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G-it- 4. M.,g«.A«ssaL-. Mst-r Matt. _ Wiesbaderrrr Tagblatt.

b-en wir verrüchift werden, sowohl das Land wie der einzelne." Ich fragte einen russischen Soldaten, der mir mehr als durchkchnittliche Intelligenz zu haben schien und der auch etwas reinlicher war, als es gewöhnlich die Russen sind, warum sein Land Krieg führe.Österreich tötete Serbiens König und Serbiens Prisen", erwiderte er mir,und'jetzt will es Ser­bien ganz verschlucken. Die Serben fttti) aber unsere Brüder, und so kämpfen wir denn gegen die Österreicher. Deutschland stärkt Österreich den Rücken, weil es hasst, dann spater Öster­reich zu verschlucken, und so kämpfen wir auch gegen die Deut­schen." Ich fragte einige französische Gefangene, die im Lazaretthof von Montmedh arbeiteten, welche Gründe Frank­reich in den Krieg gezogen hätten. Einer sagte mir:S:e

haben uns zlvar erzählt, wir mutzten Krieg führen, weil wir ein Bündnis mit Rutzlcmd haben, aber ich und meine Kame­raden, wir wissen, daß wir kämpfen, um Elsaß und Lothringen zurückzuerobern." Ein Sergeant des schottischen Regi­ments der Gordon Highlanders, mit dem ich im Gefangenen­lager von Döberih 'sprach, erwiderte mir auf meine Frage: .llns geht es ja setzt noch nicht an den Kragen, aber wir wissen, »atz, wenn die Deutschen mit uns tun können, wa? sie mit Bel­gien taten, so werden sie uns dasselbe Schicksal bereiten. Früher oder später mutzte der Krieg ja doch kommen, und so mag'S gut sein, daß er jetzt da ist."

Ein Dank-Telegramm des Kaisers.

Gewiß eine der schönsten Waffentaten des Feldzuges" mit diesen Worten kennzeichnete unsere Oberste Heeres- leitung am 1. Dezernüer den Durchbruch deutscher Truppen Sei Lodz durch einen von den Russen bereits ge­bildeten Ring. Nach demTag" bat der Kaiser damals diesen Truppen wie folgt seinen Dank ausgesprochen:Es ist in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen, daß eine so geschwächte Armee, die von einem vielfach überlegenen Feind vollständig eingeschlossen war, demselben durchbricht, 6000 Gefangene. 30 Geschütze, 49 Maschinengewehre erbeutet, dies alles mst durchbringt und keinen Verwundeten in den Händen des Feindes läßt. Ich sehe der Einreichung zur Ver- lechung dpr Eisernen Kreuze 1. und 2. Klaff« entgegen."

Em Gelöbnis der Bremer Kaufmannschaft.

W. T-B. Bremen, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Im Konventsaal der Börse fand heute ein Konvent der Kauf. Mannschaft statt. Am Schluß der Verhandlungen hielt der Präsident der Handelskammer, A. Loh mann, eine An- sch-ache, di« von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aus­genommen wurde. Zunächst streifte der Redner die vielen Beziehungen, die Bremen mit England von (eher ver­banden und die durch den Krieg jäh unterbrochen worden seien, sowie die wirtschaftlichen Maßnahmen, die Deutschland zur Abwehr seiner Feinde getroffen habe. Der Redner ffchrte u. a. aus: Die Landwirtschaft kann in Kriegszeiten bei angemessener Sparsamkeit in jedem Haushalt unser Volk ohne Schwierigkeiten für Jahre ernähren. Kohlen und Eisen produzieren wir selbst. Wir sind mit den für die Krtegsführung notwendigen Rohstoffen für einen Krieg von mehreren Jahren Dauer gedeckt. Die Absperrung Deutsch, lands und Österreichs wirkt daher vornehmlich schädigend auf die überseeischen Länder, welche die Rohmaterialien produ­zieren, indem durch den Ausfall dieser bedeutenden Absatz­gebiete die Preise an den Überseemärkten mit Ausnahme für Lebensmittel ganz erheblich gefallen sind und bei einer langen Kriegsdauer noch weiterstürzen werden. Unsere neutralen Nachbarn haben dabei besonders unter den unglaublichen Schikanen Englands gegenüber deren Schiffahrt zu leiden. Es ist notwendig, diesen unerträglichen englischen Flotte ndünkel zu brechen. Seite an Seite mit Österreich-Ungarn und den tapferen Türken werde,, wir siegen, und. wie ich hoffe, bringt uns das kommende Jahr den Frieden. Wenn aber bis dahin unsere Feinde nock, nicht niedergeworfen sind, kämpfen wir weiter und sind bereit, noch jedes weitere Opfer zu bringen, b,s das Ziel erreicht ist. Die Versammlung brachte ein Hoch auf Kaiser und Reich aus.

Die Hindcnburg-Spenden.

Br. Berlin. 31. Dez. (Eig. Drahtbericht. Ktc. Bln.) Für die Hindenburg-Spende des deuffchen Städtetages für das Ostheer hat die Stadt Leipzig inzwischen wie Dan­zig und Dresden ebenfalls 100 000 M. gezeichnet. Sic bereits gemeldet, haben für den gleichen Zweck Köln 75 000 Mark, Posen und eine Reihe anderer Städte je 50 000 M Mannheim, das autzerdein aus privaten Mitteln 41 500 March von Stadt wegen 30 000 M., P o t s d a m und S tr a tz, bürg je 20 000 M. gespendet. Zahlreiche kleinere Städte haben ebenfalls nennenswerte Beiträge gezeichnet, beispiels» weise Gnesen und Schneidemühk je 5000 M.

Die Heimat heb Kommandanten derNürnberg".

Der Kommandant des KreuzersNürnberg", Kapitän z. S. v. S ch ö n b e r g, war Besitzer des Rittergutes Kreipitzsch bei Kosen. Zu Kreipitzsch gehört einer der beliebtesten deut­schen Ausflugsorte und Reiseziele, die weltberühmte Ruine Rudelsburg, die auf hohen Felsen an der Saale liegt. Das Rittergut Kreipitzsch erblickt man, wenn man an den Denkmälern des jungen Bismarck und der 1870/71 gefallenen Korpsstudenten vorbei zur Rudelsburg wandert, zur Linken.

über 1290 Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse.

Während des fast fünfmonatigen Ringens in Ost und West und zur See sind bereits über 1200 Ritter des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe mit dem Ehrenzeichen der 1. Klaffe aus. gezeichnet worden. Äußer an 38 Fürstlichkeiten fft das Ehren­zeichen 1. Klasse 2 Generalfeidmarfchällen, 4 Generalobersten, 36 Generälen, 88 Generalleutnants (darunter 1 Vizeadmiral), 80 Generalmajoren (einschließlich 1 Konteradmiral) und dem Reichskanzler sowie dem Minister v. Breitenbach, dem Kriegs- ministcr und dem Oberguavtiermeister verliehen worden. Ebenso wurde die gleiche Auszeichnung 94 Obersten. 77 Oberst- lentnantS (einschlietzlich 1 Fregattenkapitäns, 183 Majoren, 302 Hauvtleuten, Rittmeistern (einschließlich 3 Kapitänleut- nantS), zuteil. Auch 68 Oberleutnants und 101 Leutnants tragen außer 5 Offiztcrstellvertrete>rn das Ehrenzeichen. Selbst von der jüngsten Waffengattung, der Feldflieger- truppe, find 7 Haupüeute. 17 Oberleutnants, 39 Leutnants und je ein Feldwebel und Obermaschinist schon mit der 1. Klaffe dieses hohen KriegSoidens ausgezeichnet worden. Ferner tragen das Ehrenzeichen 1 Wachtmeister, 3 Vizewachr- meffter, 13 Feldwebel, 16 Vizefeldwebel, 3 Sergeanten, 27 Unteroffiziere. 12 Gefreite und Oberjäger, 17 Maun- schaften und 12 ohne ncchere Angabe ihres Dienstgrades. Vom Sanitätspersonal find außer 3 Generalärzten noch je ein Oberstabsarzt, Stabsarzt, Unterarzt und Sanitätsgefreiter Ritber der 1. Klaffe des Ordenszeichens, ferner ein Verwal­tungsdirektor und von d« Feldpost ein Feldpostsekrrtär.

Auszeichnungen.

W- T-B. Karlsruhe, 30. Dez. (Nichtamtlich.) Der Groh- herzog hat dem Oberstleutnant Hugo Berlin, Artillerie­kommandeur beim 27. Reservekorps, das Ritterkreuz 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen.

DaS Eiserne Kreuz für einen Fünfzehnjährigen.

Leipzig, 30. Dez. Der ISjäbrige Karl Schüssen- Hauer aus Oberwresenthal itu sächsischen Erzgebirge, der als Kriegsfreitoilliger nrit ins Feld zog, erwarb sich das Eiserne Kreuz.

Rettung einer Regimentsfahne.

Nachdem schon vor längerer Zeit die Fahne des 61. In­fanterie-Regiments unter großen Gefahren durch einen Musketier des Regiments gerettet worden war, ist auch die Fahne des 61. Reserve-Regiments in einem Gefecht in Ost­preußen in der grüßten Gefahr gewesen, in die Hände der Russen zu fallen. Wie demB. T." geschrieben wird, lag das Reserve-Jnfcmterie-Regiment im heftigsten Granatfeuer und konnte keine ausstchtsvolle Gegenbewegung ausführeu. Beim Vorgehen war auch der Fahnenträger des 1. Bataillons ver­wundet worden, und mit der Fahne in der Hand zusammen- gebrochen. Er lag mitten im Kamvffelde vor der Front des Regiments. Da das ganze Gelände vom Feinde besonders stark mit Geschossen aller Art überschüttet wurde und ein Jn- sicherheitbring^i der Fahne unmöglich schien, bestand wenig Aussicht, das Ehrenzeichen noch zu vetten. Auf eineu Aufruf bin meldeten sich jedoch sechs Freiwillige, die den Versuch wagen wollten, die Fahne zurückzuholen. Von den sechs Mutigen kam jedoch nur; ein einziger zurück; aber er brachte die Fahne mit. Am Boden kriechend, in der einen Hand die Fahne, in der anderen sein Gewehr tragend, langre er beiden Seinen, mit Jubel begrüßt, an. Aber auch er mußte seine mutige Tat mit einer Verwundung bezahlen. Ihm wurde die eine Hand durchschossen. Der tapfere Erretter der Fahne ist der Monteur Wilhelm P e t r o w s k i aus Danzig. Er erhielt für seine Tat das Eiserne Kreuz.

Heldenstück eines Steglitzer Schutzmanns.

Der Steglitzer Polizeisergeant Rogalla ist bei den Kämpfen aus dem westlichen Kriegsschauplatz zum Leut­nant befördert worden. R. hat einen Sturmangriff, nachdem die übrigen Vorgesetzten gefallen waren, durchge- führt und mit seiner Truppe 250 Gefangene gemacht sowie zwei Maschinengewehre erobert.

Präsident Sylvester über das Verhältnis zu Deutsch! and.

DasB. T." veröffentlicht unter dem TitelDie Ver­bündeten" einen Leitartikel des Präsidenten des österreichi­schen Abgeordnetenhauses, Dr. Sylvester, worin als Grundeigenschaft des deutschen Volkes die Nibelungentreue bezeickiret wird, die auch der Grundzug des Bündnisses zwischen Österreich-Ungarn und Deuffchland geworden sei. Der Artikel weist auf iw: gegenwärtigen, in der Weltgeschichte einzig dastehenden Leistungen der beiderseitigen Armeen hin und betont, daß in dem Bund- selbst kein M ' ß t o n , keine Zwiespältigkeit auskomme. Der Verfasser gibt weiter der Achtung vor der weltbeherrschenden Grüße des deuffchen Heeres Ausdruck, sowie dem Stolze auf die aus den breiten Schichten der Bevölkerung, aus acht Nationen zu­sammengesetzte österreichisch-ungarische Armee, die ihre un­erhörte Widerstandskraft tagtäglich äußert. Was beide Reiche :m Krieg erringen, muffe in der Zukunft in Wirtschaft undKultur zum Ausdruck kommen, damit nicht wieder künftighin dieselbe» Leiden auf beide Reiche hereinbrechen wie in der unmiftelbaren Gegenwart.Damit wird", schließt der Artikel,kein Volk, das diesen Reichen an­gehört, keine Dynastie, die an der Spitze dieser Reiche steht, kern einzelner und auch das Ganze nicht irgendwie beein- tröchtigt werden. In diesem Sinne wirkend, sehen wir einer glücklichen Zukunft entgegen."

Eine Deutschfreundi« in Italien.

Eine hiesige Dame erhielt von der bekannten italienischen Schriftstellerin Mathilde Serao, Neapel, folgende Zeilen, die sie uns in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellt. Der Brief lautet:Liebes Fräulein R. Ihr Brief hat mich aufrichtig gefteut, da er von einem aufrichtigen Herzen kommt und weil Jbr Name mich an einen sehr lieben Freund er­innert. 3tun hat ein wenig durch mein und meiner Zei­tung Verdienst sich der Deutschenhaß inJtalien sehr verringert. Setzen wir unsere Hoffnung in das Billigkeitsgefühl des italienischen Charakters. Ich sende Ihnen zwei von mir ver­faßte Aufsätze in der Hoffnung, daß Sie sie nnt Freuden lesen werde». Tausend Wünsche auf Sieg und Frieden. Machilde Serao." Erläuternd sei beigefügt, daß die Schrift­stellerin eine Zeitung in Neapel besitzt.

Aus der 113. Verlustliste.

fB 6 l-ü-rau n a e n : verw. verwundet, leichtv --- leicht oer. i " mundet, fdbwert. = schwer verwundet, beim »ermißt aer ae fangen. I L Garde Rcserve Regiment, Potsdam.

(ftorii am 22., Wiener am 27., Szczerkow am 28. und 29. 11. und andere Geftchte am 1. 3. und 5. 12. 14.1 Unteroff Weiß (Nassau; leichtv.; Gefr. Daß (Holzappel) «ft Geft. Sengler (Geisenheim) tot.

5. Garde-Regiment, Spandau.

(Brzezrny und Malczew am 18. und 19.. Grodgisko am 20. ind 24 Olechow am 22.. B-rsesiny am 24. uns Kalino-Nomy vom 27. bis 80. 11. 14)

Res. Nikolaus (Frauenstein) tot; Füs. Kropp (Kiedrich)

Garde-Jäger-Bataillo«. Potsdam,

Berichtigung früherer Angaben.

Gefr. Böbmer (Lbevlähnstein) bisher Perm., in englischer Gefangenschaft.

Füsilier-Regiment Nr 89. Wiesbaden. Homburg v. d. H.

3. Komp.: Füs. Vogel (St. Goarshausen) nicht tot. kon-

^4^0mp.: Res. Gugel gestorben infolge Krankheit tm Reserve-Lazarett Witzcnhausen 28. 10. 14.

10. Komp.: Füs. Joseph Peters Wiesbaden)

bisher verw., gestorben im Lazarett Mainz 14. 11. 14.

Reserve-Jnfänterie-Rrgiment Nr. 8V. Wicsbaven. Mainz (Bille sur Touvbe am 22 . 28. und 30. 11 und Gefechte am 3. 4.. 8. und 9. 12. 14.)

3. Komp.: Wehrm. Enderich (Bonscheuer) leichtv.

4. Komp: Geft b L Steinmetz (Östlich) tot.

5. Komp: Unteroff. Quetsch (Kiedrich) leichtv.; Kricgs-

frcit». Schatz (Halle) leichtv. . , _

7. Kom p.: Wehrm. Menz (schierstem) tot; Wehrm. Wagner «Dotzheim) tot: Wehvin. Stadtmüller (Bierstadt) iot; Wehrm. Usinger (Oberrod) tot: Gefr. G"äf (Bierstadt) leichtv: Geft Haupt (Bierstadt) leichtv: Wehrm. Bücher (Wehen)

sclwerv.: Wehrm. Hümberger (Hupvert) leichtv: Wehrm.

Ernst (Sckloßboru) leichtv: Res. Steinheimer (Schierstem) leichtv.: Res. Schirmer (Weitzenbach) leichtv.

Freitag, 1. Januar 1815.

Nr. 1.

9. Komp.: Res. Ott (Wörsdorf) gestorben an semen

Wunden im Feldlazarett 38. Sechaull, 23. 11. 14-: Res. Müller 2 (Langcrau) leichtv.; Kriegsfreuv. Frank (müssetdorr) schwerv. .. . t»,

11. Komp.: Res. Ungeheuer (Oberhochltadt) lerchtv.;' Res. Jäger 2 (Oberböchstadt) leichtv.; Wehrm. Edinger (Neu- beimsbach) gestorben an seines Wunden in Ceruay 5. 12. 14.; Wehrm Karl Groß (Wiesbaden) tot.

12. Komp: Kriegsfreiw. Aumann (Gnodstadt) leichtv. Berichtigung früherer Angaben.

9. Komp.: Wehrm. Gütz (Hittstadt), bisher denn., tot; Res. Schäfer 1 (Gelnhausen) bisher verm., tot.

Pionier-Regiment Nr. 25, Mainz. ., .

(Dixmuiden am 22. 11. und Gefechte am 1.. 2. und 7. 12. 14.)

Unteroff. Badior «Geisenheim) verm.; Ers.-Res. Roth (Engenhahn) leichtv. bei der Truppe.

Berichtigung früherer Angaben.

Pion. Veltens (Dar.heim) bisbe. schwerv.. gestorben lm Reservelazarett BonheydeN bet Mecheln 3. 10. 14.

Deutscher Reich.

Der neue Direktor des Kaiserlichen ^bcrschnlrats in Elsaß-Lothringen. Straßburg, 28. Dez. An Stelle des in den Ruhestand tretenden Ministerialrats Dr. Albrccht wurde der Ober- und Geh. Regierungsrat Emil K a y s e r zum Direktor des Kaiserlichen Oberschulrats ernannt. Der neue Direktor der Obersckmlrats ist 1854 in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren, besuchte die Realschule seiner Vaterstadt und das Friädrich-Wilhelm-Realgymnasium in Köln und studrerts in Heidelberg und Güttingen die Rechts- Wissenschaft. Nach vorübergehender Beschäftigung bei der Regierung in Köln trat er 1880 in den elsaß-lothringischen Dienst über. Er wurde Kreisdirektor in Chateau-Salins, Regierungsrat beim Bezirkspräsidium in Colmar und ging 1902 von hier als Bürgermeister nach Mülhausen, von wo er nach den Gemeinderatswahlen 1908 wieder zur Regierung zurückkehcte. Seit 1910 ist er Obervegierungsrat in Strcch- burg.

Heer und Flotte.

Personal - Veränderungen. P a u l tz Leut, der Landw. a. D. (W.esbaden). zuletzt der Landw Inf. 2. Aufgeb. (Kiel), jetzt bei der Linien-Komotr. Z, zum Obe-leul. befördert. * Kronprinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen. König! Hoheit, ä I. s. des Garbe-Schützen-Bars., zum Hauptm. mit Patent vom 16. Oktober 1914, * Prinz Friedrich Christian von Sachsen, Herzog zu Sachsen, Kümgl. Hoheit. Oüerleut. ä I. s. des Ulan.-Regts. Rr. 16. zum Rittm mit Patent vom 1. Dezember 1914 befördert. * Pietsch. Leut, der Landw. a. D. (Höchst), zuletzt der LanDw.-. Kav. 1. Aufgeb. (Höchst). letzt beim Armee-Qder-Kommanso der Armee.Abteilung Falkenhäufen. zum Oberleut, befüvderr. * Buse (Obe.lahnstein). Oberleut. der Landw. a. D.. zuletzt der Landw.-Jnf 2 Aufgebots (Obenlahnstein). zum Hauptm. befördert. * Wilcke, Leut, der Landw. 1. Aufgeb. der Eisen- Vahn-Truppen (Limburg a. L.) * S cha ndua , Leut, der Res. des Jnf.-ReglS. Nr. 80 (1 Frankfurt a. M.). zu Oberleuts. bostftdert. _ __

5lu§ Stadt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

18 , 8 .

Der erste Tag im neuen Fahr. Es ist nicht möglich, das Jahr 1915 fröhlich zu begrüßen und herzlich willkommen zu heißen, denn es trifft uns mitten in der eisernen Notwehr an, und selten ist an ein neues Jahr eine schwerere Frage ge­richtet worden als an das, deffen ersten Tag wir heute zwar m herkömmlicher Weise, aber ohne rechte Freude feiern. Wer hat es in der vergangenen Rächt gewagt, scherzend in gegosse­nem Blei die Zukunft zu befragen? Nur eine Hauptfrage haben wir an das junge Jahr zu richten:Bringst du uns den Sieg unserer gerechten Sache und den Frieden?" Den Frieden, dem wir alle sehnsüchtig entgegensetzen, so sehr wir auch entschlossen sind, so lange auszuhalten, wie es die Wohl­fahrt unseres Vaterlandes erfordert. Niemand wird jetzt für einen faulen Frieden sein; das Blut, das bereits vergossen worben ist, ist zu kostbar, um anders als durch den vollen Siegespreis bezahlt zu werden. Aber es ist so: wenn wir in der Dunkelheit der kommenden Lage nach Glücksgütern suchen, so richtet sich der suchenbe, hoffende Gedanke zunächst auf das Gut, das man, wie alle guten Dinge, am meisten schätzen lernte wenn es verloren, gegangen ist: den Frieden.

Die Frage, was uns persönlich außerhalb des Rahmens der kriegerffchen Ereignisse das Jahr 1916 Gutes oder Schlimmes bringen mag, ftitt zurück vor der Frage: Was

bringt der Krieg unserem Vaterlande, unserem Volke? Wir hoffen das Beste und blicken, so ernst auch die kommenden Tage sein werden, urit dem festen Berftauen in die Zukunft, daß schließlich doch nur die schweren Gewitterwolken des Krieges eine Helle Sonne ein« Zeitlang verdecken können. Es wird nach diesen schweren auch wieder schöne Tage geben. Möge das Ende des Jahres 1815 ein besseres sein als sein Anfang? Das ist der Neujahrswunsch, den wir unseren Lesern und Mit­arbeitern heute auf den Tisch legen. -n-

vas Eiserne Kreuj.

Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden: der

17 Jahre alte Fahnenjunker im Füsilier-Regiment Nr. 80 Un­teroffizier Joachim Flothow aus Wiesbaden, unter gleich­zeitiger Beförderung zum Fähnrich; der Unterzahlmeister Emil F r i n k aus Diez; der Architekt Kurt Friede aber g aus Cronberg; der Oberleutnant Bind im Regiment 132, Sohn der Witwe Bind aus Wiesbaden; der Assistenzarzt Dr. med. Karl Ochs, Sohn des Stadtverordneten Ochs in Wies- baden.

Wiesbadens wohltätige Frauen.

Die Ausstellung der.Gaben zur Weihnachtslotterie des Roten Kreuzes wird heute, morgen und am 4. Januar noch einmal geöffnet sein. Recht nett plaudert eine Leserin des Wiesbadener Taftblatts" in einer Zuschrift an uns über die Beteiligung der Wiesbadener Frauen an dieser wohltätigen Weihuachtslotterie:Wer, wie ich, vieldabei" war, hatte

reiche Gelegenheit, zu sehen und zu hören. Welch ein allge­meines, freudiges Geben, insbesondere der Frauen­welt! Mit offenen Händen gaben sie alle, die hochgeborene Prinzessin wie die kleine Putzfrau. Brachte die eine kMiche Gabe, so die andere ihr bescheidenes Scherflein. Wer feine Ohren hat, hört von mancher bescheidenen Gäbe eine rührende Geschichte. Geben war die Losung, auch bei dem Loskcntf. Manche. Hand griff in die Tasche: nicht, um zu ge- loinnen, sonderir für die gute Sache. Daß auch der Humor zu seinem Rechte kam, dafür sorgte in der Gabenausstellung eine behäbige Frau von der polnischen Grenze. Etwas seuk- zend zog sic eine Mar? hervor und suchte sich ein ihren Augeu