 18 Kilometer östlich Lowitsch und 18 Kilometer südlich Sochatschew, Bolimow 15 Kilometer ostsüdöstlich Lowitsch.
Lin französisches Urteil über die „russischen Erfolge."
Das langjährige Mitglied des französischen Gene- ralstabes, General Bert hau, augenblicklich Wohl einer der angesehensten MÜitärfachleüte der Republik, veröffelttlicht rm „Petit Journal" eine ^geradezu schonungslose Kritik der russischen Strategie.
, General Berthau schreibt, der „Täglichen Rundschau" 'zufolge, unter anderem:
Aus Leu Truppenverschiebungen der Russen bei den masurischen Seen muß man notwendigerweise schließen, daß sie auf einen weiteren Vormarsch in Ostpreußen verzichten, wo sie im übrigen wenig Fortschritte gemacht haben. Sir wissen heute, daß der russi- Vormarsch gegen S o I d a u zum Stehen gekommen ist, ja, daß sogar die Deutschen hier die Offensive ergriffen haben, ihrerseits die Grenze überschritten und M l a w a besetzten. Diese Aufgabe Mlawas durch die Russen macht die Hoffnung zunichte, die Deutschen ihre Stellungen bei den masurischen Seen verlassen zu sehen. Was den Vormarsch der Deutschen gegen Warschau anbetrifft, so wird er zunächst durch das Fort N o w o g e o r g i e w s k auf ihren: rechten Flügel gehemmt und dann auch durch die äußerst starken Be- festigungen von Warschau selbst. Die Russen müssen wirklich viel „Malheur" haben, wenn sie auch hier herausgeworfen würden. Bei ihrem Feldzugsplan gegen Deutschland standen den Russen zwei Möglichkeiten offen: entweder mußten sie sich ganz O st- preußens und West Preußens bis zur Mündung der Weichsel bemächtigen und dann gegen Posen und Thorn Vorgehen, oder aber sie konnten sich im Norden auf die Defensive beschränken, und auf dem Umweg über Krakau die Q d e r abwärts zu marschieren versuchen. Die zuerst angegebene Möglichkeit der Besitzergreifung O st Preußens kommt wohl nicht mehr in Frage. Die Russen müssen also zu dem anderen Plane ihre Zuflucht nehmen, aber die Sache hat auch hier einen Haken, denn zur Ausführung dieser Tätigkeit müssen sie zunächst in Galizien vollkommen zu Hause sein und dürfen keinerlei Angriffe von den Karpathen mehr zu befürchten haben. Andernfalls könnten sie gezwungen werden, ihren Vo r m a r s ch auf Krakau aufzugeben, ein Umstand, der ja leider schon eingetreten ist.
Ein österreichischer Offizier über die Lage der verbündeten Truppen in Westgalizien.
W. T.-B. Wien, 5. Jan. (Nichtamtlich) Der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" dringt Schilderungen eines Offiziers über die Lage der verbündeten Truppen m Westgalizien, die s o starte Stellungen inne hätten, daß er an eine Bewältigung durch den Feind nicht glaube. Die Angriffe der Russen seien buchstäblich im Feuer zerschellt. Ebenso stark seien die in mehreren Reihen hintereinander angeordneten russischen Linien. Die Russen litten unter ausgesprochener Kriegsmüdigkeit. Jeden Tag kämen Überläufer herüber; sie klagten über elende Verpflegung. Die russische Artillerie sei überlegen, leide aber an Munitionsmangel. Prächtige Burschen seien die Rheinländer. Sie griffen wie die Teufel an und seien fast zu tapfer. Ihre Offiziere seien immer an der Spitze, während die russischen Offiziere hinter der Schwarm- linie lägen oder hinter der Front 'mit der Pistole in der Faust, um die Truppen zum Angriff vorzuschieben. Die Russen seien tapfer, sie könnten sich aber nicht ebenso auf die Soldaten verlassen wie die Deutschen, Österreicher und Ungarn. — Der Offizier versichert schließlich, daß die im Felde stehenden österreichisch-ungarischen Truppen hart wie Stahl seien und bei weiterer Fürsorge für ihr körperliches Wohl auch den Winter siegreich durchhalten würden. Diesen Männern sei jede Furcht Var dem Tode geschwunden.
Die militärische, wirtschaftliche und soziale Lage der Donaumonarchie.
W. T.-B. Wien, 5. Jan. Die „Wiener Sonn- und Mon- tagsztg." schreibt: Unsere tapfere Armee hat die ruffische Heereswoge in ihrem Vormarsch in das Herz Deutschlands nnd der Monarchie aufgehalten und damit eine Tat vollbracht, die nicht nur das Staunen der Zeitgenossen hervorruft, sondern in der Kriegsgeschichte durch Jahrhunderte als eine Leistung der Minderheit gegen eine Überzahl gepriesen werden wird. Gleichzeitig haben tote auch durch ein Zusammenfaffen unserer bürgerlichen Widerstandskraft der Ausbreitung der sozialen Rot eine Schranke ge
zogen und uns dem wirtschaftlichen Verfall erfolgreich entgegengestemmt. Eine wohl vorbereitete soziale Fürsorge hat diese Gefahr in Deutschlarw.und Österreich-Ungarn vollständig ausgeschaltet. Die staatliche Unterstützung für die Familien der Einberufenen, die rechtzeitige Fürsorge für die Beschäftigung der Arbeitslosen, die sorgfältige Ausnutzung aller produktiven Kräfte im Dienste der militärischen und staatlichen Aufgaben hat uns vor dem Gespenst der sozialen und wirt- schafllichen Krise behütet, die Schrecken und Sorgen des Krieges vermindert, die militärische Leistungsfähigkeit in einem alle Berechnungen übertreffenden Matze gesteigert nnd der tapferen Armee das Zutrauen in die eigenen wirtschaftlichen und sozialen Kräfte gefestigt, und cs hervorgerufen und gestählt, wo es etwa fehite. Geradezu überwältigend ist der Triumph, den Deutschland und die Monarchie auf finanziellem Gebiete gefeiert haben., Die Zeichnungen and Einzahlungen auf die Kriegsanleihe haben den Beweis unserer finanziellen Unabhängigkeit vom Ausland geliefert. Haben unsere Gegner uns schon beim Beginn des Krieges verhöhnt, daß unsere Widerstandskraft nur allzubald an dem Fehlen der finanziellen Mittel erlahmen werde, derer der Krieg bedarf, so sehen sie jetzt, daß diese Mittel einen solchen Umfang haben, daß von einer E r - schöpfung gar keine Rede sein kann. Mehr als drei Milliarden Kronen sind für die Kriegsanleihe in Österreich- Ungarn gezeichnet worden. Dabei wurden bei den Anlagei bei den Banken und Sparkassen nur Beträge von 10 Prozen in Anspruch genommen, ein Beweis für die finanzielle Kraf der Bevölkerung der Monarchie, die aus diesem Anlaß zun erstenmal allgemein zum Bewußtsein gekommen ist. Wi- groß dieser Erfolg ist und wie stark er auf unsere Feinde gewirkt hat, beweist deren fortdauernde Versuche, ihn heratzu- setzen und zu verkleinern. Das kräftige Menschen- material, reichlich und musterhaft ausgerüstet, sorgfältig ^ und gewissenhaft militärisch eingeübt, das wir in den l e tz t e n
Tagen des verflossenen Jahres an die Front schickten, ist ein Beweis dafür, daß auch auf diesem Gebiet der Monarchie Hilfsquellen zur Verfügung stehen, die^ alle Berechnungen unserer Gegner zuschanden machen. Schon sind die neuen Einberufungskundmachungen veröffentlicht; die eben verlassenen Übungsplätze der abgegangcnen Truppen werden von Neueingerückten besiedelt. Schon sieben auch die Mannschaften bereit, die auch diese Neueingerückten in angemessener Zeit wieder ab lösen werden. Wie niederschmetternd diese Prachtleistungen auf unsere Feinde wirken, zeigt die Tatsache, daß die Entente-Presse täglich ihre Leser durch Berichte über revolutionäre Vorgänge in Budapest, Wien oder sonstwo in der Monarchie zu trösten suchen.
Ein russisches Dementi.,
IV. T.-B. Rom, 5. Jan. (Nichtamtlich. Dieldung der Agencia Stefani) Da einige italienische Zeitungen Gerüchte veröffentlicht haben, daß Rußland Schritte hinsichtlich eines Friedensschlusses unternommen habe, dementiert der russische Botschafter derartige Gerüchte im Namen seiner Regierung in kategorischer Weise. Rußland denke nicht daran, die Friedenssrage zu diskutieren, bis nicht seine Gegner gezwungen sein werden, die Bedingungen anzunehmen, welche die Verbündeten als die einzige Garantie eines dauernden Friedens betrachten.
Oie Lage im westen.
Heftige ttämpfe um Steinbach.
Br. Rotterdam, 5. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nach einer amtlichen Mitteilung jiu§ Paris dauern die heftigen Kämpfe um das Dorf Steinbach fort. Gestern besetzten die Franzosen das ganze Dorf. Dagegen verloren sie vorübergehend die ßertcidigungswerke westlich von V e r m e d y, wo sie sich gegen die Deutschen nicht halten konnten.
Oie deutsche Überlegenheit in Maschinengewehren
Br. Rom, 5. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Fn einem Briese aus Dünkirchen schildert der Kriegsberichterstatter B a r z i n i das Unbehagen, das die Arrchoirs" (Gießkannen), wie die Franzosen die deuffchen Maschinengewehre nennen, unter den Verbündeten verbreiten. Die Deuffchen besäßen, eine ungeheure Überlegenheit in dieser Waffe.
pariser Beunruhigung wegen Portugals.
Br. Genf, 6. Jan. (Eig. Drahtberntst. Ktr. Bin.) Die immer noch ausbleibende offizielle Kriegserklärung Portugals an Deutschland beunruhigt
