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Illnflrikrlr UmSri-Srttim«.

1915.

die ebenso gute deutsche Soldaten sind wie unsere Truppen in der Beimat.

Sie reiten und streiten hn glühenden Sonnenbrand. Durch das Gras der Steppe, über kahle zerklüftete Gebirge fahren Ar­tillerie und Maschinengewehre. Zn großen Zelten sind Feldlazarette untergebracht. Die Feldpost waltet wie bei uns ihres Amtes. Zm Schutz eines Ochsenwagens hat sie ihr Bureau aufgeschlagen.

wenn die Truppen durchs Land ziehn, so berühren sie oft abseits des Weges liegende, schlichte, einsame Soldatengräver.

Deutsche Kelden sind da begraben, die in den Zähren der großen Tingeborenenaufstände ihr Leben ließen für Kaiser und Reich, für das neue deutsche Land über dem Weltmeer. Ehre ihrem Andenken! Und das Gelöbnis: wo deutsches Blut geflossen, dies Land muß deutsch bleiben! «ä,e Xatiti.

HII...Illllll.Illlllll.....Illlllllll:...........illlllllli.MIIHIHII..........

Januar.

wohin man scbaut, nur Schnee und Tis, Der Fimmel grau, die Erde weiß;

Bei, wie der wind so lustig pfeift,

Bei, wie er in die Backen kneift!

Doch meint er's mit den Leuten gut, Erfrischt und stärkt, macht frohen Mut. Zhr Stubenhocker, schämet euch,

Kommt nur heraus, tut es uns gleich. Bei wind und Schnee auf glatter Bahn Da hebt erst recht der Zubel an! R einick.

*

Vriefeines jungen Flüchtlings.

G., den 2. Oktober 1914.

Mein lieber Gustav!

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie schauderhaft die Russen in Ostpreußen ge­haust haben. Als wir wieder in unfern Ort

ich war an dem Tag gerade 16 Zahre alt

zurückkehrten, fanden wir ein Bild, das man nur sehen muß, aber nicht beschreiben kann. Denke Dir eine kühle, klare Mond­scheinnacht; wir sehen vor uns einen einzigen Trümmerhaufen, Ruinen, aus deren Fensterhöhlen das Granen blickt, Schutt­haufen, die das versperren, was man ftüher Straße nannte, angekohlte oder verbrannte Balken, rauchende Trümmer. Zm Nacht­winde flattern gleich Schmetterlingen Federn durch die Luft, denn das russische Gesindel hatte die vom Brande verschont gebliebenen Federbetten zerschnitten. Lin Bahn kräht in die gespenstige Mondnacht, ein Bund kläfft aus einer Ruine, eine Katze drückt sich um unsere Füße. Schachmatt lassen wir uns auf dem Gitter eines herabgestürzten Balkons nieder und verteilen ein paar trockene Semmeln, denn wir sind hungrig. Iu unseren Füßen liegt ein Wirrwarr von Gerätschaften, Bänke, Stühle, Komnwdenfächer, Fenster­scheiben, Matratzen, Bilder und Scherben. Zch kann das Kaiserbild, dem die Augen ausgestochen sind, nicht länger ansehn und breite eine danebenliegende wattdecke da­rüber. Nachdem wir ausgeruht hatten, machten wir uns daran, das Baus zu finden, in dem wir wohnten, wir stiegen über Schutt, Möbel und Steine und gelangten wirklich zu unferm Bause. Ls war ohne Dach, der Balkon hing wie eine Fahne herunter, die Fenster waren zerbrochen, eine ftansecke fehlte und man sah in die Küche unserer Zimmernachbarn, die schon zurückgekehrt waren und weinend bei ihren wenigen noch gebrauchsfähigen kfabseligkeiten kauerten, nicht wissend, was sie eigentlich beginnen sollten. Lin pestialischer Gestank von Brand, Unrat und allem möglichen erfüllte die traurige Stätte. Mein Vater sagte gar nichts, ballte nur ab und zu die Faust und murmelte eine Verwünschung. Meine arme Mutter, die totmatt war, und die ich stützen mußte, weinte nur immer vor sich hin. Lrnst kam weinend hinterher, er war mehrmals hingestürzt und hatte blutende Risse und Beulen, wir durchschritten den vor Umat strotzenden ftausflur, begaben uns die noch vollständige Treppe hinauf und gelangten in unsere Wohnung, ohne die Tür öffnen

zu brauchen. Denn es gab keine, die rohen Barden hatten sie einfach aus den Angeln gerissen und fortgetragen. Und die Wohnung selber. Oben keine Decke, kein Dach, nur der Nachthimmel mit Mond und Sternen. Alles Möbel lag untereinander, teilweise verbrannt oder zertrümmert. Der Wäschespind war erbrochen. Mutters Bettwäsche, Bemden, Decken waren geraubt. Die wände und der Ofen beschmiert. Die Tapete in Fetzen ab­gerissen oder durch Feuer versengt und ange­schwärzt. Der Spiegel war zersplittert. Das Sofa war aufgeschnitten und das Werg teilweise herausgerissen. Einfach zunr Beule»! sagte der Vater. was nun weiter wird? wir wissen es nicht. Zunächst dürfen wir gar nichts unternehmen. Tag für Tag wird Schutt aufgeladen. Zch schreibe Dir, sobald ich wieder dazu komme, viele Grüße an alle Dein Freund ksermann B.

Da« Kind und die Verwundeten.

Lin gelegentlicher Mitarbeiter in B«m- burg erzählt derFrkf. Ztg." ein kleines Erlebnis, in dem ihm so schreibt er eine Äußerung des Krieges entgegentrat, so wertvoll wie die, die direkt aus dem Felde kommen.

Als ich gestern gegen Abend nach meinem Nachmittagsbesuch aus der Flurtür des Lazaretts heraustrat, stand da im windfang eine kleine Deern von sieben, acht Zähren und flog ordentlich zurück. Zch wollte sie gerade wegschicken wir werden manchmal mehr belästigt, als notwendig wäre. Da sah ich, daß sie eine kleine Tüte in der Band hatte und so richtig unbeholfen vorsichtig hinhielt. Das kleine Ding guckte mich so ängstlich bittend an da mußte ich doch so nett zu ihr sein, wie ich konnte. Erst kam sie nicht recht mit der Sprache heraus, dann merkte sie aber wohl, daß ich nicht so schlimm war, wie meine Uniform aussah, und als ich sie erst mit in unser Sprechzimmer ge­nommen und sie ein paarmal zum Lachen gebracht hatte, kriegte ich alles zu wissen. Zn der Schule hatten die Gören während der Pausen so mit aller Wichtigkeit und wohl auch Phantasie erzählt, was die Litern für die Soldaten gegeben hätten. Und ihre Ulutter war so arm, die konnte das nicht, und sie wollte doch auch so gern etwas schenken. Linas Vater hatte eine ganze Kiste Zigarren zum Roten Kreuz gebracht, und Lmmis Mutter schickte auch immer welche ins Feld. Da hat sich die Kleine das Köpfchen zerbrochen, und als sie gar kein Geld hatte bekommen können, ist sie am Nachmittag auf die Straße gegangen und hat die Leute geftagt, ob sie ihr nicht fünf Pfennige geben wollten. Die meisten sind achtlos vorbeigegangen; aber etwas hat sie doch gekriegt, und ein alter Mann

hat ihr sogar zwanzig Pfennig gegeben, als er gehört, wofür das Geld bestimmt war. Zm Laden hat sie nun doch zu ihrem Schmerz keine Kiste voll Zigarren für die paar Groschen bekommen, die wäre viel teurer, hat die Frau gesagt. Nun wollte sie die Zigarren den Soldaten bringen. Sie ist gerade hierher gekommen, weil unser Lazarett vor dem Kriege ihre Schule gewesen ist, und da wußte sie, wo sie hineingehen konnte. Als ich hörte, daß das kleine Ding für unsere verwundeten gebettelt hatte, trotzdem es nach seiner Versicherung das niemals vorher getan, wurde mir doch ganz merkwürdig, und ich hätte ihm am liebsten einen Kuß gegeben. Das tat ich nun aber aus pädagogischen Gründen doch nicht, sondern ich ging in ein Zimmer, in dem sechs leicht verwundete Landwehrleute waren, und erzählte ihnen die Geschichte. Dann nahm ich die Kleine an die ksand und brachts sie hin. Zuerst war sie wieder ängstlich und ließ sich ziehen, aber nun mußte sie ihre Tüte aufmachen und zu jedem Mann hingehen, und jeder bekam eine Zigarre. Zch ging gleich darauf hinaus, da hatte einer sie schon auf dem Arm und sagte:Grod so groot is min Oelste ook." Unten wartete ich im Zimmer; sie blieb über eine Viertelstunde und kam dann herunter, in einem Täschchen ihrer Schürze einen dicken Apfel, der fast heraus­fiel, in dem anderen Schokolade nnd in beiden Bänden so viel, daß sie's beinahe verlor. Die kleinen Augen strahlten, als wenn Weihnachten wäre, und als sie eben auf der Straße war, fing sie an zu lausen, daß die kjaare und das Röckchen nur so flogen.

Sie mußte wohl der Mutter erzählen; daß sie zum ersten Male gebettelt hatte.

p. g. Arnold.

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DieSprckmÄiis"

Zn den Schornsteinen alter Bauern­häuser trifft man noch heute die Fledermaus in ihrem Winterquartier. Mit dem Kopf nach unten hängen die Tiere da und halten ihren Winterschlaf. weil der nasfauische Bauer in dem Schornstein auch seinen Speck räucherte und auch aufhob, glaubte man, j die Fledermaus halte sich des fetten Futters, wegen da auf und nannte sieSpeckmaus". ? Aber das ist ein großer Zrrtum. Die Fieder- j maus ist ein Znsektenfresser. An warmen ] Frühlings- und Sommerabenden fliegt sie aus und macht Zagd auf schädliches Ünge-z ziefer. Sie verdient also unser» Schutz inj hohem Maße. g. 8, ®. j

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Buchstaben-Rätsel.

Zch bin des Bälden höchstes Streben,

Drum wagt er kühn für mich fein Leben ;i Auch bin ich Fluß im deutschen Land,! Nach dem ist eine Stadt benannt, versieh' mich, Leser, mit zwei Füßen,

So dien' ich, wicht'ges zu verschließen; Bald bin ich klein, bald bin ich groß,

Doch immer ein gebrechlich Schloß.

verantworrltch für die Schriftleitung: h Diefenbach in Wiesbaden DruiF und verlaq der f Schellende rg'schen tzof-Buchdruckerei in Wiesbaden.