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Nr. 2.

Sonntag» 8. Januar.

»15.

Copyright 1914 hy Carl Dunte, Berlin.

(13. Fortsetzung.)

Der wagehak.

Roman von Fritz Skowrvnaet,

Nachdruck verboten.

Am andere» MviNen kavi endlich das Auto nrt, das eine® -Oberleutnant von KÄch«Lach und zwei Mecha­niker aus Königsberg brachte. Gegen Abend war der Schaden mrßgebessert. Sofort entschloß stch Matter zu einem Probstflug »u^Mstsigen. >. . Die Laube wurde in die Koppel gebracht, wo der mit knMM Gras be­deckte Boden den Start gestaKete. . .. . Unter dem jubelnde® Geschrei ,der Menge stieg der „sühne Megrr" auf. .. .

Die Maschine ging so sicher rmd ruhig, das Wetter war Kar rmd still. Im Oste® stand schon der Mond eust Himmel. . . . Plötzlich tat ihm der Gedanke, ohne Abschied davon 1® fliege® n«ch Königsberg. In späte­stens einer -Wunde kannte er in KömgRbrirg sein. . . . Dann Scrarte® ihm BedemVen. Nicht wogen des polni­schen Mschieds. Dm konnte er wieder gntmachen, wenn cr sofort wieder n«t der Baffin MrÄckstchr, itwt sich z« verabschieden und Zu bedarrken. Auch die Mäg- iichkeiit, dM der Motor plecha.gkn umd er im Nbund- granen wieder irgendwo gu landm genötigt werden könnte, 'schreckte ihn nicht.

Rur «in bestimmtes Gefühl war es. das il«n den lWagenmt störte. Die Erinnerung an zwei blaue Augen, die ihn so Äst lachend in diesen kurzen Tagen auiMblickt Hatten, und die sehnsüchtig tan-rig nach ihm misschauen würde«. wenn er seine Absicht ausführen IwLrde. . „ Ihm war tä r als dünste er jetzt nicht mehr io wagehalsig sein. ... I® einem weiten Bogen bohrte er nach gehn Minuten auf die Erde Zurück. Gleich dariMs untorna lmi er in Bagileidnng des Oberleutnants von Reichenbach den Zweiten, etwas längeren Fliug. . .

Die Schaulust der Menge 'war befri-Mgt. Die meisten führe® Noch an bem'fÄbe« Abend ab. Nur ein kleiner :Kveis von näherem Bekannten und 'Freunden blich zur Nacht in 'Dietrichswakde. Erna hatte ftesm „kühnen Flieger'", wie sie Hn neckend m nennen pflegte, beim Abspringen beide Hände entyogsngestrvckt. ..Eigentlich ist cK sehr waghalsig, gleich 'wieder so hoch und so «weit zu fliegen."

„Ich 'wollte noch waghalsiger sein rmd schon beim ersten Aufstieg mit.polnischem Abschied davon .fliegen nach .Königsberg."

„Da würden Sie meinen Baker schwer erzürnt haben nn'd mich auch."

„Ich märe ja sofort in der Nacht mit der Bahn wie­der zurückgekommen."

„Eben deswegen."

„Ja. wieso denn?"

„Sehr einfach. . . , Ich will mit ^bnen morgen früh anffteigen, das heisch, wenn Sie mich Mitnechmen."

„Haben 'Sie wirklich soviel Vertrauen zu meiner Knust, gnädiges Fräulein, daß Sie de» Aufstieg mit mir wagen würden?" -Seine Stimme bebte vor Er- regung.

Sie streckte ihm die 'Hastd entgegen. „Ja, Herr Da umlehn er . ,

Eine Weile gingen sie stumm nebeneinander, barm sagte Walter mit tiefer Stimme: „Fräulein Erna, ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen, über nur, wenn Ihre Eitern einwilligen."

„Ach ... na, dann wird nichts daraus . . . Der Vater Ware Wohl 'ruinzukriegen, aber die Mutter würde vor Angst vergehen. . . . Und ich habe es mir so reizend gedacht, wenn wir beide morgen in aber Frühe rausgehen. . . . Sie einige Minute» früher, um alles noch einmal nachzusehen. . . . Dann wollte ich kouimen, schnell zu Ihnen 'ransklettern und heidi in die Höhe. ... Es ist doch wirklich gar nicht so ge­fährlich, nicht ilvahr?"

„Nein, Erna . . . wenigstens ich habe nicht das Gefühl einer Gefahr, wenn ich hoch oben in der Lust bin. . . . Den Motoren hastet ja noch etwas Unzuver­lässiges an, denn sie müssen so leicht gebaut werden, daß der kleinste Fehler irn Material ein Versagen her­beiführen kann, aber in drei, vier Jahren wird die Technik die Maschinen soweit vervollkommnet haben, daß Flüge von einem Ende Deutschlands zum anderen zu den alltäglichen Ereignissen gehören werden."

Er halte sich in Begeisterung geredet . . . auch Ernas Augen leuchteten. . . . „Und Ihr Name wird für immer mit der Geschichte der Eroberung der Luft verknüpft sein. . . . Das ist doch das Ziel, das Sie treibt."

„Ja, das will ich nicht leugnen. ... Ich habe den Ehrgeiz, etwas zu leisten, das mich aus der Menge emporhebt, und da ich es auf andere Weise nicht schassen kann, habe ich mich der Aviatik zugewaudt. . . . Ich will mich aber nicht besser machen, als ich bin. Mich treibt noch ein anderer, weniger idealer Beweggrund. Ich will entweder schnell .Karriere machen oder Geld erwerben mit meiner Kunst. . . . Ich weiß, daß eine Bewegung im Gange ist, den Flugsport, wie man ihn leider nennt, durch große Geldpreise schneller zu fördern als bisher. . . . -Ob für uns Militärflieger etwas ab- fallen wird oder ob wir den bunten Rock ansziehen müssen, um an dem Goldregen teilnehmen zu können, weiß ich noch nicht." . . .

Erna legte ihm die Hand auf den Arm und zwang ihn dadurch, stehen zu bleiben.

„Sie wollen des Königs Rock ausziehen, um Gold verdienen zu können?"

Der scharfe Ton ihrer Stimme und ihr erregtes Gesicht ließen ihm keinen Zweifel, daß sie seine Absicht sehr energisch mißbilligte. . . .

„Gefällt Ihnen das nicht, Fräulein Erna?"

Sie wurde unter seinem fragenden Blick verlegen, denn sie fühlte, daß sie zu weit gegangen war. ... Im Grunde genommen war er ihr doch trotz der etwas eingerosteten Freundschaft zwischen den beiden Vätern ein Fremder, der drei Tage in ihrem Elternhause weilte. Mit einer reizend schüchternen Bewegung reichte sie ihm die Hand