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Verlag Lang,«fl« 21

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aiM irpprTC tmtmerttn» »>» < Uhr «kcnbc, «sft« < : graiitfart «.«. Nr. 7405.

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r rTi.»».«iH: Im ibttls« adgrhol, : «80 WUUarbm üJ!., hi den Vu?g«destel1en : «so MlMardkN w.. durch ki?Trü«.r in» H-n.» oedrach, 70« Milliarden M.. °om 24.-«. Dez^nder. - «-lUgsd.stUiungen I nedmen an: der Verlag, di« Uu»gad«Il«>Itn. dl« Träger und all« Postanftalien. 2n Füllen höherer l.lEESt. «r,ried,ftSrunaen oder Streik, haben di. «erteher keinen Anspruch auf Lieierun, de, ' xga„e» »der aus Rückjahiung de» Lezu»»prel>es.

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P-Illch-rN-ltt»: Frankfuri ». vi. Nr. 74«._

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Freitag, 28. Dezember 1923«

„MMIn,«io»nomoisnl .MMMSmwm

Die Reis« des Reichswehrminifters Eeßler nach kchLringen und Sachsen scheint wunderbare Ergebnisse «zeitiat zu haben. Zunächst hörte man, dah Sie Er» «lldungen des Reichswehrministers in Sachsen zu dem Kesultar geführt hätten, daß eine Aufhebung des Au-z- uchmezustandes vorläufig nicht angängig erscheine, irgendeine Begründung war dieser lakonischen Mit- teilung nicht beigegeben. Nunmehr verdichten sich d,s chon seit einiger Zeit umlaufenden Gerüchte, dag man hn ReichswehrmiNlsterium beabsichtige, für Tyurmgen nnm Reichskommisiar zu ernennen, und zwar soll für lneien Posten ein deutschnationaler Landrat m Aus­sicht geno-mmen sein. Das alles sind sonderbare -insorniationen, und das Fehlen jeglicher näheren Tat- fachenbegründung ist nicht geeignet, die Beunruhigung, die dadurch in alle Kreise getragen wird, zu vermindern.

Die Zustände unter der Militärherrschaft in Sachien pich Thüringen fordern gleichfalls zu scharfer Kritik heraus. Man braucht durchaus nicht alles für ernwaud» frei erwiesen zu halten» was in ben Denkschrisren fcet sächsischen und der thüringischen Regierung an Beschwer- den gegen die Übergriffe der Reichswehr enthalten ist ind was der „Vorwärts" in den letzten Wochen zu rechteren groben Anklageartikeln benutzte. Aber selbst ,enn man gut'fünfzig Prozent davon abzieht, so We;I>t ixci noch genug übrig, um ein schnelles Durchgreifrn or aller Öffentlichkeit für dringend geboten zu halten.

! s waren ja auch demokrcttischeAbgeordnete aus Büttel, entschland, die sich im Rechtsausschuß des Reichstags ir eine Abstellung der fkandalösestenMitzbräuche einge- ckt haben, vor allem für eine gesetzliche Regslung des orläufig noch ganz willkürlich gehandhabten «chutz- astverfahrens. Im übrigen geht auch aus den De­ichten demokratischer Blätter und den Informationen «mokratischer Politiker hervor, daß zurzeit nt Thurtn- ien Verhältnisie bestehen, die von jedem Standpunkt us als unhaltbar bezeichnet werden müssen. Den Bulu- urbesehlsbabern sei gern zugestanden, datz sie vom >esten Willen beseelt sind, überall Ordnung zu schassen lnd nach dem Rechten zu sehen. Aber einmal über das rudere werden sie in ihrer polttrschen Uner iahrenhi.it md Kurzsichtigkeit das Opfer skrupelloser Interessenten, velche die Reichswehr vorschieben, um selbst ber der Ver­sorgung ihrer persönlichen Ziele gedeckt zu sein. Ham Oclt e~ sich nun um Denunziationen gegen repudUta »ischqesmnte Lehrer und Kommunalbeamte. oder am »en Schutz wirtschaftlicher Znteresien von Arbeitgebern and Hausbesitzern oder aber um die Erzielung -er Straflosigkeit völkifcher Verschwörer — überall bietet sich das aleicheSä^uspiel. datz die ahnungslosen Re,chs- wehrkommandcure vorgeschoben werden, um mit ihrer Autorität den gesetzlichen Gang schwebender Erfahren und Streitigkeiten aufzuhalten oder aber pol,tisch un­liebsame Kreise empfindlich zu schädigen. Es mu« um so mehr wundernehmen, datz das Reichswehrmin, te» rium es nicht für nötig geholten hat. sich Lussuyruch und einwandfrei über diese Falle und über seine e,ge- nen politischen Absichten zu äußern, als 'hm die Stim­mung weiter Kreise auch des bürgerlichen lanost keinEeheimnis mehr sein kann. Dem Ministeriums und der Reichswehr w:rd doch^.el mehr durch ein« offene Klarlegung der Derhaltniiie «edien.. als mit der kurzen und brüsken Ankündigung befrew- dender Matznahmen und der Verschleierung des bisher angewendeten Verfahrens. Der Ausnahm-zustand i t seinerzeit verhängt worden zur Abwehr etwaiger Um sturzversuche. Kann nackMUnesen wehden datz der artige Erfahren in Mitteldeutschland letzt noch bestehen so möaen die Beweise schnell und unzweideutig erbracht SÄ Ist dies aber nicht der Fall, so^ rau-ne man baldigst auf mit einem Zustand, an dem höchstens dl-.- ienigen Gruppen eine reine Freude haben können, die ihr politisches Ziel in der Verhetzung und ^rbnterung der Massen und in der Erweiterung der Klufi zwi^cycn Reichswehr und Arbeiterschaft erblicken.

Kein Reichskommisiar für Thüringen.

Berlin. 27 Dez. Die Nachricht mehrerer Zeitungen, «h der Reichspräsident einen Reichskommliiar oder inen ReichsbildungÄdmmisiar,^r. Thüringen ernannt «de trifft wie uns von unterrichteter «eite nntgs-

LNÄL feiÄStWS SÄät

dmn Laude einzuhohttü

Düsieldorf, 27. Dez. Nach ZiMündiger Beratung trat der Gerichtshof um 1 Uhr 20 Min in den Gerich faal. Die Berlefung des Urteils dauerte bis 2 Uhr. «- wurden insgesamt 98 Schuldfragen und 37 hrlfsfragen gestellt. Das Urteil lautete wie folgt:

Regierungspräsident Erützner 2 0 Zahr» Zuchthaus, Hauptmann Bayer 10 J«h" Zuchthaus, Oberleutnant » öden sie, n iv Jahre Gefängnis, Polizeikommisiar Eicher 8 Jahre Gefängnis. Polizennfpektor Hdfner 8 Jahre Gefängnis, Major Engel kre,ge­sprochen. Hauptmann Winkel mann 1 Jahr Ge­fängnis und 500 Goldmark Geldstrafe, Hauptma i- Paklack freigesprochen, Hauptmann Pfeffer b Monate Gefängnis, Leutnant Burg freiFefprochen Oberleutnant Pohl S Jahr- Defangms. Oberleutnant Hübner 5 Jahre Gefängnis, städtischer PsliZlst Krieg 18 Monate Gefängnis. Hesse? Monate Gefängnis. Evers 1 Jahr Gefängnis. Edel sre'ge- sprochen, Hühne 18 Monate Gefängnis. Kettler 3 Jahre Gefängnis. Hart« ann 3 Jahrs kesdngms, Beyer 5 Jahre Gefängnis, Scho n e m a n n L ^ahrs Gefängnis, Schabacker ? Jahre Gefängnis.

Es wurden ferner frei gesprochen: Reuhans, Döring. Tbeis, Dudderbrodt, Richter, Flading, Gimcke, Hübner, Grane, Bäcker und Socken. Adolf A l l m a ch s r erhielt 3 Monate Gefängnis. Ferner wurden f r e ig e= sprachen: Schönherr, Kramer. Stadtsekretar Reu- kirche Der Schlosser Engels erhielt 6 Monate Gefäng­nis und der Artist Königs 8 Monate Gefängnis.

Nutzer zu den Gefängnisstrafen wurden noch zu Geldstrafen verurteilt: Hübner -p 800. Cscher zu 1000 und Winkelmonn zu 5tz0 Eoldmark.

Gegen Erützner. Bayer und Bodenstern wurden 80 Jabre Aufenthaltsverbot und gegen Pohl 10 ^ahre Dufenthaltsverbot ausgesprochen. Hübner. Engel und Königs erhielten Strafaufschub.

Die D e r u r t e i l u n g der Angeklagten im Schupo- Prczetz erfolgte wegen Totschlags. Mittaterichafi zum Totschlag, Störung der öffentlichen Ordnung und Miß­handlung der Gefangenen, darunter alliierter Perionen, wobei bei den AngeNagten Erützner Daner Doden- stein. Escher. Pohl und Hübner 'n°klen Fallen Vor­bedacht angenommen wurde. Don den gestellten Schuldfragen wurden insgesamt 46 mit ja, me brr gen mit nein beantwortet.

Clne Besprechung über die Rheinisch-WestMrsche Emisiionsbank.

38 Wie

fittbrt beute in £ o Men 8 eine BeivreHuna CmWjJ ^ Führern der sranzöMchen Bankenl-nlooe die Nck an de r b * \ n H rf» - Westsalrirben SmiUtons na« i oe- teMioen wcN-n und Y>ebeimrat Hagen, dem Führer der rbeinisch-wests8U!.cken Bantengrupve. statt.

85 008 deutsche Eisenbahner bei der Regie.

(Rnrta ?7 Der Noch einer Hnriosmeldung aus

DLlsesdcr?'bat 'die iran,ösisch-brlgis.be Eisenbabnreaie b>;

jetzt 55 000 deutsche Eisenbubner ernse-tellt.

der ersten SachverftändigenkomMiMoa nach Deutschland?

28 Der (ffiifl. Drabtbericht.) Der „Jntran- 881t es kur rvabrscheknlich. datz. wie schon, früher nnoekiindiat wurde die erbe der beiden Sachverstandisen- rn^wMiooen^untä dem Vorsitz des Amerikaners Davis nach Deutschland abreisen werdo um sich über die dortigen NibsMe,« unterrichten. Die erste Sitzung wird m den ersten Januartagen in Paris ,tattfinden.

Die amerikanischen Sachverständigen bei Coolidge. Maris 2 ? Drz. öllvos meldet aus Washington, datz die 'amerikanischen Sachverständigen D a v i s «nd D o u n g eiiie Delvrechuns mit dem Präsidenten Goolidge und Staatssekretär Hughes. gehabt hatten. Sie werden am Samstag nach Europa abreisen.

Der deutsche Lebensmitteikredit.

Baris 28 De,. Das ..Oeuvre" meldet, dir alliierten R-zierungen seien nen ei gt. da s dn.tsch« V-rlans-n einer sloinritat kür eine Le b e n s m , t t e l LN.I e i n e vi den Rer-inigten Staaten im Betrage von 70 Millionen Dollar an die Revarationskommisiion zur Entscheidung ,urück, u verweisen. Bekanntlich hat dre. Reva- rationstömmission -n ihrer. Sitzung am letzten Freitag br- lchlosien die alliierten Regierungen sollen den Art. 251 des Nersaill'er Vertrags interpretieren, also «iitschechen. ob sie

selb» "der die Revarationskommlstion über d,e deutsche

Note entscheiden soll. --

eine drahtlose Rede Poincar^s an das englische B-U.

Paris, 28. Dez. (Eig. Drahtbericht.) PoincarS wird am kommenden Sonntag vvn \txntm ■ ktbeit«. febinett am Quai d'Orsay aus eme lange R^e an das englische Volk aus dem Wegs der drahstlajen Telephonre

richten.

M Vrttmimn Mn in reime Sem.

L». Berlin, 28. Dez. (Drahtmekdung um'erer Ber­liner Abteilung.) Obwohl die deutsche Öffentlichkeit naturgemäß ein sehr starkes Jnteresie an dem Verlauf der Verhandlungen über die Fragen des besetzten Gebietes hat, lasten sich doch im Augenblick weitere Mitteilungen darüber noch nicht machen, da die Regierungen von Paris, Brüste! und Berlin überein gekommen sind, vorerst über den Stand der Dinge Stillschweigen zu bewahren. Dies Derfahren erscheint uns durchaus zweckmäßig, da der­artige diplomatische Verhandlungen durch Presteartikel, welche unvermeidlich sind, sobald Einzelheiten bekannt werden, nicht gerade gefördert werden. An Tatsäch­lichem bleibt zunächst daher nnr festzustellen, daß die franMsche Regierung entsprechend ihrer Ankündigung, das deutsche Akemorandum dem General Degoutte und dam französischen Oberkommistar T i r a r d zuge­leitel hat «nd daß auch.die belgische Regierung sich mit ihren entsprechenden Vertretern in Verbindung gesetzt hat. Durch die Rückäußerung dieser Stellen tritt naturgemäß

ei«« gewisie Berzögervag

ein. Die Nachricht einiger französischer MStter die Antwort auf das deutsche Memorandum werde noch t« dieser Woche erteilt, dürfte daher unzutreffend sein. Sehr viel wahrscheinlicher klingt die von beiHis^n Blättern verbreitete Lesart, nach der die be».tzrsch« Re­gierung ihre Antwort bis Mitte der nächsten Woche fertiggestellt haben wird. Da. nun bekanntlich Paris «nd Brüste!

sich Mer ihre Antwort verständigen werden, ist nicht da­mit zu rechnen, oatz die Überreichung der Antwort noch im alten Jahre'erfolgt. Unter solchen Umstanden ,st man naturgemäß über den voraussichtlichen Inhalt der Antwort auch nur auf Kombinationen ange­wiesen. Einige französische Blätter erklären, „daß m der Organisation der besetzten Gebiete Erleichteruugen möglich

seien, daß aber der Versuch der Neichsregiertmy. ihre Autorität im Rheinland und an der Ruhr wrederher- zustellen, erfolglos bleiben muste". Wie weit das Zu­treffend ist. ist schwer zu beurteilen, denn diese Andeu­tungen finden sich im „Echo de Parts und im „Jour­nal", also in Zeitungen, die gegen jebes Zugeständnis find. Im allgemeinen stellen dre Parrfer Privat- depefchen fest, daß

die Stimmung in Frankreich etwas günstiger

geworden ist. was natürlich keinen Anlaß zu einem rosenroten Optimismus geben kann. Jmmertzrn rst es vielleicht möglich, auf gewisse Ekrleichlerungen zu hEen, wenn auch bei weitem nicht alle Wünsche Deut^ch^a-rds in Erfüllung gehen werden!

W HpparofÄPlaii AriM MMgs.

3K VHMMM

affin Taaen in Parls aui. Sern Nevararrons- plan so bericktst das Blatt werde Mllenwartm von bL- ruionen Periönlichkriien kreprüfi. Rechbersl bat sich «mem Mnaib-iker des ..Matin' gegenüber ch'^/vlch ub-r seinen Revaratwnsplan ansgeivrocken. Sä habe einen b,s .ns einzelne ausgearbttteten Plan b et R efvr m t\ ne Vertrages zrors.chen Fr ank r e ick und Deutschs land abgesatzi. Seine Drundzuge sind die s«I»rn»«n

ernzeme anmaivtynycn viun j v v,rv ll v v*

Vertrages ziors.ck.enFr ank r e ick und Deut ick land abgesatzi. Seine Drundzuge sind d,e f»I»rn»«n Unter den deutschen Industriellen wäblt Frankreich die aus. die nach seiner Ansicht die sickcrsten Eraebnlsie bnngsn. Diele Unternehmungen vermehren 'hr ^t>enkaoi»al wn 30 Prozent, also be, einem Akttenbetraa von 100 000 «erden siir 30 000 M. neue Aktien ausgegeben. Diese 30 Prozent «erden Frankreich ühermtttelt. das !ie ,u GeG machen kann dadurch datz es sie verkauft oder an die sranzosifche Industrie weltergibt. Dar ist da, Gerippe meines Planes.

Derlante rübmte 9lelb'be7g bk jjorteije bes Mfanes' «eil durch sein Snsiem alle Reibungsmöglichkelten ve'lckwinden da die Reparationen durch den neuen Reich­tum der durch gemeinsame Arbeit rrrielt werde, ver­schwinden werde.

LMlltMlhllilz der JllterM. WinlllMöMijBil.

Don der Interalliierten. Rbetnlandkommisiion «ns nachstehende amtliche Bekanntmachung^ »ur verönmu, lichung auf Grund der Verordnung 87 Art. 15 ui.

Bekanntmachung.

Der Kommandierende General der Rheinannee hak beichlosien. datz anlätzüch des Weihnacht,- und Neujahrs­festes bis zum 3. Januar 1421 den Famlüen der Ber- urteUten »um Besuch ihrer Arsehorlgen sowie zur Über- hringung von Geschenken »n den oerlch,ebenen sranzSsischen Militärgesänsnisien des besetzten Dedlete» moglichfte Per- günltisungen sr»ährt werden sollen. f

Infolgedessen können Besuche bei Gefangenen jede« Nachmittag während der Feltzeit statts'.ndrn.

Cvreto da Wieabadan-Villa. Le de U H. 0. L T. *.