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iDodbentlidi 12 Ausgaben. „r-gbl-ti^-ur- Nr. 6650 53.
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..Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.
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Montag» 4. Ianuar 1913.
Der ttrieg.
Der Tagesbericht vcin 4. Januar. Heftige Gefechte im (Vberelfatz. Fortgesetzte Angriffe in polen.
^V.T.L. Großes Hauptquartier, 4. Jan., vormittags. (Amtlich.)
westlicher Rriegsschauplatz.
Abgesehen von mehr oder weniger schweren A r - tilleriekämpfen herrschte an der Front im allgemeinen Ruhe. Nur bei Thann im Obrrelsaß zeigte der Feind eine lebhafte Tätigkeit. Nach einem überwältigenden Feuer auf die Höhe westlich Senn- heim gelang es ihm in den Abendstunden unseren zusammengeschossenen Schützengraben auf dieser Höhe und anschließend das von uns hartnäckig verteidigte — in den letzten Tagen oft erwähnte — Dorf Steinbach zu nehmen. Die Höhe wurde nachts im Bajonettangriff von uns wieder genommen; um den Ort Steinbach wird noch gekämpft.
(östlicher Rriegsfchauplatz.
Die Lage im Osten hat sich nicht verändert. Unsere Angriffe in Polen östlich der Rawka werden fortgesetzt. Oberste Heeresleituna.
Die Lage im Westen.
Heftige Rümpfe an der Rüste.
Berlin. 4. Jan. (Ktr. Mn.) Nach einer Meldung der „Bass. Ztg." entwickeln sich die Kämpfe an der Küste, die nach Weihnachten wieder ausgenommen wurden, mit der größten > Heftigkeit zwischen Upern und dem Meer. Die belgischen 'Knstenorte sind während der letzten Tage von englischen Seestreitkräften von neuem heftig beschossen worden. Zwei englische Kanonenboote und drei Kreuzer kreuzten lange vor der Küste, ehe sie die Beschießung begannen. Letztere wurde von unseren Geschützen und Maschinengewehren sehr lebhaft erwidert. Bei Einbruch der Dunkelheit zogen sich die englischen Kriegsschiffe zurück.
Feebrügge als deutscher Unterseebootsstützpunkt?
Kopenhagen, 3. Jan. „Nati o naItid en d e" erfährt aus Paris, die Schleusen bei Zeebrügge seien jetzt a u s g e b e s s e r t. Deutsche Unterseeboote gingen dort in See und kehrten mit größter Leichtigkeit zurück. (Köln. Ztg. Ktr. Köln.)
Starke Schäden durch deutsche Fliegerbomben.
Berlin. 4. Jan. (Ktr. Bin.) über die deutschen Fort- schritte im Westen erfährt der „B. L.-A." aus Genf, daß ans Flandern und Ostfrankreich starke Schäden durch die deutschen Fliegerbomben gemeldet werden. Nächst Fnrnes, dem Hauvtnuartier des Königs Albert, sind besonders Remiremont und Umgebung betroffen worden. Die MilitärtranS- portc werden durch Tanbengeschoffe schwer geschädigt. Infolge geschickt kombinierter und« hartnäckig durchgefithrter Tag- una Nachtangriffe bei Arras, Albert und Rode und die wesentlichen Verbesserungen der deutschen Stellungen im W o c w r e - Gebiet und auf den MaaShöhen feien die deutschen Vorteile bedeutend verstärkt worden. Gegen unsere schweren Geschütze in der Reimser Gegend leien erbitterte Kämpfe im Gange. In dem Grurie-Gchölz im Argonnerwalde, wo die Deutschen neulich stark vorgeschritten seien, würden die Fortschritte s-rtgesetzt.
Die Begründung deS Zeppclinangriffs aus Nancy.
W. T.-B- Berlin, 3. Jan. (Amtlich.) „Agence H a v a s" meldet aus Paris vom 28. Dezember: Eine amt.
liche Note erklärt das deutsche Eömmunique für unrichtig, welches das Werfen von Bomben auf Nancy als eine Vergeltungsmaßregel für die Bewerfung von Frei- bürg und des Lazarettdorfes Jnor mit Bomben durch ftanzösische Flieger darstellt; letztere hätten niemals andere als kriegerische Operationen ausgeführt, die durch militärische Rücksichten begründet waren, sie hätten nur militärische Gebäude getroffen. Tatsächlich fiel eine Bombe in Freiburg auf ein P r i v a t h a u s, eine zweite auf das Dach eines durch ein R o t e s K r e u z kenntlich gemachten Krcmkenbauses (Vincenz-Hausj. Eine dritte in die Nähe eines städtischen, die K u n st s a m m l u n g e n enthaltenden Gebäudes. In Jnor fielen die französischen Bomben ausschließlich auf das L a z a r e t t g e b ä u d e, wodurch die Kranken aufs äußerste erschreckt und geschädigt wurden.
Sei sit8uschung*versuche des „Eemps."
W T.-B. Paris, 3. Jan. (Nichtamtlich.) Der „Temps" veröffentlicht eine kurze Übersicht der Kriegsereignisse bis Ende des Jahres 1944 und schreibt: Die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien hatte die Neutralität Italiens zur Folge, dagegen setzte der Einfall in Belgien England in Bewegung, das auf Belgiens, also auch auf unsere Seite trat. Der deutsche Plan ist trotz des anfänglichen glänzenden Anscheins mißlungen. Frankreich ist noch lange nicht und auch England nicht niedergeschmettert. Hindenburg ist zur Defen-
Abend-klusgabe.
sivc in Polen gezwungen (?), wo seine so zahlreiche Armee sich nicht lange wird halten können. In den Karpathen und Galizien wurden die Österreicher und die Ungarn geschlagen. Alle Bemühungen, Przernhsl zu retten, sind vergeblich gewesen. Wir glauben, daß der Vormarsch der russischen Armeen gegen Schlesien unter guten Bedingungen wieder ausgenommen werden kann. Diese kurze Zusammenfassung der Lage erlaubt ulis trotz der Trauer der gegenwärtigen Stunde, alle unsere Hoffnungen für die Zukunft zu bewahren.
(Notiz des 4L.T.-B.: Der „Temps" muß natürlich aus allen Kelchen Honig saugen, um seine Leser bei Laune zu erhalten. Daß er sich erlauben kann, mit der Wahrheit so umzugehen, beweist, in welcher Unwissenheit die Franzosen erhalten werden.)
Der französische „Bericht" v. Sonntagnachmittag.
Das schlechte Wetter schuld sür die merkliche Verlangsamung der Offensive.
\V. T.-B. Paris, 4. Jan. (Nichtamtlich.) Gestern nachmittag wurde amtlich bekanntgegeben: Nördlich der L y s behaupteten wir die an den vorhergegangenen Tagen gewonnenen Stellungen. Der Feind zeigte sich tätig in der Gegend von Zonnebcke, lvelches er heftig beschoß. Zwischen der L y s und A r r a s herrschte nahezu völlige Ruhe. In der Gegend von Albert und Rohe fanden Artillerie- kämpse statt. Nahe La Boiselle rückte unsere Infanterie 500 Meter vor. Zwischen der Lys und Maas zerstörte unsere schwere Artillerie Schanzarbeiten auf dem Plateau Touvent, von wo der Feind unsere Arbeiten störte. Westlich und östlich Craonne lebhafte Artilleriekämpfe. Bei Perthes le Hurlus rückten wir 300 Meter vor, bei BeauSejour fand ein Jnfcmteriegefecht statt, in dem wir dem Feinde große Verluste (?) beibrachten. Im Grurie- W a l d unternahmen die Deutschen zwei erfolglose Angriffe. Auf diesem größten Teile der Front entfaltete die Artillerie beider Parteien eine lebhafte Tätigkeit.
Im Gebiete von Verdun und auf den Maashöhen Artilleriekämpfe. Wir gewannen noch etwas Gelände auf den Wald von Le Bouchot und Bois le Pretre zu. In den Vogesen besetzten wir einen feindlichen Schützengraben, nahe dem Schützengraben in der Ebene. BeiBandeSept und im Wabe-Tal Artilleriekämpfe.
Im Oberelsaß behaupteten wir die früheren Gewinne in der Gegend von Thann. Wir beschossen einen Zug im Bahnhof von Altkirch und zerstörten die Eisenbahn zwischen Karsbach und Disbach, südwestlich Altkirch, an einzelnen Stellen.
Im allgemeinen muß die merkliche Verlangsamung. die in der Aktivität unserer Offensive festzustellen ist, den ununterbrochenen Regenfällen zugeschrieben werden, welche den Boden aufweichen und überall Operationen beinahe unmöglich machen.
Der Abendbericht.
W T.-B- Paris, 4. Jan. (Nichtamtlich^ Amtlicher Bericht von 11 Uhr abends: Den letzten Nachrichten zufolge ist keine Änderung der Lage eingetreten. Das Wetter ist beinahe auf der ganzen Front andauernd sehr schlecht.
Entlassung französischer Reservisten. t
W- T.-B- Paris, 4. Jan. (Nichtamtlich.) Dem „Matin zufolge hat der Kriegsminister verfügt, daß die Reservisten der Territorialarmee der Jahrgänge 1887 und 1888 in die H e i m a t entlasten werden können.
Ein französischer Fliegerhauptmann verhaftet.
Basel, 2. Jan. Aus Lörrach wird unterm 29. Dezember hierher gemeldet: Seit etwa einer Woche befindet sich im hiesigen Gefängnis ein ftanzösischer Fliegerhauptmann, der sich vorige Woche plötzlich bei der deutschen Grenzwache in Haltingen gestellt hatte. Die wiederholte Vernehmung hat noch kein positives Resultat ergeben, da der Verhaftete jede Aussage verweigert. Er sagt nicht, wo sein Apparat hingekommen ist, mit dem er auf deutsches Gebiet gekommen, und gibt keine Auskunft über seinen Begleiter und wo er gelandet. Briefe, die bei dem Verhafteten gefun- den wurden, enthalten einige belastende Momente. Das einzige, was er angibt, ist, daß er ein Überläufer sei und sich auf Schweizer Gebiet wähnte. Die Entscheidung des deutschen Kriegsgerichts ist daher nicht leicht, ob der Verhaftete als Spion oder lediglich als Kriegsgefangener zu be handeln sei, da er sich bei seiner Anhaltung in voller ftanzö sischer Militäruniform befand.
Ein unverantwortlicher Hirtenbrief des Rardinalä Mercier.
Br. Amsterdam, 4. Jan. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bkn., In allen Kirchen Belgiens wurde gestern ein Hirtenbrief des Kardinals Mercier verlesen, der vermutlich aber Folgen nach sich ziehen wird. 4Tcr klerikale Rotterdam er „Maasbode", der den Brief veröffentlicht, sagt selbst: „Nach unserer
Meinung wird von seiten der Deutschen gegen diesen Brief des Kardinals Mercier scharf vorgegangen werden. Tie Deutschen sollen auch bereits in verschiedenen Pfarreien Haussuchungen vorgenommen haben, um den Brief zu beschlagnahme n".
In dem Briefe heißt cs u. a.: Beachtet wohl, daß ich von Euch nicht verlange, eine Eurer Hoffnungen preiszugeben. Im Gegenteil, ich halte es für meine Pflicht, zu bestimmen, was Ihr im Geivissen verantworten könnt gegenüber der Macht, die unser Land überfiel und zeitweile großen Teils besetzt
Nr. 4. - 63. Jahrgang.
hält. Diese Macht ist keine gesetzliche Autorität. Infolgedessen seid Ihr im Innern Eures Herzens ihr weder Achtung, noch Anhänglichkeit, noch Gehorsam schuldig. Die einzige gesetzliche Macht ist Belgien, ist das, was unserem König, seiner Regierung und den Vertretern der Nation zugehört. Ebensowenig lote Galizien eine russische ist Belgien eine dchttsche Provinz. Indessen ist die Verfassung des Landes in einem.tatsächlichen Zustand, die es loyal ertragen muß. Der größte Teil unserer Städte hat sich dem Feinde ergeben und muß die Bedingungen respektieren, welche bei der Übergabe unterzeichnet wurden. Von Beginn der militärischen Operationen an haben die Zivilbehörden des Landes die Bürger entschieden ermahnt, sich jeder feindseligen Handlung gegen das feindliche Heer zu enthalten. Diese Ermahnungen bleiben in Kraft. Unser Heer allein hat zusammen mit den tapferen Truppen unserer Verbündeten die Ehre und das Recht, das Land zu verteidigen. Erwarte n -wir vom H e e«-e die definitive Befreiung.
Der belgische Bahnverkehr.
Die „Braunschweigische Landeszeitung" meldet: Der gesamte belgische Eisenbahnverkehr ist am 1. Januar im ganzen Umfang durch die deutschen Behörden ausgenom- rnen worden. Etwa 8000 Eisenbahnbeamte und Eisenbahnbedienstete deutscher Eisenbahnverwaltungen sind in den letzten Tagen nach Belgien abgegangen, darunter 1100 Eisenbahnbeamte des Königreichs Bayern.
Die neueste englische Gffiziersverlustliste.
Br. London, 4. Jan. (Erg. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die letzte Verlustliste enthält die Namen von 29 gefallenen englischen Offizieren. Als verwundet werden 22 Offiziere angegeben. Unter den Vermißten befinden sich 21 Offiziere. Vom Persischen Golf meldet die Verlustliste 1 Offizier getötet und 6 verwundet. Die Liste zeigt die Namen außerordentlich vieler indischer Offiziere. _
Die Vernichtung des „Formidable" durch ein deutsches Unterseeboot bestätigt.
Die amtliche Mitteilung des deutschen AdmiralstabeS.
W. T.-B. Berlin, 3. Jan. (Amtlich) Am 1. Januar um 3 Uhr vormittags hat eines unserer Unterseeboote, wir es durch Funkspruch meldet, im englischen Kanal, unweit Plymouth, das englische Linienschiff „Formidable" durch Torpedoschutz zum Sinken gebracht. DaS Boot wurde durch Zerstörer verfolgt, aber nicht beschädigt.
Der stellvertretende Chef des AdmiralstabS:
(gcz.) B e h n ck r.
Damit haben also, wie nunmehr von deutscher amtlicher Seite bestätigt wird, unsere Unterseeboote ihren uns mit Bewunderung und Stolz, unsere Feinde mit Schrecken erfüllen- den Leistungen eine neue herrliche Heldentat hinzu- gefiigt, die um so höher cmzuschlagen ist, als sie ihres moralischen Einflusses bei unseren Gegnern wie bei den Neutralen (dafür unten ein Beleg) nicht entbehren kann. Die neue Tat unserer Unterseeboote im Kanal, wo auch schon die „H e r m e s" und vermutlich noch nrehr. englische Schisse sozusagen vor den Augen des „meerbe- herrschenden" Britenvolkes unseren todesmutigen Schiffchen zum Opfer fielen, beweist aufs neue, daß England nicht einmal in seiner ureigen st en „Domäne", dem englischen Kanal, vor dem Schneid und Wagemut der deutschen Flotte sicher ist. Die Vernichtung der „Formidable" stellt sich zugleich dem gestern bestätigten Erfolg der gleichen Waffe unserer Verbündeten, der Vernichtung des französischen Admiralsschiffs und Großkampfschiffes „C o u r b e t" durch das österreichische Unterseeboot 12 an die Seite. Es ist ein empfindlicher Verlust, den unsere Feinde erlitten haben; die „Formidable" war zwar noch ein Vor dreadnoughtschiff, aber doch schon, wie gemeldet, ein sehr stattlicher, noch, vollwertiger Panzer von IS 280 Tonnen (Schwcsterschiff des gleichfalls vernichteten „Bulwark"); noch schwerer ist der Verlust der französischen Flotte, die mit dem „Courbet", an dessen Untergang wohl kaum mehr zu zweifeln ist, eins ihrer aller- inodernsten Großkampfschifse von 23 500 Tonnen verlor. Erst 1911 vom Stapel gelaufen, hatte der „Courbet" die gewaltige Bestückung von zwölf 30,5-, zweiundzwanzig 14- und vier 4.7-Zentimeter-Geschützen imd eine Bemannung von 1085 Mann. Wie man im neutralen Ausland über die neuesten Verluste der verbündeten Zentralmächte zur See, insbesondere zum Falle des „Formidable", urteitt, das mag ein Schweizer Urteil beweisen, das vor der Fesfftellung des Erfolges des deutschen Unterseebootes geäußert wurde:
Zürich, 2. Jan. Tie .Neuen Züricher Nachr." schreiben: „Wenn man sich in England dcmir tröstet, daß die englische Flotte in jedem Monat des Jahres 1915 den Verlust eines Dreadnoughts, wie der „Formidable", vertragen könne, ohne geschwächt zu werden, so ist dies ein Trost der Ver- zweislung. Nach „Audacious", „Bulwark" und „Formidable" noch einige wenige solcher Ereignisse, und die eng. lische Flotte ist um den letzten R e st ihres P r e st i g e S gebracht. Noch weih man in London nicht, ob die „Formidable" das Ovfer einer englischen Mine oder eines kühnen deutschen Unterseebootes wurde. Würde letzteres zutreffen, dann wüßte man, daß die Engländer nicht mehr Herren des Kanals sind, sondern daß die deutschen Untersee» boote dort die Macht haben. Die Konsequenzen daraus
