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Verlag Langgasse 21

„Tagbtail-Haus".

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12 Ausgaben.

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„Tagdlatt-HauS" Nr. 6858-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, taget Sonntags.

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Anzeigen.Preis für die Zeile: 15 Pfg. für örtliche Anzeigen im „Arbertsmartt" und „Klemer Anzerqer" in einheitlicher Satzform; 20 Pfg. in davon abweichender Satzausfuhrung, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen; 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Mk. für örtliche Reklamen; 2 Mk. für auswärttge Reklamen Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

mI>tag!^ fü f d^MorqenÄusa**irtaq? Berliner Schriftleitnng des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, ^ernfpr. : Amt Uhland 450 u. 451. Tagen und Plä"n wir^fnn?«pwäb? ttb^vmmen.

Montag, 4. Januar, morgens. SOttöC£ s ^U$QClbC.

1915.

Der Urieg.

Der Tagesbericht vcm 3. Januar.

Krtilleriekämpfe im Westen. — Ein wichtiger russischer Stützpunkt erobert. 1000 Gefangene.

Fortschritte östlich Kawa.

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 3. Jan., vormittags. ' (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Bor W e st e n d e erschienen gestern mittag einige von Torpedobooten begleitete feindliche Schisse, ohne zu feuern. °

Auf der ganzen Westfront fanden Artillerie­kämpfe statt. Ein feindlicher Jnfanterieangriff er­folgte nur nordwestlich St. Menehould, der unter s ch w e r st e n Verlusten für die Franzosen abge­schlagen wurde.

Östlicher Kriegsschauplatz.

In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Veränderung.

In Polen westlich der Weichsel gelang cs unseren Truppen nach mehrtägigem harten Rin­gen. einen besonders stark befestigten Stützpunkt der russischen Hauptstellung Bor- z y « o w zu nehmen, dabei 1000 Gefangene zu machen und 6 Ma s ch i« e n g c w e h r e zu erbeuten. In drei Nachtangriffen versuchten die Russen, Borzynow zurückzngcwinncn. Diese Angriffe wurden unter g r o ß e n Verlusten znrückgewicscn.

Auch östlich Rawa kamen unsere Angriffe lang­sam vorwärts. Die in den russischen Berichten mehrfach erwähnten russischen Erfolge bei Jnowlodz sind glatt erfunden. Sämtliche rust.scheu Angriffe in jener Gegend sind sehr verlustreich für die Russen abgewiesen und gestern nicht mehr wiederholt worden.

Im übrigen ist die Lage östlich der P i l i z a un­verändert. O b e r st e Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Oer Kampf um Warschau,

W. T.-B. Berlin, 3. Jan. Nach dem „L.-A." mel­det die „Daily Mail" aus Petersburg: Der Kampf um Warschau hat begonnen. In unmittelbarer Nähe der Stadt ist eine große Schlacht im Gange. Die Deutschen zogen bedeutende Reserven heran.

vis enorme Wucht des deutschen Angriffs an der Nida.

Was der russische offizielle Berichterstatter feststellt!

Br. Berlin, 3. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Dis „Voss. Ztg." meldet aus Petersburg: Über das

Vorrücken der deutschen Armee meldet der offizielle B e r i ch t e r st a t t e r für das russische Heer: Eine

Reihe besonders heftiger Kämpfe hat sich Mischen Weichsel und Nowo-Kareschina abgespielt. Die Deutschen ergriffen hier die Offensive, die sie mit enormer Wucht durchführten. Trotz hart­näckigen Widerstandes gelang den Deutschen nach mehr­maligen vergeblichen Versuchen der Übergang über die Nida. Kurze Zeit, nachdem die Deutschen auf dem diesseitigen Nidaufer Fuß gefaßt hatten, nahmen sie die Offensive wieder auf und es gelang ihnen, mehrere in der Nähe liegende Dörfer zu besetzen.

Generalfeldmarschall v. Hindenburgs Dank.

W- T.-B. Großes Hauptquartier, 2. -Jan. Generalfeld­marschall b. Hindenburg bittet um Bekanntgabe folgen­der Danksagung: Hauptquartier Ost, 2. Jan. Gelegentlich des Jahreswechsels sind mir so zahlreiche freundliche Glück­wünsche zugegangen, daß ich leider nicht in der Lage bin, jedem einzelnen persönlich zu antworten. Ich bitte deshalb alle, die meiner zum 1. Januar gedacht haben, in dieser Form meinen herzlichen Dank und zugleich meine besten Wünsche für ihr Wohlergehen im neuen Jahre entgegen­zunehmen. v. Hindenburg, Generalfeldmarschall.

Rußlands Offiziersmangel.

W. T--B. Basel, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Die „Baseler Nachrichten" melden, daß der Zar mittels Telegramm des Kriegsministers an den Direktor der Kriegsschule in Moskau verfügt habe, daß die die Schule besuchenden Junker sofort zu Fähnrichen zu befördern und schleunigst an die Front zu entsenden seien.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Die allgemeine Lage unverändert.

W- T-B. Wien, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 3. Januar ISIS. Mittags: Die allgemeine Lage

ist unverändert. Nach den erbitterten Kämpfen in den letzten Tagen im Raunie südlich von Tarnow und in den mittleren Karpathen ist vorübergehend Ruhe ein- gotreten. Tie am ll z s o k c r Paß kämpfende Gruppe wurde vor überlegenen feindlichen Kräften von den Kammhöhen etwas zurückgcnommen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutncmt.

Eine Belobigung der polnischen Legionen durch Kaiser Franz Joseph.

W. T-B. Budapest, 3. Jan. (Nichtamtlich.) Der Erz» Herzog-Thronfolger Karl Franz Joseph hat eine Truppen­inspektion in den Karpathen unternommen und auch die pol­nischen Legionen miter dem Kommando des Feldmarschall- lentnants Durski besichtigt. Er erklärte, daß er von Seiner Majestät beauftragt sei, dem Kommando und den polnischen Legionen Allerhöchst dessen Zufriedenheit und Anerkennung für die tapferen und vorzüglichen Dienste auszusprechen, welche die Legionen seither im Felde geleistet haben.

Vas französische Admiralsschiff „Tourbet" vor valona gesunken.

W.T.-B. Berlin. 3. Jan. Die „Tägl. Rundsch." berichtet aus Wien, daß laut einer Meldung des „Wiener Tagbl." aus Messina das französische in der Otrantostraße torpedierte Admiralsschiff „Courbet" vor Balona gesunken sei. Der Admiral und der größte Tel der Besatzung sei ertrunken.

Auszeichnungen für daS österreichische Unterseeboot 12.

W• T-B. Wien, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem Linienschiffsleutnant Egon L c r ch in Anerkennung der tapferen und erfolgreichen Führung des Unterseebootes 12 vor dem Feinde das Ritterkreuz des Leopoldordens mit der Kriegsdckoratio« verliehen. .Ferner erhielten in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde auf dem Unterseeboot Fregattenlentnant Ernst Zaccaria den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und die übrige Besatzung des Unterseebootes teils die goldene, teils die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse, ver Rücktritt des österreichischen Kommandanten in Serbien.

W. T.-B. Berlin, 3. Jan. Das „B. T." meldet aus Wien, daß General Liborius v. Frank, 'der Armeekommandant in Serbien war und seinerzeit die Einnahme Belgrads meldete,, aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand trat. _ Ebenso Feldmarschalleutncmt Pricebors k i, der sich ebenfalls auf dem südlichen Kriegsschauplatz befand.

Die Lage im westen.

ver in der Gegend von Furnes durch Flieger angerichlete Schaden.

W. T-B. Lyon, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Nouvelliste de Lyon" meldet aus Furnes, die Bezirke von Furnes und Coadekerque hätten durch die letzte Bombardierung durch deutsche Fliegerbomben schwer zu leiden gehabt. Zahl­reiche Menschen seien verletzt, mehrere getötet worden. Die Bomben waren mit Schrapnellkugcln gefüllt, die Mauern und Häuser durchlöcherten.

Ncujahrsempfang bei Poincare.

W. T-B. Paris, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Poincarö empfing, umgeben von den Ministern, gestern vormittag das Bureau der Kammer und am Nachmittag das diplomatische Korps. Der Botschafter Berits brachte dem Präsidenten namens der verbündeten Nationen und der neutralen Staaten Glückwünsche zum Ausdruck. Poincare dankte und drückte sein Bedauern auL, daß die Wünsche, die er im Januar 1914 für die Erhaltung des Friedens ausgesprochen habe, nicht verwirklicht worden seien. Er sei davon überzeugt, daß das diplomatische Korps im nächsten Jahre einen wohl­tätigen auf das Recht und die Achtung der Verträge gestützten Frieden feiern könne, der den Völkern die notwendige Sicherheit gebe.

Neue Luftbeschiehunq Nancys.

Br. Rom, 3. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Nancy, das erst vor einigen Tagen den Besuch eines Zeppelin erhalten hatte, wurde gestern von neuem von deutschen Fliegern bom­bardiert. Diese warfen aus großer Höhe mehrere Bomben herab, deren eine auf ein Hans am Boulevard Alsace- Lorrain-e fiel. Andere platzten in der Rue Strasbourg. Kurz darauf erschien ein weiteres deutsches Flugzeug, das gleichfalls Bomben Ivarf.

Die französischen Fliegerangriffe auf reichsländische Orte.

W. I-B. Liesborf bei Saarlouis, 2. Jan. (Nichtamtlich.) Zwei feindliche Flieger überflogen gestern unseren unge­schützten Ort in geringer Höhe und warfen einige Bomben ab. Sie verschwanden in der Richtung der französischen Grenze.

Die neuen englischen Heere-verstärkunaen.

Sechs ncuc „Armeekorps".

XV. T.-B. London, 2. Jan. (Nichtamtlich) Reutern reldung. Es wurden sechs neue Armeen zu je drei Armeekorps gebildet. Kommandeure werden fein: Der ersten Armee General

H a i g, der zweiten S m i t h D o r i e n, der dritten H u n t e r, der vierten Hamilton, der fünften Lcslie Hundle und der sechsten Bruce Hamilton.

Was bei den sechs neuen Korps für den festländischen Kriegsschauplatz hcrauskommen wird.

Br. Berlin, 3. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Zn der Meldung, daß England sechs neue Armeen zu je drei Armeekorps bilde, bemerkt der militärische Mitarbeiter des „L.-A.": Die Nachricht aus London sagt uns nicht, in welcher Stärke die Armeekorps gedacht sind, doch können wir nach früheren Beispielen annehmen, daß sie annähernd je 30 000 Kämpfer zählen würden, so daß eine Verstärkung der Armee um 840 000 zu erwarten stände. Dies entspricht auch ungefähr dem Resultat der neuen Rekrutierung. Wir dürfen nun keineswegs annehmen, daß diese neuen eng­lischen Armeen in der nächsten Zeit bereits auf dem Kriegs­schauplatz erscheinen werden. Der eingetretene Mangel an Ausbildungspersonal macht sich in England sehr fühlbar. Wir können ferner erwarten, daß, ehe die neuen Rekruten feldfähig geworden sind, die Notwendigkeit für Truppensendungen nach anderen Kriegsschau­plätzen eingetreten sein wird. Endlich wird die englische I n s e l b e v ö l k c r u n g, die man durch Sicherheitsvorschrrf- ten und das ewige Gerede von einer bevorstehenden deutschen Invasion stark nervös gemacht hat, von der Regierung dringend verlangen, daß diese, nachdem sich die Unantast­barkeit der englischen Küste als irrig erwiesen hat, für einen gründlichen Schutz deö eigenen Landes Sorge trägt. Wenn wir daher annehmen, daß England während des Früh­jahrs imstande sein wird, noch 200 000 notdürftig ausgebildete Mannschaften auf den europäischen Kriegsschauplatz zu werfen, so haben wir damit höchstens zugunsten der Engländer gerechnet. _

Zur Vernichtung des dritten engl. Linienschiffe

600 Mann umgekommen. Der Eindruck in England.

Br. Rotterdam, 3. Jan. (Eig. Drahttzericht. Ktr. Bln.) Es bestätigt sich, daß ein Fischdainpfer ein Boot mit 80 Mann -der „Formidable" rettete, im gan­zen sind also 160 Mann gerettet worden. (Also 6 00 u m g e k o m m e ir. Schrift!.) Das Boot, -das von dem Fischdampfer ausgenommen wurde, hatte sich 12 Stunden in äußerst schwerer See befunden, als es von dem Fischdarnpfer gesichtet wurde. Nach einer Mel­dung des „Handelsblaad" geben die englischen Blätter zu, daß der Verlust des „Formidable" sehr e r n st ist. Der „Daily Telegraph" schreibt: Der Feind hat uns einen starken Schlag versetzt, der, obwohl von k e i n e in Einfluß auf den Ausgang des Krieges, doch sehr e r n st ist.

Nicht Mine, sondern deutsches Unterseeboot!

IV. T.-B. Kopenhagen, 3. Jan. „Berlinske Tidende" meldet aus London: Trotzdem bisher noch keinerlei

Einzelheiten vorliegen, sind die Marinesachverstänbi- gen aller Blätter einig, daß -das Schlachtschiff „Formidable" von einem Unterseeboot in den -Grund gebohrt wurde und nicht auf eine Mine ge­stoßen ist. „Daily Telegraph" fährt aus, daß vom Marinestandpunkt aus dieser Verlust der e r n st e st e Schlag sei, den der Feind bisher gegen die englische Flotte gerichtet habe. Das Schiff gehörte zum Bau- Programm von 1897, es wurde 1901 fertiggestellt, war aber jetzt noch brauchbar. Auch der Verlust un­ersetzlicher Offiziere und Mannschaften sei zu be­klagen. J

Zum mißglückten englischen Überfall auf Cuxhaven.

Keinerlei Schaden durch die Fliegerbomben.

W. T-B. Berlin, 3. Jan. Die „Voss. Z." meldet: Gegenüber anders lautenden Mitteilungen können wir auf das bestimm­teste erklären, daß bei dem Vorstoß englischer leichter Strett- kröfte gegen Cuxhaven dort keinerlei Schaden ange­richtet worden ist. Die sämtlichen aus den englischen Flug­zeugen geworfenen Bomben haben ihr Ziel verfehlt. Da­gegen darf als sicher angenommen iverden, daß die Eng­länder bei diesem Angriff vier Wasserflugzeuge verloren haben. Ferner wird von glaubhaften Augenzeugen versichert, daß der englische kleine Kreuzer „A r e t h u s a" durch Bomben­würfe beschädigt worden ist. Auf einem weiteren engli­schen Schiffe, das ebenfalls von mehreren deutschen Bomben getroffen worden ist, wurde Brandwirkung beobachtet. Endlich dürften noch zwei englische Torpedobootszer­störer beschädigt worden sein. Die Engländer dürften also mit dem Ergebnis ihres Angriffs, bei dem sich wiederum ge­zeigt hat, wie sehr die deutsche Küstenwache aus dem Poften ist, recht wenig zufrieden sein.

Auf eine Mine aufgelaufen?

W. T.-B. London, 2. Jan. (Nichtamtlich) Ein Torpedo-- bootszerstörer landete heute nacht 14 Mann des norwegischen Dampfers „Obedience". Das Schiff ist wahrscheinlich ganz verloren. Die „Obedience" hatte morgens Rotterdam verlassen, um nach Relvport zu fahren. Das Wetter ist außer­gewöhnlich schlecht. i

Schon wieder deutsche Reservisten durch französische Schiffe gefangen genommen.

Rom, 2. Jan. (Ktr. Frkst.) Auf dem sardinischen Post­dampfer „Stadt S a s s a r i" machte ein französisches Ge­schwader 30 deuffchc Reservisten zu Kriegsgefangenen,