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itefeKriegsbeute" nach Budapest zu meiner Frau, denn wir sind kinderlos und werden die kleine Waise als unser Töchterchen großziohen.". Der Oberst sagte: so will ich denn, der Taufpate deines TöchterchenI ' und er händigte dem Wachtmeister ein Paten­te schenk ein, das dieser mit derKriegsbeute" seiner Frau uberbrachte.

Ein Geistlicher besuchte auf dem galizischen Kriegs- sllMuplatz die mit Toten und Verwundeten gefüllten Schützengraben, um die Verwundeten zu laben, die Sterbenden unt den letzten Tröstungen zu versehen und für die Toten zu beten. Da sah er, daß einer der Tot­geglaubten sich bewegte. Er richtete chm das Haupt empor und begann, zu beten. Da stammelte der Ster­bende das Wort:Jude." Der Pater kniete zu ihm meoer und betete ihm die Sterbestebete in hebräischer Sprache vor. Der Verwundete murmelte in dank­erfüllter Rührung die Worte nach und starb in den Armen des katholischen Priesters.*

Eine Bäuerin erhielt die Nachricht, daß chr Sohn sastoerverleht in dem Truppenspital der nächsten Stadt liege. Vom Gram gebeugt, machte sie sich auf den Weg und wanderte mit ihrem Bändelchen voll Leckerbissen die ihr endlos scheinenden drei Meilen in die Stadt, vsi» Truppenspital nannte sie den Namen ihres Sohnes und i,eß sich von einem Sanitätssoldaten an sein Lager fuhren. Der Kranke war nur selten bei Bewußtsein, er lag auch letzt in tiefer Betäubung. Die arme Mirtter setzte sich schluchzend auf den Bettrand und streichelte die Hand des Verwundeten, die auf der Bett- decke, lag. Er schien trotz seiner Benommenheit das Streicheln zu fühlen, denn er ivendete den zur Wand gekehrten, verbundenen Kopf der Weinenden zu und bat. Mutter, hilf mirl" Die Bäuerin neigte sich über den Kranken und sah zu ihrer Überraschung, daß dieser nicht ihnSohn. sondern nur dessen Namensbruder war. S:e wollte sich leise zutückziehen. da stöhnte der Ver-

Ivundete:Geh liicht fort, bleib bei mir, Mutter" _

D>e Frau blieb bei dem Kranken, saß Tag und Nacht an seinem Bette, ihres eigenen Sohnes gedenkend: und in dem Glauben, seine eigene Mutter wache bei seinem Lager, legte der Sterbende den Kopf an ihre Brust und verschied sanft in ihren Annen.

Unzählbar sind die Beispiele des Opfermutes, die ,n uns den Glauben an die Menschlichkeit, der jetzt so deren Erschütterungen ausgesetzt ist, doch wieder be­festigen koiinen und deshalb immer wieder erzählt wer­den sollten. W. P

£lus der Xriegszett.

Deutsche Bescherung französischer Kinder. Das Lazarett hatte an den Weihnachtsfeiertagen Ortsnntcrkunft in SW einem kleinen Dörfchen Frankreichs, bezogen. Zahlreiche Weihnachtspakete sowohl der Angehörigen tvie auch Liebes- gaben waren eingetroffen, und eS regte sich der Wunsch, den armon Dorfkliidern eine Bescherung zu veranstalten, ivelcher Gedanke alsbald in die Tat umgesetzt wurde. Eine Liste des Bürgermeisters verzeichnete die Zahl von 132 Kindern, ivelche nebst Angehörigen ans den zweiten Feiertag, 3 Uhr nach- ,W8 Sur Bescherung geladen wurden.

Pünktlich zur festgesetzten Zeit war alles in dem zur Feier be­stimmten Raum, woselbst bereits der Christbaum brannte versammelt und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Der erste Inspektor des Lazaretts hielt zunächst in franzö­sischer Sprache eine Anrede an die Kinder, worin er betonte daß trotz der Greuel des Krieges die deutschen Soldaten im Gedenken an ihre Lieben zu Hause Zeit fänden, den franzö- schm Kindern eine Freude zu bereiten; lediglich der franzö- sche Soldat ist Gegner des deutschen Soldaten, während Frauen und Kinder des Gegners geehrt nnd geachtet werden wie die, eigenen. Die Mannschaften des Lazaretts sangen so­dann ein Weihnochtslied, worauf die eigentliche Bescherung erfolgte, welche in zahlreichen Spenden von Konfekt, Pfeffer­kuchen nnd allerlei Nützlichem bestand und großen Jubel aus-

löste. Ein zweites Lied sowie eine Gruppenaufnahnie be­endete die wohlgelungene Feier, die den Teilnehmern noch lange in Erinnerung sein dürfte. Der Bürgermeister richtete em dankbares Schreiben an den Chefarzt des Lazaretts.

Feldpostbrief eines Kriegsfreiwilligen. Heute früh wurde ocr große russische Sieg in unferm ganzen Armeekorps be- rannt, ischlag 12 feuerten unsere sämtlichen Geschütze und sedcr einzelne. Krieger gab eine Salve gb. - Die Franzosen oru&CK luaren ganz bestürzt, uniere Jl-eger kreisten über ihren Stellungen nnd warfen unsere Siegesmeldungen hin­ab, dann ,choll mit einem Mal von Graben zu Graben ans all den rauhen deutschen MännerstimmenDie Wacht aut und dann stiller und feierlicherNun danket alle (sott. Dle feindlichen Geschosse sausten und krachten unt un§, wir sangen durch; es war der erschütterndste Augenblick meines Lebens. Wir kommen vorwärts hier nnd kommen noch weiter. Wir haben natürlich auch gelitten und haben uns alle, glaub' ich, äußerlich nnd innerlich völlig verändert. Wenn ich Euch begegnete mit struppigem Bart und nngc- IVäschen, ras Gewebe der Uniform von Schlamm und Nässe völlig entfärbt, Rock und Hose von den Stacheldrahtverhauen, dre wir durchschritten, wohl 20 auch 30 mal durchrisst,i, ich glaube, es würde Euch ein wenig gruseln. Ich bin ein wenig abgezehrt, aber mit meiner Gesundheit geht's so gut wie nur jemals zu Hause. Unsere Weihnachten verleben wir voraus­sichtlich ,m Schützengraben; wo immer wir sind, eine« ^.'ichtbaum werden wir haben. Feiert Ihr die Tage gesund und soweit Ihr könnt glücklich; meine Gedanken gehen dann, nach Haufe. Lebt wohl. Viele herzliche Grüße. E.

Was Hiudrnburg zu Weihnachten erhalten, sollte. Leute, me wollen, daß ihre.Geschenke ankommen und von Nutzen, sein sollen, holen stch, ehe sie dio Gesch?nke nbsenden, merstei^I erst Rat, wie nnd ob sie überhaupt schicken sollen/ Und von de» Anfragen seien nur einige herausgegrifsen, damit man sich ein Bild machen kann, was Hindeuburg zu Weihnachten, Augeoacht worden war. Mit der Wolle, die inan ihm in Form von Socken, Schals, Kopfschützern usw. senden wollte, kann ein Regiment ausgestattet werden. Außerdem wurden 751 Briefe und Karten geschrieben, in denen ungefragt wurde, ob der Herr Feldmarschall wohl schon das neueste Mittel gegen Rheumatismus und Reißen keime, nnd ob es aiigeze-sgt wäre, ihm dasselbe zuzusenden. 380 Mittel gegen die lästigen . Insekten wallte man schicken, da Exzellenz doch in Rußland stehe und man dort auch in den Schlössern vor diesen lästigen Ausländern" nicht sicher sei. Tabak, Pfeifen/ Zigarren, Zigaretten. Wein und Rum hält ein Stapel von 867 Menschen für angezeigt und erkundigt sich nach der besten Verstndnngs. weise. Aber auch Briefpapier und Federhalter ,ni* einer unvergänglichen Tinte, eine Schreibmaschine, Tagebücher, um die Erlebnisse anfzuzeichiien. Zeichenstifte, um etwa ein Portrait zu machen, Gummischuhe in Massen, Kopfkissen ans eigenen Haaren, natürlich von Frauen gespendet, kurz cs gibt fast nichts, was man nnserem Hindeuburg nicht senden will. Würden alle Pakete hinansgehen, dann hätte die Feldpost allein für Hindenburg genug zu tun.

Die Riesenfahno der Deutschamerikanerin. Die Ameri­kaner haben auch bei der Sammlung von ioohltätigen Spen­den, durch die sie den vom Krieg geschädigten Europa zu Hilfe kommen wollen, originelle Einfälle. So will der Bund der fernen Landestöchter" in New York dein deiltschen Kaiserpaare eine Rieseiifahne überreichen, die nur das Mittel zu dem Zweck bildet, Unterstützungen für die Hinter­bliebenen der gefallenen deutschen Krieger zusammenzn- bringen. Jedes einzelne Feld der Fahne, deren Gesamtzahl 100 000 betragen soll, zeigt das Monogramm eines Spenders, der 10 M. zu dem Hilfsfonds beigetragen hat. Dieser Ge­danke ist in Amerika mit großem Beifall ausgenommen wor­den, und die Million, die mit dieser Riesenfahne gesammelt werden soll, dürfte bald zusammen sein. Die Zeitschrift Über Land und Meer" ,nacht darauf aufmerksam, daß diese Idee in kleinerem Umfang auch bei uns Nachahmung finden, könnte. Vereine von einigen hundert Mitgliedern könnten in dieser Weise eine namhafte Stiftung machen und sich zu­gleich eine Erinnerung an die große Zeit der allgemeinen Gebefreude verschaffen, wenn Tafel- oder Flügeldecken aus einzelnen kleinen Vierecken znsammengefügt würden. Ein« bestimmte Spende gewährt das Recht, seinen Namen in solch ein Viereck zu setzen. ^ Der Gedanke läßt sich auch von ein­zelnen Familien und überhaupt in jedem Umfang ausführest.